Beiträge von Dani2

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    tobn


    Ich weill deinen Beitrag gar nicht auseinanderdiskutieren, weil wir da verschiedener Meinung sind, das hatten wir ja schon festgestellt.


    Was mich aber stört ist das Gleichsetzen von Passen mit schnellem Erfolg. Ich setze sehr viel auf Passen, Zusammenspiel, Raumaufteilung, balloffene Annahme und schnelle Weitergabe mit E/D/C-Juniorinnen in der C-Jugend. Der Erfolg und Spaß gibt uns recht. Darauf, worauf ich besonders stolz bin, ist dass wir in einem 13-Mädchen-Kader 9 verschiedene Torschützinnen haben und jede Spielerin schon mindestens eine Vorlage hat.


    Dagegen sehe ich Mannschaften, die neben uns an der Tabellenspitze stehen, aber bei denen alles über 1,2 Mädchen läuft. Der Gegner vom letzten Wochenende hat zwei Mädchen, die beide schon bei über 30 Toren in der Hinrunde angekommen sind. Wir haben es geschafft, beide auszuschalten und haben am Ende 6:0 gewonnen. Das ist ja dann auch nicht ganz Sinn der Sache, da ist mir das Passspiel schon wichtiger.


    Meine Gewichtung wäre immer so: Koordination (Orientierung, kognitive Fähigkeiten, Multitasking) > Ballzirkulation (mal alles miteinbegriffen) > defensives 1 gegen 1 > Kreativtraining (so nennen wir bei uns Dribbling, 1 gegen 1 offensiv, Tricks, Freestyle). Dementsprechend verteilt sich das dann auch. Koordination jedes Training, Ballzirkulation auch. Defensives 1 gegen 1 und Kreativtraining wechseln sich ab. Letzteres oft die paar Wochen bevor Ferien anstehen, damit die Mädchen auch zu Hause ein wenig mit dem Ball üben können.

    Zitat


    Nun habe ich ein wenig die Angst, dass ich mir vielleicht viele Dinge die mich interessiert haben selber angelesen/angeschaut habe und nicht viel neues mitnehme, auf der anderen Seite kann ich mir das so nicht vorstellen und denke das ich doch noch einiges in diesem Bereich mitnehmen kann.


    Auf jeden Fall. Die Ausbildung ist erstmal schon recht breit gefächert und dazu in manchen Bereichen auch ziemlich tief. Also neue Dinge mitnehmen wirst du so oder so, nicht nur theoretisch, sondern ganz besonders praktisch. Ich hab mich davor auch für den absoluten Checker (:D) gehalten und musste auch erstmal feststellen, dass ich vieles zwar angekratzt hatte, aber mich nicht annähernd so intensiv damit ausgesetzt habe.


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    Ich habe gehört z.B. das auch der menschliche Körper das zusammenwirken von Muskeln und Gehirn oder so behandelt wird, so etwas interessiert mich eher weniger.


    Das kommt auch. War aber, soweit ich mich erinnern, auch elementarer Bestandteil des Breitensports? Also ein paar Begriffe und Zusammenhänge werden sie dir da schon um die Ohren werfen. Besonders im Bereich Ausdauer und Schnelligkeit. Gehört aber einfach dazu und schadet sicher auch nicht.


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    Ich möchte auch garnicht in einem Leistungsverein wie einem NLZ damit arbeiten, sondern in meinem Verein wo ich jetzt auch bin, einem Breitensportverein,sprich an der Basis. Auch wenn ich selbst im Verein keine Großfeldmannschaft betreue, so kann ich dem Trainer vll. den anderen Ratschlag geben und mal mit ins Training gehen und unterstützen. Den man hat in meisten kleinen Breitensportvereinen keine Leistungslizensierten Trainer. Aber ich möcht halt das die Kids und Jugendlichen auch hier eine (kleine) Möglichkeit haben eine gute Ausbildung zu bekommen.


    Ich hab den Schein und stümper mit einer Juniorinnen-Mannschaft durch die Liga. Die Förderung für die Kinder kann ja nie gut genug sein, denk daran. ;)


    Also gesamt inhaltlich (kann aber sein, dass ich es jetzt etwas durcheinander werfe mit Breitensport) geht stark von der Technik weg. Viel mehr dreht sich um Gruppentaktik, dazu Mannschaftstaktik. Verteidigen/Angreifen in Über -und Unterzahl. Dreiecksbildung hat man oft gehört, besonders beim Spielaufbau. Insgesamt eine Mannschaft durchplanen in Sachen Spielweise, Voraussetzungen und auch eine ganze Menge zur Mannschaftsführung.


