Beiträge von Ranwie

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    Sehr schön, Boandscoach. So sehe ich das auch. Was passiert denn, wenn z.B. Bayer 04 mit einer F-Jugend bei einem Turnier antritt? Jeder erwartet, dass die dort gewinnen. Die dürfen sich nicht von kleineren Vereinen schlagen lassen. Und so spielen die auch. Deshalb werden die Kinder bei den großen Vereinen schon früh auf Effizienz getrimmt. Diese Vereine bieten sicherlich später eine sehr gute Ausbildung, aber die meisten der Kleinen, die da mal angefangen haben, sind dann bereits durch andere Spieler ausgetauscht worden.


    Die großen Vereine scouten permanent in allen Alterklassen. Finden sie einen Guten, nehmen sie ihn. Ein anderer fällt dafür durch's Raster. Nur die wenigsten schaffen es von F oder E-Jugend bis in die A-Jugend. Wir haben hier einige Vereine, die als Satelliten für Borussia Mönchengladbach arbeiten. Es gibt Vereinbarungen, dass diese kleineren Vereine in Ihrem Kreis die guten Spieler beobachten und diese (auch die eigenen) zur Sichtung nach Gladbach schicken. Dazu werden Camps abgehalten und die Borussia kommt regelmäßig zu Freundschaftsspielen. Jeder im Umkreis weiß, dass diese Vereine ein "Sprungbrett" sind. Die kleinen Vereine bekommen im Gegenzug die (immer noch guten) Kinder, die bei der Borussia irgendwann nicht weiter kommen. Für beide Vereine ist das eine gute Vereinbarung, die Kinder aber werden hin- und hergeschoben. So ist das System.


    Schaut Euch mal die Vita von Nationalspieler oder Bundesligaprofis an. Wie viele von denen haben seit ihrer frühesten Jugend bei Profivereinen gespielt? Kaum einer. Die meisten haben zwischen 10 und 14 erst von kleinen Vereinen dorthin gewechselt. Das Extrembeispiel ist Miro Klose, der erst mit 19 oder 20 vom SG Blaubach-Diedelkopf zum "großen" FC Homburg wechselte. In den kleineren Vereinen können sich die talentierten Spieler austoben und ihre individuellen Fähigkeiten entwickeln und anwenden.

    Genau, Briegel kam erst sehr spät zum Fußball und ist dennoch ein Großer geworden. Technisch hätte er sicher nicht mit einem Iniesta mithalten können, wohl aber mit den meisten anderen Profis seiner Zeit. Ein extremes Ausnahmetalent wie Iniestas kann man auch nicht "produzieren". Ich bin aber davon überzeugt, dass solche Spieler, die über herausragende technische Fertigkeiten verfügen, diese auch in ihrer Jugend haben anwenden und damit haben entwickeln dürfen.


    Deine Vergleiche mit solchen Profis sind aber ohnehin fehl am Platz. Wir reden hier von 7 oder 8jährigen Jungs, die leidlich talentiert sind. Davon rennen in Deutschland in jedem Jahrgang ein paar Tausend herum. In den meisten kleinen Mannschaften hast Du einen oder zwei davon, bei den großen Vereinen gleich 10 oder 20. Die allerwenigsten davon werden es jemals auch nur in die Nähe einer Profi-Mannschaft schaffen, die Klasse eines Iniesta erreicht im Schnitt wohl maximal einer pro Jahrgang!


    Von Kampfschweinen in der F-Jugend redet ja auch keiner. Ganz im Gegenteil. Ich will Jungs sehen, die ihre Tricks im Spiel zeigen, die mal ein oder zwei Leute aussteigen lassen, Körpertäuschung, Übersteiger, mit der Hacke zurücklegen usw. Ich verstehe wirklich nicht, was an dem Disziplin-Gekicke so aufregend sein soll, zumal doch gerade bei einem so hoffnungslos unterlegenen Gegner erst recht die Möglichkeit besteht, die Kinder mal von der Leine zu lassen.


    Und: was für eine U10 richtig sein mag, muss für eine U8 noch lange nicht stimmen. In der E-Jugend gehört Passspiel zu den Lernzielen, in der F-Jugend nicht.

    Wie gesagt, lieber Iniesta oder Di Stefano als Hans-Peter Briegel. (so denke ich jedenfalls).

