Beiträge von Coach1976

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    Ich finde den Ansatz den Du hast genau richtig.

    Durch die zeitweise Trennung der Gruppen schaffst Du für beide auf ihrem jeweiligen Niveau die passenden Trainingsreize und sorgst dafür, dass alle mit entsprechendem Einsatz und Motivation dabei sein können.

    Mit der zeitweisen Durchmischung förderst Du aber trotzdem den Teamgedanken. Außerdem animiert das Niveau der stärkeren Gruppe die schwächeren und bei den stärkeren können sich evtl. Führungsqualitäten entwickeln.

    Wie du aber schon selbst festgestellt hast ist das nur mit mindestens 1 Co-Trainer zu stemmen. Ich bin der Meinung, dass in der Altersgruppe 19 Kinder selbst dann nicht alleine zu trainieren sind, wenn ein homogenes eher hohes Niveau vorhanden wäre.

    Für die Spiele kann es natürlich bei 19 manchmal eng werden mit zwei 6+1 Kadern. (es kommen ja immer wieder mal Absagen)

    Es muss aber ja auch nicht immer 6+1 sein. Speziell bei Freundschaftsspielen spricht ja nichts dagegen mit dem Gegner zu vereinbaren, das man ggf. mal auf 5+1 oder 4+1 ausweicht.

    Unter dem Strich war Frankreich einfach den Tick besser - ohne, dass man nach diesem Spiel ähnlich konsterniert sein muss wie nach der Spanien-Klatsche.

    Natürlich hat Ihnen der Spielverlauf zusätzlich in die Karten gespielt und wie oben schon erwähnt könnte ich mir vorstellen, dass wenn Deutschland das 1:0 erzielt hätte der gleiche Spielverlauf nur andersrum entstanden wäre.

    Man sollte aber auch nicht unerwähnt lassen, dass dem 0:1 eine Fehlerkette von Kroos (zu passiv bzw. geistig abwesend), Rüdiger (zu ungestüm und von der falschen Seite her attackiert) und Kimmich (zu weit eingerückt und Gegenspieler laufen gelassen) vorausging, die man so in der französischen Defensive im ganzen Spiel nicht gesehen hat. (Übrigens wurde das Gegentor von Peter Hyballa im ZDF super analysiert.)

    Schade ist dabei vor allem, dass so ein Gegentor wegen "Abschalten" beim gegnerischen Einwurf erst gegen Lettland kassiert und anschließend von Löw klar angesprochen wurde. Warum sowas dann im ersten Spiel nach 20 Minuten passieren muss, verstehe ich beim besten willen nicht. An der Müdigkeit kann es ja nicht gelegen haben.

    Defensiv fand ich die Leistung absolut OK.
    Wobei man sagen muss, dass bei beiden Abseitsgegentore natürlich schon ordentlich Glück dabei war.
    Es waren Zentimeterentscheidungen, die zwar korrekt waren, aber man muss ganz ehrlich zugeben, dass die Tore ja auch gefallen wären, wenn Mbappé die nötigen 10 cm weiter hinten gestartet wäre. Von daher ist die Aussage von Kroos wenn es Abseits ist, ist es Abseits schon etwas naiv. Schließlich ist Mbappe in beiden Situationen ja nicht in eine bewusst gestellte Abseitsfalle getappt, sondern war einfach die eine Zehntel-Sekunde zu schnell...
    Trotzdem bin ich mit der defensiven Leistung und Aufstellung einverstanden.

    Offensiv fällt es mir etwas schwerer. Klar hat Frankreich sehr gut verteidigt und die Führung hat ihnen in die Karten gespielt.
    (ich bin mir sicher wäre Deutschland in Führung gegangen hätten wir 1:0 gewonnen).

    Allerdings war unser Team nie in der Lage wirklichen Druck aus der Dominanz (Ballbesitz) zu entwickeln, wie es z.B. die Spanier mit den Schweden gemacht haben (auch wenn es am Ende nichts gebracht hat).

    Die Chancen waren da, aber eher Zufallsprodukte als logische Konsequenz aus der Spielanlage.

    Vielleicht hätten Kroos oder Gündogan tatsächlich etwas offensiver mit mehr Risiko agieren müssen, um die Stürmer besser zu unterstützen, denn gefühlt waren wir in der Offensive permanent in Unterzahl.

