Aussortiert - und dann?

  • Zunächst sollte sich JEDER mal hinterfragen und für sich die Frage mit dem leistungsbezogenen Verein klären :!: 
    Ferner ist meine Erfahrung, dass das oftmals nicht nur im NLZ oder beim Stützpunkt stattfindet, sondern auch im ganz normalen Dorfverein beginnend und dann sogar - wie hier im Forum oft zu lesen - sogar in einer (beispielsweise benannt) F 3, 5, oder 18!!! Genau so wie bei den Minis...E usw..!!!


    HIER geht für mich der WITZ und WAHNSINN schon los.


    Der kleinste Verein...der größte unsortierte Verein, ...konzeptlos....Vorstand aus Ehrenamtlern bestehend...die oft keine Ahnung vom Führen haben...alles geben...jedoch starke Defizite verschiedenster Natur haben. Das alles unter dem Auftrag und Deckmantel des EV zugleich. Man lässt jeden der nicht schnell genug auf den Baum kommt als Trainer zu. Viele dieser Leute und ein paar in der Vorstandsspitze haben nun endlich das Gefühl, hier - oftmals entgegen ihrem Berufs.- und Privatleben - was "reissen" zu können. Man will sich ein Denkmal setzen, sucht die Schulterklopfer und man hat im Detail oft keine Ahnung, ...wie eingang beschrieben...kein Konzept...es ist viel Willkür, ungeplantes...sich zufällig ergebendes am Werk und man lenkt es - meist zu seinen Gunsten - irgendwie in die Richtung wie man es für sich und sein Ziel benötigt...und das dann unbemerkt und schleichend...ohne Konsequenz...auf Kosten derer die sich nicht wehren können...der Kinder. Man tut so, als wäre man der große erfahrene Trainer der die große Karriere für den Spieler und den Verein vorbereitet und lenkt und in Wirklichkeit trifft davon nichts ...aber auch gar nichts zu.


    Weder verbessert man die Spieler, meistens fördert man sie nicht mal, sondern man vergrault sie über Bankdrückerei, feste Positionen, Gebrüll vom Rand...Ausschluss...Verhinderung von Spielintelligenz und Spielwitz....was ja vereinsschädigend ist und eigentlich für den "Täter" und "Mittäter" (Vorstand der das zulässt) zum Ausschluß führen muß...(siehe Statuten!).


    Und zu diesem Sumpf gehört dann natürlich auch, dass man im großen Kampf um die goldene Ananas, für den Schulterkloper unter oftmals Narzissten...für den kleinen Eintrag im ortsansässigen Käseblatt oder der wichtigen Vereinszeitung...mal drin steht und sich darstellen kann und das nicht bei Schalke 04, Bayern München oder sonst wem im großen Geschäft, sondern auf fast gleicher Ebene (ACHTUNG IRNONIE) im EV...Breitensport...hinterm Deich.


    Das alles passt auch schön zur Schulsituation. Denn die ach so schlauen Eltern habe in der Vorbuchung bereits für den eigentlichen Handwerkerjunior die Geschäftsetage und die Führung dieser gebucht, und das obwohl Junior/Juniorin in Klasse vier schwerste Schwierigkeiten bei der Rechtschreibung oder beim Rechnen hatten. Statt Hauptschule...gehts dann zum Gymnasium und ab Klasse 7 kehrt das Superkind dann - oftmals lebensprägend mit der Verliererstimmung eines Brückenspringers dorthin wohin er von Anfang an gehörte!!! -


    Das wiederum spiegelt die Mentalität unserer heutigen Gesellschaft wieder und sie deckt sich in Teilen mit den -sorry- Spinnern in den Vereinen, die das in Hunderttausend Jahren nicht verstehen werden...die es nicht schaffen werden, über ihren eigenen Ego-Schatten zu springen und sich bei der Installation von Sinnvollem (geschützte Konzepte) eher gegenseitig zerfleischen, dabei nach hinten/aussen aber noch freundlich grinsen und das Fair-Play vorschieben.


    DAS ALLES ist für mich - heute - Körperverletztung an Schutzbefohlenen.


    Statt das Trainer und Verein erkennen, dass man -gerade in heutigen Konkurrenzzeiten- mit einem ansprechenden Angebot für alle am Markt hält...so auch die aktiven Mitgliedern ...die späteren Helfer...von denen ein Verein abhängig ist und lebt...so zu rekrutieren ...um dann ggf. in der untersten Liga zu spielen, dafür aber ausreichend Mitglieder hat und atmet...setzt man auf die erste Mannschaft. Um das tun zu können, wird schon da unten kräftig selektiert und dieser Grundgedanke ist in jedem Schädel unangetastet implantiert.


