Ballbesitzspiel und sicherer Spielaufbau D Junioren Kleinfeld

  • Hi,

    das Team ist durch den früheren Trainer sehr auf ein Ballbesitzspiel eingestellt macht das auch recht gut. Es wird gern zurück gespielt, auch auf den Torwart. Lange Pässe erfolgen eher selten, wenn dann zur Spielverlagerung und nicht in die Tiefe. Bei stärkeren Gegnern passiert es nun, dass der Ball zwar gehalten wird, das Team aber auf die eigene Torlinie zurückgedrängt wird, weil zum Zweck des Ballhaltens nur noch quer oder zurück gepasst wird.

    Tips oder Anregungen, wie man die Jungs dazu bekommt, das Spiel in die Aufbauzone zu verlagern und ggf. auch mal länger in die Tiefe?

  • Rondo mit Spielfeldverlagerungen, wobei ich in der D Jugend noch eher das 1vs1 forcieren würde.

    So kannst du so Spielnah wie möglich trainieren und deckst Offensiv wie Defensiv alles ab.

    • Reduzieren der Ballkontakte in der eigenen Zone
    • ÜZ schaffen um Anspielmöglichkeiten zu schaffen
    • Verscheiben falls das schon ein Thema ist bei euch
    • Steil - Klatsch Passübungen
    • usw.


    Edit:

    hier nur mal ein BSP mit Pass in die tiefe


    https://www.bfv.at/Rondos-BFV-…ch=3CNchsMj&:hp=17;129;de

  • Danke dafür. Spielform mit Richtungswechsel hatte ich auch schon angedacht. Kontaktbegrenzung (bin ich sonst nicht so ein fan von) zumindest im Training ist hierfür wahrscheinlich eine gute Idee. Vermutlich müssen die ballferneren Spieler sich auch noch aktiver anbieten und freilaufen.

  • Danke dafür. Spielform mit Richtungswechsel hatte ich auch schon angedacht. Kontaktbegrenzung (bin ich sonst nicht so ein fan von) zumindest im Training ist hierfür wahrscheinlich eine gute Idee. Vermutlich müssen die ballferneren Spieler sich auch noch aktiver anbieten und freilaufen.

    Genau, erhöht natürlich massiv den Druck und macht es aber der Offensive leichter durch geschicktes Anlaufverhalten die Deffensive noch mehr unter Druck zu setzten.


    Ich spiele das ganzen gerne auf 4 Felder mit nachrücken, kannst aber natürlich in einen deffensive, 2 Flügel und eine neutrale Zone spielen wo dann zb 6 vs 6 auf 7-8 Ballkontakte gespielt wird oder es sofort nach 4-5 Ballkontakten zum frontalen Angriff kommt.


    Wennst permant ohne "unterbrechung" spielen möchtest kannst auch bei Balleroberung offensive/deffensive wechselen, wäre meiner Meining nach übehrhaupt das beste. So hast ein permemenetes Umschalten und Mitdeneken gefordrt

  • Hallo,


    ich praktiziere mit meinen Teams auch gerne den geordneten Spielaufbau und erkläre den Jungs (oder lasse sie darauf kommen) warum wir das tun. Meine wichtigste Regel in diesem Zusammenhang ist: "Wenn wir den Ball haben, kann der Gegner keine Tore schießen." Diese Regel scheint von Deinem Team verstanden zu sein, denn sie versuchen genau das umzusetzen. Meine zweite wichtige Regel ist: "Zuerst vertikal, dann horizontal". Wenn also eine (möglichst sichere) vertikale Passgelegenheit besteht, wird diese bevorzugt, ansonsten wird horizontal gespielt und weiter nach einer vertikalen Lösung gesucht. Ich persönlich forciere das Vertikalspiel durch Einschränkung der Ballkontakte in der eigenen Hälfte gepaart mit freiem Spiel in der gegnerischen Hälfte.


    Gegen (pressing)starke Gegner kann es natürlich vorkommen, dass der geordnete Spielaufbau so sehr gestört wird, dass dieser nicht mehr statfinden kann. Das ist nunmal die Strategie hinter dem Pressing :-). Mache Dir Gedanken über eine für Dein Team passende Lösung dieser Situation und arbeite mit dem Team daran. Verbessere entweder die Qualität des Spielaufbaus oder erarbeite eine Konterstrategie.

