Beiträge von ParkerS

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Wir befinden uns hier im "Frustabbau"-Thread. Ich habe nicht um Ratschläge gebeten und wollte, wie es der Sinn in diesem Thread ist, Frust loswerden. Geteiltes Leid ist halbes Leid.


    Elternabend, gemacht. Wer meint ihr, war da? Regeln gibt es auch.

    konschi Entschuldige bitte, wenn ich dich jetzt etwas abwatsche, denn du wolltest mir ja helfen... Aber welche Regeln soll ich da festsetzen, dass man (seine Gegenspieler) nicht beleidigt oder nachtritt? Das Eltern auch Interesse an den Hobbys ihrer 10jährigen Kindern haben sollen? Das die Kinder sich anstrengen müssen? Das man nicht erst für eine Mannschaft zusagt und vor dem ersten Spiel absagt?


    Warum ich mir das ganze antue? Den Kindern bringt es so wahnsinnig viel. Ich habe drei Kinder dabei, die sonst nie Sport machen würden. Ein Spieler hat als Kind nie das Haus verlassen, seit er in der Mannschaft ist, geht der jeden Tag eine Stunde raus und spielt Fußball. Ein Kind ist geistig zurückgeblieben, der wird außerhalb der Schule überall ausgegrenzt. Ein Spieler kommt aus einem ganz üblen Elternhaus. Der Junge hat keine Freunde, bzw. die meisten Eltern verbieten ihren Kindern, mit dem zu spielen. In der Mannschaft hat er seine einzigen zwei Freunde gefunden.

    Um die drei soll es auch nicht gehen, es geht darum was Coach 76 sagt. Die Problemfälle haben Überhand genommen. Und daher bin ich so enttäuscht von den Eltern (vermeintlich) gutem familiären Umfeld kommen und deren Kinder die körperlichen Voraussetzungen mitbringen. Die Leistungsbereitschaft verhindern, die die Erziehung teilweise auf die Trainer abwälzen und die scheinbar ein Bild haben, dass sie mir etwas gutes tun, indem sie ihre Kinder zu den Spielen schicken.


    Fantomas Wie es manchmal bei einem kleinen Dorfverein ist, bin der kommisarische Jugendleiter, weil niemand gefunden wurde, der bereit ist, den Posten zu übernehmen bzw. die drei zwischenzeitlich gefundenen Kandidaten sich als Luftnummern herausgestellt haben. Mit meinem Weggang würde mehr oder minder der komplette Jugendfußball wegbrechen, der wiederum das einzige Sportangebot für Jungen von 7-17 Jahren im Verein ist.


    Vielen Dank für die vielen unertützenden Kommentare. Es ist meine Freizeit. Wenn die Probleme Überhand nehmen, muss man die Reißleine ziehen und auch an sich denken.

    Nach einem Spiel unserer E-Jugend gestern bin ich ziemlich frustriert. Ich kann mir aktuell nicht vorstellen, dass ich diese Mannschaft in der kommenden Saison noch weiter trainieren möchte.


    Ein Spieler (Zwillinge) sagt mir nach dem Spiel, dass sein Vater den beiden gesagt hat, zum Training bräuchte er nicht kommen, ein Spiel in der Woche würde doch ausreichen. Zu Auswärtsspielen kommen die nur, wenn auch der Vereinsbus fährt.

    Im letzten Spiel habe ich einen Spieler vom Platz gemommen, weil er in Halbzeit eins seinen Gegenspieler beleidigt hat, in Halbzeit zwei nachgeschlagen hat. Das war allerdings nicht das erste Mal. Wären richtige Schiedsrichter angesetzt, dann hätte er diese Saison wahrscheinlich schon 6mal rot gesehen (Nachschlagen/Beleidigen). Die Mutter meinte nach dem Spiel, er wäre in der Mannschaft in einer Schublade drin, es wären ja immer die anderen Schuld. Der soll ruhig gehen.

    Ein Spieler wird ausgewechselt, geht zu seinen Eltern und haut sich erst einmal während des Spiels eine Tüte Chips rein. Eine ganze Tüte war es nicht, nach der Wiedereinwchselung hat er seiner Schwester zugerufen, sie solle nicht an seine Chips ran.