    Allerdings muss man gegen Frankreich einfach eine gute Restabsicherung stellen, wie man an den wenigen Kontern gesehen hat.

    Ich möchte nicht wissen was losgewesen wäre, wenn die beiden aufmachen und man verliert am Ende 3, 4 oder 5:0.

    Letztendlich hat Frankreich aufgrund der höheren Qualität verdient gewonnen. Deutschland hat es im Rahmen seiner Möglichkeiten gut gemacht und mit etwas Glück und günstigerem Spielverlauf wäre vielleicht mehr drin gewesen.

    Über die Chancen fürs Turnier sagt das Spiel meiner Meinung nach gar nichts aus. Hier entscheiden die beiden nächsten Partien, die jeweils ganz andere Voraussetzungen bieten.

    Bezgl. Aufstellung / Formation:
    Ich finde für den Gegner Frankreich hat Joachim Löw sowohl taktisch als auch personell absolut richtig entschieden.
    Ich bin mir sicher mit mehr Risiko wäre man abgeschossen worden und vielleicht wird das Torverhältnis bei der Endabrechnung noch wichtig.

    Vielleicht hätte man früher wechseln können. Allerdings war es auch erschreckend, dass die "frischen Kräfte" Werner und Sané dafür gesorgt haben, dass das Offensivspiel mit Ihrer Hereinnahme deutlich schlechter und fehlerhafter wurde als zuvor.


    In den nächsten beiden Spiele würde ich mir eine offensivere Ausrichtung wünschen - bevorzugt ein 1-4-2-3-1 oder mit einer offensiveren Interpretation der Formation vom Dienstag.

    Das Konzept erinnert ein wenig an das was die NLZ in Baden Würtemberg und in Norddeutschland ja auch schon umgesetzt haben.


    TwinGamesHoffenheim


    Hinzu kommt die Adaption auf den Breitensport, dass bei Spielermangel im zweiten Feld auf kleinere Spielformen skaliert werden kann, was im NLZ-Bereich sicher nicht der Fall sein wird.


    Die Beschreibung von luibo klingt durchdacht und anscheinend ist auch die Umsetzung konsequent und verpflichtend.
    Davon sind wir ja hier in Bayern noch immer meilenweit entfernt.

    Die halbfreiwilligen Funino in der F-Jugend laufen in der Regel immer noch so ab, dass die meisten Trainer sich leider auf 7-7 einigen, worauf man sich dann natürlich auch bei den Bambini durch entsprechendes Training und Spielformen vorbereiten muss.
    ;(

    Die NLZ-Runde (eigentlich eine Gute Idee) wechselt bereits in der U13 aufs Großfeld. Das Thema Twin Games ist (soweit ich gehört habe) am Veto der großen Vereine aus dem Süden gescheitert. Dort ist natürlich ausreichend Potential an körperlich starken und großen Spielern vorhanden.

    Ich habe den Eindruck bei der Diskussion hier entstehen unterschiedliche Meinungen aufgrund unterschiedlicher Betrachtungshorizonte.
    let1612 bezieht sich auf langfristige Statistiken, die aufzeigen, aus welchen Positionen im Profifußball die meisten Tore erzielt werden. Die "goldene Zone" wird ja so oder ähnlich auch bei Biermann erwähnt und wenn man sich die Positionen mit den höchsten Expected-Goals-Faktoren ansieht, liegen diese ja auch in dem Bereich.
    let1612 leitet daraus etwas für sein Training ab, um die Spieler dahin zu entwickeln, dass sie versuchen Torabschlüsse in dieser Zone zu erzeugen. Zusätzlich leitet er ab, dass Torschusstraining von innerhalb des 16er sinnvoller ist.
    Das macht auch Sinn, weil es statistisch mehr bringt, wenn man sauber und sicher in der Lage den Ball aus dynamischen Situationen mit Raum- und Gegnerdruck im Tor unterzubringen, weil man durch hohe Wiederholungszahl entsprechend gefestigt ist, als wenn man regelmäßig aus 20m versucht Traumtore zu erzielen. (es ist natürlich nicht verboten trotzdem auch Weitschüsse zu trainieren, aber bitte nicht in jedem Training 15 Minuten lang).
    Ich hatte vor ein paar Jahren mal das Glück ein Training bei den Bayern aus nächster Nähe verfolgen zu können. Als die meisten anderen schon in die Kabine unterwegs waren, hat sich Robert Lewandowski die vier Nachwuchsspieler und Sven Ulreich geschnappt. Einer der Jungen durfte ihn teilaktiv verteidigen, die anderen haben ihn von den Außenbahnen und aus dem Halbfeld Bälle zugespielt. Vom flachen Rückpass über halbhoher Flugball bis zur Flanke war da alles dabei.
    Das Ganze hat ca. 10 Minuten gedauert.
    Ich habe daraus gelernt:

