Spieler zur Selbstständigkeit erziehen

  • Liebe Trainerkollegen,


    beim heutigen Hallenturnier mit meiner D-Jugend musste ich wieder einmal feststellen, dass es meinen Kindern an selbstständigem Handeln und Denken fehlt. Dabei meine ich nicht die Entscheidungen auf dem Platz, wie zB. wann spiele ich den Pass, wann greife ich den Gegner an etc., sondern vielmehr die "organisatorischen" Entscheidungen und Aktionen, die für einen Spieler eben so anfallen.


    Da dauert zB. das Auswechseln viel zu lange oder es gibt fragende Blicke, wer die Ecke oder den Freistoß ausführen soll, obwohl das vorher haarklein besprochen wurde.
    Umziehen und Duschen klappt auch nur, wenn der Trainer in der Kabine ist und alle Kinder dazu animiert, sich zu duschen. :D


    Regeln wie "Alle gehen gemeinsam aus der Kabine aufs Feld" oder "Wir kommen nach dem Spiel noch einmal zusammen" sind den Kindern bewusst, werden aber nur nach mehrmaliger Aufforderung des Trainers ausgeführt.


    Ich finde im D-Jugendalter kann ich den Kindern bereits eine gewisse Selbstständigkeit abverlangen. Das habe ich auch schon oft versucht einzufordern und habe sie, frei nach Kinderfußball-Motto "erst einmal machen lassen". Das endete dann teilweise im kompletten Chaos.


    Ist mein Wunsch nach selbstständigem Handeln und Denken bei D-Jugendlichen zu viel verlangt? Wie läuft das in eurer Mannschaft? Was kann ich tun? ?(



    Danke und Gruß,



    LadTorres

  • hallo LadTorres,


    ich bin noch relativ neu in diesem geschäft des Kinder und Jugendtrainings, jedoch denke ich dass das aktive Mitdenken der Kinder durch diese Faktoren gestört wird:


    Ist es möglich dass den Kindern im Elternhaus und früher im Verein alles vorgesagt worden ist (macht dies, tu jenes) spiel den Ball mach lauf usw usw.
    Man hat sie also darauf konditioniert, den Anweisungen von Außen zu folgen und hat ihre eigene Handlungs und Entscheidungsfähigkeit nicht gefördert.


    Du musst dir folgedes vor Augen halten: Der Trainer macht die Mannschaftsaufstellung, die Eltern rufen im Spiel in das Spiel herein, und da sollte man sich frage, zu welchem Zeitpunkt eine gewisse Selbstständigkeit der Kinder gefördert wird - wo sie alleine entscheiden und handeln?


    Ich bin der Ansicht dass den Kindern mehr Verantwortung übertragen werden sollte: Im Sinne von Kommunikation auf dem Feld, und bei der Frage wer macht was, muss man sagen "teilt Euch vorher selbständig ein".


    Dann: Der bekannte Horst Wein (* 1941 in Hannover ist ein ehemaliger deutscher Hockeynationalspieler, Trainer der deutschen und spanischen Hockeynationalmannschaften, Master Coach der Federation International de Hockey und weltweit anerkannter Ausbilder von Fussballtrainern.) sagt dass die Kindern das "Erwachsenenspiel aufgezwungen wird, mit all den Regeln die im Erwachsenenfußball gelten.
    Wein propagiert daher das Spiel 3:3 auf vier Tore, also den Minifußball.


    H.Wein sagt, die Kinder sind überfordert mit den Anforderungen des großen Fußballs 9:9, erst durch den Minifußball werden die Kinder an Fußball 7 herangeführt, beim 9er Feld entsteht foglede Problematik:


    Es sind 18 Kinder auf dem Platz
    In einer Minute wechselt der Ballbesitz mehrmals hin und her
    (Da ist es schon schwierig genug immer von Offensive und Defensive umzuschalten)


    dann kommt hinzu:


    der Trainer gibt Anweisungen
    Die Eltern rufen herein,
    Die Kinder orientieren sich nach den Eltern oder nach dem Trainer wenn sie überfordert sind
    Viele Kinder wissen oft nicht was sie tun sollen, laufen oder stehen, passen oder, oder.
    Dann ist noch der Schiedsrichter da.
    Und die Kinder müssen noch untereinander kommunizieren.


    Und all diese Dinge geschehen zeitlich fast aufeinmal -> Folge Überforderung, Ahnungslosigkeit, fragende Blicke.


