Nein, wenn man alle zusammen schmeißt und dann einteilt, was durchaus besser sein kann als die Jahrgangseinteilung, dann muss es für die Einteilung nachvollziehbare und überprüfbare Kriterien geben, meinst du nicht?
Kann es diese Kriterien geben? In FIFA15 gibt es die schließlich auch... Wenn da ein Spieler 85 im Kopfball hat und der andere 75, weiß ich, wer in der Kategorie besser ist. Im realen Fußball sieht´s aber anders aus.
Würdest Du zu diesem Thema 10 Trainer befragen, bekämst Du vermutlich 11 Meinungen... Fußballerische Fähigkeiten sind einach nicht messbar.
Es ist da übrigens von Vorteil, wenn man bereits mehrere Jahre in derselben Altersgruppe tätig ist. Da steht der "Wunderspieler" eines eher schwachen Jahrgangs in einem ganz anderen Licht, wenn der Trainer schon andere (vielleicht sogar "echte") Talente in dieser Altersgrupe trainiert hat.
Mich würde mal interessieren, wie Ihr das so regelt. Deine Ansichten habe ich hier ja stets als überaus vernünftig (in meinen Augen) kennen gelernt.
Gerne.
Wir teilen ab der E-Jugend die Mannschaften möglichst leistungshomogen ein. Das beinhaltet selbstverständlich, dass die Jahrgänge gemischt werden. In der F-Jugend mischen wir nur bei zahlenmäßigen Konstellationen, die es halt erfordern (wie in diesem Beispiel).
Wie sieht jetzt so eine leistungshomogene Einteilung aus? Spätestens ab dem Frühjahr verschaffen sich die künftigen E-Trainer einen Überblick über die künftigen E-Jugendspieler. Das heißt ich schaue mir Spiele und Trainings an. Das muss man übrigens früh machen. Wenn man das im Mai macht, sagen die Eltern "Der sichtet." Im Oktober ist die neue Saison für die Eltern noch kein Thema. Bevor es in die Halle geht, habe ich aber alle Spieler des nächsten Jahres deshalb schon gesehen...
Was sind die Kriterien? Die liegen eng an den Alterszielen - also Technik und Koordination.
Es setzen sich dann im Mai/Juni die neuen und alten Trainer sowie die Jugendleitung zusammen.
Dann geht´s von oben runter: E1-Trainer teilt seine Einschätzungen mit und fragt die anderen nach ihrer Meinung. Ca. 80% sind ohnehin jedem klar. Über die anderen 20% kann man durchaus diskutieren und wenn da die bisherigen Trainer eine andere Meinung haben, kann sich der E1-Trainer dem auch anschließen. Hier fließen neben fußballerischen Fähugkeiten auch Dinge wie Zuverlässigkeit und Sozialverhalten ein, denn das sind Punkte, die ich von außen nicht beurteilen kann. Ganz wichtig ist es, dass es nicht das Ziel ist, eine möglichst starke E1 zu bilden, sondern den besten Fußballern eine Spiel- und Trainingsmöglichkeit auf ihrem passenden Niveau zu bieten.
In diesen Diskussionen ist es nach meiner Erfahrung zielführender, es nicht mit Vatertrainern zu tun zu haben. Manche Vatertrainer halten sich hier auch bewusst raus und lassen diesen Termin von ihrem Kollegen erledigen.
Wenn der E1-Kader steht, geht´s im selben System mit der E2 weiter.
Wichtige Grundregel: Keiner steigt ab. Wer als jüngerer Jahrgang in der E2 spielte, geht als älterer Jahrgang nicht in die E3.
Wichtig sind aber wohl die Rahmenbedingungen:
- Wir können unsere Mannschaften für die Herbstrunde in F und E in der 1. - 3. Kreisklasse melden. Nicht alle Vereine gehen mit dieser Möglichkeit verantwortlich um. Wenn wir eine -nach unserer Einschätzung- starke E2 oder F2 haben, melden wir sie in der 1. KK. Andere Vereine schmücken sich lieber mit dem "Titel" in der 2. KK...
- Die zweite wichtige Rahmenbedingung ist, dass wir im Kleinfeldbereich in aller Regel drei und mehr Manschaften melden können. Wir sind also nicht so ganz klein...