Beiträge von Coach1976

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    Ohne VAR hätten wir uns wahrscheinlich darauf geeinigt, dass es vermutlich eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters war, Hummels sich aber aufgrund seines wenig klugen Einsteigens nicht beschweren darf, dass der Schiedsrichter die Wahrnehmung hatte, rot wäre angebracht.

    Da wir aber den VAR haben, ist das Aufrechterhalten der roten Karte einfach lächerlich.

    Hummels hätte für sein riskantes Einsteigen eine gelbe Verdient uns Anthony das gleiche für die Schauspieleinlage.
    Es kann ja nicht angehen, dass Tore aufgrund von Abseitsentscheidungen, die man selbst mit kalibrierten Linien kaum erkennen kann zurückgenommen werden, auf der anderen Seite ein Mannschaft wegen einer solchen roten Karte 60 Minuten in Unterzahl spielen muss.

    Hummels hat sich rund um die Hinausstellung meiner Meinung nach völlig korrekt verhalten. Er hat den Platzverweis im Spiel akzeptiert und nur relativ zurückhaltend gezeigt, dass er mit der Entscheidung nicht einverstanden ist. Nach dem Spiel hat er deutlich aber trotzdem sachlich und respektvoll seine Wertung der Situation abgegeben.

    Es ist aber natürlich völlig unbestritten, dass es in der Situation in diesem Raum wenig dämlichere Lösungsmöglichkeiten gibt als eine Grätsche, wie Hummels sie hier auspackt. Das sollte einem Spieler mit seiner Erfahrung und Klasse definitiv nicht passieren. Stellen und Abdrängen hätte vollkommen ausgereicht. Dementsprechend hätte ihm neben der berechtigten Schirischelte ein kleines bisschen Selbstkritik zu seiner eigenen Fehlentscheidung sicher auch ganz gut gestanden.

    Was könnte hier angemessen sein? Google play Gutschein oder so?

    Auf gar keinen Fall!

    Materielle Zuwendungen an Schiedsrichter haben grundsätzlich einen Faden Beigeschmack und sollten weder im Profibereich, noch im erwachsenen Amateurbereich und erst Recht nicht bei den Jugendspielern zum Einsatz kommen.

    Selbst ein moderates Aufrunden der Aufwandsentschädigung finde ich ehrlich gesagt schon grenzwertig...


    Gegen ein Freigetränk und eine Bratwurst oder ähnliches nach dem Spiel ist sicher nichts einzuwenden.

    Am wichtigsten ist aber sicher das direkte positive Feedback nach dem Spiel, am besten, wie von let1612 schon vorgeschlagen vor den Spielern und gerne auch so, dass es die Eltern ebenfalls mitbekommen.

    Mein Sohn identifiziert dich tatsächlich für die Position zwischen den Pfosten , er geht privat zum Torwarttraining eines Torwart Trainers aus einem NLZ !

    Er sagte er würde meinen Sohn gern für nächsten Sommer holen wollen aber er sieht das Problem das er nicht beidfüßig sei !


    Aus den Grund habe ich gedacht ich frag mal in der Runde nach , bei ihm im Verein wo er jetzt spielt ist kein Kind beidfüßig .

    Frag den Torwarttrainer doch mal welche Ideen er so hat Deinem Sohn zur Beidfüßigkeit zu verhelfen.

    Er hat es doch als Spezialtrainer selbst in der Hand etwas daran zu ändern.

    Auf der einen Seite nimmt er (vermutlich nicht wenig) Geld für das Zusatztraining an, auf der anderen Seite moniert er Schwachstellen, die er ohne weiteres in seinem Training bearbeiten könnte. Bis Sommer ist ja noch jede Menge Zeit.

    Grundsätzlich bleibe ich aber bei meiner Meinung, dass die U9 sowohl für die Fixierung auf die Torwartposition zu früh ist als auch dafür schon in ein NLZ zu wechseln, wenn dieses nicht zufällig direkt vor der Haustüre ist.

    Wenn Dein Sohn jetzt schon ausschließlich nur im Tor spielen will und das im Verein auch tut, ist die Gefahr, dass er in ein paar Jahren von Spielern überholt wird, die im Kleinfeldbereich sowohl Erfahrungen als Feldspieler als auch als Torwart sammeln durften sehr groß...

    Perfekte Beidfüßigkeit habe ich in meinem Beitrag aber auch nicht gefordert, sondern die Bereitschaft den schwächeren Fuß zu benutzen wenn es die Situation erfordert.

    Allein dadurch ergibt es sich, dass man auch mit diesem vernünftig agieren kann. Dazu ist meiner Meinung nach gar kein isoliertes Training des zweiten Fußes am Hütchen erforderlich.

    Es reicht schon in Spielsituationen bei denen der schwache Fuß gezielt umkurvt wurde oder man sich bei der Ballannahme mit der starken Außenseite fast das Kreuzband reißt den Spieler darauf hinzuweisen, dass diese Situation mit dem anderen Fuß schneller, besser, erfolgreicher gelöst werden könnte und ihn immer wieder zu animieren, das doch zu nutzen.

    Die Aussage, dass Spieler wie Robben oder Özil den schwachen Fuß nur zum stehen haben / hatten ist schlicht falsch, auch wenn sie ihn deutlich öfter umgangen haben als andere Spieler stimmt es einfach nicht, dass beide mit dem zweiten Fuß nichts anzufangen wissen.

    Ein Fuß in Perfektion und einer brauchbar ist besser als zwei, die nur brauchbar sind. Da bin ich dabei.

