Ich wage mal einen ganz anderen Gedanken:
wir haben rund 3.000 Tote jedes Jahr durch Straßenverkehr: niemand verbietet Autos, wir bekommen nicht mal ein Tempolimit auf Autobahnen.
120.000 Menschen sterben an den Folgen von Rauchen. Immerhin wird man inzwischen als Passivraucher geschützt aber Kippen verbieten? ein No Go.
11.000 sterben nach Unfällen im Haushalt... ich habs immer schon gewusst: Fensterputzen ist (zu) gefährlich.
Rund 1,7 Mio Menschen sind alkoholabhängig. Allein die Zahl sollte ausreichen, das Zeug einfach zu verbieten. Aber auch von 77.000 Tote jährlich lassen wir uns doch unser Feierabendbierchen nicht verbieten.
Laut den bisherigen Untersuchungen (Obduktionen) der an Covid-19 verstorbenen waren alle Verstorbenen vorbelastet oder alt. Bisher haben wir ALLES gestoppt (finde ich richtig) und suchen nun nach Lösungen, wie wir langfristiger mit dem Virus umgehen können.
Und müssen wir nicht unsere Bemühungen vervielfachen, die Risikogruppen zu schützen und auf der anderen Seite die nicht gefährdeten wieder ins "normale gesellschaftliche Leben" entlassen?
Und müssen wir nicht auch eine gewisse Anzahl von Opfern in Kauf nehmen? Eine ethische Frage, ich weiß.
Aber dagegen muss man in der Tat auch die Folgen eines langen Lockdowns gegenrechnen.
Ich fand es recht erholsam, dass mal vier Wochen Ruhe war im Parteiengeplänkel aber inzwischen glaube ich, dass wir die Debatte um den richtigen Umgang am besten finden werden, wenn alle ihre Meinung einbringen. Die Gruppe ist idR besser als der Einzelkämpfer.
Der allgemeine Lockdown muss nun intelligent wieder gelockert werden. Alles, wo Distanz halten geht, muss auch wieder möglich sein. Tennis ist hier das beste Beispiel! Eine Quadratmeterzahl für ein Geschäft ist in meinen Augen Quatsch während Kunde/qm durchaus Sinn ergibt. Das Problem ist, dass der gesunde Menschenverstand sehr unterschiedlich gelebt wird und jedem die Jacke näher ist als die Hose.
Die Hauptherausforderung sind in meinen Augen in der Tat die Schulen. Unsere Grundschule hat 8 Klassen und 10 Räume. Wie bitte soll man hier die 200 Kinder dauerhaft auf Abstand beschulen? Am 4.5 gehts für die Viertklässler wieder los. 57 Kinder verteilt auf die ganze Schule, das ist sicher kein Problem. Man hat ja noch Platz! Und dann? Was machen wir dann?
Und so habe ich die Hoffnung, dass wir langfristig endlich mal umdenken, und die Kinder nicht mehr in Klassen mit 30 stopft...