    4 Spieler sind so spielschwach, dass die Mannschaft erfolgreicher spielen würde, wenn ich mit zwei Spielern weniger spielen würde. Seit 3 Jahren keinerlei Fortschritte (trotz Training in kleinen Gruppen, vielen Ballkontakten, kaum Wartezeiten). 3 Eltern von denen habe ich seit der Anmeldung des Kindes nicht mehr gesehen.

    Zwei Spieler(innen) haben zu Saisonbeginn noch zugesagt. In sechs Spielen zusammen nur einmal dagewesen. Beim Training sieht es genau so aus.


    Für zwei Spieler aus der Mannschaft tut mir das so leid. Die sind jedes Spiel und Training da, geben immer ihr bestes. Die haben in den letzten drei Jahren eine außergewöhnliche Entwicklung hingelegt. Auch die Eltern schauen immer beim Training und den Spielen zu, wenn sie es einrichten können.

    Kraeheneule Ich denke dieses Forum ist für eine konkrete Anwort der falsche Adressat. Ich würde empfehlen in eurem Kreisfußballverband mit dem Vorsitzenden des Ausschusses für Frauen- und Mädchenfussball zu sprechen oder mit einem Ansprechpartner im Jugendausschuss. Die genauen Regeln werden neben der Spielordnung des Landesverbandes in der Auschreibung des Kreisverbandes festgeschrieben. Bei uns im Kreis helfen die wirklich sehr, da um jedes weitere Mädchen-Team gekämpft wird.


    Bei uns im Landkreis (NFV) können 3 Spielerinnen aus einem höheren Jahrgang in einer jüngeren Mannschaft mitspielen, wenn es keine Mädchen-Mannschaft im höheren Jahrgang in der JSG gibt.


    Wir haben in diesem Jahr auch die erste Mädchen-Mannschaft gemeldet. Wir haben eine Alterdifferenz von 5 Jahren (2011-2015) in einer Mannschaft (die spielen halt bei den älteren Mädchen mit). Das ist aber kein großes Problem, da die Mädchen im Umgang untereinander doch empathischer sind. Ob das bei allen Mädchen-Teams so ist, kann ich aber nicht sagen.

    ruffy85 Krass. "Angebotene" Spieler die freiwillig zum eigenen Verein/Mannschaften wechseln wollen nicht aufnehmen. Das würde ich nur bei zweifelhaften Charaktären machen.


    Wir hatten hier gerade das Treffen aller Jugendleiter im Kreisverband. Alle anwesenden Jugendleiter haben behauptet, sie würden keine Jugendspieler abwerben. Davon zwei, die ich schon bei Abwerbeversuchen auf Sportplätzen beobachtet haben.


    Das Abwerben funktioniert bei uns mittlerweile meist über die Kinder in der Schule oder in Auswahlmannschaften. Da werden eigene Spieler regelrecht von Trainern auf Spieler anderer Mannschaften angesetzt. Danach waschen die Vereine/Trainer/Jugendleiter ihre Hände in Unschuld. Sie hätten nie einen Spieler angesprochen.

    Vom Spielermaterial gehört Deutschland in meinen Augen nicht mehr zu den TOP 10 der Welt. Das war Ende der 90er schon einmal so. Momentan gehören wir aber nicht einmal mehr zu den TOP 20. Und das würde ich auf das Management und die Trainer des DFB zurückführen.

    Früher gab es mal Zeiten, da haben Spieler, die im Verein Probleme hatten sich bei der Nationalmannschaft neues Selbstvertrauen und ihre Form zurückgeholt. Auch das gehört der Vergangenheit an.

    Wer trägt denn die Verantwortung, dass es nicht mhr so ist? Spätestens nach Völlers Aussage, dass man einige Spieler das letzte Mal in der Nationalmannschaft gesehen habe, kann die Mannschaft kein Wohlfühl Oase werden. Im Januar kündigt Völler an, die Fans zurückgewinnen zu wollen und was macht Flick? Er experimentiert. Nach jedem Turnier werden bei den Spielern Sündenböcke gesucht. 2018 war es Özil, 2021 war es Toni Kroos, 2022 war es Thomas Müller.


