Es läuft einfach schlecht mit meinem Co-Trainer. Ich befürchte, es gibt nur noch eine Lösung um aus der Zwickmühle zu kommen...
Unsere Spielphilosophien liegen meilenweit auseinander: Ich halte es nach dem DFB-Motto: Den Kindern den Fußball wieder zurückgeben. Daher coache ich bei Spielen der U8 recht passiv. Die Kinder sollen selber entscheiden, wie sie spielen. Ich habe die Eltern auch darauf aufmerksam gemacht, dass meine Passivität auch so gewollt ist. Von Spiel zu Spiel bemerke ich, wie mein Co-Trainer immer lauter wird, im letzten Spiel (war für ihn ein kleines Derby wegen Freundschaften seines Sohnes) wurde beinahe bei jedem Spielzug lautstark der Pass gefordert. Spieler wurden zurückbeordert, obwohl ich als Marschroute ausgegeben habe: Alle greifen an, alle verteidigen.
Zudem habe ich allen Eltern klar gemacht, dass für mich die Ergebnisse zweitrangig sind (natürlich ist es schöner, wenn die Kinder gewinnen). Was heißt klar gemacht...Die Eltern haben das sogar gefordert, die hatten nur befürchtet, dass das von mir nur Lippenbekenntnisse wären. Das sieht mein Co-Trainer etwas anders. Ich hatte in einem Gespräch auch mal angedeutet, das er befürchtet, dass sein Sohn in der Mannschaft nicht genügend gefördert würde. Der ist auch der zweitbeste Spieler und sehr aufs Gewinnen fixiert.
Da mir gerade die "leistungsschwächeren" sehr am Herzen liegen, gibt es zwischen uns ein unausgesprochenes Arrangement, dass ich ich meistens die schwächeren Spieler betreue und er die stärkeren. Ich lasse die Kinder eigentlich immer selber entscheiden, in welcher Gruppe sie die Übungen machen. Ich gehe dann meistens zu den schwächeren. Heute habe ich mich allerdings ein bisschen geärgert, dass er diesmal die stärkeren Spieler in seine Gruppe gerufen hat, eigentlich sollten die Kinder sich eigenständig aufteilen. Die Übung war ohne Gegenerdruck, also wäre eine Aufteilung nach Leistung nicht notwendig (habe ich aber vorher auch nicht kommuniziert). Dann wieder der Crash unserer Philosophien. Ich habe die Kinder motiviert, eigene Entscheidungen zu treffen, in der anderen Gruppe wurde den Kindern vorgegeben, dass sie zu passen hätten.
Unsere Kommunikation funktioniert nicht: Mit Sicherheit meine Achillesverse. Ich kann nicht wirklich gut delegieren. Mache zuviel allein. Ich habe den Grundablauf aller Trainingseinheiten bereits geplant, allerdings sind das Notizen für mich. Ich habe auch schon einmal angeboten die weiter zu geben. Wurde abgelehnt. Zu Trainingsbeginn fragt mich mein Co immer, was wir denn heute machen. Ich nenne den Schwerpunkt und beginne den Aufbau. In der Regel baue ich die Stationen eigentlich immer zweimal auf, so dass ich die erste Aufbaue und mein Co-Trainer die zweite nachbaut. Das ärgert den schon. Aber ich werde den Aufbau nicht immer detailiert auf Papier bringen.
Ich habe als zweite Einheit in der Woche, eine Ball-Spielstunde in der Halle angeboten. Die Kinder sollten hier auch andere Ballspiele außer Fußball lernen. Korbball, Völkerball, Handball und einfache Ballschule. (Das Interesse war leider sehr gering, es waren immer nur die 3-4 selben Kinder da.) Mein Co und sein Sohn waren nie da, haben sich auch nie abgemeldet, als einzige in der Mannschaft.
Ich habe schon zu Saisonbeginn angekündigt, dass ich nicht die außerfussballerischen Aktivitäten der Mannschaft organisieren werde, dass soll aus der Elternschaft passieren. Die Elternschaft ist zwar sehr gut. Keine Diskussionen, zuverlässig, akzeptieren die FairPlay-Regeln, ich habe nie Probleme, wer die Wäsche mitnimmt. Aber Veranstaltungen wie Weihnachtsfeier, Abschlussfeier, Besuch eines BuLi-Spiels initiere ich alle. Jetzt wollte ich ein Blitzturnier organisieren. Mir ging es darum, dass die Spieler aus meiner Mannschaft gegen Mannschaften mit vergleichbarer Stärke spielen. Ein Catering wollte ich nicht machen. Zwei Tage vor dem Turnier schrieb eine Mutter, dass ein Catering doch gut wäre. Es meldeten sich schnell 4 Mütter, die helfen wollten. Ich war froh, dass endlich Eigeninitiative entstand. Was folgte war ein Telefonat mit meinem Co-Trainer. Der schrieb daraufhin eine Nachricht in unsere WhatsApp-Gruppe, dass ICH das Thema Catering wohl verdrängt hätte.
Heute habe ich eine Nachricht an alle Eltern geschrieben. Eigentlich dasselbe, was ich schon zu Saisonbeginn gesagt habe + die Veränderung des Trainings, die wir im Laufe der Saison schon begonnen haben. Z.B. zwei Gruppen im Training (Die Mannschaft ist in einem halben Jahr von 9 auf 17 Spieler gewachsen), gleiche Spielzeiten für alle Kinder (das ist ja schon ein Unterschied zwischen 9 und 17 Spieler), dazu noch einen Terminplan mit allen Trainingseinheiten der Restsaison. Neu ist eigentlich nur die Idee mit einem Nachbarverein häufiger kleine Funino-Turniere auszutragen (wenn das erste gut läuft...). Einen Termin habe ich da erst ausgemacht. Nun beschwert sich mein Co-Trainer, dass ich mal wieder nicht mit ihm gesprochen habe.
So, leider ein wirklich langer Text. Aber ich wollte vor allem meinen Frust einfach mal niederschreiben. Daher hier und kein eigener Thread. Bei Bedarf kann der Beitrag aber auch in einen eigenen Thread verschoben werden...