Mannschaften neu eingeteilt - einige unzufrieden

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  • Guten Tag


    Ab E - Junioren bin ich auch für Leistungseinteilung (nur im Sommer). Es ist klar, dass wenn ein Spieler im E1, nicht (oder zu wenig) zum spielen kommt, dass man diesen auch eher dazu bewegt ins E2 zu wechseln, wo er eher zum spielen kommen sollte. Umgekehrt kann es auch sein, dass im Winter ein oder zwei Spieler vom E2 sich super entwickeln (vor allem wenn der coach gut ist) und diese fürs E1 vorgeschlagen werden. Das sind eher kleine Wechsel... die gehen meiner Meinung auch ohne Probleme. Jedoch sehe ich da Probleme, wenn man zu oft komplette Wechsel macht: Das Team entwickelt vor allem in der Vorrunde einen Teamgeist (die 4 Phasen). Diese Phasen können durch neuzugänge resp. Abgänge komplett über den Haufen geworfen werden. Ich kann dies also nicht empfehlen.


    Ich Empfehle, im Sommer die Teams zusammen zu stellen. Danach können (frühstens ab November) kleinere Wechsel in Absprache mit den Spielern erfolgen. Ein schlechter E1 Spieler sollte wählen dürfen zwischen a) bleiben und weniger spielen. b) ins E2 gehen und mehr spielen. Trotzdem würde ich es in einer E-Mannschaft nicht übers Herz bringen, auch schwächere Spieler, viel weniger als Andere spielen zu lassen. Dafür gehts mir im KIFU einfach um zu wenig!


    Grüsse TRPietro

  • tom: Also, ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum eine Einteilung nach Leistung in der F in irgendeiner Weise Druck ausüben soll. Ganz im Gegenteil. Wenn man homogene Gruppen hat, wird niemand überfordert. Das nimmt den Druck deutlich heraus.


    Man kann schlichtweg nicht gleichzeitig 30 Kindern mit den gleichen Übungen beschäftigen. Bei den Bambini vielleicht noch, aber bei der F-Jugend schon nicht mehr. Wer behauptet, dass das klappt, macht es sich entweder sehr leicht oder raucht vor dem Training verbotene Sachen. So etwas nenne ich Beschäftigungstherapie aber nicht Fußballtraining. Also teilt man die Kinder in kleinere Gruppen ein. Wenn diese Gruppen homogen besetzt sind, wird niemand über- oder unterfordert. Mit der einen Gruppe kann man halt schon das ein oder andere machen, was man mit anderen (noch) nicht kann. Was soll daran verwerflich sein? Dass Du mir das als Verwirklichung meines persönlichen Glücks auslegst, finde ich nicht fair.


    Ich habe sehr talentierte Kinder dabei, die mit anderen Kindern befreundet sind, die kaum geradeaus laufen können. Das ist nun mal so. Es entspricht aber einfach nicht den Tatsachen, dass diese Kinder mehr Spaß am Training haben, wenn sie nur in Gruppen mit ihren Freunden sind, die Übungen sie aber über- bzw. unterfordern. Ihr tut auch immer so, als würde man bei der Einteilung der Mannschaften nach Spielstärke haufenweise heulende Kinder zurück lassen. Dem ist aber nicht so.


    Wir haben 30 Kinder in der F-Jugend, die sich alle untereinander mehr oder weniger gut kennen. Einige waren zu Beginn der Saison schon in der F, ein Teil davon in der F1, andere in der F2, einige kamen aus den Bambini hoch, dazu noch ein paar Neuzugänge. Wie soll man daraus 3 Mannschaften machen, wenn man es jedem recht machen will? Das ist schlichtweg nicht möglich. Wir teilen zu Beginn der Saison die Mannschaften ein und so bleiben sie bis zum Ende der Saison zusammen. Probleme gibt es dabei so gut wie nie. Es hat auch noch kein Kind den Verein verlassen, weil es in die falsche Mannschaft sortiert wurde. Im Sommer geht es wieder los, denn dann kommen die 2003er Jahrgänge hoch und die 2001er gehen in die E. Damit ergeben sich wieder neue Konstellationen. Na und? In diesem Zusammenhang trägt die Durchmischung der Mannschaften übrigens auch dazu bei, dass sich die Kinder unter einander besser kennen lernen und sich neue Freundschaften bilden.


