Beiträge von trainer2005

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Hallo Stefan,


    ich denke, dass ich dein Problem verstanden habe/hatte. Dir kommt es prinzipiell darauf an, den von dir beschriebenen Jungen (=Talent) zu fördern, was, deiner Meinung zufolge, in seinem jetzigen Team nicht wirklich geschehen kann (speziell Zusammenspiel). Ohne zwingenden Vereinswechsel... vorerst.


    Dann müsste man m.E. mal mit dem Trainer (dessen Vater) sprechen, ob er sein Training bzw. sein "Verhalten" gegenüber seinem Sohn, vor allem bei Spielbetrieb, nicht einmal gründlich überdenken sollte. Sprich, dann müssen


    a) die anderen Kinder durch spezielles (Pass-)Training verbessert/gefördert werden
    b) das besagte Talent dazu "gezwungen" werden, mit seinen Teamgefährten zusammen zu spielen. ("Mach es alleine" ist dann eben die falsche Anweisung!)


    Hierzu gibt es doch zahlreiche Varianten, Möglichkeiten, Spielformen, Sanktionen (positive und negative), um das zu erreichen. Zumindest sollte es doch möglich sein, dieses Problem weitgehend einzuengen...


    Ich muss sagen, dass auch ich einen derartigen Spieler in meinen Reihen habe/hatte. Der hat in der F anfangs fast alles allein gemacht, obwohl die anderen durchaus in der Lage waren/sind, entsprechendes Passspiel "anzubieten". Die ständigen Alleingänge habe ich ihm weitgehend "ausgetrieben" - mit den oben aufgeführten Varianten, vor allem aber auch durch Kommunikation. Immer wieder verwies ich darauf, dass er nicht der Einzige im Team sei und abspielen möge (notfalls hat er sich das Spiel bei Nichtbeachtung auch mal 10 Minuten von draußen angesehen... das wirkt Wunder!). Zudem habe ich die anderen im Team dazu gebracht, die Leistungslücke zu ihm weitgehend zu schließen bzw. zu verkürzen.
    Dieses Talent ist mittlerweile in der D und rückt altersbedingt wieder in mein Team (meine E geht komplett in die D). Sein Passspiel ist zwar immer noch ausbaufähig, doch er hat erkannt, was ich von ihm erwarte bzw. dass es ihn nicht weiterbringt, stetig den "Alleinunterhalter" zu spielen. Auch beim Stützpunkt hat man dies erkannt und ihn darauf hin "erzogen". Das Ganze war ein langer Weg, der auch noch weiterhin bestritten werden muss, aber "aller Anfang ist halt schwer".


    Ich denke, dass der Trainer/Vater dieses Talents den beschriebenen Weg ebenfalls bestreiten sollte/muss... die Zeit dafür hat er - noch.



    Viele Grüße

    Ich bin grundsätzlich ein Freund von neuen, innovativen Ideen, die dem Training neuen Schwung geben und somit Spaß und Freude vermitteln. Dazu gehört auch der Ansatz von Andre - "Spieletraining" in gemischten Altersklassen klingt gut. Wichtig ist dabei aus meiner Sicht, dass jedoch gerade die Erwachsenen das Ganze "im Auge" behalten und nich nicht als "Alleinunterhalter" präsentieren - davon gehe ich aber in Andre's Fall aus, sonst hätte wohl niemand Spaß gehabt.


    Wir machen Ähnliches immer zum Abschluss der Saison mit einem Spiel Eltern/Trainer vs. Kinder - ein absolutes Highlight auf beiden Seiten!


    Der Ansatz von Andre beinhaltet aber m.E. vor allem, dass das Wichtigste ist, eine spezielle Abwechslung zu bieten, die alle motiviert. Mit einfachsten Mitteln (hier: Gegentor bei Standfussball) kann man dies erreichen und somit in die richtige Richtung steueren. Gestern erst hatte mein "zweiter" Coach eine ähnlich gute Idee, gerade damit sich alle (übrigens 97er - 2000er) aktiv beteiligen bzw. beteiligt werden. Und zwar durfte jeder nur ein Tor erzielen (das gewertet wurde), jeder weitere Treffer musste durch einen anderen Spieler erzielt werden usw. - Resultat: diejenigen, die sonst "alle" Tore erzielen, fingen an, "Schwächere" permanent anzuspielen, damit diese treffen. Zudem wechselten Stürmer auf einmal eigenständig (!) in die Abwehr oder ins Tor, um dort das Team zu verstärken - Abwehrspieler wurden zu Stürmern und der Spaß kam nicht zu kurz - genial!


