Beiträge von Ranwie

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    Die Idee mit den Blöcken gefällt mir, bin mir aber nicht sicher, das das die Eltern auch gut finden.

    Hey, Du bist der Chef, die Eltern haben (normalerweise) keine Ahnung von Kinderfußball. Du bist nicht da, um Dinge zu tun, die den Eltern gefallen, sondern um dafür zu sorgen, dass die Kinder Spaß haben und etwas lernen. Grundsätzlich bist Du derjenige, der den Weg vorgibt. Du solltest den Eltern erläutern, warum Du was machst, aber sie nicht immer fragen, ob sie es gut finden. Sie können gar nicht beurteilen, was gut ist, weil ihnen das Hintergrundwissen fehlt. Es sollte klar sein, dass gemacht wird, was Du für richtig hältst. Wir haben vor der Saison auch solche Gespräche geführt. Ich habe mich immer hingestellt und gesagt "so wird es jetzt gemacht, weil das aus dem und dem Grund gut für die Kinder ist". Die meisten Eltern akzeptieren das von vorne herein, den ein oder anderen wirst Du mit Argumenten überzeugen können, einzelne werden vielleicht anderer Meinung sein. Sollen sie, gemacht wird es aber trotzdem. Ich bin übrigens ein großer Freund der Rotation von 3er-Ketten. Bei uns klappt das super. Die Kinder finden das toll und lernen eine Menge dabei. Außerdem hast Du viel weniger Stress beim Wechseln und alle Kinder erhalten so fast automatisch die gleiche Spielzeit.


    Ich habe mal einen ziemlich umfassenden "Leitfaden für Eltern" zusammen geschrieben, in dem erläutert wird, warauf es im KiFu ankommt. Wenn Du Deinen Eltern etwas an die Hand geben möchtest, schick ich Dir den gerne zu. Schreib mir einfach eine PN oder Email.

    Sehe ich genauso. Du hast immer welche dabei, die hauptsächlich zum Team gehören, weil ihre Freunde dabei sind. Gerade in jungen Jahren.
    Diese Jungs, ich hab 2 davon, spielen zum Beispiel nie in ihrer Freizeit Fußball und 'brennen' auch nicht im Spiel.
    Klar, alle gehören dazu, keiner wird ausgeschlossen. Aber dass ich so einen fußballverrückten Spieler eher und länger bringe ist doch verständlich.

    Sehe ich nicht so. Was die Kinder in ihrer Freizeit tun, geht mich nichts an. Ob die Fußball spielen oder Ballett tanzen, ist mir Schnuppe. Solange sich beim Training und im Spiel alle im Rahmen ihrer (individuell sehr unterschiedlichen) Möglichkeiten einsetzen, bekommen auch alle die gleiche Spielzeit. Wer weiß schon, wann und warum bei dem einen oder anderen der Funke überspringt. Ich lag jedenfalls in den vergangenen Jahren mit dem Urteil "aus dem wird nie einer" auch schon daneben. Außerdem braucht man auch die "Mitläufer", denn man wirst kaum eine Mannschaft nur aus "Brennern" zusammen bekommen.

    Moin zusammen, ich war wohl etwas übermüdet gestern abend. :rolleyes: Ein Glück, dass ich selten so lange Strecken fahre...


    Bremer, keine Sorge, der Spaß wird dabei nicht auf der Strecke bleiben. Ich bin wirklich kein Drill-Instructor. Und Andre, Tests will ich gar keine machen. Ich wollte diese Liste nur für mich nach den Eindrücken aus dem normalen Spiel- und Trainingsbetrieb anlegen. Das hab ich gestern abend dann auch mal gemacht und Ihr habt recht, es ist a) zeitaufwändig und b) nicht so erkenntnisreich, wie ich es mir erhofft hatte. Offensichtlich ist das für eine F nicht wirklich tauglich. In komm dann in vier Jahren noch mal auf die Idee zurück. ;) Was mich allerdings auch interessieren würde ist, wie mein Kollege die Jungs beurteilt und ob bei ihm das gleich Bild heraus kommt bzw. ob und wo seine Wahrnehmung im Detail anders ist.

