Ich hoffe die Diskussion hier "artet" nicht wieder ähnlich aus, wie nach dem letzten Erfahrungsbericht von Don Quijote ,
Der Thread hier ist ja in erster Linie die Plattform, auf der er seine Erfahrungen und die seines Sohnes postet und keiner um eine NLZ sinnvoll ja oder nein Diskussion zu führen.
Ich bin als Vater eines U12-Spielers (jüngste Stufe in unserem NLZ) ganz neu in der Materie und stehe (bzw. mein Kind steht) noch ganz am Anfang eines Weges, von dem keiner weiß wie lange er geht und was ihn erwartet.
Stand jetzt bin ich sehr zufrieden mit der Atmosphäre und v.a. mit den Trainern, deren Training, Coaching und auch der Art der Kommunikation.
Ich sehe die Situation zum Teil genauso wie Worom , zum Teil aber auch ganz anders.
Genauso: den Wechsel ans NLZ haben wir mit unserem Sohn als Projekt besprochen, das immer eine Laufzeit von einem Jahr hat an dessen Ende wir gemeinsam (Eltern und Kind) entscheiden ob und wie es weitergeht.
Fragen, die dabei beantwortet werden müssen: Wie läuft es sportlich im Training und in den Spielen? Wie passt es menschlich im Team und der Elternschaft? Wie läuft es in der Schule und wie lassen sich Fußball und Schule zeitlich und hinsichtlich mentaler Belastung vereinbaren? Wieviel Zeit bleibt für Freunde außerhalb der Fußballmannschaft? Wie funktioniert das Familienleben für uns alle (inkl. Geschwister) ?
Wenn alle beteiligten (Sohn, Eltern, Schwester) der Meinung sind ein weiteres Jahr im NLZ macht Sinn, Spaß und ist für die Familie zu realisieren, dann gilt es nur noch abzuklären / abzuwarten, ob der Verein ihn denn auch für die neue Saison als Spieler im NLZ haben möchte...
... und ab dem Punkt unterscheidet sich meine Meinung von der, die Worom hat:
Es ist vollkommen OK, wenn der Zeitpunkt kommt, an dem die Reise zu Ende ist, weil es nicht mehr reicht, oder andere eben so viel besser sind, dass sie bevorzugt werden. Dieser Moment sollte am Ende einer Saison liegen und dem Spieler samt Eltern rechtzeitig in einem Gespräch auf Augenhöhe mitgeteilt werden. Unterjährige Feedbackgespräche über den Leistungs-/ Entwicklungsstand als Motivationshilfe oder nötiger Denkzettel sind wichtig und sollten ebenso dazugehören.
ABER: ich bin der Meinung ein Spieler, im NLZ hat die Chance verdient das was er sich in 3-5 oder mehr Trainingseinheiten pro Woche erarbeitet am Wochenende auch in einem Spiel auf den Platz zu bringen. Wenn es nicht das Bundesligaspiel in der Stammelf ist, dann zumindest mit den Reservespielern gegen einen passend starken Gegner.
Der Spieler wird trotzdem enttäuscht sein, weil er sich mehr erhofft, aber er hat so zumindest die Möglichkeit zu verhindern, dass er stehenbleibt oder sich zurückentwickelt, weil er ein Jahr lang gar nicht mehr spielt.
Die Aussage, dass die Enttäuschungen dazu gehören und es im späteren Berufsleben genauso ist, kann ich gar nicht teilen.
Von diesen Enttäuschungen bekommen die Jugendlichen in der Schule und im sonstigen Leben genug ab. Bei allem was sie in ihrer NLZ-Zeit investieren, sollte die maximale Enttäuschung, die ihnen ein Trainer bereitet die sein, dass man nicht in der Stammelf spielt sondern bei den Reservisten. Gar nicht spielen zu dürfen und das auch noch auf lange Sicht angekündigt, ist wirklich ein Schlag ins Gesicht, der sich verhindern lässt.
Klar ist, dass es nicht alle ganz nach oben schaffen können, und klar ist auch, dass annähernd gleiche Spielzeit für alle, wie es die NLZ bis zur U14 sehr oft praktizieren irgendwann nicht mehr gewährt werden kann.
Ich finde aber, die Vereinbarung für eine Saison im NLZ sollte gegenseitig zwischen Verein und Spieler so lauten, dass der Spieler in allen Einheiten und Spielen seine beste Leistung bringt, und dass der Verein es allen Spielern, die zur Verfügung stehen auch ermöglicht diese Leistung in Trainings und Spielen zu bringen.
Mit dem Wechsel in den Seniorenbereich kann dann gerne jeder auf eigenes Risiko im Haifischbecken schwimmen, aber vorher sollte man alle Spieler, die man sich in den Kader holt einigermaßen gleich und gerecht fördern.
Wie schon gesagt geht es nicht darum, dass der gante 23er Kader am Samstag im Buli-Spiel zum Einsatz kommen muss, sondern darum, dass jeder Spieler aus diesem Kader jede Woche ein Spiel absolvieren sollte, in dem er vernünftig auf seinem Niveau gefordert wird.
=> das gilt im Übrigen nicht nur für den NLZ-Bereich, sondern sollte die Maxime für den kompletten Nachwuchsbereich sein.