Beiträge von Don Quijote

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    Das mit den Turnieren ohne Wertung ist eine witzige Idee, gesehen habe ich in 3 Jahren so einen Turniermodus hier in Mittelhessen kein einziges Mal. Wobei das doch Symptombekämpfung ist: Nicht die Wertung ist das Problem, sondern der Umgang mit derselben. Meiner Meinung nach gehört eine Wertung zum Sport. Warum rät der DFB im KiFu möglichst jede Übung in der F als kleinen Wettbewerb zu organisieren?


    Entscheidend ist aber, dass man den Jungs+Mädels vermittelt, dass die Wertung im Grunde unwichtig ist. Man muss lernen zu siegen, ohne arrogant zu werden und man muss lernen zu verlieren, ohne sich tagelang zu grämen. Man muss auch lernen anzuerkennen, wenn ein anderer objektiv besser ist. Und man muss lernen, dass man mit Anstrengung manchmal weiter kommt als ohne. DAS den Kinden beizubringen, finde ich wichtig.


    Grüße :)
    Oliver


    PS: Ich trainiere in einem Dorfverein, je eine Jugend von G bis B, derzeit keine A, 1. und 2 Herren + SoMa. Keiner der Trainer kriegt Geld (oder ich weiß zumindest nix davon). Wir haben genau einen Rasenplatz (der oft gesperrt ist) und sonst nix. Es gibt kein Jugendkonzept, sondern der JL ist froh, wenn er überhaupt ausreichend Trainer findet.

    schwarz: Jeder spielt immer, zu gleichen Teilenn .
    weiß: Erfolg muss berücksichtigt werden. Beispiel: Beim Turnier spielt im Halbfinale der stärkere Spieler durch, der schwächere bleibt draußen.


    Gibt es "graue" Positionen dazwischen? Meiner Meinung nach nicht. Entweder verfolgt ein Trainer Philosophie schwarz oder weiß.

    Wenn ich sowas lese, vergeht mir eigentlich die Lust, weiter mit zu diskutieren. Ich mach's dennoch:


    Ein Trainer muss meiner Meinung nach seine Mannschaft individuell betreuen. Das setzt voraus, dass man weiß, welche Prinzipien man anwenden will. Da sind sich alle einig. Das setzt aber auch voraus, das man in allen Situationen blind an den Prinzipien festhält, sondern auch mal (bewusst und begründet und begrenzt!) davon abweicht. Das ist im Einzelfall schwieriger als einfach stur nach Schema F vorzugehen, aber das macht den Trainerjob ja auch reizvoll. Vorne hatte ich beschrieben, wie und warum ich zuletzt von dem Äquivalenzprinzip abgewichen bin. Erwartungsgemäß gab es dafür Widerspruch hier im trainertalk, aber nach wie vor bin ich davon überzeugt, dass das in unserer Situation richtig war, denn die Mannschaft war wegen der andauernden Niederlagen sehr niedergeschlagen. Und die Ungleichverteilung der Einsatzzeit habe ich ja in den anderen Spielen wieder kompensiert.


    Um es nochmal zu betonen: Es geht nicht um den Erfolg des Trainers. Seid versichert, mir ist es vollkommen Latte, wenn die Jungs verlieren. Ich habe sogar das 0:17 unlängst überwunden ;) . Auch das wird hier im Thread immer gerne unterstellt, ohne dass ich glaube, dass das eine große Rolle spielt.


    Aber ich gebe zu, dass mich der andauernde Gegenwind hier dazu bringt, mein Handeln noch kritischer als bisher zu hinterfragen.


    Grade heute habe ich übrigens in der Bahn den Vater eines der Jungs getroffen, den ich in diesem einen Halbfinale nicht eingewechselt habe. Ohne dass ich ihn gefragt habe, hat er mir erzählt, dass sein Filius die Medaille für den 2ten Platz stolz wie Harry mit in die Schule genommen hat, um sie seinen Kumpels zu zeigen. An eine langwieriges Trauma kann ich da nicht recht glauben.