    Wenn man das konsequent so macht, haben sich die Kinder schnell daran gewöhnt mal mit dem und mal mit dem zusammen zu spielen und finden es völlig normal. Genau so, wie die Kinder mit der Positionsrotation lernen mal hier und mal dort zu spielen, lernen sie so auch mit anderen Kinder zusammen spielen zu können. Und ich finde, das ist wichtig. Wir hatten früher Mannschaften, die von Bambini bis teilweise zur D-Jugend in unveränderter Besetzung gespielt haben. Das waren Vereine im Verein. Die kannten die anderen Spieler ihres Altes oft gar nicht. Diese Teams waren auch in der Regel sehr inhomogen. Das Ende vom Lied war dann, dass die Schwächeren aufgehört haben und die Guten zu anderen Vereinen wechselten.


    Wenn Du, Tom, nicht nach Leistung einteilst, würde mich interessieren, wie bei Euch die Mannschaften gebildet werden?

  • wenn man jahrgangsmannschaften hat und diese leistungsmässig homogen sind spricht aus meiner sicht nix dagegen wenn die kids über einen längeren zeitraum zusammenspielen . bei euch hat es bei deinem beispiel halt damals nicht funktioniert , kommt halt vor ... aber ich würde mich deshalb nicht gegen zusammenbleibende mannschaften aussprechen @rawnie , solange es halt leistungsmässig passt .


    ich finde auch das manchmal hier im forum viel zu schnell bei diversen sachen mit "ergebnisdenken oder unnötig druck aufbauen" argumentiert wird . man sollten sich da nicht verrennen . ;)


    mfg

  • wenn man jahrgangsmannschaften hat und diese leistungsmässig homogen sind spricht aus meiner sicht nix dagegen wenn die kids über einen längeren zeitraum zusammenspielen .

    Ja logisch, wenn die Mannschaften schon leistungshomogen sind, muss man sie natürlich nicht mehr nach Leistung einteilen. ;) Meistens ist das aber eben bei solchen Teams, die irgendwann zufällig entstanden sind, nicht der Fall, zumindest nicht auf Dauer.


    Ungeachtet dessen finde ich es einfach wichtig, dass Kinder von Saison zu Saison auch mal mit anderen zusammen spielen. Das gleiche gilt übrigens auch für die Trainerposition. Hier sollte es ebenfalls regelmäßig einen Wechsel geben.

  • >Ranwie Du sprichst mir aus der Seele! Dein Beitrag ist klasse!

    mfg


    Luis-X


    „Niemals aufgeben! Immer weitermachen! Immer weiter! Immer weiter!“


    [Oliver Kahn]



    Meine Aufgabe:


    Jeden Spieler, jedes Training, ein klein wenig besser machen! :]

  • Wenn Du, Tom, nicht nach Leistung einteilst, würde mich interessieren, wie bei Euch die Mannschaften gebildet werden?

    Nun, man urteilt immer aufgrund seiner eigenen Situation.


    Wir sind ein Dorfverein, der eben nicht, wie in vielen Städten üblich, andere Vereine um sich herum wähnt.
    Es gibt also weit und breit nur uns ;)


    Meine Erfahrung ist, dass Kinder aus einzelnen Ortsteilen ganze Mannschaften stellen. Die gehen zusammen zur Schule und verbringen auch einen Großteil ihrer Freizeit miteinander. Das allein ist für mich Grund genug, es in jungen Jahren nicht zu ändern.


