Beiträge von Dani2

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    FB, ich schreib das mal ganz plump: Du aktivierst also eine Hirnleistung, die noch nicht voll entwickelt ist. Gibt es eigentlich einen Grund, weshalb in der Entwicklung von Kindern ein Schritt nach dem nächsten folgt? Du kannst einem 3jährigen auch Lesen und Schreiben beibringen du musst seine Hirnleistungen nur entsprechend fördern? Und ja, du kannst einem 4jährigen schon das Klavierspielen beibringen, auch hier muss nur gefördert werden?


    Ich folge lieber den pädagogischen Ratschlägen von Fachleuten. Das man Kinder "aktivieren" kann, hat niemand bestritten, aber ob das für eine normale und gesunde Entwicklung eines Kindes gut ist, daran glaube ich nicht.


    Mal ganz blöd gefragt: Wie sollen die Trainingsformen, die Fußballbaron ansprach, in irgendeiner Weise schädlich sein? Selbst wenn diese Spielchen mit Farben/Zahlen und Co. nicht zum fußballerischen Können beitragen, können sie immer noch Spaß und Konzentration beim Training bedeuten. Und wenn schon das nicht, lernen sie doch die Ballführung mit gehobenem Kopf. Ich sehe da einen klaren Unterschied zum 4-Jährigen, der Klavierspielen lernen soll.

    Selten so einen Blödsinn gelesen. ;)


    Aber wenn du deiner F-Jugend das so wirklich vermittelt bekommst, dann ändere dein Spiel doch. Die Kinder sollen in ihrem Fußballleben doch verschiedene Erfahrungen sammeln.


    Mal lang hinten rauszuspielen gehört auch mit dazu, also warum nicht. Nur mach es nicht beim Spiel zum ersten Mal, sondern übe es davor, damit alle weit genug sind.


    Wenn es dann nicht klappt, hast du immerhin schon eine Rechtfertigung vor deinen Jungs. ;)
    Aber bereite sie vor allem darauf vor, dass man sich auf dem Platz unfassbar schnell verletzt!

    In der untersten Spielklasse mit einer neuen Mannschaft gleich in Ausdauer/Kraft einzusteigen, halte ich für gewagt. Richtiges konditionelles Training (Schnelligkeit, Ausdauer, Kraft) braucht extrem viel Zeit und Geduld. Dazu musst du daran denken, dass deine Spieler wohl ganz unterschiedliche körperliche Voraussetzungen mitbringen, du musst da individuell arbeiten. Das ist, da du komplett neu bist, nahezu unmöglich.


    Zudem denke doch mal daran, dass wenn du Ausdauer trainierst, deine Spieler regelmäßig trainieren müssen, damit sich wirklich eine positive Anpassung einstellt. Sollte jetzt mal jemand nur eine Woche im Training fehlen, bist du bei einem ganz geringen Effekt.


    Deswegen würde ich dir raten, in der Vorbereitung lieber a) zu sichten und b) ein taktisches Konzept einzuspielen. Schau dir deine Spieler bei ein paar Übungen an, schätze sie am besten komplett selbst ein und teile sie dementsprechend in Positionen ein. Dann baust du daraus eine Formation und eine Grundmarschroute (Konter, Ballbesitz). Eine Mannschaft, die taktisch diszipliniert auftritt ist nicht nur sehr selten in der untersten Spielklasse, sondern hat auch einen riesigen Vorteil gegenüber den anderen Teams.


    Da erreichst du, meiner Meinung nach, deutlich mehr, als mit Training im konditionellen Bereich.


    Viel Glück übrigens. ;)

    Ich muss das Thema doch nochmal ausgraben, tut mir Leid. ;)


    Derzeit wird die ganze Situation nämlich wieder hochgekockt. Die Mannschaft spielt derzeit nicht gut, der Rückrundenstart ist komplett daneben gegangen. Wir spielen viel schlechter als zuvor, irgendwie ist keine Ordnung mehr drin und in den letzten Spielen sind wir zum Teil wirklich böse überrannt worden. Aber derzeit sind wir wirklich in so einem Strudel. Das erste Rückrundenspiel fand noch in den Ferien statt, deshalb mussten wir in Unterzahl spielen, da haben wir gegen den Tabellenletzten verloren. Danach ging es Schritt für Schritt zurück in der Entwicklung.Das was uns mal ausgemacht hat, ist abhanden gekommen. Das heißt, jedes Spiel eng gestalten zu können, als Mannschaft diszipliniert zu spielen und kaum Gegentore zu bekommen.


    Jetzt machen sich die Eltern doch langsam Sorgen wegen dem Wechsel in die C-Jugend und haben Angst, dass ihre Töchter sich verletzen könnten oder ganz frustriert aufhören. (Was Erfolg alles so ausmachen kann, da hat noch keiner dran gedacht in der Hinrunde...). Am Wochenende haben wir gegen den Ersten gespielt, ausgerechnet da waren dann super viele Eltern da und haben zugeschaut, dazu auch die Vereinsleitung. Die Mädchen waren vor dem Spiel in der Kabine schon nervös und haben dementsprechend gar nichts gezeigt. Man merkt richtig, dass irgendwo ein Schalter ins negative umgelegt wurde.


