Ich könnte mich ein bisschen amüsieren über Deinen VHS-Kurs. Wem sollte denn hier etwas nahe gebracht werden? Einem Möchtegern-Mental-Trainer oder einem Sportler? Sorry...
Die Sache mit den übergeordneten Zielen sieht folgendermaßen aus: Ein für Dich ausgemachtes Ziel, kannst nur DU alleine erreichen. In dem Moment, in dem auch andere daran beteiligt sind, wird es verwässert. Jeder beschreibt für sich einen eigenen Weg, der unter Umständen nicht zu Deinem Ziel führt. Deswegen kann es keine gemeinsamen Ziele geben! Wenn Du mit Deiner Frau beschließt, ein Haus zu kaufen. Dann könnte das ein Ziel sein. Wenn Du für Dich festlegst, am 1. Januar 2014 ziehen wir in das Haus ein, dann ist das eine Präzisierung, die unbedingt zur Zielformulierung dazu gehört. Deine Frau ist aber der Meinung, es reiche auch, wenn man im Laufe des Jahres 2016 einzieht, haben beide ein Problem... Dein Ziel ist nicht ihr Ziel.
Günter, Miriam Gössner wollte es ohne schaffen, auch heute. Wie man sah, wird sie ihren Mentaltrainer anrufen müssen und übermorgen ist alles wieder gut.
Ich bin davon überzeugt, dass, je früher man mit dem mentalen Training beginnt, desto effizienter ist es. Egal in welchem Bereich, ob Sport, Freizeit oder Beruf/Schule. Dinge wie Einstellungen, Wahrnehmungen von sich selbst oder dem Umfeld, ändern sich nicht von heute auf morgen. Wenn man sich täglich fünf Minuten Zeit nimmt und den beim Mentaltrainer erlernten und schriftlich fixierten Vorgehensweisen folgt, ist es nach etwa sechs Monaten soweit, dass man keine täglichen Übungen mehr benötigt. Dann ist alles in "Fleisch und Blut übergegangen", wie etwa Fahrrad fahren. Auf diese Weise ist es sogar möglich, nach Verletzungen schneller zu regenerieren und eine ganze Menge anderer Dinge wie Stress zu verhindern und Burn-out vorzubeugen.
Also: Je früher desto besser!
Beiträge von Mentala
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Gerade bei Kindern geht es um zeitnahe Zielfindung. Die von kicker angesprochenen Ziele haben leider viel mit einer Zukunft zu tun, die von den Betroffenen überhaupt nicht überblickt werden können. Kennt Ihr S.M.A.R.T.? Nach diesem Prinzip sind Ziele genau herauszuarbeiten und zu verinnerlichen. Wer als Ziel für sich erkennt, die Welt zu verändern, zu retten o.ä. kann dies alleine nicht tun. Er ist dabei auf alle anderen Menschen angewiesen. Bei den Zielen von Jugendlichen und Kindern geht es hauptsächlich um naheliegendes, was morgen ist, was sie bewegt.
Brauchen wir nicht alle eine gewisse Fokussierung auf uns selbst oder auf unsere unmittelbare Umwelt?
Im Sportmentaltraining ist die Fokussierung auf das nächstgelegene Ziel unabdingbar. Das Biathlon ist ein gutes Beispiel dafür, wie und vor allem dass mentales Training wirkt. Die erfolgreiche Magdalena Neuner hat zwei Jahre lang mit einem Mentaltrainer gearbeitet, nachdem sie gemerkt hat, dass sie mit ihrer körperlichen Leistung noch nicht an ihrem persönlichen Ziel angelangt ist. Miriam Görner (?) hat diesen Mentaltrainer übernommen und ist jetzt selbst an der Spitze. Auch sie war anfangs sehr skeptisch, was sie in verschiedenen Interviews zum Ausdruck gebracht hat. Jetzt denkt sie anders darüber. -
TW-Trainer, dann sollten vielleicht die eigenen Ansprüche überprüft werden. Es wäre dann sinnvoll, sich mental neu zu orientieren. Jeder, der mit anderen Menschen zu tun hat, sollte sich unentwegt fragen, ob sein zielgerichtetes Handeln auch so ankommt, ob seine Vorstellungen sich anpassen müssen oder ob sie durchsetzbar sind. Vor allem sei dies denjenigen angeraten, die eine gewisse Macht ausüben.
