Beiträge von ballgewinnski

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    Hallo CokeFreak,


    spannendes Thema, mit dem ich mich seit Anfang des Jahres intensiver beschäftigt habe. Hatte letztes Jahr eine C-Jugend und bin nun in die B-Jugend aufgerutscht.
    Bei uns in Baden-Württemberg gibt es ein ganz nettes Programm namens "Cool & Clean", das einen Teil der von dir beschriebenen Probleme abdeckt (v.a. Thema Alkohol, Nikotin und andere Drogen). Ich hatte mich kurz vor Saisonende dort angemeldet und jede Menge Material bekommen, mit dem ich dann zum Saisonauftakt loslegen wollte.
    Das Ganze wurde dann durch diverse andere Entwicklungen unterlaufen, so dass ich mich bis heute nicht dazu durchgerungen habe, mich mit meiner jetzigen Mannschaft diesem Thema ausführlicher zu widmen. (Und es liegt nicht daran, dass ich nicht die eine oder andere Trainingsstunde dafür opfern wollte.)
    Warum?
    Nun:
    - In der letztjährigen B-Jugend saßen einzelne Spieler (in Trikot & Co.) nach dem Spiel mit dem Co-Trainer zusammen vor der Umkleide und rauchten eine. Oder sie kamen mit dem Bier/Radler in der Hand am Sonntagmorgen zum Treffpunkt. (Thema Vorbild sein, denn auch da schauen Kleine zu...)
    - Aus der A-Jugend erfahre ich, dass der Mannschaftsabend zu Saisonbeginn in Form einer Kneipentour gemacht wurde. (Natürlich, die Kerle sind alt genug, um Bier zu trinken oder zu rauchen, aber die Verknüpfung Sport - Mannschaft - Kneipe - Rauchen/Alkohol halte ich für mehr als fragwürdig und auch das bekommen die anderen Jugenden mit...)
    - Wenn ich mich nun mit Hingabe diesem Thema in der B-Jugend widme, wobei davon auszugehen ist, dass das bei vielen auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, da es häufig eh schon eher darum geht, dass die Jungs abends nicht zu lange weggehen, nicht zu viel trinken, nicht zu oft in Shisha-Bars gehen usw. - und nicht darum, dass sie es gar nicht tun. Wie sieht das dann in einem Jahr aus? Die gehen in die A-Jugend hoch und machen erstmal ne gepflegte Sauf-Tour?


    Auch die Themen Rauchverbot auf dem Vereinsgelände (oder meinetwegen überall bis zum Parkplatz oder so) oder alkoholfreier Ausschank (den gibt es bei uns z.B. bei Jugendspielen, da gibt's nur Wasser und Apfelschorle - die Schilder der Aktiven mit Bier und Radler hängen aber am Container und entsprechend oft wird das dann auch Samstagmittags oder Sonntagmorgens nachgefragt...) halte ich für überlegenswert. Ich glaube aber, dass das Ganze nur geht, wenn man das fest vereinbart, mit der gesamten Jugendabteilung, wenn alle dahinterstehen, man es schriftlich festhält, nach außen kommuniziert und sich von ein paar Schwachmaten, die immer und gegen alles dagegen reden, nicht abhalten lässt.

    Ich möchte Steini Recht geben, ich hätte das mit dem Kraft tanken für uns Trainer sicherlich noch mehr betonen sollen, denn das ist ganz gewiss ein nicht zu unterschätzender Faktor. Schon eine kurze Pause gibt mir das Gefühl, den Akku wieder so geladen zu haben, dass ich voller Tatendrang einsteigen möchte.
    Nur, und da greife ich nun Beitrag #10 von Marc auf: Wenn man sich vorher hinsetzt, gemeinsam mit der Mannschaft darüber spricht, wie die Wochen bis zum Rundenbeginn aussehen/aussehen können/aussehen sollen und man auf den gemeinsamen Nenner kommt, dass ein früher Rundenbeginn nun mal erfordert, dass man davor schon etwas tut (und ich bin auch kein Fan des Wortes "Vorbereitung", Follkao, weil es tatsächlich bei vielen eher Ablehnung und Distanz auslöst als große Begeisterungsstürme), dann ist die Enttäuschung darüber, wenn man dann mehr oder weniger alleine auf dem Trainingsplatz steht, in meinen Augen schon berechtigt.
    Ich habe beispielweise meine Trainingszeiten (B-Junioren) bewusst spät auf 18.30 Uhr gesetzt, weil die Jungs dann eigentlich genug Zeit haben sollten, tagsüber etwas zu unternehmen und es ihnen trotzdem abends reichen würde, ins Kino zu gehen oder die Fußballspiele im TV zu schauen. Dennoch: Wer kreuzt auf? Die, die schon arbeiten und um 18.00 Uhr Feierabend haben; die, die einen Ferienjob haben und schon 8 Stunden in den Beinen haben; die, die fast wörtlich "aus dem Flieger auf den Trainingsplatz" kommen und schließlich die, die auch bei zehn Trainings in der Woche nicht nein sagen würden und am liebsten jeden Tag ausschließlich mit einem Ball, ganz viel Rasen und ein paar Kumepls dazu verbringen. Und davon ab dann die, die im Urlaub sind - gut, das ist nun mal so. Und die, die sich selbst Urlaub nehmen (indem sie sagen, sie sind nicht da, aber dennoch irgendwo rumspringen oder indem sie sich gar nicht melden oder indem dann kurzfristig immer wieder Ferienaktivitäten dazwischen kommen).
    Nochmal: Ich will das keinem Kind und keinem Jugendlichen absprechen. Von mir aus sollen die diese sechs Wochen genießen wie sonst was. Meientwegen könnte man auch gar kein Training machen. Mich stören nur zwei Dinge, nämlich