    Schön, dass Du weißt, welche Ausbildung die drei genossen haben. Also hat Iniesta sich in der F-Jugend primär auf Passspiel beschränkt, während Briegel sich die Lunge aus dem Leib gerannt hat, oder was? Tolle Logik.

    oTTo: Ich habe mich mal mit dem langjährigen Jugendkoordinator eine BL-Vereins unterhalten. Der meinte, dass er während seiner Tätigkeit jede Menge großartige Jugendspieler betreut hat, die es am Ende nicht geschafft haben. Viel öfter als die tollen Techniker waren es die soliden Arbeiter, die es bis zum Profi gebracht haben. Ab einem bestimmten Punkt, meinte er, zählt (fast) nur noch der Wille. Allerdings sind natürlich auch diese "Arbeiter" gemessen an den Fähigkeiten eines Durchschnittskicker immer noch technisch sehr gut.

    Da hab ich gleich mal eine Frage: Meint ihr sher gute Fußballspieler waren als kleine Kinder auch schon so gut? Oder gibt es auch welche, die mit 8 Jahren relativ schlecht waren in ihren Heimvereinen? Kann ein vermeindlich schlechter Spieler in der D-Jugend auf einmal alle überholen und kann sehr hoch spielen oder muss man in der F bereits sehen, dass er das Zeug zu mehr hat.

    Wir reden in Deutschland von rund 1000 Profispielern. Davon vermutlich rund die Hälfte Ausländer. Von den wenigen wirklich talentierten Jugendspielern, schaffen es nur einige wenige Profi zu werden. Bei diesen wenigen kannst Du ziemlich sicher davon ausgehen, dass die auch als Kind schon richtig gut waren. Die Profis, die ich persönlich kenne, waren auch hervorragende Jugendspieler, wobei sich noch lange nicht immer die fußballerisch talentiertesten durchgesetzt haben. Um Profi zu werden braucht es einiges mehr als Talent, vor allem Fleiß, Will und Durchhaltevermögen.

    Hallo Andre: Haben am WE bei 2 Turnieren in FFB und Köln teilgenommen. Die Mannschaften aus NRW (Köln, Fortuna Köln, Bayer 04, Mainz 05) spielten alle aggressiv gegen den Ball. In der Vorrunde ging das gut, aber ab dem VF waren diese Mannschaften "platt", so dass die U 8 beide! Turniere mit ihrem Passspiel gewinnen konnte.

    Wie gesagt, Passspiel ist extrem effektiv, aber abgerechnet wird zum Schluss. Ob diese Art des "Drills" für die individuelle Entwicklung wirklich so toll ist, werden wir sehen.

    Also, ich sehe lieber schöne Passe und Kombinationen als Aggressivität und Laufbereitschaft bis zum "Umfallen".

    Ich sehe lieber Kinder die Spaß haben und die zeigen, was sie drauf haben!

    Mein Sohn z.b. kann ungemein gut dribbeln, Übersteiger, Zidane, ... das macht er aber nur in der Freizeit, doer wenn es nicht anders geht beim Spiel.

    Warum willst Du das im Spiel nicht sehen? Kann ich nicht verstehen. Das ist doch das Salz in der Suppe. Robben, Ribery, Zidane, Ronaldo usw. sind doch nicht für Ihr geniales Passspiel bekannt, oder? Ich will von meinen Jungs im Spiel alles sehen, was sie können, und nicht nur langweiliges, aber effektives Ball hin- und hergeschiebe. Ich finde es schade, dass Dein Sohn dass was er kann im Spiel offenbar nicht anwenden darf. Wenn nicht jetzt, wann denn dann? Später wird der taktische Druck und das Effizienzdenken nur noch stärker.

    Finde es hart von euch hier den Trainer des anderen Teams zu kritisieren.

    Tu ich das? Wo denn? Ich habe doch nur festgestellt, dass es bei den blauen kaum individuelle Aktionen zu sehen gibt, sondern nur Passspiel und dass das für eine U8 sehr ungewöhnlich ist. Zu den roten habe ich mich überhaupt nicht geäußert.


