Beiträge von Follkao

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung


    sind Trainer oder System entscheiden?

    Warum so eine entweder-oder-Frage?
    Die beiden Parameter schließen sich doch nicht aus. Sie bedingen einander.


    Selbstverständlich können einzelne Trainer regional Verbesserungen bewirken. Das große Ganze können sie aber nicht ändern.
    Natürlich kann auch "das System" von oben Veränderungen verordnen. Wenn das "Warum und wozu" unten nicht ankommt, wird das aber auch scheitern.


    Also: Für mich kein "Entweder-oder" sondern ein "sowohl-als-auch".

    So extrem wie Du, Tobias, habe ich es noch nicht erlebt. Aber ich habe speziell in F+G auch schon so einiges erlebt, dass mir die Galle hochkam.


    In der E-Jugend wird es bei uns deutlich ruhiger am Rand.


    Was wir gemeinsam haben? Wir sind im NFV, also in dem Verband, in dem man in F+G noch um Punkte und Meisterschaften kämpfen darf...

    Kicker, Du warst ja offensichtlich eine andere Art Trainer, als Du sie kritisierst. Glaub mir, Du bist nicht der Einzige.
    Wenn ich lese, was Du so in Eurem Verein (oder auch in den anderen Vereinen der Umgebung?) erlebst, frage ich mich wirklich, in welcher Urwaldregion Du lebst ;). Könnte Deine Wahrnehmung evtl. auch permanent im Negativ-Modus laufen...?


    Zu Kommentar #13: Bei uns im NFV wären sie festgespielt. Diese Regel gilt ohne Einschränkung in jeder Altersklasse. Aber wie will man sie kontrollieren, solange der Spielbericht analog ist...?

    Ich habe noch keine D-Jugend trainiert und werde es auch in der nächsten Saison nicht tun. Insofern habe ich mir dazu keine tiefergehenden Gedanken gemacht, bin aber interessierter Beobachter nachdem ich regelmäßig Spieler in die D-Jugend ausleihe.


    Grundssätzlich sehe ich das wie Günther. Man sollte die Grundformation (ein System ist für mich deutlich mehr) nicht zu sehr in den Vordergrund stellen.


    Bei den Überlegungen zur Grundformation sollte man m.E. aber in Betracht ziehen, wo man eigentlich hin will. Vorläufiges Ziel ist ja in der C-Jugend der 11er Fußball. Soweit ich weiß werden die 4-4-2-Varianten und das 4-3-3 in Bezug auf die Ausbildung favorisiert. Also sollte man doch in der D-Jugend eine Formation wählen, die darauf vorbereitet. Unsere D-Jugend spielt 2-4-2. Ich habe mal gehört, dass das auch die Vorgabe für die Stützpunkte ist, da so das 4-4-2 vorbereitet wird. Wir spielen in der E-Jugend 2-4-1 und bereiten damit die D-Formation vor. Unsere ausgeliehenen Spieler haben sich in der D-Formation immer sofort wiedergefunden.


    Also meine Meinung: Die Grundformation nicht überbewerten aber immer im Blick haben, was danach kommt.

    Bei den längeren Plätzen muss der Ball erst irgendwie im Mittelfeld unter Kontrolle sein, bevor ein langer Ball erfolgreich sein kann. So müssen sie wenigstens ein bißchen hinten rausspielen. Wenn man diese Distanz auch schon lang rauspölt, ist es eine 50:50-Chance, ob der Ball ankommt oder direkt wieder zurückkommt.

    Ja, wo fängt Taktik eigentlich an...?

    Gruppen- und mannschaftstaktische Erwägungen haben in der E-Jugend noch nichts zu suchen. So ist es zumindest der allgemeine Tenor, dem ich mich grundsätzlich anschließe.


    ...


    Wir haben von Beginn der Saison an versucht den Ball nach eigenem Abstoß über die Außenverteidiger nach vorne zu tragen, möglichst ohne lang und weit nach vorne zu bolzen.