    1) dass man einfach keine (vernünftige) Vorbereitung hat und dann die ersten Schulwochen dazu nutzen muss, eine Basis zu legen (da gibt's dann aber schon wieder Nachmittagsschule, jede Menge Arbeiten, die geschrieben werden wollen, Elternabende usw.) - Folge ist dann meist, dass man die ersten Spiele auf das aufbauen muss, was die Spieler (hoffentlich/vielleicht/manchmal) schon können und teilweise dann noch vier bis sechs Wochen bleiben, bis der Winter hereinbricht und man die nächste (natürliche) Trainingshürde hat.


    Und 2) dass man sich Wochen vorher einigt, wie man es macht, ob man eine gewisse Zeit "trainingsfrei" gibt, dass man Freundschaftsspiele ausmacht, dass man sich Gedanken macht, wie die Vorbereitung gut laufen könnte, wie man die Inhalte für die Vorbereitung in eine sinnvolle Reihenfolge bringt, womit man die Mannschaft (nicht) überfordert (zeitlich, körperlich, psychisch) und und und - und am Ende steht man da und müsste quasi jedem einzelnen hinterherrennen und erinnern und bitten und mahnen und danken. Das betrifft, so jedenfalls meine Erfahrung, nicht unbedingt nur "erste" Mannschaften einer Jugend oder "Perspektivteams" oder "Leistungsteams", sondern zieht sich durch alle Leistungsniveaus und alle Altersklassen. Ich glaube, es gibt einfach Charaktere, die so gestrickt sind, dass sie diese freien Zeiten voll und ganz für sich alleine brauchen. Warum sie dann aber nicht einfach sagen: 'Ich bin von dann bis dann nicht da, ab dem XX.X. trainiere ich wieder mit', weiß der Himmel.

    Hallo Marc,


    habe volles Verständnis für dich und mache gerade ähnliche Erfahrungen. Von meinen insgesamt 23 Spielern waren bei den "Kennenlern"-Trainings Anfang Juli (während der Schulzeit) i.d.R. bis auf die Verletzten alle anwesend. Um den Spielern (und auch uns Trainern) dann die von Steini angesprochene Auszeit, die die Lust aufs Kicken wieder steigern soll, zu geben und eben auch ein bisschen Luft zu haben, habe ich das erste Training für Mitte August angesetzt, also mit ca. 5 Wochen Luft dazwischen. Nun stehe ich auch mit mal fünf, mal sieben, zuletzt aber auch mal mit 3 Leuten auf dem Platz (die dann aber zum größten Teil durchaus motiviert sind). Klar, bei einigen weiß ich, dass sie tatsächlich weggefahren sind, bei anderen habe ich aber auch eher das Gefühl, dass sie gerne die Ferien nur für sich hätten.
    Nur (und da bin ich dann wieder bei dir): Irgendeine Form von vernünftiger Vorbereitung fände ich schon angebracht, denn der Bezirk bei uns ist jedes Mal so "nett", die ersten Spiele für den letzten Feriensonntag anzusetzen. Und an die von mir angedachten (und teilweise vereinbarten) Testspiele, die noch anstehen, will ich momentan gar nicht denken...