    Ich kann die Sorgen natürlich nachvollziehen, aber habe mir jetzt auch schon einiges anhören müssen, wegen meiner entspannten Grundeinstellung. Plötzlich ist Widerstand gegen die C-Jugend da. Die Reaktion der Jugendleitung war dann auch nicht gerade gut durchdacht: Entweder nächstes Jahr C-Jugend oder sie lösen die Mannschaft auf. Deshalb habe ich jetzt einen Elternabend organisiert und will da mein Konzept präsentieren, um in der C-Jugend bestehen zu können.


    Das geht über Trainingsarbeit (Spielen mit dem Kopf, nicht mit dem Körper), über Zielsetzungen (Spiel zu Spiel kleine Zwischenziele setzen) bis hin zur Mannschaftstaktik (1-3-2 mit Angriffspressing und extrem hoch stehender Abwehr + Torwart). Bereits jetzt geht es im Training immer um das Prinzip, dass der Ball weg sein soll, bevor es zum Zweikampf kommt. Für eine D-Jugend, finde ich, funktioniert das extrem gut, wir haben in der Rückrunde echt sehenswert gespielt. Allerdings bekomme ich die Umschaltbewegung nach Ballverlust noch nicht so hin, so kassieren wir viele Gegentore. Ein Ballverlust und die Gegner rennen praktisch alleine auf unsere Keeperin zu, die selbst erst zurück ins Tor muss, weil das Gegenpressing eben nicht stimmt. So kommen dann ganz komische Spiele zusammen, die wir 4:0 verlieren, aber der Gegner eigentlich nie am Ball war.


    Ich habe natürlich noch nicht viel Erfahrung und fühle mich auch einfach sicherer, wenn ich auf dem Platz sportlich etwas zeigen kann, als neben dem Platz etwas vermitteln zu müssen. Die Leute, die da beim Elternabend sitzen werden, sind 25+ Jahre älter als ich. Habt ihr da vielleicht Tipps oder Erfahrungen, dass ich das ordentlich vermitteln kann?


    Ich hatte ein Gespräch mit dem Verein, die wollen auf jeden Fall, dass ich weitermache. Ob es nun die besagte D-Jugend hier ist oder ob ich danach eine andere Mannschaft bekomme. Dort ist man auch der Meinung, dass wir einfach in die C hoch sollen, wenn es nicht funktionieren würde, würde man uns eben abmelden und Freundschaftsspiele organisieren. Die Mädchen habe ich sowieso auf meiner Seite, das hatte ich ja oben schon geschildert. Ich hatte mich mit ihnen mal anstatt Training hingesetzt und das ausdiskutiert und sie wollten 100% lieber zusammenbleiben, als irgendetwas anderes zu versuchen.

    Also bei uns (BFV) waren es drei Wochen aufgeteilt in jede eine Woche. Die erste habe ich im Herbst gemacht, die zweite im Winter und die Prüfungswoche (die zentral stattfinden muss) im Sommer. Also du hast Zeit und musst es nicht gleich durchziehen. Die ersten beiden Wochen können dezentral stattfinden, falls du einen Verein findest, der das anbietet. Ist dann soweit ich das weiß mehrere Wochen lang abends. Ich würde lieber eine Woche in eine Sportschule/Stützpunkt fahren.


    Der Jugendtrainer ist mehr auf Kindertraining ausgelegt, da fallen viele Begriffe wie Tummelphase, spielerisch lernen, Ballgewöhnung. Wäre also für eine E-Jugend nicht falsch. Aber auch im Erwachsenen-Lehrgang lernst du was über Jugendtraining, allerdings nicht so ausführlich. Da gehts auch viel um Taktik in kleineren Gruppen, was man sicher auch ab der D-Jugend schon verwenden kann.


    Bei uns war es so, dass wir nach den ersten beiden Lehrgängen eine theoretische Probe geschrieben haben, die jeder locker bestanden hat. Dann kam nach dem zweiten Lehrgang irgendwann per Post der Teamleiter-Ausweis eingetrudelt. Das ist ein recht liebloses Ding im Kreditkartenformat ohne Bild oder irgendeinen Nutzen. Wenn du dann den dritten Lehrgang bestanden hast (mündliche Prüfung, praktische Prüfung, theoretische Prüfung, Selbstreflexion und Eigenkönnen), bekommst du den richtigen Trainerschein. Der hat dann auch ein bisschen Qualität, ein Lichtbild drauf und dein Verein kann damit Fördergelder beantragen.


    Ansonsten kann ich dir wirklich nur dazu raten. Es macht super viel Spaß, man lernt viele neue Dinge und neue Leute kennen. Ich habe mit dem C-Breitensport Erwachsene angefangen und inzwischen auch den C-Leistungssport gemacht und hatte sechs wirklich coole Wochen.


    Wahrscheinlich komme ich jetzt zu spät, aber ich halte das für keine gute Idee. Dadurch vermittelt ihr ein Wir-Gegen-Dich-Gefühl. Überleg doch mal, wie es für sie aussieht. Ihr redet die ganze Zeit auf sie ein, präsentiert euch als eine Einheit. Vielleicht kommt sie deshalb nicht zu Treffen außerhalb des Trainingsplatzes, weil sie das Gefühl hat, nicht dazuzugehören. Deswegen (mein Vorschlag) solltest du alleine mit ihr reden, ihr praktisch eine Freundin in der Mannschaft sein.

