Beiträge von Constantin

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    Unser Verein hat sich leider gegen Training entschieden. :(

    Hab Null Mitleid mit solchen Vereinen. Wäre für mich als Trainer auch ein Grund den Verein zu wechseln.

    Seh ich genauso. Mit einem Verein, der sich in so einer Situation, nach über 4 Monaten Zwangspause, dagegen entscheidet wieder aufzumachen, könnte ich mich beim besten Willen nicht identifizieren.

    Eieieiei, jetzt ist alles auf den Weg gebracht und man steht in den Startlöchern - selbst unsere Inzidenz ist unter 50 gesunken und die Tendenz ist klar fallend - da kommt die Stadt mit einer Sanierungsaktion für alle Wasserleitungen und sperrt die Anlagen wegen Legionellen erstmal auf unbestimmte Zeit (kann natürlich alles von 5 Tagen bis 2 Monaten sein). Dass man da genau dann drauf kommt, wenn nach 5 Monaten in 3 Tagen eine Nutzung wieder erlaubt ist, bleibt mir ein Rätsel. Zum Glück betrifft es aber alle sechs Vereine im Ort, sodass da niemand einen Vorteil hat und Spieler mit "bei uns könnt ihr jetzt schon trainieren" abwerben kann. Und die Wahrscheinlichkeit, dass die Leitungen kurzfristig durch laufendes Wasser gereinigt sind und in einer Woche alles starten kann, ist gegeben.


    Andere Vereine im Ort machen per Facebook und Instagram schon Stimmung gegen die Politik und die Stadt, das ist natürlich armselig und ein absoluter Missbrauch der sozialen Medien - als Sportverein sollte man keine meinungsbildenden politischen Statements raushauen. Vor allem nicht, wenn man bei Instagram hauptsächlich Kinder und Heranwachsende erreicht.

    Kann ich aber ehrlich nachvollziehen...das klingt für mich nicht nach einer Notwendigkeit, sondern dass man insgeheim gegen die Öffnungen ist und Euch bremsen will. So kann man den Re-Start hinauszögern, ohne dass man das offen sagen muss.

    Für den Fall, dass mein Beitrag so klingen sollte, als würde ich mich persönlich angegriffen fühlen:


    Das ist nicht der Fall.


    Mir ist aber auch ehrlich gesagt nicht wirklich klar, wie diese Wahrnehmung entstehen könnte.


    Fussballspezifische Kondition zu trainieren ist im jugendbereich locker über spielformen möglich.

    Wenn ich weiter oben lese, das viele trainer ja zu viele standzeiten etc. Haben, und deshalb - grundlagenausdauer- noch wichtiger ist, dann wundere ich mich irgendwie nicht, das spielerisch schlechte Mannschaften auch nicht mehr zusetzen können. Die haben dann wohl noch viel, vom ohnehin schlechten Training, noch mit rundenlaufen verbracht...

    Absolut richtig, ich habe in meinem ganzen Trainerleben noch nie eine Mannschaft (als Konditionstraining) auch nur eine einzige Runde laufen lassen. Aber wir sind ja gerade in der etwas unglücklichen Situation, dass Ausdauer aktuell nicht über Spielformen zu schulen ist.


    Ich glaube halt auch, dass wir diese Entwicklung früher einfach mitgenommen haben. Durch steigende Ausdauerfähigkeit steigt die Intensität in Spielformen, wodurch dann wiederum die (fußallspezifische) Ausdauer besser wird. Da muss man nicht wirklich viel dazu tun um da eine Entwicklung zu erreichen. Schon gar kein dediziertes Ausdauertraining. Nun sind wir aber jetzt in der SItuation, dass wir eine Pause haben, die deutlich länger ist als alles was wir davor erlebt haben. Zumindest mir ging es so, dass ich bis zum März letzten Jahres (weder als Trainer noch als Aktiver) mehr als 6 Wochen lang kein Training hatte (und das auch nur, weil ich manchmal bei Vereinen ohne KuRa gespielt habe.) Und jetzt sind wir ja doch in einer Situation, die auch für den niederen Breitensport relevant wird. Wenn wir im April wieder anfangen dürfen (was ja keinesfalls garantiert ist) haben wir eine Unterbrechung von 5 Monaten.


