Feste Positionen? - Das leidige Thema

  • Ok, das Thema ist für die meisten wohl so ausgelutscht wie kein zweites aber per Suchfunktion die passende Antwort suchen dauert mir zu lange :P


    Feste Positionen ab wann?


    Wie schon oft beschrieben werde ich eine D Jugend übernehmen und da diese in der letzten Saison bereits mit mehr oder weniger festen Positionen gespielt hat ist meine Frage: Soll ich weiterhin feste Positionen spielen lassen oder macht es Sinn noch mal zum Rotationsprinzip zurückzukehren? Falls das Rotieren nochmals probiert werden sollte ist meine Idee, dass ich die Jungs entweder als Außen oder Zentralspieler ausbilde, d.h. sie haben zwar einen Schwerpunkt in der Orientierung, werden aber defensiv wie offensiv geschult.


    Meinungen? Vorschläge?


    PS: Die Mannschaft ist eine reine Leistungsmannschaft und nominell ein Aufstiegskandidat

  • Hallo Boque,
    ich finde es gut, dass du mal wieder einen neuen Thread eröffnet. Ausgelutscht ist dieses Thema nur für die Vielschreiber.
    Für die Neulinge und die Mitleser ist es oftmals besser, die Themen neu zu starten.


    Hier ein uralter Thread (2006) von mir, der meiner Meinung nach aktueller ist denn je.
    Spielsysteme 7:7


    So habe ich bis einschließlich D-Jugend gearbeitet.
    Hier ein Link 3 Jahre später:
    F-Jugend: Feste oder wechselnde Positionen?
    Ab der C-Jugend (11er Feld) fing ich an, die Spieler im taktischen Bereich positionsspezifisch auszubilden. Allerdings wurden alle Spieler auf allen Positionen ausgebildet.
    Einige Profitrainer haben bezüglich der Positionierung und der Rotation wohl in diesem Forum nachgelesen u.a. Jupp Heynckes, und Pep Guardiola.  :D 
    Hier dürfen wir endlich einmal auf den "großen Fußball" schauen um uns Anleihen für den Kinder- u. Jugendfußball zu nehmen.
    Damit diese Profispieler so flexibel eingesetzt werden können, benötigen sie so lange wie möglich eine breite und umfassende Grundlagenausbildung.
    Ich weiche natürlich auch hier nicht von folgender Meinung, die ich mir zu eigen gemacht habe, ab.
    "Jugendfußball ist kein reduzierter Erwachsenenfußball" und "Kinderfußball ist kein Erwachsenenfußball"


    Für mich steht zurzeit fest, dass die Rotation und die nicht positionsgebundene Ausbildung bis in den Erwachsenenfußball hinein ein Prinzip im Training und Wettkampf dieser Sportart werden muss.

    Ein Kind trainieren heißt nicht, eine Vase zu füllen, das heißt, ein Feuer anzuzünden

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 Mal editiert, zuletzt von Dirk Coerverfan ()

  • Meine Mannschaft (Altjahrgang D-Jugend) hat extreme Leistungsunterschiede. Ich habe drei Mädchen, die in den letzten Jahren immer viel auf dem Platz waren und entsprechend robust und sicher auftreten. Ich habe aber auch sechs Mädchen, die in den letzten Jahren immer nur die berühmten 5 Minuten auf den Platz durften und sehr unsicher auf dem Platz waren, da sie vorher noch nie eine tragende Rolle im Team hatten. Mit denen betreibe ich keine Rotation. Wir spielen ein 2-3-1, wobei ich eins der starken Mädchen leider zur Absicherung häufig nach hinten stellen muss, da wir auch ein Schnelligkeitsproblem in der Mannschaft haben. Das andere starke Mädchen spielt dann zentral im Mittelfeld und ist auch wirklich so stark, dass sie nach hinten und vorne viel Wirkung hat. Die anderen sollen erst mal Sicherheit tanken, nach einer Ausprobierphase zu Beginn der Saison spielen sie feste Positionen, was zumindest beim Blocken des Gegners ganz gut funktioniert, wenn auch im Spiel nach vorne noch viel Luft nach oben ist. Aber die Mädels kommen zurecht und sind kein Punktelieferant.


