Beiträge von Don Quijote

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    In der Jugendordnung steht in §9

    Zitat

    Als höhere Mannschaft gilt die A I gegenüber der A II, B I gegenüber B II usw.


    Das bedeutet, dass C1-Spieler nicht pausieren müssen, wenn sie in der B ausgeholfen haben. Die Festspielregeln gelten nur innerhalb der Altersklasse.


    Grüße

    Oliver

    In dieser Meisterrunde (sinnvoller Vorschlag von SE) wäre Stand heute in der A Jugend Junioren Bundesliga Bayern München nicht dabei. Das Problem sind glaube ich nicht die kleineren Vereine, die es mal schaffen, in den Junioren Regional- oder Bundesligen mitzumischen und vielleicht nicht das absolut hohe Niveau haben, sondern die ach so tollen Buli Vereine mit ihren ach so tollen NLZ, die es eben nicht schaffen ausreichend Spieler auf Herren Buli Niveau herauszubringen. Die Gründe dürften vielfältig sein, es aber dominierend darauf zurückzuführen, dass sie nicht genug Spiele auf höchsten Niveau hätten, halte ich für nicht zutreffend.

    Und in der Tat, wenn diese tollen Buli Nachwuchsteams sich vom Rest der Republik abkoppeln, dann können Sie den übrigen Vereinen noch weniger Spieler abfischen, weil die eben das Niveau dann nicht mehr haben werden. Dann werden sie sich noch mehr im Ausland bedienen müssen.

    Letztlich werden sie sich damit selbst schaden.

    Das kann man so nicht stehen lassen. Schau dir mal an, wieviele U19 Spieler der FCB schon in der "U23" einsetzt (statt mit denen die U19-BuLi gewinnen zu wollen). Der FCB bringt zwar wenige Spieler in die eigene Erste Mannschaft (weil deren Niveau einfach brutal hoch ist), aber dafür werden sehr viele Spieler für andere Vereine ausgebildet.

    Es geht hier um die U19 in einem NLZ? Im NLZ meines Sohnes läuft es so:

    • Training ist ohnehin schon 6-9-mal die Woche (4-5x Mannschaftstraining, 1-2x Individualtraining vormittags, dazu noch 1-3x Krafttraining). Aus meiner Sicht geht es da nicht unbedingt drum, noch zusätzliche Trainingszeit zu finden. Eher finde ich das schon zuviel...
    • Die Auswechselspieler machen sich vor der Partie und in der Halbzeit mit warm (klar, kein intensives Training, mehr so ein bisschen Ballgewöhnung, ein paar Sprints). Spieler, die nicht eingewechselt wurden oder die nur kurz gespielt haben, müssen dann nach dem Spiel noch ~20 min Läufe absolvieren (mein Sohn hasst das :cursing:). Insgesamt kann man das also schon als Trainingseinheit durchgehen lassen.
    • Spieler, die nicht im Kader sind, kommen oft trotzdem zum Zuschauen. Aus meiner Sicht ist es auch wichtig für den Zusammenhalt der Mannschaft. Auch verletzte Spieler sind oft mit dabei. Erzwungen wird das aber nicht.
    • Und auch den Co-Trainer würde ich nicht vom Spiel abziehen und woanders ein Training leiten lassen. Denn auch die Co-Trainer sollten mitbekommen, wie das Team sich im Spiel schlägt. Und um zusätzliches Training geht es meines Erachtens auch nicht, siehe oben.

    Was ich aber unbedingt unterschreibe, ist der Wunsch, möglichst allen Spielern Spielpraxis zu geben. Also nicht immer die (vermeintlich oder tatsächlich) stärksten spielen zu lassen, sondern die Spielminuten einigermaßen gleich zu verteilen an alle, die der Verein in den Kader übernommen hat.

    Tobias.mllr OT: Ich werde offenbar alt. Mir bereitet es große Schwierigkeiten, einen Text ohne Satzzeichen und Groß-/Kleinschreibung zu lesen und zu verstehen. Wobei ich speziell die Übung mit den Stangen auf den Hüttchen interessant finde...


    Grüße

    Oliver

    Ende der Leistungssportkarriere mit knapp 26 mit bemerkenswerter Begründung:

    Zitat

    Ich habe das nicht mehr in mir. Den physischen Antrieb, dieses emotionale Verlangen und alles, was es braucht, um dich selbst der absoluten Spitze zu stellen. Ich bin verbraucht.

    Quelle und Auflösung

    Coach1976

    Nein, die ersten Überlegungen waren, sich einem anderen Regionalligisten anzuschließen und parallel zu studieren. Vermutlich hätte das auch geklappt, allerdings hätte unser Sohn sich dann sicher in diversen Probetrainings anbieten müssen und hätte dann den Studienort an der Wahl der Fußballvereins ausrichten müssen. Von der Vereinbarkeit der beiden Fulltime-Jobs mal ganz abgesehen, Du hast das ja schon beschrieben.

