Beiträge von Coach1976

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    Ich kann den Teamleiter nur empfehlen.

    Für mich (als ehemals aktiver) war er vollkommen ausreichend um zu erkennen, dass die Unterschiede zwischen Erwachsenen- und Kinderfußball und zwischen Spieler und Trainer enorm sind und es unerlässlich ist pausenlos am Ball zu bleiben.

    Die C-Lizenz hätte ich persönlich als Trainer von Bambini bis U11 bzw. Interimsweise mal für ein paar Monate U13 und U15 (Gruppe bis max. Kreisliga) gar nicht mehr gebraucht, habe sie aber dann in dezentralen Lehrgängen gemacht, damit der Verein die Übungsleiterpauschale bekommt.

    Dadurch dass bei mir alles dezentral organisiert war (abends bzw. Samstag oder Sonntag in max. 25 km Entfernung) war es vom Aufwand her verschmerzbar. Ich hatte 5-6 Termine, an denen ich mich beim Spiel oder Training vertreten lassen musste, sonst lies es sich ganz gut mit Beruf, Familie und Fußball arrangieren.

    Wertvoller als die Lehrgänge waren für mich trotzdem das regelmäßige Dranbleiben an den Themen durch Bücher wie Horst Wein, Fußball durch Fußball etc. und nicht zu vernachlässigen: TRAINERTALK.

    Die DFB-Ausbildung hat bei mir die Basis für mein Grundverständnis der Traineraufgabe gelegt (Entwicklung vor Ergebnis, reduziertes Coaching statt Joystick, Kleine Gruppen, viele Ballkontakte, Spieler immer in Bewegung halten, Verzicht auf Schlange stehen und statische Übungen ...). Input fürs Tagesgeschäft kam dann aber mehr über Bücher und das Forum.

    Du übergehst dabei aber die Tatsache, dass in den meisten Vereinen keine Jahrgangsmannschaften existieren, sondern die Jugenden aus Doppeljahrgängen bestehen.

    d.h.: G-Jugend (U6/U7 => 2015+2016), F-Jugend (U8/U9 => 2013/2014) E-Jugend (U10/U11 => 2012/2011) ...


    Ändert aber nichts an der Tatsache, dass ein rollierender Stichtag trotzdem zu mehr Gerechtigkeit bei der Mannschaftszusammensetzung führen würde und dazu führt, dass jeder Spieler im Laufe seiner "Karriere" mal zu den großen und mal zu den kleinen gehört.

    Allerdings werden dadurch Dinge wie akzelerierte oder retardierte Entwicklung trotzdem nicht ausgeglichen und ich bin überzeugt davon, dass diese deutlich mehr Auswirkung auf falsche Selektionsentscheidungen haben als das Geburtsdatum.

    Dein Denkfehler ist, dass es schon jetzt in vielen Vereinen Mangels Spieler- / Traineranzahl keine reinen Jahrgangsmannschaften gibt und je Älter die Kinder werden durch die größeren Spielfelder und Spieleranzahl auf dem Feld + Fluktuation noch weniger Jahrgangsmannschaften geben wird.
    d.h.: dein 2015er spielt statt U7 in der G-Jugend gegen alle 2015er und 2016er
    und statt der U8 dann in der F-Jugend gegen Kinder, die zwischen 01.04.2014 und 31.03.2016 geboren sind.


    Aber selbst in der Konstellation finde rollierende Stichtage aus den Gründen, die ich weiter oben schon beschrieben habe sinnvoll.

    Es werden sowohl die spätgeborenen gefördert, weil sie auch einmal zu den körperlich stärkeren zählen können, gleichzeitig werden auch die Frühgeborenen besser gefördert, weil sie neue Lösungen finden müssen, wenn sie auch einmal die "kleinen" sind und sich nicht auf ihre körperlichen Vorteile verlassen können.

    Starke Spieler nach oben schieben ist natürlich immer möglich.

    Das Problem, sind doch die schwächeren und oft auch jüngeren, die in ihrer eigentlichen Altersklasse nicht mithalten können. Die kann man nicht einfach mal einen Jahrgang tiefer schieben.

    Doch natürlich. Jede Jugend ist immer ein Doppeljahrgang. Was spricht dagegen einen 2011er in der E2 spielen zu lassen? Nur unser Jahrgangsdenken

    Jahrgangsmannschaften sind bei uns die absolute Ausnahme.
    Die meisten Vereine stellen selbst mit Spielgemeinschaft nur eine F-Jugend und eine E-Jugend
    Außerdem was machst Du dann mit dem im Dezember 2012 geborenen U10 Spieler, der kann ja auch nicht in die F-Jugend zurück und ist in der U11-2 vielleicht trotzdem überfordert.
    Ich gebe Dir recht, dass es besser ist innerhalb der Doppeljahrgänge die Spieler nach Leistungsfähigkeit und körperlichen Kriterien zu mischen als stur an Jahrgangsmannschaften festzuhalten, aber im ländlichen Raum reicht diese Möglichkeit meist nicht aus.

    Das Thema mit dem RAE kann man doch eigentlich als (Breitensport-) Verein ganz einfach lösen: Aufhören mit dem Jahrgangsdenken und das Jugenddenken fördern. So kann ein Kind immer dort spielen wo es von seinen spielerischen und körperlichen Anlagen richtig aufgehoben ist. Als Nebeneffekt hätte man auch dem Verein im Verein einen Riegel vorgeschoben. Zumindest in der F ist dies so auch von vielen Bezirken gewünscht.