    Bei der WM haben sich Christoph Kramer und Per Mertesacker im Fernseh-Studio wunderbar gestritten: Mertesacker vertritt immer noch die Position seiner Eistonnen-Rede: Sollen wir gewinnen oder schön spielen. Er vertritt also den ergebnisorientierten Fußball, auch wenn es mal nicht schön ist. (Deutschland hat so mit einer B-Elf 2017 den Confed-Cup gewonnen). Kramer sagt immer wieder, wenn wir weiter so schön spielen, steigt die Wahrscheinlichkeit auf einen Sieg. Das sieht Flick auch so und lässt weiter Ballbesitz-Fußball spielen. 2014 hat es ja geklappt. 2010 hat das bei Spanien auch geklappt. Aber das waren auch vom Spielermaterial die überragenden Mannschaften des Turniers.

    Ich hatte ein Gespräch mit einem Vater-Trainer, der nicht in seinem Heimatverein trainieren wollte, weil sich der Verein nicht um Sponsoren für Trikots kümmert und er um alle Trainingsmaterialen betteln muss.


    Einige Herrenspieler hatte ich auch schon mal so weit, dass sie eine Mannschaft trainieren würden, die wollen aber meistens erst ab C-Jugend einsteigen. Ob sie es auch gemacht hätten.


    Ich bin übrigens total begeistert von der Diskussion hier. Gerade die dem Beitrag Matthias_DU kann ich viel abgewinnen. Für mich habe ich jetzt einmal rausgenommen:

    Man benötigt (einen) Trainer für die Bambinis, der den Ball ins Rollen bringt. Jugendleiter und Trainer versuchen aus der Elternschaft Trainer/Betreuer zu gewinnen (Sollte das nicht funktionieren, verliert man halt auch mal einen Jahrgang.) Die Trainer/Betreuer betreuen die Mannschaft bis zur D-Jugend. Die Trainer werden regelmäßig vom Jugendleiter unterstützt, der sich auch für die Ausstattung der Teams verantwortlich zeigt, bei den Spielen (und Training) Flagge zeigt. Ab der D- oder C-Jugend kommen dann (Nachwuchs-)Trainer ins Spiel, die dann auch eine Aufwandsentschädigung bekommen.


    Das klingt alles so einfach und wird in der Praxis wieder so unendlich schwer. Hat noch jemand Tipps zur Schiedsrichtergewinnung? :P

    Kommt drauf an. Was sind den die Kriterien für die Einteilung der Mannschaften? Geht es da auch um feste Positionen (defensiv/offensiv)? Ist der Spielstil der Mannschaften unterschiedlich?


    Wenn man bestimmte Fähigkeiten sucht, dann würde ich mit ein oder zwei Übungsformen beginnen. Wenn es nur darum geht, die "besten" zu identifizieren, dann nur würden Spiele reichen. 4 gegen 4 klingt sehr gut. Mit zwei Trainern hat man dann doch auch alle Neuzugänge im Blick. ch würde die Spieler grundsätzlich in unterscheidliche Teams packen, die vielleicht noch ein zweites mal mischen. Vielleicht erkennt man da auch schon eine gewisse Chemie zwischen Spielern.

    Kommt es nur mir so vor oder hat sich in dieser Rückrunde das Verhalten von Trainern, Spielern und Eltern zum Negativen geändert. Nach der Corona-Krise hatte ich 1 1/2 gute Jahre mit den Kids. Wir hatten eine hohe Trainingsbeteiligung, fast alle Spieler haben sich weiterentwickelt. Die Spiele waren entspannt, keine Stress mit gegnerischen Zuschauern oder Trainern. Im Gegenteil, man hat sich entspannt nach den Spielen unterhalten. Die Ligen waren ausgeglichen, es gab selten einseitige hohe Ergebnisse.