    Ich würde auch sagen, dass das möglich ist. Wenn man den Torwart rotiert, merkt man auch recht schnell, wie sich die Spieler bestimmte Techniken selbst aneignen, weil sie es entweder schon können durch Ballspiele aus der Schule, es schon mal gesehen haben oder einfach merken, dass es so besser geht.


    Allerdings sind Torhüter natürlich auch immer ein bisschen unsicherer. Wenn der Feldspieler mal einen Fehler macht, sind noch genug andere da, um ihn zu bereinigen. Macht der Torwart einen Fehler, ist er auf gut deutsch immer der Depp. Ich würde mich deshalb fak anschließen und eine Mischung bevorzugen.


    Was übrigens auch gut funktioniert, ist den Torhütern ein Vorbild zu geben. Ich hab mit meiner Keeperin ganz am Anfang mal Youtube-Videos von ter Stegen angesehen, das macht sie inzwischen glaube ich auch selbst immer mal wieder. Ich bin bei weitem kein TW-Trainer, deswegen war das gar nicht so blöd, weil sie versucht nachzuahmen und so zu spielen wie er. Das wäre dann vielleicht eine Mischung aus instruieren und stimulieren. ;)

    Es ehrt dich, dass du dir darüber überhaupt so viele Gedanken machst.


    Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass es da im Mädchen/Frauen-Bereich ganz viele Missverständnisse gibt. Deswegen würde ich ein ausführliches Gespräch vorschlagen. Und ich meine wirklich ausführlich, nicht mal schnell im Training. Am besten gehst du als Kapitän alleine zu ihr hin, vielleicht mal eine halbe Stunde nach dem Training. Hockt euch hin und dann erklärst du ihr Schritt für Schritt, wie es aussieht.


    Ihr spielt Landesliga, ihr habt eine tolle Atmosphäre in der Mannschaft und wollt das nicht aufs Spiel setzen. Sie will mitmachen, dafür muss sie jetzt einen Test beim Doc machen, danach gibts den Spielerpass und sie gehört voll dazu. Dann gehört aber auch die Trainingsbeteiligung dazu und ein paar Regeln, wie das Verabschieden, dazu. Das legst du ihr am besten so vor, ohne dich einmal unterbrechen zu lassen. Danach erklärst du, dass ihr euch viele Gedanken gemacht habt und sie kann es entweder so machen oder sie gehört nicht dazu.


    Würdet ihr in einer anderen Liga als der Landesliga spielen, würde ich das so nicht machen, aber ich denke ab einem bestimmten Grad kann man so durchgreifen. Bei uns in der Bezirksliga würde ich sie einfach weitermachen lassen nach dem Gespräch. Wenn sie meint, dass sie nicht kommen muss, kommt sie halt nicht. Stört ja keinen, aber Landesliga ist schon was anderes.


    DAS gibt es nicht.
    Entweder ist der Verein super und hat dann auch durchs Band qualifizierte Trainer. Oder er hat sie nicht. Ein Verein ist. längerfristig, immer so stark wie sein schwächstes Glied. Sobald was Schlechtes zugelassen wird demotiviert das all diejenigen die sich voll reinhängen. Vor allem dann, wenn der Verein schon in einem so desolaten Zustand ist, dass man um jeden froh sein muss, der noch kommt. Dann lieber mit dem Sohn 50km fahren und die Dinge richtig tun, als seine Jugend mit was Halbem zu verplempern.


    Da hast du recht. Ich denke andersherum wäre es treffender. Der Verein nicht schön, aber ein Trainer, der sich weiß, vom restlichen Verein abzusetzen. Ist nicht unbedingt ideal, aber kann funktionieren.


    Andererseits bin ich in einem tollen Verein und habe da auch schon echte Gurken getroffen. Am besten war heute einer am Nebenfeld der seine G-Jugend angeschnauzt hat, sie solle sich an die Manndeckung halten. :thumbup:

    Ich fände den Verein persönlich gar nicht so wichtig, sondern viel mehr die Mannschaft und den Trainer, die dein Sohn bekommt. Unbedingt mal beim Training vorbeischauen, beobachten und mit dem Coach quatschen.


    Wenn der Verein super ist, aber der Trainer das Wort Trainer gar nicht verdient hat, nützen dir auch niedrigen Beiträge nichts.


    1.
    Wie vermittle ich meinen Spielern am besten das
    Verhalten bei einer 3er Kette mit seinen einzelnen Aufgaben.


    Das können wir dir nur schwer sagen, solange uns du deine Vorstellung davon nicht genauer erläuterst.
    Eine 3er Kette kannst du so und so spielen. Ich habe meiner Mannschaft zum Beispiel erklärt, dass wir in der 3er-Kette defensiv mit zwei Jägern (AV) und einem Sammler (IV) spielen. Das heißt die AVs gehen in die Zweikämpfe, der IV räumt dahinter alles weg, was durchkommt. Ich hab aber auch schon die AVs extrem offensiv spielen lassen und die beiden ZMs im 3-2-1 nach hinten gezogen, dann wäre das Jäger/Sammler-Prinzip wieder hinfällig.


    Du müsstest uns also ein paar Dinge über dein Team erzählen. ;)



    Was ist bei diesem Spielsystem noch zu beachten. Wir
    sind hinten oft ziemlich offen und lassen uns durch lange Bälle gerne
    aushebeln. Weiß jemand einen Rat?


