Beiträge von trainer2005

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    Ich hatte dies mit einer Arbeitskollegin gerade erst in der letzten Woche thematisiert...eben diesen Trainer. Ausgangspunkt waren aber die Wahlen in Sachsen-Anhalt...so kamen wir auf politische Einstellungen. Es mündete letztlich in der Frage dieses (kurz darauf eröffneten) Threads: Was mache ich als JL mit einem rechtsextremen Trainer?


    Offen gesagt hatte ich keine "rechte" Antwort (Achtung: Wortspiel! :thumbup: ). Ich weiss, dass ich sagte, dass ich diesen Trainer zumindest beobachten und bei der kleinsten negativen Auffälligkeit seines Amtes entheben würde. Allerdings hätte ich auch da so meine Bedenken, da das Gedankengut - wenn auch unbewusst! - in den Köpfen der Kinder/Jugendlichen platziert wird. Was ist, wenn der Gegner asiatischer oder afrikanischer Herkunft ist? Wie werden diese Menschen generell behandelt?


    Im Nachhinein hätte ich gewaltig Bauchschmerzen damit, diesen Trainer zu halten. Wenngleich ich eigentlich Sport und politische Gesinnung in unserem Verein trennen will, haben wir jedoch eine gewisse erzieherische Verantwortung gegenüber unserem Nachwuchs. Demnach wäre so ein Trainer nicht zu halten....ich würde ihm nicht trauen - seiner Gesinnung ohnehin nicht.

    Ich werde das Thema nochmal unserem KFV nahe bringen und gleichzeitig alle Jugendleiter in der Region per Email davon in Kenntnis setzen.


    Habe ich vor Beginn dieser Saison getan. Von der Fair-Play-Liga wurde der "Fanabstand" übernommen, der Staffelleiter unserer G fand den Vorschlag meinerseits sehr gut. Gemacht - getan! Wir haben ein Blitzturnier in der G durchgeführt und ich wurde - als Schiri - von den Eltern blöde/fragend angeschaut, warum ich auf den Abstand bestand. So richtig ist das noch nicht angekommen, den Kindern hat's aber richtig gut getan, weil sie fernab jeglicher Einflussnahme ihrer Eltern waren. Es ist also auch eine Frage der Umsetzung.


    Für alles andere (Abschaffung Tabellen zumindest auch in der F), Aufhebung der Wechselbeschränkungen ab der C ist man hier (noch) nicht empfänglich. Ich habe aber auch einige positive Meinungen dazu gehört, die Masse ist diesbezüglich jedoch altbacken...

    Totti, ich will ja nicht der Buhmann sein, mahne aber an, die "100 Tore" überzubewerten bzw. die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen!


    Ich habe in meinem Team zwei Spieler, die es in der E (in verscheidenen Serien) schafften, mehr als 100 Tore zu schießen. Einer der beiden war übrigens mein Sohn, quasi ein Abbild deines Spielers, so wie du ihn beschreibst: Lauffaul, aber unheimlich effektiv. Gerade weil er lauffaul war (ist) meinte ich jahrelang, ihn zentral zu bringen...als Spielverteiler und "Goalgetter". Er konnte das ja schließlich am Besten, wobei er auch immer mannschaftsdienlich spielt(e).


    Der zweite Junge war eine richtige Granate: Antritt und Schnelligkeit wie Ben Johnson, harter Torschuss, aber mangelhaftes Zusammenspiel. Er spielte bei mir zentral, später im linken Mittelfeld. Nach vorn ging der immer, nur defensiv tat der so gut wie nichts. Ich meinte in meiner damaligen Ahnungslosigkeit, ihn gerade deshalb (torgefährlich+defensivschwach) ausschließlich im offensiven Bereich einsetzen zu müssen - da, wo er halt am stärksten war/ist.


    Das zog sich bis in die D - die beiden haben mittlerweile je über 350 Tore gemacht in den letzten 5 Jahren. Ich hatte aber längst erkannt, dass ich den beiden mit meinem Positionsbeharren (was auf die Ergebnisse ausgerichtet war) fußballerisch geschadet habe - sie waren defensiv "Nieten". Dies versuche ich seit einschließlich der letzten Saison zu beheben, trainiere wesentlich mehr Zweikampfverhalten und verlange von den beiden mehr Defensivarbeit. Bei meinem Sohn wird's in dieser Hinsicht besser, er hat aber wirklich zu kämpfen...denn schließlich ist er ja lauffaul. Bei dem anderen habe ich da eher wenig Hoffnung, vor allem auch deshalb, weil es da in der Birne ein wenig fehlt. Er spielt bei mir immer noch im linken Bereich, mal im Mittelfeld, mal im Sturm. Ich traue dem einfach keine Defensivaufgaben zu bzw. ist auch er schnell ausgepowert. Andere Spieler sind an den beiden mittlerweile vorbeigezogen, auch wenn die in der Statistik nie an diese Spieler heranreichen werden.


    Was ich sagen will ist, dass du a) Spieler niemals an deren Toren messen und aufstellen darfst und b) das Positionsrotieren ein absolutes Muss in diesem Alter ist. Ich will dir das nicht unterstellen, habe aber den Verdacht, dass der besagte Spieler von dir ähnlich "behandelt" wird, wie ich es mit meinen beiden getan habe. Stell ihn auch mal in die Abwehr, dort MUSS er hinterherlaufen...agieren UND reagieren. Mach nicht denselben Fehler wie ich!

    Schön, dass du mich verstanden hast und das Ganze nicht in den falschen Hals kommt!


    Nee, der "bessere Politiker" bin ich bestimmt nicht, aber vielleicht der bessere Diplomat. ;) Meine "Zauberwörter" heissen eigentlich "Kommunikation" und "Partizipation", d.h. ich versuche Leute über sachliche Gespräche in "mein Boot" zu holen, indem ich sie überzeuge, ein Stück weit teilhaben lasse, Platz für eigene Meinungen gebe...sie am (Veränderungs)Prozess beteilige.


