Als ich begonnen habe den Text zu lesen, bin ich erst einmal ins Schwärmen geraten. Vieles kling sehr gut (Sportanlage, breites Sportangebot, Anzahl der Jugendmannschaften, lizenzierte Trainer) . Das ist erst einmal als ein Pfund, mit dem du/ihr wuchern könnt.
Das Bild, dass du von den Trainern/Mannschaften zeichnest, ist genau das Gegenteil:
Die Mannschaften sind deutlich zu klein. 10 Spieler? Das kann ja nur gut gehen, wenn jeden Spieltag kaum Kinder ausfallen. Das klappt nach meiner Erfahrung nur bei Mannschaften, die sehr erfolgreich sind (Ich beobachte bei uns eine hohe Korrelation zwischen Erfolg und Anwesenheit). Entweder solltet ihr neue Spieler werben (Tag des Fußballs, Fußball AG in der Schule, etc.), Jahrgänge zusammenlegen oder in Spielgemeinschaften mit den anderen Vereinen der Stadt gehen.
Ich habe bei deinen Beschreibungen das Gefühl das die Mannschaften/Trainer eher gegeneinander arbeiten als miteinander. Ich würde mit denen einen regelmäßiges Trainertreffen machen. Am besten auch einmal eine gemeinsame Feier, um den Zusammenhalt zu fördern. Ob das bei den Charaktären, die du beschreibst, möglich oder sinnvoll ist, kann man aus der Ferne aber schwer beobachten.
Ich halte von einem Konzept sehr viel. Das hängt aber davon ab, ob du ggf. andere Trainer in der Hinterhand hast. Denn wenn du ein Nachwuchskonzept hast und Trainer sich nicht daran halten, dann machst du/ihr euch unglaubwürdig. Das klingt bei euch nicht so. Also würde ich mir die Arbeit sparen. Bei uns im Verein gibt es Jugendtrainer, der sich auch nicht reinreden lassen möchte, seine Mannschaft spielt aber recht erfolgreich und die Stimmung in der Truppe ist auch super. Dem würde ich nie so ein Konzept aufzwingen wollen.
Sich als Jugendleiter regelmäßig den Spielen blicken lassen, ist in meinen Augen zwingend notwendig und sollte umgehend erfolgen. In den Gesprächen mit den Eltern bekommt man wahnsinnig viele Informationen. Auch Infos die man als Trainer nicht erhält. Und die Eltern fühlen sich wertgeschätzt. Das ist sehr wichtig.
Das sind so die ersten Gedanken: Du hast da einige Baustellen vor dir.