    Das 3-2-1 eignet sich aufgrund seiner defensiven Stabilität und Tannenbaum-Formation sehr gut für defensiv schwache Mannschaften. Damit erreichst du schnell Stabilität, weil das Zentrum komplett dicht ist. Der Gegner weicht auf die Außen aus und von da geht nunmal weniger Gefahr aus. Du solltest allerdings sehr aufs Verschieben achten, denn sonst werden deine AVs einfach überrannt. Lange Bälle sind immer gefährlich, speziell in den Jugenden, in denen noch aufs Kleinfeld gespielt wird. Spielt ihr mit Abseits? Dann würde ich versuchen, den Mannschaftsverbund sehr kompakt zu halten, also die 3er-Reihe weit nach vorne verschieben zu lassen. Wir haben eine ehemalige Feldspielerin im Tor, die passt dann hinten auf, spielt also praktisch den "Falschen Neuer". =)


    Jap, da bin ich auch voll mit dir einer Meinung. Wollte nur kurz klarstellen, dass man grundsätzliche Dinge, die ein wenig helfen, auch ohne die große Technik einführen kann oder vielleicht sogar muss.


    Ich kann mich da an zahlreiche Gegentore aus der Hinrunde erinnern. Bei Mädchen kommt die Torhüterin nicht immer unbedingt so weit beim Abstoß, der landet dann beim Gegner und die hauen uns die Dinger gnadenlos wieder um die Ohren. Das ging irgendwann mal so weit, dass ich sie für die letzten zehn Minuten eines Spiels alle Abstöße direkt ins Seitenaus hab schlagen lassen, nur um uns noch mehr Chancen durch missratenen Spielaufbau zu ersparen. Inzwischen läufts aber ganz gut. :whistling:

    Gleichaltrigen Trainern helfe ich doch gerne. :D



    Also zu deinem ersten Punkt würde ich dir raten, dich so kurz wie möglich zu fassen. Die Kinder stehen wahrscheinlich alle da und warten darauf, dass es endlich losgeht und du redest und redest und redest. Für die fühlt sich eine Minute wahrscheinlich schon an wie fünf Minuten. Also würde ich auch die Übungen dementsprechend einfach machen und wirklich darauf achten, dass die Jungs maximal 30 Sekunden vor, zwischen und nach den Übungen am Hütchen stehen müssen.


    Wenn das nicht hilft, bzw. du dich ohnehin schon kurz fasst, dann würde ich dir empfehlen, die Mannschaft in sehr kleine Gruppen zu teilen. Das heißt 4-6 Spieler. Wenn es gar nicht geht, kannst du auch einzelne Jungs sich drei Meter hinter die Gruppe stellen lassen. Das ist dann aber wirklich die allerletzte Lösung.


    Zu Punkt zwei: Da hilft nur Konsequenz. Du brauchst eine ganz klare Regelung. Einmal für alle erklären, danach nie wieder. Einmal verwarnen ist noch alles ok, beim zweiten Mal geht es raus aus der Gruppe. Ich habe nebenan immer zwei Hütchen stehen, an denen dann Koordinationsübungen gemacht werden müssen, alleine. Sieht erstens total blöd und peinlich aus, zweitens bleiben sie warm und machen sogar etwas sinnvolles. Wenn der Spieler sich weigert, das zu tun, ermahnst du ihn nochmal. Wenn es dann immer noch nichts wird, schick ihn zum Umziehen und er muss dann zusehen, bis die Eltern ihn abholen. Die werden fragen, wieso er schon umgezogen ist und dann hat sich das bald gelegt.


    Ist leider nur blöd, wenn eure Kabinen zu weit weg sind, abgeschlossen oder du dann Angst hast, dass er irgendeinen Blödsinn macht. Bei meiner C/B-Jugend ging das damals ganz gut, die waren alt genug. Inzwischen würde ich es bei meiner D nicht mehr machen. Da heißt es dann nur noch auf die Bank neben dem Platz und Ruhe ist.

    @Pannaking (starker Name übrigens ;) )


    Ich sehe das etwas anders als MichaMittelfeld und gehe sogar so weit zu sagen, dass Spielaufbau bei einer D-Jugend unbedingt Thema sein muss. Ich sehe da genau wie du einige Mannschaften, bis hoch in den Herrenbereich, die schon an einem geordneten Nachvornetragen des Balles scheitern.


    Jedoch stimme ich in so weit zu, dass du natürlich eine grundsätzliche Idee davon haben musst, was deine Jungs da auf den Platz zaubern sollen. Ich trainiere selbst eine D-Jugend, wenn auch eine ziemlich schlechte im Mädchenbereich, und hab da wirklich ein paar Wochen dafür gebraucht - aber es funktioniert. Meine Idee kann ich jetzt nur schwer auf dich übertragen, da ihr wohl nicht im Kleinfeld unterwegs seid.