  • ursalien

    Konter wäre dann nur Hoch und auf den zweiten Ball gehen, sollte aber in einer D überhaupt noch nicht das Ziel sein (aktuelles Kopfball Thema) .

    Dann eher durch schnelles Handeln und freilaufverhalten den Ball aus der Gefrarenzone bringen. Handballmatch bietet sich bei sowas auch gut an um die Übersicht etwas zu schulen und Sitautionen einzufrieren.

    Weitere Fragen sind dann ja auch warum kann der Gegner so gut pressen, technische oder taktische Mängel?

    • dauert die an / mitnahme zu lange
    • gibt es raumgewinnende Ballaktionen
    • wird der Ball totgestoppt
    • blick für den raum fehlt
    • Deckungsschatten wird nicht erkannt
    • schwache oder unpräzise Pässe
    • offene stellung
    • kommt der Ball in den offenen Fuß
    • usw..

    da gibt es so viel mehr Möglichkeiten als eine Kontertaktik in der D einzustudieren.

  • Konter wäre dann nur Hoch und auf den zweiten Ball gehen

    Das sehe ich nicht so, Konter geht auch anders.


    Zum Rest hast Du meine 100%ige Zustimmung.


    Die Konterstrategie ist recht schnell erstellt, sie kann schnell einstudiert werden und hilft kurzfristig. Sollte natürlich nicht in Vordergrund stehen. Hauptsächlich gilt es in der D-Jugend darum gehen, die von Dir genannten Punkte abzuarbeiten.

  • Weitere Fragen sind dann ja auch warum kann der Gegner so gut pressen, technische oder taktische Mängel?

    Vermutlich mehreres von dem. Ausgemacht habe ich, Annahme nicht in offener Spielstellung, daher dann eher der Blick nach hinten oder zur Seite und nicht in die Tiefe. Zeitverzögerung durch Annahme im Stand. Als Folge ist dann vermutlich gar nicht die Idee da, nach vorne zu spielen. Vordere bieten sich nicht aktiv genug an, weil sie ohnehin (noch) nicht mit dem Pass rechnen.


    @ alle anderen: Herzlichen Dank für Eure schnellen und anregenden Gedanken. Da habe ich schon einiges, was ich sicher verwenden kann.

  • Das sehe ich nicht so, Konter geht auch anders.


    Zum Rest hast Du meine 100%ige Zustimmung.


    Die Konterstrategie ist recht schnell erstellt, sie kann schnell einstudiert werden und hilft kurzfristig. Sollte natürlich nicht in Vordergrund stehen. Hauptsächlich gilt es in der D-Jugend darum gehen, die von Dir genannten Punkte abzuarbeiten.


    Wenn dich ein Gegner wirklich so anpresst das du keine Anspielmöglichkeiten mehr hast, kannst nur noch "hoch und weit bringt Sicherheit" spielen. Aber das wird in der D eher nicht der Fall sein weil da max 2-3 Spieler voll draufgehen und er Rest zuschaut. Somit enstehen automatisch Lücken zum bespielen.


    Aber das geht ja jetzt eh schon zu weit. :saint:



    Vermutlich mehreres von dem. Ausgemacht habe ich, Annahme nicht in offener Spielstellung, daher dann eher der Blick nach hinten oder zur Seite und nicht in die Tiefe. Zeitverzögerung durch Annahme im Stand. Als Folge ist dann vermutlich gar nicht die Idee da, nach vorne zu spielen. Vordere bieten sich nicht aktiv genug an, weil sie ohnehin (noch) nicht mit dem Pass rechnen.


    @ alle anderen: Herzlichen Dank für Eure schnellen und anregenden Gedanken. Da habe ich schon einiges, was ich sicher verwenden kann.


    Ich nutze da auch das 2 - Kontakt - Prinzip. Sprich der erste Ballkontakt muss schon auf den andern Fuß gelenkt werden damit es möglich ist mit dem zweiten Kontakt - Schritt den Ball weiterzuspielen.