Beiträge von Goodie

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    In Zeiten, wo (fast) jeder Trainer schon davon gehört hat, dass kleine Spielformen und viele Ballkontakte die Kinder viel besser fördert, und normalerweise auch mehr Spass macht, finde ich es doch erstaunlich, dass 6-7 Jährige schon 6+1 spielen sollen.

    Das müssen hier sogar schon die Bambinis machen (FVN) :pinch:

    Ich fand die Kommunikation des Fechtclubs auch in Ordnung, auch wenn diese an den meinen Vorstellungen (Breitensport) weit vorbei gerauscht ist. Ich hab gegoogelt, nachgefragt, hingefahren. Erst vor Ort habe ich an der Tür das Schild Leistungszentrum gesehen. Und ja, andere Vereine stellen sich anders auf (auch preislich) sind aber von der Fahrerei wieder sehr unattraktiv. Sollte mein Kleiner partout Fechten wollen (glaub ich aber gar nicht unbedingt) dann kann er mir ein paar Monate in den Ohren liegen. Dann sehen wir weiter. :P


    Ich hab beim Volleyball mal einen Jungen nicht in die Kreisauswahl bekommen, weil er zu klein war. Die Eltern waren beide sehr groß und jedem hätte klar sein müssen, dass er wachsen wird - wenn auch später. Aber das hat keinen interessiert. Fand ich auch deppert.


    Ein sechszehnjähriges Rudertalent (Niveau Deutsche Jugendmeisterschaften) sagte mir kürzlich, dass ihm der Sport immer zwar immer noch Spaß macht, ihm aber der stetig steigende Druck immer mehr zur Last wird. Er sieht sich am Ende der Jugendzeit im Ruhestand, damit er sich auf einen Studiengang o.ä. konzentrieren kann.


    Bezogen auf den Fußball geht mir immer durch den Kopf, dass man Kinder im Alter von 12/13 Jahren in eine Berufsausbildung steckt. Dass man erwartet, das die Kinder diesem Berufswunsch ihre gesamte Kindheit/Jugend unterordnen und allzuoft auch die Gesundheit gleich mit. Ich finde das alles wenig attraktiv denn anders als im normalen Arbeitsleben haben die "Lehrlinge" an Ende der Zeit gar nichts in der Hand! Irgendwann spült es sie aus dem System raus. Fertig.


    Überhaupt gehen mir immer mehr die Jugendlichen nahe, die es nicht schaffen, deren Träume platzen...

    Ich war gestern mit meinem 7 Jährigen bei einer Schnupperstunde Fechten.

    Der Trainer hat mir im Gespräch freundlich aber auch sehr deutlich klar gemacht, dass dieser Verein als Leistungsstützpunkt (wusste ich vorher gar nicht, dass das einer ist) klar auf Leistung aus ist und wenn mein Kind nicht bereit wäre im Alter von spätestens 12/13 vier mal die Woche zu trainieren, dann bräuchte er eigentlich nicht einsteigen.

    Dazu kommen noch monatliche Beträge von 35 € und zahlreiche Zusatzkosten wie Startgebühren etc.

    Unter Nachwuchssorgen schienen die aber nicht zu leiden.

    Goodie : hast du behauptet Kinder können nicht passen? Oder nur, dass dies kein (vorrangiges) Ziel in diesem Alter ist. Hat der Vater selbst Fußball gespielt

    Wenn man zwischen "Ball wegschießen" und "passen" unterscheidet, dann habe ich in der Tat viele, die nicht passen können. Wenn wir 2:1 spielen lassen, wird das deutlich, dass der Ball einfach irgendwohin gespielt wird.

    Wir spielen häufiger 2:1 oder 3:1 und lassen den Abwehrspieler entweder von der Torlinie aus starten oder auch schon mal von hinten (zeitverzögert). Forderung ist: es müssen alle Angreifer min. einmal den Ball berührt haben. Dann habe ich häufiger im Verlauf diese Szene obwohl die Forderung schon erfüllt ist:




    Meine "Spezialisten" entscheiden sich dann allzuhäufig für den Pass zu Spieler 2. Weder dass sich 2 im Rücken des Abwehrspielers vors Tor bewegt noch dass es 1 alleine macht.
    Wenn man sie fragt, warum, bekommt man zur Antwort, dass Alleingänge nicht gut wären. Dass es viele Optionen gibt, sehen sie zur Zeit noch nicht. Das betrifft ungefähr die Häfte der Kinder. Wahrscheinlich ist das dieser Gorillaeffekt. Dass sie noch so sehr auf den Ball konzentriert sind, dass sie die Tore gar nicht sehen.