    Was ich sagen will ist, dass jegliche Abwechslung im Training Spaß und damit die fußballerische Entwicklung jedes Kindes fördern. Ob dies unbedingt in gemischten Altersgruppen sein muss, sei einmal dahingestellt - vielleicht ist es in diesem Fall auch der Effekt, dass (wie in meinem Beispiel) "innere Strukturen" hin und wieder aufgeweicht werden sollten. Wenn dies durch klevere "Spielregeln" sozusagen von "innen her" geschieht, um so besser!


    Viele Grüße

    Hallo Stefan,


    BBCoach-Chris redet mir das quasi "aus der Seele", dessen Meinung ich demzufolge 1:1 übernehme.


    Auch bei mir im Team sind "Supertalente", die ihren Altersgenossen im Landkreis teils weit überlegen sind. Die Frage ist allerdings, wie man "Supertalent" definiert bzw. wie man damit umgeht.


    Wenn ich sage, dass es auch bei mir im Team zwei, drei "Supertalente" (97/98er) gibt, dann definiere ich dies erst einmal anhand der Gegnerschaft in der Liga. Doch das allein reicht mir nicht, denn ich meine, dass das E-Jugend-Niveau in unserer Gegend nicht unbedingt das Beste ist. Das relativiert sich dann schon im landesweiten Vergleich, wenn wir bei den Landesmeisterschaften teilnehmen. Zwar halten meine Jungs da noch weitestgehend mit, aber auch das Landesniveau ist nicht das allerhöchste. Davon konnte ich mich bei einem großen E-Jugend-Hallenturnier im Januar überzeugen, bei dem fast alle Bundesligisten und Teams wie Feyenoord Rotterdam oder Sparta Prag teilnahmen. Da wurden die Spitzentaems unseres Landes stellenweise vorgeführt - DAS sind für mich "Supertalente". An diesem Tag wurde ich in meiner Meinung bestätigt, dass in meinem Team eben keine "Supertalente" spielen, sondern einfach "nur" talentierte Fußballer. Was ich meine ist, dass man bei der Einordnung in "Kategorien" nicht den Gesamtblick verlieren sollte.


    Dennoch sehe ich dies genau, wie Chris das schon sagt: es geht doch nicht darum, dass man möglich viele "Supertalente" filtert und möglichst schnell weiterdelegiert um erste Stufen der "Karriereleiter" zu besteigen. Das ist aber ein generelles Problem! Oft wird von den Eltern den "talentierten Fußballern" (Kindern!) vorgegaukelt, dass diese eine große Karriere erwarte. Beflügelt wird dies noch, wenn diese dann beim DFB-Stützpunkt trainieren und dann auch noch von den Trainern dort "madig" gemacht werden, doch besser den Verein (in den der Stützpunkttrainer) wechseln zu sollen. Oft wird m.E. dabei vergessen, dass die Jungs erst 10, 11 oder 12 Jahre alt sind und einfach "nur" Fußball spielen wollen - mit ihren Freunden, im Heimatverein.


    Insofern benötigst du aus meiner Sicht keine "gute Lösung" - diese hast du doch bereits selber erläutert. Zweimal Vereinstraining + (wenn der Spieler es schafft) 1xStützpunkt ist doch eine absolut ausreichende altersgerechte Förderung! Zudem gehe ich davon aus, dass der Vater (=Trainer) ohnehin "spezielle Förderungsprogramme" bereithält, was aber auch nicht unbedingt nötig ist. Und wenn der Junge dabei noch Spaß hat... was will man mehr!!! Sollte dieser jedoch aufgrund ständiger Unterforderung verloren gehen (ich denke frühestens mit 13, 14 Jahren), kann man immer noch einen Vereinswechsel anvisieren. Letztlich sollte man den Jungen aber nicht dazu drängen, das sollte von ihm selber kommen, mehr als beratende Hilfestellung seitens der Trainer/Eltern ist da nicht nötig.



    Viele Grüße

    Vielen Dank erstmal für die weiteren Meldungen eurerseits!


    Andre
    Auch ich finde das Konzept des DFB mit den Stützpunkten sehr gut! Die jüngsten Nachwuchserfolge (U19, U17) bestätigen doch, dass der DFB prinzipiell auf dem richtigen Weg ist, dazu gehört auch das "Sichtungsnetz" der Stützpunkte.