    Aber ich weiß: mit dieser Meinung bin ich in der Minderheit und akzeptiere, dass die meisten mit U-Mannschaften arbeiten wollen.

    Starke Spieler nach oben schieben ist natürlich immer möglich.

    Das Problem, sind doch die schwächeren und oft auch jüngeren, die in ihrer eigentlichen Altersklasse nicht mithalten können. Die kann man nicht einfach mal einen Jahrgang tiefer schieben.

    Ich finde das Thema mit den rollierenden Stichtagen absolut interessant, muss aber zugeben die Idee noch nicht 100% verstanden zu haben. Ich habe darum mal versucht mein Verständnis davon für einen Spieler, der in Q1/2014 geboren ist darzustellen. Auf der linken Seite der Tabelle steht seine "Jugendlaufbahn" mit statischem Stichtag am 1.1. und auf der rechten Seite, wie es laufen würde wenn der Stichtag Quartalsweise rolliert. Je nach Vereinsumfeld würde er dann entweder in einer Jahrgangsmannschaft (U8,U9,U10...) oder in einem Doppeljahrgang (F,E,D,...) spielen. Unter Quartal habe ich noch vermerkt, welches Quartal im jeweiligen Jahrgang (!) er darstellen würde.


      statischer Stichtag rollierender Stichtag
    Saison Stichtag Einzel-
    Jahrgang
    Doppel-
    Jahrgang
    Quartal Stichtag Einzel-
    Jahrgang
    Doppel-
    Jahrgang
    Quartal
    21/22 1.1. U8 F Q1 1.1. U8 F Q1
    22/23 1.1. U9 F Q1 1.3. U10 E Q4
    23/24 1.1. U10 E Q1 1.6. U11 E Q3
    24/25 1.1. U11 E Q1 1.9. U12 D Q2
    25/26 1.1. U12 D Q1 1.1. U12 D Q1
    26/27 1.1. U13 D Q1 1.3. U14 C Q4
    27/28 1.1. U14 C Q1 1.6. U15 C Q3
    28/29 1.1. U15 C Q1 1.9. U16 B Q2
    29/30 1.1. U16 B Q1 1.1. U16 B Q1
    30/31 1.1. U17 B Q1 1.3. U18 A Q4
    31/32 1.1. U18 A Q1 1.6. U18 A Q3
    32/33 1.1. U19 A Q1 1.9. U19 A Q2

    Sofern ich alles richtig verstanden habe, wird dem Spieler damit zur Saison 22/23 bei rollierendem Stichtag das zweite F-Jugendjahr "geklaut" werden. (soll keine Wertung darstellen!), dafür spielt er am Ende ein Jahr mehr A-Jugend.


    Ich glaube, das rollieren führt nicht nur dazu, dass die Q4-Spieler besser gefördert werden weil sie auch ein mal die "Großen" sind, sondern es hilft auch den starken Q1-Spielern sich besser zu entwickeln, und gefördert zu werden.

    Es passiert nicht selten, dass (z.B. aufgrund ihres frühen Geburtsdatums) körperlich überlegene und spielerisch starke Spieler aufgrund der dadurch möglichen Unterforderung nicht die Notwendigkeit haben intensiv an sich zu arbeiten und sich weiterzuentwickeln. Durch das rollieren des Stichtags verändert sich das relative Alter der Spieler zu den Mit- und Gegenspielern jede Saison und sie stehen mal vor größeren mal vor weniger großen körperlichen Herausforderungen, für die immer wieder neue spielerische und auch athletische Lösungen gefunden werden müssen.

    Ich kann mir vorstellen, dass der rollierende Stichtag ganz sicher dazu führt, dass mehr spätgeborene Spieler in den Leistungsbereich kommen und dort auch bleiben, genauso hilft es aber auch die frühgeborenen, die dort auch mit dem statischen System zurecht angekommen wären besser zu entwickeln als auf dem alten Weg mit festen Stichtagen.


    Mir stellt sich jetzt nur noch die Frage, ob ich das mit dem rollieren der Stichtage so wie ich es oben in der Tabelle dargestellt habe richtig verstanden habe, oder ob ich da total daneben liege...

    Wir sind bei vielen Punkten ähnlicher Meinung und bei einem hast Du mich einfach nicht richtig verstanden.

    Es geht gar nicht darum den Druck rauszunehmen. Ab einem gewissen Zeitpunkt (ggf. U17) können nur noch die stärksten Stammspieler sein und werden die meisten Einsatzzeiten bekommen.

    Ich bin trotzdem der Meinung, dass man keine Stamm-11 sondern eher eine Stamm-16 benötigt, bei der zumindest zwischen Position 7 und 16 die Zeiten relativ homogen verteilt sind.

    Mir ging es aber vielmehr darum, dass den Positionen 17 - 23 eine adäquate Form der Spielpraxis gewährt werden sollte, damit diese nicht dauerhaft auf der Tribüne sitzen. Selbst wenn sie keine Chance haben in der BuLi-Truppe zu spielen.

    Da bieten sich wie beschrieben Testspiele gegen Reservisten von Ligakonkurrenten oder ambitionierte Teams aus Regionalligen ggf. auch aus dem Erwachsenenbereich. Mir geht es nur darum, dass talentierte Spieler nicht 1 Jahr auf der Tribüne versauern und am Ende der Saison auf Bezirksligalevel landen, nur weil sie keine Möglichkeiten haben ihre Trainingsleistung auf den Platz zu bringen.