    Ist denn Euer Versuch, den Ball möglichst über die Außenverteidiger nach vorne zu bringen, nicht auch schon eine taktische Maßnahme? Insofern ist die Trennung immer schwer.
    Ich bin mir aber gar nicht sicher, ob das "hoch-und-weit" immer so gewollt ist.
    Unsere letzten beiden Gegner haben auch so ähnlich gespielt. Bei dem einen wirkte das durchaus gewollt. Bei dem anderen wirkte das eher aus der Not geboren, weil wir ihn so hinten reingedrängt haben.


    Diese Spielweise kann übrigens auch ein Ergebnis der kleinen Spielfelder sein. Bei uns spielt die E-Jugend 7+1 auf Halbfeld. Einen Ball von Tor zu Tor bekommt da kaum ein 10-Jähriger hin.


    wie naiv muss man eigendlich sein, zu glauben dass mit einer neuen Ligabzeichnung und einigen freiweilligen Änderungen Problem aus der Welt geschaffen werden können?

    In Bezug auf die FPL sprichst Du immer von Freiwilligkeit.


    Ich hatte es bislang immer so verstanden, dass einige Kreise in einem Pilotbetrieb Vereine freiwillig in der FPL spielen lassen. Kreise, in denen die FPL bereits im Standard-Betrieb ist, lassen den Vereinen keine Wahlmöglichkeit mehr. Da ist die FPL dann die einzige Variante. Habe ich da etwas falsch verstanden?


    Ansonsten bin ich da vollkommen bei Dir. Wenn man das freiwillig macht, machen nur diejenigen mit, bei denen es ohnehin keine Probleme gibt.

    Man kann auch durch die Vorgabe der Antwortmöglichkeiten das Ergebnis bei solchen Umfragen steuern. Deswegen sollte man das nicht so ernst nehmen...


    Meine Kids werden besser. Zum Teil wegen meines Trainings, zum Teil auf dem Bolzplatz, zum Teil beim Auswahltraining, zum Teil in den Spielen, zum Teil weil sie Talent haben, zum Teil mit Papa im Garten, zum Teil weil sie die Sportschau gucken, zum Teil weil sie älter werden und so weiter und so fort...


    Die Gründe sind also vielfältig. Wie hoch der Anteil des "Besser-werdens" durch das Vereinstraining ist, kann doch keiner wirklich sagen.


    In manchen Bereichen werden manche auch nicht besser. Die Gründe dafür sind genauso vielfältig, wie die Gründe für´s Besserwerden.


    Grundsätzlich bin ich deiner Meinung. Ich sehe aber durchaus die Gefahr, dass die siegesgeilen Trainer mit einem 40er-F-Kader (über beide Jahrgänge) die zwanzig besten Spieler mit nehmen, und davon fünfzehn einsetzen. Fünf spielen dann gar nicht, vierzehn bekommen von den 40 Minuten Spieldauer im rechnerischen Mittel jeweils 17 Minuten ab. Richtig siegesgeile Trainer werden dazu noch die zwei, drei stärksten Spieler durchspielen lassen, dann bleiben für die anderen (sagen wir mal) zwölf nur noch 20 Minuten im Schnitt übrig. Daher wäre mir der Appell an die Trainer, auf ausgewogene Spielzeiten zu achten, sehr wichtig, wenn man die Begrenzung komplett fallen ließe. Eine Alternative läge auch darin, dass man pro Spieler einen gewissen Anteil an der Spielzeit als Minimum ansetzt und so auf die Maximalzahl an Spielern kommt. Also bspw. als wünschenswerte Mindesteinsatzzeit ein Drittel der Spieldauer, wodurch man drei mal so viele Spieler mit nehmen kann, wie gleichzeitig auf dem Feld stehen.