    Dazu gibt es sicher die unterschiedlichsten Lösungsansätze. Ich für mich habe jedenfalls beschlossen, nicht jedem Spieler für jede Training hinterherzutelefonieren, sondern (wenn ich nix von ihnen höre) das unter der Rubrik "unentschuldigt" zu verbuchen und das Ganze dann in der Mannschaftssitzung am Rundenanfang deutlich anzusprechen. Für die Jungs, die jetzt schon willens sind, tut es mir leid und die versuch ich nun entsprechend auch dadurch zu belohnen/zu entlasten, dass ich ihnen viel entgegen komme, was Wünsche fürs Training oder für Versionen fürs Abschlussspiel angeht.
    Klar, die Ehrlichkeit deiner Spieler ist für mich daran noch das Positivste, aber die meisten haben den ganzen lieben langen Tag Zeit, all dem zu frönen, wozu sie während der Schulzeit nicht kommen, da dürften 2 Stunden fürs Training nicht die Welt sein..


    Meine Konsequenz für nächstes Jahr wird (unabhängig von der Jugend, die ich trainieren werde) so aussehen, dass ich meine neue Mannschaft dann schon früher, etwa 5-6 Wochen vor den Sommerferien zusammenhaben möchte und dort konzentriert arbeiten und mich nicht der "Die Runde ist rum, das Wetter ist schön, lasst uns ins Freibad gehen oder barfuß im Sand Fußballtennis spielen"-Mentalität mancher anschließen werde. Anschließend soll jeder seine freie Zeit haben und dann geht's zwei Wochen vor Rundenstart mit Vollgas los.


    Bin aber auch sehr gespannt auf andere Erfahrungen und Meinungen!

    Hallo Zodiak,


    so wie ich das verstehe, liegst du mit deiner Annahme richtig.


    Das "Problem" beim DFB scheint eben zu sein, dass man die C-Leistungsfußball-Lizenz und die B-Lizenz beide mit dem UEFA-B-Level gleichsetzt.
    Der ÖFB erkennt wohl die deutsche (Leistungssport-!)C-Lizenz, die ja bereits dem UEFA-B-Level entspricht, an.
    (Vgl. http://www.oefb.at/_uploads/_e…slaendische_zeugnisse.pdf)


    Voraussetzung für die Zulassung zur UEFA-A-Lizenz-Ausbildung ist demnach wohl nur die vorhandene UEFA-B-Lizenz und eine Eignungsprüfung (zu der ich keine genaueren Angaben finden konnte). Darüberhinaus kann ich mir vorstellen, dass die Mitgliedschaft in einem dem ÖFB angehörigen Verein erwartet wird. Was mich daran besonders überrascht, ist aber, dass von den anderen Anforderungen, die der DFB für die B-Lizenz verlangt (Stützpunktarbeit, mindestens einjährige Tätigkeit mit C-Lizenz, bestimmte Mindestpunktzahl bei der C-Lizenz), nichts erwähnt wird.


    Womöglich wäre das wirklich ein gangbarer Weg. Allerdings dürften die Plätze in den Ausbildungsgängen in Österreich recht begrenzt sein und somit scheint fraglich, ob man bei einem Auswahlverfahren gegen "inländische" Mitbewerber mit gleichen Voraussetzungen Chancen hat.

    @baileys3:


    Das klingt doch sehr positiv. Da du es ja bei deiner Damenmannschaft mit Erwachsenen zu tun hast, kann ich empfehlen, das DFB-Online-Seminar zur Viererkette auszuprobieren und evtl. Sequenzen davon gemeinsam mit der Mannschaft anzusehen.
    Da lässt sich - wie ich finde - in wenigen Minuten eine hervorragende theoretische Grundlage legen, die du dann in der Praxis, sprich: Training und Spiel gleich umsetzen kannst.
    Finde des Seminar sehr gelungen und werde auch Ausschnitte davon mit meinen B-Jungs ansehen. Bin nämlich davon überzeugt, dass es in der Kompaktheit und Pointiertheit kaum besser zu erklären ist.

    Ich übernehme also einen kompletten Vorbereitungsplan und übergebe meine bisherige Planung 1 zu 1!

    Das ist ja immerhin schon mal etwas. Die Spielbeobachtungen, die Beurteilungen der Spieler usw. sind jedoch vermutlich dennoch für die Katz' bzw. du wirst dir von deiner neuen Mannschaft wiederum ein neues Bild machen müssen. Gut, gibt Schlimmeres, aber optimal finde ich es nicht. Dass man eine solche Stelle nicht ablehnt, ist klar, aber auch hier würde ich sagen: denkbar ungeschicktes Timing. In solch semi- bis vollprofessionellen Strukturen sollte man meinen, dass man ab einem gewissen Zeitpunkt eine Verpflichtung bis, sagen wir, Saisonende eingeht, und sich nicht jederzeit abseilen kann. Aber gut, ist ja immerhin noch zu Beginn der Vorbereitung und nicht während der Runde.