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Und noch etwas: Vielleicht habt Ihr vergangene Nacht, nach dem Fußballspiel, die Sendung von Anne Will gesehen. Vielleicht könnt Ihr das auch noch in der Mediathek der ARD abrufen. Dabei ging es um die Gefahren, durch Druck und andere Einflüsse ausgelöst, vor Flucht in Spielsucht, Alkoholsucht und ähnliche Dinge bei Sportlern. Konkret hat ein angeklagter Spieler über seine Kontakte zur Wettmafia und seine Gründe sich darauf einzulassen berichtet. Sehr interessant war die gemeinsame Lösung, auf die alle Teilnehmer der Gesprächsrunde geeinigt haben: Höhere finanzielle Investitionen in die Persönlichkeitsentwicklung der Sportler zu stecken. Damit eben genau das, was jetzt über allen, die sich vielleicht etwas vorzuwerfen haben, momentan schwebt, verhindert wird. Ihr seht, dass wir uns hier Gedanken machen ist nicht auf unserem Mist gewachsen, sondern ist ein allgemeines Problem, das dringend gelöst werden muss!
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Was wäre wenn ist eine Frage, die ich stelle, wenn die Ziele deutlich herausgearbeitet worden sind. Was will jeder für sich erreichen, wie sieht das Ziel aus, wie fühlt es sich an? Ich habe das schon mal im anderen Chat ausführlicher formuliert. Wichtig ist, dass jeder einzelne nach seinem persönlichen Ziel befragt wird und das vor seinem inneren Auge visualisiert. (Am besten bei einem gemeinsamen Spaziergang) Daraus kannst Du dann das gemeinsame Ziel herausfiltern und als Motto aufhängen. Es kann nicht heißen "Wir wollen gewinnen" oder "Die Wahrheit liegt auf dem Platz" oder so...
Anschließend kannst Du fragen, was tut jeder, um sein Ziel und eventuell das gemeinsame Ziel zu erreichen. Anschließend stellt sich die Frage "Was wäre, wenn Dein Ziel nicht erreicht wird? Wie fühlst Du Dich dann? Könntest Du es besser machen? Was tust Du ab JETZT, um es besser zu machen?" Dann wirst Du Antworten bekommen, die die Spieler aus dem Gefühl heraus geben. Und diese Antworten sind entscheidend für einen Trainer, Vater...
Du kannst ihn dann daran erinnern, wenn es mal schwierig wird. -
Deswegen ist es ja sinnvoll, die anderen Spieler so gut zu kennen, dass man die möglichen spontanen Einfälle auch umsetzen kann und eventuell das Vertrauen in den Mitspieler vergrößert. Du kannst nur die Stärken stärken, die Schwächen kannst Du nicht ausmerzen (Aus einem schlechten Mathematikschüler kannst Du keinen Einstein machen). Das alles findet im Kopf statt. Dort sollte sich dann eine Änderung der Einstellung zu den Mitspielern auftun. Ihr spielt doch gern. Spiel doch einzelne Szenen durch und lass die Jungs selbst auf die Lösungsideen kommen.
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DSV, es ging um das Problem im anderen Forum, inwieweit man dort praktische Fragen stellt, was nicht der Sinn war. Deswegen hat Kicker dieses Forum eingerichtet. War doch 'ne gute Lösung, oder?