    Ich war heute einige Stunden im Auto unterwegs und hatte viel Zeit zum Nachdenken. ;) Irgendwann kam mir der Gedanke, ob es nicht sinnvoll sei, für jeden Spieler einen Bewertungsbogen zu erstellen, in dem einzelne Fertigkeiten nach einem Punktesystem bewertet werden. Diese Bögen sollten regelmäßig, z.B. alle drei Monate für jeden Spieler von den Trainern neu ausgefüllt bzw. aktualisiert werden. Sinn und Zweck des Ganzen ist mehr Gefühl für die Stärken und Schwächen des Einzelnen zu bekommen, um gezielt Trainingsinhalte für Gruppen wechselnder Zusammensetzung auswählen zu können und auch den Entwicklungsverlauf besser verfolgen und dokumentieren zu können. Beispiel: Spieler 1 hat Probleme beim Dribbling und beim Schuß mit Links, Spieler 2 kann das, ist aber schwach im Kopfball und beim Defensivzweikampf usw. Natürlich kann man immer alles mit allen üben, aber gerade da, wo einzelne Spieler deutlich unter dem Durchschnitt ihrer Mannschaft liegen, kann es möglicherweise sinnvoll sein, unterschiedliche Schwerpunkte zu setzen. Immer vorausgesetzt natürlich, man kann das im Training dann auch personell umsetzen, sprich verfügt über ausreichend Betreuer, um kleine Gruppen bilden zu können.


    Die Zahl und Differnzierung der Bewertungskriterien nimmt dabei mit dem Alter der Spieler zu. Meine Kriterien für F- und E-Jugend wären:


    Grundschnelligkeit
    Ausdauer
    Koordination
    Kraft
    Einsatz, Fleiß
    Disziplin


    Allg. technische Fertigkeiten
    Ballgefühl
    Ballführung
    Ballan/mitnahme, flach
    Ballan/mitnahme, hoch
    Dribbling
    Zweikampf, offensiv
    Zweikampf, defensiv
    Rechtsschuss
    Linksschuss
    Passspiel
    Kopfballspiel
    Torwartspiel


    Spielverständnis/Übersicht
    Stellungs-/Laufspiel, offensiv
    Stellungs-/Laufspiel, defensiv


    Offensivqualität, gesamt
    Defensivqualität, gesamt


    Haltet Ihr das für zu akademisch oder ist das generell sinnvoll und wenn ja, wie beurteilt Ihr meine Kriterien? Was fehlt, was ist vielleicht zu viel oder irrelevant?

    trainer2005: Ich kann Dich gut verstehen. Turniere sind halt eine ganz andere Sache als Staffelspiele. Und damit meine ich nicht meine eigene Erwartungshaltung sondern die der Kinder. Bei Turnieren wissen die Kinder genau, dass es Tabellen, Platzierungen und eine Siegerehrung gibt. Die Kinder nehmen das unmittelbar wahr und fragen nach jeden Spiel, wo sie stehen und ob sie noch Erster werden können, zumindest ist das bei meinen so. Letztlich macht es ihnen zwar nichts aus, wenn sie nur 4. oder 5. werden, aber dennoch wollen sie das Turnier eigentlich gewinnen. Es ist wie ein einziges Spiel mit 4 oder 5 Halbzeiten und verschiedenen Gegnern.


    Wir haben in diesem Winter 5 Hallenturniere und ich habe 10 Spieler, nehme aber nur 8 mit in die Halle. So müssen bei jedem Turnier zwei zu Hause bleiben. Am Ende darf also jeder 4 Turniere spielen. Das passt auch ganz gut, da sowieso immer mal wieder einer nicht kann. Für die Kinder in der F und E ist jedes Turnier wie das andere, egal, was drauf steht, ob nun Hallenkreismeisterschaft, Hallenmasters oder was weiß ich. Im Prinzip könnte mal also die Auswahl der Teilnehmer so treffen, dass man die schwächeren zu den schwächer besetzten und die stärkeren zu den stärker besetzten Turnieren mit nimmt. Dabei tut man niemanden weh, im Gegenteil auch die schwächere Auswahl bekommt so die Chance beim Turnier weiter vorne zu landen. Niemand wird darüber nachdenken, warum er jetzt bei diesem Turnier dabei ist, bei jenem aber nicht. In der D-Jugend ist das schon etwas anderes. Die Jungs haben eine ziemlich genaue Vorstellung davon, welches Turnier "wichtig" ist und welches nicht. Hallenkreismeisterschaft klingt ziemlich bedeutungsvoll. Wenn Du die schwachen Spieler zu hause lässt, werden die wissen warum. Und das würde ich ihnen (und mir selbst) nicht antun wollen. Ich würde sie daher mitnehmen.