    Wünsch dir natürlich dennoch viel Erfolg und bin gespannt, wie reibungslos das Ganze sich in den nächsten Tagen entwickeln wird.

    Hallo Zodiak,


    habe dein Trainingstagebuch mitverfolgt und bin mir aufgrund dessen, was ich bisher von dir gelesen habe, absolut überzeugt, dass es für dich machbar sein wird, dich kurzfristig umzuorientieren, wenngleich die Unterschiede zwischen U16 und U13 nun auch nicht gerade klein sind.


    Mir kam, ähnlich wie guenter das eben formulierte, auch zu allererst, die Frage auf, wie das denn so kurzfristig möglich sein kann, ist dies doch ein reichlich ungünstiger Zeitpunkt für Umstrukturierungen, oder?

    Wir haben zuletzt von einem Teamsportbedarf-Händler Bälle der Eigenmarke (Preis aber auch da je Stück um die 8 Euro) bekommen, die waren größtenteils schon nach einigen Wochen nicht mehr wirklich zu gebrauchen - von anfangs 20 Bällen "leben" noch eine Handvoll. Würde ich definitiv nicht weiterempfehlen, zumal man wirklich von j e d e m darauf angesprochen wurde, ob es sich um Bälle Größe 3 oder 4 handelt, sie waren echt extrem klein.. Fazit: nie mehr.

    Die Frage ist, was die "starke" Kreisstaffelmannschaft ausmacht im Vergleich zur "schwachen" Bezirksstaffelmannschaft. Wenn sie technisch auf dem gleichen Niveau spielen, wird er im Training bei beiden Mannschaften gleich gut lernen.
    Die Gegner in der Bezirksstaffel werden schwerer zu spielen sein und entsprechend wird er sich - mit seinem ganzen Team - mehr anstrengen müssen. Wenn man allen Gegnern in der Kreisstaffel haushoch überlegen ist, besteht immer die Gefahr, nur mit halbem Einsatz (frei nach dem Motto "Für d i e reicht's immer noch...") an die Sache ranzugehen und entsprechend vielleicht nicht allzu große Sprünge zu machen.
    Wenn du kein weiteres Entscheidungskriterium hast, das für die eine oder die andere Mannschaft spricht (z.B. Entfernung zu Trainings- und Spielort, Vereinsumfeld, Trainer, Elternschaft u.ä., übrige Aktivitäten außerhalb des Platzes), würde ich mich für die schwächere Bezirksstaffelmannschaft entscheiden – nicht, weil er dort "höher" spielt, sondern weil (ohne dass ich ihn kenne) immerhin die Möglichkeit besteht, über sich hinauszuwachsen. Das ist, so jedenfalls meine Erfahrung, meist in "schwächeren" Mannschaft nicht der Fall.


    Gleichzeitig will ich betonen, dass die C-Jugendjahre ohnehin mehr ein Übergangs- denn ein großartiges Entwicklungsjahr sind. Ein guter Trainer, der zumindest was die Schulung bzw. Aufrechterhaltung von körperlichen und koordinativen Fähigkeiten (trotz Wachstum usw.) angeht deinem Sohn weiterhelfen kann, ist da viel wert. Wichtiger finde ich persönlich die Entscheidung, wo man dann in den beiden B-Jugendjahren spielt - aber bis dahin ist ja noch Zeit.


    Edith wirft gerade noch ein, dass Gustavo recht hat, dass die Mannschaft natürlich nicht unbedingt jedes Spiel so dermaßen abschenken sollte, dass der Junge nach einem Jahr die Schanuze voll hat vom Kicken - dann würde ich auch lieber die Favoritenrolle in der Kreisstaffel wählen.

    Wenn ich deine Ausführungen, v.a. bzgl. der Entfernung und des Zeitaufwands nun lese, guenter, steht das wohl in keinem sinnvollen Verhältnis. Wenn er keine große Ambitionen hat, möglichst hoch zu spielen und ihm andere Dinge (Freunde, Kameradschaft, Zeit für andere Dige usw.) wichtiger sind, dann hat es keinen Sinn, denn selbstverständlich zählt am Ende, was er möchte.