    Demzufolge würde ich mir niemals anmaßen "dagegen zu arbeiten", davon war meinerseits auch nie die Rede! Mich stört halt nur, dass ich mit meiner Mannschaft aufgrund der geplanten Doppeleinheiten beim Stützpunkt "Nase" machen soll. Einmal ist da m.E. absolut ausreichend. Und dass die Trainer dort mehr Sachverstand als unsereins mitbringen, setze ich ohnehin voraus!


    Also: prinzipielle Befürwortung des Stützpunktes!


    Mit der Sichtung war dies bei uns allerdings anders: der Stützpunkttrainer kam da bei zwei, drei Spielen vorbei, nannte mir die Rückennummern der für ihn interessanten Spieler und fragte nach etwaigen nicht anwesenden Talenten. Ich benannte ihm die Namen und der Rest ging über die Eltern - fertig. Vorgestellt habe ich da niemanden...


    koeppchen
    Ob das, was unser Stützpunkttrainer da macht, "so in Ordnung ist".... ich würd's an seiner Stelle vielleicht auch tun - viel hilft viel. Was sollte grundsätzlich daran schlecht sein, einmal mehr zu trainieren (mal ganz objektiv gesehen). Letztendlich sollte man dann aber seitens des DFB nichts "verlangen" (interpretiere ich mal so: "Wir bieten zweimal an, ihr s o l l t e t besser erscheinen..."), so dass damit die Interessen des Vereins unterlaufen werden.


    Und nochmal: bei uns sind aktuell sogar 99er beim Stützpunkt. Ich denke, dass man dies als "Vorbereitungsjahr" für die D-Jugend-Turniere sieht. Außer dem Training und einem abschließenden Turnier zum Saisonende passiert da eigentlich soweit nichts Nennenswertes. Herausragende Spieler (98er) durften dann auch mal bei den Turnieren der 97er "reinschnuppern".


    Chris
    Das mit dem Stützpunktkoordinator ist zwar eine gute Idee, würde ich aber als letzte Möglichkeit zur Klärung von bestimmten Dingen nutzen. Zuerst suche ich nochmal den Kontakt zu den Eltern, dann zum Stützpunkttrainer usw. Vielleicht klärt sich das Ganze auch noch "zum Guten", sprich "einmal Stützpunkttraining", womit ich überhaupt kein Problem hätte.




    Sobald sich "Abschließendes" ergeben hat, werde ich an dieser Stelle Auskunft geben.


    Viele Grüße

    Ich kanns doch nur so weitergeben, wie das bei uns hier läuft bzw. wie es mir von den Eltern zugetragen wurde: ab der D-Jugend soll nach derzeitigem Stand zweimal Stützpunkttraining sein. Ich werde mich aber dennoch nochmal erkundigen und darüber an dieser Stelle informieren.


    Thomekz
    Dass die Vereine dann "unwichtig" werden, ist ja das "Nebenproblem", was ich genauso sehe.


    Hattabi
    Schon im letzten Jahr, d.h. im ersten E-Jugendjahr, wurden aus meinem Team zwei 98er gezogen. Diese kamen dann auch, aufgrund ihres Leistungsvermögens, beim 97er Stützpunktteam zu Einsatz. Nun kamen noch zwei dazu, also dann vier aus meiner "Noch-E". Warum man das hier (Sachsen-Anhalt) anders macht, als bei euch, kann ich nicht sagen. Wahrscheinlich schon als eine Art "Vorfilter" für kommende Jahrgangsturniere, mit Sicherheit aber, um den schlechten Fußball unseres Bundeslandes zu verbessern (ist aber auch bitter nötig!).


    Aber ein Teil der Eltern meinte schon, dass sie keinesfalls viermal trainieren "lassen" und dann eben nur einmal (montags) zum Stützpunkt fahren. Wenn dem so ist, ist's ja auch in Ordnung!


    Viele Grüße

    Vielen Dank erst mal für die schnellen Rückmeldungen!


    Zum zweimaligen Stützpunkttraining: ja, ab der D-Jugend soll bei uns (und wird derzeit wohl auch) zweimaliges Stützpunkttraining durchgeführt werden (montags/ mittwochs). Dass dies bei euch nicht so ist, verwundert mich jetzt aber auch - meine Informationen sind die bislang beschriebenen.