    Jedoch würde ich dir einige Dinge empfehlen: Die Innenverteidiger sollten möglichst breit stehen, das heißt an den seitlichen Rändern des Strafraums, wenn dein Keeper den Ball hat. Die Außenverteidiger schieben ein bisschen vor, der Sechser/einer der Sechser lässt sich zurückfallen. Dann ist Ruhe von deinen Spielern gefragt, den Ball so lange zwischen Torwart, IVs und 6er zirkulieren zu lassen, bis einer der IV den Ball zwischen die Linien auf dein Mittelfeld spielen kann oder aber der Sechser aufdrehen kann und selbst viel Raum hat. Geht da nichts voran und deine Jungs sind schon ein bisschen sicherer, kann auch ein IV den Ball weit nach vorne treiben und dann erst abspielen.


    Aber wie MichaMittelfeld schon sagte, dafür muss das technische Niveau stimmen. Ich würde vielleicht als ersten Schritt erstmal im Training jede Spielunterbrechung wieder beim Torwart beginnen lassen. Das heißt keine Einwürfe, sondern Abstoß für die Mannschaft, die in Ballbesitz gewesen wäre. Dann geh ruhig mal dazwischen und korrigiere die Positionen. Wenn es gar nicht läuft, kannst du die Mannschaft, die den Ball nicht hat, auch erst mal ein wenig passiver lassen, dass sie zum Beispiel erst ab einer bestimmten Linie draufgeht, die mit der Zeit weiter nach vorne geschoben wird.


    Es gibt natürlich auch noch ein paar andere Möglichkeiten, den Spielaufbau zu trainieren. Zum Beispiel über seitliche Tabuzonen, seitliche Durchgangstore etc. Aber das würde ich alles erst später machen. ;)

    Falls du auch im BFV unterwegs bist, habe ich das Problem vielleicht erkannt, das vorliegt.


    Zwar ist das 1:1 sowohl in der Offensive, als auch in der Defensive ein taktisches Thema, wird aber nach dem Lehrweg Technik behandelt. Also gilt auch hier Üben - Üben - Spielen.


    Das heißt erst im freien Raum üben lassen, danach zwei Schwerpunkte und ein Wettkampf. Kleiner Vorschlag von mir:


    Freier Raum (6 Minuten): Immer zwei Spieler haben einen Ball. Spieler 1 startet mit Ball an der Grundlinie und läuft ins Feld, Spieler 2 geht in die Abwehrposition und steuert das Verhalten des Gegners. Das etwa 20 Meter lang, dann ist Ballwechsel und es geht in die andere Richtung.


    Schwerpunkt 1: Verbessern des 1 gegen 1 auf dem Flügel (5 Minuten)
    Ein Spieler dribbelt auf dem Flügel auf einen zweiten zu. Dieser geht in die Abwehrstellung und versucht, den Weg nach innen zu schließen und ihn zur Seite abzudrängen.


    Schwerpunkt 2: Verbessern des 1 gegen 1 zentral (5 Minuten)
    Ein Spieler dribbelt diesmal zentral auf das Tor zu, der zweite versucht, ihm eine Seite anzubieten, stellt das Spielbein zu und ihn am Abschluss zu hindern. Bei technischem Fehler wird dann eingegriffen und der Ball abgenommen.


    Wettkampf (4 Minuten): Könnte ich mir ein Spiel in kleinen Gruppen vorstellen, mit einem großen Tor, das es abzudecken gilt. Das Feld sollte nicht allzu lang sein. Dann werden die Spieler schnell in 1:1 Situationen gezwungen und sie müssen unbedingt den Abschluss verhindern.


    Ist natürlich nur ein Vorschlag und gerade in 5 Minuten runtergeschrieben. Aber vielleicht taugt es ja als Inspiration. ;)



    Die zu erlernende "Technik" wäre dann ein niedriger Körperschwerpunkt, eine Seite anbieten, den Gegner beobachten, sich ans Tempo anpassen und das Spielbein zuzustellen. Das Ganze wird nach dem Lehrweg Technik vermittelt, weil es in Spielformen ja kaum möglich wäre.

    Whistle


    Um ehrlich zu sein, hört sich das für mich etwas danach an, als würdest du Erwachsenentraining bei einer C-Jugend durchziehen. Wenn ich du wäre, würde ich ein paar Dinge berücksichtigen.


    a) Einfache Übungen mit einfachen Erklärungen, maximal 30 Sekunden Stehzeit, dann geht es schon los
    b) Mach kleine Gruppen, lieber 3x5, als einmal 15
    c) Versuche möglichst hohe Ballbesitzzeiten für jeden deiner Jungs rauszuarbeiten, bei deinem Training haben sie alle 2 Minuten vielleicht 5 Sekunden lang den Ball


    Auch ein paar andere Formulierungen deuten daraufhin, dass du (vielleicht) versucht, das Training so zu gestalten, wie du es selbst im Herrenbereich kennenlernst. Laufen lassen halte ich für nicht sinnvoll, jeder der Jungs will doch Fußball spielen und nicht laufen. Genauso deine Erklärung am Anfang des Training, was getan wird. Lass die weg, die sind doch voller Energie. Und glaub mir, jeder will spielen, nur - bitte nicht beleidigend auffassen - langweilt sie dein Training. Deswegen muss dann das Handy herhalten, deswegen müssen sie sich unterhalten.