    Im optimalen Fall steuern diese dann sogar zum Prozess bei, weil sie eigene Vorteile/Interessen erkennen. So wie mein D-Trainer, der sich bei mir darüber aufregte, dass in der F immer dieselben Kinder längere Zeit nicht spielen würden, des Trainers Kind hingegen nur im Ausnahmefall ausgewechselt wird. Und dabei musste ich diesen D-Trainer erst vor 3-4 Monaten selber daran erinnern, worauf es im KiFu ankommt. Er wechselt seitdem permanent durch und sch*** (nach außen) auf mögliche bessere Resultate. Offensichtlich hat er's verstanden bzw. hole ich ihn gerade an Bord...in mein Boot. Ich hatte ihm aber auch die Hand gereicht, ohne ihm stetig zu sagen, dass seine eigene im Sinne des KiFu "schmutzig" ist. Er hat meine daraufhin angenommen...so scheint es jedenfalls.


    Du kannst also die Meinung von Trainern hinsichtlich des KiFu schon ändern, es ist halt eine Frage des "Wie". Manchmal ist es eben auch notwendig, die eigene Meinung ein wenig zu verändern...anzupassen...geduldig zu sein...diplomatisch. Im Übrigen hast du wesentlich dazu beigetragen, dass ich meine geändert habe - in einem sehr eindringlichen Beitrag, wo du die Folgen eines ergebnisorientierten Trainers für die betreffenden Kinder beschrieben hattest. Ich erkannte mich damals 1:1 wieder um wäre vor Scham am liebsten unterm Tisch versunken (hatte ich auch so geschrieben!). Das war für mich so eine Art Initialzündung, mein Handeln komplett zu überdenken. Nur jeder ist da anders für (Selbst)Kritik empfänglich...auch hier im Forum. Ich weiss, dass du mich und mein Anliegen an dich verstanden hast! 8) Und richtig: Es ist eigentlich alles gesagt!

    Besser keinen Trainer als einen, der nicht den Willen aufbringen kann/will, die KiFu-Prinzipien zu befolgen!


    Voraussetzung dafür ist aber ein durchgängiges Konzept im Nachwuchsbereich sowie Zeit zur Änderung eigener Einstellungen. Menschen sind keine Maschinen, man kann sie nicht von heute auf morgen umprogrammieren! Deshalb braucht es Leute im Verein...in der Vereinsführung, die das in den Köpfen der Trainer, Eltern und Verantwortlichen implementieren. Dazu ist viel Geduld und Fingersptzengefühl notwendig...auch ein gewisser Druck zur Bereitschaft des Umdenkens.


    Wer diese Bereitschaft nach einer gewissen Zeitspanne (mind. 1 Saison!) nicht aufbringt, hat im KiFu nichts zu suchen. Dann, aber erst dann: Besser keinen Trainer...wobei dieser Zustand für mich ein Versagen des Vereins wäre.


    Germancoach...ich wette mit dir, sofern du die englischen Weisheiten nicht übersetzt, werden deine letzten Statements keine 5% hier erreichen. Mich jedenfalls nicht, das kann dir aber auch egal sein.


    Uwe entschuldige bitte, aber vielleicht übersetzt GC uns den Text ja - und wir hätten alle was davon...

    Dass ich mit Günters Vorgehen als JL leben könnte, habe ich in einem anderen aktuell "hochdotierten" Thread beschrieben. Ich gebe zu, dass mich das, was Günter so umsetzte, irritiert...es ist so nicht üblich, aber m.E. KiFu-konform!


    Ich würde allerdings die mir bis zu D zur Verfügung stehenden Wechseloptionen immer ausnutzen....und deshalb keinen Spieler ein ganzes Spiel unten bzw. durchspielen lassen. Ich bevorzuge da stetige Rotation in jedem Spiel. Man kann Günters Methode zwar schwer nachvollziehen - vor allem für Kinder einer E! -, aber es wäre ein Weg von mehreren. Letztlich ist die Richtung entscheidend - und die passt aus meiner Sicht.

    Hartnäckige Narzissten und Uneinsichtige würde ich entfernen, wäre ich in verantwortlicher Position. (...) Es würde sich schnell ein neuer Trainer finden...aus der Elternschaft beispielsweise, weil die Kinder sonst ebend keinen Trainer mehr hätten. Dieser neue Trainer würde auf die Merkmale im Kifu eingeschworen, vorsichtig und freundschaftlich.....und kollegial für die Kinder ...im Sinne der Kinder....der Ausbildung und des Fußballs, sowie des Vereins. Der Verein würde einen deswegen guten Ruf erhalten, sogar kurzfristig....würde so neue Kinder anziehen...wachsen...mehr Einnahmen erzielen....siehe Beispiel Trainer2005.


    Ausgangspunkt des Streites/Meinungsverschiedenheit zwischen Günter und Andre war - soweit ich das richtig gedeutet habe - die Frage von Uwe, ob es besser sei einen ergebnisorientierten Trainer zu haben, der die KiFu-Merkmale dabei (teils?) ignoriert oder stattdessen halt besser keinen Trainer zu haben.


    Im Laufe der Diskussion haben sich die Fronten zwischen euch verhärtet, was ich im Grunde schade, ja unnötig finde, weil sowohl Günter als auch Andre auf derselben Seite des Ufers sitzen (bitte nicht falsch deuten! ;) ). Bildlich gesehen sitzt ihr beide da und bewerft euch mit Dreck, nur weil du Andre meinst, die beste und einzige Angelmethode zu haben. Und die auf der anderen Seite des Ufers (auch das nicht fehlinterpretieren!) lachen sich dabei eins, frei nach dem Motto: Wenn zwei sich streiten...So mein Eindruck. Hey Andre: Günter sitzt am selben Ufer und fischt nach den gleichen Fischen wie du...mit den selben Ziel, nämlich die Fische am Ende wohlbehalten wieder ins Wasser zu setzen. Er nimmt halt nur eine andere Angel! Aber er hat nicht vor, die Fische zu schlachten...anders als die vom Ufer gegenüber! (Was ich hier keinem unterstelle!)


    Andre, du weisst, dass ich großen Respekt vor dir und deiner Philosophie habe. Ich hatte irgendwann mal geschrieben, dass das, was du hinsichtlich des KiFu schreibst so eine Art Bibel ist...Wunschdenken...das Optimum im Sinne des KiFu. Ich stehe da voll und ganz hinter dir - besser geht es (in der Theorie) nicht! Großer Respekt meinerseits auch vor deiner Beharrlichkeit und deinem Werdegang, dein Umdenken und die damit verbundene selbstkritische Haltung gegenüber deines damaligen Handelns als gewinnorientierter Trainer...ich weiss, wovon du redest! Was ich nicht verstehe ist, dass du Leute wie Günter gegen dich aufbringst, obwohl er all das, was du "predigst" (ist nicht böse gemeint!) in seiner Vergangenheit umgesetzt hat....er ist für mich eine Art "Pionier des KiFu". Und ich nehme ihm jedes Wort hier ab!