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Eine meiner ersten praktischen Übungen in einem Workshop sind Atemübungen. Dabei wird über den Bauch geatmet (Beim Einatmen bläht sich der Bauch nach vorn, beim Ausatmen zieht sich die Bauchdecke wieder zurück. Am besten mit Hand auflegen visualisieren) Wenn die Beschreibung nicht hilft: Im Liegen atmet jeder Mensch so. Diese Form der Atmung hat verschiedene Vorteile: Unter anderem hat man nach ein paar Tagen Übung ein viel größeres Atemvolumen, zweitens verteilt sich der Sauerstoff besser im ganzen Körper, drittens hilft es nach einer körperlichen Anstrengung schneller wieder "runterzukommen", viertens wird diese Form der Atmung auch in Sportarten wie Yoga eingeübt.
Meinerseits rate ich von solchen Forderungen bzw. Zwängen ab. Frage ihn doch, was ihm denn wirklich Freude, nicht Spaß, macht. Ihm fällt da sicher einiges ein. Versuche ihn in den Bereich zu bringen, in dem er Dir seine genauen Vorstellungen mitteilt. Insistiere genau und stell ihm tausend Fragen. Lass Dir sein Ziel beschreiben, so wie er sich das visuell vorstellt. Stelle weiterführende Fragen bis er genau sagt, was er wirklich will. Mach doch mit ihm ein mentales Training über seine Ziele.
Jeder Mensch hat Motive, egal ob klein oder groß. Der unbewusste Teil in jedem Menschen lügt nicht. Er hilft eher, dem bewussten Teil in uns, Handlungen zu unterstützen, eine Rechtfertigung zu geben. Handelt man anders als unser unbewusster Teil uns sagt, gibt es alsbald Probleme, die sich in Krankheitssymptomen äußern können (oft als Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen). Du kannst ihm doch Deine Überzeugung erklären und bitte ihn um seine Sicht der Dinge. -
Guenter, ich gebe Dir Recht, einen Schweinehund kann man übertölpeln, ihn zum Schweigen bringen. Das kann man mental trainieren, bis er für immer und ewig schweigt

Hingegen kann der Wunsch eines Vaters, die Kinder zu einer sportlichen Betätigung zu b(zw)ingen, zum Rohrkrepierer werden. Später könnten dann die Vorwürfe kommen: "Du hast mich gezwungen". Insofern sollte man gerade bei Kindern auf die Motive der Kinder hören. Und nur die kann man mit Motivationshilfen unterstützen. Um mal einen anderen Bereich unseres Lebens zu bemühen: Unternehmer sind der Überzeugung, dass mehr Geld die Mitarbeiter motiviert. Dieser Motivationsschub dauert etwa drei Monate, bis das Mehr an Geld zur Gewohnheit wird. Der alte Schlendrian zieht wieder ein. Hier ist es besser, seine Mitarbeiter zu befragen, was ihnen selbst Freude am Arbeitsplatz macht und wie man die steigern kann. Und hier kann der Unternehmer dann individuell unterstützen. Der eine möchte lieber einen halben Tag im Monat frei, um seine Kinder beim Fußballspiel zu sehen, der andere möchte sich lieber in einem Seminar fortbilden, ein dritter liebt gutes Essen also bekommt er einen Essensgutschein im besten Restaurant der Stadt usw...
So ist es natürlich im Sport auch. Das Ziel eines jeden ist wichtig für den Weg, auf den man sich macht. Es kommt darauf an, diese Ziele zu visualisieren, sich also vorzustellen wie es sich anfühlt, wenn man sein Ziel erreicht hat. Das ist Teil des Sportmentaltraings. -
Guenter, Vertrauen in Euch!
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Frag doch mal die Kinder, ob sie einen neuen Erfolg anstreben. Was ist das Ziel dabei? Was wollen sie erreichen? Motivieren beinhaltet auch die Motive. Du kannst die Motivation nur unterstützen, wenn die Motive so gelagert sind, dass Deine Bestrebungen auf fruchtbaren Boden fallen. Dann ist auch der Schweinehund kein Problem. Dann wollen sie es!