    Ich habe auch so ein bisschen das Gefühl, dass du zu viel redest. Es klingt danach, als würdest du das ganze Training über am Mosern und Kritisieren sein. Versuch es positiv zu sehen, das Training soll schließlich keinen Frust erzeugen. Schrei nicht viel, sondern hole sie vielleicht ganz kurz zusammen. Dann sagst du, dass das Eckentraining nicht so funktioniert wie du es dir vorgestellt hast, und gehst einen Schritt zurück. (Zum Beispiel ohne Gegenspieler, weniger Spieler allgemein), der Rest kann solange 4 gegen 2 spielen oder du baust ihnen eine andere Technikübung auf.

    Gerne, auch wenn es wohl nicht viel geholfen hat. ;)


    Ich hab mich jetzt an dem orientiert, was ich damals beim BFV gelernt habe, scheint wohl von Verband zu Verband unterschiedlich zu sein.


    Allerdings eine Sache: "Ein Tor zählt nur..." - das war unserem Lehrer immer so gar nicht recht. Tore sollten immer zählen, von wegen Erfolgserlebnisse. Vielleicht lieber die gut ausgeführten Tore doppelt zählen lassen.


    Letztendlich hatte ich aber das Gefühl, dass die Übungsauswahl nicht ausschlaggebend war, sondern wie das Training durchgeführt wurde. Also Erklärung, Demonstration, Coaching und Korrektur. Wichtig war bei uns bei der Korrektur, dass du den Fehler erkennst, den Spieler einzeln rausholst, ihm seinen Fehler erklärst. Dann selbst richtig vormachen, es ihn unter Aufsicht noch 1-2 Mal machen lassen und dann wieder zurückschicken. Die anderen machen solange weiter.

    Ich bin zwar nicht Tobn, aber vielleicht kann ich ja trotzdem helfen.


    Das Ganze ist ja Lehrweg Technik, also würde ich es in 4 verschiedene Formen aufteilen.
    Du musst dir natürlich auch die Frage stellen, was alles bei einer flachen Annahme gefordert ist. Wäre für mich Blickkontakt, Entgegengehen, dynamische Ballbehandlung (also nicht totstoppen) und die präzise Abgabe, Torschuss, Dribbling, wie auch immer.


    Deswegen mal folgende Überlegung:


    Schwerpunkt 1, etwa 6 Minuten: Immer zwei Partner bewegen sich im freien Raum und spielen sich den Ball zu. Verschiedene Distanzen und Annahmetechniken sind erlaubt, wichtig ist erstmal nur das aktive Fordern und das Aufbauen von Blickkontakt. Danach Annehmen, mitnehmen und den Partner erneut suchen.


    Schwerpunkt 2, etwa 5 Minuten: Die Annahme mit der Innenseite kombiniert mit einem Torschuss. Da könnte ich mir vorstellen, dass die Spieler sich links und rechts von einem Kleinfeldtor anstellen. Zwei Spieler stehen 10-15 Meter entfernt, zentral vor dem Tor. Es folgt ein hartes, flaches Zuspiel vom rechten Pfosten zum linken Spieler vor dem Tor, dieser nimmt mit der Innenseite an, geht ins Dribbling durch 2 Hütchen und schließt ab, Ball holen und hinterm Tor anstellen. Das gleiche dann von links auf den rechten Spieler, der nimmt dann den anderen Fuß.


    Schwerpunkt 3, etwa 5 Minuten: Die Annahme mit der Außenseite kombiniert mit einem Torschuss. Die beiden Spieler bleiben stehen, die Passgeber stellen sich jetzt auf die andere Seite, spielen also Richtung Tor, die beiden Spieler stehen in der Mitte mit dem Rücken zum Tor. Es kommt wieder ein flaches, hartes Zuspiel. Einer der beiden Spieler (je nach Seite) nimmt ihn mit der Außenseite an, so dass er nach innen geht, nimmt nochmal kurz mit und schließt ab.


    Bei beiden Übungen natürlich auch auf eine Auftaktbewegung achten. Sowohl beim Passgeber, als auch beim annehmenden Spieler. Blickkontakt ist eh klar.


    Wettkampf, etwa 4 Minuten: Ganz normales Spiel, allerdings mit mindestens 3 Ballkontakten. So hast du einerseits ein freies Spiel, andererseits sind die Jungs dazu gezwungen, den Ball anzunehmen und auch mitzunehmen. Vielleicht findest du auch eher eine Provokationsregel, als eine Ausschlussregel, fällt mir allerdings gerade keine passende ein.


    Zusammen sollte das alles etwa 25-30 Minuten dauern, also bist du voll in der Zeit. Achte vor allem auf die Dynamik, das die Bälle nicht einfach hingerotzt werden, sondern dass Körperspannung da ist, das der Ball gefordert wird und schnell mitgenommen wird. 2-3 Mal würde ich einen rausholen und kurz einzeln demonstrieren, ansonsten vor allem positive Synchroninformationen geben. Noch gut selbst demonstrieren und schon hast dus hinter dir. Viel Glück übrigens! ;)

    Zitat


    Einzig bei Dani2 muss man sich entschuldigen, weil die von ihm gewünschte Diskussion in diesem thread eine vollkommen andere war.


    Gar kein Problem, ich lese ja auch fleißig mit und versuche mir von anderen Auffassungen der Motivation ein Bild zu machen.


    Um jedoch dem ganzen ein wenig zu widersprechen, was so mancher hier predigt und auch um das ursprüngliche Thema nicht ganz zu vergessen, will ich kurz von unserem Spiel gestern Abend erzählen.