    Ab der Winterpause ein total gegenteiliges Bild. Fängt bei meinen Mannschaften an. Es haben sich etwa 10% der Spieler weiterentwickelt. Das waren die besseren und jetzt ist die Schere zwischen gut und schlecht noch weiter auseinander geklafft. Die schwächeren Spieler glänzen auch mit einer niedrigen Trainingsbeteiligung, dabei hatte ich sogar extra Sondertraining für die "Anfänger" (damit waren die "Schwächeren" gemeint) angeboten, da war die Beteiligung trotz persönlicher Einladung noch niedriger. Trotz eines großen Kaders hatte ich an einigen Spieltagen, Mühe ein Team zusammen zu bekommen (Schützenfest, Angeln, Geburtstag der Cousine, Eltern arbeiten, zu warm, zu kalt, zu früh, zu spät, Training bei einer anderen Mannschaft (die sind viermal Meister geworden)).

    In den letzten sechs Monaten habe ich kaum ein Spiel erlebt, in dem Trainer oder Zuschauer nicht massiv ins Spiel eingegriffen hätten. Da wurden die Schiedsrichter durch Reinrufen unter Druck gesetzt (leider zum Teil mit Erfolg), Spieler wurden aufgefordert die Gegenspieler absichtlich zu foulen. Spieler wurden nach Fouls von gegnerischen Eltern angeschrien und beleidigt. Bis zu drei Trainern, die nach den 50 Minuten keine Stimme mehr haben dürften. Mannschaften wurden eine Klasse tiefer gemeldet, damit die Spieler mehr Erfolge haben (Aussage eines Trainers). Da wird ein 16:0 schon mal gefeiert. Trotzdem bekommt ein Drittel der Mannschaft nur die letzten 10 Minuten Spielzeit.

    ScuBac Genau. Opportunitätskosten oder Dienstausfall etc. sind dabei nicht berücksichtigt. Es geht (bei den 50€) nur um die tatsächlichen Kosten, die bei mir entstehen. Einkommensschwache potentielle Trainer werden dadurch schon einmal abgeschreckt (u.a. auch Auszubildene, Studenten, Schüler).

    Bei uns im Verein kenne ich alleine zwei Übungsleiter (nicht Fußball) die aufgehört haben, weil der Verein deren Gruppen kein Budget zur Verfügung gestellt hat. Die konnten sich das finanziell erlauben, fühlten sich aber vom Verein ausgenutzt.


    Chris Ein Stück Offtopic: Welche Erfahrungen hast du denn mit 15jährigen Trainern gemacht? Dreimal konnte ich 15jährige überzeugen, als Co-Trainer einzusteigen. Zwei waren Totalausfälle, haben mit den Absprachen, Hinterhertelefonieren,... eher be- als entlastet und einer hat nur ein halbes Jahr durchgehalten, hat das aber in dem halben Jahr sehr gut gemacht, dann wurde es ihm zu viel. Und das waren schon die "vernünftigen" Jugendlichen aus dem Ort. Und in dem Alter muss auch immer noch eine volljährige Person dabei sein, allein wegen der Aufsichtspflicht aber auch wegen der Kommunikation mit den Eltern. Ich kenne bei uns im Landkreis nur drei Beispiele, in denen es mit Jugendlichen (U18) geklappt hat, kann aber sofort 30 Negativbeispiele benennen.


    Wenn Kids das nur des Geldes wegen machen würden, dann würde ich denen empfehlen, Schiedsrichter zu werden, da bekommen die das 3 bis 4fache für den gleichen Aufwand. Goodie Ich kann mir daher nicht vorstellen, dass die Aufwandsentschädigung das einzige Argument sei.

    Pfiffiges Konzept ist übertrieben: Die Westseite unseres Sportplatzes ist bepflanzt. Das Jugendtraining findet meistens im Schatten statt. Die Herren Mannschaften trainieren eher auf der Osthälfte zu einer späteren Tageszeit. Das liegt aber eher daran, dass es näher am Vereinsheim ist. Da Vereinsheim liegt morgens und mittags im Schatten und ist daher abends angenehm kühl. Insgesamt gibt es viele Bäume auf unseren Sportplatz, was die ihn etwas kühler als die Umgebung macht. Wir werden künftig auch an unserem Baumbestand arbeiten: Totholz entfernen und neue Bäume pflanzen.