    1. Wer richtig gut werden möchte muss immer etwas mehr tun als die anderen.

    2. Die vermeintlich einfachen Abschlüsse müssen immer und immer wieder trainiert werden, damit man Sicherheit und Routine

    hat, denn die bekommt man im Spiel am häufigsten.

    3. Obwohl Training war und da Lewandowski stand ist es keine Selbstverständlichkeit, dass man jeden Ball aus 9m locker

    versenkt. => immer weiter trainieren...

    Mein Beitrag bestand übrigens auch aus mehr als nur den vier Worten. Wenn das alles ist, an dem man sich stört, ist es ja gut!

    zu allem was Du zum Thema Positionen / Positionsfestlegung geschrieben hast: 100% Zustimmung.
    Nichts ist in Stein gemeißelt und es wird niemand schon in dem Alter auf Positionen festgenagelt. Aber Tendenzen ergeben sich aufgrund der aktuellen Spielweise und Zusammensetzung der Mannschaft zwangsläufig.
    Trotzdem gibt es in den Altersstufen genügend Möglichkeiten Spieler immer mal wieder auf anderen Positionen zu testen. Vorausgesetzt ausreichend Raum für Spielpraxis ist vorhanden.
    Ich habe mich vorhin nur auch die Kadergröße bezogen, nicht auf die Positionen.

    Zum Thema Gesamtkontext Stimme ich let1612 und Sir Alex zu.
    Grundsätzlich sind kleinere Kader förderlicher und auffüllen von unten bzw. oben (bei U16 undU14) ist gegenüber einem zu großen Kader sicher zu bevorzugen. Wobei von oben bei der U17 ja nicht funktioniert.
    Verletzungen sind in dem Alter sicher nicht zu unterschätzen, da die Ausfallzeiten aufgrund der höheren Intensität und der dementsprechend höheren Anforderungen an die Regenerationszeit (als z.B. im Vergleich zum Klein- und Kompaktfeld) in dem Alter meist auch schon mal länger werden können.
    Ich bin deshalb eigentlich auch eher bei einer Kadergröße von max. 16-18, was im Falle von Verletzungen schon wieder eng werden kann.
    Mit einem 20 - 22er Kader besteht natürlich die Option jede Woche (oder 14 tägig) ein zusätzliches Testspiel zu vereinbaren. Damit wäre eine gerechte Verteilung der Spielzeiten möglich. Ist der Kader Verletzungsbeding ausgedünnt müsste der Test eben abgesagt werden.


    @kein Bock und andere Interessen:
    würde ich im Leistungsbereich auch nicht mehr akzeptieren. Die Frage ist natürlich wo fängt der Leistungsbereich an...

    Ergänzend zu den obigen Beiträgen würde ich gerne noch einwerfen, dass nicht die Tatsache, dass ein höherklassiger Verein - egal ob NLZ oder irgendwie anders ambitioniert - talentierte Kinder anspricht und versucht diese von seinem Konzept zu überzeugen, sondern ausschließlich die Art und Weise wie hier versucht wurde an Namen und Daten zu kommen, zu verurteilen ist. Dass Kinder nach "oben" (und irgendwann ggf. auch wieder nach "unten") wechseln gehört zum System des Sports dazu und ist auch gut so. Man kann zu Selektion stehen wie man will, aber wenn man ab einem gewissen Alter nicht damit beginnt die besten Spieler/Sportler zu starken Trainingsgruppen zusammenzufassen und diese sich dann mit anderen starken Mannschaften messen, können sich keine Spitzenleistungen entwickeln.

