Hey,
ich selber spiele in der B-Jugend. Wir haben drei Mannschaften in der Halle gemeldet und in der 3. Mannschaft waren nur 5 Spieler da und dann verletzte sich auch noch einer. Und was hat der gegnerische trainer gemacht? Er nahm einen Spieler runter!!!
So etwas fand ich total fair. Das gegnerische Team hat trotzdem gewonnen und schon vorher geführt. Fand es gut vom Gegner! Von daher noch einmal ein Lob an seine Mannschaft und ihn selbst! Respekt! "Mein Spiel ist Fair-Play!"
MfG
Fidi
Fair-Play-Verhalten bei Unterzahl des Gegners
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Hallo,
ich erinnere mich noch an meine eigene E-Jugendzeit...
..."Meisterschaftsspiel" gegen die englische Mannschaft unseres Kreises.
Mein Team hatte nicht genug Spieler-fragt mich bitte nicht warum- und der
Gegner hat drei seiner Spieler an uns ausgeliehen...
Das zeugt schon von Fairness.
Aber das besondere ist, dass die drei Leute so ziemlich die besten
gewesen zu sein scheinen, da sie unser ganzes Spiel gemacht und uns
zum 3-1 Sieg geschossen haben.
Ein tolles Beispiel für FAIRPLAY. Alle Kids haben gespielt und es gab keine Ergebnisse im 20er Bereich, weil die vermeintlich schwächeren Spieler "abgeschoben" wurden. -
Ich danke Euch das Ihr hier gepostet habt, Ihr seid für die "Kritiker" meiner Meinung nach das absolut beste Beispiel dafür, was in den Kinderköpfen passiert und so geht. Das bestärkt mich in meiner Meinung zu diesem Thema noch viel mehr als zuvor und sollte alle anders denkenden in ihrer Meinung nochmal selbstkritisch mit sich ins Gericht gehen lassen.
Das was Ihr da in der Kindheit an diesem einen Tag zum Thema Fairness erlebt habt, habt Ihr unbewußt Euer Leben lang in einer kleinen Schublade Eures Gehirns. Bei Bedarf wird diese Lade auch abseits des Fußball wahrscheinlich auf gehen!
Diejenigen Kinder, dessen Trainer mit 11:??? spielen lassen, lehren die Kinder auch etwas, das sie aus ihrer Schublade holen werden/holen könnten und das ist einfach nur traurig, armselig und gewissenlos und leider ein -falsches- Zeichen unserer Zeit (Ellenbogengesellschaft, kein Mitleid etc.) Es geht denen wohl ums Gewinnen, auch wenn diese Leute noch so um den Brei quatschen, sorry! Jedenfalls hat diese Denkweise im Jugendfußball nichts, aber auch garnichts zu suchen, das habt Ihr liebe Poster passend zu Weihnachten eindrücklich mit Eurer -"Zeugenaussage-" geschildert!!!
Gruß Andre -
Grundsätzlich ist Fair Play eine schöne Sache, die wir sicherlich alle schon mal gesehen und erlebt haben.
Ob man Mannschaften grundsätzlich Vorwürfe machen sollte, die ihre Anzahl an Spielern nicht reduzieren, würde ich allerdings viel differenzierter sehen. Es gibt gute Gründe für, aber auch dagegen. Es kommt einfach auf die vorhandenen Umstände an.
Fair Play besteht allerdings nicht nur darin, Spieler vom Feld zu holen, wenn der Gegner weniger Spieler aufbietet, sondern darin wie eine Mannschaft nach außen auftritt, wie hart und aggressiv eine Mannschaft spielt, wie beleidigend Spieler, Trainer Betreuer, Eltern und Fans etc. sich verhalten. Fair Play gilt nicht nur nach außen, sondern sollte auch nach innen gelten, indem z.B. Spieler die noch nicht so gut sind über ausreichend Spielzeiten verfügen, oder aber gegen Klickenbildung oder aufkommendem Mobbing dagegen gehalten wird.
Deshalb mein Tipp, nicht auf andere gucken und von denen etwas erwarten, sondern dafür sorgen das im eigenem Team "Fair Play" wirklich gelebt wird. Damit haben die meisten Teams sicherlich schon mehr als genug zu tun.
Bei anderen etwas zu fordern ist leicht, selber Vorbild zu sein schaffen viele aber leider nicht. -
Kann dir da vollkommen zustimen, bcefferen

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Bc, Fidi....grundsätzlich bedeutet die Grundregel. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch -Spezialregel (Kein Fair-Play) vor Grundregel (Fair-Play). Ich möchte die Grundregel nicht "mal" erleben, sondern sie "leben". Hierbei gestehe ich mir Fehler ein und akzeptiere, dass Andere Fehler machen, machen werden und machen dürfen.