    Dass man sich die Eltern zu den Spielern immer mit anschauen muss, damit hast Du sicher recht. Und wenn Du Dir die Beiträge von Don Quijote und auch von mir nicht nur Oberflächlich durchgelesen hast, dann würdest Du sicher auch erkennen, dass wir dem Thema NLZ und Bekenntnis zur Leistungsorientierung durchaus positiv gegenüberstehen und ganz sicher nicht zu den Eltern gehören, die Ihr Kind in ein NLZ schicken und gleichzeitig über das System herziehen.

    Ich hatte in meinen letzten Beiträgen ja auch geschrieben, dass es klar ist, dass für die meisten Spieler irgendwann vorbei sein wird, weil der Trichter einfach nach oben hin zu eng wird, und finde das auch vollkommen legitim. Wir sprechen schließlich von Spitzensport. Selbst Stammspieler und Leistungsträger einer BuLi-U19 schaffen größtenteils den letzten Schritt nicht.

    Trotzdem muss es meiner Meinung nach möglich sein, dass ein Verein, allen Spielern seiner Kader regelmäßig Spielpraxis auf vernünftigen Niveau bietet auch wenn dabei Ergänzungsspieler sind, die im Lauf des Jahres so abgehängt wurden, dass klar ist, dass sie im nächsten Jahr nicht mehr dabei sein werden. Die Jungs haben viel Zeit und Leidenschaft in den Sport investiert und damit durch die Trainingsleistungen ja auch ihren kleinen Teil dazu beigetragen, dass die zukünftigen Profis des Teams, die den Schritt geschafft haben sich so entwickeln konnten, wie sie es getan haben. Da ist es für mich eine Frage von Anstand und Fairness den Spielern neben dem Training weiterhin Spielpraxis zu geben, damit sie ihre Entwicklung vorantreiben können und später die Chance haben zumindest auf Regional-, Ober-, oder Verbandsliganiveau klarzukommen. Auch wenn ihnen bereits mitgeteilt wurde, dass sie im nächsten Jahr keine Chance mehr haben.

    Ich stelle mir vor, ein Schüler, von dem man schon weiß, dass er die Klasse nicht schafft, darf bis Schuljahresende keinen Unterricht mehr besuchen, oder ein Auszubildender, der nach der Lehre nicht übernommen wird, weil die Stellen für die beiden anderen mit besseren Noten vorgesehen sind, darf bis zum Ausbildungsende nur noch Straße kehren und Brotzeit holen....

    Abschließend noch (und falls die Diskussion hier weitergeht, sollte Uwe vielleicht einen eigenen Kanal dafür finden, damit wir Don Quijote ´s Thread nicht crashen):

    ich bin grundsätzlich ein Fan von Leistungsorientierter Ausbildung im Fußball und finde das NLZ-System in vielen Punkten wirklich passen für die Kinder, die ihre Grenzen im Fußball austesten wollen. Trotzdem muss es erlaubt sein auch Themen anzusprechen, die verbesserungswürdig sind. Und da bin ich der unverrückbaren Meinung, dass neben vernünftigem Training Spielzeit ein Recht ist, dass jedem NLZ-Spieler fest zustehen sollte unabhängig davon wie der Verein im folgenden Jahr mit ihm plant.

    Die Vorbereitung auf des "richtige" Leben kommt dann noch früh genug und die die es schaffen werden das genauso schnell kapieren, wie die die es nicht schaffen.
    Ballstoppen und spielen unter Druck lernt man nun mal im Spiel und nicht auf der Tribüne....

    Ich hoffe die Diskussion hier "artet" nicht wieder ähnlich aus, wie nach dem letzten Erfahrungsbericht von Don Quijote ,

    Der Thread hier ist ja in erster Linie die Plattform, auf der er seine Erfahrungen und die seines Sohnes postet und keiner um eine NLZ sinnvoll ja oder nein Diskussion zu führen.

    Ich bin als Vater eines U12-Spielers (jüngste Stufe in unserem NLZ) ganz neu in der Materie und stehe (bzw. mein Kind steht) noch ganz am Anfang eines Weges, von dem keiner weiß wie lange er geht und was ihn erwartet.

    Stand jetzt bin ich sehr zufrieden mit der Atmosphäre und v.a. mit den Trainern, deren Training, Coaching und auch der Art der Kommunikation.

    Ich sehe die Situation zum Teil genauso wie Worom , zum Teil aber auch ganz anders.

    Genauso: den Wechsel ans NLZ haben wir mit unserem Sohn als Projekt besprochen, das immer eine Laufzeit von einem Jahr hat an dessen Ende wir gemeinsam (Eltern und Kind) entscheiden ob und wie es weitergeht.
    Fragen, die dabei beantwortet werden müssen: Wie läuft es sportlich im Training und in den Spielen? Wie passt es menschlich im Team und der Elternschaft? Wie läuft es in der Schule und wie lassen sich Fußball und Schule zeitlich und hinsichtlich mentaler Belastung vereinbaren? Wieviel Zeit bleibt für Freunde außerhalb der Fußballmannschaft? Wie funktioniert das Familienleben für uns alle (inkl. Geschwister) ?
    Wenn alle beteiligten (Sohn, Eltern, Schwester) der Meinung sind ein weiteres Jahr im NLZ macht Sinn, Spaß und ist für die Familie zu realisieren, dann gilt es nur noch abzuklären / abzuwarten, ob der Verein ihn denn auch für die neue Saison als Spieler im NLZ haben möchte...
    ... und ab dem Punkt unterscheidet sich meine Meinung von der, die Worom hat:
    Es ist vollkommen OK, wenn der Zeitpunkt kommt, an dem die Reise zu Ende ist, weil es nicht mehr reicht, oder andere eben so viel besser sind, dass sie bevorzugt werden. Dieser Moment sollte am Ende einer Saison liegen und dem Spieler samt Eltern rechtzeitig in einem Gespräch auf Augenhöhe mitgeteilt werden. Unterjährige Feedbackgespräche über den Leistungs-/ Entwicklungsstand als Motivationshilfe oder nötiger Denkzettel sind wichtig und sollten ebenso dazugehören.
    ABER: ich bin der Meinung ein Spieler, im NLZ hat die Chance verdient das was er sich in 3-5 oder mehr Trainingseinheiten pro Woche erarbeitet am Wochenende auch in einem Spiel auf den Platz zu bringen. Wenn es nicht das Bundesligaspiel in der Stammelf ist, dann zumindest mit den Reservespielern gegen einen passend starken Gegner.
    Der Spieler wird trotzdem enttäuscht sein, weil er sich mehr erhofft, aber er hat so zumindest die Möglichkeit zu verhindern, dass er stehenbleibt oder sich zurückentwickelt, weil er ein Jahr lang gar nicht mehr spielt.