    Das wäre doch mal ein schönes Projekt für ein Großsponsoring...


    "Der DFB stattet in Zusammenarbeit mit Firma 'Spendabel&Sohn' alle 25.000 Mitgliedsvereine mit portablen Minitoren aus. So leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Ausbildung unsere Kinder und dem Projekt Weltmeister 2026"

    Wer nun das Passen aus den Unterlagen herauslesen möchte findet hierfür ausreichend Stellen zur Begründung. Ich denke daher das du mit DFB-Medien hierzu leider nicht wirklich Überzeugungsarbeit leisten kannst.

    Das ging mir beim genaueren Lesen gestern abend auch durch den Kopf... dass das alles nicht richtig als Gegenargument taugt.
    Es ist ja auch dämlich, das Passen zu verbieten. Das will ja auch keiner.

    Das blöde ist, mein Kleiner spielt sehr wohl schon schöne, gezielte Pässe. Der hat aber auch einen sehr strengen Trainer, seinen zwei Jahre älteren Bruder. Und in der Diskussion kommt dann:
    "Deiner kann es doch. Und x und y auch."
    Joh aber was ist mit a, b, c und alle anderen? Die können es nicht.
    Antwort: "weil ihr es nicht trainiert."
    Ja, weil wir denen erstmal beibringen, den Ball unter Kontrolle zu bekommen. Dass man nicht den eigenen Mitspieler attackiert, dass man hinter zwei Abwehrspielern nicht sehr gut steht auch wenn man wild mit den Armen fuchtelt und 'hier, hier' ruft.

    Und die Unterscheidung vom Pass zum Abspiel aus Nervosität/Unsicherheit sieht auch keiner dieser "Experten".

    Hallo,


    ich hatte heute am Rand mal wieder ein Gespräch à la "die Kinder müssten mehr passen". Ich habe dann von den Ausbildungsinhalten des DFBs erzählt und dass wir uns daran orientieren. Na ja und mir eben diese schrägen ungläubigen Blicke angeschaut. Der Vater hat dann die Kinder aufgezählt, die hier schon was weiter sind und hatte seinen "Beweis", dass sie doch schon passen könnten. Nun ja...


    Nun kenne ich die Leitlinien vom DFB und "Der lange Weg zum Erfolg" natürlich auch. Gibts irgendwo eine noch kürzere, knappere Erläuterung, was die Ausbildungsschwerpunkte im jeweiligen Jugendbereich sind?

    Hier kam kürzlich ein Facebookaufruf rum, bei dem sich gegen die Mittellinienregel gewehrt werden sollte:/. Sie würde zu ständigem Ärger führen. Da wir im Kreis ohne spielen und durchaus schon Abschläge hatten, die so weit waren dass sie über unseren kleinen TW in den Kasten gedoppst sind, würde ich die Regel ja eher befürworten.


    Wir sagen den TW immer: wenn du jemanden anspielen kannst, dann mach das. Wenn keiner frei ist oder du partout nicht weißt wohin mit dem Ball, dann spiel ihn lang. Meist ist die Eröffnung kurz. Aber die meisten Gegner suchen ihr Glück im weiten Abschlag...

    Fairness oder wie Kinder das sehen...

    Vorgestern war ein FS gegen eine befreundete Mannschaft. Im Spiel gabs ein Unentschieden.
    Beim Elfmeterschießen hatten wir 9 Kinder, die Heimmannschaft 13. Nachdem unsere 9 durch waren haben die Gegner geführt, als alle 13 geschossen hatten haben wir geführt. Und so sind an diesem Tag ALLE als Sieger vom Platz gegangen.

    Echt cool, die Kids!

    Da hast du sicher recht aber ganz ehrlich?

    Ihr habt offensichtlich mehr Zeit als ich! Dafür hätte ich echt nicht mal eben die Resourcen frei. Vorstand überzeugen, Mitstreiter generieren, Teams über das Funino aufklären (echt, auf meine Frage in eine Whatsappgruppe, wer nach H. Wein trainiert kam NULL Reaktion) und einladen, mit dem Pächter verhanden, Tore besorgen, Festival durchführen.