    Kommt aber, soweit ich das mitbekommen habe, auch extrem auf den Ausbilder aus. Ein Kurs vor uns hat mir von Standardvarianten erzählt, die sie durchgegangen sind, das haben wir nichtmal kurz angesprochen.

    Da hab ich mit meiner Frage ja wieder eine super Diskussion ausgelöst. :D


    Um nochmal drauf zurückzukommen: In den letzten Trainingseinheiten (wir waren gerade im Gebiet Torabschluss) habe ich die Übungen so abgeändert, dass wir davor verhältnismäßig viele Pässe gespielt haben. Sechs Stück waren es jetzt mit Entgegengehen, Prallen lassen, schicken und zum Teil flache Flanken. Hat den Mädels auf jeden Fall Spaß gemacht und wir haben am Wochenende sogar ein Tor so geschossen, wie wir es am Tag zuvor im Training gemacht haben.


    War wahrscheinlich eher Zufall, sah aber sehr ansehnlich aus. Werde ich dementsprechend mal öfter einbauen, mich aber daran halten, zum Abschluss immer auf ein Tor schießen zu lassen. Da sah es mit der Motivation schon ein bisschen anders aus.

    Sechs Jahre sind beim Thema Internet eine halbe Ewigkeit. Sogar mein Opa, der genau in diese Gruppe fällt (alt, Migrationshintergrund) hat inzwischen ein Iphone. Aber gut, hast du natürlich recht. In dem Fall gibts halt Zettel, ist ja auch kein großer Aufwand. ich würde sie auf deutsch verfassen und die Kinder ggf. zu Hause übersetzen lassen.


    Es gab einfach bisher keinen Kommunikationsweg zu den Eltern habe ich das Gefühl. Es gab nur den Trainer -> Whatsapp -> Kinder -> Eltern. Bei jedem Schritt gehen 30 % der Infos verloren würde ich behaupten. :D Dazu fühlen sich die Eltern überhaupt nicht angesprochen.

    Abklatschen und sich beim Gegner und Schiedsrichter bedanken, finde ich sinnvoll und entspricht dem Notwendigen Fair- Play Gedanken.
    Nach einer 10-0 Klatsche Hipp Hipp Hurra schreien zu müssen finde ich jedoch für 11 und 12 Jährige eine Zumutung.


    Das finde ich auch äußerst fraghaft. Ich glaube da hätte ich auch mal zugetreten. Aber ich bin da eh immer etwas kratzbürstig und muss mich als Trainer schon oft überwinden, nach Siegen nett zu einem unsympathischen Gegner zu sein. :D


    Trainerin70


    Meiner Meinung nach hast du nicht viel richtig gemacht. Bitte werte das nicht als Angriff, aber ich wäre anders vorgegangen.


    Dieses Kind spielt in deiner Mannschaft und ist 11/12/13 Jahre alt. Es hat gerade 10:0 verloren, wurde vermutlich provoziert und hat es, so wie du es selbst sagst, sonst auch nicht einfach. Ich meine, dass man da voll hinter ihm stehen muss. Das heißt nicht, dass du das Verteidigen sollst oder ihn dafür loben. Sondern sprech mit ihm, nicht mit den Eltern. Du bist die Trainerin, ihr habt eine besondere Beziehung zueinander. Versuche auf ihn einzugehen, ihn zu verstehen. Frag ihn nach seiner Meinung und glaube ihm und lass dir danach versprechen, dass es nicht nochmal passiert.


    Du hast dich für ihn auf die andere Seite gestellt. Auf die Seite des Gegners und bestimmt auch seiner Eltern und die Beziehung zu ihm gekappt. Er hat dir im Stile eines astreinen 12-Jährigen direkt ins Gesicht gelogen und wird es bei der nächsten Gelegenheit einfach nochmal tun. Die Sperre setzt dem noch die Krone auf, jetzt steht auch die Mannschaft gegen ihn, weil sie ohne ihn spielen.

    Heute vertrete ich ihn mal beim Training, mal sehen, ob ich was reißen kann. :D


    Nach diesem recht einmaligen Erlebnis wollte ich für alle Interessierten mal kurz Bericht erstatten. Ich habe mir das Prinzip von Marco zum Vorbild genommen und dementsprechend aufgebaut:


    - Aufwärmen I / Aufwärmen II gleichzeitig. Eine Gruppe spielte ein Positionsspiel mit 4:4+3, die anderen haben Koordinationsübungen durch eine Leiter, Stangen mit anschließendem Abschluss gemacht.
    - Schwerpunkt I war dann eine einfache Übung zum Passen. Immer vier Spieler um ein Viereck herum, zwei in der Mitte, zwei Bälle gleichzeitig. Die beiden in der Mitte werden von außen angespielt und spielen mit zwei Ballkontakten weiter. Nach jedem Abspiel muss man aber den anderen Ball nehmen.
    - Schwerpunkt II war ein Positionsspiel auf 25x25 Meter. Wieder 4:7, diesmal aber um das Feld herum vier Stangentore, auf die das Unterzahlteam direkt nach Ballgewinn spielen durfte. (Diese Übung hat überhaupt nicht funktioniert, bei keiner der beiden Gruppen)
    - Abschluss ganz normales Spiel, da war bei mir dann ein bisschen die Luft raus.


