Beiträge von Charles De Goal

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    Leidiges Thema Platzbelegung:


    Nachdem es in den vergangenen Jahren immer wirklich schwierig war, an einem Tisch über Trainingszeiten zu sprechen (jeder Trainer ist sich selbst der wichtigste und braucht genau seine Trainingszeiten und kann auch nicht davon abweichen), habe ich mir das in diesem Jahr anders überlegt: Jeder Trainer schreibt mit persönlich, wann er trainieren MÖCHTE und ich mache daraus einen Plan. Ausweichplätze haben wir dadurch, dass wir JSGs mit einem Verein haben, der zwei Rasenplätze hat. Um alles zu vereinfachen, gibt es drei Trainingszeiten pro Tag (16:30; 18 Uhr und 19:30), zu denen die Teams beginnen können. Diese gelten bei uns schon seit einigen Jahren und sorgen einfach dafür, dass Ordnung ist und eben jeder Zeiten hat, an denen er sich orientieren kann. Guter Plan eigentlich, weil man allen gerecht werden kann und garantiert ist, dass sich nicht die gleichen Trainer wie jedes Jahr um ihre Lieblingstrainingszeit streiten!


    Dachte ich...


    Kaum hatte ich in unserer Trainergruppe darum gebeten, hatte ich die ersten Nachrichten. Zwei Trainer haben mir wie aufgefordert geschrieben, wann sie trainieren wollen. Zwei weitere haben mir ihre Vorbereitungspläne geschickt und dazu gesagt, dass sie die auch noch anpassen können, falls was nicht passt.

    Und dann kam unser Vorsitzender: Er möchte lieber persönlich darüber sprechen und möchte das mit den festen Zeiten so nicht haben, weil er sich nicht vorschreiben lassen möchte, wann er trainiert. Er möchte flexibel bleiben und nicht so starre Zeiten haben.

    Ich habe ihm dann zunächst schriftlich erklärt, dass wir nunmal irgendeine Orientierung brauchen und es purer Blödsinn ist, dass sich C-, B-, A-Jugenden und Seniorenmannschaften danach richten müssen, dass die F-Jugend Montags eine halbe Stunde später anfängt als Mittwochs. Wenn jemand erst um 17 Uhr anfangen kann, dann trainiert er halt von 17 Uhr bis 18:30 und blockt dann halt zwei Zeiten. Aber ein sauberes System komplett über den Haufen werfen, weil jemand Montags länger arbeiten muss und dann Anarchie schaffen - davon halte ich überhaupt nichts.

    Ich habe ihn dann angerufen, um es ihm persönlich zu erklären, aber es ging meiner Empfindung nach von seiner Seite weniger darum, eine Lösung zu finden, sondern einfach nur darum, das zu torpedieren. Ich habe ihm genau das zugesagt, was er gefordert hat: er kann trainieren, wann er will, dann würde ich halt nur zwei Zeiten dafür blocken - dann kann er machen, was er will. War dann aber auch wieder falsch, weil es ja noch andere betreffen KÖNNTE.


    Ich habe ihm angeboten, dass er sich dann um die Zeiten kümmern könnte, wenn er bessere Ideen hat. Denn offenbar wäre ja meine entweder falsch gewesen oder zumindest diskriminierend gegenüber Trainern, die mal länger arbeiten müssen. Antwort war "...und dann einfach hinschmeißen und gar nichts machen, tolle Einstellung!"


    Da bringt man sich ein, versucht faire Lösungen zu finden und es allen Recht zu machen, und es ist wieder falsch. Diese Gesellschaft heutzutage ist echt zum kotzen. Wie anfangs erwähnt: jeder ist sich selbst der wichtigste und wehe, jemand hat das Gefühl, dass er zu kurz kommt. Ich hätte mich gefreut, wenn er mir eine Alternative vorgeschlagen hätte, diese Platzbelegung zu koordinieren. Nein, es hieß nur "das ist falsch, das müssen wir anders machen, das können wir so nicht machen" - aber wie sonst?


    Ich habe den persönlichen Diskussionsteil, der eben bei Trainersitzungen Zeit und Energie kostet, auf eine persönliche Nachricht gekürzt und beachte jeden Wunsch bei der Einteilung. Am Ende kommt man wahrscheinlich zum gleichen Ergebnis, aber ohne Streit und Diskussion.