    Wir glauben ja auch nicht, dass die beiden Lockdowns an der Entwicklung von Spielintelligenz und Technik einfach so vorbeigehen werden. Wobei ich zumindest bei letzterem noch die Hoffnung habe, dass einige Kids regelmäßig auf den Bolzplatz gehen und Ball spielen. Aber regelmäßige intensive sportliche Betätigung werden wohl die wenigsten aktuell von Haus aus bekommen. Ich finde gerade deswegen ist es wichtig, dass die Jugendlichen dazu angehalten werden regelmäßig Sport zu machen. Ob das jetzt Online-Training, Challenges oder Laufpläne sind, ist dann, solange die Beteiligung hoch ist, sekundär.

    Ausdauer ist aber nicht ganz so eindimensional wie "Wenn ich vier Wochen Vorbereitung mache, dann bin ich wieder auf dem Stand von vor dem Lockdown." Denn tatsächlich haben wir ja (insbesondere im Jugendbereich) auch fürs Ausdauertraining sensible Phasen, in denen langfristige physiologische Veränderungen statt finden. Und ich glaube, dass ich die, wenn ich 5 Monate lang kaum bis gar keinen Sport mache auch langfristig nicht mehr aufholen kann. Ein Marathonläufer baut seine Kondition ja auch nicht innerhalb von 4 Wochen auf, sondern über Jahrzehnte hinweg.


    Ich denke, dass es insbesondere in den höheren Altersklassen jetzt wirklich essentiell ist, dass wir die Jungs dazu bringen regelmäßig Sport zu treiben. Ich fand, dass man auch im Sommer schon gesehen hat, dass es einige Spieler gab, die in ihrer jeweiligen Mannschaft athletisch enorme Nachteile hatten, die so vor der Pause nicht gegeben waren. Da die Jungs vermutlich alle die selbe Vorbereitung absolviert haben, liegt der enorme Unterschied in der Leistungsfähigkeit wohl eher an dem was in der Pause getan wurde.


    Die meisten leistungsorientierten Jugendmannschaften, die ich kenne, machen auch nicht ohne Grund im Winter keine ausgedehnte Pause (maximal 3 Wochen über Weihnachten). Denn im Endeffekt finden in diesem Zeitraum konditionelle Entwicklungen statt, die innerhalb einer Vorbereitung nicht kompensiert werden können...und das betrifft natürlich auch den athletischen Bereich.

    Also ein asymmetrischer Außenverteidiger ist mittlerweile ziemlich Basic. Wenn man weiß, was das ist, dann sieht man sowas mittlerweile in jedem zweiten BuLi-Spiel.


    Und die Sachen, die er erklärt, sind noch nichtmal sonderlich schwierig umzusetzen (mit Ausnahme der Fachbegriffe). Es geht ja hauptsächlich ums Positionsspiel bzw. die unterschiedlichen Grundordnungen mit und gegen den Ball. Mal abgesehen davon, dass es wenig Sinn machen würde, würden das meine U14 Jungs innerhalb von wenigen Trainingseinheiten kapiert haben, von Profis kaum zu sprechen.


    Ich finde die Diskussion zeigt mal wieder, wie wenig Bereitschaft teilweise bei Fans und Journalisten da ist, sich in der Tiefe mit dem Sport auseinanderzusetzen. Dass es weniger um das "Überfrachten der Spieler", sondern mehr um die Qualität das didaktisch zu vermitteln geht, sollte jedem klar sein. Statt dessen wird draufgehauen, weil man die Sachen selber nicht versteht und man die eigene Unwissenheit kaschieren will. Dann braucht man sich auch echt nicht mehr wundern, wenn dann von den Trainern nur noch Floskeln kommen.

    Das habe ich heute morgen auch gelesen. Das ist tatsächlich eine Katastrophe was der LSB Nds. da vorschlägt. Dann können wir die Tür am Sportplatz gleich dichtschließen, wo soll da noch Motivation herkommen.