    Die Aussage, dass die Enttäuschungen dazu gehören und es im späteren Berufsleben genauso ist, kann ich gar nicht teilen.

    Von diesen Enttäuschungen bekommen die Jugendlichen in der Schule und im sonstigen Leben genug ab. Bei allem was sie in ihrer NLZ-Zeit investieren, sollte die maximale Enttäuschung, die ihnen ein Trainer bereitet die sein, dass man nicht in der Stammelf spielt sondern bei den Reservisten. Gar nicht spielen zu dürfen und das auch noch auf lange Sicht angekündigt, ist wirklich ein Schlag ins Gesicht, der sich verhindern lässt.


    Klar ist, dass es nicht alle ganz nach oben schaffen können, und klar ist auch, dass annähernd gleiche Spielzeit für alle, wie es die NLZ bis zur U14 sehr oft praktizieren irgendwann nicht mehr gewährt werden kann.

    Ich finde aber, die Vereinbarung für eine Saison im NLZ sollte gegenseitig zwischen Verein und Spieler so lauten, dass der Spieler in allen Einheiten und Spielen seine beste Leistung bringt, und dass der Verein es allen Spielern, die zur Verfügung stehen auch ermöglicht diese Leistung in Trainings und Spielen zu bringen.

    Mit dem Wechsel in den Seniorenbereich kann dann gerne jeder auf eigenes Risiko im Haifischbecken schwimmen, aber vorher sollte man alle Spieler, die man sich in den Kader holt einigermaßen gleich und gerecht fördern.
    Wie schon gesagt geht es nicht darum, dass der gante 23er Kader am Samstag im Buli-Spiel zum Einsatz kommen muss, sondern darum, dass jeder Spieler aus diesem Kader jede Woche ein Spiel absolvieren sollte, in dem er vernünftig auf seinem Niveau gefordert wird.

    => das gilt im Übrigen nicht nur für den NLZ-Bereich, sondern sollte die Maxime für den kompletten Nachwuchsbereich sein.

    So sehr ich sonst den NLZ positiv gegenüberstehe, so sehr störe ich mich an der Unfähigkeit und mangelnden Bereitschaft allen Spielern, die man im Kader hat ausreichend Spielzeit zu verschaffen.

    Zum einen liegt das sicher am Wettbewerbsdruck (Dein Sohn spielt ja vermutlich U19 Bundesliga) und der grundsätzlichen Einstellung, dass die gefördert werden sollen, denen man am Ende unter Umständen den Sprung zu den Profis oder zumindest zur U23 auch wirklich zutraut. zum anderen aber auch daran, dass sich die NLZ Ihrer Verantwortung gegenüber den Jugendlichen nicht bewusst sind.

    Ich würde mir zwei mögliche Wege wünschen:

    - Abschaffung von Auf- und Abstieg im Jugendbereich und eine Förderliga bis inkl. U19 bei der jeder Spieler eine definierte Mindestspielzeit pro Monat bekommt. Die Spiele könnten gerne in vier vierteln ausgetragen werden, so dass alle Mitglieder des Kaders in jedem Vergleich zum Einsatz kommen können.

    Ich bin - im Gegensatz zu vielen anderen - nicht der Ansicht, dass Kinder und Jugendliche Wettbewerbsdruck wie Meisterambitionen oder Ziel Klassenerhalt benötigen um Ihr bestes aus sich herauszuholen. Das Spiel an sich und das große Ziel Profi zu werden muss ausreichen, dass die Spieler in jedem Spiel alles aus sich herausholen. Die Spieler, die dazu nur in einem Wettbewerb mit Meisterschaft und Auf- / Abstieg in der Lage sind haben wegen fehlender intrinsischer Motive im Leistungssport eh nichts verloren.

    - Alternative: jedes NLZ ist verpflichtet, für die Spieler, die nicht oder zu wenig zum Einsatz kommen jede Woche ein Freundschaftsspiel zu organisieren, dass ihnen Spielpraxis auf angemessenem Niveau bietet. (z.B. gegen Reservisten von Ligakonkurrenten, ambitionierte Teams aus der Region, ggf. Seniorenteams von Landes, Verbands oder Oberligisten ...)


    Dass sich ab einem gewissen Alter (ab U17) in diesen Teams der Leistungsgedanke durchsetzt und ein Teil des Kaders weniger Chancen hat in der Top-Elf zu spielen, lässt sich nicht vermeiden und ist auch vollkommen in Ordnung so.