    Die KiFu-Philosophie besagt, dass alle Kinder möglichst gleiche Spielanteile erhalten sollen und das Handeln des Trainers nicht ausschließlich auf Ergebnisse ausgerichtet sein soll. Das ist der Rahmen...unsere "Straße/Autobahn"....so hatten wir das irgendwo hier im Forum mal geschrieben. So, wie es Günter beschreibt, bewegte er sich doch in einem für mich absolut akzeptablen Rahmen! Er sagte immer wieder, dass er über die Saison gesehen alle Kinder hat gleich lang spielen lassen. Auch wenn er in bestimmten Spielen das Ergebnis voranstellte, um beispielsweise 1 Runde weiter zu kommen. Er sagte doch eindeutig, dass er dann die schwächeren Kinder hat spielen lassen. Und er hat dies nicht nur in diesem Thread deutlich gemacht. Sorry Andre, da verstehe ich dich nicht - ohne dass ich jetzt auf einzelne Passagen näher eingehe, das würde wohl zu weit gehen.


    Was ich sagen will ist, dass es für die Umsetzung deines/unseres "Ideals" mehrere Wege gibt! Und ich meine, Günter's Weg ist einer davon. Ich würde das als JL in meinem Verein so akzeptieren, nur fehlte mir gegenüber unseren Trainern das notwendige Vertrauen. Ich würde denen mit diesem Vorgehen quasi den "kleinen Finger reichen" und befürchte, die nehmen die ganze Hand, frei nach dem Motto: "Na der sagte doch, dass wir im Einzelfall auch abweichen dürfen!"...um dann den Einzelfall als den Normalfall zu interpretieren. Günter hat das so aber nicht getan, was ich auch als absolut KiFu-konform ansehe.


    Andre, wir sind uns einig, dass das Umdenken zum KiFu-orientierten Trainer seine Zeit braucht. Wer weiss das besser hier als wir beide?! Diese Zeit gebe ich den Trainern meines Vereins, sie müssen lernen - wie ich auch und dies immer noch tue - die Seiten zu wechseln...oder zumindest sich in Richtung der anderen Seite zu bewegen! Das benötigt aber Überzeugungsarbeit und vor allem Fingerspitzengefühl....Zeit!


    Was mache ich nun als JL mit unseren Trainern, die sich (noch) nicht zum KiFu bewegen? Rausschmeissen? Ich war noch vor meiner JL-Tätigkeit genau wie du der Meinung: Besser keinen Trainer, als einen schlechten (im Sinne des KiFu). Der Meinung bin ich immer noch, nur in abgewandelter Form, will heißen: Wer sich da absolut nicht ändern will/kann, hat bei uns nichts verloren. Und ich werde an denen festhalten, die sich zum KiFu bewegen. Ich werde gewisse Fehler akzeptieren, auch aus der Not heraus...weil bei uns die Trainer eben nicht Schlange stehen. Unsere Philosophie steht und fällt also auch (ein wenig) mit dem Angebot und der Nachfrage an Trainern. Das ist leider so und wir müssen damit umgehen! Wenn ich das so tue, wie du, Andre, das hier teils versuchst durchzusetzen, werde ich zwar weiter ein schönes Konzept haben, aber bald ohne Trainer dastehen.


    Bitte versteh mich nicht falsch, ich bin voll und ganz bei dir, aber Theorie und Praxis sind doch zwei verschiedene Paar Schuhe. Das heißt aber nicht, dass ich Verstöße nicht kommentieren/diskutieren werde...und an einem gewissen Punkt auch nicht akzeptieren werde.


    Um zum Ausgangspunkt (Streit) zurückzukommen: Für mich wärt ihr beide, Andre und Günter, im Gespann ein Segen für jeden Verein! Der eine erinnert verhement an die Inhalte des KiFu und der andere setzt diese praxisorientiert durch. Und von den überaus interessanten Trainersitzungen mal ganz zu schweigen...

    Der Thread ist inhaltlich inzwischen recht weit gestreut, ich möchte aber auf Günters Gedankenansatz und damit der Umsetzung der KiFu-Philosophie in meinem Verein eingehen.


    Mein Verein wurde vor gut 1 Jahr neu strukturiert, was mit personellen Veränderung in der Abteilung Fußball einherging. Unter anderem wurde ein neuer Päsident gewählt, der mich, wohlwissend um mein für den Nachwuchs schlagendes Herz, vorübergehend als JL bestimmte. Im Herbst des letzten Jahres erfolgte dann auch die Wahl, d.h. ich wurde in meinem Amt durch die Vereinsmitglieder bestätigt.


    Seit 1 Jahr weht hier ein frischer, besserer Wind, was auch die sich verdoppelte Kinderzahl belegt. Ich erstellte ein Jugendkonzept, in dem der Rahmen beschrieben ist. Ich habe mich da weitgehend an den DFB-Richtlinie orientiert und zudem die "Rosinen" aus diesem Forum hier gepickt. Das Konzept ist sicherlich nicht das Nonplusultra, es gibt aber Ziele, Aufgaben und eine Philosophie vor. Da wir das im letzten Frühjahr mit allen Trainern besprochen und abgesegnet haben, ist meine Philosophie seither die des Nachwuchses. Mir war aufgrund der damals kaum eingebrachten Gegenargumente klar, dass man sich irgendwann in entsprechenden Diskussionen/Sitzungen diesbezüglich wiedersieht...mir war von Anfang an klar, dass die UMSETZUNG ein langer Weg werden wird. Somit also erst einmal "nur" geschriebenes Papier.


    Damit ging ich im Sommer aber u.a. auf "Mitgliederfang" im Kindergarten. Ich stellte dort im Rahmen eines stattfindenen Fußball-Fun-Spiels unsere Philosophie vor, dass Ergebnisse im KiFu eine nachrangige Rolle spielen, dass wir alle Kinder möglichst gleich lang spielen lassen, dass kein mir kein anderer Verein im näheren Umfeld bekannt ist, derartig handeln zu wollen. Ich denke, ich habe dort überzeugt, logisch: weil ich vom Konzept überzeugt bin. Folge: Wir meldeten erstmalig eine G zur neuen Saison und ich meine, einen großen Anteil geleistet zu haben!