    Aber einer in Perfektion und den anderen komplett ignorieren funktioniert sicher nicht.

    Wenn man unter beidfüßig versteht, dass man mit beiden Füßen in Ballannahme, Passspiel und Torschuss so stark ist, dass man keinen Unterschied zwischen vermeintlich schwachem und starken Fuß erkennt, dann trifft das sicherlich auf kaum einen Spieler auf der Welt zu und es ist auch nicht erforderlich, dass man bewusst isoliert den schwächeren Fuß trainiert um ihn dem stärkeren anzunähern.

    Das Beispiel von vangaalsnase ist aber so auch nicht korrekt und extrem überspitzt.

    Klar haben Robben und Özil deutlich öfter ihren staken Fuß genutzt indem sie häufig auch den schwachen bewusst umgangen haben. Aber sie waren trotzdem jederzeit in der Lage wenn es Zeit- und Gegnerdruck erfordert haben auch mit dem schwachen absolut brauchbare Pässe und Torabschlüsse zu produzieren, von der ordentlichen Ballan- und mitnahme ganz zu schweigen.

    Hier läge für mich auch die Mindestanforderung an die Beidfüßigkeit. Einen ankommenden Ball, egal ob hoch oder flach, stramm oder leicht immer mit dem Fuß annehmen zu können, der am besten für die jeweilige Situation geeignet ist. (gegnerfern, optimale Positionierung zur Spielrichtung etc.) Wenn dann noch ein ordentlicher Pass und bei Bedarf ein gezielter Torschuss herausspringt, ist das völlig ausreichend egal, ob man im Leistungs- oder im Breitensport unterwegs ist. Niemand verlangt, dass jemand aus 20m Freistöße links wie rechts in den Winkel zirkelt (das ist ja mit dem starken schon anspruchsvoll genug). Aber die Aussage, dass der zweite Fuß vollkommen ignoriert werden kann, wenn der starke gut genug ist, passt so definitiv nicht. Die ehemaligen Weltklassespieler, die hier als Referenz dienen (man könnte tatsächlich ja auch noch Messi dazunehmen, der gefühlt ja auch nur einen linken Fuß hat) würden uns vermutlich alle miteinander auf dem Bierdeckel abzocken, selbst wenn man ihnen verbieten würde auch nur ein einziges mal den starken Fuß zu benutzen.

    Um auf die Eingangsfrage zu kommen:

    Ein U9-Torhüter im NLZ (die "Stellenbeschreibung" an sich stört mich übrigens schon gewaltig. In der U9 sollte ein Spieler eigentlich nicht permanent im Tor stehen und ein NLZ brauchts in dem Alter garantiert auch noch nicht) muss nicht perfekt beidfüßig sein, die Bereitschaft den zweiten Fuß zu benutzen und diesen nicht bei jeder Aktion, zu Umgehen indem man Bögen läuft, oder die Außenseite des anderen Fußes nutzt sollte aber schon vorhanden sein.

    bezgl. Jens Lehmann gebe ich dir vollkommen recht....

    Dass ehemalige Profis leichter zur B+ kommen können ist aber grundsätzlich schon ok. Um bei Deinem Beispiel zu bleiben: Die wurden ja nicht nur jahrelang von Ärzten behandelt, sondern haben auch unter ihnen gearbeitet (ein Pfleger bekommt im Medizinstudium ja auch den ein oder anderen Credit angerechnet). Wichtig ist aber, dass speziell bei den Kandidaten die Soft-Facts eingehend durchleuchtet werden.

    Jens Lehman hätte vermutlich mangels sozialer Qualifikation niemals irgendeinen Trainerschein machen dürfen ...

    Andererseits ist er ja des beste Beispiel, dass am Ender der Markt schon regelt wer einen Job bekommt und wer nicht.

    Deshalb nutzt ihm der Fußballlehrer und der Wunsch noch mal in die Bundesliga zu kommen auch nix mehr. Der Zug ist für ihn (hoffentlich) abgefahren. Nur Schade, dass er jemandem den Platz bei den Lizenzen weggenommen hat, der vielleicht was vernünftiges damit anzufangen wüsste.

    Die Geschichte muss man meiner Meinung nach von zwei Blickwinkeln betrachten.

    1. Zeit / Aufwand / Dauer

    2. Kosten

    zu 1:
    dass die Lehrgänge länger dauern bzw. zwischen zwei Lizenzstufen längere Praxisphasen gewünscht sind damit sich das Erlernte setzen und manifestieren kann ist in meinen Augen eine gute Neuerung. Es gibt genügend Beispiele, die Scheine auf der Überholspur absolviert haben, weil ausreichend Freizeit vorhanden war, die aber nicht ausreichend im Tagesgeschäft tätig waren um ein vernünftiger Trainer zu werden. Ähnliches kennt man doch auch aus dem Berufsleben. Die Meisterprüfung kann man auch erst ablegen, wenn man einige Jahre im Job gearbeitet hat.

    Dadurch, dass sich die Lehrgänge an sich aber auch die Zeitspanne bis man die unterschiedlichen Lizenzstufen abgelegt haben kann in die Länge zieht steigt zum einen die Qualität, zum anderen wird auch in gewisser weise ausgesiebt weil eben nur die die lange Zeit durchhalten, die wirklich Interesse daran haben die höchsten Scheine zu erreichen. Wem das zu lange dauert oder zu stressig ist, kann ja bei der C-Lizenz bleiben und die mit Weiterbildungen etc. aufpeppen.