    Ich finde man muß sein Spielsystem und die Frage, ob viel rotiert wird oder nicht an seinen Spielern orientieren und kann nicht grundsätzlich immer sagen das Rotation sein muss. Wir haben auch noch einen völlig neuen Torwart, die im 2. D-Jugend-Jahr erst mit Fußball angefangen ist und ein Mädchen mit einer sehr starken Lernbehinderung, die von den anderen auf dem Platz mit durchgezogen werden muss wenn sie ihre Einsatzzeit hat. Da gehen mir solide Ergebnisse vor den Rotationsgedanken, wenn die Mannschaft nur Klatschen kriegen würde wäre auch keinem geholfen, womöglich hätte der Verein dann am Saisonende ein paar Spielerinnen weniger. Zu Beginn der Saison hat die eine oder andere schon gemunkelt: Mit der im Tor velieren wir doch nur. Auch das Lernbehinderte Mädchen ist schwierig, die kann ich nur vorne als 'Störspielerin' ohne große Wirkung einsetzen. Da kann die Akzeptanz für diese Mitspielerinnen in der Mannschaft auch schnell verloren gehen, wenn es nur hohe Niederlagen hagelt. So habe ich den schönen Erfolg, das alle 10 Mädchen im nächsten Jahr in der C-Jugend weitermachen wollen, keine hört auf. Muss man auch mal von der Seite betrachten.


    Ob man Rotation zu Gunsten einer Erfolgsorientierung nach oben hin (z.B. Meister statt Dritter werden) sein lassen sollte, bezweifle ich. Aber wenn es ums blanke Überleben in der Klasse geht, um überhaupt einigermaßen mithalten zu können ist das finde ich o.k.

  • Ich stimme Dirk zu, dass dieses Thema durchaus wieder diskussionwürdig ist, auch wenn die Alten das schon ausgiebigtst
    getan haben.


    Finde aber , dass wir da mal direkt Bezug auf @boque nehmen, also nicht allgemein über Rotation, ja oder nein, ist ja wohl keine Frage mehr, sondern einmal in der D-Alterstufe bleiben und auch das "wie rotiere ich" mehr in den Vordergrund schieben., denn wie rotiert wird, sieht man auf dem Platz die tollsten Dinge.


    thomasg hat da ja schon einen guten Weg dazu eingeschlagen

  • Für mich steht zurzeit fest, dass die Rotation und die nicht positionsgebundene Ausbildung bis in den Erwachsenenfußball hinein ein Prinzip im Training und Wettkampf dieser Sportart werden muss.


    Und das tolle daran ist:


    JEDER von uns Trainern kann das tun...es ist einfach und gut und man kann sogar taktieren. Den "echten" Stürmer setze ich dann halt gegen die guten Gegner vorne ein. Ich kann ihn auch zeitlich bis zum Ziel dort einsetzen....Ziel wäre z.B. eine 2:0 Führung bis 20 Minuten vor Schluß oder...ich liege 20 Minuten vor Schluß hoffnungslos hinten...da wäre es dann auch egal. Ich möchte damit herausstellen, dass der ausbildende Jugendtrainer hier ein maximum von Möglichkeiten bei dem hat, was er gern macht....taktieren und das bei max. Ausbildungsinhalt und das unter Beachtung des Rotationsgedankens der für mich ein Kifu-Merkmal darstellt.


    Es wird Kinder geben, denen wird das zunächst ein wenig Angst machen. Da wäre es wichtig, sie stark zu sprechen. Sie müssen wissen und darauf vertrauen, dass sie Fehler machen dürfen. Der Trainer sollte wissen, dass es ebend diese Fehler sind, die benötigt werden, um Erfahrung und damit Kompetenz, Spielwitz und Intelligenz zu tanken. Ich schriebs woanders...dass ich der Meinung bin, dass der Verzicht darauf -durch Verzicht auf z.B. Rotation- für mich einen schlechten Trainer ausmacht...es ist geradezu verwerflich und hätte nur einen Grund: Gewinndenken und Egoismus und Schwäche einer erwachsenen Person: des Trainers!


    Ich wurde dafür schon gesteinigt: Ich schrieb damals, dass ich Rotation im gesamten Ausbildungsfußball für wichtig halte. Ganz besonders wichtig ist es für mich im unteren Jugendbereich...aber auch später bis mindestens zum Ende der C. Das WIE ist eine andere Frage dabei.