    Wie siehts in der Praxis aus? Was tue ich als JL, damit dieses Konzept umgesetzt wird?


    Wie gesagt: Mir war klar, dass es Probleme geben wird, auch weil ich unsere Pappenheimer kenne...und die Probleme kamen. Voran sollte ich klarstellen, dass ich schon zu Beginn der letztjährigen Saison mein bis dahin ausgeübtes Gewinnstreben eindämmte, letztlich davon (nach außen) abrückte. Dazu musste ich natürlich auch meinen Mitstreiter ("Co") überzeugen. Trotz dessen anfänglicher Irritationen (er wurde durch mich ja quasi vom kalten ins warme Wasser geworfen) freundete auch er sich schnell mit dieser Philosophie an und ich meine, er ist heute vollends davon überzeugt. Ich warf Andres "Schneeball" (eigentlich den des DFB ;) ) innerhalb meines Teams, später - mit dem Konzept - in meinem Verein.


    Wie gesagt: Alle nickten das Konzept ab, nach dem Motto: "Jaja..." (...heißt leck mich am A****). Es gab in der Umsetzung Probleme in mehreren Altersklassen, außer in der C (ist ja schließlich mein Team). Ich erinnerte z.B. den D-Trainer freundlich, aber bestimmt per Mail bzw. Telefonat daran, was unsere Philosophie ist - er hatte für drei stärkere Jungs meiner 98er seine eigenen Leute (länger) draußen gelassen. Anderes Beispiel, letztes WE: Eigenes Hallenturnier. Ich erinnerte zusammen mit meinem Präsidenten die drei G-Trainer daran, alle Kinder möglichst gleich lang zu spielen - eine Mutter hatte sich beklagt, dass dem nicht so ist. F-Jugend: Es erreichten mich just beim selben Turnier Beschwerden von Eltern, deren Kinder kaum spielen dürfen und die somit ihren Spaß verlieren. Kommenden Dienstag gibts dazu eine kurzfristig einberaumte "Krisen"Sitzung mit allen Trainern der G und F (der D-Trainer hat's mittlerweile kapiert!). Wir werden das Ganze sachlich diskutieren, aber am beschriebenen Weg nicht rütteln.


    Wenn ich sage "Wir", dann meine ich mich und meinen Präsi. Es ist ein Glücksfall, ihn zu haben, er steht voll hinter dem, was ich konzipiert habe! Auch er war anfangs skeptisch...er kannte das so nicht, ich konnte ihn aber schnell überzeugen, auch weils ein anderer, besserer Weg ist, derartig zu Handeln. Ich muss ihn in seiner überaus direkten Art mitunter sogar bremsen, nicht über das Ziel hinauszustoßen...er duldet kein Abweichen von unserem Konzept. Ich gebe Günter absolut Recht, wenn er sagt, dass man dabei Rückhalt braucht! Ich hatte Glück, ich habe diesen UND ich bin in der Ebene, entsprechend handeln zu können. Ich kann dies aber weitgehend nur mit Überzeugungsarbeit leisten, weil wir auf jeden Trainer angewiesen sind. Das tue ich mit Fingerspitzengefühl und Negativbeispielen aus meinem eigenen Trainerdasein...dazu der unschätzbare Wert dieses Forums!


    Ich glaube, dass dies so in nur wenigen Vereinen gehen kann - ich hatte Glück. Aber ich meine auch, dass jeder bei sich, zumindest in seinem Team die KiFu-Philosophie tragen und anwenden sollte/kann. Steter Tropfen höhlt den Stein!


    Kurz zur "schwarz-weiß"Sichtweise, die hier irgendwo kritisiert wurde. Ich musste kurz überlegen, weil ich dachte mich gelegentlich mit meiner C im "Graubereich" zu befinden, d.h. auch nach Leistung aufzustellen und spielen zu lassen. Ich meine aber, dass es hinsichtlich der Philosophie nur "schwarz" oder "weiss" gibt - man handelt als Trainer eben nach bestimmten Prinzipien, die sich entweder an den Ergebnissen orientieren oder halt nicht. Es ist eine Frage, WIE man das umsetzt und da gibt es m.E. mehrere Wege. Einige hier sagten, sie würden die Kinder nach der Stärke der Gegner spielen lassen, also die Besseren spielen gegen die guten Gegner länger und die Schlechteren DAFÜR bei anderen Spielen. Ich könnte als JL mit dieser Maßnahme leben, solange man die Gesamtsaison dabei nicht aus den Augen lässt - nicht dass am Ende alle Gegner "stark" waren. 8)

    trainer2005


    Deine Lebensgeschichte hat dich geprägt, deswegen bist Du so, wie du bist. Die Situation ist anders, die Menschen sind anders, die Zeiten sind anders. Weil du vor zig Jahren was erlebt hast, kannst Du nicht immer davon ausgehen, dass du jetzt alles richtig machst, weil du alles anders (oder gegenteilig) machst. Wie oben erwähnt, die Entwicklung oder Änderung muss nicht immer positiv sein.


    Nein, die von mir geschilderten Erlebnisse haben mich nicht geprägt, sie blieben mir aber nachhaltig in Erinnerung! Was mich geprägt hat, ist meine Meinung über den beschriebenen Kindertrainer, die bleibt bis in alle Zeit bestehen.


    Richtig, die Zeiten haben sich geändert, nur die Ansichten leider nicht! Und dass sich die Zeit geändert hat, dürfte mir hier im Osten wohl mehr bewusst geworden, als euch in Bayern/Süddeutschland - ich lebe aber auch nicht hinter dem Mond! Meine Beispiele sollten - und so hatte ich es auch gesagt - sensibilisieren, dass sich diejenigen hier mal in die Lage der Kinder versetzen, die wegen "schlechterer" Leistungen nachrangig eingewechselt werden. Offenbar ist es mir bei dir nicht so richtig gelungen...wenngleich du hin und wieder gute Ansätze zeigst, dies zu überdenken. Was mich in meinen Ansichten geprägt hat, sind Leute wie Andre und einige andere höchstmodern denkende Leute hier in diesem Forum! Dazu mein ganz persönlicher Schuss vor den Bug, als mein Team drei von 11 Kindern vor gut zwei Jahren in Richtung Ortsrivalen verließen. Und das, obwohl wir alles, aber auch alles hier gewonnen hatten! Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich eine ähnliche Meinung, wie du sie hier postest.