    Oh man... Als wir damals im Frühling 2020 mit dem kontaktlosen Training und in Kleingruppen anfangen mussten, war das neu und sogar eine spannende Herausforderung. Aber man wusste, es wird bald besser. Und im Nachhinein kann man sagen: die paar Kontakte hätten wohl keinen Unterschied gemacht.

    Und jetzt den ganzen Mist nochmal? Die Kids fanden das damals blöd, aber haben es durchgezogen, weil man es eben mal probieren musste. Jetzt wird man damit niemandem zum Platz locken können.

    Echt? Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Jungs da sofort dabei wären. Ich hatte aber auch im Frühjahr eine sehr gute Trainingsbeteiligung...


    Die Motivation überhaupt mal wieder mit den Freunden auf dem Platz zu stehen ist nach meiner Beobachtung sehr hoch. Insbesondere seit die Schulen wieder zu sind.

    Du kannst meine Einschätzungen gerne als Pessimistisch ansehen, leider hatten die Pessimisten was Corona und vor allem Maßnahmen und Maßnahmenlägen angeht mehr oder minder immer Recht bisher, ich hätte es selbst gerne anders.

    "Vor März 2021/September 2020 stehen wir nicht wieder auf dem Platz"


    - Pessimisten, Ostern 2020

    Können wir uns diese Diskussion hier bitte einfach sparen. Ich verstehe schon, dass Du jedes Mal die pessimistischst mögliche Prognose raushauen musst, aber so wirklich bringen tut das niemandem etwas. Ich könnte jetzt hier über Impfstoffwirksamkeit, Mutationen, Impfbereitschaft, Virulenz und T-Zell-Immunität referieren und erklären, warum ich denke, dass spätestens Mai/Juni auch wieder Wettkämpfe möglich sein werden. Bloß das interessiert hier niemanden, weil ich genauso wie Du keine Glaskugel habe und dementsprechend nicht in die Zukunft sehen kann.


    Wenn du eine Leistungsmannschaft trainierst, dann sieht das schon ein wenig anders aus. Die Kinder/Jugendlichen entbehren viel, haben total Bock auf Fußball und bilden dadurch einen Großteil ihrer Sozialisation und Identität ab.


    Da ist es dann nicht egal, ob man Spiele gewinnt oder nicht. Dann bedarf es realistische Modelle ob und evtl wie die Saison weitergeführt wird.


    Aktuell drehen wir pro Woche 2-3 Videos mit Challenges/ Workouts und versuchen dadurch die Kids bei Laune zu halten.

    Diese Diskussion finde ich, passt hier besser ins Forum...


    Ich sehe das absolut genauso wie Du. Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen einer U11 Breitensport-Mannschaft und einer U17 Leistungsmannschaft. Und dementsprechend veränder sich auch meine Herangehensweise als Trainer. Ich persönlich versuche durchaus die aktuelle Situation für meine Spieler so zu gestalten, dass wir einen maximalen Zuwachsen (wobei iM eher einen minimalen Verlust) an Leistungsfähigkeit erreichen (->Online-Training, Laufpläne etc.). Und die Spieler ziehen auch absolut mit (Anwesenheit zwischen 70 und 80 Prozent), was aber auch naheliegend ist. Wenn ich den Jungs vermitteln kann, dass alles was sie jetzt tun ihnen einen sportlichen Vorteil gegenüber denen bringt, die nur Netflix schauen, dann werde ich viele Jungs (oder Mädels) dazu bringen gerade jetzt besonders engagiert zu sein.

    Das sieht natürlich anders aus, je weniger ambitioniert und leistungsorientiert eine Mannschaft ist. Dementsprechend werden dort mMn auch die gravierendsten Rückschritte und Probleme zu sehen sein. Ein Kind, was bereits vor dem Lockdown nicht gerade dünn war wird durch die aktuelle Situation mit Sicherheit eine gesundheitsschädliche körperliche Konstituion entwickeln.