    Im kommenden Sommer werden wir die Anstoßzeiten im Vorfeld auf den frühen Vormittag oder späten Abend verscheiben. Diese Saison hatten wir häufig Glück, dass die Spiele genau zu diesen Uhrzeiten angesetzt wurden. Das haben wir unter den Jugendtrainern bereits besprochen.


    Im Sommer mache ich gerne einmal ein Training, bei dem die Kinder Wasserpistolen und Wasserbomben mitbringen dürfen. Andere Trainer verlegen das Training auch schon einmal in das Schwimmbad, mir ist das wegen der Aufsichtspflicht aber etwas zu heikel.


    Uns macht gerade vor allem das Wasser zu schaffen. Die Plätze werden vor allem nachts bewässert vor allem bei Windstille, um Verwehung und Verdunstung zu vermeiden. Wir wollen so schnell wie möglich im Boden versenkbare Beregnungen installieren, weil wir das Wasser dann noch effizienter einsetzen können. Wir nutzen Grundwasser und haben unser Kontingent die letzten drei Jahre überschritten.

    Vielen Dank für den Thread. Das ist auch das Thema, wass mich momentan sehr beschäftigt. Die Voraussetzungen bei uns und dem Augangsthread sind sehr ähnlich: JSG und ländlicher Raum.


    Ich bin in drei Funktionen bei uns tätig: Als Jugendkordinator sah ich uns auf einen ganz guten Weg zu einer besseren Zusammenarbeit. Ich habe viele Gespräche geführt, mit Trainern und Jugendleitern aus den Vereinen, viel am gegenseitigen Vertrauen gearbeitet. Die Hälfte der Vereine hat nun neue Fußballvorstände und/oder Jugendleiter. Nun stehe ich fast wieder bei null. Für mich hat sich das Thema JSG damit erledigt, da momentan Einigkeit herrscht, dass jeder Verein lieber sein eigenes Süppchen kocht.


    Als Mitglied im Vorstand möchte ich hier mal eine Lanze für Vorstandsmitglieder brechen. Auch die machen das alles ehrenamtlich und unentgeltlich. Die Aufgabe des Jugendleiters kann es nicht sein, den Trainern alle unliebsamen Aufgaben abzunehmen. Aufgabe des Vorstandes ist es, Strukturen und Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Suche nach neuen Trainern ist nicht nur Aufgabe des Jugendleiters, darum sollten sich alle Vereinsmitglieder bemühen. Einige Trainer haben die Erwartungshaltung an den Vorstand, die sie bei den Eltern gegenüber den Trainern kritisieren.


    Bei meinen (erfolglosen) Bemühungen neue Trainer zu finden, habe ich den potitiellen Trainern immer versucht mehrer Möglichkeiten mitzugeben. Sie hätten als Chef-Trainer oder Co-Trainer einsteigen können, alle administrativen Aufgaben wären ihnen auf Wunsch abgenommen worden. Für die C-Jugend, die regelmäßig Meister wird, hätte ich Trainer gefunden (Da möchte der alte Vater-Trainer aber auch weiter machen.). Für die weniger erfolgreiche D- und E-Jugend oder die neu gegründete Mädchenmannschaft hagelt es Absagen.


    Für 50€ im Monat Aufwandsentschädigung alleine, würde niemand den Trainerjob übernehmen. Das drückt aber zum einen eine Wertschätzung für den Trainer aus, zum anderen ist das ungefähr der Betrag, den mich meine Trainertätigkeit im Monat etwa kostet (Spritgeld, Weiterbildung, Give-Aways etc.). Ich bin der Meinung, dass kein Trainer mit einem finanziellen Minus aus seiner Tätigkeit herausgehen sollte. Neben einer Aufwandsentschädigung sind aber andere Faktoren die hier bereits genannt wurden (Sichtbarkeit, Trainingsmaterial, vernünftige Sportstätten, Trainersitzungen, etc.). Und! (das ist ein riesiges Problem in meinem Verein) Zusagen müssen eingehalten werden.

    Bei allen guten Argumenten hier, dass Wechsel von Jugendlichen und jungen Erwachsenen normal seien, darf man nicht vergessen, dass auch die Trainer emotional sein dürfen. Darum geht hier doch auch im Frustabbau(!) Thread. Und Enttäuschung gehört auch dazu. Man baut über mehrere Saison eine Mannschaft auf, entwickelt Spieler und innerhalb von ein, zwei Wochen wird man komplett zurückgeworfen. Ich kann den Frust von Charles De Goal voll nochvollziehen.