    => den Aspekt der Neuerungen finde ich gar nicht so falsch.


    zu 2:

    egal aus welcher Motivation es geschieht, ist es ein vollkommen falscher Ansatz die Kosten in einem derartig unverhältnismäßigen Rahmen zu erhöhen. Anscheinend will man hier sämtliche neu eingestellten Talentförderungsexperten inkl. der DFB-Akademie darüber finanzieren. Sollte ein Aspekt der Gebührenerhöhung tatsächlich sein, dass die Hobby-Scheinmacher ausgesiebt werden sollen und nur noch die, die tatsächlich motiviert sind durchkommen sollen hätte man das besser über härtere Prüfungsbedingungen vollzogen.

    Wenn man tatsächlich für eine breitere Spitzenförderung sorgen will um die Selektionsbasis für Talente zu erweitern, dann benötigt man nicht nur in den NLZ, sondern auch in den ambitionierten Breitensportvereinen sehr gut ausgebildete Trainer.

    Natürlich kommen am Ende dann vielleicht prozentual noch weniger Profis aus der großen Zahl der geförderten Kinder heraus, aber nominell sind es vielleicht mehr und die gut ausgebildeten Jungs bereichern den Amateurfußball und steigern dort die Qualität, was wiederum Drop-Out und Mitgliederschwund entgegenwirkt.

    Besten Dank...der Paragraph ist mir bekannt. Ich habe irgendwo mal gehört, dass es nur für die älteren Jahrgänge gilt.

    Und dazu finde ich leider nichts. Wenn ich nur nach diesem Text gehe, sollte es kein Problem sein den Jungen hochzuziehen.

    Oder sehe ich das falsch?

    Altersklassen umfassen immer 2 Jahrgänge

    B-Jugend ist in dieser Saison Jahrgang 2005 und 2006.

    Dementsprechend dürfen sowohl 2005er als auch 2006er in die A-Jugend hochgezogen werden, wo sie dann entsprechend auf 2003er und 2004er Jahrgänge treffen.

    Rechtlich ist das also vollkommen abgedeckt.


    Was Sinn macht muss man einfach immer abwägen.

    In einem Verein, der reine Jahrgangsmannschaften hat, macht es meiner Meinung nach selten Sinn einen starken 2006er bis in die U19 hochzuziehen, wo er dann mit 2003ern trainiert und im Extremfall in der Liga ebenfalls auf U19 Jahrgangsmannschaften trifft.

    Im Breitensport, wo sowohl in B-Jugend als auch A-Jugend gemischte Mannschaften aus zwei Jahrgängen auflaufen (und das in der Regel bei den Gegnern ja genauso ist) sollte sich ein guter B-Jugend-Jungjahrgang auch in der A-Jugend zurechtfinden. Trotzdem sollte man Bedenken welche Vor-/ Nachteile ihm der jeweilige Einsatz bringt.

    A-Jugend: sportlich mehr gefordert, ggf. bessere mit und Gegenspieler, aber Fokussierung die körperlichen Defizite zu kompensieren => Gefahr die spielerische Leichtigkeit zu verlieren

    B-Jugend: aus der spielerischen Überlegenheit ergeben sich Chancen mutig zu sein, neues auszuprobieren und Verantwortung / Führungsaufgaben zu übernehmen.
    Aber: Gefahr der Unterforderung stehen bleiben in der Entwicklung

    Wenn es im Verein möglich ist und das zeitliche Budget es hergibt wäre es ideal in beiden Teams zu spielen um alle Vorteile mitnehmen zu können. Entweder parallel oder mal A mal B.

    Das letzte was ich hörte ist, er will jetzt aufhören mit dem Fußball, weil er hat keinen Spaß mehr.

    Das schlimmste an der Sache ist, dass sich niemand von Leuten mit Erfahrung (Trainer oder andere Eltern) belehren lässt und jeder die Erfahrung selbst machen will. Ein "hätte ich mal auf dich gehört" bringt keinem Kind oder Jugendlichen den Spaß am Fußball wieder. Und ein "hör auf mich, ich hab es selbst erlebt" schreckt niemanden ab, weil das eigene Kind bestimmt viel besser ist und es viel besser laufen wird.


    Schade.

    Der Wechsel in ein NLZ nach der E-Jugend kann in vielen Fällen schon Sinn machen und vielen aber auch nicht. Themen wie Entwicklung des Spielers, Situation im Heimatverein, Entfernung, Rolle die der Spieler im NLZ einnehmen würde haben wir in diversen Threads schon diskutiert.
    Es wäre sicher sinnvoll, wenn sich die Eltern hier mehr auf die Empfehlungen des abgebenden Trainers wie von Charles De Goal und beobachter_1000 angesprochen verlassen würden.

    Dazu ist es aber auch nötig, dass der Trainer die Vereinsbrille abnimmt und unvoreingenommen prüft, ob der Spieler sich in seiner Mannschaft mit seinem Training genauso gut oder besser entwickeln kann wie in einer Leistungsbezogenen Mannschaft. Leider agieren gerade in den Altersstufen, wo es mit der Spielerdecke enger wird und die Leistungen und Ergebnisse in den Vordergrund rücken viele Trainer sehr einseitig und sehen weniger die Perspektive des Kindes sondern die der eigenen Mannschaft.

    Trotzdem ist es immer Falsch wenn Eltern NLZ und Leistungsvereine abklappern um Ihr Kind unterzubringen. Wer Talent hat wird heutzutage gesehen und angesprochen. Proaktives handeln von Eltern ist meiner Meinung nach definitiv nicht nötig.

