Beiträge von Goodie

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    Statt auf Übungen würde ich hier auf das Mindset schielen.


    Wir hatten seinerzeit ein "Spiel" beim Volleyball. Wenn einer einen Ball verkackt hatte und der nächste noch irgendwie in der Lage war, den Ball zu erobern, so war er "ein Held" und wurde lautstark gefeiert.

    Übertragen auf den Fußball muss man das zurückerobern halt viel mehr feiern. Und auch den Kindern klar machen, dass nicht der Ballverlust an sich sondern das fehlende Nachsetzen zu langen Gesichtern führt.

    So könnte man bei einem Spiel jedes Nachsetzen mit einem persönlichen Punkt belohnen, in dem der Trainer den Namen aufruft. Jeder Spieler zählt seine Punkte für sich und am Schluss wird abgerechnet.

    Sollte das Kind aufhören, dann hört es auf. Ich bin mittlerweile bei gewissen Eltern dermaßen abgestumpft, dass ich die Energie das Kind halten zu wollen bei diesen Eltern nicht mehr aufbringen kann und will.

    Also ich finde das legitim. Wir machen ein Angebot unter gewissen Rahmenbedingungen (Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit). Die Familien können dies dann annehmen oder eben nicht.

    Diese Energieräuber sind anstrengend.

    Sind wir mal ehrlich: solche Kinder sind nie in der Startaufstellung. Damit hast du deine erste Sanktion schon durchgezogen. Das heißt auch, die Kinder sind bei jedem Spiel erstmal gefrustet.

    Nehme ich dem Kind nun die komplette oder überwiegende Spielzeit weg, sinkt die Motivation endgültig und das Kind hört auf. Wenn das gewünscht ist, ist das der richtige Weg.

    Will ich das Kind behalten, muss ich anders mit der Situation umgehen.


    Ich glaube es hat auch viel mit Sympathie zu tun, wie weit man sich reinhängt. Da du über die Scheidungsstory gut bescheid weißt, scheint dir das Kind am Herzen zu liegen. Ein Trainer kann auch immer eine außerfamiliäre Vertrauensperson sein. Hier musst du ganz persönlich entscheiden, wie weit du dich da reinhängen willst.


    Das andere Kind kann man versuchen zu einer normalen Trainingbeteiligung zu motivieren. In direkter Ansprache ans Kind, wertschätzend und motivierend. Dann kannste nach 3 Monaten immer noch bewerten: es hat sich nichts verbessert, ab jetzt wirst du nur noch selten nominiert.

    ich weiß immer erst 1 Woche im Voraus meinen Gegner und den Spielort.

    vor 30 Jahren, als wir noch mit Straßenkarten im Auto jongliert haben, mag das ein Problem gewesen sein. Dank Navis sehe ich hier aber wirklich kein Drama. Wer ambitioniert ist, fährt auch weiter. Und wer es ruhig angehen lässt wird nicht durch den halben Landesverband müssen. Vielleicht bin ich verwöhnt weil wir im Ballungsraum wohnen und irgendwo im schwäbischen oder im Emsland mag man über Entfernungen anders denken.
    Meister gäbe es keine aber wer braucht die? Frag mal nen A-Jugendlichen ob er noch weiß, wievielter er in der D-Jugend war. (hüstel, im Lockdown)

    Von mir aus könnte man die Pools auch etwas klassifizieren und benennen (z.B. 8 x Kreis, 4 x Bezirk, 2 x Land, 1 x Verband oder bronze, silber, gold, CL) solange die Gruppen die ganze Zeit durchgängig bleiben.
    Ich wäre dann aber lieber 7. im Bezirk als 1. im Kreis.

    Ich könnte meinen Job zu 100% perfekt machen und hätte dennoch keinen Einfluss auf

    • das Geschrei am Rande durch die gegnerischen Trainer, Eltern, Spieler (unterstellen wir mal, ich hätte meine Strategen auch perfekt im Griff)
    • auf die Kreisfürsten, die alles Moderne torpedieren
    • auf unfähige SR, die das Gerechtigkeitsempfinden der Jugendlichen torpedieren
    • unsägliche Einstufungen der Teams in die Staffeln

    Vielleicht bin ich extra gefrustet, weil die Kreise hier so zubetoniert sind, dass es mir wirklich weh tut. Verfolgt man die Diskussion in den Sozialen Medien, dann sind die Altvorderen absolut in der Überzahl. Entweder haben progressivere Kräfte keine Lust sich medial beschimpfen zu lassen oder es gibt sie einfach nicht.