    Schon nach dem Aufwärmteil habe ich in zwei Gruppen geteilt. Einmal die, die mir motiviert vorkamen und einmal die, die irgendwie nicht so recht Bock hatten. Die erste Gruppe hat ordentlich trainiert fand ich, die andere eigentlich auch, hat aber immer gleich aufgehört sich zu konzentrieren, wenn ich nur zwei Minuten bei den anderen zugesehen habe. Die ständigen Impulse und Rufe haben besonders bei der zweiten Gruppe viel geholfen, aber eben auch nur solange, wie sie kamen und ich hatte 22 Spielerinnen alleine, da kann man sich vorstellen, wie ich rumgefetzt bin.


    Das Abschlussspiel war grauenhaft, vielleicht auch weil die Übung davor nicht funktioniert hat. Sie waren technisch zu schwach für das 4:7, da kamen keine drei Pässe am Stück zusammen. Irgendwann hab ich das Feld größer gemacht, hat aber auch nicht geholfen, weil viele einfach nicht laufen, sondern nur stehen. Abschlussspiel war das gleiche. Viele stehen, rücken nicht mit auf, quatschen während dem Spiel oder setzen sich einfach raus, weil ihnen der Fuß weh tut.


    Naja, wie gesagt war einmalig, ich bin sehr froh, dass ich eine andere Mannschaft habe. :D War aber durchaus eine interessante Erfahrung zu sehen, wie unterschiedlich es doch in ein und demselben Verein zugehen kann.

    Ich halte von solchen Übungen nicht all zu viel sicherlich werden einige technische Elemente und Abläufe trainiert.
    Aber das sind alles Situationen die so 1:1 fast nie im Spiel auftauchen. Fussball ist ein dynamisches Spiel dass heißt es ändern sich ständig die Parameter. Wo sind die Mitspieler, wo sind die Gegner wo ist der Ball.
    Bei diesen Übungen ändert sich nichts sie sind statisch. Auch wird von den Spielern keinerlei Kreativität gefordert. Es gibt immer nur einen Lösungsweg.


    Das war bisher meine auch meine Meinung. Dieses Problem, das keinerlei Kreativität gefordert ist, hat mir immer das Gefühl vermittelt, als würden alle Spieler einfach die Übung nur schnell hinter sich bringen wollen. Mir fehlte im Grunde immer die Intensität, deswegen hab ich es irgendwann sein lassen.


    Wobei ich jetzt aber schon zwischen Passübung und Kombinationsform unterscheiden möchte. Passform ist für mich eine Technikübung. Anspiel, Annahme, Abspiel. Immer auch noch Aufdrehen, ballferner Fuß, Kopf hoch. Kombinationsformen sind für mich Spielzüge, die ohne Gegnerdruck ausgespielt werden. Weiß nicht, ob ich den Unterschied genau genug beschrieben habe.


    Eine meiner Lieblingsübungen (Passform): Drei Spieler stehen in einer gerade Linie je 12 Meter voneinander entfernt. A spielt zu B, der entgegenkommt, aufdreht und ein kurzes Dribbling durch zwei Hütchen absolviert um dann zu C zu spielen. C spielt wieder zu B, der dribbelt wieder und spielt zu A. Davon mache ich dann mehrere Reihen und lasse immer zwei Minuten Pässe zählen, ehe Positionen getauscht werden.


    Davon unterscheiden würde ich z.B die Übungen aus meinem ersten Post. Das sind Kombinationsformen.


    Reden wir da alle vom selben? ;)


    Ansonsten haben mich eure Beiträge aber doch dazu gebracht, das wieder in Betracht zu ziehen. Auch wenn ich mich mit meiner Mannschaft da wohl zu sehr einfachen Übungen entscheiden muss.

    wäre ein Formblatt in ihrer Sprache nicht schlecht.


    Ein Versuch kostet nichts.