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Ich werde ich nicht mehr an diesen theoretischen Grundaussagen beteiligen. Ich habe schon mehrmals betont, dass ein Training nicht von heute auf morgen Erfolge zeitigt. Jeder sollte trainieren, egal ob in Wirklichkeit oder in seiner Vorstellung. Dass weiß jeder und ich denke, dass geht Euch auch so. Innerhalb von wenigen Stunden kann man nicht den Aufstieg in eine andere Liga erwarten.
Das war meine letzte Aussage zum Thema "Theorie"
Wenn es der Sinn dieses Threads ist, theoretisches Wissen auszutauschen bin ich hier sicher falsch. Ob ein Training gut oder schlecht für jemanden ist, ist sicherlich hier nicht zu klären. Das muss jeder selbst und für sich entscheiden. Das betrifft auch mentales Training. Eindeutig und nachgewiesen ist, dass diese Form der geistigen Unterstützung hilft Ziele zu erreichen und noch viel mehr. Ansonsten würde es nicht von jedem Spitzensportler eingesetzt oder in der Sporthochschule in Köln unterrichtet. -
guenter
Lass die Kinder ihre eigenen Motivationssprüche kreieren. Häng' sie einzeln als kleines Plakat auf, damit sie diese beim Betreten der Kabine sehen und sich daran aufrichten können.
Die heißen vielleicht: "Heute spiele ich so, wie ich es mir vorstelle" oder "Ich bin gut" oder "Heute ist mein Tag" oder "Mein Tor heute führt uns zum Sieg" oder "Heute ist der erste Tag auf dem Weg zum Erfolg" oder "Heute gebe ich alles für den Sieg"... (Wollen müssen ist ein schlechter Motivator)
Auf diese Weise hast Du schon eine Menge getan, was dazu führt, dass nicht mehr Du als Antreiber dastehst, sondern die Kinder selbst ihre Ziele formulieren können und sie auch leben können.
Lass die Kinder diese Sprüche immer im Präsenz formulieren, nicht in die Zukunft gerichtet und nicht im Konjunktiv (können oder wollen). -
Dann werde ich mich einfach zurückziehen, da ja praktische Hinweise nicht gewünscht sind. Ich denke, wenn Kicker hier mit Ausschlüssen arbeitet und die Volkshochschulen als Grundlage für eine mentale Aus-oder Fortbildung sieht, sehe ich mich außer Stande dem etwas entgegenzusetzen. In VHSsen wird mit Sicherheit kein Wert auf Sportmentaltraining gelegt, so dass auch dieser Kurs für Euch nicht von großem Effekt wäre. Im Übrigen werden diese Kurse in allen Fällen nach einem Semester wieder eingestellt (auf Grund mangelnden Interesses).
Kicker, Du unterstellst der Geisteswissenschaft Humbug und Unseriosität. Fass Dich doch mal an die eigene Nase und frage Dich, warum Du mit Deinem philosophischen Wissen auf keinen guten Nährboden stößt. Theoretisches Wissen ist sicherlich Voraussetzung für praktische Arbeit, jedoch ist doch Dein philosophisches Wissen hier gar nicht gefragt. Du ziehst alle Hinweise auf die theoretische Ebene und unterstellst, dass Mentaltraining die Kinder negativ beeinflussen könnte. Als ausgebildete Mentaltrainerin habe ich diese Erfahrungen nicht gemacht. Und glaub' mir, Motive sind die Grundvoraussetzung für unser tägliches Handeln. Sie sind das, was uns antreibt, was uns die Menschen kennenlernen lässt, die uns gut tun; Die uns daran hindern, etwas zu tun, was wir gar nicht wollen; Die uns zum Burn-out treiben können, wenn sie nicht ausgelebt werden können. Es geht doch nicht um die Reduzierung auf Deine Motive. Deine persönlichen Motive sind hier nicht gefragt, sondern die Motive der Kinder und Jugendlichen, die in der Obhut der Trainer stehen. Warum ist der Mensch so, wie er ist, wenn wir uns mit ihm unterhalten? Warum bin ich nicht in der Lage, mich in ein Team einzubringen? Warum komme ich als Trainer nicht weiter, wenn meine persönlichen Ziele höher sind als die der Kinder. Warum bin ich so? Was treibt mich an?