    Bei Goodie ist es auch etwas anders, wenn ich das richtig mitbekommen habe, gibt sie die Kids jedes Jahr, spätestens jedes zweite Jahr, die wieder ab. Ihr Ziel ist es die Spieler- und Spielerinnen in einem Jahr möglichst gut zu entwickeln.

    Bei Charles De Goal ist das ganz anders und er möchte die Erfolge (auch seine eigenen) verstetigen. Denn nicht nur Spieler wollen möglichst alle Spiele gewinnen, auch die Trainer. Vielleicht sollte er aber die Einordnung in eine schwächere Staffel überlegen, es sei denn die drei Spieler waren in dem Team die absoluten Überflieger.


    Ich teile übrigens let1612 's düsteres Bild des Fußball. Das jugendliche Spieler nicht immer rational denken, hat Goodie ja richtig dargestellt. Aber dann sind doch die Trainer und Vereine gefordert, nicht die Jungs von den anderen Vereinen abzuwerben. Das ist ja für einige hier im Thread scheinbar ganz normal. Wenn einzelne Spieler absolute Überflieger sind, dann macht es ja Sinn. Und die Spieler und die Eltern sollten aber auch erkennen, was für Folgen der Wechsel für seine Mitspieler hat. Ich könnte aus dem Stehgreif jedes Jahr zwei Mannschaften nennen, die in unserem Kreis nennen, die wegen der abwerbung von anderen Vereinen auseinander gebrochen sind, mit der Folge, dass die halbe Mannschfat dem Fußball den Rücken zugekehrt haben.

    Ich habe mich heute in den Mädchen Fußball und speziell in unsere temporäre Mannschaft verliebt. Die Mannschaft sollte es eigentlich nur für diese eine Turnier geben.


    Turnierletzter geworden, aber das war mir noch nie so egal wie heute. Spielerisch war das Turnier auf mittelmäßigen Niveau. Ich glaube aber das es in der Alterklasse 1-2 Jungenteams gibt, die bei diesem Turnier den letzten Platz belegt hätten. Die Fairness während des ganzen Turniers (außer ein Trainer): In 10 Spielen, die ich gesehen habe, ein Foul.


    Und unsere Mädchen: Wir waren 9 Stunden unterwegs. Ich habe einmal gemeckert. Die Mädchen haben nicht ein schlechtes Wort untereinander gewechselt. Und man haben die miteinader gefeiert. Hätten die Eltern die Kinder nicht vom Treffpunkt abgeholt, würden die wahrscheinlich immer noch tanzen, singen und feiern.

    Ich kann nur immer wieder Danek sagen für diesen Thread.


    Aktuell überwiegt bei mir der Frust am Jugendtraining und da hilft es enorm auch einmal von Problemen zu hören die nicht meine sind. (Bin ich deswegen ein schlechter Mensch?) Die meisten Probleme lassen sich bei mir auf die Unzuverlässigkeit/Unwissenheit der Eltern zurückführen. Das ist ja auch keine neue Erkenntnis.


    Pele10 Ich hatte eine problemmannschaft, die auch auseinander zu fliegen drohte. Hohes Leistungsgefälle, fehlende laufbereitschaft, Stinkstiefel im Team, Mangelnde Selbstkritik, Erfolgslosigkeit. Das hat sich alles etas gedreht, als ich begonnen habe im Mannschaftsbus als Mannschaft zu den Spielen zu fahren und auf der Fahrt richtig Party zu machen. Das Team ist jetzt deutlich zusammengerutscht, Stinkstiefel Nr. 1 ist der Mannschafts-DJ, spielerische Erfolge stellen sich mittlerweile auch ein. Bei einem anderen Team klappt das aber leider nicht.


    Coach1976 Mich würde einmal interessieren, wie du Vereinsidentifikation erzeugen willst, ohne die Mannschaften hoch zu hängen. Ich habe eher die Beobachtung gemacht, dass Vereinsidentifikation im Fußball vor allem aus dem Zusammenhalt in der Mannschaft entsteht. Das mag später im höheren Alter passieren, wenn die 1. Herren mal anklopft.