    Bei den Minis....aus meiner Sicht...spielen lassen, ohne Positionen
    Bei der F...im 3:3 ...möglichst drei Auswechselspieler. Wechselkommando...die hinteren drei gehen geschlossen nach vorne...die vorderen Drei kommen raus...die drei Eingewechselten rücken hinten ein usw., usw.
    Achtung: Der TW rotiert auch, dieser vielleicht besser von Spiel zu Spiel.
    Bei einer E eventuell genauso.....oder auch einzeln einwechseln und die Rotation eventuell von Spiel zu Spiel stattfinden lassen.
    Bei einer D und C würde ich die Rotation durchaus auch mal nach mehreren Spielen stattfinden lassen.....
    Ab der B habe ich dann Spieler, mit denen ich -auf Punktejagd- flexibel auf Spielsituationen und Personalsituationen reagieren kann.


    Entsprechend spräche nichts dagegen, einen Mittelfeldmann -je nach Spiel und Spielverlauf- mal hier oder da aus taktischen Gründen einzubauen. Der taktische Grund wäre gleichzeitig auch Ausbildung!


    Fazit und zurück zur eigentlichen Eingangsfrage des Threadschreiber: selbstverständlich zurück zur Rotation...und dabei das Starkreden der Spieler nicht vergessen und das Vertrauen schaffen, dass sie Fehler machen dürfen. Wer das wirklich erzeugt und lebt...wird mit Vertrauen und Motivation belohnt...soweit es ehrlich gelebt ist und nicht vorgeschoben wird...das merken die Jungs allein am Gesichtszug und der Stimmlage des Trainers. Bei der Polizei sagen wir mit vorgehaltener Hand...Schweine erkennt man am Gang...egal was sie sagen oder tun (es geht um Mimik und Gestik). :thumbup:

  • Etwas Nachdenkliches zum Rotieren und Positionieren.


    Zurzeit trainiere ich meine damaligen Jungs 1996/97/98er (alle haben letzte Saison A-Jugend gespielt) wieder.
    Wir hatten in den letzten Trainingseinheiten der Saison einige Spieler, die bei uns Probetraining gemacht haben. Man glaubt es nicht, aber alle Spieler wurden von ihren Eltern begleitet.
    Am Ende wollten alle Eltern von mir wissen, was ich von ihren Söhnen halte und ob er genug Einsatzzeit bekommen würde und ob wir mit ihm den den Aufstieg schaffen.


    Nach meine Standardsprüchen über Ausbildung,Tabellen, Rotation, positionieren, und gleiche Spielzeiten für alle fragte ein Vater, wie stark ich die Gegner in der nächsten Saion einschätze.
    Mit so einer Frage habe ich überhaupt nicht gerechnet, weil mich die gegnerischen Mannschaften noch nie interessiert haben. Kurz überlegt ?( 
    Dann hat sich folgendes Gespräch entwickelt.
    Ich:"Schau mal kurz auf den anderen Trainingsplatz. Was siehst du dort?"
    Seine Antwort: "Wenn mich nicht alles täuscht, müssten das eure 1.Herrenmannschaft sein"
    Ich: " Schaue sie dir genau an, dass sind die Gegner für unsere Jungs"
    Er: " Häh, das verstehe ich nicht?"
    Ich: "Jeder einzelne von den Spielern, die dort trainieren besetzt einen Stammplatz, den unsere Jungs aus der A-Jugend in ein bis drei Jahren einnehmen wollen.
    Jetzt schau dir mal den Spieler XXX (21 Jahre alt) der 1.Herrenmannschaft an, was hälst du von ihm?"
    Er: " Den kenne ich sogar, der spielt auf der 6er Position und ist unglaublich stark, andere Vereine wollen ihn auch schon haben (diese Info stand in der Zeitung)."
    Ich: " Er will aber sein Fußballerleben lang hier bleiben. Glaubst Du, dass auch nur ein Spieler der A-Jugend jemals sein Niveau erreicht?"
    Er: "Nein"
    Ich: "Wäre es jetzt sinnvoll einen Spieler der A-Jugend total auf diese 6er Position auszubilden, nur damit er, wenn er in den Herrenbereich wechselt, auf der Ersatzbank landet?"


    Schon toll was dieses Gespräch bei dem Papa ausgelöst hat.

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  • Andre


    Ist ja alles richtig was du schreibst, wirst auch wohl kaum Widerspruch bekommen.