Das herauszufinden und in ein Sportteam zu integrieren ist unter anderem die Aufgabe eines Fußballtrainers. Der Erfolg ist für den Trainer wichtig, denn an ihm hängt seine Zukunft.
Natürlich wäre es sinnvoll, die Trainer dazu zu bewegen, sich mal anzuhören, was sich abseits des Fußballtraining abspielt, welchen Einfluss sein persönlicher Stil auf die Spieler hat, was hinter dem "Geheimnis Mentaltraining" steckt. (Wikipedia hat unter dem Stichwort Mentaltraining eine ganze Menge Hintergrundwissen angeboten, Psychotherapeuten bieten ebenso Mentaltraining als Unterstützung an. Was willst Du eigentlich mehr?)
Ich habe hier angeboten, bei Euch Vorträge über die Sinnhaftigkeit von mentalem Training im Sport in den Vereinen zu halten. Die Umsetzung ist die Entscheidung des Vereins.
Guenter, ich stehe auf Deiner Seite, wenn Du sagst, dass in einem solchen Forum praktische Hinweise nützlich sind. Ich sehe das auch so, offenbar ist das jedoch nicht der Sinn dieser Diskussionsrunde. Und auf der theoretischen Ebene ist es nicht effizient, hier weiter zu diskutieren. Der praktische Bezug auf eine begleitende mentale Maßnahme war mir hier auch wichtig. Offenbar gibt es keine offenen Schwierigkeiten, mit denen Trainer zu kämpfen haben. -
Kicker, was Peter Boltersdorf kann, habe ich auch gelernt, von ihm. H96 hat sich nun mal für ihn entschieden!
Wenn Du Dich mit dem Reiss-Profil beschäftigen würdest, würdest Du erkennen, dass alles mit allem zusammenhängt. Du kannst sie nicht voneinander abtrennen, entscheidend sind die Ausprägungen. Und ich wiederhole mich gern. Ein Coach ist ein Begleiter auf Zeit. Das verknüpft mit mentalem Training, kann zu unerwarteten Ergebnissen führen. Je länger man seinen Geist und die Emotionen trainiert, desto größer sind die Chancen auf gewünschte Veränderungen. -
Und hier mal ein Interview zu den Vorteilen mentaler Stärkenentwicklung und Motiven.
Willkommen in der „Maschine Bundesliga“
Reiss Profile Chief
Instructor Peter Boltersdorf war vor Ort im Winter-Trainingslager von
Hannover 96 und berichtet über die mentale Vorbereitung des Teams auf
die Rückrunde der Fußballbundesliga.Herr Boltersdorf, ein Ziel des Trainingslagers im
portugiesischen Faro war die schnelle Integration der neuen Spieler. Ist
dies gelungen?Boltersdorf: Das wird
sich zeigen, zumindest konnten wir den Prozess unterstützen. Mit den
Reiss Profilen der Neuzugänge Johan Djourou und André Hoffmann konnte
Mirko Slomka, Chefcoach von Hannover 96, auf einen Blick sehen, mit
welchen Persönlichkeiten er es zu tun hat. Das ist insofern wichtig, als
dass die neue Zusammensetzung des Teams ein neues Gleichgewicht
erfordert. Prinzipiell gilt: Die richtige Ansprache erleichtert die
emotionale Integration enorm. Die Spieler kommen schneller an, aber auch
die Mannschaft insgesamt wird schneller zu einem funktionierenden
Gebilde.Interessant ist dabei, dass Slomka nicht nur die erste
Mannschaft im Blick hat. Auch die Nachwuchstalente werden einbezogen.