    Bei uns gibt es im unteren Bereich (G-E) keine Beschränkung. Aber das von Dir befürchtete Ergebnis, tritt trotzdem nicht ein. Manchmal sieht man Mannschaften, die in doppelter Stärke kommen und dann im Block wechseln. Auch das ist bei Spielerzahlen, die für die Meldung einer weiteren Mannschaft noch nicht reichen, eine ordentliche Lösung.


    Dass man hier keine Regelung hat, ist für mich in diesem Punkt die beste Regelung.


    Es gibt keine kontrollierbare Regel, mit der der Verband dafür sorgen kann, dass alle zu ihren Spielzeiten kommen. Sonst müsste ja jemand, die Spielberichte mit den ausgegebenen Pässen matchen. Für kranke Spieler müsste man ein Attest beim Staffelleiter vorlegen. Bei Oma´s Geburtstag, muss Oma ihre Geburtsurkunde beim Verband vorlegen und für den Wochenendurlaub muss die Rechnung eingereicht werden.
    Es ist schon kaum kontrollierbar, ob die, die auf dem Spielbericht stehen, ausreichend gespielt haben. Bei denen, die gar nicht im Kader waren, ist es sogar unmöglich.

    Ich habe eine ähnliche Erfahrung gemacht und mache sie weiterhin.


    Ich möchte hier jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen, deswegen nur in groben Zügen: Es handelte sich um ein Duo, das beim Wechsel F zur E meinen Kollegen und mich rauskicken wollte. Ab der E teilen wir leistungshomogen ein. In der F waren beide Mannschaften (F1 und F2) komplett mit dem älteren Jahrgang besetzt. Insofern sollte aus den Stärksten dieser beiden Mannschaften ergänzt um wenige E-Jungjahrgänge die neue E2 gebildet werden.
    Diese beiden, die verglichen mit uns ein höheres Standing im Verein haben, erzählten bereits überall rum, dass sie im nächsten Jahr die E2 machen. Nu sind das aber genau solche Charaktere wie Du, Schleifenbinder, sie uns oben auch beschrieben hast. Einerseits führte das dazu, dass Kinder mit dem Fußball aufhörten (zum Ende der Saison hatten sie noch einen Wechselspieler) und andererseits kamen Beschwerden anderer Vereine beim Jugendleiter und sogar beim Vereinspräsidium an.
    Wir (also mein Kollege und ich) haben uns da damals weitestgehend rausgehalten.
    Na ja - letzten Endes hieß die Lösung: Sie waren raus; wir blieben drin.


    Seitdem stänkern sie hintenrum. Sie erzählen jedem, der es nicht wissen will, wie schlecht unsere Mannschaft ist. Bei jedem Training haben wir Beobachter, die wild gestikulierend kommentieren, wenn ich ein Hütchen 50 cm zu weit nach rechts lege =)
    Ein dickes Fell hatte ich schon immer. Inzwischen ist der Pelz aber so dick, dass ich mich selbst kaum noch kratzen kann. :D


    Leider merkt man dem Sohn/Enkel auch an, unter welchem Druck er steht. :evil: Manchmal ist es etwas mühsam, gegen das anzureden, was ihm zu Hause eingeimpft wird ("Opa hat gesagt ich kann nur offensiv.").


    Meines Erachtens war ein ausschlaggebende Punkt für die Ablösung dieses Duos, die Tatsache, dass es Beschwerden anderer Vereine gab. (Zitat JL: "So lange ich hier JL bin, macht der keine Jugendmannschaft mehr.")


    Ich will Dir jetzt nicht raten, die Trainer Eurer Gegner zu bitten, sich über den Brüllaffen zu beschweren. Aber wenn sie es täten, könnte das auch die richtigen Hebel in Bewegung setzen...

    Den erstem Grund hat tobn schon genannt: Die Strafe hat mit dem "Vergehen" nichts oder zumindest nicht unmittelbar zu tun. Eine positive Wirkung auf die schulischen Leistungen ist daher unwahrscheinlich.

    Ja, so steht es in Erziehungsratgebern... Aber grau ist alle Theorie...
    Es geht dabei in der Regel nicht um eine Strafe. Es geht darum, dass er lernt, die Prioritäten richtig zu setzen.