    Vermutlich steht einem fairen Umgang damit auch das deutsche Vereinssystem im Weg. So wie ich maverick944 verstanden habe werden in der Schweiz die guten Spieler ja nicht abgeworben, sondern von Ihren Vereinen bzw. dem Verband nach "oben" geschickt. Bei uns ist es doch in der Regel so, dass viele Vereine die Spieler als ihr "Eigentum" sehen und der ganze Verein dem Untergang geweiht scheint, wenn aus der F-Jugend-Bezirkspokalsiegermannschaft der 100-Tore Stürmer und damit das Herzstück dieser überragenden Truppe und der Stolz des ganzen Vereins herausgerissen wird (Ironie Off).

    Es muss ja nicht gleich so laufen wie in der Schweiz, aber was spräche dagegen, wenn ein interessierter Verein, der einen Spieler gerne in seiner Mannschaft hätte ganz offiziell bei dessen aktuellen Verein anfragt, Kontaktdaten abgibt und sich dann auch darauf verlassen kann, dass die Information beim Spieler bzw. dessen Eltern ankommt.
    Der Heimatverein hat dann ja alle Möglichkeiten der Familie die Vorzüge eines Verbleibs aufzuzeigen (Freunde, ggf. kürzere Wege, Spielzeit, ebenfalls gutes Training, ggf. eigene Ambitionen für die nähere Zukunft...). Da die Anfragen meist aber beim Trainer, Jugendleiter oder in der Geschäftsstelle versanden und somit manches Talent gar nicht mitbekommt, dass die Bayern :huh: an ihm dran sind greifen viele eben auch zu Mitteln, die sowohl datenschutzrechtlich als auch Fair-Play-technisch jede Grenze überschreiten. Die Entscheidung ob ein Kind im Verein bleibt oder wechselt ist ganz allein Sache des Kindes und seiner Eltern. Sowohl der Heimatverein als auch der interessierte ggf. höherklassige Verein haben hier ausschließlich die Chance positive Werbung für sich zu machen, sollten aber jegliche sonstige Beeinflussung unterlassen...

    Charles De Goal das soll jetzt keine Unterstellung in Richtung deines Vereins... sondern nur wiedergeben, wie es eben meist läuft und die andere Seite der Medaille darstellen.

    Ganz allgemein und nicht nur auf den Fußball bezogen würde vielleicht eine offenere Kommunikation und ein transparenterer ehrlicher Umgang mit Informationen dafür sorgen, dass sich das ein oder andere Datenschutzthema von selbst erledigt.

    Mein Angebot steht: Wer möchte, kann sich gerne bei mir melden und ich begleite dann Euer Training. Es kostet nichts.


    Es geht mir nicht um Schwarz-Weiß-Malerei. Wenn jemand Hemmungen hat, vollends auf Spielformen zu setzen, kann ich das verstehen. Es ist ein sehr radikales Vorgehen und sicherlich verunsichert es, weil es Konzepten widerspricht, die noch immer als unumstößlich gelten. Ich möchte Euch nur gerne die Hemmungen nehmen.


    Aber wenn Leute behaupten, dass man gewisse Dinge nur mit Isoübungen vermitteln kann, ist das einfach falsch. Das lasse ich auch nicht unwidersprochen. Wenn diese Leute ihre Trainings hier posten, wobei Isoübungen einen Großteil der Trainingszeit einnehmen, passt das leider in das Bild, was ich von Trainern in Deutschland habe: es sagen immer alle, dass sie überwiegend mit Spielformen trainieren. Es macht tatsächlich aber kaum jemand.

    Mit schwarz-weiß-Malerei habe ich die Art und Weiße wie die Diskussion geführt wird bezeichnet.
    Ich fühle mich zwar nicht direkt von Dir angesprochen, möchte aber trotzdem noch ein letztes Mal etwas zu der Diskussion beitragen.
    Die Behauptung, dass man gewisse Dinge nur in Isoübungen vermitteln kann ist natürlich falsch. Und wenn Du bei mir weiter oben richtig mitgelesen hast, habe ich ja auch bestätigt, dass ich überzeugt bin, dass es funktionieren kann ausschließlich mit Spielformen zu trainieren. Aber das dogmatisch als die einzig zulässige Trainingsform darzustellen geht mir etwas zu weit.
    Genauso falsch ist aber auch die Behauptung, dass es nur mit Spielformen geht und Iso-Übungen per se zu unterlassen sind.