    Ist aber allgemeine Grundsatzphilosophie.



    wäre vielleicht auch angebracht, konkret auf die Fragen von @boque einzugehen. so wie du z.B in der D konkret vorgeangen bist. meine kommt noch.

    Falls das Rotieren nochmals probiert werden sollte ist meine Idee, dass ich die Jungs entweder als Außen oder Zentralspieler ausbilde, d.h. sie haben zwar einen Schwerpunkt in der Orientierung, werden aber defensiv wie offensiv geschult.


    Meinungen? Vorschläge?

  • Wir haben in der E-Jugend noch ständig durchrotiert; in der D-Jugend gibt es schon so etwas wie feste Positionen, allerdings nicht in dem Sinne, dass das jetzt die Position für den Rest des Lebens ist. Ein Spieler spielt halt ein halbes Jahr auf einer Position und danach ist bei den meisten wieder etwas anderes dran. Gerade schwächere Spieler haben auch mal längere Zeit dieselbe Position gespielt, bis sie eine gewisse Sicherheit entwickeln. Da freue ich mich dann jetzt schon drauf, wenn der in seiner Persönlichkeit sehr zurückhaltende AV, der froh ist, langsam klar zu haben, was er auf der Position machen muss, sich nächste Saison als Stürmer wiederfinden wird. Der hat schon komisch geguckt, wenn er im Training jetzt schon ab und an mal eher vorne spielen sollte oder bei positionsspezfischem Training als Stürmer ran durfte...will sagen, manche Spieler wollen ja unbedingt auf einer Position bleiben. Eine Zeit lang ist das meines Erachtens auch irgendwann sinnvoll, aber dann braucht's immer neue Herausforderungen. Raus aus der Komfortzone, mit anderen Anforderungen klar kommen.

  • Dirk


    dein Beitrag gehört ins Lehrbuch.


    Nicht wegen des Inhaltes, sondern wegen der Gesprächsführung. Sollte sich eigendlich jeder aneignen, der mit Eltern zu tun hat.
    Gesprächsführung durch Fragestellung, bringst du jeden dahin, wohin du ihn haben willst.
    Auch absolut im Umgang mit Kindern zu empfehlen. Angewendet überzeugst du jeden z.b. fvon der Rotation.


    Kann man eigendlich relativ schnell erlernen, wenn man bewusst an die Sache herangeht. absolut empfehlenswert, allerbeste
    Erfahrung damit, obwohl ich es auch bei weitem nicht optimal beherrsche.

  • Der hat schon komisch geguckt, wenn er im Training jetzt schon ab und an mal eher vorne spielen sollte oder bei positionsspezfischem Training als Stürmer ran durfte.

    fak


    Über Rotation wurde ja schon viel diskutiert.


    Dieser Satz als Hinweis, ist für mich einer der wichtigsten, die ich bisher gelesen habe, wenn Rotation nicht wegen der Raotation
    betrieben wird, sondern die Rotation sinnvoll, ergebnisorientiert für den einzelnen Spieler sein soll.


    für mich war es ein Muss, die Spieler im Training auf die Rotation vorzbereiten und auf ihre jeweilige Aufgabe einzstellen.


    Nicht unbedingt in der G oder F, dort ist es egal, aber schon bei einer guten E spätestens ab D-Jugend.


    Ich bekomme leider allzuviel Alibi-Rotation mit..

  • Feste Positionen ab wann?


    Also ich habe auch eine D-Junioren Mannschaft.
    Ich habe zu Beginn viel Rotiert und geschaut wer kann wo am bessten,
    so nach und nach weiß man dann wer wo am besten kann ....
    Jetzt haben meine Jungs feste Positionen, also so gut wie alle.......
    Ich denke das schadet nicht in der D Jugend damit an zu fangen und man kann
    die Jungs gezielt ausbilden auf der Position.


    Viele Grüße
    Martin

  • Also ich habe auch eine D-Junioren Mannschaft.
    Ich habe zu Beginn viel Rotiert und geschaut wer kann wo am bessten,
    so nach und nach weiß man dann wer wo am besten kann ....
    Jetzt haben meine Jungs feste Positionen, also so gut wie alle.......
    Ich denke das schadet nicht in der D Jugend damit an zu fangen und man kann
    die Jungs gezielt ausbilden auf der Position.


