Mitteilungspflicht über Vorerkrankungen

  • Hallo liebe Kolleginnen und Kollegen,


    kurz zu mir, ich bin Trainer einer 2011er Jugend in der auch mein Sohn spielt...also ein typischer Papa-Trainer aber ohne Trainerschein jedoch mit Jugendleiter Vorausbildung.

    Habe selber lange und höherklassig gespielt.


    Jetzt zu meinem Fall:

    einer meiner Trainerkollegen hat mir mitgeteilt, das ein Kind aus seinem Jahrgang 2009 (aber andere Mannschaft), im Training kollabiert ist und leider verstorben.

    Der vater ist Co-Trainer und konnte seinen Sohn leider auch nicht mehr helfen. Anscheinend hatte dieser Junge eine Herzerkrankung, mehr ist noch nicht raus.

    Dieser Fall zeigte mir auf wie wenig ich eigentlich über meine Jungs weiß.

    Von unserem Verein aus gibt es hier keine klare Linie wie wir eigentlich mit eventuellen Vorerkrankungen der Kinder umgehen sollen.

    Klar sollten Eltern mitteilen ob und in welcher Form Kinder eine Erkrankung oder Einschränkung haben, aber machen dass alle bzw. hat man dann was schriftlich?....Nö!


    Jetzt zu meiner Frage, wie macht ihr dass? Fragt ihr nach bzw. gib es eine Art Formular?

    Meiner Meinung nach sollte dass schon beim Mitgliedsantrag dabei sein und wenn sich beim Kind etwas ändert muss es mitgeteilt werden.

    Wir machen dass jetzt bei der nächsten Sitzung zum Thema und da hätte ich gerne ein paar Ideen und Aussagen wie Andere dass machen....


    Ich hoffe auf Eure Hilfe.

    Danke und liebe Grüße aus München....Lui

  • hier in OÖ ist es so, dass die Sporttauglichkeit bei der Anmeldung von einem Arzt bestätigt werden muss. Allerdings weiß ich auch, dass das von den Ärzten sehr unterschiedlich gehandhabt wird. Ich persönlich weiß nicht bei allen meiner 2009er Bescheid, generell bin ich aber auch der Meinung, dass es in der Verantwortung der Eltern liegt, mir möglich Vorerkrankungen mitzuteilen

  • Bei Ärzten gibt es ein Sporttauglichkeitsattest (braucht man z.B. beim Tauchen oder Zulassung zum Trainerschein ;-)). Neben den U-Vorsorgeuntersuchungen für Kleinkinder gibt es auch eine U12 (oftmals auch J1 - U10 (7/8 Jahre), U11 (9/10), J1, J2) - kann man auch machen lassen.

    Und dann hilft sich selbst fortzubilden (Erste Hilfe). In deinem Fall war der Vater dabei und konnte nicht helfen - und der hat wahrscheinlich alles über seinen Sohn gewusst.

  • Bei Ärzten gibt es ein Sporttauglichkeitsattest (braucht man z.B. beim Tauchen oder Zulassung zum Trainerschein ;-)). Neben den U-Vorsorgeuntersuchungen für Kleinkinder gibt es auch eine U12 (oftmals auch J1 - U10 (7/8 Jahre), U11 (9/10), J1, J2) - kann man auch machen lassen.

    Und dann hilft sich selbst fortzubilden (Erste Hilfe). In deinem Fall war der Vater dabei und konnte nicht helfen - und der hat wahrscheinlich alles über seinen Sohn gewusst.

    Danke. Ja er hatte alles gewusst...ich werde mal schauen was der Vorstand meint. Erste Hilfe hab ich aber mehr über die Jungs wissen schadet nicht =)

  • hier in OÖ ist es so, dass die Sporttauglichkeit bei der Anmeldung von einem Arzt bestätigt werden muss. Allerdings weiß ich auch, dass das von den Ärzten sehr unterschiedlich gehandhabt wird. Ich persönlich weiß nicht bei allen meiner 2009er Bescheid, generell bin ich aber auch der Meinung, dass es in der Verantwortung der Eltern liegt, mir möglich Vorerkrankungen mitzuteilen

    Natürlich liegt das in der Verantwortung aber das hilft mir nicht wenn es trotzdem nicht gesagt wird leider. Also werde ich doch mal so ein Formular entwerfen. Falls Interesse bei euch besteht stelle ich es mal rein 😄

  • Ich bin bei dieser Frage immer schnell bei dem Stichwort Eigenverantwortung (also das der Eltern) ohne wenn und aber.



    Was machste denn mit einem Kind mit Asthma? Oder mit einem Diabetiker?

    Ausschluss des Kindes? Erst mal zwei Semester Medizin studieren?

    Und was machste mit Kindern mit Diagnosen wie Wahrnehmungsstörungen oder ADS?

    Oder einem frühkindlich operiertem Herzfehler?

    Kurz: wo fängste denn an und wo hörst du auf?


    Es ist doch absurd zu glauben, dass man mit einem solchen Formular einen so krassen Fall hätte verhindern können. Das müssen doch die Eltern zusammen mit den Ärzten steuern. Und wenn einem Kind vom Sport abgeraten wird, die Eltern es dennoch schicken, dann liegt die Verantwortung doch immer noch bei den Eltern! Und wenn ein Risiko fürs Kind besteht, dann müssen die Eltern eben auch während der Stunde Aufsicht führen.