    Auf den ersten Blick macht das Konzept einen schlüssigen und soliden Eindruck.

    Wenn das schnell und flächendeckend umgesetzt wird steckt da definitiv Potential drin.

    Wie ist denn grundsätzlich die Akzeptanz für neue Spielformen in Österreich.

    In Deutschland haben wir ja das Problem, dass der Verband nur anregt und die Vorschläge an der Basis zu großen Teilen ignoriert werden und selbst wenn manche Dinge gefordert werden (Funinio in der F-Jugend mindestens 1x Pro Monat), sind viele Trainer noch stolz darauf, dass sie es aufgrund ihrer guten Beziehungen zu den Nachbarvereinen in eine 7gg7 umwandeln konnten. Beim Spiel zoffen sich dann besagte Trainer wieder wegen jeder Schiedsrichterentscheidung und brüllen ihre Kinder zum Derbysieg.


    Interessant finde ich Deinen Ansatz, dass der Leistungsbereich als Vorreiter und gutes Beispiel vorangehen sollte damit speziell die Leistungsorientierten Eltern und Spieler von den Veränderungen überzeugt werden.

    Einerseits gebe ich Dir vollkommen recht und ich bin überzeugt davon, dass es den Spielern der Leistungsteams auch nicht Schaden würde länger in kleineren Teams auf kleineren Feldern zu spielen. Auf der anderen Seite sind genau diese Spieler im Gegensatz zu Ihren Altersgenossen im Breitensport eher in der Lage auf größeren Feldern zu spielen.

    Mein Ansatz ist hier wieder grundsätzlich weg von Tabellen und Ligen im Leistungssport zu gehen.

    Mannschaften sollten sich mit gleichstarken Mannschaften zu Turnieren oder Leistungsvergleichen treffen.

    So kann man kurzfristig auf Weiterentwicklung oder Stagnation reagieren, indem man stärkere oder schwächere Gegner auswählt. Es wäre auch möglich für jedes Turnier die Spielfeldgrößen und Mannschaftsstärken zu variieren, da ja jedes Wochenende eine eigene Meisterschaft darstellt und die Spielformen nicht über ein Jahr miteinander vergleichbar sein müssen.

    Ich fürchte aber auch dafür fehlt es an Begeisterungsfähigkeit und Mehrheiten die das umsetzen wollen.

    Sowohl im Breiten- als auch im Leistungssport.

    Vielleicht liegt aber genau hier das Problem vielen Vereine und eine wesentliche Drop-Out-Ursache

    Ich könnte mir gut vorstellen, dass (so wie es Goodie beschreibt) die Transparenz und Klarheit, was der Verein sein will und was er dementsprechend von den Spielern / Eltern erwartet, aber auch was diese vom Verein erwarten dürfen, langfristig besser fährt.

    Ein Verein, der nach außen den Eindruck erweckt voll im Breitensport aufzugehen und ohne Leistungsgedanke allen die gleiche Chance zu geben verprellt sich nun mal die Spieler, die er aus Leistungsgründen nicht nominiert. Hätte man von Anfang an klar kommuniziert, dass Spielzeit nach Leistung verteilt wird kann jeder vor dem Eintritt entscheiden, ob er das will oder nicht.

    Stellt Variante B) ab der D-Jugend einen guten Kompromiss zwischen Breiten- und Leistungssport dar, wenn im Verein ehrlich und fair damit umgegangen wird und alle Spieler und Eltern die Einstufung der Leistung akzeptieren und mittragen. Wichtig ist natürlich, dass auch in den Mannschaften 2 - 4 vernünftiges Training, das den Kindern Spaß macht stattfindet.

    Die Leistungsvereine (egal ob NLZ oder ambitionierte Amateurclub) würden sich selbst, den Kindern mit Familie und den Vereinen im Umfeld einen großen Gefallen tun, wenn sie nur 1 Leistungsteam je Jahrgang betreiben und sofern parallel eine Breitensportsparte existiert für diese auch nur Spieler nach Breitensportgesichtspunkten aufnehmen (v.a. was die Entfernung zwischen Wohnort und Vereinssitz betrifft)

    Es kommt leider viel zu oft vor, dass sich in der 2. oder 3. Mannschaft von Leistungssportvereinen Spieler sind, die über 50 km entfernt wohnen. Die Spielen dann in der Kreisliga oder tiefer, nehmen den Aufwand aber auf sich, weil sie die Hoffnung haben irgendwie doch noch in den Leistungsbereich zu rutschen, und werden leider in der Regel nicht darüber aufgeklärt, dass das auf diesem Weg eher unrealistisch ist.

    Diese Spieler wären im Heimatverein oder dem besser aufgestellten Verein im Umkreis von 10-15 km deutlich besser aufgehoben und würden sich mit kurzen Wegen zum Training + Stützpunkttraining parallel vermutlich wesentlich besser entwickeln.

    Wenn RedDevil der Meinung ist, dass sie Leistungs- oder Breitensportorientierung je nach Trainer- und Spielermaterial jährlich ändern kann, dann hat er zwar recht, beschreibt aber leider in erster Linie, wie es aktuell in vielen Vereinen leider läuft.

    Vielleicht wäre es eben besser, der Breitensportverein, der zufällig mal einen guten Jahrgang hat lässt diesen lieber bei einem Leistungsverein in der Nachbarschaft langfristig gut ausbilden als dass er sich die Meisterschalen für E- und D-Jugendtitel ins Vereinsheim stellt, danach aber die Jungs nicht mehr adäquat versorgen kann, weil ihnen die Perspektive fehlt.