Einige von ihnen sind auf dem Sprung in die erste Mannschaft. Die
spannende Frage hier lautet: Wer ist von der Persönlichkeit her so
stabil, dass ihn der frühe Einsatz positiv anspornt? Oder anders herum:
Bei wem gilt es, vielleicht noch zu warten, um ihn nicht zu
„verbrennen“? Das Trainerteam hat eine große Verantwortung, junge
Spieler behutsam an die „Maschine“ Bundesliga heranzuführen.Der
neue Abwehrmann André Hoffmann ist auch in der deutschen
U20-Nationalmannschaft gefordert, Torwart Ron-Robert Zieler und einige
der ausländischen Spieler sind es in ihren jeweiligen
Nationalmannschaften. Darüber hinaus stehen für den Verein aufgrund der
Europa League wieder englische Wochen an. Wie werden derartige
Zusatzbelastungen in der Vorbereitung berücksichtigt?Boltersdorf:
Im Fokus stehen die Freizeitphasen zwischen den Spielen, egal ob
Bundesliga oder Europa League. Jeder Spieler hat seinen eigenen Weg, um
zu regenerieren und aufzutanken. Nehmen Sie ein Beispiel: Während der
eine Zeit für sich braucht, benötigt der andere die Gemeinschaft, um den
Kopf frei zu kriegen. Wir haben in Faro für jeden Spieler ein
individuelles Konzept erarbeitet, das zeigt, wie eine optimale Erholung
aus mentaler Sicht aussehen kann. Die 16 Lebensmotive geben dabei
Anhaltspunkte, welche Strategien den gewünschten Ausgleich schaffen. All
das hilft den Spielern, um in ihrem persönlichen Umfeld für die nötigen
Rahmenbedingungen zu sorgen.Ihr Tipp für den Saisonabschluss?
Boltersdorf:
Ich denke, dass die Mannschaft als Team stark und hinsichtlich der
Spielerpersönlichkeiten gut aufgestellt ist. Da das Mittelfeld der Liga
noch relativ dicht beisammen ist, geht auch nach oben noch einiges. Mein
Eindruck jedenfalls ist positiv, wobei im Fußball, wie Sie wissen, ja
stets alles möglich ist.Vielen Dank für das Gespräch.
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Hat jemand Interesse ein bisschen über eine erfolgreiche Entwicklung eines Teams zu erfahren? Was braucht man, was wisst Ihr darüber?
Vor allem will ich erst mal wissen, was Euch zum Thema "Team" einfällt. Was ist das Ziel und was sollte jeder mitbringen?
Natürlich alles im Rahmen der mentalen Entwicklung und dem Einbringen der persönlichen mentalen Stärke. -
Also unter Mentaltraining ist unter der Rubrik Angebote auch beschrieben, dass Mentaltraining und -coaching synonym verwendet werden.
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H96 nutzt seit fast vier Jahren einen Mentaltrainer (Sportpsychologen), also weder Du noch ich haben hier Chancen. Eingeführt wurde das nach dem Tod von Robert Enke.
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Das Hauptproblem bei allen Parteien liegt im Erfolg des mentalen Trainings. Man kann ihn erst messen, wenn die Klienten mitmachen, sie 5 Minuten täglich an Zeit für sich selbst investieren und diese Übungen damit in "Fleisch und Blut" übergehen.
Vielleicht noch eine schnelle Ergänzung: Gemeint ist, dass die Vereine den kurzfristigen Erfolg suchen. "Mentaltraining gut, hab' ich schon von gehört. Ja, machen wir, dann können wir ab dem nächsten Wochenende alle schlagen." Solchen oder ähnlichen Vorurteilen bin ich schon öfters begegnet. Es ist kaum möglich, diese auszurotten.