    Wenn man das jetzt mit meinem damaligen Trainer vergleicht, war ich bis dahin kaum besser als er. Aber mir hat dieser damalige A***tritt richtig gut getan, zeitgleich das Entdecken dieses Forums hier und mein darauf folgendes kritisches Selbsthinterfragen. Im Nachhinein ärgere ich mich, es vorher nicht besser gewusst zu haben. Aber ich habe gelernt, mein Handeln geändert, wenngleich ich im tiefsten Inneren immer gewinnorientiert bleibe. Und ich trage diese Philosophie als JL in meinen Verein, denn auch hier ist einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten! Und das Beste daran ist, dass ich weiss, wie die Leute ticken, was die für Argumente bringen und ich denen jederzeit ein praxisnahes Negativbeispiel nennen kann: Mich (bis vor 2 Jahren). Ich berichte "meinen" Trainern aber auch von den positiven Ergebnissen meines jetzigen Handelns - und damit meine ich nicht die Resultate auf dem Platz, sondern die für unsere Verhältnisse enormen Zuwachszahlen in meiner C.


    Andre - meine Hochachtung vor deiner Ausdauer! Ich lade dich hiermit offiziell zu unserer Krisensitzung in der kommenden Woche in unser Vereinshaus ein, Thema: Warum dürfen in unserer G und F nicht alle Kinder annähernd gleich lang spielen?! Oder anders: Ist es denn wirklich so schwer, sich an den Prinzipien des KiFu zu halten? ...ich drucke mir all deine Statements in diesem Thread aus und lese die vor, besser kriege ich das wohl auch nicht hin!

    Für meine Mädels ist die HKM was besonderes ohne, dass ich was dazu getan habe. Sie werden den evt. eintretenden Erfolg nie vergessen.
    Auch ich habe den Erfolg 3. beste Mannschaft NDS im Baketball nie vergessen und werde es auch nicht, ich bin auch Stolz darauf, auch wenn ich viel auf der Bank saß. Ich gehörte halt zu der Mannschaft!


    Ich finde, man kann den Kindern vermitteln kann, dass ihre Leistung und Mühe belohnt werden, in dem man denen immer mehr/weniger Spielzeiten einräumt.


    Kleine Episode aus meiner "Karriere": Es muss 1982 gewesen sein, ich damals 8-9 Jahre alt, Altersklasse "Kinder" (statt F-Jugend, das hieß in der DDR so). Ich war in meiner 2. oder 3. Saison als Spieler, vom Fußball absolut begeistert, immer beim Training, auch weil alle meine Kumpels dort spielten. Eltern beim Training oder Spiel gab es nicht, es war so üblich...die Fahrten organisierten die damaligen Partnerbetriebe des jeweiligen Vereine (auch aus heutiger Sicht absolut logenswertes Modell...wurde hier bereits angesprochen).


    Unser damaliger Trainer, ein kleiner unsympathischer, sowohl in pädagogoscher als auch fußballerischer Hinsicht ein völlig ahnungsloser Wicht, setzte ausnahmslos auf die Besseren. Die spielten immer durch, gewechselt wurde nur partiell. Oft blieben Kinder, wie ich, komplett unten und "durften" sich freuen, wenn die Mannschaft gewann bzw. wenn man den Platz mal für 10 Minuten betreten durfte. Einigen meiner Kumpels gings ähnlich. Jeden Sonntag das gleiche...bis zu jenem Tag im Frühjahr 82. Es hatte sich bei uns ein gewisser Frust...oder besser: Hoffnungslosigkeit auf etwaige Besserung eingestellt....wir waren dabei, uns vom Fußball abzuwenden bzw. schauten wir auch neidvoll auf Klassenkameraden, die beim damals existierenden Ortsrivalen ausreichend spielen durften. Nachdem der bereits beschriebene Zwerg (Trainer, ist was um die 1,60m) uns wieder einmal nicht einsetzte, beschloss ich mit 2 weiteren Kumpels, den Verein zu wechseln. Wir hatten die Schnauze voll! Unser "Plan" war es, dies sofort zu tun...wie Kinder halt so sind....also die Abmeldung noch während des Spiels auszusprechen. Als die Halbzeit ran war, sollte ich - welch Wunder - eingesetzt werden...wir lagen ja schließlich auf X:0 vorn. Ich nahm all meinen Mut zusammen und sagte: "Nein, ich spiele nicht, ich melde mich ab! Ich möchte meinen Pass haben!" Dasselbe forderten meine Kumpels. Den Gesichtsausdruck dieses "Trainers" werde ich nie vergessen! :thumbup: Monate später, und erst nach Druck meiner Eltern, händigte man mir meinen Pass aus und ich spielte beim Ortsrivalen. Dort entwickelte ich mich immerhin zum Kreisauswahlspieler, was aber nicht mit dem heutigen Stützpunkt zu vergleichen ist....aber immerhin!


    Beispiel 2: Es muss was um 1994/95 gewesen sein. Ich mittlerweile Herrenmannschaft, Anfang 20...Nummer "12". Ich spielte mal von Beginn an, mal eingewechselt, oft aber auch gar nicht gespielt. Es wurde keine Rücksicht auf Trainingsanwesenheit genommen, die Besten (teils "Eingekaufte") spielten. Ich "hoffte" mich von Woche zu Woche, endlich mal wieder von Beginn an zu spielen. Dann, Heimspiel, nur 12 Spieler, weil einige aus verschiedensten Gründen fehlten. Ich war sicher: Heute von Beginn an...mit Tendenz "komplettes Spiel"...weil nur 3 etatmäßige Mittelfeldspieler - zu denen ich gehörte - zur Verfügung standen und zudem sich diverse "Stammkräfte" längere Zeit nicht beim Training hatten blicken lassen. Als der Trainer die Mannschaft bestimmte, indem er die Positionen von hinten bis vorn durchging, war mein Namen nicht dabei. Ersatzspieler...von 12 Nr. 12! Einige meiner Mitspieler sahen mir an meinem Blick an, was in mir vorging, erst recht, als mir der Trainer dies begründete...es sei heute halt so, dass ein Verteidiger (dessen Vater großen Einfluß hatte) im Mittelfeld spielen würde. Riesenenttäuschung, Entsetzen! Als ein Großteil des Teams zum Warmmachen aus der Kabine war und die verbliebenen zwei-drei Spieler sowie der Trainer mir "Mut" zusprechen wollten, konnte ich nicht mehr anders: Ich fing an zu flennen (weinen), wie ein kleines Kind. Es war mir überaus peinlich, aber ich wollte doch einfach nur Fußball spielen...mit 20, 21 Jahren...