Was ich spätestens nach "Kleinfeldborusses" Statement nicht akzeptieren kann ist das vorsätzliche Zulassen einer Spezialregel!
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Aus meiner Sicht ist allein die Tatsache, dass eine Mannschaft in Überzahl antritt und dann hoch gewinnt noch keine Verletzung des Fairplay. Habe es selbst noch nicht erlebt, dass ein Trainer der Mannschaft in Überzahl dann sein Team reduziert hätte. Fair Play ist für mich dann, den Gegner nicht lächerlich zu machen, kein übertriebenes Jubeln, kein ehrgeiziges Rumkrakeelen am Seitenrand. Und dann am besten nach dem Spiel zur unterlegenenen Mannschaft hinzugehen und zu sagen "ihr habt toll gekämpft" (falls das halbwegs stimmt). In gewisser Weise ist es meine Schuld als Trainer, bzw. die Schuld der Mannschaft oder die Schuld nicht kooperierender anderer Mannschaften im Verein (!), wenn man mit "zu wenigen" Spielern aufläuft.
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Koeppchen,
....mal ne Frage, ....am Beispiel von Kleinfeldborusse, ...was stellt denn sein Sachverhalt für Dich da?
Würde mich freuen, konkret hierzu mal Deine und ein paar andere Meinungen zu hören, danke. Gruß Andre -
Das würde ich auch so unterschreiben bzw. Koepchen hat in den von ihm aufgezählten Fällen völlig recht.
Aber es gibt auch Fälle, wo mehrere fest eingeplante Spieler/Spielerinnen extrem kurzfristig krank, verletzt oder anderweitig (gut begründet) nicht zur Verfügung stehen. Das Problem ist dann nur, das man als Externer nicht beurteilen kann ob der Gegner interne (Selbstverschulden) oder externe Probleme (höhere Gewalt
) hat.
In der Meisterschaft kann man es sicherlich oft beurteilen, aber bei Turnieren mit unbekannten Mannschaften ist es schon etwas schwieriger es korrekt einzuordnen.
Früher habe ich es wie Andre gehandhabt und die eigene Anzahl an Spielerinnen reduziert, mittlerweile bekommt in solchen Fällen die zweite Garde (komplett) die Möglichkeit sich zu zeigen und zu beweisen. Schließlich habe auch sie das Recht auf möglichst viel Spielzeit, um sich weiter zu entwickeln.
Würde ich die Anzahl reduzieren, würde ich sie dafür bestrafen, das der Gegner nicht in der Lage war komplett anzutreten. So komme ich dem Gegner (durch leistungsschwächere Spielerinnen) entgegen, und sorge unabhängig davon dafür, das diese Spielerinnen schneller ihr Ausbildungsziel erreichen.
Das bedeutet, das wir uns selbst schwächen, ohne die Anzahl der Spielerinnen zu reduzieren. Das könnte der Gegner immer noch als unfair empfinden, obwohl wir ihm deutlich entgegen gekommen sind. Denn viele Gegner können nicht beurteilen, was von uns an Qualität auf dem Platz steht, bzw. warum wir in solchen Fällen die Anzahl nicht reduzieren.
Deshalb empfehle ich einigen vorsichtiger mit der Äußerung zu sein, es ist unfair die Anzahl nicht zu reduzieren bzw. es vielseitiger zu werten. Denn bekanntlich gibt es nicht nur Schwarz oder Weiß, sondern ganz viele Grautöne. Wie hell oder dunkel dieses Grau ist liegt dann wieder im Auge des Betrachters.
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Ich finde, bcefferen und koeppchen haben Recht!
Die Geschichte von Kleinfeldborusse ist doch ist entweder erfunden oder der gegnerische Trainer war aus irgend einen Grund sauer auf seiner Mannschaft und wollte
deshalb, das die mal verlieren.
Kein Trainer gibt grundlos seine Besten Leute ab, damit er verliert. Wer so naiv ist, das zu glauben, hm.... Mehr sage ich nicht.... -
Wieso? Hab ich auch schon gemacht, wir haben ein Vorbereitungsspiel (in einem Meisterschaftsspiel geht das ja nicht, Spieler rübergeben) gemacht gegen eine Mannschaft, von der ich wusste, dass sie uns fordern wird, aber doch ein wenig unterlegen ist.
Denen haben 2 Stürmer gefehlt, also habe ich ihnen unseren besten Stürmer und unseren Drittbesten gegeben und selber mit Nr 2 und 4 gespielt. Dadurch wurde das Spiel richtig spannend, denn unser bester Stürmer hat eins geschossen und eins vorbereitet, Endstand 4:2 für uns glaub ich.