    Da stelle ich mir folgendes Gespräch vor:
    Tja, lieber Max, dein Freund Maik, mit dem du seit den Bambini zusammen spielst, muss leider das Team verlassen und zur F2 gehen. Komm, ist doch nicht so schlimm. Du siehst ihn doch noch in der Schule. Du musst wissen, wenn der Maik weg ist, dann sind wir viel besser. Ist doch klasse, oder?


    Na klar 'fressen' das manche F-Spieler klaglos und ohne Probleme. Aber manche eben nicht.


    Begriffe wie Homogenität und Leistung sind in einer F-Jgd m.E. völlig unangebracht. Wir sind im Breitensport tätig. Unsere Aufgabe ist es, den KIndern eine sportliche Heimat zu bieten. Back to the roots. That's it.

    Das einzige, was wirklich gerecht verteilt ist, ist die Intelligenz.
    Ich habe noch nie jemanden sagen hören, er hätte zu wenig davon.

  • dann habt IHR natürlich ganz andere bedingungen tom , wenn ihr weit und breit der einzige verein seid . in den grösseren städte ist das dann schon etwas anders . trotzdem machen homogene mannschaften mehr sinn , unter beachtung der genannten eigenheiten in dem alter . (freundschaften etc) man kann es ja versuchen , aber es von vornherein abzulehnen ist vielleicht auch nicht der königsweg .


    @rawnie


    ich bin trotzdem nicht der meinung das es regelmässig wechsel in der mannschaft geben sollte , was die trainerposition angeht oder auch die mitspieler . wenn es sich ergibt ok - aber ich würde das nicht zur grundphilosophie machen wollen . ist aber halt ansichtssache wie so vieles . :P


    mfg

  • Ich habe beim letzten Training mit dem besagten Jungen gesprochen und es ihm so gesagt, wie angekündigt.
    Er hat es sehr gut aufgenommen und war beim weiteren Training richtig gut drauf. Auch beim Turnier am Wochenende (wir wechseln jedes Spiel den Torwart) war er einer der Besten und hat sich nun als Torwart entdeckt :)


    Habe ihm gesagt, das seine Freunde nicht aus der Welt sind und er auch wieder mit denen zusammenspielen wird, sobald es eine Möglichkeit gibt (Freundschaftsspiele usw).

    mfg


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  • Ich habe beim letzten Training mit dem besagten Jungen gesprochen und es ihm so gesagt, wie angekündigt.
    Er hat es sehr gut aufgenommen und war beim weiteren Training richtig gut drauf.

    Ja, das ist auch meine Erfahrung bei ähnlichen Situationen gewesen. Kinder in dem Alter wechseln ja auch recht schnell und häufig ihre Freunde und Spielkameraden. Mal ist der angesagt, dann mal wieder der. Wir hatten Freunde meines Sohnes, die haben wochenlang praktisch bei uns gewohnt und dann sah man sie plötzlich nicht mehr und es kamen andere. Irgendwann waren dann die ersten wieder da usw. All das geht bei den Kindern im schulischen und häuslichen Umfeld ohne große Emotionen ab. Warum soll das nicht auch in einer Fußballmannschaft gehen? Man kann schließlich gerade bei den Kleinen nicht wissen, ob der beste Kumpel von heute auch nächste Woche noch der ist dicke Freund ist ober ob es dann einer aus einer anderen Mannschaft ist. Schon allein aus dem Grund wird es schwierig Mannschaften nach persönlichen Beziehungen einzuteilen.


    tom: Wir sind übrigens auch ein Dorfverein, insofern ähneln sich unsere Voraussetzungen schon mal. Natürlich wird niemand, der klaren Verstandes ist, so wie in Deinem Beispiel agieren.


    Es geht primär um den Spaß der Kinder, da sind wir uns wohl einig und dazu gehört auch, dass sie in Mannschaften spielen, wo sie mithalten können und nicht nur hinterher laufen. Ich beschreibe einfach mal einen Fall aus der jüngsten Vergangenheit.