    Trotzdem haben die NLZ ja eine gewisse Verantwortung den Spielern gegenüber, die den Weg so lange mitgegangen sind.

    Es hat keiner das Recht darauf später Profi zu werden oder zumindest bei der 2. Mannschaft im Verein zu verbleiben.

    Aber jeder NLZ-Spieler sollte bis zum Ende seiner NLZ-Zeit solange er gesund ist und mitzieht die Möglichkeit haben jede Woche Spielpraxis zu erlangen, um sein Niveau trotz fehlendem Stammplatz zu erhalten oder weiterzuentwickeln, damit man später einen guten Übergang in den Seniorenbereich findet - in welcher Liga dass dann auch immer sein mag.


    Don Quijote: für Deinen Sohn alles Gute. Ich wünsche ihm Durchhaltevermögen und die Kraft im Training trotzdem weiter Vollgas geben zu können. Auch wenn man es niemandem wünscht, vielleicht profitiert er in den kommenden Monaten mal von Ausfällen oder Leistungsdellen im Team, so wie andere ja auch von seiner Verletzung profitiert haben.

    Auch das macht Sinn und ist bisher ja auch schon in Ansätzen so gelaufen. B-Lizenz Eignungstest konnte übersprungen werden, ein bekannter von mir (bis vor 3 Jahren noch Bundesliga-Profi) durfte sogar direkt mit der Elite Jugend-Lizenz beginnen (warum auch immer). Ich habe auch kein Problem damit, wenn ein 38-Jähriger Profi ein Jahr nach seiner Karriere bei der Lizenz bevorzugt wird. Wenn er in den letzten 20 Jahren in dem Bereich unterwegs war, hat er genug erlebt, was ihn zu einem besseren Trainer macht und ihm bessere Voraussetzungen gibt. Wenn man allerdings ein paar Jahre zurückgeht und ein paar Ligen tiefer, dann habe ich das Verständnis leider nicht mehr, dennoch ist das so geregelt. Es wird auch salopp gesagt der Oberliga-Spieler, der in den 90ern dort zwei Saisons gespielt hat, anderen Bewerbern vorgezogen, die es vielleicht nur bis zur Landesliga geschafft haben.


    Diese Regelungen machen Sinn, aber so sind so pauschalisiert zusammengefasst, dass auch genügend Leute bevorzugt werden, die sich da "durchmogeln" können. Dass bestimmte Spielklassen Punkte geben und jeder am Ende nur an seiner nackten Punktzahl gemessen wird, ist schwierig.

    Da gebe ich Dir vollkommen Recht, und muss zugeben, dass mich in die Materie sicher nicht so tief eingelesen habe wie Du.
    Bevorzugte Behandlung passt in meinen Augen wirklich nur für "echte" Profis und die spielen in Deutschland für mich in den ersten drei Ligen (Sorry an alle Fans der Regionalligen West und Südwest). Das Punktesystem könnte sich gerne danach aufbauen wie viele Jahre man in welcher dieser 3 Ligen gespielt hat. Genauso gehört es für mich dazu, dass das Punktekonto sich wieder reduziert je länger die Zeitspanne zwischen dem Karriereende und der Bewerbung für die Lizenz ist. Ein Jahr Sabbatical würde ich jedem zugestehen, aber dann sollte man schon loslegen.
    Viele Unis gehen ja mittlerweile weg von der reinen Notenbeurteilung und ersetzen / ergänzen diese durch ein Interview in dem man sich persönlich ein Bild vom Bewerber macht, mit dem man Nachteile in den Unterlagen / Voraussetzungen ausgleichen, genauso aber Vorteile verlieren kann.
    Auch so etwas könnte ich mir hier gut vorstellen, fürchte aber, dass die Kompetenz der verschiedenen Lehrgangsleiter hier unter Umständen an Grenzen stößt.

    Charles De Goal hat weiter oben ja eher angesprochen, dass man eine Lizenz oberhalb der B+ (also A aufwärts) nur noch machen kann, wenn man in älteren NLZ-Mannschaften, höherklassigen U19-Mannschaften oder höherklassigen Amateurmannschaften etc. Trainer oder Co-Trainer ist bzw. war.
    Das finde ich aber gar nicht verwerflich, weil die Lizenzen sind ja nicht nur da, damit sie gesammelt werden und man eine neue Urkunde im Schrank hat, sondern dass sie auch da zum Einsatz kommen wo sie hinpassen. Und wer auf Dauer nur bis U19 auf Kreis- oder Bezirksebene arbeiten möchte, der ist vermutlich mit der Elite-Jugend bzw. B+ bestens ausgestattet bzw. bereits überqualifiziert. Wer darüber hinaus möchte, der muss wohl oder übel auch die Grenzen seiner Lizenz ausloten und aus der Komfortzone Jugendtrainer im Heimatverein raus.
    Mit Elite-Jugend bzw. B+ deckt man bereits ein wirklich breites Spektrum an Trainerwissen ab um im gehobenen Jugendbereich fast alles zu trainieren, was man möchte. Die Forderung zum Erwerb einer höheren Lizenz bereits höher trainiert zu haben hilft ja auch dem zukünftigen Trainer erst mal zu hinterfragen, ob das überhaupt seine Welt ist.
    Auch der erleichterte Einstieg für ehemalige Profis ist meiner Meinung nach nicht verwerflich. Die müssen ohne jeden Zweifel vieles in Punkto Pädagogik und Psychologie lernen und werden sich dies in den A-Lehrgängen und ggf. beim Fußballlehrer auch alles erarbeiten müssen. Aber die haben im Laufe ihrer Laufbahn in der Regel schon zig Trainer und Trainingsübungen erlebt, von denen unsereins nur träumen kann. Dementsprechend sind sie sportlich mit Sicherheit so gut präpariert, dass für sie der Weg über C und B, den wir gehen müssen nicht nötig ist.