    Deswegen finde ich, dass es gerade hier gesellschaftlich relevant wäre den Kindern weiterhin sportliche Angebote zu machen, auch wenn Online-Training/Challenges sicher nicht so attraktiv sind wie mit Freunden Fußball zu spielen. Aber (gesundheitlich) besser als den ganzen Tag vor der Konsole zu sitzen ist es allemal.

    Da sich die ansteckendere Variante hierzulande durchsetzen wird, könnten wir in "meinem" Landkreis (aktuelle 7 Tages Inzidenz: 135) vielleicht im Sommer wieder auf die Anlagen. :thumbup:

    In UK liegt trotz Dominanz von B117 die Reproduktionszahl aktuell konstant bei 0,8. Bei diesem Wert wärt Ihr innerhalb von 3 Wochen unter 35...also bitte nicht so pessimistisch immer.

    Es ging beim Ausgangspost einzig und allein darum, dass ein Spieler, der keinen geraden Pass spielen kann und nicht dreimal jonglieren kann, nicht für die B-Lizenz geeignet wäre und dementsprechend tatsächlich beim Eignungstest bangen muss. Um NICHTS anderes. Ich verstehe nicht, warum mir ständig User in den Mund legen, ich hätte was gegen ehemalige Kreisligisten bei der B-Lizenz.


    (...)


    Außer Acht wird aber gelassen, dass der Eignungstest auch einen schriftlichen Teil beinhaltet, in dem man mangelnde Fähigkeiten (wenn sie nicht so drastisch wie beschrieben sind) ausgleichen kann.

    Es geht da weniger um Dich, sondern um die Verbände (bzw. die Trainer, die bei der Eignungsprüfung anwesend sind). Die sortieren solche Spieler aus. Das ist die Realität (zumindest in Bayern) was die Eignungsprüfung betrifft und die ist auch Gegenstand meiner Aussage.


    Ich glaube entsprechend auch nicht, dass wir da soweit voneinander entfernt sind, was den Rest angeht.


    Beim schriftlichen Teil wäre ich, wenn ich mir die eine oder andere Aussage von Verbandstrainern durch den Kopf gehen lasse, froh, wenn sich die Mehrheit den überhaupt ansieht.

    Wenn das tatsächlich der Anspruch wäre, dann würde ich Dir sogar grundsätzlich rechtgeben. Dass zumindest fußballerische Basics gegeben sein müssen, damit man die Eignungsprüfung besteht, dann wäre das völlig in Ordnung. Aber die Realität sieht (zumindest in Bayern) mittlerweile völlig anders aus. Ich kenne Fälle in denen Trainer tatsächlich in entsprechenden Ligen an der Seitenlinie standen (bspw. mit lizensiertem Co-Trainer/ Sondergenehmigung wegen Aufstieg) aber vom Verband nicht zur Lizenz zugelassen wurden. Da geht es dann nicht mehr vorrangig darum, dass man "einen Ball dreimal jonglieren kann" oder "einen sauberen Flugball spielen", sondern um deutlich weitergehende Fähigkeiten. Und da kommt dann mein Verständnis auch an seine Grenzen...ich studiere Medizin, trotzdem käme niemand auf die Idee mir meine Fähigkeiten als (zukünftiger) Arzt abzusprechen, weil ich noch nie schwer krank war. Die entscheidenden Fähigkeiten, die ich als erfolgreicher Trainer haben muss befinden sich auf einer ganz anderen Ebene als die, die ich als Spieler benötige.


    Die Argumentation mit der Prüfung des Eigenkönnens bei Lehrgängen halte ich für unlogisch. Da ist ja der selbe Haken wie bei der Eignungspüfung an sich. Welchen Grad an Eigenkönnen setze ich bei einem Trainer voraus.


    Dass Ex-profis sich über das geringe sportliche Niveau bei A-Lizenz Lehrgängen beschweren hat mMn mehr mit Arroganz zu tun. Denn die Trainer über die sich im Zweifel beschwert wird sind meistens deutlich erfahrene und (mit Verlaub) zu Zeitpunkt des Lehrgangs wohl auch deutlich bessere Trainer. Das ist so ein bisschen diese Mehmet Schollsche Sichtweise, dass man selber ja als Ex-Profi es wohl alles besser wissen müsse, obwohl man nur seinen eigenen Mikrokosmos und seine eigene Wahrnehmung überblickt.


