Beiträge von Strznievski

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    Ich bin mir ziemlich sicher, dass es nahezu unmöglich ist, ALLES richtig zu machen. Allerdings habe ich tatsächlich das ehrgeizige (größenwahnsinnige :P ) Ziel, dem "perfekten Training" so nahe wie möglich zu kommen.





    1. kindgerechte Bewegungsspiele
    In dieser Altersgruppe sind die Kinder sicher am einfachsten anzusprechen, wenn die Bewegungsspiele in Märchen "verkleidet" sind. Also nicht "kämpfen wie ein Löwe", als Verhaltenskritierium, sondern z.B. folgendes Spiel:
    Fuchs und Hase: Dazu wird ein Rechteck (ca. 10 x 10 m) mit Hütchen markiert. Alle KInder (Hasen) dribbelt mit dem Ball im Feld. Bis auf ein Kind (Fuchs). Das rennt auf Trainerkommando ins Feld und versucht die Bälle der Hasen aus dem Viereck zu schießen. Jeder Hase, dessen Ball aus dem Feld geschossen wurde, wird zum Fuchs und darf andere Hasen jagen. Variante 2: wenn du es noch ein wenig spannender machen willst, dann bekommt jeder Hase noch ein Leibchen in/an die Hose gesteckt, welches zunächst vom Fuchs heraus gezogen werden soll, bevor er den Ball erobern darf.


    Der "kämpfende Löwe" war nur eines von vielen Beispielen (weil ich den Kids beim Spiel das Poster von ft-Junior gezeigt habe). Tatsächlich sind unsere Trainings bzw. Bewegungsspiele immer wieder in die unterschiedlichsten Geschichten verpackt. Meine Minikicker sind schon durch Radiator-Springs gefahren, haben Burgen erobert, haben ihr Piratenschiff gegen Riesenkraken verteidigt und vieles mehr.





    Sofern sich der Trainer in dieser Altersgruppe als Kümmerer versteht, wird es mit entsprechender Zurückhaltung das Verhalten der Kinder vor, bei und nach den Spielen gut beoachten können und grob gesagt 3 Typen vorfinden:
    A. der Draufgänger, der einfach nur schneller mit dem Ball rennt, wenn ein Anderer ihm das Leder abspänztig machen will
    B. der Schlauberger, der geschickt ausweicht und ggf. wartet, was der Fuchs macht
    C. der Ängstliche, der stehen bleibt und sich ohne Gegenwehr vom Fuchs den Ball und/oder das Leibchen abjagen läßt


    Eigentlich versteh ich mich schon als "Kümmerer", das mit den unterschiedlichen Typen habe ich so allerdings noch nicht bedacht. (Oder schon wieder vergessen).





    Je nach Typ wird eine andere Form der Motivation benötigt.


    Welche Form der Motivation? Ich habe mal versucht, mir diese Frage selbst zu beantworten.


    A: den Draufgänger könnt ich in "Wettbewerbsmodus" bringen. "Schaffst du es schneller zu sein als...?", "Für jeden eroberten Ball gibt es einen Punkt. Wer schafft die meisten?"


    B: den Schlauberger könnte man positiv bestärken und ihn ganz nach Horst Wein selbst auch andere Möglchkeiten finden lassen. "Das hast du aber schlau gelöst. Glaubst du gibt es andere Möglichkeiten auch noch?"


    C: beim Ängstlichen bin ich überfragt. Das Einzige, dass mir einfällt, ist ständiges Mut zusprechen.





    Jedoch brauchen allesamt ständig Lob vom Trainer/Kümmerer als Unterstützung für ihren Mut, sich vom Bekannten an Neuem auszuprobieren und dabei über sich hinaus zu wachsen.


    Da geb ich dir zu 100% recht. Meine Spieler werden auch schon für den bloßen Versuch aktiv etwas zu unternehm gelobt. Egal ob das Dribbling jetzt funktioniert hat oder nicht. "Gut gemacht, trau dich nur, vielleicht klappts das nächste mal!" ist eines der wenigen Sachen, die ich aufs Spielfeld rufe.

    Ich denke, dass die üblichen Minispiele (3 gegen 3, 2 gegen 2) da am besten sind, keine Ahnung, ob ein reines Zweikampftraining mit Torabschluss in der G schon was bringt.

    Ich bin sogar überzeugt davon, dass reines Zweikampftraining wenig bringt für eine G-Jugend.


    Es gibt doch auch so ein Spiel, wo die Kinder im Hütchenviereck ohne Tor dribbeln müssen und 1-3 Kinder ohne Ball die Bälle wegkicken müssen, das würde sicher auch gehen, man muss dann nur durchwechseln.

    Dieses und ähnliche Spiele spielen wir in den unterschiedlichsten Formen regelmäßig. Auch zum "Aufwärmen" vor dem Spiel.

    Aber Dribbeln+Balleroberung ist eigentlich ein Schwerpunkt in der F, ich bin nicht sicher ob das als Trainingsschwerpunkt in der G schon angemessen ist.

    Ich sehe es ja gar nicht als Schwerpunkt, nur sind uns in diesen Punkten viele Mannschaften überlegen. Die Frage die sich mir stellt ist, soll ich diesen Punkt vernachlässigen und die Tatsache das andere weiter sind einfach hinnehmen bis er zum Schwerpunkt wird?