    Da wäre ich lieber ganz vorsichtig, das kann auch schnell als Beleidigung verstanden werden. (Und so ganz nebenbei würde ich sagen, dass Zettel in einem deutschen Verein auch auf deutsch verteilt werden. Bin selbst nicht aus Deutschland, aber das ist für mich ein Muss)


    Ich habe persönlich das Gefühl, dass es einfach an der Kommunikation mangelt. Es gibt praktisch keine. Für einen 16-Jährigen ist das schwer, aber nicht unmachbar.


    Einfach von jedem die E-Mail holen kostet vielleicht ein/zwei Wochen. Und JEDER hat eine E-Mail. Dann gibt es da eben mal klare Ansagen, man muss ja auch immer überlegen was aus der angesprochen WhatsApp-Gruppe am Ende bei den Eltern ankommt. Gar nichts. Die kennen den Trainer nicht, die kennen die Mitspieler nicht, aber die Kinder sagen sie haben da und da ein Auswärtsspiel.


    Wenn der Trainer selbst eine E-Mail schreibt an alle Eltern mit den wichtigsten Daten ist das schon eine erhebliche Verbesserung. Dann lass mal ein paar Eltern fahren, die sehen dann auch zu, sie lernen sich kennen, unterhalten sich. Irgendwann wird es ein Selbstläufer, momentan ist nur noch kein Schritt getan worden.

    Wir sprechen doch hier momentan auch einfach über zwei Welten, die aufeinanderprallen. Trainer und Eltern sind sich eigentlich komplett fremd, wenn nicht sogar misstrauisch gegenüber eingestellt. Verbunden sind die beiden Gruppen nur durch die Kinder.


    Trainer sehen in Eltern Hindernisse. Die bringen ihr Kind nicht pünktlich, die reden mir rein, die verstehen nichts von Fußball. Die verstehen meine Arbeit nicht.


    Eltern konkurrieren mit den Trainer um ihre Kinder. Diese erzählen vielleicht zu Hause, wie cool der Coach ist, das verpasst manchem Vater (kann ich mir gut vorstellen, hab da keinen Vergleich :D ) sicher einen Stich. Sie schreien vielleicht ihre Kinder an, vermitteln andere Ideen, als in der Erziehung.


    Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass ganz offene Kommunikation bei einem Großteil der Elternschaft sehr gut ankommt. Vor dieser Saison habe ich zum ersten Mal einen Elternabend abgehalten, bei dem es um rein sportliche Dinge ging. Wie ich trainieren möchte, wie die Mannschaft spielen soll und vor allem warum. Warum müssen wir zweimal die Woche trainieren, warum treffen wir uns eine Stunde vor dem Spiel. Warum sollen die Eltern nicht reinrufen bis hin zu Dingen wie der Trainingsgestaltung und Methodik.


    Ich meine, dass das viel genutzt hat. Ein paar haben natürlich wieder nicht aufgepasst oder sind gar nicht erst gekommen, aber das ist dann auch nicht direkt mein Problem. Ich wollte nur eine Hand über den Graben reichen, der zwischen Eltern und Trainern steht. Das könnte Probleme, wie sie guenter beschreibt einfach beheben.

    Mal eine Frage aus reinem Interesse.


    Zieht ihr im Training Kombinationsformen durch? Also ich meine Passformen, bei denen klar vorgegeben ist: A spielt zu B, der lässt prallen, A zu C, C dreht auf zu D und so weiter. Hier zum Beispiel:


    Ich sehe das ganz oft im Training anderer Mannschaften und habe es natürlich auch bei der Trainerausbildung kennengelernt, kann mich damit aber nicht anfreunden. Wo liegt der Sinn, was wird da trainiert? Das ist nicht als rhetorische Frage gemeint, sondern ernsthaft.


    Im Training meiner Mannschaft setze ich nur auf völlig freie Ballbesitzübungen. Eben 4gegen2, 4gegen4+4 auf abgesteckten Feldern, vielleicht noch mit Passdreiecken oder Durchgangstoren aber nie so starre Übungen. Jetzt habe ich gerade ein bisschen nach Ebooks gesucht und unheimlich viele Beispiele bei Amazon für 2-3 Euro gefunden mit Titeln wie "Improving Players' Passing Speed & First Touch", die dann nur solche Kombinationsformen enthalten. Wie ist da eure Erfahrung? Ich bin recht skeptisch und denke, dass das freie Spiel noch viel mehr lehrt und einfordert.

    Du hast da ein Problem, dass ich auch gut von mir kenne. In dem Fall hat es mir geholfen, einfach mal die Luft anzuhalten.


