Übungen für lange Bälle/Langen Ball schicken

  • Erst mal muss dafür natürlich die Grundvoraussetzung gegeben sein, dass lange Bälle gespielt werden können und auch recht punktgenau ankommen. Das würde ich einfach vor dem eigentlichen Trainingsbeginn fordern, dass die Spieler sich lange Bälle spielen.
    Für das Spiel heißt es Situationen zu erkennen. Das muss die Verteidigung im Spielaufbau, aber auch die Stürmer erkennen können. Ein langer Ball macht sicherlich nur Sinn wenn der Gegner relativ hoch steht und dadurch der kurze Spielaufbau gestört ist.
    Das heißt die Verteidiger müssen erkennen dass der lange Ball kommen muss und die Stürmer dürfen nicht im Abseits stehen und sprintbreit seien.
    Hierzu kannst du einfach deine Abwehr den Spielaufbau trainieren lassen und zu einem bestimmten Zeitpunkt Druck geben, sodass dann der lange Ball gespielt werden muss. Das muss dann der Stürmer erkennen und lossprinten aber bei Ballabgabe nicht über der Mittellinie sein.
    So schulst du bei beiden Mannschaftsteilen das erkennen von Spielsituationen und das richtige Handeln.
    Das wäre meine spontane Idee zu diesen Thema, wobei ich kein Freund von langen Bällen bin ;)

  • Sind eigentlich die technischen Voraussetzungen gegeben, d.h. können die Spieler einen technisch sauberen Flugball spielen, der dorthin geht, wo er hin soll, die erforderliche, aber nicht zu große Höhe hat und der vom Adressaten gut zu verarbeiten ist? Diese Voraussetzung dafür, dass ein langer Ball überhaupt erst sinnvoll sein kann, gilt es meiner Meinung nach zuerst sicherzustellen. Anschließend geht es darum, deine Mannschaft dazu zu befähigen, dass sie erkennt, wann ein Flugball sinnvoll ist und wie sich dann vor allem der Adressat am besten verhält.

  • OK...ist hier ja nicht ganz die Frage, aber ich möchte -off topic- dennoch sagen, dass mir das Spiel mit langen Bällen sowas von zum Hals raushängt, dass ich das bei Spielen nicht länger ertragen kann. Das sage ich, weil ich so enttäuscht darüber bin, dass die sonst nämlich auch nichts drauf haben und anscheinend gemeint wird, dass das das große taktische Wunder ist oder wie?


    Ich kenne einen Verein, da wird zu über 95 Prozent der lange Ball gespielt und das geht mit dem Torwartabschlag los. DAS ist durchsichtig wie sonst was...und einfach zu einfach. Eigentlich ist es langweilig und die meisten langen Bälle -angefangen beim Torabschlag- landen meinen Beobachtungen entsprechend direkt beim Gegner. Der ist oftmals nicht gut genug, den Ball richtig anzunehmen und schwups ist der Ball dann so doch wieder beim eigenen Spieler....einfach scheisse sowas. Dort wo der Gegner den Ball beispielsweise annehmen kann...ist der also meistens weg. Ich sage mal so gefühlt...zu 80 Prozent weg. Da kann ich den Ball doch eigentlich gleich freiwilig an den Gegner abgeben, oder?


    Es gibt zig Spieleröffnungen...und im Spiel sollte man in allen Variationen den Spielaufbau schulen und sie zuvor technisch in die Lage bringen, sichere Bälle zu spielen. Also sichere Bälle...dann Spielaufbau und spielerisch den Ball abseits langer Bälle in die gegnerische Hälfte spielen um dann zu einem Torabschluss zu kommen.


    Das Ausbildungssystem birgt diese Abläufe...man muß sie aber kennen und das ineinander über Jahre aufbauende System kennen und verstehen. Irendwann...wenn sie alles relativ gut ausgiebig durchlaufen haben...kommen dann auch lange Bälle als kleines Thema.


    Also nicht überbewerten.Entsprechend schließe ich mich Tobn`s Anmerkung direkt an.


    Wollte das halt mal so benennen, weil das was vor dem "langen Ball" kommen sollte, stiefmütterlich vernachlässigt wurde...was hier nicht auf den Threadschreiber zutreffen muß...darum gings mir nicht (den damit anzugreifen)...ist allgemein aus einer Beobachtungserfahrung heraus so benannt um aufmerksam zu machen.

  • @F ...