    Egal ob Leistungs- oder Breitensport, ein Trainer dessen Erfolg darauf aufbaut, dass ausschließlich die 11 stärksten Spieler zum Einsatz kommen und die anderen nur 5-10 Minuten bekommen hat im Vorfeld in Kaderzusammenstellung und der Ausbildung der Spieler so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann.

    Natürlich hat man im Leistungsbereich irgendwann eine Stammelf, die normalerweise in der Mehrzahl der Spiele startet, das wird aber auf Dauer speziell im Herbst / Winter mit Krankheit, Verletzungen etc. nicht genügen.

    Selbst wenn ich einen sehr zuverlässigen Kader habe, benötige ich im Leistungsbereich mindestens 16 eher 18 Spieler, die ich jederzeit bedenkenlos in den Wettkampf werfen kann ohne dass ich Angst haben muss abgeschossen zu werden.
    Es gibt selbstverständlich in jedem Team Top-Spieler und eine bestmögliche Startelf. Wer aber ausschließlich auf diese setzt, weil er denkt mit anderen Spieler nicht erfolgreich sein zu können denkt a) zu kurz und macht b) seinen Job als Trainer total unterirdisch.

    Trotzdem finde ich die von Goodie und derZUliebeTrainer geforderte "Revolte" der Unzufriedenen fehl am Platz.

    Jeder unzufriedene Spieler (in dem Altern gerne auch mit Unterstützung der Eltern) kann im direkten Gespräch mit dem Trainer seine Meinung kundtun. Wenn er am Ende 6-8 mal unabhängig voneinander damit konfrontiert wird, kommt er vielleicht schneller zur Vernunft, als wenn eine Horde aufgebrachter Eltern und Spieler auf ihn einquasselt oder er das Gefühl haben muss es wurde hinter seinem Rücken etwas gegen ihn angezettelt.
    Ich zumindest habe sowohl im Berufsleben, als auch in Schule und Sport die Erfahrung gemacht, dass man mehr erreicht, wenn man seine persönlichen Probleme im direkten Gespräch klärt, als wenn sich viele Unzufriedene zusammenschließen und mobil machen...

    Ich kann mich da Constantin nur anschließen.


    Wenn Die Situation sich so darstellt wie Sie beschrieben wird, dann macht der Trainer im Umgang mit seinem Kader sicherlich einiges falsch, egal ob er nun die bestmögliche Stammelf aufstellt oder tatsächlich noch bessere Spieler auf der Bank versauern lässt.
    Die Beurteilung darüber, wer wie gut in seine Startelf passt und wer seiner Meinung nach die stärksten Spieler sind ist ganz allein seine Entscheidung. Wenn er sich ausschließlich auf seine Startelf verlässt und den anderen Spielern nur die letzten 5-10 Minuten an Einsatzzeit gewährt wird er seiner Aufgabe als Trainer sicher nicht gerecht und denkt vermutlich nur an den kurzfristigen Erfolg.
    ABER:
    Jeder Spieler (gerne auch mit den Eltern gemeinsam) hat die Möglichkeit sich im persönlichen Gespräch nach seiner Rolle in der Mannschaft zu erkundigen und seine Unzufriedenheit über die ihm zustehende Spielzeit zu äußern bzw. Gründe dafür zu erfahren.
    Wenn sich die Situation nicht bessert halte ich einen Wechsel im Winter oder spätestens zur neuen Saison für absolut sinnvoll. Bis dahin sollte aber jeder Spieler unabhängig von seinen Einsatzzeiten im Training Vollgas geben - so schwer es vor dem Hintergrund vielleicht auch fallen mag. Wer sich hängen lässt verpasst die Chance z.B. im Falle von Verletzungen doch in die Mannschaft zu bekommen und verliert sportlich vielleicht so sehr den Anspruch, dass man sich nach einem Wechsel auch im neuen Verein schwer tun würde.

    Was in meinen Augen gar nicht geht ist eine gemeinschaftliche Intervention der Unzufriedenen Spieler / Eltern nach dem Motto "Wir gegen die (Stammspieler)". Der Graben, der da zwischen den Mannschaftsteilen und dem Trainer entstehen würde wäre zu groß um ihn wieder zuzuschütten.
    Eine Option (gutes Teamklima vorausgesetzt) könnte noch sein, dass die Ergänzungsspieler ihre Situation und ihre Stimmung dabei ehrlich aber sachlich mal im Mannschaftskreis (ohne Trainer) darstellen. Sollten sie dabei auf Verständnis stoßen könnte die gesamte Mannschaft als Einheit oder der Mannschaftsrat (falls vorhanden) mit dem Trainer über die Verteilung der Einsatzzeiten sprechen.
    Je nach dem wie er drauf ist, könnte er das sogar positiv annehmen.


    Grundsätzlich finde ich den Weg, den der Trainer mit der Verteilung von Spielzeit in seinem Kader geht vollkommen falsch, weil der damit das Ziel eine Mannschaft (die nun mal aus mehr als 11 Spielern besteht) zu entwickeln krachend verfehlt.

    Coach1976

    Es ist auch absolut ok das es eine Stamm 11 gibt .

    Aber die Ersatzbank, die wirklich gleiche Leistung bringen, aufgrund von seiner persönlichen Einstellung nicht spielen zu lassen??!?