    Würdest Du das ganze evtl. anders bewerten, wenn auf den Trikots hinten nicht Stuttgarter Kickers sonder FC Öckebömmelen drauf stehen würde? Klar haben die Kickers einen professionellen Anspruch, aber Du musst doch zugeben, dass das Spiel sehr stark auf Effizienz getrimmt aussieht, oder? So richtig nach Spaß sieht das auch nicht aus. Ich finde, dass die Jungs sich in dem Alter bei den Spielen ruhig austoben sollen. Im Video sehe ich nur Disziplin und perfektes Passspiel.


    Wo wir gerade schon mal dabei sind. Ich habe auch so einen hochtalentierten Burschen in meiner Truppe. Jüngerer Jahrgang F-Jugend, spielt bei uns F1, hat zuletzt sogar mal bei einem Hallenturnier der E1 ausgeholfen und dort auch 2 Tore erzielt. Phantastische technische Anlagen, muss aber in unserem Team beim Training hart arbeiten, um sich gegen die weniger talentierten aber bissigen und zweikampfstarken Durchschnittsspieler durchzusetzen. Der macht im Spiel 15 Dribblings, bei 13 bleibt er am 3. oder 4. Mann hängen, bei zweien kommt er durch und macht sein Tor oder legt vor. Der Spieler mit den meisten Toren ist er jedoch trotz seiner großartigen Anlagen nicht. Macht ja auch nichts. Da ist so viel Talent, der wird seinen Weg machen. Der Vater von dem Jungen war übrigens selber 2 Jahre Bundesligaprofi, sieht es aber ganz locker, dass sein Sohn bei einem Dorfverein spielt. O-Ton: "bis einschließlich E-Jugend sollen die Kinder vor allem Spaß haben, natürlich auch ein vernünftiges Training, aber in erster Linie Spaß." Als vernünftiges Training sieht er ball- und spielorientierte Übungsformen, jeweils beidfüßig und abgestimmt auf die Ausbildungsziele des jeweiligen Jahrgangs.

    Hm, toll wie die Mannschaft zusammen spielt, aber gerade das finde ich ziemlich befremdlich für eine U8. Da sollen die Jungs doch Dribbling und Zweikämpfe lernen und ausüben. Davon ist leider nichts zu sehen. Natürlich nimmt man mit perfekten Passspiel die meisten Gegner auseinander. Marko Marins entwickelt man damit aber nicht...

    Also, wir sind ein Dorfverein, aber bei uns muss jeder seine Klamotten selber bezahlen. Die sind zwar nicht sehr teuer (Kinder-Trainingsanzug ab 18,- Euro), aber der Verein bezahlt da nix. Selbst bei den Trikots sind die Betreuer angehalten, sich Sponsoren zu suchen.

    Klar wollen die Kinder so gut werden wie die Besten in ihrer Mannschaft, aber zum einen braucht es dazu kein Grundgerüst, denn den Wunsch sich zu verbessern haben die Kinder sowieso und orientieren sich dabei zwangsläufig an den Besten und zum anderen wird es ohnehin nicht gelingen alle auf den gleichen Stand zu bringen, ob mit oder ohne Gerüst. Den meisten schwächeren Kindern ist im übrigen durchaus bewusst, dass sie die Besten kaum erreichen werden. Das wird nicht dadurch verbessert, dass man es ihnen durch die Aufstellung immer wieder vor Augen führt.


    Ich finde es sehr gut, dass Du es ausprobieren willst. Die Kinder sind normalerweise kein Problem. Die schwächeren freuen sich eh wie Bolle und den Stärkeren kann es nicht schaden, wenn sie lernen sich unterzuordnen und zu akzeptieren, dass alle gleichberechtigt sind. Den Eltern muss man natürlich kommunizieren, warum man das macht. Wenn Du Unterlagen über die Vorteile und den Sinn der Rotation brauchst, schicke ich Dir gerne was zu. Letztlich geht es aber nur darum, die Eltern darüber in Kenntnis zu setzen, was Du machst, nicht sie danach zu fragen, wie sie das finden. Das können sie vorab nämlich nicht beurteilen. Wir hatten gestern Abend einen Elternabend mit Manöverkritik zum ersten Halbjahr und alle Eltern, auch die vorher skeptischen, waren von den Ergebnissen unserer Umstellung überrascht bis begeistert. Keiner hatte etwas zu meckern, außer vielleicht, dass wir auf der Torwartposition ruhig noch etwas mehr rotieren könnten. Dazu muss man sagen, dass unser Stammtorhüter im Feld eine echte Katastrophe ist. Von den Eltern stört das aber keinen (mehr), wenn der dann auch mal als Feldspieler rumspringt und deshalb unsere Ergebnisse schlechter ausfallen. Ziel erreicht, würde ich sagen.