    Ich habe zwei Kinder die kicken und schwimmen (Mamataxi nötig), einen Job, einen Haushalt samt Garten und eine Ehrenamt als Kindertrainer... Mehr geht zur Zeit nicht. Hab schon meine Volleyballmannschaft an den Nagel gehängt und mein eigener Sport liegt brach. ;(;(;(

    Wir haben zur Zeit bei G/F-Jugend rund 70 Kinder. Würde nach der Funino-Spielweise 18 Teams bedeuten... Und auf Asche/Kunstrasen bekommt man die nicht verankert, hieße also auch noch mal reichlich Sandsäckchen... Ich nutze unsere Popuptörchen (1,2m) eigentlich gerne aber jetzt im Winter eher nicht weil das zu aufwändig ist. Ich kann halt nicht ne halbe Stunde eher kommen und schon aufbauen weil der Platz davor schon belegt ist.

    Und zu Spielfesten würde mir der Platzwart nen Vogel zeigen, wenn ich ihn bitten würde mir Linien zu machen. Nee, es ist ne Materialschlacht. Ich will ja auch mal ein Funinotag im Frühjahr mit befreundeten Teams machen aber das ist nicht mal eben umzusetzen, wenn man bei Null startet

    Was mir fehlt ist ein kreisübergreifender Austausch. Bei uns im LV darf jeder Kreis vor sich hinwurschteln. Und so kommt es zu skurilen Unterschieden besonders bei den Kleinen (G/F/E). Das erschwert übrigens auch das Abstimmen von FS ungemein...


    Wir haben folgendes Konstrukt:
    F1-Teams spielen eine Ligarunde, zum Winter wird neu zusammengestellt. F2 spielt Spielfeste, bunt gemischt, jedes Fest neue Gegner, man weiß nie was kommt. Die E-Jugend spielt in 7 Gruppen das GANZE Jahr durch. Egal ob es zu eklatanten Fehleinstufungen kam oder nicht. Hier sind Ergebnisse von 33:0 nichts ungewöhnliches.


    Im Nachbarkreis spielt man ab der F-Jugend im Herbst eine Runde mit 10 Teams pro Staffel. Im Frühjahr wird dann entsprechend der Ergebnisse eine 6er Staffel mit Hin- und Rückspiel neu zusammengestellt. (Ergebnisse werden nicht veröffentlicht) Das Prozedere finde ich schon ziemlich ideal. Bei den Bambinis gibst 4er-Gruppen und man trifft sich in dieser Kostellation vier mal. Man kennt so zwar dann seine Gegner aber wenn man stark unterlegen ist, gibts auch vier mal die Hucke voll. Dafür kann man nach Leistungsstärke melden und auch hier wird im Winter umsortiert.


    Im dritten Kreis hier ums Eck spielen schon die Bambinis ein Tableau mit 2 x 20 Minuten. Muss das sein? Was soll da raus kommen? Wenn man unterlegen ist und es zur Halbzeit schon 0:16 steht, braucht man das nochmal 20 Min. lang? Bescheuert.


    Kann man das mal harmonisieren? Das würde doch schon einiges bringen.



    Funino ist eine riesen Materialschlacht. Das ist einfach der riesen Haken an der Sache. Das mal eben umzusetzen ist eben nicht für jeden Verein attraktiv. Und die Kinder wollen den Ball im Netz zappeln sehen und eben nicht auf Stangen/Hütchentore schießen.
    Wo sollen die passenden Tore denn auf einmal alle Herkommen? Eine flächendeckende Umsetzung sehe ich daher in naher Zukunft nicht denn dann müsste man schon auf Verbands/Kreisebene investieren.

    Leichter umsetzbar wäre z.B. die Reduktion der Spieler bei G/F-Jugend auf 5:5 in Kombination mit Spielfesten. Ab der E dann 7:7 und Ligabetrieb mit halbjährlichem Umstecken. Aber wer fragt mich schon..?

    Unser Ausbilder im Trainerkurs hatte intensiv darauf hingewiesen, dass Bambinis Verschieben in Reinstform betreiben und man das doch bitte auf keinen Fall durch Festwurzeln von Abwehrspielern torpedieren soll! Alle greifen an, alle wehren ab. Ok, auf sehr sehr engem Raum aber intuitiv richtig.


    In der F schulen wir nun, den vorhandenen Raum besser auszunutzen. Wir verlassen uns bisher auf die "Ordnung" die sich von selber ergibt. Wir sagen zwar vorher, wer Abwehr und wer Sturm ist, da wir aber noch ziemlich wild wechseln, ist das u.U. im Spiel schnell vergessen. Wie gesagt: beim Wechseln muss der runter, der aufhört mitzumachen. (Aktivität)

    Wenn ich eure Erfahrungen so lese, werden wir das Thema erst im Altjahrgang F-Jugend aufnehmen. Wir haben einfach noch zu viele andere Baustellen.