    Hakendran Ich habe einen Spieler bei mir, der scheinbar wirklich extrem dumm ist. Der treibt mich jede Woche zur Weißglut. Der hat mit 12 un 3 Jahren in meinem Team immer noch nicht begriffen, was Abwehr oder Sturm ist. Wann Ecke oder Einwurf ist. Mit links oder rechts brauche ich nicht kommen. Der benimmt sich meistens ordentlich, aber zerstört fast jede Trainingseinheit, weil er auch im xten Durchgang die Übung nicht kapiert hat (die anderen verstehen das i.d.R. auf Anhieb, selbst der Ukrainer, der kaum deutsch spricht). Manchmal hat der Junge aber Geistesblitze und vernascht 5-6 Gegenspieler. Für mein Gemüt wäre es besser, den aus der Mannschaft zu nehmen, aber er hat ein Anrecht auf Training und Spiele, wie jeder andere Spieler auch.

    Heute hatte ich wohl das schlimmste Hallenturnier, das ich je erlebt hatte:


    Fing in der eigenen Mannschaft an: Keine Negativrückmeldung von Spielern, die nicht da sind. Ich musste bei vielen Nachfassen. Ein Spieler ist einfach nicht gekommen, obwohl er am Vortag noch zugesagt hatte. Ein Spieler hatte den falschen Wochentag im Kopf. Ich habe es nicht rechtzeitig zum Treffpunkt geschafft. Daher hat ein Spieler (D1) das Navi bedient und den falschen Ort eingegeben. Damit wir es noch rechtzeitig schaffen, mussten sich die Spieler auf der Fahrt umziehen.

    Die Spieler haben an ihre Leistungen im Training unter Woche angeknüpft. (Am Montag habe ich leistungstechnisch das schwächste Training in meiner Trainerzeit erlebt.) Soweit zu dem "selbstverschuldeten" Chaos.


    Aber was sonst in der Halle abging, hat mich absolut sprachlos gemacht. Die Trainer von 3 der 6 Mannschaften sollten in meinen Augen lieber ihr Amt niederlegen. Es wurde so laut geschrieen, dass die Schiedsrichterpfiffe kaum wahrgenommen wurden. Eigene Spieler wurden regelrecht zusammengefaltet. Selbst bei hohen Führungen wurden die Kinder angepeischt (sehr lautstark) auch noch das 7:0 oder 8:0 zu erzielen. Ein Trainer war beim Spiel (seiner Mannschaft) so im Tunnel, dass er einen Spieler von mir beim Betreten der Halle (um in die Umkleide zugelangen) rausgeschubst (!) hat. Positiv war eigentlich nur, dass alle Schiedsrichterentscheidungen akzeptiert wurden.


    Die Krönung für mich aber: Staffelleiter und die besagten 3 Trainer, meinten wir hätten unsere Mannschaft nicht melden dürfen, weil die viel zu schlecht spielen würden. Dieser Satz ist gefallen, als meine Spieler gerade bei der Turnierleitung vorbeigegangen sind. Wir waren/sind der Underdog, dass war uns bewusst und mit Ausnahme von 2 Spielen haben wir auch mächtig Haue bekommen. Die Jungs wollen aber Wettkämpfe haben. Ich würde die Spieler auch lieber einen Jahrgang tiefer spielen lassen. Das lassen die Regeln aber leider nicht zu.

    Goodie Jaja, der dicke Paul. Wäre auch immer ein eigenen Eintrag im Thread wert. Lauffaul, foult, beklagt sich über Schiris, möchte ständig diskutiern, beleidigt Mitspieler, unzuverlässig, sein Team verliert immer die Trainingsspielchen, weil er immer in die schlechtere Mannschaft gesteckt würde und aufgrund seines Volumens muss immer ein Sondertrikot besorgt werden. So ein Exemplar habe ich auch.

