Im Gegenteil. Mehr Fußball, mehr Wettkampf kommt vor allem in der Breite an. Die Spitze bekommt schon genug Wettkampf. Zumindest für die Kinder die ich kenne sind Liga Spiele das A und O, der Grund warum sie Fußball spielen. Und zwar Egal auf welchem Level. Bewegen oder Freunde treffen kann ich auch anders. Und Positions Orientierung heist vor allem, sich in eine Gruppe einzuordnen, eine Aufgabe zu haben und damit Sicherheit zu bekommen und damit wiederum mehr Spass zu haben.
Das ist eine Beschreibung des tiefsten Mittelalters des Kinderfußballs.
Meiner Erfahrung interessieren sich 90 Prozent der Kinder einer E-Jugend eines Breitensportvereins überhaupt nicht für Tabellen.
Die wenigen die mal nachfragen werden meist von Erwachsenen darauf gestoßen.
Lasst die Kinder damit solange wie möglich in Ruhe.
Ergebnisdruck kommt dann schon früh genug.
Da wurden die letzten Jahre die richtigen Schritte vom DFB eingeleitet das zumindest es in der G-und F-Jugend keine Veröffentliche Tabelle gibt.
Na, klar ich habe in Trainergruppen erlebt das einige „ehrgeizige“ Trainer diese Tabellen dann trotzdem ausrechnen und stolz verkünden.
Aber nochmal mein Appell, dreht nun nicht das Rad zurück und lasst die Kinder damit in den Alter in Ruhe !
Danke
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Ich habe weiter oben schon mal geschrieben, dass man zwischen Wettkampf und Wettkampf unterscheiden muss.
Definiert man Wettkampf damit jedes Wochenende ein Turnier zu spielen, bei dem es einen Turniersieger (The Winner Takes it all) gibt und einen enttäuschten letzten, oder Wettbewerbsrunden, in denen der Tabellenstand das Ergebnis der Saison spiegelt, bin ich vollkommen dagegen und würde das ebenfalls ins Mittelalter verschieben.
Wenn der Gegenpol dazu aber sein soll, dass man sich am Wochenende zu fröhlichen Spielfesten trifft, bei denen egal ob Blümchenpflücker oder Mini-Messis alle grinsend über den Platz laufen, egal ob es 5:0, 3:3 oder 0:10 steht, bin ich auch nicht einverstanden.
Ich denke schon, dass es wichtig ist, zu vermitteln, dass Fußball ein Spiel ist, in dem zwei Teams gegeneinander spielen.
Dieses Spiel kann mal gewonnen, mal verloren werden und mal unentschieden ausgehen.
Die Kinder sollen verstehen, dass jedes Spiel bei 0:0 beginnt und am Besten möchte man gewinnen oder, wenn der Gegner viel stärker ist zumindest best möglich dagegenhalten. Es ist nicht verboten sich über Niederlagen zu ärgern und über Siege zu freuen.
Ziel sollte es sein, dass die Kinder im Rahmen ihrer Möglichkeiten in jedem einzelnen Spiel (unabhängig vom Tabellenstand oder Turnierverlauf) immer versuchen ihre bestmögliche Leistung an der Grenze ihres persönlichen Levels zu erreichen. Aufgabe von Eltern und Trainern ist es das entsprechend realistisch einzuordnen und den Kids ein ergebnisunabhängiges Feedback zum Spiel zu geben.
Wenn das alle beteiligten gelingt, ist viel gewonnen und eine Basis da, dass die Spieler, die das auch wollen in der Lage sind Ihre Möglichkeiten im Lauf ihrer Karriere stetig zu erweitern und ihr Level damit anzuheben.
Ab einem gewissen Alter und Niveau (meiner Meinung nach ab ca. U14/U15) muss bei denen, die tatsächlich mehr aus ihrem Fußballerdasein machen wollen schon ein gewisser Leistungsdruck (nicht Ergebnisdruck) dazukommen. In erster Linie natürlich von den Kindern selbst, sie benötigen aber auch Erwachsene (Trainer, Eltern) die sie dabei unterstützen und ihnen zeigen wo sie stehen und wo sie hinkommen können, wenn sie bestimmte Dinge beherzigen.
Da spielt in meinen Augen das Thema Individualisierung hinein, was aber nicht so ausgelegt werden darf, dass nur noch Ego-Zocker ausgebildet werden, die permanent das 1gegen1 suchen, sondern jeder Spieler muss individuell auf seinem Level abgeholt werden und ähnlich wie in Einzelsportarten erst einmal "gegen" sich selbst arbeiten, um der bestmögliche Fußballer zu werden, der er sein kann.