    Was das Thema angeht, einen jüngeren A-Jugend-Jahrgang in der ersten Mannschaft mittrainieren zu lassen, dann bin ich da grundsätzlich sehr skeptisch. Nicht umsonst gibt es Regeln, ab welchem Alter man im Seniorenbereich mitspielen darf (auch wenn aktuell die Absenkung der Altersgrenze im Bundesliga-Bereich diskutiert wird). Sicherlich kann der eine oder andere auch mit 17 voll ausgewachsen sein und körperlich mithalten. Gleichzeitig lassen sich, v.a. im unteren Amateurbereich, so ziemlich in jedem Dorf Beispiele finden, wo junge Fußballer regelrecht "verheizt" wurden und sich oftmals entweder schwer verletzten oder schon recht bald festgestellt haben, dass *diese* Art von Fußballspiel nichts für sie ist. Das ist aber sicherlich sehr stark von Verein zu Verein und auch von Trainer zu Trainer unterschiedlich.

    Mein Ratschlag (kurz und knapp): höherklassig probieren. Viele Jungs, gerade ab der C-Jugend aufwärts, spielen zu lange in ihrenHeimatvereinen, weil dort eben die Freunde sind, die Trainer und das Umfeld meist bekannt usw.
    Was bringt es einem 17-jährigen, neben dem B- bzw. A-Jugendtraining bei der ersten Mannschaft mitzutrainieren, in der er nicht spielen kann und mit der ihn (zunächst einmal) nicht viel verbindet. Er sollte es zumindest für ein Jahr probieren, ein oder zwei Ligen höher gegen Gleichaltrige mitzuhalten, mit denen kann er sich messen, vergleichen, an ihnen wachsen. Wenn er das packt und die Ambitionen hat, geht es weiter. Wenn er lieber zurück will, wird ihn sein alter Verein sicher dennoch gerne zurücknehmen, da er im höherklassigen Verein (mit der von dir beschriebenen guten Jugendarbeit) sicherlich nicht schlechter geworden ist. Und mit 18 oder 19 kann er immer noch zur ersten Mannschaft dazustoßen..
    Dass er die Eltern wegen der Fahrerei nicht belasten will, ehrt ihn. Letztlich ist das dann aber eine Entscheidung, die die Eltern treffen sollten. Wenn er möchte und ihr ihn dabei unterstützen könnt/wollte, dann sehe ich keinen Hinderungsgrund.

    Hallo bonyamin,


    ich glaube, vor diesem "Problem" bzw. vor dieser Entscheidung steht man auf längere Sicht immer mal wieder.
    Was du beschreibst klingt aber für mich ganz und gar nicht danach, als wäre man verrückt, wenn man die Mannschaft für die Leistungsstaffel meldet. Sicherlich weiß man nie so ganz genau, wie es am Ende laufen wird, aber die Jungs "aufbauen", indem man sie in der niedrigeren Staffel spielen lässt, wo sie dann vermutlich jedes Spiel haushoch gewinnen werden, ist wohl kaum Sinn der Sache.


    Nach meiner bisherigen Erfahrung machen die Spieler gegen gleichstarke und leistungsstärkere Gegner die größten Fortschritte, weil sie sich dort beweisen müssen. Wenn sie merken, dass sie auch mit halber Kraftanstrengung alle gegnerischen Mannschaften im Griff haben, ist die Versuchung groß, nicht das letzte aus sich rauszuholen und somit die gerade in der D-Jugend so rapide und enorm stattfindenden Leistungssprünge zu vermeiden.


    Wenn von vornherein klar ist, dass deine Mannschaft in der neuen Runde Woche für Woche hohe Niederlagen wird einstecken müssen, dann kann man darüber nachdenken, ihnen das zu ersparen. So wie du das beschreibst, seid ihr ein gutes Stück davon entfernt und ich würde die Mannschaft definitiv für die Leistungsstaffel melden. (Der Verlust der drei von dir angesprochenen starken 2001er würde ja beispielsweise auch bedeuten, dass das Leistungsniveau im Training sinkt, wodurch wiederum die noch nicht ganz so starken betroffen wären, da ihnen ein paar (etwas, nicht maßlos) stärkere sicherlich auch gut tun.)

    Ich bin kein Verfechter einer strengen Kleiderordnung und hab Gott sei Dank auch Jungs, die sich recht ordentlich kleiden. Also schämen muss ich mich mit denen jedenfalls nicht.
    Für mich macht schon den Unterschied, ob man von einer Uniform spricht oder z.B. einfach von einer Vereinskollektion. So war es zumindest bislang bei uns nicht unüblich, dass auch Geschwister, die gar nicht unbedingt selbst gekickt haben, auch einen Trainingsanzug bekommen haben und diesen auch (freiwillig) z.B. beim Zuschauen trugen, selbst Eltern wurden so gesichtet.


