Daher wäre meine Frage Charles De Goal wie du das anstellst?
Was wäre ein positionsspezifisches Training z. B. für einen Außenbahnspieler?
Bisher habe ich das noch nicht gemacht, aber für mich wäre das für die Offensive z.B. Flanken, hinterlaufen, Spiel über den Dritten und offensives 1 gegen 1 am Flügel, für die Defensive z.B. Abwehrkopfball, defensives 1 gegen 1 am Flügel. Die Techniken kann zuerst "trocken" isoliert durchsprechen, in kleinen Übungen aufbauen und dann mit Gegnerdruck und später einer Spielform einbauen. Ich habe das bereits für andere Positionen so gemacht.
Worin läge für dich der Nachteil, ausschließlich in der gewählten Spielform (ggf. mit Modifikationen und oder Provokationsregeln zu trainieren, die du ja durchaus als sinnvolles Element per se gutheißt?
Ich sehe da gar keinen Nachteil. Ist sicherlich auch eine Herangehensweise, aber da kann ich überhaupt nicht auf die einzelnen Anforderungen der Positionen eingehen. Will ich den zentralen Mittelfeldspielern seitlichen Freilaufen oder versetztes Anbieten beibringen, muss ich das doch zuerst isoliert besprechen und langsam steigern. Ich gehe doch nicht in eine Spielform und sage "So liebe 6er, heute mal seitlich freilaufen und immer dran denken, dass ihr bei einer Doppelsechs versetzt steht". Die Blicke kann ich mir ungefähr vorstellen.
Die Definition von positionsspezifisch ist, dass dein Training auf die Anforderungen einer bestimmten Spielerrolle zugeschnitten ist, nicht dass man isoliertes Techniktraining oder so was in die Richtung macht. Das kann man zwar auch machen, aber es ist sicherlich nicht die Definition.
Doch, irgendwie ist es genau das: Das Training hat die Schwerpunkte, die eine bestimmte Position erfordert. Und dabei geht es hauptsächlich um Techniken und Individualtaktiken. Was darüber hinausgeht, ist nicht positionsspezifisch, sondern Gruppen- oder Mannschaftstaktik (wo natürlich positionsspezifische Dinge erwartet werden, die zuvor vielleicht mal trainiert werden sollten). Natürlich spielen in einer Übung zu einer Gruppentaktik die Spieler ihre Position (sofern diese festgelegt ist). Das hat aber nichts mit positionsspezifisch zu tun. Wie gesagt: die Übung von Trainer E kann so eine Spielform zum Abschluss sein, um der Gruppe oder den Gruppen die Möglichkeit zu geben, die gelernten Techniken und Taktikten anzuwenden. Wenn Spieler in Spielformen ihre Position spielnah bekleiden sollen, ist das Zusammenspiel meiner Definition nichts anderes als Gruppen- oder Mannschaftstaktik. Nur, weil einer im Trainingsspiel auf der Position spielt, in der er auch im Spiel spielt, ist das doch kein positionsspezifisches Training!
Langfristig bildet man die Spieler nur wirklich gut positionsspezifisch aus, wenn sie immer wieder in Spielformen auf ihren Positionen zum Einsatz kommen. Die Spielform ist da nicht die Zusammenführung und das Anhängsel, sondern der wichtigste Teil.
Ich glaube, hier redet niemand davon, dass ab sofort überall nur positionsspezifisch trainiert werden soll. Natürlich ist der Mix entscheidend. Wenn man es (wie übrigens hier schon geschrieben) nur alle zwei Wochen anbieten, reicht das im Breitensport völlig aus. Natürlich schadet es nicht, wenn der schnelle Flügelstürmer auch die Freilaufbewegung der ZMs kennt, aber täte es ihm nicht besser, wenn er (sofern die Position festgelegt ist) im 1 gegen 1 am Flügel trainiert? Ist vielleicht eine Grundsatzentscheidung, aber die Spielform macht ja auch nichts anderes. Wenn dort der Flügel genau auf der Position eingesetzt wird, dann wäre es doch recht sinnig, wenn er vorher das Thema isoliert trainiert hat und nun später nur im Spiel adaptieren muss, oder?
Gerade im Breitensportverein, in denen maximal 3-mal die Woche trainiert wird, halte ich es für sinnvoll, hauptsächlich auf ganzheitliche Trainingsmethoden zurückzugreifen. Dafür verwende ich Spielformen und spielgemäße Übungsformen bzw. Spielausschnittsformen.
Wie gesagt: der Mix machts. Bei dreimal Training in der Woche glaube ich, dass man wunderbar ein positionsspezifisches Training anbieten kann, um Spieler gezielt zu schulen und ihnen Anforderungen und Aufgaben bestimmter Positionen zu vermitteln. Bislang habe ich Schwerpunkte gesetzt und habe dann alle Spieler positionsspezifische Übungen zu einer Posiition machen lassen. Eben weil in der C-Jugend nichts in Stein gemeißelt ist und meiner Meinung nach auch der Innenverteidiger, der im Spiel kaum etwas damit zu tun hat, das Angriffspressing und den Deckungsschatten verstanden haben sollte. Zumal er ja im Spielaufbau selbst damit konfrontiert werden könnte.
Hätte ich aber 6 Trainer und 40 Spieler (2 Mannschaften), würde ich das wahrscheinlich anders strukturieren und jeden für bestimmte Positionen schulen (ob er die dann auch spielt, spielt erstmal keine Rolle).