    Entscheidend ist was Trainer und Spieler in der Lage sind umzusetzen.
    Ich will gar nicht bestreiten, dass der Ansatz nur in Spielformen zu trainieren vermutlich der bessere ist, verstehe aber trotzdem deine radikale Einstellung zu Iso-Übungen nicht so ganz.
    Ein gut organisiertes Training mit einem guten Mix und dem richtigen Verhältnis aus Spielformen und Iso-Übungen (mindestens 80:20 zugunsten der Spielform) ist sicher besser, als ein schlecht strukturiertes komplett Spielformenbasiertes Training.

    Habe mir gerade mal das Video angesehen und war ehrlich gesagt vollkommen baff.

    Gerade bei Mainz 05, die ja was die Erfolge der Jugendteams in den letzten Jahren inkl. Durchlässigkeit aus dem NLZ betrifft in Deutschland ganz vorne dabei sind hätte ich mir von einem Spezialtraining für die Top-Talente mehr erwartet.

    Ganz davon abgesehen, dass mir die Qualität, die diese Jungs in der Ausführung der Übungen an den Tag gelegt haben, für das Level, dass sie aktuell bereits haben und wo sie noch hinwollen, erschreckend dürftig vorkam.

    Um Technik über hohe Wiederholungsanzahlen einzuschleifen gibt es sicher bessere Möglichkeiten.

    z.B. Passübungen mit Partner, "analoger Footbonaut"..
    Bei dem Trainingspensum, das auf diesem Level stattfindet, ist es sicher auch ein Thema der Belastungssteuerung, dass gewisse Dinge auch mal ohne Gegnerdruck trainiert werden.

    Was mich hier aber tatsächlich mehr irritiert als der Trainingsaufbau an sich ist, mit welch laxer Körperspannung und scheinbar ausbaufähiger Motivation angehende Profis (zumindest wollen sie das ja werden) so ein Talenttraining angehen.

    Was im Ergebnis dabei rauskommt (schlechte Pässe, vermurxte Torabschlüsse etc.) sieht man ja dann.
    Vielleicht spricht das dann wieder für Spielformenbasiertes Training, weil das Engagement der Jungs dabei automatisch steigt...

    Ich bin wissenschaftlich sicher zu wenig gefestigt um hier mit in die Tiefe gehen zu können.

    Grundsätzlich bin ich vollkommen damit einverstanden, dass möglichst viel implizit erlernt werden soll, weil einfach mehr Überzeugung dahintersteckt als wenn es von außen vorgegeben wird.

    Trotzdem ist mir die Diskussion zu sehr schwarz/weiß gefärbt.


    Ich glaube den Verfechtern des ausschließlich auf Spielformen basierenden Trainings absolut, dass sie in der Lage sind allein damit alles abdecken zu können, was wichtig ist um Spieler egal welchen Alters gut auszubilden.

    Ich bin totaler Fan von FdF. Das Buch ist mittlerweile meine am häufigsten genutzte Grundlage zur Trainingsvorbereitung und hat Horst Wein fast komplett abgelöst.
    Trotzdem gelingt bzw. gelang es mir nicht bei meiner U11 komplett auf Übungen zu verzichten. Diese nehmen zwar meist tatsächlich nur max. aufsummiert 10 - 15 Minuten Trainingszeit ein und dienen normalerweise als Auskopplung innerhalb oder vor der Spielform, aber ich komme damit einfach besser klar.

    Mit der Methode innerhalb der Übung Fragen zu stellen merke ich immer wieder, dass sich tatsächlich nur der Spieler damit auseinandersetzt, der in dem Moment auch von der Aktion betroffen war bzw. ähnlich wie in der Schule, die die sich eh immer melden...
    Deswegen stehe ich dazu, dass ich Fan von einem größtmöglichen Anteil an Spielformen bin, aber es trotzdem möglich sein muss die ein oder andere Übung, bzw. Tipps zur Technik à la best practice zu geben und nicht ausschließlich auf Implizite Vermittlung zu setzen.
    In der Schule lernen die Kinder auch nach wie vor Vokabeln und erfahren die Sprache nicht komplett von selbst und auch die Grundrechenarten müssen sie erstmal explizit vermittelt bekommen, bevor sie diese implizit durch knobeln und üben vertiefen dürfen.