    Tom, wir werden uns an dieser Stelle wohl nicht einig werden. Aber nett von Dir, dass Du mich zitierst, wobei ich mir bei Dir nie so ganz sicher bin, wie Du es meinst. ;)


    Ich glaube jedenfalls nicht, dass wir unbedingt Tabellen brauchen, um Trainingsinhalte oder -schwerpunkte festzulegen. Im Spiel sieht man die Defizite der eigenen Mannschaft mal gut, mal weniger gut. Woran es im einzelnen Spiel hapert, hängt oft von der Tagesform, aber auch vom Gegner ab. Es gibt Gegner, die einem scheinbar liegen, gegen andere tut man sich schwer. Gerade in F- und E-Jugend gehören extreme Leistungsschwankungen zur Tagesordnung. In einer Woche schlägt man einen starken Gegner, um in der nächsten Woche gegen einen vermeintlich schwächeren zu verlieren. Das man aber zum Erkennen von Defiziten den Tabellenstand des Gegner benötigt, halte ich für gewagt. In einem gebe ich Dir allerdings recht: ein Sieg gegen einen starken Gegner macht natürlich mehr Spaß, allerdings brauche ich keine Tabelle, um zu sehen, ob ein Gegner stark oder schwach ist.

    oTTo:


    Du machst einen Fehler: Du koppelst den Begriff Erfolg an die Ergebnisse der Mannschaften. Du sagst, Deine F1 sei sehr erfolgreich, lässt aber offenbar die Stärksten immer spielen und immer zwei schwächere ganz zu hause. Das hat für mich mit Erfolg nichts zu tun und für die Kinder, die nur alle zwei Wochen mal mit dürfen, ganz sicher auch nicht. Das solltest Du unbedingt ändern. Wäre ich der Vater eines dieser Kinder wäre ich Dir längst aufs Dach gestiegen.


    Meine F1 hat bisher ebenfalls in ihrer Staffel noch kein Spiel verloren, aus Deiner Sicht sind wir also eine erfolgreiche Mannschaft. Ich glaube auch, dass wir das sind, aber nicht der Ergebnisse wegen, sondern weil wir unsere Linie durchziehen. Wir haben aber immer alle 10 Kinder dabei und alle, wirklich alle Kinder bekommen die gleiche Spielzeit. Die starken wie die schwachen. Es dürfen auch alle Kinder auf allen Positionen spielen. Von dieser Linie weichen wir auch in den Spielen gegen die starken Gegner nicht ab. Wenn wir kurz vor Schluss zurückliegen und mein stärksten Spieler ist draußen, weil er dran ist, dann bleibt er auch draußen. Verlieren wir mit dieser Philosophie, dann verlieren wir halt. Wen juckt das schon?


    Wenn Du 11 Kinder hast, ist es doch ganz einfach alle spielen zu lassen. Zwei Kinder teilen sich die Torwartposition, jeder eine Halbzeit. Die anderen 9 teilst Du in drei gleichstarke Dreierreihen auf. Eine Reihe spielt vorne, eine hinten. Nach 7 Minuten wechselt die hintere Reihe nach vorne, die fordere geht raus und die Ersatzreihe geht hinten rein. Das wiederholst Du alle 7 Minuten. So bekommt jeder Spieler gleich viel Spielzeit und kann vorne wie hinten spielen. Bei uns klappt das super, wir (und vor allem die Kinder) sind regelrecht begeistert davon. Du wirst vielleicht ein Spiel gegen einen starken Gegner mal verlieren. Na und? Der Erfolg liegt aber darin, dass alle Kinder zu ihrem Recht kommen und alle die besten Möglichkeiten erhalten sich weiter zu entwickeln. Und das zählt einfach mehr als die Ergebnisse.