Das kann also schon auch für die eigene Mannschaft Sinn machen. Ich finds z.B. eher immer peinlich und auch ganz schlecht für den betreffenden Spieler, WENN man Spieler in eine andere Mannschaft gibt, dass man dann den "schlechtesten" nimmt... -
Bcefferen, ...schwächen oder anpassen? Bestrafen oder reich an Menschlichkeit werden lassen?
.....haben Recht......schreibt mancher. Ich finde ich gibt kein ....hat Recht, sondern man hierzu seine Meinung. Deshalb sind andere Ansichten aber nicht falscher oder richtiger.
Clubfan, zu sagen, dass er die Geschichte erfunden hat, finde ich ziemlich dreist. Ich hatte die Situation so noch nicht, aber ich sage Dir nackt in die Hand, dass ich meine Spieler auch zumindest gefragt hätte. Ich setze sogar noch einen drauf und sage, dass ich mich in Grund und Boden geschämt hätte, gegen einen ordentlichen Gegner mit zwei oder gar drei Mann mehr anzutreten!
Die von Bcefferen umschriebene "Bestrafung" der Spieler ist für mich keine Bestrafung und wenn ich Bcefferen nicht bereits gut genug kennen würde, würde ich bei einer anderen Person unterstellen, dass hier der "Punktegeier" kreist.
Für mich ist hier die Geschichte von Kleinfeldborusse der Sieg der Saison, denn die drei Punkte in der Kreisliga und der Tabellenplatz 12, 8 oder 3 in der Kreisliga sind langfristig soetwas von egal, aber die Geste -um nicht zu sagen, ..die Größe- hier mich in der Spielerzahl anzupassen, hat längere Wirkung in den Köpfen der Kinder und das ist für mich das wichtigste an speziell dieser Sache.
Übrigens, fühlen sich Eure Spieler auch bestraft, wenn Ihr offiziell gegen ein 8`ter Team spielen müßt, weil nun drei Spieler nicht mitspielen dürfen (hier im Kreis so üblich)?
Gruß Andre -
Ach, habe ich vergessen.
Ein Kompromiss wäre für mich, die Spielerzahl anzupassen, um dann zu vereinbaren, dass die anderen Spieler als Auswechselspieler aggieren. Damit könnte ich mich nach einem Hineindenken in Eure Denkweise noch anfreunden, ...auch wenn auch dieses einen Beigeschmack für mich hätte. -
Warum sollte das von Kleinfeldborusse nicht geschehen sein?
Wir selbst haben mal an einem Turnier teilgenommen, an dem ein Team aus zu wenig Spielerinnen bestand. Da wir in der Saisonvorbereitung waren, habe auch ich es drei Spielerinnen freigestellt, für beide Teams zu spielen.
Und was soll ich sagen dieses Misch-Team, hat es bis ins Endspiel geschafft, während sich unser Team deutlich schlechter platziert hat.
Da mir in der Vorbereitung die Ergebnisse nicht wichtig sind, weil es mir hauptsächlich darum geht vieles auszuprobieren bzw. die neuen Spielerinnen mit den älteren optimal zu verbinden bzw. möglichst viele Positionen für die jeweiligen Spielerinnen zu testen, kam mir das ganze sogar etwas entgegen. Entgegen deshalb, weil die angesprochenen Spielerinnen zum einen erheblich mehr Spielzeit hatten, und zum anderen deshalb, weil der andere Trainer die Spielerinnen teilweise anders eingesetzt hat, als ich es jemals gemacht hätte.
Ergebnis:
- Diese Spielerinnen hatten ein optimales zusätzliches praktisches Training (Spielzeit
)
- Ich konnte entspannt beobachten, wie ein anderer Trainer das vorhandene Potenzial der Spielerinnen anspricht und nutzt
- Ich konnte zusätzliche Erkenntnisse bezüglich Positionen, Zusammenspiel und Spielintelligenz sammeln
Eines war für mich bemerkenswert. Sie spielten in diesem Misch-Team besser als im eigenem Team. Dies habe ich mit einem schmunzeln zu Kenntnis genommen. Denn damit habe ich genau erkannt, wie flexibel und schnell sie neue Systeme umsetzen können. -
Chris, ....RESPEKT!
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Nein, das kommt gerade falsch rüber, das ist für mich kein besonders tolles Fairplay von mir o.ä.