    Im Thread zur fußballspezifischen Ausdauer hat sich die Diskussion ähnlich wie hier ja auch zu einer Diskussion
    Spielform vs. Übungsform verlagert.

    Ich habe aus dem letzten Thema (und hier geht es mir ähnlich) mitgenommen, dass der Fehler im "versus" liegt.

    Natürlich muss ein Training zum aller größten Teil aus Spielformen bestehen und natürlich ist es auch wirklich möglich jegliche Technik, Taktik und Athletik ausschließlich in Spielformen zu vermitteln und zu trainieren.
    Aber: nicht jeder Trainer und jeder Spieler ist dafür gemacht..

    Deshalb spricht in meinen Augen nichts dagegen, Themen in Übungsform zu starten und dann schnellst möglich in der Spielform zu festigen, so lange gesichert ist, dass in jeder Einheit die Spielform ein sehr deutliches Übergewicht hat. Entscheidend ist, mit welcher Vorgehensweise sich Trainer und Mannschaft am wohlsten fühlen...
    Dementsprechend stimme ich TorRalf zu: die richtige Mischung macht´s!

    Allerdings habe ich aus den Corona-Abstandstraining noch etwas anderes gelernt:
    Langfristig kann man Training ausschließlich in Spielformen, ohne jegliche Übungsformen durchführen.
    Umgekehrt (nur Übung, kein Spiel) funktioniert das definitiv nicht.

    der "analoge Footbonaut" - Paris St. Germain bei youtube.com ;)

    Super Übung, die man sehr variabel gestalten kann und über die Kommandos kann man die Intensität gut steuern und hoch halten, so dass die Kids am Ende ähnlich platt sind wie nach einem Spiel. Fällt im „normalen“ Training oft hinten runter, weil man mit 4 oder 5 Spielern lieber eine Spielform macht, aber jetzt im kontaktlosen Training perfekt...

    Variante: zwei kleine und zwei Große (Kleinfeld) Tore einbauen. Bei den großen Toren kann man noch die Ecken bzw. hoch/flach ansagen bzw. Torhüter einsetzen, die gleichzeitig natürlich als Anspieler eingebunden sind...

    "Anleitungspersonen müssen auf Anforderung der nach Landesrecht zuständigen Behörde ein negatives Ergebnis einer innerhalb von 24 Stunden vor der Sportausübung mittels eines anerkannten Tests durchgeführten Testung auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2"


    Nachdem sich jetzt auch in Bayern etwas bewegt, bräuchte ich eure Hilfe: Ist da ein Selbsttest (vom Wortlaut müsste es so sein) oder ist ein Schnelltest (nur der wäre ja datiert möglich) notwendig? - Ich glaube das wurde zwar schon mal diskutiert, ich habe es aber nicht mehr finden können. Wie ist die Regelung bei euch?

    Nach meinem Verständnis reicht der Selbsttest nicht aus, sondern es muss ein offizieller Schnelltest oder PCR-Test sein.

    Habe dazu aber noch nichts gefunden, was das konkretisiert. Wie ist es denn in den Bundesländern, die mit der Regelung schon im Live-Betrieb sind?

    Auch in Bayern ist zumindest wieder Kleingruppentraining (5 + Trainer) ohne Kontakt unabhängig von der Inzidenz möglich.

    Ein kleiner Schritt, und sicherlich weniger als das was die Kids benötigen. Aber zumindest bringt es die Gewissheit, dass es möglich ist mit dem Training zu starten, ohne dass man Angst haben muss eine Woche später wieder komplett schließen zu müssen.