    Moin Martin...nicht angegriffen fühlen: ;)


    Und was bildest du dann...wenn du die Position festgelegt hast, genau aus? Benenne das doch mal. Unterscheidet sich beispielsweise die Ausbildung des Stürmers von der des Abwehrspielers und wenn ja wo und wie und wenn nein, wieso nicht?


    ODER


    Könnte es sein, das das Festlegen der Position ...egal wann -hier halt ab der D- nur damit zu tun hat, dass "Trainer" halt die stärkste Aufstellung aufbieten will, weil ER gewinnen will?


    Sind wir hier -bei ganz ehrlicher Betrachtung nicht wieder da, wo alles losging...bei der Urkiste so zu sagen?

  • @boque


    mein Vorgehen in der D-Jugend. und nur darauf bezieht sich meine Handlungsweise.


    gute (nicht sehr gute) Mannschaft hier im Kreis, jedoch nicht homogen besetzt, sondern von Leistungsträgern bis zum dicken Paule.
    Kader 13 Spieler stark. Mannschaft zu diesem Zeitpunkt 6 Jahre unter meinen Fittichen.


    vorab: öfters gesehen und sehe es immer noch:
    grössere Rotation in der Halbzeit, Rotation bei jeder Spielereinwechselung, in jedem Spiel die Mannschaft auf mehreren Positionen verändert. nenn sowas Propellerrotation.


    das ist für mich keine ergebnisorientierte sinnvolle Rotation, sondern Alibirotation eines Trainers, der modern erscheinen will.


    Rotation muss für mich dem einzelnen Spieler auf unterschiedlichen Positionen Erfahrung und Sicherheit bringen, ohne dass
    das mannschaftliche Spiel darunter leidet.


    für mich gab es 3 Bereiche, in denen die Spieler rotierten. je nach Spielsystem können das aber 4 sein.


    das sind: Innenverteidigung, Aussenbahn, Offensivbereich.


    damit deckte ich alle erforderlichen Rotationen ab.


    wie fak schon erwähnte habe ich die Spieler im Training bereits auf ihre neue Rotationsposition vorbereitet.


    dann spielte jeder einzelne so 6 Spiele hintereinander auf seiner neuen Position.
    bei18 Punktspielen in der Saion hatte er somit alle 3 Bereiche, nicht nur kennengelernt, sondern auch die entsprechende Zeit, sich mit dieser neuen Aufgabe zu befassen und seine Erfahrungen zu sammeln.


    Besonderheiten bei mir:


    da ich die Mannschaft schon 6 Jahre betreute, hatte ich Zeit genug gewisse Grundvorraussetzung zu schaffen


    ob linker Verteidiger oder rechter Verteidiger, ist für mich bei entsprechender Grundausbildung keine Rotation sondern alltägliche
    Selbstverständlich je nach Situation gewesen.


    bei meinem Spielsystem spielte es auch kaum einen Unterschied ob rechter Verteidiger oder Rechtsaussen, die Aufgabenstellung war ziemlich identisch.
    ebenso war es beim Innenverteidiger zur sogenannten 6er-Aufgabe.


    gleiches galt für die offensive Spieler. da gab es bei mir keinen rechten oder linken Angreifer, oder Mittelstürmer zum offensiven Mittelfeldspieler. alle hatten alles zu spielen (so Richtung Müller, FCB). die offensiven Spieler hatten bei mir keine feste Position.
    die Vorgabe, galt aber auch fürs ganze Spielfeld, war, dass alle Position zwar besetzt werden müssen, es aber egal ist wer sie
    bei den diversen Spielsituationen besetzt. liest sich wohl etwas kompliziert, war es eigendlich nicht, dank der Vorarbeit in den Jahren zuvor.


    nicht unter mein Rotationsprinzp fielen die 2 ziemlich schwachen Spieler, die damit überfordert gewesen wären. hier richtete
    sich ihr Einsatzort stark nach dem Gegner.


    Vorraussetzung meiner Vorgehensweise war natürlich eine entsprechende Vorarbeit in F und E
    sowohl freies Spielen ohne taktische Vorgaben, als auch mal Spiel mit fester Positionsvorgabe., hohe Wertlegung auf Beidfüssigkeitstraining


    ob das so übertrag ist, auf eine Mannschaft, die man neu übernimmt, kann ich nicht beurteilen.