    Ich glaube wer starke Spieler aus den eigenen Reihen dabei unterstützt sich woanders zu entwickeln, hat langfristig mehr von ihnen, als wenn man sie um jeden Preis im Verein halten will.

    Wer leitet die Frage an Dardai und Boateng weiter? ;)

    Ward ihr schon mal in einem AH Training?


    Ich bin der Meinung, dass das Verhalten der Mannschaft im Training das Verhalten des Trainers widerspiegelt bzw. der Trainer in der Sozialisation der Spieler.

    Was das Thema Diskussion und Gemotze betrifft stimme ich Dir bezüglich Sozialisation absolut zu.

    Da ist für mich Respekt und Disziplin "Zugangsvoraussetzung" egal ob im Jugend- oder Seniorenbereich.

    Damit ist aber noch nicht geklärt, wie man mit der Bewertung ob Foul oder nicht im Trainingsspiel umgeht.

    Wenn die Grundvoraussetzungen in Sachen Sozialisation erfüllt sind, dann wäre für mich ideal zwischen Schiedsrichter und FairPlay-Regeln zu wechseln. FairPlay-Regeln verbessern das Teamklima und die Disziplin. Allerdings besteht die Gefahr, dass das Trainingsspiel zu vorsichtig geführt und zu oft unterbrochen wird, so dass dieses keine vernünftige Vorbereitung für das richtige Spiel darstellt.

    Deshalb macht es schon Sinn, dass das ein oder andere Abschlussspiel auch mal vom Trainer als Schiedsrichter geleitet wird.

    Auch da ist natürlich Motzen und Diskutieren verboten. Im älteren Jugend- und erst recht im Erwachsenenbereich gehört es aber schon dazu, dass man im Zweikampf auch mal so intensiv unterwegs ist, dass man Gefahr läuft ein Foul zu begehen. (natürlich immer ohne Verletzungen des Gegenspielers zu riskieren, aber das gilt nicht nur im Trainings-, sondern genauso im Wettkampfspiel).

    es hängt von den Spielern und dem Mannschaftsklima ab und sicher auch von der Spielklasse in der Ihr unterwegs seid. In der C-Klasse sollte ein Schiedsrichter sicher nicht nötig sein, in der Verbandsliga macht er vermutlich Sinn.

    Das ist richtig. Wir reden hier von einer ambitionierten A-Liga-Truppe, wo schon etwas Zug drin ist. Da gibt es manchmal schon härtere Zweikämpfe, allerdings werden die dann eben unterschiedlich interpretiert. Geht was das diskutieren angeht schon fast Richtung Altherren.

    Was das diskutieren auf AH-Niveau angeht, egal ob mit oder ohne Schiedsrichter ist m.M. dringend im Mannschaftskreis anzusprechen und abzuschaffen. Das ist im Training einfach Zeitverschwendung und ich vermute mal, dass die Disziplin der Truppe gegenüber dem Schiedsrichter nicht wesentlich besser ist.

    Der Impuls dazu kann sowohl von Dir als auch vom Trainer kommen.

    In dem Zug könnt Ihr dann auch gleich klären, ob Ihr in der Lage seid, mit der nötigen Intensität in die Trainingsspiele zu gehen und trotzdem fair und ehrlich zu sein was das anzeigen und zugeben von Fouls betrifft.

    Wenn das nicht funktioniert, sollte der Trainer sich schnellst möglich eine Trillerpfeife anschaffen ...;)

    Es ist in erster Linie den Spielern und vom Klima innerhalb der Mannschaft abhängig.

    Grundsätzlich ist ein Zustand, wie Du ihn aus Deiner B-Jugend beschreibst ideal und sollte für jede Mannschaft im Trainingsbetrieb anzustreben sein.

    Warum thematisierst Du das nicht einfach mal im Rahmen einer Mannschaftssitzung? Vielleicht findet Ihr hier einen gemeinsamen Nenner und alle ziehen mit.

    Wenn Du das Eurer Truppe nicht zutraust, bleibt nichts anderes übrig, als dass für jede Spielform ein Schiedsrichter benannt wird. (Trainer, oder ein Spieler der dann eben nicht an der Spielform teilnehmen kann)

    Was für einen Schiedsrichter und gegen die Fairplay-Liga-Regeln spricht ist die Tatsache, dass im Erwachsenenbereich natürlich schon auch etwas Wettkampfhärte für den Spielbetrieb aufgebaut werden soll. Wenn die Mannschaften Foulspiele in Trainingsspielen besteht vielleicht aber die Gefahr, dass man eher vorsichtig und zurückhaltend in Zweikampfsituationen geht, und sich dann auch auf das verhalten im "richtigen" Spiel auswirkt.

    Wie eingangs schon gesagt:
    es hängt von den Spielern und dem Mannschaftsklima ab und sicher auch von der Spielklasse in der Ihr unterwegs seid. In der C-Klasse sollte ein Schiedsrichter sicher nicht nötig sein, in der Verbandsliga macht er vermutlich Sinn.

    So lange man noch auf Klein- / Kompaktfeld unterwegs ist, darf man nicht isoliert nur an die aktuelle Jahrgangsstufe denken. Mir gefallen deshalb die Antworten von Goodie und berba9 sehr gut.

    Perspektivisch musst Du / der Verein das Großfeld im Blick haben und dementsprechend auch gegenüber den Eltern kommunizieren. In der C-Jugend benötigst Du einen Kader von mindestens 16 besser 18-20 Spielern.