    3 bis 4 Spiele sind allerdings deutlich zu kurz. So schnell wirst Du keinen Erfolg erzielen und dann gilt der Ansatz (möglicherweise im ganzen Verein) als gescheitert. Wir machen das jetzt über ein halbes Jahr mit insgesamt 11 Spielen und es geht jetzt erst richtig los mit der Entwicklung. Du solltest Dir da schon eine gesamte Saison als Ziel setzen, sonst wird das nix. Du hast nichts zu verlieren, außer vielleicht anfangs ein paar Spiele. :)

    Ich behaupte mal, dass ein grundgerüst sehr gut für eine Mannschaft ist. Die Spieler drumherum lernen sehr viel davon.

    Hallo oTTo, ich behaupte das Gegenteil! :) Ich habe zwei Jahre mit Grundgerüst spielen lassen, jetzt lassen wir alle Kinder auf allen Positionen spielen und alle erhalten die gleiche Spielzeit (3er-Reihen-Rotation). Der Erfolg ist einfach durchschlagend, kann ich nur sagen. Alle Kinder haben sich sehr viel mehr entwickelt und haben viele mehr Spaß als in der Zeit davor. Die Kinder lernen nicht dadurch, dass sie anderen zuschauen oder um die Schlüsselpositionen herum gruppiert werden, sondern dadurch, dass sie alles selber ausprobieren. Ich sehe keinen Vorteil in einem Grundgerüst. Bei mir müssen alle Kinder vorne und hinten Verantwortung übernehmen, mal rechts, mal links, mal zentral, egal wer gerade auf dem Platz steht. Was machst Du bzw. Deine Mannschaft, wenn Dein Grundgerüst krank ist oder in einen anderen Verein wechselt? Die anderen Spieler wissen dann doch gar nicht, was sie machen sollen. Bei mir ist es inzwischen ziemlich egal, wer wo auf dem Platz steht. Stehen die guten drauf, schießen wir mehr Tore, aber auch sie schwächeren machen ihr Ding. Gerade die haben durch die Gleichbehandlung enorm an Selbstbewusstsein gewonnen, da sie wissen, dass wir auf sie genauso vertrauen wie auf die stärkeren. Ich sage Dir, das tut den Kindern unheimlich gut. Welche Vorteile siehst Du bei einem Grundgerüst?

    Allerdings glaube ich ihr braucht einen anderen Weg. Gibt es evtl. einen Alternativtrainer? Ich fürchte aber bei einer Art Meuterei werden die Eltern der "guten" Kinder nicht mitspielen, weil die Kinder dann ja automatisch weniger Spielzeit bekommen (Das ist wirklich so - habe ich neulich erst wieder bei uns beobachtet).

    Auch das ist Aufgabe des Trainers bzw. in Eurem Fall des Jugendleiters, den Eltern klar zu machen, wie die Regeln sind und warum sie so sind.

    Ich kenne sie Situation aus Sicht des Trainers. Es ist superschwer alle gleichviel spielen zu lassen. Aber 5 Minuten oder gar nicht ist viel zu kurz. Natürlich sind auch 11 Spieler bei einem Spiel zu viel. Ich denke mal ihr spielt 6+1 - dann würde ich insgesamt 9 Spieler mitnehmen - 2 Auswechselspieler sind okay.