    Man müsste sich dazu im vergleich ein Straßenspiel von Kindern anschauen um zu sehen, wie die Kinder kommunizieren und wie sie was untereinander ausmachen, und nichts verlangen, was Kinder noch nicht entsprechend ihrer Entwicklung lösen können.

  • wer die Ecke oder den Freistoß ausführen soll, obwohl das vorher haarklein besprochen wurde.


    Tja, wer als Trainer alles "haarklein" erklärt, muss sich nicht wundern wenn die Spieler nicht mehr selber denken. Zu Ecke und Freistoss würde ich im SPIEL nie was sagen: das sollen sie auf dem Platz untereinander ausmachen. Kann sein, dass sie mal 5 Minuten brauchen um das auszudiskutieren. Danach geht es immer schneller.

  • Umziehen und Duschen klappt auch nur, wenn der Trainer in der Kabine ist und alle Kinder dazu animiert, sich zu duschen.


    Meiner Meinung nach hat der Trainer in der Garderobe nichts zu suchen. Ein Elternteil kannVOR der Garderobentür warten um ZUR NOT ordnend oder helfend einzugreifen. Bei uns ist das in der F schon so. Seit Jahren. Absolut problemlos. Sollte es trotzdem Schwierigkeiten geben, sind die Eltern gebeten ihrem Kind ZU HAUSE diese Basics zu vermitteln. Geht das immer noch nicht, findet unser Verein, dass das Kind noch nicht reif für den Fussballverein ist und es besser beraten wäre Fussball im familiären oder kollegialen Rahmen zu spielen.
    Wer als Trainer in der Garderobe steht, animiert seine Jungs ganz sicher nicht zur Selbständigkeit sondern zur Auslotung von Grenzen.

  • werden aber nur nach mehrmaliger Aufforderung des Trainers ausgeführt.


    Wer genau weiss, dass eine Anweisung beliebig oft wiederholt wird, muss ja nicht immer zuhören.
    Ich persönlich sage alles GENAU EINMAL und das erst noch bewusst leise - so dass jedes einzelne Kind gezwungen wird GENAU hinzuhören oder, falls nicht verstanden, bei seinen Peers nachzufragen.
    Trainer hingegen, die im Kindermädchenstil, permanent was labern, und sich dabei auch noch dauernd wiederholen, müssen sich nicht wundern, wenn Kinder sich unbewusst gegen diese Permanentbeschallung zu schützen beginnen.

  • Wenn die Kinder zu Hause und in der Schule nicht zur Selbständigkeit erzogen werden, dann kann es ein Verein und Trainer nicht wieder gut machen und das ausbaden was die anderen vermasselt haben!


    Stimmt zwar, aber oft ist es genau umgekehrt: Die Kinder von zu Hause aus gut erzogen und selbständig, kommen dann aber zu einem "Gutmenschen" von Trainer der sie wie Babys behandelt, und sich dann wundert, dass diese an und für sich schon ganz selbständigen Jungs plötzlich wieder zu Föten mutieren.
    Woran liegt das ?
    Meistens daran, dass ein Trainer durch seine (zwar gut gemeinten) permanenten Mikroanweisungen es den Kids unmöglich macht, die Grenzen der Verantwortung zwischen Trainer und Kindern zu erkennen. Damit darf sich ein solcher Trainer dann auch nicht wundern, wenn Kids diese Verantwortung, die er ihnen damit auch noch nie EXPLIZIT gegeben hat, auch nicht wahrnehmen.

  • Meiner Meinung nach hat der Trainer in der Garderobe nichts zu suchen. Ein Elternteil kannVOR der Garderobentür warten um ZUR NOT ordnend oder helfend einzugreifen. Bei uns ist das in der F schon so. Seit Jahren. Absolut problemlos. Sollte es trotzdem Schwierigkeiten geben, sind die Eltern gebeten ihrem Kind ZU HAUSE diese Basics zu vermitteln.



    Sicherlich ein guter Ansatz, den ich auch mal versuchen werde. Bisher war ich immer mit in der Kabine. Beim Umziehen helfen musste ich zwar nicht und wollte ich auch gar nicht, aber ich muss immer aufpassen, dass die Trikots in den Koffer kommen, keiner seine Stutzen liegen lässt usw.


    Wann/ bei welchen Problemen werden die Eltern denn dazu angehalten, zu hause noch mal mit den Kindern das "Kabinen 1x1" durchzugehen. Wie nehmen die das auf?