    Andre:
    Warum geht Stützpunkt vor?! Sehe ich ja weitestgehend ein, aber wenn das Vereinsleben daurch benachteiligt wird, wie bei uns, kommen mir da echte Zweifel. Letztlich spielen die Jungs wöchentlich in unserem Team und lediglich "quartalsweise" beim Stützpunkt. Insofern werden die "Hausaufgaben" bei uns erledigt - Stützpunkt ist, wie Holler schon sagt, als Ergänzung zu sehen, mehr (erst einmal) nicht!


    Das mit dem "überlappenden" Training ist ja genau der Ansatz, den wir mit der Maßnahme (viermal Training) verfolgen. Zumindest hat dann jeder eine Option, sich für Verein oder halt 1 mal Stützpunkt zu entscheiden. Insofern hat das Ganze vielleicht auch einen weiteren positven Aspekt: wir müssen mit unserem Trainingsangebot eben "nur" besser sein, als der Stützpunkt (ist nicht ganz so ernst gemeint, verpflichtet uns Trainer aber doch dazu, abwechslungsreich zu trainieren). Konkurrenz belebt das Geschäft!


    Bezüglich des gemeinsam angedachten Trainings mit jeweils einmal unserer E bzw. C-Jugend (keine D2!) liegen die Vorteile, wie du schon sagst, auf der Hand - natürlich werden wir leistungsbezogen trennen. Aber der eigentliche Grund dafür ist halt, dass sich bislang kein Trainer für die E, noch für die C-Jugend gefunden hat. Da wir diesen Teams aber zumindest 1 Training in der Woche ermöglichen wollen, haben wir uns dazu entschlossen, diese Möglichkeit anzubieten. Die D-Jugend sozusagen als Verzahnung nach oben und unten. Betreuer für die Spiele wären wohl vorhanden... wird alles nicht ganz einfach, kann aber funktionieren.


    Ich muss und werde dies in absehbarer Zeit nochmal mit den Eltern besprechen, denn letztlich haben diese ja auch den Aufwand. Dennoch erwarte ich zumindest eine einmalige wöchentliche Trainingsbeteiligung, auch wenn dieses Training dann das Dritte sein sollte. Schon dehalb scheint hier das letzte Wort noch nicht gesprochen zu sein...


    Viele Grüße

    Hallo Forum,


    ich habe ein aktuelles Problem und würde mich über Rückmeldungen, Erfahrungen bzw. etwaige Vorschläge eurerseits freuen.


    Bei uns (98er E) trainieren momentan 4 Spieler beim Stützpunkt des DFB. In der kommenden Saison (dann D-Jugend) kommt ein weiterer dazu, so dass von 11 Spielern des „neuen“ Kaders 5 zweimal die Woche beim Stützpunkt trainieren werden.


    Nun erörtern wir („Trainergespann“), wie wir das mit den Trainingszeiten am besten regeln. Die Überlegungen gehen dahin, dass wir, versetzt zu den Trainingszeiten des DFB, auch zwei Trainingstage anbieten wollen. Doch dies wird nach ersten (vorsichtigen) Rückmeldungen der Eltern nicht angenommen werden („Viermal die Woche kann/wird xy nicht trainieren…“), was ja auch aufgrund schulischer Verpflichtungen verständlich ist.


    Die Tendenz geht wohl auch dahin, dass die benannten Kinder vorrangig beim Stützpunkt trainieren werden/wollen/sollen, da das Training „höherwertiger“ (interpretiere ich mal so) ist bzw. ja auch „Karriere“ ansteht.


    Und genau da ist mein Problem: ich sehe nicht ein, dass ich nur mit der Hälfte meines Teams konstant trainieren kann, während die andere Hälfte eher nachrangig bei uns erscheinen wird und unser Training als „nicht so wichtig“ abhandelt. Ich überlege auch schon, wie man gewisse Kompromisse (einmal bei uns, einmal DFB oder zweimal DFB, einmal bei uns und die Woche danach umgekehrt etc.) gestalten kann, doch ich befürchte, dass dies nicht wirklich Erfolg haben wird. Vor allem beeinträchtigt uns diese Situation - so oder so - in unserem Training.


    Ergänzend soll jedoch gesagt sein, dass wir in der kommenden Saison aufgrund vereinsinternen Trainermangels einmal mit unserer E und einmal mit der C-Jugend zusammen trainieren werden, so dass es an Kindern nicht mangeln wird.


    Doch hauptsächlich geht es mir eben um „mein“ Team, das dann zersplittert trainiert…und das wohl die nächsten zwei Jahre!