    Grund 2 ist, dass die 180 min pro Woche normalerweise nicht die sind, die dem Jungen zum Lernen wirklich fehlen.

    Ja, das ist richtig. In diesen 180 Minuten Nichttraining lernt er nichts für die Schule. Er lernt aber evtl., dass er zu anderen Zeiten mehr tun muss, um in diesen 180 Minuten das tun zu können, was ihm Spaß macht.

    In meinem Team hatte ich 2 Spieler, deren Eltern sehr oft Fussballverbot verhängt haben, weil sie mit den schulischen Leistungen nicht zufrieden sind. Es fehlt natürlich die "Kontrollgruppe", aber beide sind dadurch keine engagierten Schüler geworden. Beide spielen mittlerweile leider nicht mehr, obwohl ich sicher bin, dass gerade der Fussball den beiden Erfolgserlebnisse vermittelt hat, die sich eher positiv auf ihre gesamte Persönlichkeit ausgewirkt haben.

    Wenn man etwas zu oft macht, verpufft die Wirkung in der Regel.
    Wenn man zu diesem Mittel greift, muss es die absolute Ausnahme sein.

    Stell Dir mal vor, Du hättest einen Sohn, der vollkommen fußballgeil ist. Für ihn gibt´s nur Fußball und Schule ist Nebensache. Und jetzt stell Dir mal vor, die schulischen Leistungen dieses Kindes sacken ab, und das nicht zuletzt, weil das Kind sich zu viel um Fußball und zu wenig um die Schule kümmert. Würdest Du diesem Kind eher eine Woche Fußballpause oder eine Woche Schulpause verordnen?


    Du musst diese Eltern verstehen. Fußball ist oft genug der einzige Punkt, an dem sie die Kinder packen können.


    Bzgl. Vorbereitungen auf Klassenarbeiten und Auswirkungen längerer Schulzeiten gehe ich zu 100% mit Andre konform.


    Eine wirkliche Reaktion ist von ihm nicht zu bekommen, weshalb ich derzeit
    denke das ich mich mit unserem Jugendleiter unterhalten sollte. Auch gedenke
    ich das Ende meiner Zusammenarbeit mit ihm zu verkünden.

    Das heißt, dass der Jugendleiter noch nichts von der Situation weiß? Es wird Zeit, dieses Gespräch zu führen. Das Verhalten ist bei Heimspielen ja sicherlich auch schon anderen im Verein aufgefallen.
    Ich habe einen ähnlichen Fall vor Augen, wo man seitens der Jugendleitung dann recht bald reagiert hat.

    Solche Momente gibt es immer wieder...:

    • Vor ein paar Jahren. Mannschaftsfahrt mit der F-Jugend und einigen Eltern zum Zelten auf einen Campingplatz. Während die Senioren sich um den Grill kümmern, ziehen sich die Kids auf das Beachsoccerfeld zurück. Nach einiger Zeit kommen sie mit hängenden Köpfen zurück.
      Trainer: "Was ist los?"
      Kids: "Wir haben verloren."
      Trainer: "Gegen wen denn?"
      Kids: "Die da hinten."
      Trainer: "Die sind doch viel größer. Wer sind die eigentlich?"
      Kids: "Ist ´ne D-Jugend"
      Trainer: "Mensch Jungs, Ihr seid ´ne F-Jugend. Da müsst Ihr doch nicht die Köppe hängen lassen, wenn Ihr gegen ´ne D-Jugend ´ne Klatsche kriegt. Wie habt Ihr denn eigentlich gespielt?"
      Kids: "8:6 verloren!"
      Trainerduo wie aus einem Mund: "Waaaaaaaaas? Ihr habt 6 Tore gegen ´ne D-Jugend geschossen?"