    Staatsregierung passt Regeln an: Kontaktloses Training für Kinder unter 14 Jahren ab 28. April möglich | BFV

    Ich glaube, dass im Falle der Sichtung die eigentlich sehr gute Konzentration auf Spielformen für retardierte Kinder tatsächlich einen Nachteil darstellt, weil in Wettkampfformen sich sehr oft die körperlich weiter entwickelten Jungs durchsetzen und dementsprechend natürlich auch eher in den Vordergrund treten.
    Ich weiß auch gar nicht ob es unbedingt an der falschen Förderung in den Vereinen liegt, dass am Ende oft nur die körperlich starken übrig bleiben und die retardierten verfrüht das Handtuch werfen. Ich kann mir schon vorstellen, dass ein kleiner "Wusler", der zwar trickreich und flink ist, aber immer wieder an den großen Brocken hängenbleibt gerade im Alter zwischen 6 und 10 die Lust verliert. Da wäre es wieder am System, entsprechend kleine flexible Spiel- und Trainingsformen anzubieten, die dafür sorgen, dass Duelle auf körperlicher und sportlicher Augenhöhe stattfinden, so dass jeder auf seinem Level Möglichkeiten hat sich mit Spaß und Selbstbewusstsein zu entwickeln.
    Letztendlich landen wir doch immer wieder bei dem Thema, dass die Kinder zu früh "richtigen" Fußball in wettbewerbsformen auf zu großen Spielfeldern mit zu vielen Spielern pro Team spielen.

    Es ist ja auch nicht so, dass die NLZ bewusst Spieler nach Geburtsdatum aussuchen.
    Mein Sohn ist zwar im ersten Quartal geboren, liegt aber sowohl in der Schule, als auch im Sport bei der Körpergröße eher im Mittelfeld bzw. bei den kleineren 50%. Er hat in diesem Frühjahr Kennenlerntrainings bei den in Frage kommenden NLZ in unserer Nähe gemacht (Aussagekraft begrenzt weil Kontaktloses Training angesagt war). Beide würden ihn gerne im Team haben, nach dem Geburtsdatum hat bisher noch keiner gefragt. Den Trainern/Jugendleitern dort hat in erster Linie seine Schnelligkeit und die Beidfüßigkeit gefallen.

    Das Beispiel oben mit den e2007/08ern ist kein NLZ sondern ein ganz normaler Verein...


    Vermutlich ist in unserer Region die Fokussierung auf große und früh geborene Spieler einfach auch nicht so groß, weil die Leistungsvereine aufgrund des Einzugsgebiets schlicht weniger Auswahl an guten Spielern haben und dementsprechend die, die sich gut am Ball anstellen unabhängig von ihren körperlichen Voraussetzungen genommen werden. Eine Mannschaft, die Fußball spielen kann und komplett Spieler mit Gardemaß hat, ist bei uns gar nicht realisierbar.
    In Ballungsräumen, wo die Masse an talentierten Fußballern einfach größer ist, wird bei ausreichend Auswahl die Tendenz vermutlich eher zu dem gehen, der auch noch körperlich stark ist und somit schnellere Erfolge ermöglicht.

    Ich bin mir nicht sicher, ob der rollierende Stichtag da den entscheidenden Umschwung bringt.

    Wo ich Dir aber uneingeschränkt zustimme ist, dass die Spielerauswahl und -förderung in Deutschland in den letzten Jahren und noch immer sich zu sehr auf kräftige Spieler fokussiert. (ich will jetzt gar nicht von athletisch sprechen, denn es gibt auch kleine athletische Spieler, die trotzdem durchs Raster fallen, weil der Große kräftige sich durchsetzt)
    Ich frage mich manchmal, ob es vielleicht sogar besser wäre die Kinder über 3 Jahrgänge zu mischen und ganz bewusst je nach körperlichem Entwicklungsstand aber auch unterjährig je nach Entwicklungsphase in der für sie passenden Truppe spielen zu lassen. Dafür wäre dann natürlich wieder eine Abkehr von Wettbewerben mit Aufstiegsambitionen erforderlich hin zu Leistungsvergleichen auf Augenhöhe bei denen das Lernen und Entwickeln im Vordergrund steht.

    In dem Alter wo es doch eigentlich richtig mit (Spitzen-)Talentförderung losgehen sollte (Ende U13/ Anfang U14), machen doch genetische Voraussetzungen einen größeren Effekt aus als 6-11 Monate Vorsprung beim Geburtsdatum.

    Das ist aus meiner Sicht eine gewagte Aussage oder beruht die auf wissenschaftlichen Grundlagen?