Es ist einfach für mich die sinnvollste Lösung in dieser Situation, weil ein Spiel 11:9 oder 11:10 wirklich nicht so sinnvoll gewesen wäre, wobei ich mich schon geärgert hatte, als der blöde Idiot (mein bester Stürmer)
das 1:1 geschossen hat... -
Andre, niemand möchte dir seine Meinung aufzwingen.
Es gibt halt Gründe in die eine und Gründe für die andere Richtung.
Ich versuche lediglich die Sache differenzierter zu sehen bzw. habe mich entschlossen aus meinen bisherigen Erfahrung, es so umzusetzen.
Fakt aus meiner Sicht ist, das ca. 80-90 % Selbstverschulden (schlechte Trainer, unzuverlässige Kinder/Eltern, schlechtes internes Umfeld, schlechte Absprachen, vorher bekannter zu geringer Kader etc.) , dazu führen, das Teams mit zu wenig Spielern/Spielerinnen antreten.
Ich finde es gut, wenn jeder seine persönliche Meinung äußert. Denn nur durch Meinungsvielfalt besteht die Möglichkeit Entscheidungen abzuwägen bzw. seine Meinung, je nach Argumentation und Sachverhalt zu ändern.
Ich jedenfalls habe meine aus gemachten Erfahrungen geändert. Und zwar insofern dass ich nun sehr bewusst in ca. 90% aller Fälle mein Team nicht mehr reduzieren würde, sondern dazu über gegangen bin schwächeren Spielerinnen mehr Spielzeiten als sonst in solchen Fällen zur Verfügung stelle. Mag sein, das du das als unfair empfindest, aber damit müssen Gegner leben die aus meiner Sicht selber Schuld an ihrer Misere haben.
Ich jedenfalls arbeite an guten Kontakten zu allen internen Trainerkollegen, damit im Falle "X", auch mal Spielerinnen aus anderen vereinseigenen Teams zur Verfügung stehen. Ein kurzer Anruf beim Trainerkollegen und schon kann ich im Ernstfall auf die mir zur Verfugng stehenden Spielerlisten auswählen.
Das funktioniert natürlich nur bei gegenseitiger Hilfe und vernünftiger Vorarbeit bzw. vernünftigen Umgang miteinander. Und den sehe ich bei ganz, ganz vielen als nicht gegeben.
Sorry, aber für Selbstverschulden, aus genannten Gründen, übernehmen nicht wir die Verantwortung.
Etwas ganz anderes ist es, wenn mich ein Trainerkollege eines anderen Vereins anruft und um Spielverlegung (Meisterschaft) bittet, weil einige seiner Spielerinnen krank, verreist, oder sonstwas sind, und sein Team sonst mit neun oder 10 Spielerinnen antreten müsste. Diesen Bitten habe ich bisher immer zugestimmt. Wer damit allerdings dreimal hintereinander kommt, der hat keine keine Hilfe mehr verdient! -
Da kommen wir in dieser Sache wohl nicht auf einen Nenner. Dennoch, ....
was denkst Du über den Trainer der gegnerischen Mannschaft, von der Kleinfeldborusse berichtete?
Ist der unfair, ist der ein Neutrom, ein Idiot, dumm oder was war/ist dieser Mann für Euch/Dich?
Antwortet doch bitte mal exakt auf diese Frage. Gruß Andre -
Aus meiner Sicht ist die Geschichte von Kleinfeldborusse ein Highlight. Wenn mir das als Trainer der unterlegenen Mannschaft passiert wäre, würde ich auch bis heute mit leuchtenden Augen davon berichten.
Was ich mit meinem Beitrag weiter oben meinte, ist was ich als Fairplay erwarte. Ich erwarte nicht, dass ein Trainer einem zahlenmäßig unterlegenen Mannschaft unter die Arme greift - und habe es wie gesagt auch noch nicht erlebt. Wenn es aber doch passiert, ziehe ich den Hut!
Ich bin selbst erst einmal mit einer Mannschaft in Unterzahl angetreten, unverschuldet, 2 Spieler waren nicht zum Treffpunkt gekommen und ich konnte keinen mehr organisieren. Es ergab sich bei sehr warmem Wetter eine 0:8-Niederlage, der Gegner hat sein Team nicht reduziert. Aber unser Team ist in diesem Spiel ein Stückweit zusammengewachsen. Einige Spieler sind in dieser Sondersituation "endlich" aus sich raus gekommen. So hatte dieses Spiel auch sein Gutes. -
Eine spannende Frage noch: Wie erklärt ein Trainer der eigenen Mannschaft, dass sie verloren haben, weil er die drei besten Spieler an den Gegner abgibt? Schafft er hier durch FairPlay möglicherweise böses Blut in den eigenen Reihen?