    PS: Wie läuft das in euren Vereinen mit der Platzbelegung?

    Das Problem war mir seit letztem Jahr bekannt, ich habe zu Beginn dieses Jahres in mehren Einzelgesprächen mit den anderen Trainern des Jahrgangs 2009 und mit der Jugendleitung darauf hingewiesen, letztere hat das zum damaligen Zeitpunkt aber nicht interessiert. Dann kam Corona und wir haben danach wieder Mitte Juni drüber gesprochen.


    Was ich mir vorwerfe ist, zu wenig politisch gehandelt zu haben. Ich hätte von Anfang an sagen müssen: Ich mache nur als Trainer weiter, wenn ich einen hinreichend großen Kader habe. Wenn ich das jetzt mache, drücke ich mich vor der Verantwortung und lasse meine restlichen Spieler im Stich.

    Wer ist denn in eurem Verein für Spielerakquise zuständig?


    Allerdings ist die Spielerzahl ja im Verein offenbar nicht das Problem, nur in deiner Mannschaft. Und das kommt daher, dass andere Trainer Spieler aus deinem Jahrgang bei sich haben.


    Das heißt, es müssen gar keine neuen Spieler gesucht werden, sondern es muss nur intern etwas verschoben werden, was auch noch bei der Differenz der Kadergröße total logisch wäre!

    Und hier hat ja zuerst sogar ein Gespräch stattgefunden, indem auch nicht das Blaue von Himmel versprochen wurde.

    Wie gesagt: das ist ja keine pauschale Aussage oder Verurteilung. Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das so laufen KANN.


    "Ihm könne zwar noch kein Stammplatz garantiert werden, aber bei seinen Qualitäten spricht nichts dagegen, dass er den bis zum Saisonbeginn hat" ist natürlich so eine Sache... Man suggeriert eine tolle Chance, aber verspricht letztlich eigentlich gar nichts. Das soll keine Unterstellung sein, aber die Aussage kann jeder Verein gegenüber 20 Spielern treffen und die Hälfte hat halt Pech gehabt.

    Beim Gespräch mit dem höherklassigen Verein wurde uns noch einmal gesagt, dass sie unseren Sohn jetzt schon länger beobachten und ihn auf jeden Fall haben möchte. Ihm könne zwar noch kein Stammplatz garantiert werden, aber bei seinen Qualitäten spricht nichts dagegen, dass er den bis zum Saisonbeginn hat. Bei diesem Gespräch wurde er dann zu einem Mannschaftstraining eingeladen, damit er das halt mal mitmacht, die Jungs kennengelernt etc.. Darüber haben wir dann übrigens den Trainer und Jugendleiter sofort informiert.

    Dabei wäre ich vorsichtig, das erzählen manche Vereine auch nur jedem Spieler, um sich attraktiv zu machen.


    Ein höherklassiger Verein bei uns in der Umgebung hat das einem Spieler am Telefon erzählt und dann beim Probetraining gemerkt, dass sie den falschen Spieler eingeladen haben.

    Der gleiche Verein hat diese Geschichte ("schon lange beobachtet", "super Qualitäten" und "könntest einen Stammplatz haben") bei 3 Spielern unseren Vereins innerhalb eines Jahres abgezogen und Ende des Liedes war, dass zwei inzwischen mit dem Fußball aufgehört haben und einer dort in der dritten C-Jugend spielt, weil sie nämlich nicht lange beobachtet wurden, nicht super Qualitäten haben und keinen Stammplatz bekommen haben.


    Mir ist klar, dass nicht jeder Verein so agiert und dann sein Wort nicht halten kann. Aber würde dein Sohn hingehen wollen, wenn sie ihm sagen würden "wir haben ihn jetzt einmal gesehen", "er ist ganz gut" und "Er soll Ergänzungsspieler sein"? Was ich damit sagen will: Höherklassigen Vereinen ist jedes Mittel Recht, an gute Spieler zu kommen. Und am Ende zählt nunmal der einzelne Spieler nicht so viel wie die Leistung der Mannschaft. Kein Trainer will in einem großen Verein derjenige sein, der aus der Landes- oder Bezirksliga absteigt und das Gespött der anderen Trainer werden. Da steht der Spieler auch mal hinten an und wird fallengelassen.