    Aber sonst nein, in meinem Team ist der Wunsch gegen schwächere Teams zu spielen sehr ausgeprägt. Könnte aber daran liegen, dass mehr als 2/3 der Spiele veloren wurden und teilweise Teams versucht haben, uns regelrecht abzuschiessen.


    hoeness2 Bei besagten Spieler der gerade gewechselt ist habe ich auch überlegt ihn einen Wechsel zu raten, vor dem Hintergrund, dass er bei mir nie sein volles Potential abgerufen hat. Vielleicht hilft bei ihm etwas Konkurrenzdruck. Ich hatte auch einmal einen Spieler zu deren Eltern ich gesagt habe, dass ich dem Spieler nicht mehr im Mannschaftstraining viel beibringen könnte, weil er bereits technisch und von der Spielintelligenz sehr fortgeschritten war. Ein Mädchen hat im NLZ gespielt und ich habe ihr eine andere stärkere Jungenmannschaft vermittelt, in der sie mit Zweitspielrecht spielte.


    Aber das sind die Ausnahmen, ansonsten rate ich immer allen Spielern vor einem Wechsel ab. Ich bin im Breitensport unterwegs. Und mehr als die Hälfte der "Top-Spieler" landen, wenn sie durchhalten, später in der Kreisliga. Der Weggang der Topspieler, die ja meistens auch die Führungsspieler sind, führt nicht selten zu einem Auseinanderbrechen der Mannschaften. Das beobachte ich jährlich mindetens 3-4 mal bei uns im Landkreis.

    Ich möchte eingangs noch einmal erwähnen, dass es um Frustabbau ging. Und es frustet schon, wenn man regelmäßig durch Spielerwechsel (ergebnistechnisch) zurückgeworfen wird.


    ScuBac Bis einschließlich U12 wird bei uns nur bis zur Kreisliga gespielt. Je nach Jahrgang gibt es 2-3 Ligen. Und bei den Wechseln ist es doch sehr auffällig, dass die Spieler nicht zum 3- oder 5-platzierten Team wechseln, sondern zum Serienmeister oder dem engsten Verfolger.


    Constantin Ein klares "Jein". Ich denke, dass viele schwächere Spieler aufhören, weil sie nicht auf genügend Einsatzzeiten kommen und/oder zu wenig Erfolgserlebnisse (Siege) haben. Wenn dieser Aspekt eliminiert werden könnte, würde der Drop-Out schwächerer Spieler nur geringfügig niedriger sein. Während der erste Teil meiner Aussage empirisch nachgewiesen ist, handelt es sich beim zweiten lediglich um eine These.

    Ob es im Jugenfußball leichter ist, eine Spitzenmannschaft zusammen zu halten, bezweifle ich. Denn es gibt immer eine noch bessere Mannschaft, die dann diese Spieler (mit niedriger Vereinsbindung) wieder einsammelt. Das ist dann Karma :) .


    Coach1976 In Ballungsgebieten gebe ich dir Recht (unter der Einschränkung von Goodie, ob Leistungssport schon im Kinderfußball beginnen sollte). Im ländlichen Raum führen die Spielerwechsel der Leistungsträger aber häufiger zur Auflösung der ganzen Mannschaft.

    Und sind wir doch mal ehrlich: am meisten Spaß macht es, wenn man mit und gegen ähnlich gute spielen kann.

    Die Aussage ist zu pauschal. Ich behaupte mal (mein persönlicher Eindruck) weit mehr als die Hälfte der Kinder möchte lieber hoch gewinnen als gegen gleichstarke Mannschaften zu gewinnen.


    Es kostet eine Menge Energie/Zeit die Spieler nach (teilweise deftigen) Niederlagen wieder aufzubauen. Daran scheitern auch viele Trainer/Mannschaften. Gerade im Kinderfußball verschwinden (in unserer ländlichen Region) vor allem die Mannschaften die in den Spielen weniger erfolgreich abschneiden.

    Und schon wieder ein Abgang. In meiner 2011er Mannschaft. Jedes Jahr verliere ich einen der Top3 Spieler aus meiner Mannschaft. Die Mannschaft hat sich gut entwickelt: vom einstigen Kellerkind ins obere Mittelfeld. Kaum zeigen sich bei den Spieler erste Erfolge, dann geht es zum Ligaprimus.