    Viele Grüße

    Ich kann dem, was bislang geschrieben wurde, absolut zustimmen!


    „Muchbirne“ (deine inhaltlich intelligenten Beiträge passen absolut nicht zu dem Namen!) hat dies schon im Gros so dargestellt, wie auch ich es erfahren habe: Alles wird (von vielen Eltern) als selbstverständlich hingenommen und wenn einmal was nicht mustergültig läuft, wird (von wenigen Elternteilen) gelabert, gestichelt und gehetzt… zu mir als Trainer kommt aber niemand, da diese Leute meine letztlich stichhaltigen Antworten/Meinungen zu bestimmten Problemen kennen und spätestens dann wissen, dass sie viel Dünnes von sich geben. Egal, wie man’s macht, was man macht, wie gut man bestimmte Sachen meint – irgendwas wird von bestimmten Leuten immer moniert.


    Ich weiß, dass die meisten Eltern hinter den Entscheidungen der Trainer stehen und hin und wieder dem dummen Geschwätz anderer entgegnen, aber letztlich führt(e) dies zu Unstimmigkeiten unter den Eltern, was dem Mannschaftsklima auch nicht gut tut/ getan hat. Das Problem ist ja auch, dass diese Eltern zu Hause vor ihren Kindern weiter lamentieren und somit die Autorität der Trainer untergraben bzw. die Kinder zum „Spielball“ ihres Meinungsbildes machen.


    Ich ärgere mich eigentlich immer, wenn man von diesen Dingen erfährt, da dies auch eine absolute Geringschätzung der Arbeit der Trainer ist. Letztlich habe mir aber (leider) Folgendes von „Die Ärzte“ zum Motto gemacht: „…Lass die Leute reden und hör einfach nicht hin… Es ist ihr eintöniges Leben was sie quält und der Tag wird interessanter, wenn man Märchen erzählt.“ …da es an nötiger Intelligenz dieser Leute fehlt und Aussprachen erfahrungsgemäß nicht wirklich fruchten empfehle ich: „Bleib höflich und sag nichts. Das ärgert sie am meisten.“


    Interessant finde ich den Ansatz von Andre, dass quasi „unter dem Dach“ des DFB Trainingsarbeit honoriert wird. Vielleicht sollte dies nicht pro Trainer, aber nach Nachwuchsmannschaften je Verein ein Pauschalbetrag, der dann intern verteilt wird bzw. der Nachwuchsarbeit zugute kommt, wäre schon wünschenswert… wird nicht geschehen, ist aber trotzdem zu überdenken.


    Viele Grüße

    Ich persönlich orientiere mich da weitestgehend an den "Richtlinien" des DFB zum Kinderfussball. Diese besagen im Großen und Ganzen, dass ein Aufwärmen im Sinne von Stretchen, Dehnen usw. bei Kindern, ich denke bis fast ans C-Jugend-Alter/ "ältere" D-Jugend, nicht nötig sei. Und meine persönliche Erfahrung hat dies auch bestätigt: Kinder bis zum besagten Alter kann man quasi "aus dem Bett holen" und direkt spielen lassen!


    Dennoch bereiten auch wir unsere Jungs aufs Spiel vor, indem kleine Dribbelings (2 Mann - 1 Ball), 5 gegen 2 oder natürlich auch Torschüsse absolviert werden. Das hat aber auch nur den Grund, die Kinder an den Platz, den Ball - auf das Match an sich einzustimmen... gehört eben einfach dazu.


    Dies wird aber stets unter Aufsicht der Trainer getan, schon aus Altersgründen - ansonsten würden die Jungs wohl wirklich nur "rumbolzen", wobei ich auch das bis zum E-Jugend-Alter nicht wirklich tragisch finden würde. Ab diesem Alter sollten die Kinder dann doch eine gewisse Einstellung ("Disziplin"), gerade vor einem Spiel, mitbringen. Insofern bin ich schon für eine "geordnete" Spielvorbereitung unter "aktiver" Aufsicht des Trainers.


    Aber das sollte m.E. bei einer E-Jugend keinesfalls, wie von einigen auch befürwortet, zu einem Aufwärmen führen, wie wir es aus dem Männerbereich kennen.


    Hinsichtlich des diskutierten Tore-Aufstellens machen wir das so, dass die Trainer und Kinder diese aufstellen und Trainer/Eltern abbauen, da die Jungs nach dem Spiel Regeneration verdient haben. Ab der kommenden Saison (dann D-Jugend) überlege ich, dass auch das Abbauen der Tore vom Team selbst übernommen wird - mit steigendem Alter sollte auch deren Eigenverantwortung steigen... im Übrigen bauen wir ja auch nach dem Training gemeinsam ab.