    Es wird schon einen Grund haben, warum es höherklassige Vereine gibt, die jedes Jahr 10-20 Spielern pro Jahrgang sowas schreiben. Dafür müssen ja auch 10-20 Spieler den aktuellen Kader verlassen.


    PS: Frag doch mal, welche Qualitäten sie bei ihm beobachtet haben und seit wann sie ihn bei welchen Spielen beobachtet haben! Wenn sie dir dann Blödsinn erzählen oder ausweichen, dann weißt du Bescheid, wie ernst es ihnen ist!

    Wer würde in so einer Situation denn als Trainer noch weitermachen?

    Das darfst du jetzt nicht falsch verstehen: Aber seit wann ist das Problem bekannt? Hat sich das erst Anfang Juli ergeben? Oder hat sich das schon im Winter (oder vielleicht schon im letzten Sommer) abgezeichnet?


    Hätte man von Vereinsseite nicht viel früher reagieren müssen? Wäre es nicht grundsätzlich einfacher, dieses Thema ohne Stress im Januar/Februar zu klären als jetzt unter Druck in der Sommerpause?

    Meiner Erfahrung nach sind das Problem bei diesen Zuteilungen Trainer, die sich nun wirklich alle Optionen und Möglichkeiten offen halten wollen. So nach dem Motto: Spieler xy spielt zwar eigentlich nie in meinem tollen großen Kader, aber am 8. Spieltag könnten ja mal ein paar Stammspieler gleichzeitig fehlen und eventuell kann ich ihn dann brauchen. Und besser ich habe ihn dann zur Verfügung als dass der Junge jeden Spieltag in der Zweiten eingesetzt werden kann.

    Ich finde jeder Jugendtrainer sollte in der Lage sein, Abstriche im Tabellenziel zugunsten der Spielmöglichkeiten und Spielanteile aller Spieler zu machen. Ansonsten ist man einfach kein guter Jugendtrainer, egal was man sonst draufhat.

    Es kann auch den Grund haben, dass die C2-Trainer gerne im Trainingsbetrieb gruppentaktisch trainieren wollen und große Spielformen (bis hin zum 11 gegen 11) planen.


    Bei solchen Schilderungen fehlt natürlich immer die andere Seite: Vielleicht haben die Jungs es auch dort in dem großen Kader gut! Ich habe selbst eine D1-Saison mit einem 24er Kader bestritten (zu wenig für 2 Mannschaften, zu viel für eine) und habe jede Woche zusätzlich ein Freundschaftsspiel gemacht. In der Meisterschaft sind wir fast Kreismeister geworden und auch die Freundschaftsspiele mit den "schwächeren" Jungs waren allesamt erfolgreich (nicht nur vom Ergebnis, sondern vor allem vom Lernerfolg).

    Ich würde zusammenfassen, dass man auch (mit viel Mühe und Einsatz) einem so großen Kader gerecht werden kann.


    Hier muss man aber ganz klar aus Vereinssicht sehen: Der Kader ist zu groß im Vergleich zu der Mannschaft, die er schwächt. Hier muss im Sinne des Vereins eine Aufteilung der 08er in der C2 stattfinden.


    Die Frage ist: Es scheint ja noch eine C1 zu geben: Wie ist die aufgestellt? Gibt es dort nur 06er oder auch 07er?

    Charles De Goal : ich kann deine Argumentation verstehen und ich übernehme sie selbst beim Torschuss in dem Alter (G - F-Jugend), aber beim Passspiel möchte ich da zu bedenken geben, dass Kraft für mich nicht unbedingt ein Argument ist - eher die falsche Ausrüstung (einen Tennisball schießen z.B. schon die Kleinsten durch eine Länge der Turnhalle; mit Miniball und Ballgröße 3 ist die Entfernung spätestens in der F-Jugend kein Thema mehr). Und von der Feldgröße gibt es auch im FUNino 20m als Entfernung.

    Ich würde da eher das Argument der Einschätzung von Entfernungen und Geschwindigkeiten in diesem Bereich einbringen (Stichwort Fahrradprüfung erst in der 4. Klasse)

    Die Kraft mag da sein, aber ist es dann auch eine richtige und saubere Technik?


    Soll Kindern die Technik vermittelt werden oder sollen sie einfach nur weit passen können?