    Ich kenne Trainer, die haben das so gemacht. Ich kenne Spieler, die sind davon betroffen gewesen. Ich frage mich, wieso mein ältester Sohn eigentlich bei einem E-Sichtungsturnier - bis heute von mir und ihm unvergessen - nicht in einem entscheidenden Spiel eingewechselt wurde. Ja...er hatte ein wenig rundere Wangen, weil es ihm so gut schmeckte, aber ein "Guter" war er dennoch...Zirka sechs Jahre später wurde er von Herrn Hrubesch (Stützpunktkoordinator) in einem Pokalspiel gesichtet und in eine Regionalauswahl berufen. Er spielte gegen die U 16 des BVB und und und...lief beim Deutschlandspiel gegen Italien ein und und und....


    ...was ich damit sagen will ist ...das das ein persönlicher Unterstrich für das oben benannte war. Zwei Trainer die der Meinung waren, das dieser Junge nicht gut genug war für ihr beschissenes Spiel vor den Stützpunktheinis und das unvergessen vor allem für meine Sohn. Ich bin hier emotional betroffen...u.a. diese Erfahrung war es, die mir die Einsicht brachte, das ich mein Tun als Trainer als Verantwortlicher für die vielen Kreisligakicker die durch meine Schule gingen hinterfragte...verantwortlich hinterfragte und deshalb war es für mich wichtig, dass alle spielten, niemand ausgegrenzt wurde.


    Ferner hatte ich zu einer Zeit, als ich als Trainer noch gedanklich im Tun zu den "Anderen" gehörte den Stützpunkt immer für mich als Messlatte genutzt...unbewusst. Ich stellte immer in Gesprächen heraus, dass ich derzeit 4, 5 oder 6 Spieler beim Stützpunkt hatte. Damit meinte ich wohl, das die da sind, weil ich so toll war. Das war SCHWACHSINN...die wären auch ohne mein Tun dahin gekommen, vermutlich wären es noch zwei mehr gewesen, weil ich durch mein dämliches Gebrüll schon in der F bestimmte Kinder im Tun hemmte. Als die Götter vom DFB dann irgendwann meine Jungs aussortierten, da erhielt ich Kinder zurück, die lt. Elternberichten ins Bett urinierten, ...plötzlich bei Mama und Papa wieder im Bett schlafen wollten und die keine Lust mehr auf Fußball hatten.


    Ab da fing ich an mich zu hinterfragen..alles zu hinterfragen...hinter den Vorhang zu schauen...und so kam es zu der oben knallhart aufgeführten Schilderung die bis heute Bestand hat.


    Mein Tipp:


    1. erkenne an, worum es geht und stehle den Kindern nicht ihre Zeit für deinen Egoismus.


    2. wenn du damit nicht umgehen kannst, bleibe dem Kifu fern und gehe


    oder


    3. sorge für ein geschütztes Konzept das die Kinder und Leute wie dich selbst und letztlich den Verein schützt.


    <3

  • Auswahltrainer werden selten nach ihren Fähigkeiten bestimmt, mit Kindern der betreffenden Altersgruppe schwierige Gespräche zu führen. Man kann das beklagen, aber man wird sich damit abfinden müssen. Seit ich eine U14 trainiere (und selbst Kinder zwischen 9 und 15 habe) muss ich auch sagen, ich finde es schwierig, alle diese kids zu erreichen; dafür sind sie gerade in der Altersstufe zu unterschiedlich, manche lassen praktisch niemanden an sich heran.


    Man kann sich daher wünschen, dass solche Gespräche vernünftig geführt werden, aber man kann es leider nicht erwarten; noch wichtiger: selbst wenn sie noch so gut geführt werden, wird man als Eltern gefragt sein; darüber sollte man sich bewusst sein, wenn das eigene Kind beginnt, sich mit solchen Auswahlen zu befassen. Von daher, @betreuer72, bist Du nicht gefragt, Deiner Tochter zu erklären, dass sie ein schlechtes Zweikampfverhalten hat; aber, dass solche Entscheidungen Momentaufnahmen sind, dass sie subjektiv sind, und schlussendlich, dass es im Leben andere Dinge gibt; in dem Fall behaupte ich, dass ein Kind, welches von zu hause her gefestigt ist und Zuspruch bekommt, vielleicht einige Wochen kämpft, aber dann mit der Situation klar kommen und nach vorne schauen wird. Vielleicht kommen wir Eltern manchmal sogar weniger gut mit diesen Entscheiden klar als die Kinder?