    Um das nochmal zurückzuführen: Ein Fußballer, der bei Übungen in den Lehrgängen eher als Stolperstein fungiert und tatsächlich keinen geraden Pass spielen kann, bei dem sollte man sich tatsächlich nach der Eignung fragen. Aber alles was darüber hinaus geht, sollte nicht auf dem Platz, sondern an der Seitenlinie entschieden werden.


    Edit: Das Arzt-Beispiel ist evtl. etwas Missverständlich...deswegen zur Klarstellung: Die Demonstrationsfähigkeit bleibt natürlich unberührt. Aber warum sollte ein Trainer, der fußballerisch nicht so fit ist, nicht ernstgenommen werden? Ich glaube, dass den meisten Spielern, die fachliche Kompetenz wichtiger ist. Natürlich klingt es in der Zeitung toll: "Ex-Profi übernimmt Kreisligisten". Aber mehr kommt da nicht. Genauso wäre es beim Arzt. Käme einer von Euch ernsthaft auf die Idee den zu frgaen: "Das ist ja alles schön und gut, was Sie hier verschreiben: Aber hatten Sie diese Krankheit überhaupt schonmal?"

    Ich glaube nicht (ohne Hintergrundwissen), dass die Anforderungen ans Eigenkönnen bei der B-Lizenz höher gesteckt sind als bei der C-Lizenz. Ich gebe Dir recht, dass all diese Basics bereits bei der C-Lizenz nötig sind bzw. noch nötiger als für die B-Lizenz.
    Dementsprechend sollte bei der B niemand mehr ankommen, der damit Probleme hat.

    Die Anforderungen bei der B-Lizenz sind deutlich höher. Das wird von den Verbänden auch so kommuniziert. Die C-Lizenz ist ja bewusst so konzipiert, dass sie auch für Elterntrainer erreichbar ist.


    Mal davon abgesehen ist das Erlangen der C-Lizenz keine Vorraussetzung für die Teilnahme am B-Lizenz-Lehrgang.


    Ich sehe, du siehst das eigentliche Problem gar nicht: Nicht das Training an sich, sondern das Hinkommen, die Eltern, der Kontakt allgemein sollte so gut es geht unterbunden werden. Aber da gibt es wieder hier und da Sonderwürste und alle wundern sich, warum die Zahlen nicht rapide runtergehen angesichts der jetzt schon stringenten Regeln.

    Ich sehe komplett was Du meinst, es geht um die Gesamtreduktion der Kontakte. Aber wie ich oben schon geschrieben habe, ist das ein Ansatzpunkt bei dem wir die Kerze ausblasen, während das ganze Haus brennt. ÖPNV, Arbeitsplatz, Behörden sind bis auf die Maske kaum reguliert. Die sind der Grund warum die Fallzahlen nicht sinken und nicht die Rodelberge, auf denen ab und zu mehr los ist oder eben oben genanntes Einzeltraining.


    Ich finde es mittlerweile kaum noch vermittelbar, dass man im privaten Bereich immer weiter an kleinsten Schrauben zu drehen versucht, eine "Home-Office Pflicht" aber in der Bundesregierung panische Angst zu verursachen scheint. In anderen Ländern hat man durch mMn sinnvollere und durchdachtere Restriktionen einen deutlichen Rückgang erreicht. In den Niederlanden ist sogar Vereinssport noch zu einem gewissen Grad erlaubt.


    Aber das ist nur meine politische Haltung zu diesem Thema...die Entscheidung die Makaay treffen muss ist davon relativ unabhängig. Wenn er glaubt, dass er das ohne substanzielles Infektionsrisiko und ohne, dass er gegen geltendes Recht verstößt durchziehen kann, dann ist das in seinem Ermessen als mündiger Erwachsener (bzw. der Eltern von seinen Spielern) zu entscheiden, ob das legitim ist. Wenn ich persönlich die Möglichkeit hätte, etwas in diesem Rahmen zu organisieren (vmtl. dann aber 1 zu 1 tbh), dann würde ich das wahrscheinlich tun. Das ist aber eine persönliche Entscheidung, bei der ich die Widersprüche von Goodie, addi73 und Dir nicht richtig finde. Denn "verstehen" kann man dieses Vorgehen in jedem Fall.