    Deshalb klare Regel: wer nicht zum Training kommt ist außen vor egal ob talentiert oder untalentiert.

    Ausnahmen ggf: Multisportler, die parallel in einer anderen Sportart trainieren und sich so fit halten.

    Aber: wenn diese jetzt schon das Training in der anderen Sportart dem Fußballtraining vorziehen, wird das irgendwann auch mit der kompletten Sportart so sein.

    Spieler, die regelmäßig trainieren, bei denen es aber von der Leistung her nicht reicht gehören dazu. Natürlich werden die bei der Spielzeit -anders als bis zur U11- Abstriche machen müssen.

    Im Prinzip müsst Ihr als Verein wissen, wie es ab der C-Jugend weitergehen soll.
    - Wollt Ihr eine eigene C-Jugend stellen?
    Dann müsst Ihr Euch ausreichend (16-20) Spieler "warmhalten" und auch entsprechend ausbilden und entwickeln.

    Es bringt gar nichts, wenn ihr Kreisligameister werdet, weil ihr nur die 10-12 besten Spieler einsetzt und dann keine konkurrenzfähige C-Jugend stellen könnt, weil der Rest aufgehört hat oder entwicklungstechnisch vollkommen abgehängt wurde.

    - Geht es ab der C-Jugend ohnehin in eine Spielgemeinschaft?
    dann macht des Leistungsprinzip vielleicht eher Sinn, weil sich die stärkeren Spieler besser entwickeln können.

    Dazu muss aber im Vorhinein eine Abstimmung mit dem zukünftigen Partnerverein erfolgen, wer wie viele Spieler in die SG einbringt, damit der Kader dann auch passt. In dem Fall hätte man dann aber besser überlegen sollen, ob man die SG nicht schon in die D-Jugend vorzieht und dann eine stärkere und eine schwächere SG-Mannschaft meldet, die so dann auch in die nächste Jahrgangsstufe aufrücken könnten.

    Wie viele Mannschaften stellt ihr den mit dem Kader?

    Bei 42 Spielern sind in meinen Augen 3 Teams das mindeste. Je nach Zuverlässigkeit könnte man sogar auf 4 gehen. Hier ist der Verein / die Eltern gefordert ausreichend Trainer Betreuer zu mobilisieren.

    Bei so vielen Kindern mit passendem Betreuerschlüssel und ausreichend Spielzeit aufgrund mehrerer Mannschaften sollte man relativ schnell in der Lage sein von schwächerem bis leistungsstarkem Team alles abzudecken.

    Habe ich Mannschaften in denen die Mannschaft gerade mal soviel Spieler hat wie Kaderplätze oder etwas mehr, fällt der RAE anhand der vorhandenen Kinder weniger auf.


    Sobald die Mannschaft eines Jahrgangs aber viel mehr Spieler als verfügbare Kaderplätze hat, also mehr Auswahl, wird der RAE immer deutlicher sichtbar.

    Wenn die Spielerdecke gerade so reicht um den Kader auszufüllen, dann wirkt sich der RAE und die grundsätzliche körperliche Entwicklung (akzeleriert, retardiert) weniger aus was die Selektion betrifft.

    Auf die Entwicklung der Kinder wirkt er sich aber immer aus, weil gerade in Jungen Mannschaften eben oft die stärkeren weiter entwickelten Spieler dominieren, vor allem bei größerem Feld und Anzahl der Spieler.

    Dem sollen zum einen schon mal die neuen Spielformen mit kleineren Feldern und weniger Spielern und im Idealfall Champions-League-Modus entgegenwirken. Rollierende Stichtage würden das ganze noch optimieren.

    Aber das ist nicht das Thema, sondern es ging mehr darum, dass solange (meist) unerfahrene Trainer die Wahl haben, sie immer das Frühgeborene bevorzugen würden. Natürlich machen das auch "qualifizierte" Trainer, aber diese findet man weniger in den unteren Jahrgängen.

    Du implizierst frühgeboren mit weiter entwickelt und das ist in meinen Augen Quatsch. Ich kenne kleine Januargeborene mit viel Spielübersicht und große Novembergeborene mit gutem Körpereinsatz. Angenommen, beide sind technisch gleich stark, dann würde nach deiner Beobachtung wer spielen?


    Gerade in der D/C-Jugend sind die körperlichen Unterschiede zum Teil gigantisch und haben nur bedingt was mit dem Geburtsmonat zu tun. Hier ist ein 11 Jähriger größer als mein 13 jähriger Sohn. Wann die Jungs ihre Wachstumsphasen haben, doch ja sehr unterschiedlich.

    Ich persönlich bin ja auch der Meinung, dass der RAE überbewertet wird, weil eigentlich nicht die Älteren den Jüngeren, sondern die Akzelerierten den Retardierten vorgezogen werden.
    Da ich aber wissenschaftlich / statistisch nicht sattelfest genug bin um hier eine qualifizierte Aussage zu treffen, und ich ja schon ein paar mal von Forumskollegen mit tieferen Einblicken darauf hingewiesen wurde, dass es statistisch belegt ist, dass die früher im Jahr geborenen denen die später geboren wurden in der Regel körperlich überlegen sind, schenke ich dem einfach glauben.