    Ich würde hier aber auch nicht mit dem RAE argumentieren (Griezmann: 21.03.91), weil auch diese Zeitspanne 1-2 Jahre mir zu kurz ist - das ist rein die Sicht eines Jugendtrainers. Ein Erwachsenentrainer hat eine Zeitspanne von >15 Jahren. Und ja, die Physis wird im Fußball immer wichtiger, aber sollten wir darauf nicht erst zum Ende der Jugendzeit schauen und dann daran arbeiten (z.B. Krafttraining). Zuvor sollte man aus meiner Sicht eher auf motorische, kognitive und technische Fertigkeiten schauen - mit denen können physische Nachteile auch zu einem gewissen Teil ausgeglichen werden (und sie Schaden auch nicht, wenn die Physis später hinzukommt).

    Ich habe für die Aussage keine wissenschaftliche Grundlage, sondern lediglich mein Gefühl dargestellt bzw. das was ich in meinem Umfeld und dem Umfeld meiner Kinder wahrnehme.
    Da stelle ich fest, dass bis inkl. 10-11 Jahren Kinder die früher im Jahr geboren sind körperlich (Größe / Gewicht) und z.T. auch motorisch und kognitiv gegenüber denen, die später geboren sind einen gewissen Vorsprung haben. Werden die Kinder älter ist es dann aber eher so, dass Kinder mit großen Eltern eher groß sind und andersherum.

    Wenn ich mir die 2007er und 2008er anschaue, die ich zu meiner Anfangszeit als Trainer noch in der U7 betreut habe, dann sehe ich da heute keinen Unterschied mehr zwischen dem Januar- und dem Novemberkind, der aufgrund des Geburtsmonats die sportliche Leistung der Kinder beeinflusst. Es ist eher so, dass die November/Dezemberkinder, die damals schon gut (geschickt) waren die Januarjungs, die sich in der U7 aufgrund ihres Altersvorsprungs vielleicht noch durchsetzen konnten, mittlerweile überholt und abgehängt haben.

    Das ist wie gesagt nur ein kleiner Ausschnitt aus meinem direkten Umfeld.

    Ich habe mit meinem Bezug zum RAE auf den Post von Malikinho geantwortet. Beim Thema Griezman bin ich ganz bei Dir, dass das Problem in Deutschland tatsächlich eher daher kommt, zu früh auf athletische Voraussetzungen zu schauen und das in einem zu frühen alter, wo der körperlich starke Spieler sich einfach leichter durchsetzen kann.

    Ich will den RAE nicht verleugnen, finde aber, dass er in der Diskussion zur Talentförderung etwas überbewertet wird.

    In dem Alter wo es doch eigentlich richtig mit (Spitzen-)Talentförderung losgehen sollte (Ende U13/ Anfang U14), machen doch genetische Voraussetzungen einen größeren Effekt aus als 6-11 Monate Vorsprung beim Geburtsdatum.

    Das Problem ist meiner Ansicht nach vielmehr die Sichtweise der Sichter :/ und damit die Tatsache, dass Körperlichkeit bei uns immer noch zu groß geschrieben wird bzw. dass viele Vereine eben doch schon viel zu früh mit der Selektion beginnen (nämlich bei 9/10 jährigen). Da wirken sich 6-9 Monate, die jemand Älter ist nämlich viel deutlicher aus.
    Hier noch ein kleines aktuelles Beispiel RAE aus meinem direkten Umfeld:
    Mein Sohn (11 J. /I. Quartal) ist in seinem Team aktuell der drittälteste und gleichzeitig der drittkleinste.
    Die beiden Jungs, die kleiner sind als er, sind die beiden, die "noch" älter sind als er.
    Die Geburtsdaten der Mannschaft verteilen sich (zufällig) gleichmäßig über alle vier Quartale und der größte und körperlich stärkste ist am 20.12. geboren.

    In der U12 des NLZ, in das er voraussichtlich zur neuen Saison wechselt wäre er eher bei den größeren dabei. Von den Jungs aus dem Team, die ich bisher kenne sind die größten aber auch wieder eher aus Q3/Q4.
    Im Durchschnitt ist am RAE sicher sehr viel wahres, im Einzellfall sieht es aber wieder ganz anders aus.
    Ich bin mir aber sehr sicher, dass die Mannschaft meines Sohnes im nächsten Jahr in der NLZ-Runde den anderen Teams körperlich immer unterlegen sein wird...