    Problem is auch ein bisschen, dass ich selber zum Jugendvorstand gehöre und auch für den Bereich Minis bis E zuständig bin.
    Wenn ich aber her gehe und einfach was bestimmen würde, dann heißt es mit Sicherheit ich entscheide das nur so, damit meine Mannschaft stärker ist und das ich mein Team bevorzuge...

    Jeder der eine bestimmte Position in einem Verein übernimmt, hat das Problem, dass ihm früher oder später vorgeworfen wird, er würde dies oder jenes zu seinem eigenen Vorteil tun. Man kann nur versuchen seiner Entscheidungen zu begründen und sich Verbündete holen, die diese Entscheidung mittragen. Im Einzelfall wird es dennoch nicht immer gelingen Verständnis zu bekommen. Damit muss man wohl leben. Daher kann ich Dir nur empfehlen Deine Linie durch zu ziehen. Wenn der Kollege dann meint, Du tätest dies zu Deinem Vorteil, darf Dich das trotzdem nicht davon abbringen. Letztlich mußt Du nur dafür sorgen, dass Du Dir selbst vor dem Spiegel und den Kindern, für die Du verantwortlich bist, guten Gewissens in die Augen schauen kannst.

    Wenn ein Trainer die Prinzipien des Kinderfußballs nicht befolgt, dann muss das nicht aus böser Absicht oder wegen Ergebnisgeilheit sein. Vielleicht ist es einfach nur Unwissenheit.

    Gar keine Frage, was Du da schilderst, trifft auf meine Anfänge ebenfalls zu 100% zu. Fehler bei den Trainingsinhalten sind das eine, damit gefährdet man vielleicht die Qualität der Ausbildung, aber man nimmt den Kindern dadurch nicht den Spaß am Spiel, wie man es durch extremes Ergebnisdenken tut. Gerade für die Neueinsteiger im Kindertrainerjob kann es daher doch ein aha-Effekt sein, wenn sie feststellen, dass es keine Tabellen gibt. Und die Nachfrage bei einem älteren Kollegen, der dann (hoffentlich) auch noch die richtige Antwort darauf weiß, bringt den Neuling vielleicht schon ein ganzes Stück weiter. Tabellen haben für Erwachsene halt eine festgelegte Aussage und Zielrichtung. Das Ziel ist, möglichst weit oben zu stehen. Wie sollen Neulinge auf die Idee kommen, dass genau das im Kinderfußball eben nicht das Ziel ist?

    Hehe, mehr oder weniger, mein lieber Tom. Wir zwei haben aber wohl bereits ausreichend darüber gestritten, was man Kindern "antut", wenn sie in die falsche Mannschaft geraten. ;)


    Nein, ganz im Ernst, natürlich ist das überspitzt dargestellt, aber es scheint mir an der Stelle zumindest wünschenswert, dass sich der Kollege in diese Richtung erklärt, oder?



    BTW: Trägst Du auch noch was zur Lösung bei, Mann mit den gelben Stiefeln? :P

    Ich glaube auch, dass das größte Problem in der Person des F1-Trainers liegt. Wenn jemand mit nur 8 Kindern in eine Saison gehen will, obwohl er 10 haben könnte, ist das schon verdächtig. Vermutlich hatte er "seine Aufstellung" schon im Kopf und wollte keine "Störenfriede". Ich wette, wenn die Neuzugänge richtig gut gewesen wären, hätte er sie sofort genommen. Seine Wechselstrategie zeugt auch von ergebnisorientiertem Denken. Eigentlich kannst Du so jemandem Deine Kinder überhaupt nicht anvertrauen. Ich glaube nicht, dass es damit getan ist, zu überlegen, wer in welche Mannschaft kommt. Die schwächeren Kinder, die in die F1 aufrücken müssen, werden dort vermutlich kaum eingesetzt und werden nach kurzer Zeit zurück wollen. Da hast Du dann auch schnell die betroffenen Eltern wieder auf der Matte stehen.


    Unabhängig davon, ob Ihr nun die älteren oder die stärkeren (das wäre meine Präferenz) in die F1 gebt, sollte es ein Gespräch geben zwischen Dir, Deinem Kollegen, den betroffenen Eltern und dem Jugendleiter. In diesem Gespräch müssen sich alle damit einverstanden erklären, dass es so geschieht. Vor allem aber muss Dein Kollege in diesem Gespräch versichern (wenn nötig, schriftlich ;-), dass er alle Kinder zu gleichen Teilen spielen lässt. Tut er das nicht, würde ich als Eltern mein Kind nicht in seine Mannschaft geben und der Jugendleiter wäre an der Reihe zu reagieren.

