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Sorry, aber das hört sich so an als wenn du "Taktiktraining" gemacht hast. Nicht falsch verstehen bitte, aber mich beschäftigt die Frage von Jugendabteilung auch, weil ich die Spieler ja schon irgendwo auf dem Feld positionieren muss, also eine Grundaufstellung vorgeben sollte.
Hast du das mit deinen Mädchen im Trainingsspiel besprochen bzw. ihnen erklärt wie sie sich verhalten sollen? Also wo ist der Mittelweg zwischen "Fußballspiel erklären" und "Taktiktraining"?
Gruß,
sb
Ich bin nicht auf dem Platz gestanden und habe im 7 gegen 7 eintrainieren lassen (oder zumindest nur sehr selten). Ich glaube ich habe nie wirklich erklärt, wie wir spielen wollen, sondern durch Zielsetzungen und Begrenzungen in verschiedenen Spielformen das hinbekommen, was ich haben wollte. Das heißt Stück für Stück Dinge eingeübt. Zum Beispiel das Mittelfeldpressing im 3-2-1 mit einer Spielform mit seitlichen Durchgangstoren und einem Passviereck, die verteidigt werden müssen. Oder die offensiven Außenverteidiger in der Offensive durch Zeitbegrenzungen im Konterangriff.
Irgendwann nach der Winterpause habe ich es dann zusammengeführt, da gab es dann auch 7 gegen 7. Die eine Mannschaft spielte so, wie ich es haben wollte, die andere hat variiert. Zwischen 2-2-2, 2-3-1, 3-1-2 und eine Dribbellinie verteidigt. Immer wieder eingreifen, nachbessern und auf den Positionen rotieren hat dazu geholfen, dass wir das in der Rückrunde wirklich exzellent umgesetzt haben.
Ich denke in einem Mannschaftssport wie Fußball ist es wichtig, schon früh das Verhalten als Gruppe oder Mannschaft kennenzulernen. Immer im Rahmen ohne Überforderung aber doch organisiert. Und den Mädchen hat es viel Spaß gemacht, schließlich haben wir viele Trainings einfach "gespielt".
Vom 3-3 halte ich nicht sonderlich viel. Die Raumaufteilung finde ich auch nicht gelungen, auch wenn das sonst immer als Pro-Argument aufgeführt wird. Die Außenverteidiger lernen nicht, sich in die Offensive einzuschalten, weil sie Spieler vor sich haben, der Innenverteidiger muss das Spiel nicht eröffnen. Dazu fehlt die Tiefe bei eigenem Ballbesitz und bei gegnerischem Ballbesitz. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass ein 3-3 schnell in sehr enger Mannorientierung endet, weil beinahe jeder einen Gegenspieler einfach nur durch die Grundformation zugeteilt bekommt.
Im 3-3 wird das Flügelspiel mit doppelter Besetzung auf den Seiten vorangetrieben. Dabei ist das wirklich nicht das Spiel, das ich im Jugendfußball als förderlich ansehe. Auf dem Flügel ist der Raum begrenzt, es kommt sehr schnell zu einem zerstückelten Spielablauf, weil der Ball oft im Aus ist und es immer wieder zu Eins gegen Eins Situationen kommt. Die Eröffnung ist bei vielen Mannschaft gleich: TW - IV - AV und Vollgas nach vorne. Ich finde es deutlich angenehmer, mit Ball durch die Mitte zu spielen, ständig Überzahl herzustellen und so wirklich alle Spieler zu gleichen Teilen miteinzubringen.
Das funktioniert meiner Meinung nach im Tannenbaum mit 2 zentralen Mittelfeldspielern besser. Durch die Überzahl im Mittelfeld wird die Mannschaft viel ballsicherer, außerdem stehen die Außenverteidiger hoch, können also mit in die Ballrotation eingebunden werden. Der Stürmer ist oft gefordert, um auf nachrückende Spieler abzulegen und nicht nur bloßer Verwerter von Flanken.