    Hallo,
    "fehlende Aggressivität" würde ich als fehlende Erfahrung und damit Verunsicherung bezeichnen. Die Kinder haben noch wenige Erfahrungen mit dem Ball bzw. mit Gegnern. Sie stehen damit vor ungewohnten Situationen und wissen nicht so recht wie sie sich verhalten sollen.

    Ja, da gebe ich dir vollkommen recht. Aber wir haben jetzt schon über 1 Jahr Training und etliche Spiele hinter uns. Also sicher nicht weniger als die anderen Mannschaften gegen die wir spielen. Außerdem glaube ich dass wir "besser" trainieren :love: (meine Spieler sind z.B. die einzigen die auch die Fußsohle bei der Ballbehandlung benutzten). Somit müsste das was du behauptest ja auch für die anderen Mannschaften gelten.

    Als 6 Jähriger sollte man meiner Meinung nach nicht in Bayernmanier mit beiden Beinen reingrätschen, weil das andere Kind zu schnell ist.

    Der Begriff "Aggressivität" war vielleicht unglücklich gewählt. Darum habe ich ihn ja absichtlich unter Anführunszeichen gesetzt. Die von dir beschriebene Aggressivität würde ich weder von anderen, noch von meinen Spielern gutheißen und schon gar nicht fordern.

    Ich habe dir mal ein Bild angehängt. Da kann man mMn. gut rauslesen warum in G und F noch keine "Aggressivität" vorhanden sein kann.

    Ja, da bin ich ja auch prinzipiell einverstanden damit. Nur finde ich es meinen Kids gegenüber "unfair", dass sie komplett überrannt werden. Außerdem glaube ich, dass es keinen Trainer gibt, der trotz KiFu-Richtlinien (Ergebnisdenken) seine Mannschaft nicht mit anderen vergleicht. Und genau da fällt mir auf, das viele andere einfach "bissiger" sind.

    Bei Mannschaften die du angesprochen hattest kommt es mMn. größtenteils vom Coaching der Trainer. Siehe dazu den Punkt "unkritische Orientierung an Erwachsenen". Der ist in dem Alter sehr stark. D.h. wenn der Coach "Aggressivität" vorgibt (dirigiert), machen die Kinder das was der Trainer sagt und vorgibt.

    Diesen Ansatz finde ich sehr interessant. Als ich näher darüber nachdachte, fiel mir auf, dass die Kinder, die in meiner Mannschaft noch am ehesten in die Kategorie "Bissig" fallen, die sind, die von den Eltern aufgestachelt werden. Jetzt stellt sich mir die Frage ob es nicht sinnvoll wäre gerade die ruhigeren ein wenig in diese Richtung zu lenken. Natürlich nur solange das im sportlichen Rahmen bleibt. Im Gegensatz finde ich es auch wichtig die "Wilden" ein wenig zu bremsen.

    Ich habe erst vor kurzem die Pop-Up-Tore von teamsportbedarf bestellt. Kosten 30€ pro Paar. Bin derweil sehr zufrieden. Wie das mit der Langlebigkeit aussieht, kann ich noch nicht sagen, aber die Qualität sieht (für diesen Preis) recht gut aus. Da wir auf Rasen trainieren lassen sie sich verankern.

    Dankeschön für die rasche und ausführliche Antwort. Vor allem die Excel-Tabelle gefällt mir sehr gut. Wäre es zuviel verlangt, dich um die ganze Liste zu bitten? Hast du diese Liste selbst erstellt?
    Auf was ich eigentlich noch hinaus wollte, war das ich die "Aggressivität" der anderen nicht als negativ empfand. Keine Mannschaft hat sich bis jetzt uns gegenüber unsportlich verhalten. Deren Spieler waren lediglich "bissiger" als unsere.

    Eigentlich bin ich der Meinung, das meine U7 Mannschaft von der Spielfreude und dem Können am Ball den meisten anderen Vereinen gegen die wir spielen voraus ist. Allerdings verlieren wir viele Spiele (das Ergebnis an sich ist mir herzlich egal) an der mangelnden "Aggressivität". Mit Aggessivität meine ich überhaupt den Willen, den Gegner überhaupt vom Ball zu trennen. Das passiert wenn überhaupt, bei den meisten meiner Spieler sehr halbherzig. Ich will absolut nicht (wie leider bei fast allen anderen Vereinen), reine Wadlbeißer (Zerstörer) ausbilden. Bei mir spielen alle Kinder ohne besonderen Vorgaben und das möchte ich (derweil) auch noch beibehalten.


    Habe auch schon versucht den Kindern das bildlich näher zu bringen (wir kämpfen wie die Löwen um den Ball und geben ihn nicht mehr her), was aber nicht viel gebracht hat. Mir ist durchaus bewusst, dass in diesem Alter, das freie Spielen usw. am Wichtigsten ist und ich keine Zeit damit verwschwenden will leere Inhalte zu vermitteln. Allerdings hätte ich gerne ein paar Tricks und Kniffe von euch erfahren wie man die "Aggressivität" (im postiven Sinne) fördern kann.


    Danke im Voraus