    Was ich sagen will ist, dass ich niemandem abnehme, dass er gern auf der Auswechselbank sitzt...dass niemand es akzeptieren sollte, ungerecht behandelt zu werden, erst recht nicht im Kinderfußball! "Stolz" war ich auf mein Reservistenleben zu diesen Zeiten auch nicht, vielmehr kam ich mir vor, wie das 5. Rad am Wagen...und als Kind gar als lästig, zweitklassig. Tabellenstände oder HKM waren mir damals schnuppe, Hauptsache ich durfte spielen - den Willen das SPIEL zu gewinnen hatte ich hingegen immer! Ich war immer "bemüht" "Leistung" zu bringen...mein Bestmögliches zu geben. Leider hatte ich damals einen Kindertrainer, der Leistung und Ergebnisse über alles setzte. Ich treffe ihn heute noch ab und zu in der Stadt, der hat noch heute meine Missachtung auf seiner Habenseite - dieser Mann hat mich geprägt!


    Ich bin heute - nach damaliger 4 jähriger Unterbrechung - immer noch in diesem Verein und möchte, dass zumindest kein Kind derartig behandelt wird, egal wie gut oder schlecht es Fußball spielen kann.

    Gemessen daran, dass wir hier teils mit Trainern aus der Schweiz oder Österreich kommunizieren, finde ich 70km eher lächerlich und beängstigend nah, wenn man sich die vielen Frustsmilies in deinem letzten Beitrag so anschaut.


    Aber wie gesagt: Nimms nicht persönlich, war nur so ein Eindruck, den ich nach deinem vorigen Beitrag hatte. Dir wollte ich damit keine Untätigkeit vorwerfen, das ging eher an deinen Verein als solchen, weil du davon geredet hattest, dass man sich mit Jugendarbeit nicht weiter beschäftigt...wohl wegen der (beeinflussbaren) Umstände in deiner Stadt.

    @ trainer 2005:



    Dem folgend, was Du hier postest, kann man Deinem Verein und den Kindern wohl nur zu ihrem Jugendleiter gratulieren. Gefällt mir!


    Danke! Ich glaube, vornehmlich mein schlechtes Gewissen gegenüber meiner früheren Einstellung treibt mich da. Ich meine, ich habe vieles gut zu machen, das möchte ich allen Kindern meines Vereins ersparen. Zudem hänge ich an diesem Verein...seit 30 Jahren.


    Also Erfolgstrainerin oder nicht..?


    99% der Eltern sind mit unserer Arbeit höchst zufrieden :)


    Warum nicht 100%? ;) Nein, Spass beiseite! Mit dem, wie du es schreibst, könnte ich als Jl leben - es gibt halt viele Varianten/Wege, die ein KiFu-gerechtes Umsetzen beschreiten. Wenn du bestimmte Kinder gegen stärkere Teams weniger spielen lässt, dafür aber gegen schwächere länger, ist das m.E. in Ordnung. Allerdings musst du aufpassen, dass du da nicht in reinen "Ergebniswahn" verfällst. Zudem bedenke, dass auch Schwächere ihren Anteil am Erreichen eines Endspiels haben!


    Aber jetzt mal ne hypothetische Frage, ihr trainiert eine 11er Mannschaft und habt das Finale der Kreismeisterschaften erreicht. Euer Kader umfasst 15 Spieler, zwei davon haben aber zwei linke Füße. Das Spiel ist eng und beide Mannschaften sind auf Augenhöhe. Was macht ihr? Opfert ihr die beiden Jungs für den Erfolg der Mannschaft oder opfert ihr den Erfolg der ganzen Mannschaft für diese beiden Jungs?


    Letzte Saison, ich mit meiner D "trotz" gleicher Spielanteile aller (!) in der Endrunde um die Kreismeisterschaft gestanden: Drei Staffelsieger, Jeder gegen Jeden. Ich habe alle annähernd gleich lang spielen lassen, auch "meinen" Anti-Fußballer, linker Verteidiger. Erstes Spiel 2:0 gewonnen. Danach verlor dasselbe Team gegen die dritte Mannschaft mit 1:2. Die Sieger hatten einen auf Rechtsaußen, der ging ab wie "Schmidts Katze" - sowas hatte ich in einer D noch nicht gesehen! Physisch absolutes C-Jugendniveau! Also "Endspiel", wobei uns ein Unentschieden gereicht hätte. Was tun mit unserem "Problemfall"?! DER gegen DEN?! Um Himmels Willen, ich beriet mich mit meinem Co und wir kamen zum Ergebnis NICHT von unserer Linie abzuweichen, auch nicht im Finale! Schließlich hatte der Junge seinen Anteil...irgendwo. Wir ließen ihn also die zweite Hälfte komplett durchspielen und ich kniff jedes Mal die Augen zu, wenn es zum 1 vs. 1 zwischen "David und Goliath" kam - das waren Welten! Überraschenderweise hat er sich überaus gut geschlagen, wobei alle anderen unterstützten (was wir zuvor einforderten). Der Rechtsaußen gewann schätzungsweise nur 50% der Zweikämpfe, was mich verdutzte. Der blieb an meinen ungelenken und unkoordiniert agierenden Spieler immer wieder (mal) hängen - der schob das Bein irgendwie raus und traf irgendwie den Ball. Tja, daran Schuld war auch ein gewisser Kräfteverschleiß des Rechtsaußen, denn der spielte - logisch - alle Spiele komplett durch. Damit hatte ich - ehrlich gesagt - auch spekuliert...es war schon im ersten Match zu beobachten. 8) Wir gewannen das Ding mit 3:2 und wurden Kreismeister - mit allen Jungs zu gleichen Spielanteilen, was in der D noch möglich ist.


    Ich antwortete, wir hätten halt komplett durchgewechselt während der Kollege auf der anderen Seite seine beiden Besten durchspielen ließ. Er sah mich mit einem Blick an als wolle er sagen "Ja und? Selbst Schuld".