    Wenn bestimmte Vereine mit einem gewissen Anspruch ein einheitliches Auftreten einfordern und dieses dann konsequent umgesetzt wissen wollen, dann läuft dies (meist) so, dass der Verein die Ausrüstung stellt und die Spieler(innen) nur darauf achten müssen, pfleglich mit den Dingen umzugehen und sich ordentlich zu verhalten, wenn sie in Vereinsausrüstung unterwegs sind. So kenne ich das jedenfalls von Junioren-BuLi, -regionalliga und -oberliga-Teams. Dass sich nun jeder Wald- und Wiesenverein dem anschließt und wir deutschlandweit bitte alle in genau reglementierter Kleidung auflaufen sollen, ist sicher nicht möglich, geschweige denn sinnvoll. Da gibt's dann auch Bestimmungen des DFB, welche Schrift in welcher Größe wo genau auf den Anzug darf, oder?


    Für ein Heimspiel, wo ich meine Spieler - wie gesagt - für zwei Minuten sehe, ehe sie in der Kabine verschwinden, muss ein gemeinsames Outfit für mich nicht sein. Wenn es zu Auswärtsspielen geht, wo man längere Zeit rumsteht, bei Turnieren, Fahrten, Freizeitaktivitäten usw. finde ich es hingegen nicht verkehrt.


    Das Kosten-Argument ist, wie ich finde, fadenscheinig. Ich werde just jetzt losgehen und beim Sporthändler unseres Vertrauens mal nach den Konditionen für eine Vereinskollektion fragen, weil wir neue Trainingsanzüge brauchen und im Zuge dessen den Eltern auch andere Ausrüstungsgegenstände aus der gleichen Linie (Taschen, T-Shirts, Regenjacken, Pulli, Trainingshose) anbieten (!) wollen. Da ist derzeit für einen durchaus guten Trainingsanzug (okay, Polyester und nicht super-duper-Präsentationsanzug) die Rede von 22 €, Diesen wollen wir für alle anschaffen und falls jemand mit dieser Investition überfordert sein sollte, finden wir für den sicher auch eine Lösung. Alle anderen Artikel werden wir anbieten, ob jemand etwas möchte, ist dann jedem selbst überlassen. Ich bin überzeugt davon, dass peu a peu ein Großteil unserer Jungs mit Vereins-Ausrüstung (zu guten Preisen) unterwegs sein wird und sich auch nicht dafür schämt. Man muss ja, siebener, nicht in knallgelb rumrennen..
    Ich kenne eure Mitgliedsbeiträge nicht, aber wenn ich mir überlege, dass ich jedem Kind für 45 € im Jahr etwa 90 Trainings anbiete, dann finde ich ein paar Euro zusätzliche Kosten nicht wirklich schlimm. Unsere Jungs gehen am Wochenende mal eben Go-Kart-Fahren (eine halbe Stunde kostet soviel wie der Vereinsbeitrag) oder in den Soccer-Park...und ja, ich weiß, dass die auch Schuhe, Schienbeinschoner usw. brauchen

    guenter


    Ja, die Neuerfindung des Rads sind die Übungen sicherlich größtenteils nicht; Klimmzüge, Situps, Liegestütz (in welcher Form auch immer), Kniebeugen & Co. sind nun wirklich "ein alter Hut", gleichwohl das nicht abwertend gemeint sein soll, aber – wie du richtig dargestellt hast – mit dem Motto "alles mit Ball" etwas aus der Mode gekommen


    Daher auch meine Anmerkung, dass ich dafür nicht sonderlich viel Trainingszeit draufgehen lassen würde. Ähnlich sehe ich es mit Ausdauerläufen & Co. Wenn ich sehe, was da in "leistungsorientierten" Vereinen an Waldläufen etc. auf dem Programm steht... das fände ich höchstens dann sinnvoll, wenn man den 60-minütigen Lauf etwa so absolviert wie ein Spieler im Spiel (sprich: Antritt, Abbremsen, Antritt, Abbremsen, etwas gehen, etwas schneller, blitzartiger Antritt, Drehung, Haken schlagen, Antritt.. ihr wisst, was ich meine).


    Ich biete aber meinen Spielern auch regelmäßig Ausgleichssport in Form von Schwimmen, Laufen, Radfahren etc. an - wenn ich eh schon sonntags unterwegs bin, kann ich die, die Lust haben, auch mitnehmen und gleichzeitig zumindest deren allgemeine Sportlichkeit mitsteigern :)


    Deshalb bin ich von der Maßgabe "alles mit Ball" sehr angetan, hält sie doch hoffentlich solche Schinder-Trainer (oder die, die sich diese zum Vorbild nehmen) davon ab, die Spieler ne halbe Stunde Platzrunden laufen zu lassen. Gegen ein kurzes, womöglich zusätzliches Kraft-, Stabi- oder Ausdauertraining spricht meiner Meinung nach wenig - außer, dass die Kids heutzutage einfach weniger Zeit zu haben scheinen.