    Ein paar Übungen dafür sind leicht gemacht:


    1. Partnerübung für "lange Bälle" flach, halbhoch, hoch
    Hütchen im Abstand von ca. 30 m positionieren und Schußtechniken für die 3 Varianten trainieren


    2. Partnerübung für "hoche, lange Bälle"
    a. Übungstor/e (soll gegnerische Abwehr simulieren) im Abstand von ca. 30 m vor dem Trainngstor aufstellen
    b. Keeper fürs Trainingstor bestimmen
    b. Abwehr-, Mittelfeldspieler ca. 8 - 10 m hinters Tor positionieren und ausreichend Bälle bereit legen
    c. Angreifer rechts/links neben Übungstor/e positionieren


    Aufgabe: sobald Flankenschütze anläuft, der den Ball knapp übers Übungstor schießt, rennt Angreifer in Richtung der von ihm eingeschätzten Flugbahn. Unmittelbar nach Ballkontrolle entscheidet der Angreifer über sofortigen Torabschluß oder 1 gegen 1 Dribbling mit Keeper.



    3. Übung mit Gegnerdruck
    dito, jedoch stehen im Tor Abwehrspieler mit Blickrichtung auf den Flankenschützen
    Aufgabe des Angreifers besteht darin, die Flanke früh genug zu erahnen. Weil der Abwehrspieler sich zuerst noch umdrehen und Tempo aufnehmen muß, sollte der Angreifer vor ihm am Ball sein und zügig den Torabschluß suchen. ist der Abwehrspieler vor ihm am Ball, spielt er zum Keeper zurück, wodurch die Situation für ihn erfolgreich abgeschlossen ist.


    4. Variante mit Gegnerdruck
    dito, jedoch werden Hütchen statt Übungstor zur Positionesbestimming beim Start eingesetzt. Hierbei gibt es weitere Angreifervarianten, bei der nicht nur die Tiefe, sondern auch die Veränderung in der Breite der Spielfeldposition verändert werden kann.



    Meist ist jedoch nicht die Technik das Problem, sondern die Geschwindigkeit des Umschaltprozeßes nach Balleroberung. Hierbei treten folgende Fehler auf:


    1. "Todstoppen"
    Weil der Spieler nicht gelernt hat, bereits vor der (wahrscheinlichen) Balleroberung eine Entscheidung zu treffen, was er danach mit der Kugel machen will, wird der Ball gestoppt, um Zeit für diverse Varianten zu gewinnen. Leider wartet der Gegner nicht immer geduldig auf die Entscheidung der Ballführenden, weshalb die Dauer bis zur Entscheidung von einer erfolgreichen Ballverarbeitung abhängt.


    2. "jetzt hab ich den Ball endlich und geb ihn erst mal nicht mehr her .."
    Wird Zeit damit vertrödelt, dass man nach der Balleroberung erst mal einige Meter damit läuft, bevor man ihn paßt, so gibt man dem Gegner Zeit, sich zu sortieren. So hat er es leicht, den Ball rasch zurück zu erobern.


    3. "den Ball erahnen"
    Nur, wenn der Paßnehmer rechtzeitig den Ball erahnt und bereits taktisch klug läuft, kann er einen Vorteil daraus ziehen. Wartet er, mit der Mitspieler den Ball angenommen hat, wissen auch die in seiner Nähe befindlichen Gegenspieler, wohin die Kugel wahrscheinlich weitergeleitet werden soll.


    4. den Ball in den Lauf spielen
    Nicht der Passgeber, sondern der Paßnehmer entscheidet, wohin der Ball gespielt werden soll. Dabei ist es wichtig, dass er Ball in Richtung zum gegnerischen Tor erlaufen kann. Denn kommt der Paß zu kurz, muß er ihn entgegen laufen und verliert schon dafür zu viel Kraft, die ihm beim anschließenden Tempodribbling vermutlich fehlen wird.


    5. Paß aus der richtigen Zone
    Erfolgt der lange Ball aus dem eigenen Drittel, so hat das defensive Mittelfeld und die Abwehr nicht genug Zeit, um nachzurücken. Bei sofortiger Balleroberung durch den Gegner kann dieser das kurzfristig entstandene "Loch im Mittelfeld" für sich nutzen, um darüber selbst einen erfolgeichen Angriff zu starten. Deshalb sollte der "lange Ball" möglichst aus dem Mittelfeld in den Schnittstelle der gegnerischen Abwehr gespielt werden. Dabei sollten die Angreifern noch genügend Distanz zum gegnerischen Tor besitzen, damit sie den Ball kontrollieren und erfolgreich abschließen können.


    Die Paßtechnik steht also erst an letzter Stelle, denn zunächst einmal sollte das schnelle Umschaltspiel trainiert werden.