    Ein paar Hintergrundinfos: Wir (D-Juniorinnen) stehen derzeit nicht ganz so gut, aber auch nicht ganz so schlecht in der Tabelle da. Wir haben viele sehr junge Spielerinnen, ein Großteil der Mannschaft ist noch für die E-Jugend spielberechtigt. Auch deshalb bin ich keiner, der ständig Druck macht sondern sich lieber an Fortschritten festmacht, als an Ergebnissen. Am Freitagabend kam dann das erste Punktspiel, gleich gegen den Tabellenführer. Ich hatte mir ja, wie im ersten Post hier erklärt, vorgenommen, ein wenig Dampf zu machen. Ich hab mir dann einen Plan zusammengeschustert und ein paar unserer normalen Rituale gebrochen. Normalerweise treffen wir uns eine Dreiviertelstunde vor Spiebeginn, die meisten schon fertig umgezogen, blödeln noch ein bisschen rum, gehen dann die Aufstellung durch und gehen raus. Aufstellung heißt, ich schreibe drinnen an eine feste Taktiktafel, wer wo im 1-3-2 System spielt, damit jede die Formation immer und immer wieder vor Augen hat. Draußen wird warm gemacht, das heißt ein wenig gelaufen, danach 5 gegen 5 plus 1 auf Ballbesitz gespielt. Dann gehts auch schon los.


    Nun diesmal haben wir uns eine Stunde vor dem Anpfiff getroffen, ich hab dann erst die Trikots ausgegeben. Dazu gabs Musik, haben die Mädchen sich selbst ausgesucht. Eine Dreiviertelstunde vor Anpfiff sind wir raus. Ein bisschen warmspielen zu dritt, dann kurz warmlaufen und schließlich wieder 5 gegen 5 plus 1. Diesmal habe ich dann alle in einen Kreis zusammengeholt und eine kurze Rede gehalten, etwa eine Minute lang. Ich habe vom letzten Spiel angefangen, sie daran erinnert wie blöd wir uns da angestellt haben. Dann erklärt, dass das ein halbes Jahr her ist, in dem wir den ganzen Winter durchtrainiert haben, zweimal die Woche ohne eine einzige Einheit ausfallen zu lassen. Dann voller Überzeugung erzählt, dass die Gegner den ganzen Winter lang nichts getan hätten, sondern ihren Allerwertesten schon zu Hause im warmen gehalten hätten. Das waren etwa 30-45 Sekunden, danach die Aufstellung schnell runter und einmal alle Hände in der Mitte zusammen, allerdings ohne blödes Rumgeschrei, sondern nur einmal alle nach oben, nach unten und dann raus aus dem Kreis und klatschen.


    Das Ergebnis war aus meiner Sicht eines der besten Spiele, die wir bisher gemacht haben. Von der ersten Minute an Vollgas, sehr hohes Pressing (so wie immer), aber diesmal auch mit der richtigen Intensivität. Wir hatten Chancen ohne Ende, viel Ballbesitz, sind sogar zweimal alleine aufs Tor zugelaufen. Zur Halbzeit herrschte dann volle Euphorie, die Eltern waren begeistert und haben das leider auch gleich ihren Töchtern mitgeteilt. In der zweiten Hälfte wurde es dann etwas unkonzentrierter, die Gegner kamen öfter aus der eigenen Hälfte und dann wird es logischerweise gegen eine Verteidigerin fast immer gefährlich. Unsere Keeperin hat noch 1-2 Mal richtig gut gerettet, danach haben wir leider das 1:0 kassiert. Ich hatte dann kurz die Befürchtung, die Mannschaft würde jetzt zusammenklappen. Aber sie haben sich nochmal zusammengerissen und wir hatten am Ende sogar noch die ein oder andere Chance auf den Ausgleich, einmal wurden wir dann leider böse gefoult, einmal hat die gegnerische Torhüterin toll eingegriffen. Damit blieb es beim 0:1, aber ich war richtig stolz.


    Die Stimmung war danach gar nicht so geknickt, wie ich es eigentlich erwartet hatte. Die Eltern waren stolz (dann auch zum richtigen Zeitpunkt), die etwas Älteren aus der Mannschaft haben erkannt, dass das ein tolles Spiel von uns war und die Jüngeren etwas aufgebaut. Nach ein bisschen Musik sind sie dann alle geschlossen aus der Kabine und heim.


    Dementsprechend hätte ich jetzt dank einer ordentlichen Pre-Match-Motivation ein gutes Spiel ausgelöst. Und das ohne mich während des Spiels groß einzumischen. Abgesehen von einige kleineren Korrekturen (Mittelfeld höher, tiefer), Standards und Spieleröffnung sowie Auswechslungen habe ich nicht viel getan, sondern einfach beobachtet und spielen gelassen. Jedoch, das ist mir auch klar, wird das beim nächsten Mal nicht mehr so funktionieren, ich habe praktisch mein Pulver verschossen.


    Jetzt frage ich mich aber, zu der Theorie von Fussballbaron: Glaubst du, ich würde das gleiche erreichen, würde ich deine Methode anwenden? Das sind E/D-Juniorinnen, die sicherlich viel Spaß am Fußball haben und gerne kommen. Aber sich selbst motivieren? Würde ich bezweifeln, dafür fehlt ihnen der Ehrgeiz zu sehr. Vielleicht ist das bei Jungen anders.