    Ich kannte Freeletics bis zu deinem Beitrag gar nicht und musste erstmal googlen. Nun hab ich zumindest mal die Übungen der ersten fünf Wochen betrachten können und sehe hierin überhaupt kein Problem, das auch mit ner U15 zu machen.


    Dass du schon selbst sagst, du willst für Kraft und Stabi nicht bis zur Hälfte deiner wertvollen Trainingszeit aufbringen, finde ich schon mal gut. Die Frage ist, ob der Effekt ein ähnlicher sein wird, wenn du statt 4 mal die Woche (bzw. in der 5. Woche täglich, wenn ich das recht sehe) ca. 30 Minuten nur 2 mal eine Viertelstunde machst - da bin ich etwas skeptisch. Aber die Übungen an sich find ich unbedenklich und meine eigene C-Jugend war immer sehr dabei, wenns darum ging, zu zeigen was man kraftmäßig so drauf hat.


    Mir haben die Übungen so gut gefallen, dass ich gerade auf folgenden Gedanken kam: In den kommenden Wochen (nach den Pfingstferien) das Ganze mal in meiner Mannschaft aufbringen (und auch an Spieler, die ich in der neuen Runde haben werde, weitergeben). Ich bin mir sicher, dass einige da sofort Feuer und Flamme wären. Mit denen das Ganze grundsätzlich durchgehen, üben dürfen und sollen sie zuhause und ich persönlich würde eher den Job des Fitnessbegleiters übernehmen, motivieren, nachhaken, Fragen beantworten, ruhig auch im Training darauf eingehen usw. Ich denke, das werd ich ausprobieren und mal sehen, ob meine Spieler dann fitter aus der (Mini-)Sommerpause kommen als im letzten Jahr.

    Ja, der Teamleiter ist die zweite Stufe und die Voraussetzung, um den Prüfungslehrgang zur C-Lizenz zu machen. Du machst zunächst einen Basis-Lehrgang (30 Lerneinheiten). Daran schließt sich der Teamleiter-Lehrgang (40 Lerneinheiten) an, bei dem es verschiedene Profile gibt (Kinder, Jugend, Erwachsene, Freizeit- und Breitensport), für dich wäre hier also das Profil Jugend geeignet.
    Mit dem bestandenen Teamleiter-Lehrgang kannst du dich, wenn ein paar Formalitäten (Erste-Hilfe-Kurs, Führungzeugnis usw) erledigt sind, zum Profil-Lehrgang anmelden und dort dann die Prüfung zur C-Lizenz ablegen.


    Wirklich brauchen im Sinne von vorweisen müssen den Schein nur wenige. Du kannst im gesamten breitensportorientierten Jugendbereich, im unteren Amateurbereich und bei der AH auch ohne Lizenz arbeiten. Nur wer leistungssportorientiert arbeitet, sollte die C-Lizenz vorweisen können und (falls man noch höherklassig arbeiten möchte) sich dann entsprechend weiterbilden und "höher" orientieren.

    Jugendabteilung


    bin ja ganz bei dir, Eltern (egal ob als Zuschauer, als Schiedsrichter oder sonstwas) haben sich (vor allem im Spiel, aber eigentlich grundsätzlich) nicht einzumischen. Wenn du das vorher so klar kommuniziert hast, dann ist die Konsequenz sicher die richtige und die Mutter wird (hoffentlich) daraus gelernt haben.
    Mir ging es nur darum, dass das Kind da wohl am wenigstens dafür kann. Ich hab schon ein paar Spieler erlebt, die dann wollten, dass ihre Eltern zumindest die Klappe halten während dem Spiel (selbst jubeln war verpönt) oder gar nicht erst kommen. Das wiederum finde ich schade, denn eigentlich freut sich die Mannschaft über jeden Zuschauer, aber die Motive sind natürlich nachvollziehbar. Manche Eltern lernen es scheinbar nicht oder jedenfalls schlecht, aber das Kind sollte nicht darunter leiden. Dass du in diesem Fall außer einer klaren Ansage keine weitere Möglichkeit hast, diesen Regeln Nachdruck zu verleihen, als den Spieler auszuwechseln, ist logisch und eben gleichzeitig schade.