    Ich schreibe das gerne immer wieder. Es ist ganz leicht, alle gleich viel spielen zu lassen und die optimale Anzahl dafür ist 10! Dann hast Du einen Torwart und 9 Feldspieler. Letztere teilst Du in 3er-Reihen ein, die Du rotieren lässt. Nach jeweils 6 bis7 Minuten nimmst Du die vordere Reihe heraus, schiebst die hintere nach vorne und schickst die Ersatzreihe nach hinten rein. Das wiederholst Du jede Halbzeit zweimal. So steht jedes Kind ganz automatisch 2/3 des Spiels auf dem Platz und davon jeweils die Hälfte der Zeit vorne wie hinten. Die Kinder brauchen ein paar Spiele (bei meinen waren es zwei), bis sie sich an den Rhythmus gewöhnt haben. Dann ist das aber eine feine Sache. Du brauchst übers Wechseln nicht mehr nachzudenken und die Kinder kommen auf allen Positionen zu Einsatz. Das ist sehr entspannend und für die Kinder ganz toll. Nebenbei verbesserst Du sie dadurch erheblich. Ich habe Kinder dabei, die im letzten Jahr nur hinten die Bälle weg gekloppt haben haben, die auf einmal einen Gegner ausspielen und Tore schießen können, aber auch "Stürmer", die gelernt haben, wie man hinten einen Ball abläuft und einen angreifenden Gegner stoppt. Selbst bei 11 Spielern würde ich alle mitnehmen und zur Halbzeit auf der Torwartposition wechseln. Mehr Spieler halte ich aber auch für schwierig.

    Dieser Trainer ist ein Idiot und hat nicht im geringsten verstanden, worum es im Kinderfußball geht. Jedes Kind hat das gleiche Recht zu spielen. Sprich: alle Kinder, egal wie gut sie sind, müssen die gleiche Spielzeit bekommen. Ergebnisse spielen keine Rolle. Wenn der sogenannte Trainer darüber nicht reden will, dann solltet Ihr sofort zum Jugendleiter gehen. Der Verein muss ein Interesse daran haben, dass alle Kinder zum Einsatz kommen, weil nur so langfristig ausreichend Spieler aus den unteren Jahrgängen in die älteren aufrücken. Sollte der Jugendleiter allerdings derselben Meinung sein oder nichts unternehmen, seid Ihr eindeutig im falschen Verein. Was nutzt es, wenn die Kinder miteinander befreundet sind, aber nicht spielen dürfen. Solltet Ihr beim Jugendleiter auch nicht weiter kommen, würde ich mir die Nachbarvereine anschauen und gucken, ob ich einen finde, in dem es anders zugeht. Ich habe auch seit 6 Monaten ein Kind in meiner Mannschaft, das aus so einem Team kommt. Er kannte bei uns niemanden, hat aber keine 4 Wochen gebraucht und ist heute gut mit meinem Sohn befreundet. Der Junge kommt aus 20 km Entfernung zweimal die Woche zum Training, weil es ihm bei uns gefällt. Wenn Kinder wirklich Fußball spielen wollen, ist ein Vereinswechsel letztlich kein Problem, wenngleich es natürlich die Ultima Ratio ist.

    Das Grundproblem liegt in der bestehenden Regel. Die gehört abgeschafft, da sie völlig unsinnig ist, und darauf muss beim Verband eingewirkt werden. Ansonsten wird man immer wieder mal auf Leute treffen, die auf die strikte Einhaltung pochen und damit sogar noch Recht haben, auch wenn es menschlich nicht nachvollziehbar ist.


    Wir haben hier im Kreis ein Phänomen, wo ich selber oft anecke, weil ich mit der Außerkraftsetzung einer bestimmten Regel nicht einverstanden bin. Eigentlich besagt die Regel, dass die F-Jugend mit 6+1 (6 Feldspieler plus Torwart) spielt. Da die meisten Mannschaften aber 10 und mehr Spieler haben, hat sich eingebürgert mit 7+1 zu spielen, damit alle Kinder mehr Spielzeit bekommen. Meine Erfahrung ist aber, dass die Kinder beim 7+1 viel mehr rumstehen und dass hingegen beim 6+1 eigentlich immer alle in Bewegung sind. Bei letzterem haben die Kinder zwar ein paar Minuten weniger Spielzeit, diese ist aber viel intensiver. Davon abgesehen hat es auch mehr mit Fußball zu tun. Ich habe schon F-Jugendspiele gesehen, wo 8+1 gespielt und das Feld mal eben auf eine Platzhälfte vergrößert wurde. Da standen dann immer mindestens 6 Spieler unbeteiligt weit weg vom Geschehen herum, je nachdem in welcher Platzhälfte der Ball gerade war. Die Trainer waren aber der Meinung, ihren Kindern etwas Gutes zu tun. Naja, ich sehe das anders. Da ich 10 Spieler in meiner Mannschaft habe und gerne 3er-Reihen rotieren lasse, passt 6+1 perfekt. Ich stoße aber mit dem Wunsch bei einigen Kollegen häufig auf Unverständnis und Kopfschütteln, so dass ich manchmal gegen meine Überzeugung und gegen die Regel des lieben Friedens Willen nachgebe. Manches mal entpuppt sich der Gegenüber dann auch noch als einer, der seine besten Spieler durchspielen und die Ersatzspieler nur minutenweise aufs Feld lässt. Das finde ich dann immer ganz besonders schön. Hier wurde eine aus meiner Sicht sinnvolle Regel so oft außer Kraft gesetzt, dass sie fast nicht mehr existiert und diejenigen, die gerne nach dieser Regel spielen wollen, komisch angeguckt werden.