    Für mein Verständnis kommt die Kraft mit dem Alter von allein, die Technik muss der Grundstein sein.


    Und nichts wäre schlimmer, wenn Pässe über 20 Meter gespielt werden sollen und 80% der Kids mit voller Wucht an den Ball wemsen, nur damit er überhaupt soweit kommt, wie der Trainer fordert. Ich bin nachher am Platz, wenn unsere G- und F-Junioren trainieren. Da schaue ich mir mal an, wie weit die Jungs mit 3er Bällen kommen und wie die Technik dabei aussieht. Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, aber ich glaube, dass in dem Alter Pässe über maximal 8 Meter (+/-4 Meter für unterschiedliche Passlängen) am besten Technik lehren und alles, was darüber hinausgeht, zu unsauberer Ausführung führt und das wäre nicht zielführend!

    Was ich interessant finde: warum sind wir so konditioniert, dass beim Thema Passspiel jeder gleich an Flachpässe mit der Innenseite über 8-10m denkt? Und Flachpässe wird dann auch oftmals mit Kurzpässe gleich gesetzt. Pässe die manchmal auch den Namen "einfache" Pässe bekommen. Wer spielt diese Pässe und wie häufig? (in dem Blogbeitrag "Pässe aus der Defensive" werden die Pässe von Innenverteidigern analysiert).

    Habe kürzlich eine Grafik gesehen in der die durchschnittliche Passentfernung von Vereinen aufgeführt war. Wolfsburg war bei ca. 20m und Bayern so viel ich noch weiß bei ca. 18m - der Bereich lag so zwischen 16-21m. D.h. es werden nicht nur Kurzpässe beim Fußball gespielt.

    Guter Punkt: Natürlich sind diese Kurzpässe und Flachpässe zum erlernen der Technik von Kindern total sinnvoll. Die Kraft und der Körperbau sind natürlich noch gar nicht da, um einen Ball über 20 Meter zu spielen und auch die Notwendigkeit nicht, da die Jungs natürlich auf kleinere Felder spielen. Hier dann die Techniken anwenden, die Taktiker_95 beschrieben hat. Und bei kurzen Pässen gibt es natürlich auch viel mehr Wiederholungen für die Kinder.


    Was ich in F- und E-Jugend gemacht habe: Verschiedene Passlängen sind ganz ganz wichtig (Stichwort Kinästhetische Differenzierungsfähigkeit). Entweder ein Viereck von 8x12 Metern aufbauen und alle paar Minuten die Passgruppen um 90 Grad drehen (oder diagonal über knapp 15 Meter spielen lassen) oder ein Viereck mit 4 verschiedenen Seitenlängen aufbauen (5, 8, 11 und 14 Meter). Damit die Spieler ein Gefühl für ihre Kraft bekommen.


    Aber der D-Jugend kann man dann (aufgrund der Feldgröße und der weiteren Entwicklung der Spieler) auch Pässe über 20 Meter spielen lassen, während sie ab der C-Jugend Pflicht bei einer gut-ausgebildeten Mannschaft sind!


    Der Vorteil eines flachen Pass ist, dass ihn der Mitspieler gut verarbeiten kann - wird er abgefangen, kann ihn allerdings auch der Gegenspieler gut verarbeiten. Auch der Kurzpass muss nicht immer flach sein - knie- oder hüfthohe Bälle können meistens schlechter abgefangen werden.


    Der Luftwiderstand ist geringer als der von Rasen oder Kunstrasen. D.h. ich erziele die gleiche Geschwindigkeit mit weniger Krafteinsatz. Und das schreibe ich, obwohl ich ein Fan des Flachpasses mit der Innenseite bin - er ist allerdings nicht immer die beste Lösung.

    Du hast sicher recht, aber der Nachteil der Ballkontrolle ist meiner Meinung nach viel zu groß. Fliegende und springende Bälle haben schon bei Abspiel eine erhöhte Fehlerquote. Dann kommt hinzu, dass der Ball bei der Annahme verspringen kann oder sogar gar nicht genau ankommt. Der Zeitverlust ist nicht kalkulierbar und deshalb ist das ganze für mich nicht effektiv. Bei einem Seitenwechsel (logischerweise auf eine unbesetzte Seite) hat der Empfänger meist genug Zeit, auch mal eine Sekunde länger den Ball zu verarbeiten oder ein Verspringen auszubügeln - dafür ist es sinnvoll.