    Doch immer wieder heißt es, das war aber ein Scheiß spiel heute, schon wieder verloren...

    Tja, das leidige Thema, wie bringt man einigen verblendeten Eltern bei, dass es nicht um Ergebnisse geht und auch nicht um perfektes Fußballspiel?


    Ich würde es nicht schriftlich machen, weil das zu leicht verpufft und man nicht sofort nachfassen kann. Ich würde mir die meckernden Eltern heraus fischen und sie ganz direkt mit ihren Aussagen konfrontieren. Schreib Dir die Kommentare einfach mal auf. Setz Dich dann mit Ihnen zusammen. Am besten holst Du Dir dabei noch einen Mitstreiter aus dem Verein (einen anderen Trainer oder Jugendleiter) dazu. Lies Ihnen ihre Kommentare vor und frag sie, was sie glauben, wie diese Kommentare auf ihre Kinder wirken, ob sie die Kinder damit motivieren, ob und wie sie damit den Spaß ihrer Kinder fördern. Frag sie mal, ob sie solche Kommentare auch beim Versteckspielen oder beim Mau-Mau bringen. Mindestens einer wird antworten "Natürlich nicht, das ist doch was ganz anderen." Ach ja, wieso denn? Es ist eben nichts anderes. Führe Ihnen vor Augen, dass sie mit solchen Kommentaren ihren eigenen Kindern den Spaß verderben und sie unter Druck setzen. Frag sie, warum sie das tun und warum sie das in dieser Form tun. Frag sie, was sie davon halten würden, wenn die Sportlehrerin die Leistung ihres Kindes in der Schule als "Scheiße" bezeichnen würde und ob sie sich als Eltern nicht mindestens so korrekt zu verhalten hätten wie Trainer und Lehrer. Frag sie, wie sie sich wohl als Kind fühlen würden, wenn die eigenen Eltern ihr Spiel als "scheiße" bezeichnen Frag Sie auch, was denn wohl so wichtig daran ist zu gewinnen. Und vor allem für wen es wichtig ist. usw.


    Letztlich geht es um eines: die Eltern müssen einfach kapieren, dass Fußball für Kinder ein Spiel wie jedes andere ist und dass die Fußballspiele nur, ausschließlich und einzig und allein dem Zweck dienen, den Kindern Spaß zu bereiten. Ob die Eltern dabei Spaß, Stolz oder sonst irgendeine Befriedigung empfinden, spielt keine Rolle. Fußball ist kein Stellvertreterspiel! Die Kinder machen das nur für sich selbst, nicht für ihre Eltern. Wer das nicht ertragen kann, sollte besser zu hause bleiben.

    Die Frage der Erwartungshaltung an eine Mannschaft, ganz gleich wie sie gebildet wird, liegt wohl eher bei den Beteiligten als bei der Zusammensetzung der Mannschaft selber. Wenn du Eltern und Vereinsaktive hast, die erfolgsorientiert denken, werden diese immer eine gewisse Erwartungshaltung haben, egal an welche Mannschaft. Das ist bei uns aber nicht der Fall. Vorstand und Jugendleitung sind mit mir absolut auf Linie was die Prinzipien des KiFu angeht. Die Eltern wissen und akzeptieren, dass wir alle Kinder gleich viel spielen, auf den Positionen rotieren lassen und nicht auf Ergebnis spielen.


    Und die Jungs werden sich selber sowieso nie über Gebühr unter Druck setzen. Warum auch? Die wollen doch eigentlich immer gewinnen, egal in welcher Mannschaft die spielen und gegen wen. Mal gelingt das und mal nicht. Das gilt auch für stärkere Mannschaften. Du kannst ja auch durchaus "zufällig" eine starke Mannschaft haben, ohne nach Spielstärke einzuteilen. Warum sollten sich stärkere Mannschaften mehr unter Druck setzen als andere? Die Kinder tun das einfach nicht. Wenn Druck entsteht, kommt der immer von außen. Das muss und kann man verhindern, ganz gleich, nach welchem Ansatz die Mannschaften gebildet werden.

    Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier, unter dem Deckmantel der Homogenität, eine Vorform des Leistungsfußballs praktiziert wird.
    Denn wenn man sich nur mit den Besten beschäftigt, dann zieht das auch eine entsprechende Erwartungshaltung hinterher.

    Nein, das ist wirklich nicht so.


    Nach Spielstärke einzuteilen, bedeutet eben nicht sich nur mit den Besten zu beschäftigen. Ganz im Gegenteil. Auf unsere F2- und F3-Spieler legen wir ebenso großen Wert wie auf die F1. Wir versuchen grundsätzlich alle Kinder mitzunehmen. Und gerade die Schwächeren kann man viel besser fördern, wenn sie mit Kindern ihrer Spielstärke in einer Gruppe spielen. Ich behaupte sogar, dass man die schwächeren Spieler nur so dauerhaft bei der Stange halten kann. Belässt man sie in Mannschaften, wo sie kaum an den Ball kommen, werden sie eher früher als später aufhören.

    Ich habe beim letzten Training mit dem besagten Jungen gesprochen und es ihm so gesagt, wie angekündigt.
    Er hat es sehr gut aufgenommen und war beim weiteren Training richtig gut drauf.

    Ja, das ist auch meine Erfahrung bei ähnlichen Situationen gewesen. Kinder in dem Alter wechseln ja auch recht schnell und häufig ihre Freunde und Spielkameraden. Mal ist der angesagt, dann mal wieder der. Wir hatten Freunde meines Sohnes, die haben wochenlang praktisch bei uns gewohnt und dann sah man sie plötzlich nicht mehr und es kamen andere. Irgendwann waren dann die ersten wieder da usw. All das geht bei den Kindern im schulischen und häuslichen Umfeld ohne große Emotionen ab. Warum soll das nicht auch in einer Fußballmannschaft gehen? Man kann schließlich gerade bei den Kleinen nicht wissen, ob der beste Kumpel von heute auch nächste Woche noch der ist dicke Freund ist ober ob es dann einer aus einer anderen Mannschaft ist. Schon allein aus dem Grund wird es schwierig Mannschaften nach persönlichen Beziehungen einzuteilen.


    tom: Wir sind übrigens auch ein Dorfverein, insofern ähneln sich unsere Voraussetzungen schon mal. Natürlich wird niemand, der klaren Verstandes ist, so wie in Deinem Beispiel agieren.


    Es geht primär um den Spaß der Kinder, da sind wir uns wohl einig und dazu gehört auch, dass sie in Mannschaften spielen, wo sie mithalten können und nicht nur hinterher laufen. Ich beschreibe einfach mal einen Fall aus der jüngsten Vergangenheit.


    Wir hatten eine Mannschaft von 10 Kindern, die seit den Bambini zusammen waren und im Sommer in die F1 sollten. Das Leistungsgefälle in dieser Truppe war von der 1 zur 10 sehr groß. Ein Kind war in dieser Mannschaft u.a. weil übergewichtig und langsam deutlich überfordert, ein zweites lauffaul und mit motorischen Defiziten. Im letzten Frühjahr bekamen wir zwei Spieler von anderen Vereinen dazu. Einer eine echte Granate und der andere ebenfalls recht gut. So spielten wir die Saison zunächst mit 12 Kindern zu Ende. Danach stellte sich die Frage nach der Einteilung für die derzeit laufende Saison. Wir hatten exakt 30 Kinder in der F-Jugend, konnten also 3 Teams a 10 Kinder bilden, was ich für eine idealle Mannschaftsgröße halte. Also mussten wir zwei Kinder an die F2 abgeben. Nach Deiner Theorie hätte ich die beiden Neuen abgeben müssen, da die ja nicht schon so lange mit den anderen befreundet sind. Die hatten sich aber gerade in die Mannschaft integriert und standen leistungsmäßig auf Position 2 und 4 in der Mannschaft. Was hätten wir da anders tun sollen, als die beiden schwächeren Jungs in die F2 zu nehmen und die Neuen in der F1 zu lassen? Hätte ich die zwei starken Spieler in die F2 gesteckt, wäre einer davon gleich wieder gegangen und das zu recht, da er dort völlig unterfordert gewesen wäre. Natürlich waren die zwei "aussortierten" Jungs erstmal nicht glücklich. Das hat sich aber schon nach kurzer Zeit gelegt, als sie nämlich festgestellt haben, dass sie in der F2 zu den stärkeren gehören und da auch Tore schießen können. Wir haben ihnen genau das vorher prophezeit. Sie haben begriffen, dass wir sie nicht zurücksetzen, sondern ihnen nur etwas Gutes tun wollten und sie das auch bekommen haben. Wenn wir das nächste mal sagen, "Du spielst in dieser oder dieser Mannschaft, weil das gut für dich ist", werden sie es in dem Vertrauen vermutlich direkt annehmen, weil sie eine positive Erfahrung gemacht haben. Heute fühlen die zwei sich in der Mannschaft sauwohl und dort hat beide auch der Ehrgeiz gepackt, weil sie merken, dass da was geht, was vorher nicht ging. Der eine hat kräftig abgenommen und der andere ist viel fleißiger geworden. Hätten wir nicht nach Leistung unterteilt, hätten wir nun 2 frustrierte F1-Spieler, einen gelangweilten, weil unterforderten F2-Spieler und ein echtes Talent weniger im Verein. Das kann nicht Sinn der Sache sein.