    Wir haben 2 Jungs die in dieser Saison nicht 1 Minute gespielt haben.

    Ich hatte bisher nichts mit Fußball zu tun, aber soweit mir bekannt könnte er den Verein ohne Sperre wechseln, da keine Spielzeit gehabt.

    Ich habe ja nicht gesagt, dass ich die Vorgehensweise des Trainers gut finde. Ganz im Gegenteil.

    Ich schließe mich aber auch Constantin an, dass es falsch wäre in Frage zu stellen, ob der Trainer die richtigen Spieler in der Stammelf sieht oder nicht.

    Worauf man ihn aber sehr wohl ansprechen kann ist warum es keine Möglichkeit gibt, dass die Ergänzungsspieler eine faire Chance auf mehr Spielzeit erhalten und auch mal Startspieler sein zu dürfen bzw. was die Spieler tun müssen, um diese Chance zu bekommen.

    Wenn er schlau ist, denkt er darüber nach und ändert etwas, wenn nicht ist ihm eh nicht zu helfen ...

    Ab der U15 ist es im Leistungsbereich sicher nicht unüblich, dass sich eine Stammelf herauskristallisiert, die ein Mehr an Spielzeit bekommt und vermutlich auch in den engen Spielen zum Einsatz kommen wird.

    Aber selbst im höheren Leistungsbereich gelingt es einem vernünftigen Trainer immer wieder zu rotieren bzw. Gelegenheiten zu finden in denen die Ergänzungsspieler mehr als 5 - 10 Minuten zum Einsatz kommen.
    z.B. Spiel ist frühzeitig entschieden (egal ob positiv oder negativ) => früher wechseln
    extrem starker / schwacher Gegner (Unterschiede gibt es auch im Leistungsbereich) => Ergänzungsspiele kommen in die Startelf


    Ich bin mir ziemlich sicher bei Euer Leistungsmannschaft handelt es sich eher um einen ambitionierten Amateurverein als um ein NLZ.
    Dort (in den NLZ) wird nämlich in der Regel so gut es geht versucht allen Spielern ausreichend Spielzeit zu geben (auch wenn es da Stammspieler mit mehr und Ergänzungsspieler mit weniger Zeit gibt)
    Dabei müssten gerade die nicht-NLZ zusehen, dass sie sich einen breiten zufriedenen Kader halten, weil jedes Jahr ja die Gefahr besteht, dass die besten Spieler von NLZ weggeholt werden.

    Ich verstehe den Hintergrund hier nicht.

    Eine Auswahlmannschaft trainiert doch nicht 3x pro Woche.

    Normalerweise ist die Auswahl ein Zusatzangebot zum Verein (und keine entweder oder) bei dem sich die besten Spieler aus den Vereinen einer Region (un-) regelmäßig zum Training, zu Lehrgängen oder Turnieren / Leistungsvergleichen mit anderen Auswahlmannschaften treffen. die Auswahl ist dabei eine übergeordnete Fördermaßnahme vom Verband, die zusätzlich zum Verein gemacht wird und sich in den Trainings- und Spielbetrieb der Vereine fügt. Klar kann es mal Terminkonflikte geben, aber dass ein Spieler sich grundsätzlich zwischen Verein und Auswahl entscheiden muss ist so (zumindest in Deutschland) nicht üblich.

    Stammt dein Beispiel vielleicht aus einem Nachbarland, und ist eher mit einem Vereinswechsel als mit einer Auswahlberufung zu vergleichen?

    Für die C-Jugend habe ich noch keine Idee (hat die vielleicht jemand von euch?). Wir haben zwar die Meldeliga, die führt zu 3 Klassen (Kreisliga, Kreisklasse, Gruppe). Wir haben für Gruppe gemeldet. Ich bin z.B. skeptisch ob mehrere Abstufungen die Spielrunde ausgeglichener gestalten würden. Meine Überlegung wäre, ein Jahr später auf das Großfeld und die großen Tore zu wechseln und erst im 2. Jahr C-Jugend Großfeld zu spielen - passen evtl. die Größenverhältnisse wieder besser.

    Ich könnte mir auch eine Übergangslösung zwischen Kompakt- und Großfeld vorstellen:
    Kompaktfeld mit großen Toren. Geht natürlich nur, wenn der Verein große bewegliche Tore hat, und davon ist oft nur eines fürs TW-Training vorhanden.
    Der ein oder andere U13 Torwart stellt aufgrund von Größe und Qualität im Kleinfeldtor manchmal schon ein unüberwindbares Hindernis dar, das würde sich in der C-Jugend beim beibehalten der Tore noch verstärken. Mit größeren Toren bei nach wie vor verkleinertem Spielfeld ergeben sich verengte Räume und wieder mehr Chancen für Abschlussaktionen. Meine Beobachtung in der C-Jugend war meist, dass nicht die Tore das Problem darstellen, sondern eher, das große Spielfeld, dass die Jungs naturgemäß noch nicht vernünftig abdecken können. Es ergibt sich dann oft wieder das Bild, dass man aus der F-Jugend schon kannte, der große, kräftige Spieler der im ungünstigsten Fall auch noch schnell ist entscheidet mit Einzelaktionen die Spiele. Die Fußballerische Qualität, die man bis zur U13 aufgebaut hat geht wieder verloren...
    Gegen Deinen Ansatz im zweiten C-Jugendjahr aufs Großfeld zu wechseln spricht die Tatsache, dass genau ab diesem Alter kaum noch Jahrgangsmannschaften existieren (NLZ und Leistungsvereine ausgenommen)
    Denkbar wäre auch: Kompaktfeld mit großen Toren über die gesamte Breite und dafür mit 9 oder sogar 10 Feldspielern.
    Durch das Wegfallen der beiden 16er verdichtet sich das Geschehen, es gibt mehr 1gg1 mehr Abschlüsse und die Gefahr, dass ein schneller Konterstürmer jedes Mal à la "Forrest Gump" von der Mittellinie in Richtung gegnerisches Tor läuft wird auch reduziert.