    Dementsprechend wäre es rein sportlich (soziale Gesichtspunkte wie Klassenkameraden etc. außen vor gelassen) immer am besten die Spieler, die körperlich und spielerisch am besten zueinander passen miteinander trainieren und gegeneinander spielen zu lassen unabhängig von jeder Altersregel. Das gerecht zu organisieren, damit wären vermutlich viele Vereine völlig überfordert und die Eltern würden wohl aus den o.g. sozialen Aspekten Sturm laufen. Deshalb ist die Altersmäßige Zuordnung grundsätzlich schon OK.

    Von rollierenden Stichtagen würden am Ende sowohl die Spät- als auch die Frühgeborenen profitieren, weil beide Gruppen wertvolle Entwicklungserfahrungen mitnehmen, die ihnen so verwehrt bleiben.

    Im Einzelfall bei akzelerierten oder besonders talentierten Spielern, die in ihren Jahrgängen immer noch unterfordert scheinen, steht es Verein und / oder Eltern ja frei diese zeitweise nach oben zu ziehen um diese entsprechend zu fördern.

    Schwieriger wird es bei retardierten Spielern, da man hier den Genehmigungsweg einschlagen muss um eine Freigabe für die tiefere Altersstufe zu bekommen, falls das überhaupt möglich ist.

    Der Vorteil rollierender Stichtage wäre, dass besagter Spieler beide Erfahrungen machen kann.

    Mal ist er der jüngste und ggf. kleinste und müsste sich gegen die stärkeren durchsetzen. Nach der Rotation wäre er bei den Älteren / Größeren und hätte die Erfahrung seine körperliche und ggf. spielerische Überlegenheit auszuspielen.
    Beide Erfahrungen sind wertvoll.
    Mit festen Stichtagen bleibt er immer der Kleine, der gegen die Großen kämpfen muss, dabei bleibt einiges v.a. im spielerischen Bereich liegen, weil der Spieler seinen Fokus verständlicherweise darauf legt die körperliche Unterlegenheit zu kompensieren.
    Gleiches nur umgekehrt, gilt aber auch für den im Januar geborenen Spieler.
    Der hat zwar in seinem Jahrgang den Vorteil der körperlichen Überlegenheit und wird vielleicht auch mehr gefördert, weil er subjektiv gesehen einer der Besten ist, ihm fehlt aber der "Druck" (bitte die Formulierung nicht falsch verstehen!) den körperlich stärkere Gegner auf ihn ausüben um sich weiterzuentwickeln. Auch für ihn besteht bei festen Stichtagen trotz Förderung die Gefahr, dass er stagniert, und sein ganzes Potential nie ausschöpfen kann.


    Beispiel aus eigener Erfahrung:
    Mein Sohn (1. Quartal) hat als U7-Spieler bereits in der U8 mitgespielt, weil er schon länger dabei war als die gleichaltrigen Kollegen und dort ein regelmäßiger Spielbetrieb gewährleistet war. Als U8 Spieler hatten wir gemischte 2009er/2010er-Mannschaften, da spielte er in der leistungsstärkeren. Er war in beiden Fällen der stärkste Spieler seiner jeweiligen Mannschaft, erzielte viele Tore, aber seine Priorität im Spiel lag darin seine Schnelligkeit zu nutzen um sich gegen die größeren Gegenspieler "durchzubeißen". In der Folgesaison spielte er parallel in U9 und U11, weil beide Teams an verschiedenen Tagen spielten. Für seine Entwicklung war das das beste Jahr. Freitag in der U9 in einer Spielstarken Mannschaft agierte er als Ballverteiler im Zentrum oder Verteidiger im Aufbauspiel, hatte aber immer wieder die Möglichkeit auch mal durch Vorstöße zum Torerfolg zu kommen. Samstags in der U11 war er der Konterstürmer, der sich gegen zwei Jahre Ältere Verteidiger durchsetzen konnte.

    In den beiden Saisons danach spielte er dann durchgängig mit seinem 2010er-Jahrgang. Fest hochziehen zu den Älteren wollte ich ihn nicht, weil die Mannschaft in seinem Jahrgang spielstärker war und er da auch sozial besser verankert war. Parallel in zwei Teams zu spielen war aufgrund des Spielplans nicht möglich.
    Die beiden Saisons hat das Team sehr erfolgreich bestritten, mein Sohn ist aber gefühlt eher stagniert bzw. die Entwicklung lief deutlich langsamer als zuvor. Das kann z.T. einfach normal sein, lag aber sicher auch ein Stück weit an Unterforderung durch schwache Gegner, Corona und der Tatsache, dass er sich spätestens wenn Spiele entschieden waren eher zurückgenommen hat und die Mitspieler agieren ließ um im Team nicht als der "Ego-Zocker" zu gelten. Speziell sein Durchsetzungsvermögen und das "ständig auf Sendung sein" hat darunter etwas gelitten.
    Spürbar wurde das nach dem Wechsel ans NLZ, wo er zu Beginn Schwierigkeiten hatte die Intensität im Training und Spiel anzunehmen und gegenüber seinen Mitspielern oft einen Schritt zu spät kam oder gar nicht ins Spiel kam, weil andere permanent den Ball forderten, während er es von früher gewohnt war, dass der irgendwann automatisch bei ihm landet.

    Positiv ist, dass er das sehr schnell selbst erkannt und seine Unzufriedenheit (im Gegensatz zu früher, wo er trotzig dicht gemacht hätte) in Trainingsfleiß umgewandelt hat, so dass er pünktlich zum Saisonstart wieder fast der Alte und mit den Mitspielern mindestens auf Augenhöhe ist. Er kann seine Stärken im Spiel einbringen und hat sich in kurzer Zeit zum Leistungsträger entwickelt, obwohl in der Vorbereitung einige Spieler deutlich auffälliger agierten als er.