    Überall jedoch durchführbar ist meine Grundphylosophie:


    Vorbereitung im Training
    mehrere Spiele auf der neuen Position
    nicht alle 8 Positionen müssen durchlaufen werden, sondern es genügen Teilbereiche
    durch die Rotation soll die generelle Mannschaftstaktik nicht über den Haufen geworfen bringen.
    Rotationstausch sollen durchdacht sein, d.h. bei den einzelnen Positionstauschen nicht gerade 2 extrem unterschiedliche Spielertypen miteinander tauschen (wg. dem Mannschaftsgefüge)
    die Rotation muss dem Spieler was bringen, der Mannschaft nicht schädigen und Bedürfnisse des Trainers bleiben Aussen vor.



    wie gesagt, das alles nur bei der D, bei meiner D, die ich gekannt habe, und auf die ich meine Art der Rotation aufgebaut habe.
    Ich richtete mich nämlich immer nach der Mannschaft, weniger nach den Vorstellungen,die ich gerne hätte, aber nicht hatte.
    bin auch nicht der Meinung, dass man das 1:1 übernehmen sollte, aber vielleicht ist der eine oder ander Punkt oder
    Gedankengang hilfreich.



    Andre


    Martin ist neu hier, nicht nur für dich einiges kalter Kaffee, aber wir sollten da schon @Dirks Beitrag dazu vor Augen haben.
    fällt mir nicht nur bei diesem Thema hier auch schwer.

  • Moin Martin...nicht angegriffen fühlen: ;)

    Servus Andre,


    keine Panik ....... ;)


    Und was bildest du dann...wenn du die Position festgelegt hast, genau aus?

    Eigentlich habe ich das Gefühl, das du genau weißt wie man Abwehrspieler oder Stürmer Schult,
    aber gerne gebe ich dir mal ein Beispiel.....


    Da wären natürlich bei Verteidiger zum Beispiel das richtige Stellungsspiel in der Abwehrkette,
    das richtige Anlaufen des Stürmers usw.


    Könnte es sein, das das Festlegen der Position ...egal wann -hier halt ab der D- nur damit zu tun hat, dass "Trainer" halt die stärkste Aufstellung aufbieten will, weil ER gewinnen will?

    Das ist definitiv nicht so...... Ich fange in der Regel lieber etwas schwächer an,
    damit man noch einen drauf setzten kann :D


    Viele Grüße
    Martin

  • Ok. Dann gehts auf eine Philosophifrage hinaus. Bei mir gehts Verteidigen im Sturm los...und der aktive Angriff beim Außenverteidiger (im Prinzip sogar beim TW). ;)

  • und geschaut wer kann wo am bessten,
    so nach und nach weiß man dann wer wo am besten kann ....
    Jetzt haben meine Jungs feste Positionen, also so gut wie alle.


    Martin


    ich kenne ja Andre etwas und mich wundert dass er nicht deutlicher geworden ist.


    Rotation dient in dieser Altersstufe nicht dazu, festzustellen, auf welcher Position ein Spieler am besten ist.


    Liest man das so, ist das für Kenner des Kinderfussballes gleichbedeutend wie: Ich stell den Spieler dort auf, wo er am stärksten ist, der Mannschaft somit am meisten bringt.


    Rotation in diesem Alter hat aber eine andere Funktion, nämlich die, den Spieler auf allen Positionen weiterzubringen, gerade auch auf den Positionen, wo er schwächer ist, Gesamtausbildung oder -förderung nennt man sowas.


    Deine Vorgehensweise widerspricht aber diesem Ausbildungsgedanken. Stattdessen steht bei dir der Gedanke im Vordergrund, die stärkste Mannschaftsformation aufzubieten, im Vordergrund, was auch nicht dadurch revidiert wird, dass du auch Schwächere zum Einsatz bringst, oder die auch von Beginn an bringst. Da kannst du dann ja einen draufsetzen, wie du schreibst.


    Ich drücks mal vorsichtig aus: Dahinter vermute zumindest ich, dass der Ausbildungsgedanken hinter dem Gewinndenken steht, zumindest bei dieser Vorgehensweise mit deiner Argumentation dazu.


    Diese Vorgehensweise kenne ich bei total leistungsorientieren Mannschaften auch schon in der D-Jugend.

  • 8o Oh Gott .... wenn du das so schreibst, verstehe ich den Grund !!!
    Aber so war das sicher nicht gemeint .... 8o


    Ich bin sicher nicht leistungsorientiert, ich wechsle nach wie vor die Position
    der Spieler immer wieder durch, damit Sie selber viel Ausprobieren können.