    Lass sie halt alle einfach mal machen. Du bist der Trainer, aber nicht der Depp für alles und jeden. Mach einfach deinen Teil: Training, Spiel - das sportliche eben. Alles andere kann dir egal sein, das fängt sich dann schon. Ist so, kann du nicht ändern, so muss das rüber kommen. Fang nicht an zu diskutieren oder zu lamentieren. Wenn es mit den Öffentlichen zum Spiel gehen muss, dann tut es das eben, wo ist das Problem? Auch wenn es dich innerlich ärgert (und das würde es mich auch) bleibst du nach außen ganz cool.


    Einen ähnlichen Tipp habe ich hier an gleicher Stelle vor ein paar Wochen erhalten und es hilft. ;)

    Ich komme hier leider viel zu selten zum Antworten.


    Marco


    Ich hab ihm das mal so vermittelt und inzwischen hat sich ein wenig Besserung eingestellt finde ich. Das letzte Spiel habe ich mir mal angesehen, weil wir in den Ferien jetzt selbst spielfrei hatten und muss sagen, entweder war es gar nicht so schlimm, wie er es beschrieb, oder sie haben sich sehr gesteigert.


    Der Einsatz hat meiner Meinung nach voll gepasst. Allerdings sind sie wirklich sehr schlecht für B-Juniorinnen. Ich trainiere die Mannschaft direkt darunter und musste feststellen, dass ich uns vom technischen und taktischen Können her weit über seiner Mannschaft einordnen würde. Hier sehe ich vielleicht auch einen Grund: Wo sollen sie denn Motivation hernehmen? Sie sind schlecht und in diesem Alter begreift man da auch sehr schnell warum. Der vorherige Trainer war eben zum Bespaßen da, nicht für das Training, das hat große Lücken hinterlassen.


    Ich weiß auch nicht, ob ich jedes Training voll durchziehen würde, würde ich jedes Spiel sang -und klanglos untergehen. Heute vertrete ich ihn mal beim Training, mal sehen, ob ich was reißen kann. :D

    Hi Sonny!


    Ich lasse mal ganz bewusst alle anderen Beiträge aus, weil ich da ein bisschen den Faden verloren habe und beziehe mich mal nur auf deinen Ausgangspost.


    Erstmal: Ich bewundere Mütter wie dich schon irgendwie. Meine Eltern haben mir immer klargemacht, dass wenn ich Fußball spielen will, das auch mein Bier ist. Am Ende war es mein Opa, der alles organisiert hat und dafür bin ich ihm undenklich dankbar. Eltern wie du, die aber ihre Kinder durch die halbe Welt fahren und sich dann auch noch Gedanken dazu machen, was ihre Kinder da anstellen finde ich sagenhaft. Du spornst deine Kinder dazu an, auf ihren Trainer zu hören und immer Vollgas zu geben, solche Eltern wünscht sich jeder Trainer.


    Ich hab es persönlich da sehr gut erwischt und sehr viele Müttern und Väter von deinem Schlag, die mit (ich hoffe, dass es wirklich so ist :D ) vollem Vertrauen ihre Kinder jede Woche drei bis viermal einem 19-Jährigen anvertrauen, ohne mich und meine Arbeit auch nur eine Sekunden zu hinterfragen.


    So viel mal zur Trainersicht. Jetzt versuche ich natürlich auch immer, mich in Eltern und Spieler hineinzuversetzen. Wie sie uns Trainer sehen, wie sie uns beurteilen, wir sind ja dann doch irgendwie für Außenstehende eine recht merkwürdige Gruppe. Das Problem ist meiner Meinung nach einfach, dass der Fußball einem schier unendlich viele Möglichkeiten gibt, aber was heißt da eigentlich Problem? Jeder kann sich seine Idee, seine eigene Philosophie zurechtbasteln. Manche treiben den sportlichen Erfolg voran, manche sind nunmal mehr Betreuer als Trainer. Am Ende muss man jedem halbwegs engagierten Trainer dankbar sein.


    Über allem steht dann der Landesverband oder der DFB selbst, die Dinge vorschreiben. Futsal nennst du da selbst als Beispiel. Ich finde es toll, weil ich es früher selbst gespielt habe. Ältere Trainer haben damit ihre Probleme, denn der Fußball ist auch immer ein Sport gewesen, der sich nur schwerfällig ändert. Dafür sitzen zu viele stammtischparolenschwingende alte Knacker (Sorry! ;) ) in diversen Positionen. Das zieht sich von ganz oben (Blatter) bis nach ganz unten (mein eigener Abteilungsleiter, der kein Hallenturnier mit Futsal-Regeln austragen will). Ich bin doch da auch kein Stück besser.