    Ich bin davon überzeugt, dass der Spaß der Kinder beim Fußball spielen nicht allein daraus resultiert, dass sie mit ihren Freunden zusammen sind. Ebenso wichtig ist, dass sie in einer Mannschaft spielen, in der sie persönliche Erfolgserlebnisse erzielen können und in der sie von ihren Mitspielern akzeptiert werden. Ist das Leistungsgefälle zu groß, geht das aber nicht mehr, u.a. auch weil die gegnerischen Spieler i.d.R. ebenfalls im gleichen Maße stärker sind wie es die eigenen Mitspieler sind. Daher bin ich für eine leistungsbezogene Einteilung, aber natürlich gibt es immer auch Grenz- und Ausnahmefälle. Auch wir teilen unsere Mannschaften nicht mit dem Holzhammer ein. ;)


    Im übrigen führt das Einteilen nach Leistung auch dazu, dass man sich mit jedem einzelnen Spieler mehr beschäftigt, da man sich ständig ein Bild von der Entwicklung der Kinder machen muss. Auch fördert es eindeutig den Austausch zwischen den Trainern und das jahrgangsübergreifend. Wir haben noch nie so viel über die Kinder und deren Entwicklung miteinander gesprochen, seit wir auf die Einteilung nach Spielstärke umgestiegen sind. Vorher gab es kaum Kommunikation zwischen den einzelnen Mannschaften. Es gehört allerdings auch eine gewisse Konfliktbereitschaft gegenüber den Eltern und den Kollegen dazu.


    Und noch einen weiteren Punkt möchte ich anführen. Der beste Freund meines Sohnes ist ein Jahr älter als er, geht aber in die gleiche Klasse. Die zwei spielen ein Jahr zusammen, dann wieder nicht, weil der Bursche einfach ein Jahr früher in die höhere Mannschaft wechselt. Wenn Kinder das akzeptieren können, warum dann keine andere Begründung? Klar ist, bei uns teilen die Trainer die Mannschaften jede Saison gemeinschaftlich ein und die Kinder spielen dann da, wo sie eingeteilt werden. Niemand spielt in einer Mannschaft, in der er völlig fremd ist. Nach spätestens zwei Jahren kennt dann sowieso jeder jeden und keiner hat mehr ein Problem, weder die Kinder noch die Eltern. Das ist zumindest unsere Erfahrung.


    Ich möchte das auch nicht zum Dogma erheben, im Einzelfall kann sicher auch eine andere Vorgehensweise angebracht sein. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass eine Einteilung nach Spielstärke für alle Beteiligten, Kinder, Eltern und Trainer nachvollziehbarer ist und auf Dauer sowohl was den Spielspaß als auch was die Ausbildung angeht wesentlich mehr bringt.

    Am besten ist es, wenn Du nach dem Abpfiff schon nicht mehr weißt, wer die Tore gemacht hat.

