tom: Also, ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum eine Einteilung nach Leistung in der F in irgendeiner Weise Druck ausüben soll. Ganz im Gegenteil. Wenn man homogene Gruppen hat, wird niemand überfordert. Das nimmt den Druck deutlich heraus.
Man kann schlichtweg nicht gleichzeitig 30 Kindern mit den gleichen Übungen beschäftigen. Bei den Bambini vielleicht noch, aber bei der F-Jugend schon nicht mehr. Wer behauptet, dass das klappt, macht es sich entweder sehr leicht oder raucht vor dem Training verbotene Sachen. So etwas nenne ich Beschäftigungstherapie aber nicht Fußballtraining. Also teilt man die Kinder in kleinere Gruppen ein. Wenn diese Gruppen homogen besetzt sind, wird niemand über- oder unterfordert. Mit der einen Gruppe kann man halt schon das ein oder andere machen, was man mit anderen (noch) nicht kann. Was soll daran verwerflich sein? Dass Du mir das als Verwirklichung meines persönlichen Glücks auslegst, finde ich nicht fair.
Ich habe sehr talentierte Kinder dabei, die mit anderen Kindern befreundet sind, die kaum geradeaus laufen können. Das ist nun mal so. Es entspricht aber einfach nicht den Tatsachen, dass diese Kinder mehr Spaß am Training haben, wenn sie nur in Gruppen mit ihren Freunden sind, die Übungen sie aber über- bzw. unterfordern. Ihr tut auch immer so, als würde man bei der Einteilung der Mannschaften nach Spielstärke haufenweise heulende Kinder zurück lassen. Dem ist aber nicht so.
Wir haben 30 Kinder in der F-Jugend, die sich alle untereinander mehr oder weniger gut kennen. Einige waren zu Beginn der Saison schon in der F, ein Teil davon in der F1, andere in der F2, einige kamen aus den Bambini hoch, dazu noch ein paar Neuzugänge. Wie soll man daraus 3 Mannschaften machen, wenn man es jedem recht machen will? Das ist schlichtweg nicht möglich. Wir teilen zu Beginn der Saison die Mannschaften ein und so bleiben sie bis zum Ende der Saison zusammen. Probleme gibt es dabei so gut wie nie. Es hat auch noch kein Kind den Verein verlassen, weil es in die falsche Mannschaft sortiert wurde. Im Sommer geht es wieder los, denn dann kommen die 2003er Jahrgänge hoch und die 2001er gehen in die E. Damit ergeben sich wieder neue Konstellationen. Na und? In diesem Zusammenhang trägt die Durchmischung der Mannschaften übrigens auch dazu bei, dass sich die Kinder unter einander besser kennen lernen und sich neue Freundschaften bilden.
Wenn man das konsequent so macht, haben sich die Kinder schnell daran gewöhnt mal mit dem und mal mit dem zusammen zu spielen und finden es völlig normal. Genau so, wie die Kinder mit der Positionsrotation lernen mal hier und mal dort zu spielen, lernen sie so auch mit anderen Kinder zusammen spielen zu können. Und ich finde, das ist wichtig. Wir hatten früher Mannschaften, die von Bambini bis teilweise zur D-Jugend in unveränderter Besetzung gespielt haben. Das waren Vereine im Verein. Die kannten die anderen Spieler ihres Altes oft gar nicht. Diese Teams waren auch in der Regel sehr inhomogen. Das Ende vom Lied war dann, dass die Schwächeren aufgehört haben und die Guten zu anderen Vereinen wechselten.
Wenn Du, Tom, nicht nach Leistung einteilst, würde mich interessieren, wie bei Euch die Mannschaften gebildet werden?