    Von Abspiel bis Ballkontrolle hat der langsamere Flachpass den schnelleren Flugball in 95% der Fälle wieder eingeholt - das liegt aber an der Verarbeitung durch den Spieler.

    Ich habe das heute mal im Selbsttest probiert:

    GoPro auf Stativ gebaut, aufgestellt und in 8 Metern Entfernung daran vorbeigelaufen (gehen, joggen und sprinten). Anschließend zwei Schritte gelooped und in Zeitlupe angeschaut. Dann habe ich in Kinovea mal Winkel der Arme und Beine gemessen. Anschließend die Fußbewegungen getrackt und mit dem Laufzyklogramm verglichen. Außerdem war gut zu erkennen, wie ich mich abdrücke und lande. Da habe ich wirklich einige wichtige Punkte gesehen, die ich nicht gut mache.


    Richtig interessant und empfehlenswert!


    Werde ich morgen mit meiner Jugendmannschaft als Ferienprogramm machen. Jeder kann einmal an der Kamera vorbeilaufen und ich werde mir dann zu Hause die Mühe machen, für jeden 1-2 Punkte herauszuarbeiten, bei denen die Lauftechnik noch verbesserbar ist.


    Dazu eignet sich der Aufbau natürlich auch für eine Analyse der Pass- und Schusstechniken. Ich habe den Ball vor die Kamera gelegt und ein paar Pässe und Flugbälle gespielt. Anschließend in Zeitlupe angeschaut und in den entscheidenden Momenten angehalten (Position und Richtung des Standbeins, Treffpunkt des Balls, Treffpunkt am Fuß, durchschwingen). War natürlich fehlerfrei bei mir, aber den Jungs kann ich dann anschaulich zeigen, was sie falsch machen (falls sie etwas falsch machen). :D

    Ich habe vor, mit meiner Jugendmannschaft eine Laufanalyse zu machen. Mit einer GoPro mal gehen, joggen und sprinten von der Seite und von vorne filmen.


    Anschließend möchte ich mir das ganze anschauen und gucken, wo jemand technisch vielleicht nicht das Maximum aus sich rausholt. Und dann mit dem Video natürlich mit den Jungs besprechen, worauf sie zukünftig achten sollten.


    Hat jemand von euch gesammelte Infos dazu? Eventuell mit Bildern? Ich habe einiges auf Lauf-Seiten gefunden, was zusammengetragen sicherlich schon was bringt.


    Ich möchte den Jungs gegenüber Aussagen treffen wie zum Beispiel:

    - Du setzt den Fuß zu weit vor dem Körper auf (richtig: ca. 15cm vor der Körperachse)

    - Deine Arme schwingen vor dem Körper (richtig: von vorne gesehen neben dem Körper)

    - Die Arme haben geben keine Unterstützung (richtig: von der Seite gesehen beim nach vorne ziehen den Winkel verringern)

    - Du rollst mit dem Fuß nicht richtig ab (richtig: Landung auf dem ganzen Fuß, dann nach vorne abrollen und abheben)

    - Du hast keine Körperspannung (richtig: Hüfte minimal in Laufrichtung gebeugt, aber Rücken gerade)

    - Du schlingerst mit der Schulter nach links und rechts (richtig: von vorne gesehen kaum wackeln)


    Das gilt natürlich für das Joggen!!


    Das sind so Basics, bei deren Korrektur man kaum was falsch oder kaputt machen kann, weil sie sehr oberflächlich sind. Nur möchte ich diese gerne nochmal nachlesen und wissen, ob ich deren Lauftechnik auch richtig interpretiere und wie es am besten aussehen soll.


    Gerne nehme ich auch Übungen entgegen, um diese Dinge spielerisch zu verbessern. Grundsätzlich denke ich aber, wenn ich einem Spieler erkläre, wie er die Arme halten soll, dass er das üben kann und daraus lernt.

    Wir haben heute ein 11 gegen 11 gegen unsere andere C-Jugend gespielt. In der zweiten Drittelpause hat einer unserer Torhüter angesprochen, dass er nur 2 Bälle halten musste und deutlich mehr Pässe spielen musste. Er hat gesagt, dass es ja viel wichtiger wäre, dass er gute Pässe spielen kann als Bälle aus den Ecken fischen kann. Denn das eine braucht er 25 mal im Spiel, das andere vielleicht jedes zweite Spiel.