    Zitat von Brechstange


    Ich denke eher, dass in den Breitensportteams der Anteil an "Resilienztalenten" höher ist. Vielleicht ist das Thema gerade deshalb auch für die Leistungssportvereine interessant. Warum? Weil die "Hochveranlagten" viel weniger Gelegenheiten haben, Resilienz zu entwickeln. Der Hochveranlagte macht ja ständig nur positive Erfahrungen. Der mittelmässig Begabte hingegen lernt früh den Misserfolg kennen ... und mancher wird vielleicht erst dadurch richtig angestachelt (Während Andere den Kopf in den Sand stecken). TW-Trainer spricht ja mit Recht die vielen Beispiele von Spielern an, die nach dem ersten Rückschlag nie mehr zurückkommen.


    Besonders im Breitensport gibt es für mich zwei Möglichkeiten bei ständigem Misserfolg: a) die Mannschaft fällt auseinander b) die Mannschaft nimmt sich selbstironisch und das Fußballspielen wird irgendwann zur Farce. Ich denke, du brauchst um dann eine Resilienz zu entwickeln, auch die nötigen Voraussetzungen aus Erziehung und ganz früher Kindheit. Allerdings, das muss ich auch zugeben, habe ich auch noch nie in einer "richtig schlechten" Mannschaft gespielt, ich stand am Ende einer Saison noch nie in der unteren Tabellenhälfte, sondern hatte immer das Glück, hervorragende Mitspieler an meiner Seite zu haben. Jedoch beobachte ich die beiden Punkte oben bei Mannschaften von Bekannten.


    Beispiele: Die Mannschaft meiner Freundin ist seit diesem Jahr in der Damenwelt angekommen, einige sind noch zu jung dafür und dementsprechend schaut es auch aus. Sie sind momentan die Schießbude der Liga, nacheinander haben immer mehr aufgehört, bis die Mannschaft schließlich zur Rückrunde ins Kleinfeld gegangen ist. Auf der anderen Seite unsere eigene vierte Herrenmannschaft, gegen die wir ab und zu mal ein Testspiel im Training austragen. Die haben einen riesigen Kader, eine hohe Trainingsbeteiligung und trainieren zum Teil 2 bis 2,5 Stunden am Abend. Wie effektiv das Training ist, sei mal dahingestellt. Aber die meisten spielen eben schon ewig in der B-Klasse, es geht nichts voran, immer eher nach unten. Das Ergebnis ist zwar ein lustiger Haufen, die sicher viel Spaß haben, aber auch Spiel für Spiel verliert. Da wird schon mal vor dem Spiel nur über die Kneipe nach dem Spiel geredet, weil man "ja ohnehin verliert."


    Das tönt für mich wie ein Satz aus dem Mittelalter. Ist es bei euch wirklich noch so ? Voll die brachiale Nummer ? Hau drauf und gut ist ?
    Ich wüsste nicht ob da noch Trainer sein möchte, geschweige denn ich meine Kids noch Fussball spielen liesse.


    Du sitzt schon verdammt hoch auf deinem Ross.


    Zitat

    Kriegt man diese Resilienz eigentlich bei jedem reingeimpft oder reicht es nicht, einige "Leitwölfe" auf den Platz zu schicken, die die anderen irgendwie mit heiß machen?


    Bei unseren stärkeren Gegnern gab es eigentlich keine großen Rituale außer lauter Kabinenmusik oder eigenen "Aufwärm-T-shirts". Ich glaube, deren Rezept ist das Selbstvertrauen, in jedes Spiel mit einem meist gleich bleibenden Plan zu gehen, den jeder kennt und wo jeder weiß, wie er seinen Anteil daran zu leisten hat. Diese Mannschaften haben dann meist ein aggressives Forechecking gespielt und waren einfach heiß auf jeden Ball (ich weigere mich, "gierig" zu sagen.


    Ich wage mal zu behaupten, dass man diese Resilienz überhaupt nicht eingeimpft bekommt. Nicht bei uns im Breitensportbereich, da spielen zu viele einfach zum Spaß und nicken dich schön ab, aber wirklich helfen tut es nichts. Dementsprechend würde ich da mit dir übereinstimmen, dass ein Paar Anführer in der Mannschaft den Rest schon mal mitreißen können, kann aber auch schnell zu schlechter Stimmung umkippen. Ob die Musik jetzt hilft weiß ich nicht, wir haben sie aber auch immer. Gehört halt besonders ab U15 bis Herrenbereich einfach dazu, davor würde ich sie vielleicht nicht immer einsetzen.


    Bei so einer U17/U19 können aber ein paar deftigere Worte des Trainers schon mal Wunder bewirken, da spricht meiner Meinung nach uach nichts gegen dieses heiß machen. Wenn du da als Trainer fünf verkaterte Spieler hast, drei, die noch halb schlafen und den Rest, der halt anwesend ist, geht das schon. Hat mir auch immer geholfen, auch wenn ich sonst im Spiel eigentlich sehr ruhig und überlegt spiele. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass ein richtig anstrengendes Aufwärmen schon reichen kann. Also kurze Antritte auf Befehl und Anfeuerung des Trainers, fünf gegen fünf auf engen Raum.