    Denn hier bringen die vielen Möglichkeiten dann die Probleme mit. Ich bin der Meinung Fußball spielen ist eine Mischung aus Spaß und Erfolg. Fällt eine von beiden Säulen weg, geht die Mannschaft verloren. Wir spielen sehr offensiv, teilweise mit 4-5 Stürmern aufs Kleinfeld. Dann kommen andere Trainer, für die der sportliche Erfolg vorgeht, die die Defensive sichern und dann schnell nach vorne spielen wollen. Am Ende haben wir vielleicht beide recht, aber ganz akzeptieren wir die Idee des anderen nicht. Wichtig ist, dass es solche Foren wie hier gibt, in denen man sich darüber austauschen kann. Denn das, was du so verabscheust, das ewige Gelaber, das kann solange es sinnvoll geführt wird, einiges bewirken. Auch wenn wieder viele Trainer zu stolz wären, um zuzugeben, dass sie Ideen von anderen umsetzen.


    Zu deinen letzten Sätzen: Doch! Gerade der Ehrgeiz macht meine Arbeit aus. Ohne ihn würde ich nicht die Energie aufbringen im Training 90 Minuten über den Platz zu fetzen und jeden Fehler korrigieren zu wollen. Ich will, dass meine Spielerinnen besser werden und dadurch Spaß an dem haben, was sie tun. Ich erwarte von mir selbst Perfektion in der Trainingsarbeit, weil man nur so das Maximum erreicht. Würde ich nur einen Ball hineinwerfen und sagen: "Spielt mal schön", dann könnte ich am Abend nicht in den Spiegel schauen.

    Ich muss mich erstmal M3rlin komplett anschließen, möchte aber anmerken, dass wir wahrscheinlich von den untersten Ligen im Jugendfußball reden.


    Hier ist es oft gar nicht möglich zwischen mehreren Systemen zu unterscheiden, weil es einfach keinen sicheren Ballbesitz gibt. Um beim Beispiel des FC Bayern zu bleiben: Pep Guardiola lässt seine Mannschaft bis zur Mittellinie ruhig und kontrolliert aufbauen und Pässe sammeln, damit alle ihre Rolle finden können. Dann geht es plötzlich schnell und oft sehr vertikal in die Tiefe. Der Ballbesitz-Fußball, den die Öffentlichkeit schnell ausgemacht hat, den gibt es eigentlich nur, wenn der Gegner gut verteidigen kann.


    Jetzt sind wir aber auf einem Niveau, in dem es meist keinen ruhigen Spielaufbau gibt. Ich weiß natürlich nicht, wie gut eure Mannschaften sind, aber ich behaupte, dass bei mir im Verein allerhöchstens unsere A1-Jugend dazu in der Lage ist. Selbst die Herren bringen es nicht auf die Kette, das Spiel ruhig und cool mit abkippendem Sechser aufzubauen. Jeder zweite Ball ist lang. Das resultiert in einem zerfahrenen Spiel und viel Laufarbeit, würde man das System ständig variieren. Deshalb wird hier oft die Grundordnung einfach beibehalten (und wohl auch, weil die wenigsten Trainer davon etwas verstehen, bzw. es ihrer Mannschaft einimpfen wollen).


    Die Diskussionen rund um eine Doppelsechs, Raute und Co. sind dann natürlich vorprogrammiert, für mich aber grundsätzlich erstmal überflüssig. Jeder Trainer sollte sich dafür entscheiden, was er spielen möchte und sein Spielermaterial entweder dementsprechend anpassen oder seine Idee an die Spieler anpassen. Was spricht gegen ein 4-4-2 mit Raute, wenn man die Spieler hat, die den Halbraum ideal ausfüllen können und nur von einem Defensiven abgesichert werden müssen, weil sie sich wenige Ballverluste erlauben? Was spricht gegen ein 4-3-3, wenn ich laufstarke Außenverteidiger und technisch gute Flügelspieler habe? Wir spielen momentan in der Bezirksliga mit zwei Manndeckern und einem Libero. Modern ist es nicht, die Tabelle gibt unserem Coach aber recht.


    Geht es vom Niveau weiter höher, dann müssen wir natürlich über situative Systeme sprechen, selbst dann sehe ich aber keine klare Bezeichnung. Von uns wird immer gerne jede Tiefensicherung, jedes Aufrücken oder Zurückfallen als System bezeichnet. Diese Zahlenketten haben enorm an Wert verloren, das ist für mich modern. Ich habe zu Bernat erst die Positonsbeschreibung "Halbkreisläufer" gelesen, da sieht man mal, wie weit Guardiola inzwischen enteilt ist von dem Fußball, der noch vor ein paar Jahren gespielt wurde.

