Diese Studie, die sich mit dem Straßenverkehr beschäftigt, 1:1 auf den Fußball zu übertragen, ist meines Erachtens nicht möglich.
Dennoch deckt sie sich in weiten Teilen mit den Erfahrungen, die ich im Kinderfußball gemacht habe.
Da sich die Konzentrationsfähigkeit der Kinder in der heutigen Zeit zunehmend verschlechtert (zu viel Fernsehen, zu viele Computer-Spiele, Reizüberflutung), lassen sich inzwischen auch noch ältere Kinder (8- bis 12jährige) zu leicht ablenken - und das verringert ihre Verkehrssicherheit.
Dass sich die Konzentratinsfähigkeit verschlechtert hat, zeigt ja, dass sie veränderbar ist.
Durch Training läßt sich die motorische Entwicklung im Grundschulalter etwas beschleunigen (BASNER und DE MAREES, 1993). Aus diesem Grund ist ein motorisches Radfahrtraining in der Schule sinnvoll.
Ganz wichtiger Punkt: Training kann die motorische Entwicklung beschleunigen. Ich würde es noch konkretisieren, indem ich es auf richtiges (im Sinne von altersgerecht/zielgerichtet etc.) beschränke.
Jedes Jahr kommen Kinder zu mir, die vorher von unterschiedlichen Trainern trainiert wurden. Und da kann man dann einen deutlichen Unterschied in Bezug auf die motorischen und koordinativen Fähigkeiten sehen. Die Art und Weise des Trainings muss da durchaus einen Einfluss haben...
Damit sich die Motorik im Kindesalter angemessen entwickeln kann, müssen sich die Kinder viel bewegen. Aus diesem Grund sind Kinder unruhiger als Erwachsene, sie haben einen stärkeren Bewegungsdrang .
Sicherlich wurde in Deinem Trainerlehrgang auch das Thema "Bewegungswelt heutiger Kinder" behandelt.
Da hat sich in den letzten Jahrzehnten einiges verändert. Wir haben in den 70ern zu Anfang der Ferien einen Bolzplatz auf einer Waldlichtung selbst gebaut und den Rest der Ferien darauf gekickt.
(Off topic: Ich erinnere mich gerade wie gelenkschonend dieser Waldboden war. Könnte sich so manch aktueller Kunstrasen ´ne Scheibe von abschneiden...)
Diese Bewegungserfahrungen haben Kinder heute nicht mehr. Wir können ihnen aber Bewegungserfahrungen vermitteln. Mir wäre auch lieber, sie würden sie im Wald sammeln. Tun sie aber nicht.
Ich denke heute ernsthaft darüber nach, dass es im Prinzip zu einem totalen Umdenken kommen müßte, so die Studie richtig ist und auf den Fußball bezogen werden kann.
Und das ist die Frage: Kann sie 1:1 und in allen Teilen auf den Fußball übertragen werden?
dass so frühestens ab der D, spätestens ab der C plötzlich -mehr oder minder selbständig anfangen, ein Passspiel aufzuziehen. Je nach technischen Möglichkeiten
Je nach technischen Möglichkeiten sagst Du... Wann würdest Du die technischen Grundlagen legen, wenn Du erst in der D anfängst...?
Da sieht man dann auf den Plätzen Passtraining (ein Ball rollt, ein Auto fährt..wo ist da der Unterschied?)
Der Unterschied liegt in der Entfernung zum Objekt und in der Geschwindigkeit des Objektes.
Und das ist für mich der Grund, warum man diese Studie nicht 1:1 auf den Fußball übertragen darf.
Im Straßenverkehr geht es um Entfernungen vom Nahbereich bis zu mehreren hundert Metern. Im Kinderfußball ist der Platz 30-50m lang. Wenn es um einen Pass geht, ist die Entfernung eher unter 10m.
Im Straßenverkehr geht es um Geschwindigkeiten von Schrittgeschwindigkeit (eher selten) bis zu 50 km/h in Ortschaften; leider auch oft bis 80 km/h und mehr.
Im Kinderfußball geht es um Geschwindigkeiten im Schritttempo. Ein Pass mag manchmal auch 15-20 km/h haben.
....ein Ball rollt quer heran...schnell heran....ein Kind erkennt die Geschwindigkeit nicht...und kommt zu spät, schafft ihn nicht an.- und mitzunehmen...biegt im 90ig Grad - Winkel ab und läuft zum totalen Unverständnis zuschauender Erwachsener hinterher.
Das ist ein gutes Beispiel für eine Fähigkeit, bei deren Erlangung sie durch Bewegungserfahrungen unterstützt werden.