    • Nach dem Wechsel auf die weiterführenden Schulen, gehen unsere Jungs auf sieben unterschiedliche Schulen. Wenn ich meinen Sohn zu Geburtstagen bringe bzw. wenn mein Sohn seinen Geburtstag feiert, ist das meistens eine Mannschaftsfeier ergänzt um wenige Klassenkameraden. Mein Sohn ist nie mit einem seiner Mannschaftskameraden in eine Klasse gegangen. Aus der Mannschaft kommen aber seine besten Freunde.
      Im letzten Sommer ist ein Junge zu uns gewechselt. Nachdem er endlich spielberechtigt war, war er abwechselnd krank oder verletzt. Während der Zeit ist er trotzdem immer mitgefahren. Im März beim Heimhallenturnier vor goßer Kulisse schießt er dann endlich sein erstes Tor für den neuen Verein. Und dann auch noch einen Sonntagsschuss in den Knick. Bei der Besprechung in der Kabine sagten wir sinngemäß "Jungs, klasse-Spiel gemacht und Gustav hat sein 1. Tor für F.C. Musterstadt gemacht". In dem Moment stehen die Jungs unabgesprochen auf, klatschen Beifall und jeder Einzelne klatscht ihn ab. Der Junge hatte Pipi in den Augen...
      Solche Szenen, die Mannschaftsgeist und sich entwickelnde Sozialkompetenz zeigen, sind für mich immer eine große Belohnung.


    • Fußballturnier unter den Grundschulen. Ich war lediglich gekommen, um beim Aufbauen zu helfen. Einer meiner Spieler kommt mit offenen Schuhen aus der Kabine und läuft über das Feld. Seine Lehrerin kniet sich hin, um die Schuhe zuzumachen. Er sieht sie kurz an, läuft an ihr vorbei und kommt zu mir. Während die Lehrerin ihm mit offenen Mund nachschaut, sagt einer ihrer Kollegen zu ihr: "Du musst doch nicht meinen, dass er zu Dir kommt, wenn sein Trainer in der Nähe ist."


    • Und dann sind da natürlich die kleinen oder gar großen "sportlichen Erfolge". Nein, ich denke da nicht in erster Linie an Siege und Pokale. Ich denke eher daran, wenn eine Finte endlich klappt, wenn der schwache Fuß ein Tor schießt usw.
      Gespräch am letzten WE beim Auswärtsspiel:
      Spieler spielt etwas ungenauen Pass über ca. 20 m.
      Kommentar von mir: "Guter Pass, August."
      Hinter mir jemand: "Der war doch gar nicht gut."
      "Dafür, dass er mit links war, schon."
      "Ist der Rechtsfuß?"
      "Ja."
      "Bei uns in der 3. Herren ist keiner, der so einen Pass mit dem schwachen Fuß spielen könnte."
      Solche Gespräche tun gut.

    TRPietro


    Das eine schließt das andere nicht aus.
    Du beschreibst einen Extremzustand, den ich ebenso wie Du, als überholt ansehe.
    In dieser Diskussion werden unsere alten Bolzplatzzustände und der FPL-Gedanke durcheinandergeworfen. Und da merkt man auch, dass man die Forderung, den Straßenfußball in die Vereine zu holen, auf keinen Fall zu wörtlich nehmen darf.
    Niemand will laissez-faire und Zusammenleben ohne Regeln. Auf dem Platz müssen sie selbstverständlich die Fußballregeln einhalten. Dass man das ohne Schiri macht, sehe ich inzwischen aufgrund meiner Erfahrungen beim Sparkassencup auch kritisch.
    Und auch neben dem Platz braucht es Regeln, an die sich alle halten. Diese Regeln kann man vorgegeben oder (je nach Alter) ggf. unter Moderation des Trainers gemeinsam festlegen. Ich vermute, das gemeinsam festgelegte Regeln eine höhere Akzeptanz finden. Ich habe übrigens festgestellt, dass von den Kindern festgelegte Sanktionen deutlich schärfer sind, als ich sie verhängen würde.


