Ich verstehe deinen Frust, finde aber dennoch, dass die Fußballer insgesamt noch sehr gut da stehen.
- Hallensportarten sind deutlich mehr gekniffen.
- Chöre zum Beispiel sind noch im totalen Lockdown.
- Schule mit Masken ohne gescheites Konzept und keine Verbesserung in Sicht! (und kommt mir nicht mit Freiwilligkeit, der Druck auf die Schüler ist immens)
- Kulturschaffende, Schausteller oder ähnliche Gruppen stehen gar vor dem finanziellen Ruin.
- Vom Tourismus möchte ich derzeit auch lieber nicht abhängig sein.
Wenn man gedanklich schon das große Rad dreht, dann sollte man auch übern Tellerrand gucken. Und da steht für mich Fußball definitiv auf der Sonnenseite in diesen Zeiten.
Sorry wenn ich mal pathetisch werde aber diese Pandemie ist für uns hier zur Zeit bestenfalls lästig. Aber frag mal die mit Langzeitschäden... Und es geht rund um den Globus noch mächtig zur Sache.
Mich macht das eher demütig, dass wir hier weiter in Saus und Braus leben dürfen. Ich hasse die Maske aber das ist für mich persönlich zur Zeit die einzige Einschränkung. Damit kommen wir noch ziemlich gut weg, oder?
Ich gebe dir total recht!
Aber einen Punkt möchte ich anmerken:
Fußball ist die Sportart Nummer 1 und lebt davon, dass es für jedes Kind das einfachste ist, in einen Fußballverein zu gehen und schnell ans spielen zu kommen.
Ob das dann aber auch für jeden der richtige Sport ist, ist zweitrangig, da es eben der "einfachste" Sport ist.
Ist ein Spieler beim Fußball nicht mehr unbedingt zufrieden oder ist eben der Rhythmus der Spiele weg, kann es durchaus passieren, dass ein Kind plötzlich Alternativen sieht. "Fußball-Kinder" sind eben sehr viele - man braucht sie auch für eine Mannschaft - aber dann passiert es dort eben auch schnell, dass ein Pull-Faktor die Kids woanders hin zieht.
Bei Randsportarten (in der Halle) oder wie in deinem Beispiel Chören sehe ich dieses Problem nicht so drastisch, denn dort landen dann eher keine Sportler/Kinder, die den "einfachen Sport" suchen.
Was ich damit sagen will: Beim Fußball sind sicherlich mehr Kinder nicht mit so viel Engagement dabei, wie beim Handball oder in einem Chor. Man hat sich bewusst für Handball oder einen Chor entschieden und ist dann auch mit Herzblut dabei. Beim Fußball hat man nunmal oft das Gefühl, dass manche Kinder Sport machen wollen/sollen und dann ist man bei Sportart Nummer 1 - dem Fußball - gelandet.
Wir verlieren kaum mehr Kinder an andere Vereine, sondern an andere Sportarten. Und im Gespräch ist auch immer klar geworden, dass das Kind gar nicht so für den Fußball brennt, sondern sich einfach sportlich betätigen wollte. Einer geht jetzt Trampolin springen, ein anderer fährt Kart, einer spielt Tennis und der nächste fängt jetzt mit Kickboxen an.
Hat nicht viel mit Corona zu tun. Außer, dass man zur aktuellen Zeit vielleicht mehr darüber nachdenkt und Alternativen sucht, wenn es eben bei der eigenen Sportart nicht so läuft.