    Jetzt möchte ich dieses Thema doch nochmal aus der Versenkung holen, weil es für mich gerade wieder aktuell geworden ist. Diesmal auch im Bereich der ständigen Motivation, nicht der, wie ich sie eigentlich erst im Sinn hatte. Ein guter Freund von mir, hat auf meinen Rat hin, als Trainer angefangen. Im Moment trainiert er eine U17-Mannschaft bei uns im Verein, ich schaue ihm ein bisschen über die Schulter und versuche ihm so viele Tipps zu geben wie möglich.


    Allerdings überlegt er jetzt schon wieder hinzuschmeißen. Er hat erst zum Ende der Sommerferien begonnen, meint aber, dass die Mannschaft unmotiviert wäre. Dass er bei ihnen keinen Spaß am Fußball und nichtmal die Motivation erkennen würde, sich zu verbessern. Ich kenne ihn gut und weiß, dass er einer ist, der wenn er ins Training geht eigentlich immer alles gibt. Nicht der beste Fußballer, aber sehr stur und großer Kampfgeist. Das scheint er irgendwie nicht vermittelt zu bekommen.


    Meine Idee für ihn war es, erstmal ein paar Wochen Torschuss zu machen. Da, so dachte ich, wären die Spielerinnen sowieso voll dabei. Aber er meint, dass sie gar nichts davon umsetzen, wie er es haben will. Sie gehen nicht entgegen, sie schießen nicht dem schwachen Fuß, sie nehmen den Kopf vor dem Abschluss nicht hoch. Er würde es zwar immer wieder fordern, sie auch Schritt für Schritt machen lassen, aber sie würden die Übung einfach nur so schnell hinter sich bringen wollen.


    Die ersten Spiele hat die Mannschaft verloren. Er meinte, dass es ihnen überhaupt nichts ausgemacht hätte, sie hätten es einfach hingenommen, Ich habe keine der vier Partien gesehen, aber es klang sehr entmutigend.


    Ich kann nicht genug Infos geben, um das Problem hier jetzt zu erörtern und will das auch gar nicht, weil er der Trainer sein will, das kann ich verstehen. Aber ich finde die Problematik an sich interessant, weil sie ja nicht unbedingt selten ist. Bei mir gilt eigentlich immer: Training = Vollgas, egal, was ist. Klar hat man mal einen schlechten Tag, aber eigentlich gehe ich gern zum Training. Dann frage ich mich, warum andere ins Training gehen, wenn es ihnen keinen Spaß macht.


    Die Eltern werden es in diesem Alter ja wohl nicht mehr sein.

    Absolut. Wir spielen das im Spiel zwar gelegentlich auch, aber ihm geht es vor allem darum, sich von einem Gegenspieler zu lösen. Das fördert Entgegengehen, Aufdrehen, Körper einsetzen. Auch das Spielfeld im Blick haben, immer wissen, wo mein Gegenspieler steht. Dazu dann eben der Zweikampf. Man hat keine Sekunde, dann steht einem jemand auf dem Fuß (und das tut bei manchen Schränken ordentlich weh :D )

    Ich will hier mal kurz eine andere Sicht liefern, ohne jetzt zu sehr auf das einzugehen, was hier bisher diskutiert wurde.


    Wie vielleicht der ein oder andere hier weiß, hab ich selbst im NLZ gespielt. Ich kam aus meinem Heimatland hierher, hab schnell einen Verein gefunden und dort gespielt. Weil ich bisher nur Futsal gespielt hatte, war ich technisch wohl ganz ordentlich, Spielintelligenz etc. hat auch gestimmt. Am Anfang fällt das körperliche Defizit nicht so auf, die paar Wackler bei hohen Bällen habe ich aber heute noch. ;)


    Zur Saison 03/04 wurde mein Opa angesprochen, der mich immer zum Training gefahren hat, wie es denn bei mir aussieht, ob ich mal vorbeisehen möchte, es gäbe ein Training für Kinder aus der Region. Ich bin da also hingefahren und habs irgendwie geschafft. Das "Probetraining" bestand vor allem aus Reaktionsschnelligkeit in Passübungen, Jonglieren mit dem Ball, und Torschuss. Alles in der Halle, ich hab mich also wie zu Hause gefühlt.


    Am Ende bin ich gewechselt und hab dort für, ich meine - bin mir nicht mehr ganz sicher, drei oder vier Jahre gespielt. Irgendwann war Schluss, ich wurde aussortiert. Das war schon irgendwie ein Tiefschlag, da hab ich lange dran geknabbert. Als ich zu meinem alten Verein zurück bin, kannte ich viele nicht mehr, ein paar waren von Anfang auch recht feindselig gestimmt. Den Spaß habe ich aber nie verloren am Fußball. Im Training gings schnell dazu über, dass ich anderen geholfen habe, Tipps gegeben habe und mich mit zunehmendem Alter auch mal der Trainer gefragt hat, was wir so alles gemacht haben. Das war glaube ich zu Kreisliga-Zeiten (drittunterstes im BFV).