    Dinge, die mir sehr wichtig sind, lege ich selbst fest. Z.B. legen wir Wert darauf, dass sich die Kinder selbst abmelden, wenn sie nicht zum Spiel oder Training kommen können. Dieser Anruf soll nicht von Mama kommen. Diese Regel wurde den Kindern als feststehend mitgeteilt und den Eltern wurden die Hintergründe erklärt.


    Die Beispiele der Bolzplatzregeln zeigen aber auch, dass Kinder in der Lage sind, funktionierende Regeln zu erstellen und auf die Einhaltung zu achten. Spannend finde ich auch, wie Regeln aus "meiner Zeit" im Laufe der letzten 30 Jahre weiterentwickelt wurden. Diese Regeln wurden von Bolzplatzgeneration zu Bolzplatzgeneration weitergegeben und angepasst.


    "Den Kindern das Fußballspiel zurückzugeben", muss also nicht heißen, den alten Vereinsfußball zu begraben. Das, was gut war, lässt man wie es war. Das, was man besser machen kann, macht man besser. Die Trainingsinhalte hat man in den letzten 30 Jahren doch auch verändert.
    Für mich ist das, was am Spielfeldrand passiert, verbesserungswürdig. Wenn man sieht, was da in der F- und G-Jugend, teilweise auch noch in der E-Jugend abgeht, dann sträuben sich mir manchmal die Nackenhaare.


    Edit: Upps - zu lange am Beitrag gesessen und TW-Ts Beitrag (speziell den letzten Absatz) erst später gelesen. Ja, so meine ich das auch. =)

    Meine Frage:

    • Wie handhabt ihr das, ist es sinnvoll einen Haupttrainer und weitere Co-Trainer zu haben? Sollte es diese Hierarchie geben oder sind gleichberechtigte Trainer sinnvoller.
    • Habt ihr einen (gemeinsamen) Trainingsplan für die nächsten vier Wochen?
    • Spielt im Grunde keine Rolle. Wichtig ist nur, dass Ihr Euch einig seid. Wenn es eine Hierachie gibt, muss sie von allen gewollt und akzeptiert sein. Gibt es gleichberechtigte Trainer, ist es ebenso. Ansonsten bekommt Ihr Probleme, wenn einer meint, er wäre der Chef.
      Ich bilde mit meinem Kollegen jetzt in der 4. Saison ein gleichberechtigtes Duo. Im Laufe der Zeit haben sich aber Zuständigkeiten herauskristallisiert. Z.B. kümmert sich im sportlichen Bereich mein Kollege tendentiell eher um die Übungsformen und ich eher um die Spielformen u.ä.
      Im organisatorischen Bereich (der wird von Trainerneulingen oft unterschätzt!) haben wir die Aufgabengebiete ebenfalls zugeordnet. Das ist aber im Laufe der Jahre so gewachsen.


    • Ja, den haben wir. In unseren ersten beiden Spielzeiten haben wir uns jeweils vor Saisonstart und zur Halbserie zusammengesetzt und die Themen des nächsten Halbjahres geplant und gemeinsam einen Übungspool dazu erstellt, aus dem wir uns dann im folgenden 1/2 Jahr bedienen konnten.
      Inzwischen sind wir aber so eingespielt, dass wir nur noch absprechen, wer welchen Bereich vorbereitet.

    @Kicker
    Ich sprach oben von den positiven Aspekten des Straßenfußballs, die wir in den Vereinsfußball übernehmen sollen.


    Exakt das, was Günther beschrieb, war nämlich auch Straßenfußball. Das wird gerne vergessen, wenn Fußballromantiker dem Straßenfußball nachtrauern. Auseinandersetzungen wurden durch den Stärkeren oder den Balleigentümer beendet. Die fairste Form war noch das, was im Mittelalter "Gottesurteil" hieß: Elfer entscheidet. Es wurde so lange Elfmeterschießen durchgeführt bis einer gewonnen hatte. Und der hatte dann Recht. Getreu dem alten Motto "Wer trifft, hat Recht."