    Eine andere Idee war, sich ein oder zwei Jahre halt komplett auf den Fußball zu konzentrieren. Aber das hat er schnell verworfen, dazu schätzt er seine Chancen auf 1. oder 2. Liga zu gering ein, und eine Karriere in der 3. oder 4. Liga reicht nicht, um auch nach dem Fußball noch versorgt zu sein. Er will also in jedem Fall parallel studieren.

    Dann kam die Idee mit dem Studium in den USA, ich hatte ihm das mal vorgeschlagen und parallel wurde er auch von einer der Vermittlungsagenturen angesprochen, die suchen ja immer geeignete Kandidaten. Mein Sohn war erst reserviert, aber er hat dann mit einigen Leuten gesprochen, die das Studium in den USA gerade machen oder bereits hinter sich haben. Und die haben ihm ausnahmslos davon vorgeschwärmt ("beste Zeit, die ich je hatte", "super Entscheidung"). Irgendwann hat sich mein Sohn dann entschieden, den Schritt zu wagen, wenn eine Uni anfragt, die sportlich passt und auch akademisch einen guten Ruf hat. Das Hauptargument war für ihn, dass er sich damit eine sehr gute Ausgangsposition für's Berufsleben schafft.

    Wir Eltern haben ihn nur beraten/begleitet, entschieden hat er das alleine. Wir sind sehr stolz drauf, wie er seinen Weg geht.


    Grüße

    Oliver

    Wie im anderen Thread beschrieben wird mein Sohn ab dem Sommer ins College wechseln. Daher habe ich mich (notgedrungen ;)) ein bisschen mit dem College Soccer auseinander gesetzt und da gibt es einige interessante Aspekte.


    Es gibt ca. 1000 Colleges in den USA, die Soccer anbieten. Der College Sport wird durch die NCAA organisiert. Im Soccer gibt es 3 Divisions. Die stärkste Division ist die Division I mit rund 200 Teams. Die Division I wird dann durch etliche Conferences gebildet, das sind kleinere Ligen mit 10 bis 12 Teams. In den Conferences wird vom Spätsommer bis November eine sehr knackige Saison gespielt (meist 2 Spiele pro Woche). Die Sieger der Conferences kommen dann in die Playoffs, das sind KO-Spiele, um den Bundessieger zu ermitteln. Im kompletten Frühjahr sind dann lediglich Freundschaftsspiele. Es gibt aber Planungen, das umzustellen und die reguläre Saison von Spätsommer bis Mai auszudehnen. Die Spielstärke der Top-Teams der D1 ist vielleicht Regionalliga-Niveau. Man findet etliche Spiele auf Youtube, da kann sich jeder selbst ein Bild machen.


    Die Colleges betreiben einen enormen Aufwand für ihre Sportteams und damit auch für den Fussball. Man bekommt einen Eindruck, wenn man "college soccer facilities" in Youtube eingibt, das hat tlw. Profi-Niveau. Sport und Studium sind eng integriert. Ein typisches Bachelor Studium am College dauert 4 Jahre. Die Colleges bieten oft sehr viele Fachrichtungen an. Für's Studium braucht man natürlich Abi und auch einen erfolgreichen Sprachtest, der ist aber nicht allzu schwer. Und das spannende für junge Kicker: Sehr viele Colleges bieten Sportstipendien an. Durch das Stipendium werden die Aufwände für das Leben (Kost/Logis) und die Studiengebühren getragen. Gerade letztere können je nach College 20-80 Tsd. € pro Jahr ausmachen. Wobei die Stipendien nicht immer 100% abdecken, das richtet sich wohl auch nach der sportlichen Einschätzung.


    Für solche Stipendien muss man sich bewerben, das läuft meist über Agenturen. Im Fall meines Sohnes kostet uns das rund 2500€ (wird nur im Erfolgsfall fällig). Man muss dann ein Bewerbungsvideo erstellen mit guten Spielszenen. Auch davon findet man etliche bei Youtube (Suche nach "college soccer recruiting highlight video"). Die werden dann den Trainern zugesendet. Und wenn die Interesse haben, kommen einige Telefonate zw. Spieler und Trainer, bevor es dann ein konkretes Angebot seitens des College gibt. Bei meinem Sohn ging das ratzfatz, die Entscheidung ist schon nach dem Video gefallen (da hat sich unsere Arbeit über die Weihnachtspause gelohnt :)). Aber es kann auch sein, dass die Trainer sich persönlich ein Bild machen wollen, die kommen dann rüber nach D, um dann verschiedene Spieler im Training/Spiel anzusehen. Wie gesagt, die treiben da mächtig Aufwand. Und man muss auch kein Toptalent sein, um so ein (Teil-)Stipendium zu kriegen, ich weiß mittlerweile von einigen ehemaligen Spielern der A-Jugend Verbandsliga, die auch den Sprung geschafft haben. Dann halt nicht in die Division 1, sondern D2 oder D3.


