schwarz: Jeder spielt immer, zu gleichen Teilenn .
weiß: Erfolg muss berücksichtigt werden. Beispiel: Beim Turnier spielt im Halbfinale der stärkere Spieler durch, der schwächere bleibt draußen.
Gibt es "graue" Positionen dazwischen? Meiner Meinung nach nicht. Entweder verfolgt ein Trainer Philosophie schwarz oder weiß.
Wenn ich sowas lese, vergeht mir eigentlich die Lust, weiter mit zu diskutieren. Ich mach's dennoch:
Ein Trainer muss meiner Meinung nach seine Mannschaft individuell betreuen. Das setzt voraus, dass man weiß, welche Prinzipien man anwenden will. Da sind sich alle einig. Das setzt aber auch voraus, das man in allen Situationen blind an den Prinzipien festhält, sondern auch mal (bewusst und begründet und begrenzt!) davon abweicht. Das ist im Einzelfall schwieriger als einfach stur nach Schema F vorzugehen, aber das macht den Trainerjob ja auch reizvoll. Vorne hatte ich beschrieben, wie und warum ich zuletzt von dem Äquivalenzprinzip abgewichen bin. Erwartungsgemäß gab es dafür Widerspruch hier im trainertalk, aber nach wie vor bin ich davon überzeugt, dass das in unserer Situation richtig war, denn die Mannschaft war wegen der andauernden Niederlagen sehr niedergeschlagen. Und die Ungleichverteilung der Einsatzzeit habe ich ja in den anderen Spielen wieder kompensiert.
Um es nochmal zu betonen: Es geht nicht um den Erfolg des Trainers. Seid versichert, mir ist es vollkommen Latte, wenn die Jungs verlieren. Ich habe sogar das 0:17 unlängst überwunden
. Auch das wird hier im Thread immer gerne unterstellt, ohne dass ich glaube, dass das eine große Rolle spielt.
Aber ich gebe zu, dass mich der andauernde Gegenwind hier dazu bringt, mein Handeln noch kritischer als bisher zu hinterfragen.
Grade heute habe ich übrigens in der Bahn den Vater eines der Jungs getroffen, den ich in diesem einen Halbfinale nicht eingewechselt habe. Ohne dass ich ihn gefragt habe, hat er mir erzählt, dass sein Filius die Medaille für den 2ten Platz stolz wie Harry mit in die Schule genommen hat, um sie seinen Kumpels zu zeigen. An eine langwieriges Trauma kann ich da nicht recht glauben.
Graue Grüße
Oliver