Ich will hier mal kurz eine andere Sicht liefern, ohne jetzt zu sehr auf das einzugehen, was hier bisher diskutiert wurde.
Wie vielleicht der ein oder andere hier weiß, hab ich selbst im NLZ gespielt. Ich kam aus meinem Heimatland hierher, hab schnell einen Verein gefunden und dort gespielt. Weil ich bisher nur Futsal gespielt hatte, war ich technisch wohl ganz ordentlich, Spielintelligenz etc. hat auch gestimmt. Am Anfang fällt das körperliche Defizit nicht so auf, die paar Wackler bei hohen Bällen habe ich aber heute noch. 
Zur Saison 03/04 wurde mein Opa angesprochen, der mich immer zum Training gefahren hat, wie es denn bei mir aussieht, ob ich mal vorbeisehen möchte, es gäbe ein Training für Kinder aus der Region. Ich bin da also hingefahren und habs irgendwie geschafft. Das "Probetraining" bestand vor allem aus Reaktionsschnelligkeit in Passübungen, Jonglieren mit dem Ball, und Torschuss. Alles in der Halle, ich hab mich also wie zu Hause gefühlt.
Am Ende bin ich gewechselt und hab dort für, ich meine - bin mir nicht mehr ganz sicher, drei oder vier Jahre gespielt. Irgendwann war Schluss, ich wurde aussortiert. Das war schon irgendwie ein Tiefschlag, da hab ich lange dran geknabbert. Als ich zu meinem alten Verein zurück bin, kannte ich viele nicht mehr, ein paar waren von Anfang auch recht feindselig gestimmt. Den Spaß habe ich aber nie verloren am Fußball. Im Training gings schnell dazu über, dass ich anderen geholfen habe, Tipps gegeben habe und mich mit zunehmendem Alter auch mal der Trainer gefragt hat, was wir so alles gemacht haben. Das war glaube ich zu Kreisliga-Zeiten (drittunterstes im BFV).
Jetzt, mit 19 Jahren, bin ich unheimlich froh darüber, jemals im NLZ trainieren gedurft zu haben. Ich habe dort viele Dinge gelernt, vielleicht hat mich das letztlich auch zum Trainer gemacht. Ich versuche den Mannschaften, die ich im Moment trainiere, das zu geben, was ich dort bekommen habe, nämlich exzellentes Training, kombiniert mit dem, was ich bei meinem Dorfverein gesehen und erlebt habe. Wirklichen Druck habe ich nie verspürt, weder von Eltern, noch von Trainerseite. Ich glaube auf dem Dorf habe ich mehr Frust mit Mitspielern, Trainern, (anderen) Eltern gehabt.
Meine eigenen Eltern haben sich allerdings auch nicht groß darum gekümmert. Mein Opa hat das größtenteils gemacht, mich zum Training gefahren, abgeholt, zugeschaut und mich angefeuert. Ihm hat es aber sehr viel bedeutet, dass ich das machen konnte, was ich als Kind wollte, nämlich so viel lernen und so gut/so viel Fußballspielen, wie ich nur konnte.
Deswegen würde ich, bzw. habe ich schon, allen Eltern, die die Chance haben, ihr Kind dort unterzubringen, das auch empfehlen. Solange die Hindernisse wie Fahrzeit und Aufwand machbar sind und solange die Eltern auch alles ein bisschen im Auge behalten können. Kind, Trainer und auch sich selbst.
Da fällt mir grade noch ein: Das ist natürlich alles schon ein bisschen her und ich habe auch nicht jedes Wort verstanden damals.
Vielleicht hat sich da inzwischen einiges geändert, inzwischen gibt es ja das Stützpunkttraining, bei dem man im eigenen Verein bleiben kann.