    Die jammern immernoch, dass man in der F keine Stadtmeisterschaft mehr ausspielen darf und organisierten bis zum letztmöglichen Tag Bambiniturniere im 7vs7. "Hat uns auch nicht geschadet"
    Beim Tag des Jugendfußballs stehen die Eltern quasi im Feld, von Abstand und fairplay-Modus nix zu sehen.
    Beim aktuellen Modus der Funinospielfeste der Bambinis (inzwischen kommen sie ja nicht mehr dran vorbei) werden vier Teams mit jeder gegen jeden aufeinander losgelassen. Championsleaguemodus mit hoffentlich gleich guten/schlechten Gegnern? Ach Blödsinn, viel zu aufwendig.

    In der E-Jugend findet man (hier im Kreis wurde die Hinrunde noch veröffentlicht) in jeder Staffel Teams mit 0 oder 1 Punkt. Das macht sicher Spaß, wenn man 9 mal verkloppt wird, bis man endlich in eine schwächere Staffel kommt.
    Starke Teams, die keinen guten Jahrgang vor sich haben, haben keine Chance, überkreislich zu spielen.
    Zwei Teams eines Vereins in der Kreisleistungsklasse? Im Kreis A möglich, im Nachbarkreis B auf gar keinen Fall.

    Und zum krönenden Abschluss sind die Spiele der B-Jugend sonntags morgens. Ausgerechnet mitten in der Pubertät wo keiner ausm Bett kommt.


    Mich wundert nix mehr. Alles ist daran ausgelegt, dass das für die Funktionäre funktioniert. Die Kinder und Jugendlichen hat hier nach meiner Meinung keiner im Sinn.



    Wer jetzt sagt: meckern kann jeder, konkrete Vorschläge müssen her dem kann ich auch was anbieten:


    Flächendeckend das Hammes-System über die Jugend ausrollen. Hammes-System: Die erste Runde wird gesetzt, danach spielen immer die Tabellennachbarn gegeneinander. Nach jeder Runde wird neu geschaut wobei man das mehrfache Aufeinandertreffen vermeidet.


    Alle Teams melden mit ihrer geschätzten Stärke von 1-10 (Gurkentruppe bis NLZ) und bekommen hoffentlich von Anfang an passende Gegner. Vom FC Knickfuss auf Kreisebene über die ambitionierten überkreislich bis zu den NLZs auf Landesverbandsebene.
    Ein solches System wäre extrem fluide und würde jedem Team gerecht. Spätestens nach 3-4 Runden müsste man auf gleichstarke Teams treffen.

    Das sollte mit KI doch leicht zu organisieren sein.

    Wenn ich jetzt den ausgewerteten Bereich mal zwei nehme, bin ich doch genau bei der Anzahl an Spielern die in 5-6 Jahren noch zur Verfügung steht oder bin ich da irgendwo falsch abgebogen?

    Verstehe ich nicht...

    du hast 10 Spieler unter 25 und nochmal 10 die älter sind?

    Und dann?


    Für statistische Auswertungen haben wir eine coole Phase: Aktuell macht der letzte G8 Jahrgang Abi (zumindest in NRW), sind also mit 17/18 weg ins Studium, Auszeit, Ausbildung, was weiß ich... Nächstes Jahr gibts keine Schulabgänger auf den Gymnasien weil auf G9 umgestellt wird. Wäre interessant, ob man das findet. Müsste ja eigentlich.

    Ich hatte beim Volleyball seinerzeit ein krasses Untalent. Der Junge zwar drei Jahr zu alt, eher klein und konnte weder pritschen, noch baggern oder aufschlagen.

    Ich bin beim warm machen zum Gegner gegangen und hab gesagt: guck dir bitte mal die Nr 4 an, der ist zu alt. Sag mir bitte ob ich ihn spielen lassen darf.


    Dann haben die seinen Versuchen zugeschaut, mitleidig gelächelt und gesagt: klar, lass ihn mitmachen



    Ich weiß durchaus, dass es Grenzgänger gibt.

    Aber mit einer kompletten Mannschaft zu alter Spieler auf einem Spielfest für schwache Jungjahrgänge zu gehen, ist einfach nur dreist gewesen. Zeigt ja auch die Reaktion des "Trainers"

    Naja, es gehören halt in die Einladung klare Regeln, dann ist deutlich, wer spielen darf und wer nicht.

    Nein! Die Jahrgänge für die Altersstufen im Fußball sind Gesetz. Da brauche ich nix zusätzlich kommunizieren. Bambinis sind Bambinis und F-Jugend ist F-Jugend. Wo ist da Interpretationsspielraum? Es gibt keinen!

    Bei uns im Kreis kam zu einem Spielfest der schwachen Bambini-Jungjahrgänge ein Trainer mit F-lingen. Er hat die Geburtsdaten auch kackfrech in den Bogen eingetragen. Ich hatte klitzekleine Kinder dabei und hab dem Organisator gesagt: gegen die treten wir nicht an. Andere Trainer haben sich angeschlossen.