    Ich habe mich hier in ähnlicher Weise schonmal geäußert: Ich denke nicht, dass es die Aufgabe eines ehrenamtlichen Trainers ist, sich in vorauseilendem Gehorsam neue Regeln auszudenken. Wir berufen uns ja immer auf den gesunden Menschenverstand und wenn das was Makaay hier plant tatsächlich so abläuft UND die zuständigen Stellen ihr grünes Licht gegeben haen gibt es ja mal absolut keinen Grund hier einen Einwand zu haben.


    Die Kehrseite der aktuellen Situation ist doch die Arbeit im Büro oder die Situation in öffenlichen Verkehrsmitteln, die kaum an die aktuelle Pandemiesituation angepasst sind. Der private Bereich ist sowieso schon der Bereich mit den meisten EInschränkungen. Wenn man sich dann auch noch an alle Regeln hält finde ich da nichts verwerfliches

    Es gibt ja momentan durchaus die Perspektive, dass zumindest nach Ostern wieder ein gewisses Maß an Normalität einkehrt und die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Lockdowns ziemlich gering ist (insbesondere aufgrund der Mittlerweile doch recht hohen Impfbereitschaft).


    Aber wie denkt Ihr wird sich die Corona-Pandemie mit ihren durchaus anspruchsvollen letzten 12 Monaten auf die Entwicklung des Jugendfussball auswirken wird. Ich meine damit eher sekundär einen möglichen Mitgliederschwund (der mich zugegebenermaßen wohl eher nicht betrifft), sondern eher die Auswirkungen auf die konkrete sportliche Entwicklung der Kinder/Jugendlichen. Man hat im Sommer schon einiges beobachten können, was imo auf die Zeit des Lockdowns zurückzuführen war. Bspw. einige überraschend, positive/negative Entwicklungen von Mannschaften, teilw. extrem viele Tore, oft mangelnde Konstanz (besonders bei meiner Mannschaft:/). Aber auch im Konkreten sind bspw. bei deutlich mehr Spielern als sonst individualtaktische Schwächen sichtbar geworden oder solche, die trotz starker Leistungen vor dem Lockdown, lange mit Corona-Speck zu kämpfen hatten.


    Ich hab mal nachgerechnet. Sollten wir im April wieder trainieren können, haben die Spieler 12 Monaten gerade mal 2 bis 5,5 Monate (Bayern) reguläres Training gehabt. Insbesondere beim unteren Spektrum kann ich mir kaum vorstellen, dass dies keine langfristigen sportlichen Auswirkungen haben sollte. Wie seht Ihr das? Hattet Ihr konkrete Beobachtungen, die Eurer Meinung auf die lange(n) Pause(n) zurückzufahren waren? Was glaubt Ihr, wie sich Corona sportlich in den unterschiedlichen Altersstufen langfristig auswirken wird?

    Charles De Goal : "Unmotivierte bekommen keine Punkte und werden spätestens nach einer Woche von den motivierten zurechtgewiesen."

    Das finde ich etwas grenzwertig, sich bei Laufeinheiten und Kraftübungen den "Gruppenzwang bzw. Gruppendynamik" zu nutze zumachen. Warum fangen die Kinder und Jugendliche mit dem Fußball spielen an und warum spielen sie Fußball? Aus Spaß und Freude am Fußball, Sozialkontakte u.a. - Laufeinheiten und Kraftübungen sind wohl eher nicht die Hauptfaktoren (sonst wären sie entweder ins Leichtathletik oder zum Fitness gegangen - letzteres ist übrigens auch eine Sportart, die besonders ab der C-Jugend für Jugendliche interessant wird).

