Hallo Elvis,
Gratulation erstmal zu einem sportlichen Kind. Wenn ein NLZ erstmalig anklopft sind die meisten Eltern stolz und machen sich spätestens ab da Gedanken, wie man sein Kind optimal fördern kann.
Hier im Forum findest du eine bunte Mischung von Erfahrungen: einige sind NLZ Trainer, manche haben ihre Kinder im NLZ, andere im Stützpunkt, wieder andere lehnen diese Förderungen auf Grund gemachter Erfahrungen gänzlich ab.
Generell würde ich dir dringend zur Gelassenheit raten! Der Markt braucht im Kinder- und Jugendbereich ständig Nachschub und den meisten NLZs geht es weniger um Talententwicklung als um Ergebnisse.
Diese Defizite sind zwar inzwischen bekannt und auch benannt - flächendeckende Maßnahmen lassen aber noch auf sich warten.
Statistische Auswertungen belegen, dass ein Spieler im Schnitt 3 Jahre im NLZ bleibt. Es sind die goldenen Ausnahmen, die seit der F-Jugend im NLZ sind und bleiben. Ein NLZ Trainer sagte mal zu mir: "was wir hier im unteren Jugendbereich machen ist Imagepflege. Der Aufwand für die Familien ist riesig und wir fordern echt viel. Und für die Spieler geht es so richtig gehts erst auf dem Großfeld los"
In sofern ist es eher schlau, sein Kind mit ca. 15 Jahren im NLZ zu haben als mit 8 oder 9 Jahren.
Mit 8 wollen so ziemlich alle Bundesligaprofi werden und das ist auch richtig und gut so.
Je älter die Kinder werden, um so mehr Realität kommt hinzu und die Kinder bekommen einen Eindruck was es heißt, den enormen Aufwand und die weiterführende Schule unter einen Hut zu bringen.
Wenn es nach dem ersten Vorspielen auf Grund fehlender Beidfüßigkeit nicht reicht, dann lass dir gesagt sein, dass damit nicht für alle Ewigkeiten die Türen zu sind! Ganz im Gegenteil. Es werden noch viele kommen und gehen. Das NLZ erweitert in jedem Jahrgang seinen Scoutingradius. Sie sind in der Regel nicht zufrieden mit dem Ergebnis ihrer eigenen Trainingsarbeit und suchen nach neuen Spielern, die schon mehr können als ihre eigenen Spieler zu leisten im Stande sind. Wäre ein NLZ so herausragend gut für die Kinder, dann hätte man doch gar keine Chance mehr, später hineinzurutschen, oder? So ist das aber nicht. Und die Talente entwickeln sich auch im normalen Vereinsumfeld.
Willst du die Beidfüßigkeit deines Sohnes fördern, dann muss er die Bereitschaft haben, da was zu tun. Eine Möglichkeit im Dorfverein wäre etwa, einmal wöchentlich zusätzlich das Bambinitraining mitzumachen mit der Aufgabe, nur den schwachen Fuß zu nutzen. (müsste man halt mal fragen). Ich hatte mal einen Schülerpraktikanten der mir als Co-Trainer bei einer F helfen sollte. Er durfte alle Übungen mitmachen aber ausschließlich mit dem schwachen Fuß. Er hat das genutzt und hat sehr davon profitiert.
Oder du nimmst eine der zahlreichen Fußballschulen in Anspruch. Das kann eine sinnvolle Ergänzung zum Verein sein.
Auch den Jungen einen Jahrgang hoch zu nehmen ist eine Möglichkeit ihn mehr zu fordern.
Was will er denn? Ist das anklopfende NLZ sein Herzensverein? Wenn ja, dann kann man das natürlich auch machen aber ihr müsst das dann unbedingt von Jahr zu Jahr betrachten. Die Reise geht zu Ende! Ob als Nationalspieler mit 37 Jahren oder mit 10 weil die Versetzung in der Schule gefährdet ist, mit 13 weil die Knie im Wachstumsschub zicken oder sonst was... es wird kommen...