    Ich notiere mir (zumindest im Moment noch) unsere Torschützen sehr genau. Natürlich wird die Liste nirgends veröffentlicht, aber ich führe für mich selbst eine kleine Statistik, um mir vor Augen zu halten, was die Rotation in meiner Mannschaft bewirkt hat. Vergleiche ich die Liste mit der vom letzten Jahr, wo ich noch mit festen Positionen habe spielen lassen, so zeigt sie ein gänzlich anderes Bild. Wir haben in dieser Saison im Schnitt pro Spiel 4,9 verschiedene Torschützen. 7 von 9 Feldspielern haben nach 7 Spielen schon mindestens 3 Tore geschossen, nur einer hat noch kein Tor gemacht. Wenn ich das vergleiche mit dem Vorjahr, wo sich die geschossenen Tore auf einige wenige Spieler verteilten, tut das richtig gut, weil es mir zeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Die Zahlen verwende ich übrigens auch sehr gerne gegenüber Kollegen (und Eltern), die die Rotation ablehnen. Keiner im Verein kann eine ähnlich ausgeglichene Bilanz bei den Torschützen vorlegen und das ist einfach nur durch das System bedingt.


    Die Veröffentlichung von Torschützenlisten geht natürlich gar nicht.

    Das mit den 3er Reihen haben wir auch schonmal ausprobiert, allerdings muss ich sagen, dass bei uns dadurch kaum ein Spielfluss zustande kam, weil die Kinder zu wenig Zeit hatten, sich auf ihre aktuelle Position einzustellen. Ich tausche da lieber mal von Halbzeit zu Halbzeit oder Spiel zu Spiel.

    Hm, kommt sicher auf die Mannschaft an. Allerdings ist es auch hier eine Frage der Gewöhnung. Am Anfang haben sich bei uns auch einige Kinder schwer getan, das hat sich mittlerweile (nach ein paar Wochen) aber fast völlig gelegt. Meine Erfahrung ist halt, dass man, wenn man einzeln wechselt, weniger rotiert. Man (zumindest ich) neige dann dazu, die Kinder eher dort einzusetzen, wo sie am besten funktionieren. Meinst Du das mit Spielfluss? Insofern ist das Wechseln der Dreierreihen für mich auch ein Mittel mich selbst zu disziplinieren und - wie gesagt - nach einer Weile klappt das dann auch. Man muss halt dabei akzeptieren, dass man System bedingt eigentlich nie sein besten Leute zur gleichen Zeit auf dem Platz hat. Das finde ich aber nicht weiter schlimm.

    Ranwie: Platzierungsspiele sind für die Mannschaften da, die früh ausgeschieden sind, damit auch sie nochmal ins Geschehen eingreifen dürfen und nicht den Rest des Tages zugucken müssen. Somit haben sie nochmal die Chance auf Erfolgserlebnisse. Nach einem Ausscheiden aus der Vorrunde fragen mich meine Spieler zumindest immer, ob es noch Spiele gibt. Uns haben viele dieser Platzierungsspiele noch den Tag gerettet.

    Warum wird denn bei Kinderturnieren ein Modus gespielt, bei dem Mannschaften "früh ausscheiden" können? Warum? Klar, wegen der Tabellen und Platzierungen. Die Guten "kommen weiter" und die Schlechten müssen mit Platzierungsspielen bei Laune gehalten werden, damit sie bis zum Ende da bleiben und zugucken können, wie der Turniersieger den Pokal bekommt. Großartig, oder? Und was ist das? Eine direkte Folge des Tabellendenkens. Das kann man auch leicht anders gestalten. Wenn man auf Tabellen bei Kinderturnieren verzichtet, hat jede Mannschaft in der Zeit x eine Anzahl Spiele y gegen verschiedene Mannschaften und gut ist.


    Euer Problem ist, dass Ihr denkt, bei einem Turnier gehe es darum, einen Sieger auszuspielen. Darum geht es aber nicht! Es geht darum, dass Kinder zusammen kommen und innerhalb von 4 Stunden gegen 4 oder 5 verschiedene Mannschaften spielen und während und zwischen den Spielen Spaß haben. That's it!. Und jetzt erzählt mir nicht, dass ohne Platzierungen der Reiz fehlt. Vielleicht fehlt er Euch, den Kindern sicher nicht.