    Wir hatten eine Mannschaft von 10 Kindern, die seit den Bambini zusammen waren und im Sommer in die F1 sollten. Das Leistungsgefälle in dieser Truppe war von der 1 zur 10 sehr groß. Ein Kind war in dieser Mannschaft u.a. weil übergewichtig und langsam deutlich überfordert, ein zweites lauffaul und mit motorischen Defiziten. Im letzten Frühjahr bekamen wir zwei Spieler von anderen Vereinen dazu. Einer eine echte Granate und der andere ebenfalls recht gut. So spielten wir die Saison zunächst mit 12 Kindern zu Ende. Danach stellte sich die Frage nach der Einteilung für die derzeit laufende Saison. Wir hatten exakt 30 Kinder in der F-Jugend, konnten also 3 Teams a 10 Kinder bilden, was ich für eine idealle Mannschaftsgröße halte. Also mussten wir zwei Kinder an die F2 abgeben. Nach Deiner Theorie hätte ich die beiden Neuen abgeben müssen, da die ja nicht schon so lange mit den anderen befreundet sind. Die hatten sich aber gerade in die Mannschaft integriert und standen leistungsmäßig auf Position 2 und 4 in der Mannschaft. Was hätten wir da anders tun sollen, als die beiden schwächeren Jungs in die F2 zu nehmen und die Neuen in der F1 zu lassen? Hätte ich die zwei starken Spieler in die F2 gesteckt, wäre einer davon gleich wieder gegangen und das zu recht, da er dort völlig unterfordert gewesen wäre. Natürlich waren die zwei "aussortierten" Jungs erstmal nicht glücklich. Das hat sich aber schon nach kurzer Zeit gelegt, als sie nämlich festgestellt haben, dass sie in der F2 zu den stärkeren gehören und da auch Tore schießen können. Wir haben ihnen genau das vorher prophezeit. Sie haben begriffen, dass wir sie nicht zurücksetzen, sondern ihnen nur etwas Gutes tun wollten und sie das auch bekommen haben. Wenn wir das nächste mal sagen, "Du spielst in dieser oder dieser Mannschaft, weil das gut für dich ist", werden sie es in dem Vertrauen vermutlich direkt annehmen, weil sie eine positive Erfahrung gemacht haben. Heute fühlen die zwei sich in der Mannschaft sauwohl und dort hat beide auch der Ehrgeiz gepackt, weil sie merken, dass da was geht, was vorher nicht ging. Der eine hat kräftig abgenommen und der andere ist viel fleißiger geworden. Hätten wir nicht nach Leistung unterteilt, hätten wir nun 2 frustrierte F1-Spieler, einen gelangweilten, weil unterforderten F2-Spieler und ein echtes Talent weniger im Verein. Das kann nicht Sinn der Sache sein.


    Ich bin davon überzeugt, dass der Spaß der Kinder beim Fußball spielen nicht allein daraus resultiert, dass sie mit ihren Freunden zusammen sind. Ebenso wichtig ist, dass sie in einer Mannschaft spielen, in der sie persönliche Erfolgserlebnisse erzielen können und in der sie von ihren Mitspielern akzeptiert werden. Ist das Leistungsgefälle zu groß, geht das aber nicht mehr, u.a. auch weil die gegnerischen Spieler i.d.R. ebenfalls im gleichen Maße stärker sind wie es die eigenen Mitspieler sind. Daher bin ich für eine leistungsbezogene Einteilung, aber natürlich gibt es immer auch Grenz- und Ausnahmefälle. Auch wir teilen unsere Mannschaften nicht mit dem Holzhammer ein. ;)


    Im übrigen führt das Einteilen nach Leistung auch dazu, dass man sich mit jedem einzelnen Spieler mehr beschäftigt, da man sich ständig ein Bild von der Entwicklung der Kinder machen muss. Auch fördert es eindeutig den Austausch zwischen den Trainern und das jahrgangsübergreifend. Wir haben noch nie so viel über die Kinder und deren Entwicklung miteinander gesprochen, seit wir auf die Einteilung nach Spielstärke umgestiegen sind. Vorher gab es kaum Kommunikation zwischen den einzelnen Mannschaften. Es gehört allerdings auch eine gewisse Konfliktbereitschaft gegenüber den Eltern und den Kollegen dazu.