    Aber ich muss zugeben, das ich zwei feste Innenverteidiger habe, allerdings
    wollen die auch nix anderes Spielen ....

  • Nicht leistungsdenkend zu sein heisst ja nicht, nicht mit dem Team mitfiebern zu dürfen...aber das nur am Rande.


    Ich erkläre mal, was ich unter Rotation verstehe/welcher Sinn für mich dahinter steckt.


    1. Es ist Ausbildung hin zu Spielverständnis und Spielintelligenz für den Einzelnen und Allroundern für max. Flexibilität beim Taktieren für den Trainer in späteren Jahren.


    2. Ermöglichst die Rotation dem Spieler größtmöglichen Einsatz, weil der Trainer den Spieler schnell bei Bedarf auch auf anderen Positionen einsetzen kann, ...was seinen Wert und die Spielanteile erhöht.


    3. Die Rotation dient dazu, dass der Spieler sich in die Position der MITSPIELER besser eindenken kann. Nur wenn er auf der Position des Mitspielers einlebte, weiss er wie er diesen seinen Mitspieler am Besten und Wann und Wie er ihn anspielen kann. Er lernt nur so die möglichen Laufwege und Alternativen kennen. Er lernt durch Rotation sich in den Mitspieler einzudenken, ...weil er so dessen Position lebt, mitfühlt. DAS kann er nicht, wenn Trainer ihn das nicht ausreichend und wiederkehrend tun läßt.


    4. Er lernt so sich in den GEGENSPIELER einzudenken. Er weiss, wie sich der Gegenspieler am Unwohlsten fühlt wenn er dieses oder jenes auf dieser oder jener Position macht.


    Aus beiden Punkten -Punkt 3 und 4- ist ersichtlich, warum auch der Torwart rotieren sollte. Der Torwart lernt als Torwart wie er seine Abwehrspieler oder das Mittelfeld oder den Stürmer anspielen muß, weil er dort selber spielte. Er lernt, dass ein Spieler flach in der Nähe angespielt werden sollte, statt ihn z.B. im Bogen anzuwerfen oder wie auch immer. Umgekehrt lernt er auch, wie sich z.B. der gegnerische Stürmer fühlt, wenn er herauskommt und sich breit macht und ebend nicht mehr anhält und zögert...denn....er war als Stürmer eingesetzt und weiss wie er sich selber fühlte, als der gegnerische TW auf ihn als letzter Mann zuging.


    Nachtrag von 22.27 Uhr....deshalb suchte ich mir meinen TW als Spieler aus. Der TW muß als Fußballspieler mit dem "Rest" des Teams mitspielen können, damit er als Spieler auch ohne Bauchkneifen eingesetzt werden kann. Deshalb sagte ich vor langer Zeit dazu, dass der TW mindestens so gut wie der "Schwächste" Spieler im Team spielen können sollte.


    DARAUF/auf das alles....verzichtet man, wenn man nicht rotieren läßt! Das ist ein wichtiger Ausbildungsbaustein auf den man nicht verzichten sollte.


    In meinem Job bekommt man -wie ein Verkäufer- eine Nase...einen Blick für gewisse Dinge. Das ist im Fußball nichts anderes! Das meinte ich auch weiter oben mit dem Spruch...Schweine erkennt man am Gang. Auf den Fußball bezogen ist es die Erfahrung, ...das Unsichtbare...die Ahnung oder spezifisch benannt....die Antizipation und die Möglichkeit darauf. Ich sehe das so und empfehle,


    1. Die Minis wirklich frei spielen zu lassen
    2. Die F bis Ende D routieren zu lassen...immer wieder im Spiel...von Spiel zu Spiel oder in längeren Abschnitten für längere Abschnitte
    3. letzteres ab der C für immer ...in längeren Abschnitten oder durch Taktierung (schwacher Gegner...mal rotieren lassen...man liegt weit vor...oder hoffnungslos zurück) rotieren lassen.


    Zusatz:


    Abschließend bleibt noch der Vorteil/Motivationsgedanke zu erwähnen, nämlich...dass Kinder Tore schießen wollen, das fällt am leichtesten, wenn der Innenverteidiger oder gar der Torwart auch dazu mal die Gelegenheit bekommen.


    Gruß Andre