    Jetzt, mit 19 Jahren, bin ich unheimlich froh darüber, jemals im NLZ trainieren gedurft zu haben. Ich habe dort viele Dinge gelernt, vielleicht hat mich das letztlich auch zum Trainer gemacht. Ich versuche den Mannschaften, die ich im Moment trainiere, das zu geben, was ich dort bekommen habe, nämlich exzellentes Training, kombiniert mit dem, was ich bei meinem Dorfverein gesehen und erlebt habe. Wirklichen Druck habe ich nie verspürt, weder von Eltern, noch von Trainerseite. Ich glaube auf dem Dorf habe ich mehr Frust mit Mitspielern, Trainern, (anderen) Eltern gehabt.


    Meine eigenen Eltern haben sich allerdings auch nicht groß darum gekümmert. Mein Opa hat das größtenteils gemacht, mich zum Training gefahren, abgeholt, zugeschaut und mich angefeuert. Ihm hat es aber sehr viel bedeutet, dass ich das machen konnte, was ich als Kind wollte, nämlich so viel lernen und so gut/so viel Fußballspielen, wie ich nur konnte.


    Deswegen würde ich, bzw. habe ich schon, allen Eltern, die die Chance haben, ihr Kind dort unterzubringen, das auch empfehlen. Solange die Hindernisse wie Fahrzeit und Aufwand machbar sind und solange die Eltern auch alles ein bisschen im Auge behalten können. Kind, Trainer und auch sich selbst.


    Da fällt mir grade noch ein: Das ist natürlich alles schon ein bisschen her und ich habe auch nicht jedes Wort verstanden damals. :D Vielleicht hat sich da inzwischen einiges geändert, inzwischen gibt es ja das Stützpunkttraining, bei dem man im eigenen Verein bleiben kann.

    Ist die Mannschaft denn aus der D-Jugend nach oben gekommen? Dann würde sich das ja schnell erklären, da braucht es einfach ein bisschen Zeit.


    Sonst gibt es ein paar Möglichkeiten, das im Training hervorzuheben. Ich kenn da z.B die "Raupe". Bei der halten sich sechs Spieler in einer Reihe je am Vordermann fest. Ein weiterer Spiele steht vor der Reihe und versucht jetzt, den letzten Spieler in der Reihe zu berühren. Der erste Spieler muss ihn daran hindern, ohne dass die Raupe auseinanderreißt. Macht viel Spaß und ist eine super Übung für Körpereinsatz.


    Oder du zwingst in Spielformen in die Zweikämpfe. Zum Beispiel mit mindestens drei Ballkontakten. Inwieweit das dann funktioniert, kann ich dir jetzt aber nur schwer sagen. Unser Trainer lässt bei den Herren auch gerne Ballbesitzübungen mit zugeteilten Manndeckungen spielen.

    Als jemand, der dieser ach so gemeingefährlichen Pubertät erst kürzlich entkommen ist, würde ich guenter da mal ganz stark widersprechen.


    Pop, du musst dich in die Lage des Spielers versetzen und versuchen, ihn zu verstehen. Im Training scheint er ein wichtiger Spieler zu sein, die Mannschaft scheint auch zu ihm aufzusehen. Er sieht sich selbst im Fokus und jede kleine Regung von dir wird er genau beobachten und werten. Vielleicht war es an dem Tag einfach zu viel des Guten, vielleicht hatte er auch einfach schlechte Laune. Er hat sich dann mit seiner Aktion (unbewusst, da bin ich mir sicher) von dir distanziert und will Abstand gewinnen, weil er seine Stellung in der Mannschaft angegriffen gefühlt hat.


    Ich würde wetten, dass dem Jungen die Aktion inzwischen selbst wieder Leid tut. Ich kenne das selbst, ich hab mich auch schon mit Trainern in die Haare bekommen. Lass dir zwei Wochen Zeit, melde dich nicht, rede im Training nicht darüber und wenn dann bleib ganz entspannt und lass keine Wertung gegenüber seinen Mitspielern rausrutschen. Er wird sich beruhigen, wieder Bock auf Fußball bekommen, aber sein Stolz verhindert es, dass er ins Training zurückkommt.


    Dann reichst du ihm die helfende Hand und meldest dich per Telefon oder WhatsApp. Eine Stunde vor dem Training vielleicht. Frag einfach, ob er mal wieder kommt. Laber nicht lange rum, mach keinen großen Aufstand. Du hast ihm die Tür aufgemacht und er wird dann schon wieder kommen.