    Und noch einen weiteren Punkt möchte ich anführen. Der beste Freund meines Sohnes ist ein Jahr älter als er, geht aber in die gleiche Klasse. Die zwei spielen ein Jahr zusammen, dann wieder nicht, weil der Bursche einfach ein Jahr früher in die höhere Mannschaft wechselt. Wenn Kinder das akzeptieren können, warum dann keine andere Begründung? Klar ist, bei uns teilen die Trainer die Mannschaften jede Saison gemeinschaftlich ein und die Kinder spielen dann da, wo sie eingeteilt werden. Niemand spielt in einer Mannschaft, in der er völlig fremd ist. Nach spätestens zwei Jahren kennt dann sowieso jeder jeden und keiner hat mehr ein Problem, weder die Kinder noch die Eltern. Das ist zumindest unsere Erfahrung.


    Ich möchte das auch nicht zum Dogma erheben, im Einzelfall kann sicher auch eine andere Vorgehensweise angebracht sein. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass eine Einteilung nach Spielstärke für alle Beteiligten, Kinder, Eltern und Trainer nachvollziehbarer ist und auf Dauer sowohl was den Spielspaß als auch was die Ausbildung angeht wesentlich mehr bringt.

  • Moin Ranwie,


    spitzen Beitrag :thumbup:

    mfg


    Luis-X


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  • Es geht primär um den Spaß der Kinder, da sind wir uns wohl einig und dazu gehört auch, dass sie in Mannschaften spielen, wo sie mithalten können und nicht nur hinterher laufen. Ich beschreibe einfach mal einen Fall aus der jüngsten Vergangenheit.

    Das ist des Pudels Kern. Es geht um Spass, denn wenn im Umkehrschluss dieser nicht gegeben ist, dann passieren schnell mal Dinge, die nur schwer zu korrigieren sind. Und damit meine ich nicht den Spaß des Trainers.


    Natürlich kann man das so machen, wie Du beschreibst. Natürlich kann man, zumindest theoretisch, bereits Bambini nach Leistung einteilen, so man genug davon hat.
    Ich sage nur, dass ich es in einer F noch nicht für angebracht halte. In diesem Alter steht Freundschaft über Vernunft.


    Gut, ich mach das alles noch nicht so lange, gerade mal 4 Jahre. Vielleicht ist meine Einstellung in diesem Punkt auch überzogen. Vielleicht macht den Kindern diese Wechselei gar nichts aus.
    Allerdings hab ich noch keine F-Truppe gesehen, in der ein Leistungsgefälle so offensichtlich war. Klar hast Du immer 2 oder 3 dabei, die durch Dribblings und Tore auffallen und auch welche, die nicht gerade vor den Ball treten können oder, auf Ascheplätzen, kleine Häufchen bauen.
    Und natürlich die breite Masse.
    Dieses Verhältnis findest Du in allen Mannschaften dieses Alters. Warum also eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen?


    Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier, unter dem Deckmantel der Homogenität, eine Vorform des Leistungsfußballs praktiziert wird.
    Denn wenn man sich nur mit den Besten beschäftigt, dann zieht das auch eine entsprechende Erwartungshaltung hinterher.


    Vielleicht ok ab einer E-Jgd, mit Sicherheit aber ab der D-Jgd.