    Der College Soccer hat einige interessante Besonderheiten, die ich teilweise auch gerne in Europa sehen würde:

    • Es läuft eine Spieluhr, so wie hier im Basketball oder Handball. Wenn die abgelaufen ist, ist Schluss. Der Schiri kann Timeout anzeigen, z.b. bei Verletzungsunterbrechung oder Spielerwechsel. Das Zeitschinden entfällt, das finde ich prima.
    • Steht es nach 90 min unentschieden, gibt es Verlängerung mit Golden Goal. Endet die Verlängerung ohne Tor, bleibt's beim Unentschieden, außer in KO-Spielen natürlich, da gibt's 11m-Schießen.
    • Man kann Spieler aus- und dann wieder einwechseln. Auch das finde ich sehr gut, bei allen Sportarten ist das gang und gäbe, nur der Fussball hinkt hier hinterher.
    • Es gibt pro Team zwei Captains. Warum ist mir unklar, aber ich verstehe ohnehin nicht, warum es nach der Seitenwahl noch einen Kapitän braucht.

    Mein größtes Problem ab Sommer: Wie schaffe ich es, mal ein Spiel meines Sohnes zu besuchen? :/


    Grüße

    Oliver

    Hier mal als kleiner Abschluss dieses Threads: Die Situation meines Sohnes im Verein ist unverändert. Er trainiert (nach eigener Einschätzung, aber auch nach Rückmeldung des Trainers) gut und bekommt in Testspielen Spielzeit. Aber in den Punktspielen wird er nicht mehr eingesetzt, da setzt der Verein jetzt auf andere Spieler. Wobei es gab eine Ausnahme: Die zweite Mannschaft hatte sehr viele Ausfälle wegen Cov19, daher hat er jetzt seinen ersten Einsatz in der Regionalliga bekommen (und hat das gut gemacht). Er hat sich jetzt entschieden, im Sommer mit einem Sportstipendium in die USA zu gehen. Zum Thema College Soccer mache ich nochmal einen neuen Thread auf. College Soccer


    Als Vater bin ich immer noch ein bisschen angefressen, weil ich die Entscheidung gegen meinen Sohn ungerecht finde. Womöglich hätte er bei einem anderen Trainer oder in einem anderen Verein bessere Chancen gehabt. Aber offenbar reicht es nicht für die Profi-Karriere. Ich habe meinen Sohn gefragt, ob er die Entscheidung bereut, ins Internat gegangen zu sein. Die Antwort kam wie aus der Pistole geschossen "Auf keinen Fall!". Er ist auch (trotz des sportlich unschönen Ausklangs) weiterhin zufrieden mit der Wahl genau dieses Clubs, weil ihm das Leben dort in der Stadt extrem gut gefällt. Ein Trauma hat er also nicht davon getragen, das ist schonmal gut ;)


    Grüße

    Oliver

    In der DFB Spielordnung ist das bereits geregelt

    Zitat

    § 12
    Spielerlaubnis in Zweiten Mannschaften von Lizenzvereinen
    1. In Vereinspokalspielen des Deutschen Fußball-Bundes auf DFB-Ebene (§ 46 Nr. 2.1) und in Meisterschaftsspielen in allen Amateurspielklassen dürfen in Zweiten Mannschaften von Lizenzvereinen nur Spieler (unabhängig von ihrem Spielerstatus) eingesetzt werden, die mit Beginn des Spieljahres am 1. 7. das 23. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sofern nachstehende Regelungen nichts anderes vorsehen.
    Darüber hinaus dürfen sich bis zu drei Spieler, die am 1.7. das 23. Lebensjahr bereits vollendet haben, gleichzeitig im Spiel befinden.
    In Pokalspielen auf Landesebene ist der Einsatz von Lizenzspielern nicht zulässig

    Die zweite Mannschaft muss also eine U23 sein.


    Die Aufnahme in die Hessenliga wird seitens der Eintracht beantragt, aber es gibt keinen Automatismus, dass der Antrag auch positiv beschieden wird. Aktuell werden offenbar die anderen Hessenligisten befragt. Die sind mehrheitlich aber für die Aufnahme der Eintracht, nicht zuletzt, weil sie sich für die Spiele zusätzliche Einnahmen versprechen. Aber die Entscheidung steht meines Wissens noch aus.