    Graue Grüße :)
    Oliver

    Mit meiner F haben wir unlängst mehr oder weniger glücklich das Halbfinale eines Turniers erreicht. In den Gruppenspielen haben alle gespielt (so wie in allen regulären Spielen der Hallenrunde vorher). Im Halbfinale habe ich dann bewusst ein möglichst gutes Team aufgeboten. 2 Spieler habe ich im Halbfinale gar nicht eingesetzt, ihnen aber auch erklärt, warum. Das Halbfinale haben wir 3:1 gewonnen, alle haben sich gefreut wie die Schneekönige (auch die Bankdrücker!). Im Finale waren wir chancenlos, das wusste ich vorher, da wir das Gruppenspiel schon hoch verloren hatten. Da habe ich dann wieder rotiert. Stinkig war darüber nur mein bester Spieler, der nicht wahrhaben wollte, dass wir das Finale nicht gewinnen können.


    Die Bewertung, ob ich damit jetzt ein "erfolgsorientierter Kindertrainer" bin oder nicht, überlasse ich Euch. Ich würde es wieder so machen und hatte auch das Gefühl, dass da alle so mitziehen.


    Grüße :)
    Oliver

    Wichtig dabei ist, dass es in meinen Augen nur Sinn macht, wenn nahezu alle Spieler auch vertreten sind und alle den gleichen Zugriff auf die Infos haben.

    Das ist in meinen Augen der springende Punkt. Wenn man sich nicht drauf verlassen kann, das alle die Infos so auch mitkriegen, bringt es wenig bis nix.


    Grüße
    Oliver

    Medaille ist gut, ein Pokal kommt zumindest bei meinem F-Team aber noch deutlich besser an. Auch gerne nicht nur für den Sieger, sondern z.B. für die ersten 3, so streng sind wir da nicht :) . Der wird dann wöchentlich im Training mitgebracht und dem nächsten übergeben.
    +
    Einzelwertung "Bester Spieler" habe ich bei einem G-Jugend Turnier erst einmal erlebt, das fand ich ziemlich seltsam. Ball als Siegprämie ist zwar naheliegend, aber ehrlich gesagt bringt das den Spielern nicht so arg viel. Dann lieber die erwähnte Süßigkeitentüte (habe ich aber noch nie gesehen).
    +
    Grüße
    Oliver

    Liebe Trainerkollegen, diejenigen von euch, die beim Training eine schwere, schnellere etc. Situation im Training einüben lassen als die normale Spielsituation,


    wie genau macht ihr das beim Kinderfußball außer durch ein kleineres Spielfeld?

    Interessante Diskussion zurzeit, aber ich versuche dennoch mal direkt auf die Ausgangsfrage zu antworten:
    a) Unterzahlspiel (der Klassiker, oder?)
    b) Nahezu jede Übung als Wettspiel. Der Anreiz, schneller zu sein als die Nachbargruppe reicht bei vielen schon, damit sie Vollgas geben. Allerdings habe ich ein paar Kandidaten, denen das komplett am A... vorbei geht. Da funktioniert das nicht.
    c) Sonderregeln (Torschuss nur in bestimmten Zonen, kleine Tore, Tore nur mit schwachem Fuss...)
    d) Mit meiner F versuche ich zudem, einige Übungen jeweils so schwer (technisch oder intelektuell) zu machen, dass sie es gerade noch so hinbringen, wenn sie sich anstrengen. Ok, das ist jeweils auch individuell unterschiedlich.


    Über weitere Ideen würde ich mich freuen.


    Grüße :)
    Oliver

    Kein offizieller Spiel- oder Trainingsbetrieb, aber vielleicht zählt das auch: Beim Kicken auf dem Parkplatz hinter dem Haus mit meinem damals 4-jährigen wollte ich den elegant überlupfen. Leider ist mir die Kugel abgerutscht, so dass ich den Kleinen dabei am Kinn traf und so umgeworfen habe. Die Gesichter der Passanten, die gerade ihre Hunde vorbei führten, waren unbeschreiblich.


    Mein Sohn hat's zum Glück ohne bleibende Schäden überlebt :) .


    Grüße
    Oliver

    Aus meiner Sicht gibt es hier kein Patentrezept. Der Idealfall ist sicher das konsequente Wechseln. Dass das weniger Erfolge bringt als das leistungsbezogene Wechseln, ist klar. Allerdings benötigt jedes Team auch mal ein Erfolgserlebnis. Daher würde ich versuchen, mal bei einem Turnier eine "Best-of" aufzustellen - damit auch die Besseren sich mal austoben können. Mit einem Pokal im Schrank werde sie die nächsten Spiele (in denen wieder gemixt wird) besser überstehen.


