Vom C-Jgd Trainer zum A-Jgd Trainer

  • Noch wenige Monate, dann wechsle ich als Trainer von der C-Jgd zur A-Jgd. Ganz unbedarft bin ich nicht, da ich als lizenzierter Trainer grob Bescheid weiß, wo bei der A-Jgd der Schwerpunkt zu setzen ist. Was aber nirgendwo nachzulesen ist, sind die sozialen Aspekte. Ich kann mir gut vorstellen, dass angehende Erwachsene im Fußball andere Ansprüche haben, als Jugendliche.


    In meinem Fall sind wir ein Dorfverein, d.h. Ansprüche wie Aufstieg in höherklassige Regionen wird da nicht im Vordergrund stehen - um mal grob einen Eindruck zu bekommen, in welchem Umfeld ich mich bewege.


    Habt Ihr mir Tipps, wie ich mich gegenüber A-Junioren verhalten soll? Was ist beim ersten Eindruck zu berücksichtigen und wie soll ich im Training verhalten, damit ich bei den "Herren" Akzeptanz finde?


    Ich möchte diese Challenge gerne annehmen und die Arbeit gut machen. Daher wären Tipps sehr willkommen!

  • Respekt, das ist das Zauberwort. Sei du selbst und verstell dich nicht, gib Fehler zu und sei nicht zu rechthaberisch, reflektiere warum was nicht funktioniert hat und lerne daraus.

    Hole sie dort ab wo sie sind, lege die Latte nicht gleich zu hoch.


    Ich würde beim ersten Training kurz deine Beweggründe ansprechen warum du da bist und was sich der Verein davon erwartet.

    Was du dir von der Mannschaft erwartest, Spielregeln festlegen wie

    -->respektvoller Umgang, offene Kommunikation, Pünktlichkeit, Ab - und Zusagen zu Trainings und Spieltagen, dein Zugang zu Fußball, Spielidee, alle fangen bei Null an, usw.


    Fragebogen wäre auch eine Alternative mit fragen wie, bevorzugtes System, Lieblingsposition, Lieblingsübungen, weiter Hobbys usw. lernen den Mensch kennen und zeige Ihnen deine Wertschätzung.


    Danach lass mal die ersten Einheiten laufen und schau dir an wie sie miteinander umgehen, wie sie sich vor und während des Trainings verhalten und mach dir daraus dein Bild.

    Lasse dich nicht zu viel von deinen Vorgängern oder anderen Vereinsmitgliedern beeinflussen.


    Lass dir was lockeres aber dennoch forderndes für die erste Einheit Einfallen. Lege dir einige Provokationsregeln zurecht mit der du die Einheit ohne viel Aufwand anspruchsvoller machen kannst wenn du merkst die Burschen sind unterfordert.


    Im Prinzip kannst du alle Übungen die bei der C-Jugend gut angekommen sind auch mit "Erwachsenen" spielen. Fußballer sind und bleiben kleine Kinder sobald sie am Platz sind. Du musst dir eben nur Prov. Regeln einfallen lassen damit alle gefordert werden. Es dürfen ruhig einige überfordert sein damit sie merken da tut sich was, besser als unterfordert.

  • Ich würde beim ersten Training kurz deine Beweggründe ansprechen warum du da bist und was sich der Verein davon erwartet.

    Was du dir von der Mannschaft erwartest, Spielregeln festlegen wie

    -->respektvoller Umgang, offene Kommunikation, Pünktlichkeit, Ab - und Zusagen zu Trainings und Spieltagen, dein Zugang zu Fußball, Spielidee, alle fangen bei Null an, usw.

    Und dazu würde ich immer ein Anliegen (nicht unbedingt ein -Ziel-) formulieren. Und zwar mit der Mannschaft. Z.b. Wofür soll unser Fußball in der Rückrunde(planbarer Zeitraum) stehen? z.b. hohes Pressing, dadurch schnelles Umschaltspiel, was auch immer. Das ist auch auf jedes Niveau -runterbrechbar- in niedrigen Klassen ist schnelles spiel eben langsamer als schnelles Spiel in hohen, aber im Vergleich zum Niveau immer noch -schnell-. Darauf baust Du Dann dein Training auf (wir brauchen dafür xy, deshalb trainieren wir zy viel in kleinen Spielformen, Spielausschnittstraining, was auch immer). Bei ersten sichtbaren ERfolgen (in Form von Spielerischer Entwicklung) wird Akzeptanz dann immer mehr steigen.

    Für mich ist wichtig, egal welcher Altersklasse (ab D), welche LEistungsklasse, das man erkennt, wofür steht diese Mannschaft (fußballerisch).

    Das ist auch für Spieler wichtig. Identifikation steigt, Akzeptanz steigt, Motivation steigt.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Da wir ja von einem Dorfverein reden sollte das Thema Alkohol und Party auch mit in deinen Überlegungen einfliessen. Gib ihnen einerseits den Freiraum den sie brauchen aber zeige ihnen auch die Konsequenzen auf wenn sie z.B. verkatert oder noch betrunken zum Platz kommen.

    Blicke selbst mal zurück wie du in diesem Alter warst. Da ist die18. Geburtstag Feier wichtiger für die Jungs als das Spiel am nächsten Morgen.

    Hab das selber damals mit meiner A Jugend erfahren. Dann verliert man halt deutlich. Da muss man auch mal als Trainer denken " OK, ist halt so."

    Plane mit den Jungs ein Spielsystem was sie fordert aber ereichbar ist. Ob nun Pressing oder Flügelspiel etc. setze ein Akzent das für euch als Team steht. Mach sie stark damit so werden sie dir vertrauen

    Gruß

    Frank

  • Viel entscheidender als verkatert zu kommen, finde ich es gar nicht zu kommen...


    Ganz ehrlich, ich will jetzt nicht mit der alten Leier "früher war alles besser..." ankommen. Aber dieses kurzfristige Nichterscheinen weil gesumpft wurde geht mir richtig auf den Senkel. Wir haben damals auch zu tief ins Glas gekuckt und von "spielfähig" waren wir weit entfernt, aber jeder einzelne stand parat. Da müsste man eben durch!