    Vielleicht lernen wir aus der Coronapandemie wenigstens wieder, was Eigenverantwortung heißt. Wäre wünschenswert.

  • Der geschilderte Fall hätte sich sicher auch durch ein Formular nicht verhindern lassen.

    Aber das soll und kann so ein Formular ja auch gar nicht.

    Das eigentliche Problem hat Lui weiter unten beschrieben: Es gibt keine klare Linie innerhalb des Vereins.

    So ist es bei unserem kleinen Dorfverein leider auch. Wie ist es bei euch? Wie ist es bei den anderen?


    Wenn ein Kind jedoch eine Allergie (gegen Nüsse z.B.) hat und wir gehen z.B. Eis essen, wüßte ich das schon gerne VORHER.


    Ist das wirklich so, das die Verantwortung bei den Eltern liegt? Ich glaube vom Betreten bis zum Verlassen des Platzes sind NICHT die Eltern in der Verantwortung. Wir als Trainer sind es. Und um dieser Verantwortung gerecht zu werden KANN jedes bißchen Information helfen.

    Wer im KiFu nur auf Ergebnis spielen läßt, liebt das Spiel nicht. Und seine Spieler werden es auch nicht lieben können.


    KiFu bedeutet nicht Wissen weiter zu geben, sondern ein Feuer zu entfachen.

  • Goodie :

    Naja, viele Trainer wissen doch garnicht was ein Kind evtl. hat. Jetzt sind die Eltern beim Spiel, Training oder Turnier nicht dabei und ein Kind kippt um....der Notarzt kommt und fragt natürlich den Trainer ob er weiß welche evlt. Vorerkrankungen das es gibt oder ob es Medikamente gibt die das Kind nimmt.....DASS sollte der Trainer schon wissen! Das du vielleicht nicht als Ersthelfer diesen von mir geschilderten Fall hättest retten können steht ausser Frage, aber hier geht es schon mal um Allergien wie z.B. Bienenstich den jeder mal abbekommt und dann evtl. die richtigen Information dem Arzt gibt....da gebe ich dem Funino-Fan absolut recht.

    Es soll auch ein Thema mit dem betroffenen Kind sein dass schon mehr Selbstverantwortung haben kann als man denkt.

    Dass der Zwerg z.B kein Nusseis isst weil er darauf allergisch ist sollte ihm schon auch mal klargemacht werden bzw. im besten Fall weiß er dass auch.

    Sportmedizinische Untersuchungen bzw. Überwachung kann man bei F-E Jugend vergessen, dass geht wirklich erst D aufwärts los.

    Vorher sind die Kinder dermaßen im Wachstum dass sich vieles sehr schnell ändert.


    Sorry ich bin da vielleicht ein bisschen vorsichtiger aber dass die Eltern da eine Vorsorgepflicht haben ist doch klar, aber es gibt ja leider Eltern die den Jungs nicht mal ne Mütze oder was zu Trinken ins Training mitgeben! Da erwartet man nicht dass die mir freiwillig sagen was ihr Kind alles an Krankheiten etc. hat....die sind eher froh dass ihr Kind zwei Stunden weg ist. Die fangen dann evtl. an zu denken und ich bin als Trainer sicherer wenn da nichts drin steht im Fragebogen.


    Wenn ein Kind manche Sachen nicht essen oder trinken soll weil es die Eltern nicht WOLLEN ist mir dass nicht egal aber eher zweitrangig, wenn es aber um ein gesundheitliches Problem geht ist das schon wichtig.

    Dass du als Trainer keine Medikamente geben darfst ist hoffentlich auch klar. Bei einem schlimmen Fall wo ein Kind Medikamente braucht, kann man schon die Eltern zwingen bei jedem Spiel, Training oder Turnier dabei zu sein finde ich, denn die dürfen Medikamente verabreichen. Wir haben in einer anderen Mannschaft (D-Jugend) einen Epileptiker und da sind die Eltern IMMER dabei um zu helfen und ein nötiges Medikament zu geben.


    Natürlich muss nach einer gemeldeten Allergie oder Krankheit etc. der Trainer plötzlich schon mehr aufpassen weil er ja jetzt darüber Bescheid weiß, aber diese Verantwortung nehme ich lieber in Kauf als mir irgendwann Vorwürfe zu machen oder machen zu lassen.

    In wie weit man dass als Mannschaftsthema machen sollte bei einem betroffenen Spieler weiß ich nicht, aber ich mache meine Augen nicht zu und hoffe dass nichts passiert mit der Aussage "hab ich nicht gewusst und hätten mir die Eltern sagen müssen".


    Das Formular ist nur der Denkanstoß und auch eine Sicherheit für den Trainer und die Eltern...auch wenn es nur ums Gefühl geht....

    Jeder Trainer kann dass machen wie er will. Unsere Trainer sind meiner Meinung und ich wollte nur wissen wer sonst noch so denkt bzw. ob es Ideen gibt dies zu regeln, dass wir da was machen stand vorher schon fest :-)


    Dann würde ich das Thema für mich jetzt abschließen und bedanke mich sehr bei Euch für die Infos und die Disskusion :-)...vielleicht denkt jetzt jemand Anderes auch ein wenig darüber nach.


    Den ausgearbeiteten Vorschlag des Formulares würde ich dann posten bei Bedarf....


    Merci und liebe Grüße aus München und bleibt gesund

    Luggi