    Ich habe ihm dann das Konzept der Torwartkette erklärt, das hat ihm gefallen und er will das unbedingt spielen. Ist auch eine Beschäftigung für jemanden, der vielleicht in einer guten Mannschaft sonst wenig zu tun hat. In der C-Jugend schießen auf Kreisniveau keine Spieler Flugbälle aus 40 Metern ins Tor. Selbst flache Schüsse aus 30 Metern erreichen ihr Ziel meist nicht. Wird das schon jetzt einstudiert und optimiert, kann das auch in B- und A-Jugend und bei den Herren Früchte tragen.

    Sohnemann kommt nach dem Training nach Hause. Papa fragt: Wie war das Training? Antwort: war ok. Papa: hast du auch paar Tore geschossen? Sohn: ja klar. Trainer hat zu mir gesagt, dass ich nur noch auf ihn hören soll. Papa: Wie meinst du das genau? Sohn: Naja, du hast mir nichts mehr zu sagen. ich höre nur noch auf meinen Trainer.

    Da meine ich. Wir reden hier natürlich von einer B-Jugend-Spielerin, da wird die Form von Fehlinterpretationen eine andere sein. Dennoch kann es sie geben und wenn die Nachricht vom Trainer erstmal anders als gemeint aufgenommen wurde, dann dauert es eben auch nicht mehr lange, bis sie wie bei der stillen Post auch eventuell falsch oder mit einer vorgefertigen Meinung versehen weitergegeben wird.


    Eine Spielerin, die den Trainer warum auch immer grundsätzlich nicht mag, wird jede Äußerung schon negativ aufnehmen, damit sie in das Bild im Kopf passt. Und wenn die Info dann weitergegeben wird, ist sie meistens schon unterbewusst so manipuliert, dass der Gegenüber sagen wird "Wow, du hast ja total recht, der Trainer spinnt ja".

    Indikator dafür ist meistens, dass grundsätzlich alles schlecht ist, was der Trainer macht. Wenn einem das als Elternteil so gesagt wird, würde ich echt hellhörig werden. Dann ist das Problem vielleicht nicht der Trainer, sondern die Meinung des Spielers. Kann natürlich auch sein, dass der Trainer wirklich ein kompletter Idiot ist. :D


    Wenn das Kind aber in verschiedenen Bereichen eine differenzierte Meinung vertritt "Das Training hat heute total viel Spaß gemacht und der Trainer hat uns viel beigebracht, aber im Abschlussspiel hat der mir was blödes gesagt", dann wird an Letzerem eher was dran sein als wenn das Kind sagt "Training war scheiße, wir haben nichts gelernt und der Trainer hat nur gemeckert".

    Meine Große hatte sich entschieden, ab der nächsten Saison v.a.bei den Mädchen in der B zu spielen. Sie mochte die Trainer und fühlte sich wohl. Jetzt haben sich beude Trainer zurück gezogen und es ist ein neuer Trainer da. Wäre ja sonst kein Problem, nur leider handelt es sich bei dem ausgerechnet um ihren ehemaligen Auswahltrainer, der ihr fehlendes Talent bescheinigt hat und sie nie mitgenommen hat. Da sie nicht den Ehrgeiz hat, dagegen anzukämpfen, wird es das wohl gewesen sein mit den Mädels. Er hat sie schon im Training wieder angemotzt...

    Bitte nicht falsch verstehen, das ist kein Angriff!


    Aber solche Beiträge gibt es hier immer mal wieder und bei Jugendlichen (bei Kindern natürlich noch mehr) muss man vorsichtig sein, was da an Informationen weitergegeben wird. Da kann wirklich viel falsch interpretiert werden und dann kippt schnell eine Stimmung oder man gerät in einen Strudel, in dem man alles in eine Richtung interpretiert.


    Wenn jemand jemandem fehlendes Talent bescheinigt, muss das nichts böses sein, sondern kann auch einfach wahr sein. Ich kann das Talent nicht beurteilen, deshalb kann ich weder ihm oder dir recht geben. Ich gehe aber davon aus, dass ein Stützpunkttrainer nicht bösartig Leute beleidigt oder runtermacht.