    Das kann ganz interessant sein.
    Habe sowas letztens mal gemacht. Einfach mal, völlig subjektiv, 3 Pluspunkte und 3 Minuspunkte pro Spieler unabhängig voneinander aufgeschrieben und hinterher verglichen.
    Bei 90% waren wir einer Meinung.

    Gute Idee, haben wir gleich mal ausprobiert. Das Ergebnis war eine fast 100%ige Deckungsgleichheit. Das ist wohl aber auch fast zwangsläufig, da wir im Trainerteam viel über die Kinder und Ihre Stärken und Schwächen sprechen.

    Danke, Basti, Dein Beitrag spricht mir aus der Seele.


    bcefferen: Deine Vorstellung, dass die sexuelle Orientierung des Trainers als Vorbild für Kinder dienen könnte, ist geradezu lächerlich. Daraus spricht für mich ganz offenbar die merkwürdige und nicht nachvollziehbare Angst, dass schwul sein ansteckend sein könnte. Deine Ansichten im Zusammenhang mit Schwulen finde ich ziemlich erschreckend.


    Der "evolutionstheoretische" Ansatz ist dagegen äußerst erheiternd. Du behauptest Homosexualität könne von der Natur nicht vorgesehen sein, weil eine Art, die nur aus Homosexuellen besteht, ausstirbt. Das finde ich wirklich lustig. Die Natur scheint sich da ja selber nicht so sicher zu sein wie Du. Seit 100.000 Jahren macht die jetzt mit uns Menschen rum, aber die Schwulen werden einfach nicht weniger. Im Gegenteil. Irgendwie hat man den Eindruck, es werden immer mehr. Hallo? Merkt die Natur denn garnix? Merkt sie denn nicht, dass sie da einen Fehler gemacht hat? Scheinbar nicht. Oh, dann ist es ja vielleicht gar kein Fehler? Wo wir uns doch in den letzten 2 Jahrhunderten vermehrt haben wie die Karnickel, hat sich die Natur vielleicht gedacht, ein paar Schwule und Lesben könnten das Ganze ein wenig einbremsen. Wer weiß das schon? Oder sie will uns doch ausrotten. Es sind ja schon andere Arten ausgestorben. Ob davon welche an ansteckender Homosexualität zugrunde gegangen sind, ist mir allerdings nicht bekannt.


    Man spricht heute davon, dass etwa 10% der Bevölkerung homosexuell sei. Dieser Prozentsatz ist damit so hoch, dass es nicht als anormal angesehen werden kann, sondern einfach als natürlicher Bestandteil der Gattung "Mensch" akzepiert werden muss.

    Morgen fahren wir übrigens zur Hallen-Kreis-Ananas-Meisterschaft ;) mit dem Ziel, eine Runde weiterzukommen und alle Kinder spielen zu lassen. Zu gleichen Teilen halte ich jedoch für die blanke Theorie. Aber da gibt es während der Hallensaison noch mehr Möglichkeiten durch Turniere, die Spielanteile auszugleichen. Ein Ausscheiden in der Vorrunde würde jedenfalls zwei Turniere für die Kinder weniger bedeuten, Zwischen- und Endrunde wären dann passè.