    Ich muss mich da leider meinem Vorredner anschließen.

    Man kann in dieser Altersklasse sicher mit Leistungsorientierung anfangen und die Spieler zu homogenen Einheiten zusammenfassen, wobei auch nichts dagegen spricht in der E noch heterogen zu arbeiten und sich eher am KiFu zu orientieren.

    Aber selbst wenn man sich so orientiert ist es ein absolutes NoGo die "Topmannschaft" (was heißt das in dem Alter schon) so über alles zu stellen, dass deren Spieler die weniger starken aus ihrem Team verdrängen und deren Spielzeit einnehmen.

    Ich würde an Deiner Stelle ganz sachlich das Gespräch suchen und erklären, dass Du die Spielzeit innerhalb Deiner Mannschaft gerecht verteilst und mit deinem Kader hervorragen klar kommst. Wenn Dir Spieler fehlen sollten kommst Du gerne auf das Angebot zurück und fragst nach, ob jemand aus der E1 unterstützen kann.
    Sollte der andere Trainer bzw. Verein bei seinem Standpunkt bleiben würde ich den Job zur Verfügung stellen und sie sollen jemanden suchen, der bereit ist ihr Konzept mitzutragen.

    Falls Du selbst ein Kind in der Mannschaft hast und es gibt vernünftige Alternativen in der Umgebung, dann wechsle mit ihm den Verein.

    Zur Überbrückung kannst Du ihn ja bis zur Winterpause noch in der E3 trainieren und spielen lassen bzw. wenn Du das was da geplant ist offen den Eltern Deiner E2 kommunizierst, dann wirst Du vermutlich ein paar Unterstützer finden, die gleich mitgehen.


    P.S.: man könnte natürlich auch 2 Kinder aus der E1 fest in die E2 geben und dafür 2-3 aus der E2 fest in die E3, dann wären alle Teams gleichmäßig besetzt und die Spielzeiten leichter zu verteilen.
    bzw. könnte man auch extrem denken und man meldet 4 Teams (3*9 Spieler, 1x10)

    Die drei Trainingsgruppen können dann ja sogar bleiben, man benötigt nur noch einen weitern Betreuer für das 4. Team am Spieltag.

    Sollte es bei einer Mannschaft mal eng werden hilft eine der anderen aus (vorausgesetzt bei Euch gibt es keine Festspielregel) und wie oben schon erwähnt kommt man in der E auf mal locker mit nur einem oder ohne Ersatzspieler aus.
    PPS:
    mich stört schon die grundsätzliche Zuteilung in Leistungsklasse und Kreisklasse in der E-Jugend
    Bei uns gibt es in der E nur die Gruppenebene ohne Aufstiegsrecht mit dementsprechend Freundschaftsspielcharakter. Die meisten Trainer vereinbaren sogar untereinander weiter nach Fairplay-Liga-Regeln (ohne Schiedsrichter) zu spielen.
    Ambitionierte Teams machen zusätzlich Freundschaftsspiele gegen andere ambitionierte Teams oder melden Ihre E1 bereits als D-Jugend in der Gruppe oder Kreisklasse (in seltenen Fällen sogar Kreisliga an) wovon ich aber nicht sonderlich viel halte.

    Durch diese Ligeneinteilung fördert Euer Verband das hinterwäldlerischen Denken Eures Vorstands ja noch, weil dieser sich schließlich nur an den vom Verband vorgegebenen Rahmen orientiert.

    Unabhängig davon, wie die Zusammenstellung der Mannschaften erfolgt ist, ist jeder Trainer für seine Mannschaft verantwortlich und muss innerhalb der Mannschaft für ausreichende und ausgewogene Spielzeit aller Spieler sorgen.

    Dass man sich innerhalb des Vereins mal hilft, wenn Spieler fehlen versteht sich von selbst, aber dann wird der Trainer der aufnehmenden Mannschaft aktiv und nicht der der Spieler "übrig" hat.
    Wenn der E1 Trainer seinen Spielern nicht genug Spielzeit im Rahmen der Verbandsrunde geben kann (was bei einem 14er Kader nicht verwundert, wenn er nur motivierte leistungsorientierte Spieler hat), soll er diese durch Freundschaftsspiele aufstocken. Den Spieler der zweiten Mannschaft Spielzeit vorzuenthalten, damit die Spieler von "oben" spielen können geht gar nicht!
    Besser Wäre die Idee der 4 Mannschaften. Selbst wenn Ihr "nur" 36 - 40 Spieler habt, reicht das meistens aus. In der E kann man ein Spiel auch mal ohne Ersatzspieler durchziehen und falls erforderlich müsste das ein oder andere Spiel so gelegt werden, dass jemand aus einer anderen Mannschaft aushelfen kann. So kämen letztendlich alle sogar auf mehr Spielzeit.

    Zum Thema festspielen:
    bei uns in Bayern hat die E-Jugend trotz Verbandsrunde einen reinen Freundschaftsspielbetrieb. Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, glaube aber, dass es hier sowas wie festspielen gar nicht gibt und halt diese Regelung in der E-Jugend auf für absolut unsinnig.