    Und jemanden "anmotzen" ist eben auch immer subjektiv. In Gesprächen mit Spielern habe ich die wildesten Interpretationen gehört: Da wurde ein "Nimm den Ball in der Situation besser mit dem ballfernen Fuß an" oder "wenn du den in die kurze ecke schießt, hat der Torwart keine Chance" als motzen interpretiert. Das wird zu Hause dann emotional erzählt, der Vater sagt "was soll denn sowas? Hat der Trainer sie noch alle?" und beim nächsten Training ist plötzlich alles motzen, was der Trainer zu dem Spieler sagt.


    Ich weiß, dass es schwierig ist, aber bei sowas darf man einfach nicht subjektiv oder emotional reagieren. Und vielleicht auch verstehen, dass es Jugendliche gibt, die Probleme mit der Interpretation haben.

    Das wiederum finde ich aber nicht verwerflich. Warum sollte man das Talent des Kindes nicht heben? Nur damit es beim Fußball die Ersatzbank drückt? Ein miserabler Ballsportler kann doch ein toller Tänzer oder Segler weden...

    Nein, verwerflich ist das nicht, wenn man mal was anderes ausprobieren will. Aber es ist ein "Problem" für den Fußball, das es früher nicht so intensiv gab.


    Fördert leider den Gedanken "Wenn es da nicht klappt, gehen wir woanders hin" - ob andere Sportart oder andere Mannschaft. Ich finde es nämlich sehr wohl verwerflich, wenn man in Sportarten hausieren geht, nur um das zu finden, in dem das Kind der Beste ist. Weil man gerne will, dass das Kind (oder sogar die Eltern) bewundert wird.

    Passend zur Überschätzung einiger Eltern hatten wir voriges Jahr im Sommer folgende Mail:

    Unser Sohn (Jahrgang 2016) spielt seit seinem 2. Lebensjahr begeistert Fußball. Er spielt bereits jetzt regelmäßig mit 6-7 Jährigen und hat ein ausgesprochen gutes Ballgefühl und viel Talent.

    Da wir uns Mini-Messi natürlich nicht entgehen lassen wollten haben wir ihn mal eingeladen. Mit Ball um Hütchen dribbeln sah aus wie bei allen anderen Minis, beim Spielen gegen 2014er hatte er keine Chance. Vielleicht waren die ihm auch zu jung :P


    Erlebt man immer wieder..


    Zunächst mal kann ein ausgebildeter oder erfahrener Trainer sicher besser bewerten, wer was kann und wer nicht. Das müssen Eltern nicht tun.


    Aber dann wird auch klar, warum die Eltern von dem Jungen so schwärmen: Sie wollen bereits den ersten Eindruck des Trainers/Vereins manipulieren oder in eine Richtung lenken. Der Empfänger der Mail soll denken, dass da ein ganz besonderer kommt.


    Wenn Eltern sich natürlich so sehr auf ihr Kind fixieren, sehen sie gar nicht, dass es vielleicht durchschnittlich ist. Andere Kinder in dem Alter interessieren gar nicht.

    Heutzutage ist jedes 2. Kind hochbegabt und die anderen sind Sportskanonen.

    Die Eltern heutzutage fühlen sich wahrscheinlich selbst in ihrem Ego geschmeichelt, wenn die Kinder auf so hohem Niveau kicken können.

    Ich setze noch einen drauf: Wer dann nicht hochbegabt beim Fußball oder eine Sportskanone ist, probiert es halt woanders.. Vielleicht läuft es ja beim Tischtennis besser. :/


    Hauptsache gut oder der Beste sein. Und genau diese Kinder, die vielleicht nicht die besten sind, aber dazu beitragen, dass man genug Kinder für eine Fußballmannschaft hat, fehlen dann für die eigene Mannschaft, das 11er- oder 9er-Feld.

    Nach zwei Wochen Lockdown im Kreis GT dürfen wir ab heute wieder durchstarten!


    Training in 30er-Gruppen, Duschen-/Kabinennutzung in Kleingruppen und sogar Freundschaftsspiele gegen andere Vereine sind möglich.


    Aber ich weiß das auf jeden Fall nach zwei Wochen gar nichts zu tun sehr zu schätzen!