    Damit will ich nur sagen, dass es neben gutem Training, Spaß und einer homogenen Mannschaft für die Entwicklung der Kinder trotzdem immer wichtig ist, dass sie mal an Grenzen stoßen die sie erweitern müssen und dann aber auch wieder zurück in die Komfortzone kommen in der das was man sich neu erarbeitet hat reifen kann.


    Ich kann aber let1612 generell vollkommen zustimmen, dass die rollierenden Stichtage im Leistungsbereich sehr sinnvoll sein können, im Breitensport aber eher zu Unmut führen würden, weil hier die Priorität oft mehr auf dem sozialen Aspekten, also Zusammenhalt in der Mannschaft liegt, als auf der individuellen Entwicklung der Spieler.

    Je nachdem von welcher Seite man es betrachtet, passt der Beitrag in den Frustabbau- oder in den Freude-Thread. Warum ich ihn hier hin stelle erkläre ich am Ende.

    Am Wochenende Spiel zwischen zwei D-Jugend Bundesliga NLZ .
    Beim Gegner postierten sich die beiden Trainer an beiden Seitenlinien, was mich zunächst sehr gewundert hat. Nach einer Weile hat mich dann eher gewundert, warum sie nicht noch einen hinter jedem Tor positioniert haben so wie die drauf waren.

    Vom Anpfiff weg spielten die beiden mit ihren Spielern "Playstation" ("Lauf, Komm kurz, Spiel nach rechts, lasse klatschen, langer Ball, Mach Druck, Spiel zu XY, Schieß!!!, Weiter Abschlag, Wenn der durch ist, musst Du halt ein Foul ziehen ...").

    Hinzu kamen permanente bewusst falsche Entscheidungen an der Seitenlinie, wenn es um Einwurf ging (Linienrichter haben sie nämlich auch noch gespielt) und andauerndes Beeinflussen des Schiedsrichters durch fordern von Fouls für Ihr Team. Sie selbst haben Ihre Jungs aber pausenlos zu hoher Körperlichkeit v.a. Schieben mit beiden Händen und Trikot festhalten animiert.

    Die Spieler der Mannschaft wussten am Ende vermutlich gar nicht wie das Spiel ausgegangen ist, so haben denen die Ohren von dem Gebrülle gedröhnt. Wobei man dazu sagen muss, dass die Jungs diese Beschallung vermutlich gar nicht nötig gehabt hätten, weil sie spielerisch gut genug gewesen wären die Dinge auch selbst zu regeln.

    Dass sich unserer Spieler als Auswärtsteam von dem Theater zunächst natürlich irritiert waren und gar nicht richtig ins Spiel kamen versteht sich von selbst. So war ein 0:2 nach ca. 15 Minuten fast schon logisch und auch verdient, auch wenn es kurios zu Stande kam.

    Jetzt kommt die Überleitung zum Freude-Teil:

    In der ersten Pause gelang es unserem Coach die Jungs neu zu sortieren und sie fanden immer mehr Lösungen sich auf ihr Spiel zu konzentrieren. Die Provokationen der gegnerischen Spieler ließen sie an sich abperlen und an das Gebrülle von draußen hatten sie sich so gewöhnt, dass sie es anscheinend ausblenden konnten. Der Anschlusstreffer fiel noch aus einem glücklichen Konter, aber ab da verlagerte sich das Spiel nur noch in die gegnerische Hälfte. Der Ausgleich war da nur noch eine logische Konsequenz. Am Ende wäre vermutlich sogar noch mehr drin gewesen, man hatte aber auch das ein oder andere Mal Glück, weil in der Euphorie das Spiel gekippt zu haben die Restverteidigung manchmal etwas vernachlässigt wurde und so auch noch Chancen auf der anderen Seite vorhanden waren.
    Am Ende hat mich die realistische Einordnung des Ergebnisses durch die Jungs begeistert:
    "Schön gespielt haben wir heute nicht, aber cool, dass wir uns gegen den starken Gegner so zurück gekämpft haben und am Ende sogar die überlegen Mannschaft waren. In der Anfangsphase hatten wir wirklich Angst, dass wir heute eine Packung bekommen."

    Als Zuschauer war es erschreckend für mich das Coaching der gegnerischen Trainer zu erleben, sowohl das permanente Steuern der Spieler als auch das Gebrülle wenn einer etwas nicht so gemacht hat, wie angewiesen. Sollte ja sowieso nie sein und auf dem Niveau sowieso nicht. Vermutlich hätten unsere Jungs wirklich die befürchtete Packung bekommen, wenn die Trainer sie einfach hätten spielen lassen.

    Auf der anderen Seite war ich im nachhinein sehr froh darüber, wie unsere Trainer sich verhalten haben. Zum einen wird sehr reduziert gecoacht und eher mit nachträglichen Hinweisen zur Situation. Nur wenn es hinten mal brennt, wird der Spieler, der gerade pennt auch mal lautstark aufgefordert nachzusetzen. Ansonsten nehme ich einen extrem wertschätzenden Umgang mit den Spielern war, die Spieler bekommen im und nach dem Training ganz viele Tipps und Hinweise und im Spiel kommen die Hinweise motivierend und unterstützend. Eigentlich dacht ich, dass das nichts ist was ich positiv erwähnen muss, weil ich davon ausging, dass das im NLZ-Betrieb (zumindest in der Altersstufe) Standard sein sollte. Seit dem Wochenende weiß ich es noch mehr zu schätzen.