    Es gibt aber noch eine andere Seite der Medaille: Wir machen uns (vermutlich) alle Sorgen um die potentiellen Folgen des Lockdowns auf die Gesundheit der Kinder- und Jugendlichen. Viele (insbesondere solche bei denen der Sporverein keine Angebotene macht) sitzen momentan die erste Hälfte des Tages vor Schularbeiten und die zweite Hälfte des Tages vor Fernseher oder Konsole.


    Auch wenn es nicht der intrinsischste aller Motivationsfaktoren ist, so finde ich es schon zweckmäßig die Jungs über leichten Gruppenzwang zum Sporttreiben zu bewegen. Den selben Effekt hat man ja bspw. auch am Spieltag ("Ich will meine Mannschaft nicht im Stich lassen").


    Außerdem kommt bei etwas ambitionierteren Fußballern auch dazu, dass es beim Sport(!) Fußball eben auch um athletische Komponenten geht. Dementsprechend ist zwar nicht besonders spannend Kraftübungen zu machen, für die sportliche Entwicklung der Spieler in der jetzigen Situation aber das Beste was man machen kann.

    Wir gehen hier grad vom 100sten ins 1000ste. Haching (3.Liga) und 1860 (3.Liga) gewinnen resp. holen regelmäßig mehr Punkte gegen/als Würzburg (2.Liga) und Augsburg (1.Liga).


    Im Endeffekt geht es ja um die Frage, ob es im NLZ aufgrund der Stärke der Mannschaften (ergebnistechnisch) leisten kann schwächere Spieler einzusetzen oder ob es dazu unweigerlich zu weniger Punkten kommt.


    Nehmen wir exemplarisch Augsburg. Neben dem FC Bayern das einzige BuLi-NLZ in Bayern. Saison 2020/2021 (inkl. FS)


    U14: 5 Siege, 2 Unentschieden, 4 Niederlagen Tordifferenz: 29:17

    U13: 4 Siege, 3 Unentschieden, 2 Niederlagen Tordifferenz 28:18


    In einer Liga wäre das ein gehobener Mittelfeldplatz. Ob die Gegner da starke ältere oder noch stärkere Gleichaltriga waren spielt aber keine Rolle...auf jeden Fall war es meistens eng.



    Du verkennst, dass auf höherem Niveau die Toleranz für Fehler geringer ausfällt. Wenn der dicke Paul als Innenverteidiger zehn von direkte Duelle verliert, der Stürmer aber nur schwach ausgebildete Fähigkeiten im Abschluss hat, macht er daraus vielleicht trotzdem nur 2 Tore.


    Verliert ein NLZ Spieler von den zehn Duellen nur zwei Stück (vielleicht solche, die ein andere Spieler gewonnen hätte) und der gegnerische Angreifer haut die Beide rein, dann tut das im Zweifel genauso weh.


    Die Zahlen sind natürlich nur exemplarisch und könnten in beide Richtungen angepasst werden, ich hoffe aber Du verstehst worauf ich hinaus möchte. Es steht hinter allem natürlich für den Trainer die Frage: Wie sehr tut es der Mannschaft weh, wenn ich diesen Spieler aufstelle? Im Hinblick auf die NLZ muss man dann aber auch fragen: Warum nehme ich als NLZ einen Spieler, bei dem ich es nichtmal rechtfertigen kann, ihm 50% der Spielzeit zu geben?


    Zuverlässigkeit: Macht es das nicht schwieriger zu rotieren? Wenn ich im Breitensport einen Jungen habe, der im Training gefehlt hat, habe ich bessere Argumente, als wenn ich (auch schon auf dem Niveau auf dem ich unterwegs bin) von Trainingsbeteiligungen >90% ausgehe. Ich meine, dass es die Sache nicht leichter macht zu rotieren.


    Zeit und Geld: Ist es wirklich so viel Aufwand Spiele auszumachen? Ich hab meine paar Trainerkollegen mit denen ich regelmäßig was vereinbare. Da gehts dann z.B. "Samstag 11.3. 11:00 bei uns KuRa. Interesse?" "Ja" "Ok, ich lass es eintragen". Geht meistens relativ flott.