    Ging mir in der laufenden Saison so! Nach einem 3:4, wo ich alle meiner C habe spielen lassen und das mindestens 20 Minuten. Der Kollege antwortete darauf: "Ja, habe ich ja auch!" Ich entgegnete: "Richtig, aber zwei deiner vier Wechselspieler brachtest du erst in den letzten 2 Minuten!" Er: "Ja, dann können die wenigstens zu ihren Eltern sagen, dass sie gespielt haben - und DIE sind dann ruhig!" ...der hatte nicht begriffen, was ich sagen wollte. Ich hab's ihm dann erklärt, aber verstanden hat er's irgendwie trotzdem nicht. :rolleyes:

    Das freut mich aber, dass es Vereine gibt, die das so oder so ähnlich verändert haben und wo man erkennen kann, dass die Ängste die manche davor haben, anscheinend unbegründet sind. Dieser Satz auch vor dem Hintergrund, dass es auch noch andere Vereine gab, die das ähnlich vollzogen (ich glaube Chris und Trainer2005 könnten dazu was berichtein).


    Richtig ist, dass sich in unserer Nachwuchsabteilung einiges verbessert hat. In der letzten Saison hatten wir eine C (JSG), D, E (außer Wertung, weil wenig Kinder) und eine F. Ich muss aber dazu sagen, dass wir bis dahin vieles haben schleifen lassen! Nachdem wir in der Führungsebene unseres Verein einiges umgekrämpelt und den (öffentlichen) Fokus auf den Nachwuchs gesetzt hatten - auch mit einem Konzept - hat sich dies auf sechs Teams erhöht. Außer einer E haben wir als "Dorfverein" alle Jahrgänge besetzt, teils als JSG (wo wir aber das Gros an Spielern stellen). Die Nachwuchszahl hat sich seit dem von damals 40 mehr als verdoppelt (Andre, für dich und einige andere hier sind diese Zahlen wohl eher "böhmische Dörfer"). Für uns aber ein Riesenerfolg!


    Was ich im Konzept jedoch (noch) nicht beschrieben habe, ist die Ausbildung der Trainer. Deren Anforderung als Person sowie Aufgaben und Pflichten schon. Ich habe den Block "Ausbildung" absichtlich weggelassen, weil ich die Verhältnisse in meinem Verein/Umfeld berücksichtigen muss. Wir sind froh über jeden Trainer, der uns unterstützt - allein jemanden zu finden ist schwer genug. Da kann ich nicht verlangen, dass die auch noch eine Ausbildung machen - begrüßen würde ich es natürlich. Vielleicht ändert sich das in Zukunft noch, aber im Moment halte ich das für überzogen. Wichtig ist mir da vielmehr, dass die Trainer sich an unserer Philosophie halten - da hätten wir schon gewonnen!


    René, du bist aus "meiner Ecke", ich kenne deine Probleme bestens! Wichtig ist, dass man Initiative zeigt und über ein schlüssiges Konzept verfügt und dieses offen publiziert. Zudem muss man "über den eigenen Schatten" springen können, insbesondere wenn es darum geht, mit anderen Vereinen zu kooperieren! Wir haben das getan und fahren damit als Breitensportverein sehr gut!

    Traurig, aber das war zu erwarten, denn der lobenswerte Ausgangspunkt des DFB war es ja, diese Bolzplätze in Gemeinden/Stadtteilen mit gewissen "Brennpunkten" (mit Migrationshintergründen) zu platzieren. So ungefähr, wenngleich in meinem Umfeld auch "wohlsituierte" Gegenden profitierten...


    Ich selber hatte zum damaligen Zeitpunkt mit unserer Bürgermeisterin gesprochen, dass wir uns in Kooperation mit der Stadt und dem Verein um einen solchen Bolzplatz bewerben sollten (war auch Bedingung der Bewerbung). Innerhalb der Verwaltung wurde der Vorschlag besprochen, aber wegen der selber zu finanzierenden Kosten für die Aufarbeitung des Grundstückes (ca. 12.000 €) abgelehnt. Man baute stattdessen für 8.000 € einen normalen Bolzplatz, aber ungeeignet gelegen am Rande unserer Stadt. Dies hatte ich damals zu bedenken gegeben und recht gehalten: Der Bolzplatz wird dort von den Kindern gar nicht angenommen.


    Zudem hatte ich damals schon den kommunalen Nachteil des Folgeaufwandes bedacht/gesehen. Gerade bei den Kunstrasenplätzen des DFB dürfte der nicht unerheblich sein - Vandalismus inklusive. Vorgebracht hatte ich diese Gegenargumente bei der Bürgermeisterin allerdings nicht...nur wundern darf sich nun eigentlich keiner, schon gar nicht in NRW, wo man in Sachen Verwaltungseffizienz anderen Bundesländern meilenweit voraus ist. Aber man hat hier den sozialen Aspekt wohl vorangestellt, was ich grundsätzlich befürworte. Schade nur, dass sich dies nunmehr ins Gegenteil umschlägt.

    Bei uns sind mittlerweile 20 € Startgeld üblich. Bis einschließlich D kriegen bei uns alle Medaillen und die Plätze 1 bis 3 entsprechende Pokale. In der G gibts keinen Sieger, weil wir nicht nach Tabellen auswerten - somit bekommen alle Teams neben Siegermedaillen einen kleinen Siegerpokal. Die A, B und C bekommen alle einen Pokal.


    Einzelpreise gibts bei uns seit letztem Sommer nicht mehr. Einzelpreise, wie Follkao schon schreibt, finde ich unpassend, zudem übersteigen die dann unser Budget. Aber "Auslöser" dafür war wohl, dass sich innerhalb meines Teams oft zwei oder auch drei Spieler um den Torjägerpokal rangelten. Die haben sich zum Ende der Turniere kaum noch angespielt, vieles allein gemacht, was mitunter zu Streitereien nach den Spielen führte. Dieses Theater hatte ich einfach satt...


    Wo bekommst Du bei Abnahme von 100 Medaillen einen Stückpreis von 60 Cent?


    Ich habe letztens 100 Medaillen für 59,95 € geordert...musste diese allerdings selber zusammenbauen. Naja, was tut man nicht alles für seinen Verein.

    Jako, der von dir eingestellte Eingangsthread hätte fast 1:1 von mir kommen können..."fast" nur deshalb, weil unser Jugendleiter (ich 8) ) nicht ERGEBNISorientiert eingestellt ist...Erfolg möchte ich schon, auch über Ergebnisse, nur stelle ich diese nicht vor die Prinzipien des KiFu!