  • Letztlich müssen die Kinder überall mit Entscheidungen klar kommen . Auch in der Schule, auf dem Spielplatz , Fehlentscheidungen des Schiedsrichters.
    Wenn jetzt der Anzug mit der "DFB-Talentförderung" im Schrank hängt und Deine Tochter trotzdem nicht dabei ist ....trotzdem wäre sie traurig.
    Das ist dann so , da muss sie durch und Euch werden bestimmt ganz viele Sachen einfallen, die ihr die Zeit ein bisschen leichter machen....

  • Ich denke die Verantwortung liegt auch viel bei den Eltern. Die meisten Eltern "überhöhen" ihre Kinder. Der Grund sind hier oft eigene Ambitionen die man auf das Kind überträgt. Ein anderer Grund ist der übertriebene Stolz. Für mich ist das ein großer Fehler denn gerade hier kann der Absturz sehr groß sein. Zumal viele noch zusätzlich Druck aufbauen. Man muss auch immer in der Lage sein die Dinge zu reflektieren.


    Mein Sohn ist daher den umgekehrten Weg gegangen. Er hat auf freien Wunsch das NLZ verlassen. Die Zusage für die neue Saison hatte er eigentlich schon. Natürlich muss man hier viel miteinander reden, das für und wieder abwägen und sein Kind auffangen.


    Ich kenne jetzt nicht alle NLZ's aber für mich ist es mittlerweile im Bereich bis zur U15 nicht mehr das "Nonplusultra". Zumal der Unterschied zu gut geführten Vereinen bis dahin nicht so gross ist. Die Erfahrungen die man dort macht, die sportliche Herausforderung, das alles ist weitgehend schon klasse. Es kommt hier aber auch auf das Kind an. Die mentale Komponente gerade in einem NLZ ist nicht zu verachten und beim Fussball kommt es meiner Meinung nach viel auf den "Kopf" und die entsprechende Verfassung an. Viele Kinder sind hier schon reifer als andere und machen einfach ihr Ding. Das muss man anerkennen.


    Für mich ist mittlerweile entscheidend wer das Training macht, wie die Kinder geführt werden, ob sie Spaß haben und ob sie entwickelt werden. Ich denke das habe ich nun gefunden und liegt vor allem im näheren Umfeld ohne Druck und viel Zeit für die Schule. Er soll jetzt zur Ruhe kommen, Spass haben und dann schauen wir was passiert.


    Ich kann nur jedem raten das entspannter zu sehen, seine eigenen Ambitionen hinten dran zu stellen und einfach nur für sein Kind da zu sein.

  • @sambajaeger
    Klasse Posting!


    Ich denke die Verantwortung liegt auch viel bei den Eltern. Die meisten Eltern "überhöhen" ihre Kinder. Der Grund sind hier oft eigene Ambitionen die man auf das Kind überträgt. Ein anderer Grund ist der übertriebene Stolz. Für mich ist das ein großer Fehler denn gerade hier kann der Absturz sehr groß sein. Zumal viele noch zusätzlich Druck aufbauen. Man muss auch immer in der Lage sein die Ding zu reflektieren.

    Ich würde sogar sagen: Die Verantwortung liegt vor allem bei den Eltern, positiv wie negativ.


    Mein Sohn ist daher den umgekehrten Weg gegangen. Er hat auf freien Wunsch das NLZ verlassen. Die Zusage für die neue Saison hatte er eigentlich schon. Natürlich muss man hier viel miteinander reden, das für und wieder abwägen und sein Kind auffangen.

    Respekt, finde ich klasse, wenn er das so für sich klar gemacht hat und wenn ihr ihn bei diesem Schritt unterstützt.


    Ich kenne jetzt nicht alle NLZ's aber für mich ist es mittlerweile im Bereich bis zur U15 nicht mehr das "Nonplusultra". Zumal der Unterschied zu gut geführten Vereinen bis dahin nicht so gross ist.

    NLZ war nie das "Nonplusultra" (schon gar nicht für alle Kinder/Jugendlichen) und wird es auch nie sein. Dass es bis zur C-Jugend auch viele "normale" Vereine gibt, die sportlich ähnliches Niveau (in Bezug auf Trainingsqualität, Mitspieler, Gegner) anbieten, ist ja keine Neuigkeit mehr. Wobei man genau schauen muss, wie die Förderung dann tatsächlich aussieht. Dazu muss man sich Gedanken machen, woran man erkennt, ob ein Verein "gut geführt" ist. Der einfache Blick auf die Tabelle reicht dazu nicht.


    Ich kann nur jedem raten das entspannter zu sehen, seine eigenen Ambitionen hinten dran zu stellen und einfach nur für sein Kind da zu sein.

    Diesem Fazit kann ich zu 100% zustimmen! Das gilt mMn vollkommen unabhängig davon, in welchem Verein oder auf welchem sportlichen Niveau das Kind Fussball spielt.