    Hm, wenn Du in der Vorrunde schon davon ausgehst, dass einige Kinder deutlich weniger spielen werden, damit Du die Zwischenrunde erreichst, dann werden diese Kinder wohl auch in der Zwischenrunde und erst recht in der Endrunde weniger spielen, oder? Ich befürchte dann sogar, dass deren Spielzeit immer weniger wird, je näher Ihr dem Endspiel kommt. Wie viele Turniere willst Du denn danach noch spielen, um das wieder auszugleichen? Dass hieße dann aber auch, dass Du in weiteren Turnieren Deine schwächeren Leute deutlich mehr spielen läßt als die guten. Irgendwie kauf ich Dir das nach dem Statement aber nicht ab. In jedem Fall gibst Du den schwächeren das Gefühl, dass sie bei den "wichtigen" Turnieren (Meisterschaft) weniger zum Einsatz kommen und nur bei 08/15-Turnier ran dürfen. Ich würde nicht wollen, dass meine schwächeren Spieler von mir denken, dass ich sie weniger schätze als die stärkeren. Kinder haben für so etwas eine sehr feine Antenne.


    Noch vor einem Jahr habe ich genauso gedacht und gehandelt wie Du. Ich habe immer einen "Grund" gefunden, die besseren mehr spielen zu lassen als die schwächeren. Zur Not habe ich mir einen konstruiert ("Ein Ausscheiden in der Vorrunde würde jedenfalls zwei Turniere für die Kinder weniger bedeuten"). Heute schäme ich mich teilweise dafür. Ganz ehrlich, das ist so. Die Spiele und Turniere, die wir dadurch gewonnen haben, sind lange passé. Aber das Gefühl einige Kinder ungerecht behandelt zu haben ist geblieben - zumindest bei mir.


    Es geht auch nicht darum, eine Vorgabe des DFB zu finden, es geht nur darum mit jedem Spieler fair umzugehen. Wenn sich ein Kind immer einsetzt, aber halt nicht so talentiert ist wie andere, warum soll es dann fair sein, dieses Kind weniger spielen zu lassen? Ich sehe das nicht ein. Obwohl wir unsere Mannschaften nach Spielstärke einteilen, gibt es in meinen Team immer noch große Leistungsunterschiede, aber jeder weiß, dass alle gleich viel Einsatzzeit bekommen. In leichten Spielen, in schweren Spielen und bei Turnieren. Auch die guten Spieler akzeptieren das völlig klaglos, weil sie begriffen haben, dass wir eine Mannschaft sind, die gemeinsam gewinnt und gemeinsam verliert. Ich werde in dieser Altersklasse nie wieder eine Mannschaft haben, in der es eine Zwei-Klassengesellschaft gibt, in der manche Spieler nur dann eingesetzt werden, wenn man es sich "erlauben" kann.

    Wie Tom schon sagt, mußt Du eine klare Ansage machen, dass das nicht geht. Wenn es im Spiel vorkommt, würde ich das betreffende Kind rausnehmen, damit es sieht, dass es Konsequenzen hat, gegen die Regeln zu verstoßen. Sag ihm aber, warum Du es rausgenommen hast. Zudem kann es nicht schaden, die betreffenden Kinder auch mal auf für sie schwierigen Positionen spielen zu lassen, z.B. in der Abwehr oder auch im Tor. Einige merken dann, dass es für die Mitspieler gar nicht so leicht ist. Wenn Du Glück hast (bzw. mit Sicherheit), machen die beiden dort die gleichen Fehler wie ihre Mitspieler und Du kannst nach dem Spiel in Ruhe mit ihnen darüber reden.

    Hier wird teilweise verdammt vorschnell geurteilt.

    Ich glaube wir haben hier vorrangig ein Problem mit der Darstellung. Es macht einfach einen Unterschied, ob man schreibt, "ich habe zwei Spieler, die spielen weniger, weil..." oder ob man schreibt "...man hat immer welche dabei, die..." und ".. davon habe ich zwei..". Ersteres ist ein Einzelfall, den wir kaum beurteilen können, weil wir Deine Spieler nicht kennen. Letzteres aber ist eine allgemeingültige Aussage. Du schreibst im Prinzip, dass es diese und jene Sorte Kinder gibt, was sicher richtig ist, aber eben auch dass diese Sorte auf die eine und jene auf die andere Art und Weise behandelt werden sollten. Das sehen dann eben einige anders.