    Ich hatte am letzten WE, am Rande unserer vereinseigenen Nachwuchshallenturniere, unsere G-Trainer zur Seite nehmen müssen. Eine Mutter hatte sich beschwert, ihr Kind würde bei "2 Minuten Spielzeit" die Lust verlieren. Ich erinnerte die zuständigen Trainer - zusammen mit dem Vereinsvorsitzenden! - daran, was unsere Philosophie im KiFu ist und diese danach zu handeln haben. Sachlich, aber bestimmt. Natürlich passte denen das nicht, es war ihnen unangenehm, aber sie ließen alle Kinder annähernd gleich lang spielen. Dementsprechend waren die "Ergebnisse"...man verlor drei Spiele knapp, ein Unentschieden, ein Sieg. Am Ende bekamen alle Kinder Goldmedaillen mit der Aufschrift "Sieger" und einen Siegerpokal. Wir hatten ja schließlich auch keine "Abschlusstabellen" ausgelobt! :P Die Kids waren alle zufrieden und hatte m.E. die Ergebnisse längst "überwunden". Nur deren Eltern fragten beim Trainer nach, was denn heute los sei...


    Ähnlich bei der F: Mal ließen die Trainer alle spielen, mal nur die Besten. Ich selber war bei dem Turnier nicht durchgängig dabei, aber solange ich da war, wurde Blockweise gewechselt. Da scheine ich allein mit meiner Anwesenheit schon für "Unruhe" zu sorgen, wobei ich auch den F-Trainer einvernehmend daran erinnerte, worauf es ankommt. Antwort: "Na klar, wir wechseln im Block, alle spielen."


    Was ich sagen will ist, dass es Zeit und Geduld braucht, dies den Trainer einzuhämmern. Diese Zeit habe ich auch selber gebraucht und ich hasse es, zu verlieren! Ich verweise bei meinen individuellen Gesprächen auch immer wieder auf meine eigenen Fehler in der E oder F, vor denen ich diese bewahren will. Ich sage aber auch klipp und klar, dass ich mich selber an unserem Konzept orientiere, dieses umsetze - in meiner C...dass auch wir wesentlich bessere Ergebnisse hätten, würde ich nur die Besten spielen lassen. Letztlich braucht es aber immer wieder jemanden, der dies den Trainern vermittelt, sie daran erinnert, denen notfalls das Konzept "um die Ohren haut" (wenn man eines hat!). Es ist, offen gesagt, zermürbend, es macht auch keinen Spaß, dies ständig zu tun, immer wieder dasselbe zu erzählen. Nur ich werde als Jugendleiter nicht meinen Kopf ewig für diejenigen Trainer hinhalten, die sich nicht an unseren Vorgaben halten...oder anders: Ich lasse mich nicht zum Kasper machen! Dann muss entweder der ergebnisorientierte Trainer oder eben ich den Hut nehmen. Letzteres wäre aber so ziemlich die letzte Option, weil es ein Scheitern wäre...


    Was mir in meinen Jahren als Trainer aber aufgefallen ist, die "schlechten" eh irgendwann über Board fallen! Die Mannschaften mit den ehrgeizigen Trainer bleiben meist länger zusammen, als die mit den laisser fairen Trainern. In diesem Mannschaften erreichen nur die wenigsten Spieler die A-Jugend!


    Das ist auch meine Erfahrung! Du sprichst aber von "ehrgeizig", was m.E. nicht unbedingt mit ergebnisgeil gleich zu setzen ist, wenngleich sich dies in der Praxis oft bestätigt. Ich selber war, wie bereits beschrieben, vom Ehrgeiz gepackt, alles zu gewinnen, ohne "Rücksicht auf Verluste". Ich denke, diese Art von Trainer meintest du nicht, weil denjenigen spätestens ab der C die Jungs davonlaufen. Mein Ehrgeiz heute ist übrigens, alle Spieler mit entsprechenden Spielanteilen zu fördern, ohne diese "gleich zu machen". Will heißen: Ich biete jedem vorrangig über Trainingsbeteiligung die Chance, sonntags spielen zu können. Erst danach kommt bei mir Leistung.



    Naja, "Welle der Entrüstung" nicht gleich, aber ich weiss, was/wen du meinst. ;) Aber es hat doch offensichtlich etwas gebracht - schön und weiter daran arbeiten! Steter Tropfen höhlt den Stein...weiterlesen an dieser Stelle erwünscht!




    Absolut richtig! Was ich meinen Trainer immer wieder predige ist, dass sowohl Kinder als auch Trainer gewinnen wollen dürfen...ja müssen! Das darf aber nie auf dem Rücken der Kinder passieren oder anders: Stellt das Ergebnis nicht über alles andere!


    Bei uns in der Schweiz sieht man nur noch wenige Erfolgsorientierte Trainer (F - E Jugend kaum noch zu finden... ausser Anfänger ohne Kurs).


    Glückwunsch, TRPietro! Wenn das bei euch so ist, seid ihr uns um Lichtjahre voraus und wir leben (aus eurer Sicht auch geografisch) "hinterm Berg". Deshalb gehe ich auch davon aus, dass wir hier wohl noch in 50 Jahren über das "leidige" Thema sprechen werden.

    Behandelt die Kinder/Jugendlichen so, wie ihr in diesem Alter am liebsten behandelt worden wärt!


    Allumfassend ist folgendes Zitat von Matthias Sammer:
    „Es ist ein echtes Problem, dass bereits in der E-Jugend die Ausbildung keine Rolle mehr spielt, sondern das Ergebnis oder die Tabelle. Der Trainer macht sich am meisten Gedanken, wie er am Wochenende das Spiel gewinnen kann, und lässt folglich die Besten spielen. Wie sollen sich unter solchen Vorzeichen die anderen verbessern, die in ihrer Entwicklung vielleicht noch nicht so weit sind? Ich stelle die individuelle Förderung stets über das Ergebnis der Mannschaft. Lasst unsere Kinder doch verlieren und verurteilt sie nicht dafür!“


    Das Ding sollte man in der ersten Unterrichtsstunde zerpflücken, weil da mehrere Botschaften drinstecken! Ich habe das in unserem Nachwuchskonzept "zementiert". 8)