    Grüße :)
    Oliver

    Ich bin da unsicher. Aktuell versuche ich meinen Leuten beizubringen, den Ball entweder ins Seitenaus oder nach vorne zu spielen. Einige in meiner F-Mannschaft dribbeln als letzter Mann in bedrängter Situation gerne - und verlieren dann den Ball. Das ist schlecht. Ich habe aber auch einen Kandidaten, der haut den Ball sehr oft ins Aus, auch wenn er eigentlich Zeit hätte, in Ruhe aufzubauen. Das bringt mich erst recht zur Verzweiflung.


    Grüße :)
    Oliver

    4 Teams mit insges. 34 Spielern finde ich etwas knapp, ich würde eher nur 3 Teams anpeilen. Abwesenheiten wegen Kindergeburtstag, Besuch bei der Oma usw. sind in der F-Jugend doch noch recht häufig.


    Bei uns im Verein scheitert sowas aber a) an der Verfügbarkeit der Trainer (ok, das ist evtl. lösbar) und b) an fehlenden Trainingsmöglichkeiten (Rasenplatz ist zu F-Jugend-tauglichen Zeiten überbucht, im Winter fehlen Hallenzeiten). Meinen Glückwunsch, wenn das bei Euch kein Problem ist.


    Grüße :)
    Oliver

    Respekt, alle kennen die Situation nur als Überlegene! Mit meinem Team kann ich auch etwas zur anderen Perspektive beitragen ;(:


    Unlängst haben wir ein Spiel 2-stellig verloren. Das erste Gegentor fiel nach weniger als 10 Sekunden, die sind vom Anstoß direkt durch unsere Abwehr durchmarschiert, ohne dass einer meiner Spieler den Ball berührt hätte. Das Spiel war für meine Spieler sicher kein Genuss, aber der Gegner hat sich einwandfrei verhalten: Ganz normal weiter gespielt, evtl. etwas mehr oder anders gewechselt als bei einem knapperen Ergebnis. Also alles ok, das Spiel wird halt abgehakt.


    Letzte Saison (da war ich noch nicht Trainer) gabe es eine ähnliche Niederlage. Da haben die Eltern der Gegner Fan-Gesänge angestimmt ("Einer geht noch..:"), das hat unsere Jungs ziemlich fertig gemacht. Da hätte ich erwartet, dass der gegnerische Trainer mäßigend auf seinen Anhang einwirkt.


    Jetzt hoffe ich nur, dass mein Wundertraining zukünftig solche Situation von vorneherein vermeidet ;) .


    Grüße
    Oliver

    Mein kommender Weltstar hier zu Hause ist erst 7, aber das Thema interessiert mich dennoch. Ich denke, die Entscheidung Heimatclub oder "besserer" Verein (muss ja nicht BuLi sein), ist eine Einzelfallentscheidung. Wenn das Kind Lust drauf hat (ganz wichtig!) und wenn die Randbedingungen (Fahrtweg usw.) ok sind, würde ich das unterstützen. Natürlich darf man nicht erwarten, dass da quasi-automatisch die Profikarriere folgt. Aber eine bessere Förderung kann ja nicht schaden, zumal wenn der Kleine am liebsten rund um die Uhr Fussball spielen will. Nicht überall ist das Umfeld im Heimatverein optimal (aus eigener Erfahrung: Platz oft über Wochen gesperrt, Trainer ohne Ausbildung [bin ich ja selbst], im Winter 45min Hallentraining pro Woche usw.). Scheitern kann man immer, man kann auch in der Schule sitzen bleiben, und mancher überlebt selbst das.


    Grüße :)
    Oliver

    Hallo zusammen,


    ich bin neu hier und wollte mich daher kurz vorstellen. Ich bin 44 Jahre und wohne in Mittelhessen. Seit einem halben Jahr trainiere ich eine (mal mehr- mal weniger motivierte :whistling: ) F-Jugend, sowie aushilfsweise G- und E-Jugend. Zu dem Job bin ich gekommen, weil mein Kleiner in der Mannschaft spielt und ich derjenige war, der sich nach dem Weggange des alten Trainers am langsamsten weggeduckt hat. Fussballerische Vorbildung habe ich nicht wirklich, allerdings habe ich selbst Leistungssport betrieben (Volleyball, 10 jahre 2 BL). Vom Forum hier erhoffe ich mir a) Anregungen zur Trainigsgestaltung und b) Hilfe bei konkret aufretenden Problemen.


    Viele Grüße
    Oliver