    Ich stehe übrigens vor dem selben Problem ab dem Sommer. 30 Kinder aus 3 Mannschaften. Daraus sollen 2 11er Teams entstehen. Ich weiß schon jetzt, dass sich mind.
    4-5 Spieler, die es nicht in die D1 schaffen werden, mit Sicherheit abmelden (zum Teil auch auf Wunsch der Eltern)

    Das einzige, was wirklich gerecht verteilt ist, ist die Intelligenz.
    Ich habe noch nie jemanden sagen hören, er hätte zu wenig davon.

  • Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier, unter dem Deckmantel der Homogenität, eine Vorform des Leistungsfußballs praktiziert wird.
    Denn wenn man sich nur mit den Besten beschäftigt, dann zieht das auch eine entsprechende Erwartungshaltung hinterher.

    Nein, das ist wirklich nicht so.


    Nach Spielstärke einzuteilen, bedeutet eben nicht sich nur mit den Besten zu beschäftigen. Ganz im Gegenteil. Auf unsere F2- und F3-Spieler legen wir ebenso großen Wert wie auf die F1. Wir versuchen grundsätzlich alle Kinder mitzunehmen. Und gerade die Schwächeren kann man viel besser fördern, wenn sie mit Kindern ihrer Spielstärke in einer Gruppe spielen. Ich behaupte sogar, dass man die schwächeren Spieler nur so dauerhaft bei der Stange halten kann. Belässt man sie in Mannschaften, wo sie kaum an den Ball kommen, werden sie eher früher als später aufhören.


  • Nach Spielstärke einzuteilen, bedeutet eben nicht sich nur mit den Besten zu beschäftigen. Ganz im Gegenteil. Auf unsere F2- und F3-Spieler legen wir ebenso großen Wert wie auf die F1.

    Ranwie, streich das 'nur' in meiner Aussage und es wird klar, was ich meine.
    Natürlich beschäftigt ihr euch auch mit den schwächeren Teams in gleichem Maße. Daran zweifel ich nicht.


    Nur, wenn Du aus 30 Kindern die besten 10 in ein Team packst, dann erwartest Du automatisch auch die bestmögliche Leistung.
    Und nicht nur Du, sondern auch die Eltern, der Verein und vllt auch die Jungs.
    Wäre ja auch komisch wenn nicht.
    Sowas kann in eine Drucksituation ausarten. Muss natürlich nicht.


    Nochmal, ich sage nicht, dass das falsch ist. Ich halte es nur für verfrüht. Das meine ganz persönliche Philosophie des Kinderfußballs und nicht der Weisheit letzter Schluss..

    Das einzige, was wirklich gerecht verteilt ist, ist die Intelligenz.
    Ich habe noch nie jemanden sagen hören, er hätte zu wenig davon.

  • Die Frage der Erwartungshaltung an eine Mannschaft, ganz gleich wie sie gebildet wird, liegt wohl eher bei den Beteiligten als bei der Zusammensetzung der Mannschaft selber. Wenn du Eltern und Vereinsaktive hast, die erfolgsorientiert denken, werden diese immer eine gewisse Erwartungshaltung haben, egal an welche Mannschaft. Das ist bei uns aber nicht der Fall. Vorstand und Jugendleitung sind mit mir absolut auf Linie was die Prinzipien des KiFu angeht. Die Eltern wissen und akzeptieren, dass wir alle Kinder gleich viel spielen, auf den Positionen rotieren lassen und nicht auf Ergebnis spielen.


    Und die Jungs werden sich selber sowieso nie über Gebühr unter Druck setzen. Warum auch? Die wollen doch eigentlich immer gewinnen, egal in welcher Mannschaft die spielen und gegen wen. Mal gelingt das und mal nicht. Das gilt auch für stärkere Mannschaften. Du kannst ja auch durchaus "zufällig" eine starke Mannschaft haben, ohne nach Spielstärke einzuteilen. Warum sollten sich stärkere Mannschaften mehr unter Druck setzen als andere? Die Kinder tun das einfach nicht. Wenn Druck entsteht, kommt der immer von außen. Das muss und kann man verhindern, ganz gleich, nach welchem Ansatz die Mannschaften gebildet werden.