    Wie es ausgegangen ist kann man sich denken, oder? Der Trainer ist wütend zu seinen Kindern gerannt, hat ihnen gesagt, dass sie nicht spielen dürfen, die Kinder haben geheult. Ein heulender Junge wurde vor mich hingezerrt und ich wurde angeschrien: "schau was du angerichtet hast, du solltest dich schämen".

    Das war der Tag an dem ich beschlossen habe, keine Spielfeste mehr zu machen und mich aus dem Spielbetrieb zurückzuziehen. Wir haben viel zu viele Bekloppte in unserem Land!

    Jetzt mache ich meine Windelkicker... auch schön.

    Es gibt aber auch viel niedrig schwelligere Angebote:


    Wir hatten schon im Kindergarten beste Kontakte in die Beratungsstelle des Trägers. Da sitzen geschulte Psychologen, die einem mit 2-3 Gesprächen neue Wege aufzeigen.

    In Schulen sind Sozialarbeiter, die ebenfalls guten Input liefern können.

    Sozial-pädiatrische-Zentren (Kontakt über Kinderarzt) helfen weiter.


    Es gibt immer Wege, sich Input zu suchen. Auch ein Forum kann einem weiterhelfen (Schwarmwissen) oder Gespräche unter Eltern.

    Wer den Ausgangspost noch vor Augen hat weiß, dass hier eher ein Vatertrainer seine Probleme mit der Familie beschreibt.


    Wenn er nämlich keine Lösung für seine Kommunikationsprobleme mit dem Sohn findet, wird er das Traineramt hinschmeißen und wir sind wieder einer weniger im Ehrenamt .

    Bin leider immer noch zu doof um ordentlich zu zitieren

    Einfach Textpassage markieren, dann kommt ein Kontextmenü und Zitat einfügen...


    Aber wenn ich mir den Ursprungspost durchlese, würde ich eher den Papa denn den Sohn bei einer Beratungsstelle sehen. Das gesamte Familiengefüge leidet doch...


    na mal abwarten ob er überhaupt noch mal hier ins Forum schaut.

    Die Diagnose "es liegt wohl eher and er Lehrerin", hat uns erstmal sehr beruhigt, aber auch sehr geholfen, mit dem Thema umzugehen.

    Im beschriebenen Fall wäre aber ein "das liegt eher am Trainer" auch nicht wirklich hilfreich. 8|


    Natürlich ist das eher ein Thema rund um Erziehung denn als Trainer an sich. Da aber hier viele Elterntrainer unterwegs sind, ist die Wahrscheinlichkeit auf "kenn ich" doch durchaus hoch.


    Viele der startenden Trainerneulinge gehen mit unglaublichem Einsatz an die Sache heran. Erst lässt man sich überreden, dann machts Spaß und dann kommt der Ehrgeiz. Der nächste Schritt wäre dann Gelassenheit und die erreichen viele gar nicht. Es lohnt aber sehr, daran zu arbeiten.

    Wenn es gelingt, die Erwachsenenbedürfnisse (z.B. Siege, Tabellenplatzierung, Ansehen im Verein) hintenan zu stellen und die Kinderbedürfnisse (Spaß, Kicken, siegen) in den Vordergrund zu stellen, ist man echt schon zig Schritte weiter.
    Man kann sich immer fragen, ob man geneigt ist, den dicken Paule nicht einzuwechseln, weils doch 4:4 steht. Die neuen Spielformen sollen das ja unterbinden, aber es findet in den Köpfen vieler immer noch statt.


    Viele nehmen die Sache mit nach Hause. Eine Niederlage kann man noch Stundenlang besprechen. Ungerechtigkeiten oder ein bekloppter Trainer des Gegners erst recht. Und wenn man vom Filius enttäuscht ist... uiuiui.
    Aber hier verdreht die Ehefrau ja wohl schon die Augen. Man muss sich kritisch fragen: wieviel % der Woche bin ich eigentlich Trainer und wird das der Sache gerecht? Oder gehts auch ne Nummer kleiner?

    Ca. 75% der Zeit gehen fürs Pflichtprogramm drauf: Schlafen und arbeiten, egal ob man Carearbeit, Haushalt oder einer Erwerbstätigkeit nachgeht. Ca.10 % sollte der persönlichen Erholung dienen (gemeinsam mit dem Partner oder auch alleine). Der Rest ist Familienzeit.


    Unterstellt man, dass ein Traineramt zur persönlichen Erholung dient, dann kommt das in etwa hin, wenn man 2-3 mal pro Woche 2-3 Stunden am Platz ist und noch etwas vor- und nachbereitet. Wenn man darüber hinaus noch Zeit dortrein steckt, kommt die Familienzeit zu kurz!