    Viele Grüße

    Hallo,


    ich verfolge dieses Forum schon seit Monaten und habe dabei festgestellt, dass es nicht nur bei uns (98er E) Probleme gibt, wie sie hier fast 1:1 dargestellt werden.... wie motivierend!


    Zum Thema "Trainer, die so schreien..." möchte ich dann doch mal, aus "aktuellem Anlass", was loswerden:


    Der Anlass ist eigentlich der, dass ich mich persönlich nahezu deckungsgleich in den letzten Aussagen von Tom, aber vor allem von Andrè, wiederfinde. Auch spiele selber noch aktiv (Altherren-)Fußball und trainiere seit nunmehr 4 Jahren ein Nachwuchsteam, das ich in der F-Jugend übernommen hatte.


    Ich bin ein sehr "emotionaler" Typ, der, wenn's mal nicht so läuft oder "einfache" Fehlern passieren schon mal laut wird. Ich muss aber sagen, dass sich das während meiner vierjährigen Trainerzeit stark reduziert hat, was mir von meiner sehr kritischen Frau auch bestätigt wird. Anfangs (F) stand ich auch mit dem "Joystick" am Spielfeldrand und habe vieles kommentiert, angewiesen und teils hart kritisiert (aber nie beleidigt!).


    Nun ist es mittlerweile so, dass die Jungs "meine" Spielphilosophie sehr gut umsetzen (durch anfängliches Joystickverhalten?) und wir damit auch großen Erfolg (=Spaß am Fußball+Meisterschaftssiege) haben. Aufgrund dessen brauche ich kaum noch was sagen, wobei ich natürlich bedarfsgerecht durch (laute) Anweisungen eingreife. Ein Grund zum Übergang zu diesem Verhalten meinerseits war übrigens auch dieses Forum, das mich dazu gebracht hat, einiges an mir und meinem Auftreten als Trainer zu überdenken.


    Besonderer Grund zum Überdenken meiner früheren (und noch vereinzelten) lautstarken Verhaltensweise bestand, als ich selber Altherrenspiele bestritt, wo ich mit teils Regionalligaspielern früherer Tage zusammenspiele - sind nur Freundschaftsspiele, just for fun. Dort ist es so, wie von Andre beschrieben: es wird ständig "auf hohem Niveau" gemosert, verbessert, angewiesen, was mich persönlich nervt und auch verunsichert. Dies ließ mich schon vor längerer Zeit dazu verleiten, meine damalige (ähnliche) Verhaltensweise als Trainer zu überdenken: Wie fühlen sich wohl 8, 9 oder 10-Jährige bei derartigem Verhalten, wenn ich mich als Erwachsener nach fast 30jähiger Fußballerzeit verunsichern lasse bzw. keinen Spaß am Fußball habe?! Ehrlich gesagt, habe ich mich bei diesen Gedanken auch etwas geschämt...


    Ich denke, dass die Wahrheit wohl "in der Mitte" von Andre's und Tom's Argumentation liegt. Den "idealtypischen" Zustand, den Andre (und auch ich) gern hätte bzw. der vom DFB in seinen Schriften zum Kinderfussball gepriesen wird, gibt es einfach nicht - Tom sagte dies bereits! Wir befinden uns nunmal in einer Leistungsgesellschaft (passt hier nicht wirklich her, ist aber leider so!), in der alles gemessen und verglichen wird und wo zumeist der Beste geehrt wird. Das ist auch der Grundsatz des Fußballwettbewerb's - "der Beste möge gewinnen". Ich weiß, dass dies nicht der Grundgedanke des Kinderfußballs ist, aber dieser wird leider auch, und das fast ausschließlich, an den Ergebnissen gemessen.


    Insofern steht auch jeder Trainer, ob er will oder nicht, unter einem gewissen äußeren/persönlichen (Erwartungs-)Druck. Die Frage ist halt, wie man damit umgeht - viele lassen diesen durch lautstarke Kommentierungen über das gesamte Spiel hinweg raus, was ich persönlich völlig unsinnig finde.


    Aber man sollte als Nachwuchstrainer doch versuchen, dem idealtypischen Zustand so nahe wie möglich zu kommen... ich jedenfalls versuch's!


    Viele Grüße