    Grüße

    Oliver

    Eintracht Frankfurt will seine 2. Mannschaft wieder für die Hessenliga melden (Quelle: kicker.de). 2014 abgemeldet und nun neu bewertet.

    Warum müssen die nicht wie jede andere Mannschaft auch ganz unten beginnen?

    Der HFV hat dazu extra seine Satzung geändert: die Zweitvertretungen von Lizenzmannschaften (also 1-3 Liga) können auf Antrag in die Hessenliga eingegliedert werden. Außer der Eintfacht kommt das auch noch für Darmstadt in Frage, die haben aktuell aber keine Ambitionen. Für Vereine, die sportlich den Aufstieg in die Hessenliga anpeilen, mag das unfair aussehen. Sportlich ist das aber absolut sinnvoll, zumal die Eintracht sicher eine konkurrenzfähige U21 zusammen bringt. Ein Platz in der Hessenliga wird passenderweise auch gerade frei, weil sich Dreieich zurück zieht. In deren Stadion wird dann vermutlich die U21 der Eintracht spielen, die Vereine haben ohnehin enge Verbindung.

    laut Quellen hat es wohl mal 1 Mio gekostet. 20 Spieler a 5000 EUR Brutto kommt je mal ne Million schnell zusammen. Ich denke es bewegt sich heutzutage eher im Bereich 2-3 Mio pro Saison. Der Spielbetrieb kostet ja auch noch etwas und der Trainerstab.
    Ich denke die Parkzeit ist nur 2 Jahre in einem U23 Team, dann rücken schon die nächsten aus der U19 nach. Dann beginnt für die Spieler die Leihzeit in 3 oder 4 Liga. Auch hier max. 2-3 Jahre. Hier werden es aber auch nur 30 % vom Kader schaffen unterzukommen.
    Wenn auch hier nur 1-2 Spieler das Zeug haben sich bei Eintracht in Kader zu spielen innerhalb eines Jahrgangs, hat es sich wohl schon gelohnt oder auch nicht. Was wird aus den restlichen 17-18 anderen Spielern? Viel Aufwand für den Verein, wenn er den immer auch erstklassig bleibt.

    Ich glaube, Deine Rechnung mit den 2-3 Mio. ist ziemlich realistisch. Der Eintracht geht es um Einsatzmöglichkeiten für die Spieler, denen perspektivisch der Sprung in die erste Mannschaft zugetraut wird, die aber noch nicht so weit sind. Gerade in den letzten Wochen sind ja zwei spanische Talente weggegangen, weil genau diese Möglichkeit gefehlt hat. Man kann die Toptalente dann ja auch schon in den Trainingsbetrieb der Profis eingliedern, sie bei Testspielen einsetzen und so sukzessive heran führen. So machen es die anderen Bundesligisten ja auch.


    Grüße

    Oliver

    Dass im Amateurfußball bis in untere Klassen Geld fließt, ist ja ein offenes Geheimnis. Die Doku hat aber Stärken und Schwächen:

    • Es dauert sehr lange, bis im Video zum ersten Mal konkrete Ergebnisse der Befragung genannt werden (in Minute 21). Das hat Straffungspotenzial.
    • Es wird ausdrücklich betont, dass die durchgeführte Befragung nicht repräsentativ ist. Trotzdem wird dann einfach hochgerechnet. Die Autoren lassen sich sogar von Statistikern bescheinigen, dass ihre Hochrechnung ok sei, unter der Annahme, dass die Grundgesamtheit der Stichprobe eben doch repräsentativ ist. Das ist schon hart an der bewussten Täuschung. Aber nur so kommt die Schlagzeile "Milliardenspiel" zustande. Kann stimmen, muss aber nicht.
    • Witzig finde ich den Unternehmer, der vollkommen ungeschminkt erklärt, wie das bei "seinen" Vereinen läuft (ab Minute 14, aber auch später nochmal ab Min 25).
    • Es werden nur sehr wenige Ergebnisse der Befragung dargestellt. Spannend wäre z.B. die Frage, wie viele Spieler angegeben haben, über 250€ zu bekommen, aber keinen Amateurvertrag zu haben. Denn die 250 sind ja offenbar die Grenze, auch steuerlich.

    Aus meiner Sicht ist man nach der Doku nicht viel schlauer als vorher, allerdings hat man einige Anekdoten erfahren.


    Grüße

    Oliver

    Beim Handball ist es auch so, wobei es da die 2min Zeit-Strafe gibt. Zeitstrafe beim Fußball fände ich auch sinnvoll, die gelbe Karte ist irgendwie zu wenig spürbar, aber die rote Karte ist für einige Vergehen zu scharf.


    Ein anderes Vergehen, das im Handball umgehend geahndet würde, ist das "unabsichtliche" Ballwegschleppen/-kicken bei jeder Spielunterbrechung.


    Grüße

    Oliver