    Ich wundere mich auch sehr. Bei uns gibt es natürlich auch Vereine, die extrem viele Jugendmannschaften haben, die haben aber zumindest zwei oder drei Plätze und sind allesamt im Begriff, ihre Sportanlagen zu erweitern.
    Mein eigener Verein kooperiert (wie an anderer Stelle mal erwähnt) mit drei anderen von der D- bis zur A-Jugend, so dass wir den Luxus haben, dass an jedem Ort außer den Aktiven noch genau eine Jugend sowie jeweils Bambini bis E-Jugend sich "in die Quere" kommen.
    Nächste Runde habe ich demnach drei Plätze zur Verfügung, die ich mir mit zwei Aktivenmannschaften und den Kids teile.


    guenter hat sicher Recht: Bei 23 Mannschaften und einem Sportplatz muss (!) eure Gemeinde reagieren. Ihr leistet da Arbeit für ein paar hundert Kinder dieser Gemeinde, also muss auch im Gegenzug was passieren.


    Ich glaube, die Entwicklung ist klar, allerorts wird vom demografischen Wandel, vom langsamen Wegsterben der Jugend usw gesprochen. Die Anzahl der Vereine wird nicht zwangsläufig zurückgehen, aber es wird sich alles allmählich konzentrieren. Dann gibt's entweder größere Vereine, die alles an sich ranziehen, was ringsrum ist oder aber ebensolche Kooperationen, bei denen sich Vereine zusammenschließen und gemeinsam etwas Ähnliches auf die Beine stellen. Wer hier noch zehn, fünfzehn Jahre wartet, verliert den Anschluss wohl endgültig.

    Das sind aber unterschiedliche Dinge, marcel.


    Der Anfangspost und der Titel lautete: Sprintübungen. Da geht es also um Schnelligkeit im Sinne von Lauftempo. Dieses (isoliert) zu trainieren, macht meiner Meinung nach in der E wenig Sinn.
    Wenn das Ganze aber eingebettet ist in spielnahe Formen oder in Übungen, bei denen Schnelligkeit in Verbindung mit technischen Fertigkeiten trainiert wird (eben z.B. der angesprochene Sprint zum Ball, Mitnahme, Torschuss; oder: Dribbeln zu einem Hütchen, Ball liegen lassen, Sprint um ein anderes Hütchen zurück zum Ball, Torschuss), so lässt sich das auch bei den Kleineren schon prima üben.
    Ob das dann die großen Auswirkungen auf die Grundschnelligkeit hat, wage ich zu bezweifeln, eben weil die körperlichen Voraussetzungen für Kraftzuwachs noch nicht (in dem Ausmaß) gegeben sind. Es fördert aber neben der läuferischen Schnelligkeit auch andere unheimlich wichtige Eigenschaften: Antizipationsschnelligkeit (erkennen, wann was passiert/womit man rechnen muss), Entscheidungsschnelligkeit (wann ist es sinnvoll, den Gegner zu attackieren, wann verzögere ich lieber) usw usf.


    Wenn du nun aber schreibst:

    Aber im Spiel haben Sie dann ANgst und hauptsache der Ball muss schnell weg, ich will Ihn nicht haben.

    dann handelt es sich hierbei nicht um Schnelligkeit, sondern vielmehr darum, dass sie noch nicht das Selbstbewusstsein haben, den Ball zu halten bzw. ruhig raus zu spielen. Das hat aber weniger mit Schnelligkeit zu tun als damit, dass sie technisch besser werden müssen und sicherer darin, den Nebenmann zu finden und anzuspielen.

    Klar, dass die Eltern daraus lernen (sollten), steht für mich außer Frage. Und dass das eben auch über das Kind und die Tatsache, wie lange/ob/wann usw. das Kind spielt, auch. Nur ist es eben in meinen Augen der falsche Ansatz, das auf dem Rücken des Kindes und mit Einsatzzeiten im Spiel auszutragen.
    Etwas anderes ist es freilich, wenn ich vorher allen klar kommuniziert habe, dass nur spielt, wer pünktlich kommt. Wenn dann jemand zu spät kommt und nicht spielt, d'accord. Die Einwechslung des Juniors ist aber für mich das Signal, dass die Sache abgehakt ist. Das permanente Generve von Eltern von außen in der Folge dann wiederum mit Auswechslung zu bestrafen, ist mir fremd. Da gehört eben auch die klare Ansage dazu, dass das (vor allem nicht während des Spiels) diskutiert wird. Ich persönlich schau immer, dass ich während des Spiels möglichst weit weg von den Eltern stehe, nicht weil ich etwas zu verbergen hätte, aber weil mich das Gerede einfach ablenkt.