    Die Kinder von zu Hause aus gut erzogen und selbständig, kommen dann aber zu einem "Gutmenschen" von Trainer der sie wie Babys behandelt, und sich dann wundert, dass diese an und für sich schon ganz selbständigen Jungs plötzlich wieder zu Föten mutieren.


    Darin erkenne ich mich ein wenig wieder :rolleyes: Hin und wieder wird das mit der Fürsorglichkeit ein bisschen zu viel.


    Allerdings habe ich in letzter Zeit schon versucht, die Kinder einfach machen zu lassen. Bei einem Hallenturnier habe ich sie zB selber auswechseln lassen, wie man das vom Sportunterricht oder vom Training kennt. Wer nicht mehr kann, kommt zur Bank und bestimmt einen anderen der reingeht. Für mich hat das eigentlich gut geklappt. Später kam dann ein Vater zu mir und meinte, ich könne die Kinder doch nicht selbstständig wechseln lassen und muss sie selber einteilen, so wäre das nämlich ein völliges Durcheinander gewesen. Ich sei schließlich der Trainer und sage, was läuft.


    @Fussballbaron:


    Wie sollte ich deiner Meinung nach nun dagegen steuern? Welche Maßnahmen kann ich anwenden, damit die Kinder eigenständiger agieren und ihren Kopf benutzen?

  • @Fussballbaron hat hier aus meiner Sicht schon die richtige Richtung vorgegeben, auch einiges konkret angesprochen.


    alles von La Torro angesprochene hat äusserst wenig mit dem Elternhaus zu tun, sondern sind alle hausgemacht,d.h.
    durch den Trainer mit beeinflusst und somit auch durch ihn relativ leicht abzustellen.


    es liegen typische Fehler vor, die man als Neutrainer halt oft macht, was ich aus eigener gemachter Erfahrung weiss,und deshalb
    kannman La Torro auch nichts vorwerfen.
    man lernt aber schnell daraus.


    @La Torro


    konkretes zu Verbesserung


    für all das,was dich stört, muss es Konsequenzen geben. welche,das kannst du di rmal selbst überlegen,denn die hängen von
    deiner persönlichen Eigenart und den Spielern ab.


    Beispiel duschen:


    Ansage: wer nicht duscht, kann zum nächsten Auswärtsspiel nicht mehr mitfahren. wer spielt schwitzt, wer schwitzt richt
    (ich selbst hätte sogar stinkt gesagt), und es ist doch wohl keinem zuzumuten, neben einem richenden Mitspieler zu sitzen.
    Oder sieht das einer anders? da kommtdann automatisch von allen Zustimmung.


    nach demSpiel zusammenkommen


    Ansage: wer da wegbleibt, setzt mal das nächste Spiel aus. auch wenns hart klingt, einmal durchgezogen, ist das Thema vom Tisch.


    Zusammenrufen:


    einmal rufen, dann abwarten, nichts sagen bis alle zusammen sind, und wenn das 10 Minuten dauert. die Mannschaft reguliert
    sich selbst.


    waren jetzt Beispiele, die nachweisbar schon Erfolg zeigten. @La Toro, du musst dir nur das Aussuchen, was zu deiner Person
    passt, und hinter dem du auch voll stehen kannst, falls mal von irgendeiner Seite Kritik käme.



    fast vergessen:


    Haarklein erzählt bzw.vorgegeben.


    je mehr du erklärst, desto weniger verstehen die Kids, desto weniger wissen sie, was sie machen sollen und selbständiges Fördern
    ist das schon gar nicht.


    Erzähl so wenig, wie es irgendwie geht, 3,4 dir wichtige Sachen, die einfach und kurz und es hat sich.


    das ist bekanntermassen nicht einfach, man will ja soviel, man weiss ja auch soviel. dazu muss man sich ganz einfach zwingen
    und auch immer wieder selbst kontrollieren.


    je mehr gesagt wird, desto weniger bleibt hängen - mach dir das zum Leitspruch


    gg

  • Fragen die mich umtreiben:
    - Warum soll ein Trainer in der Kabine nichts zu suchen haben? Steht man als ehrenamtlicher Trainer unter Generalverdacht? Erfordert es mangelnde Disziplin der Kinder würde ich mich sehr wohl in der Kabine aufhalten und diese Aufgabe nicht einem Elternteil übertragen.


    - Ich finde ferner sehr wohl, das ein Trainer vorgeben kann wer Standarts schießen soll - wichtig ist dabei natürlich das jeder mal darf (bis zur einschließlich U13) - danach gibt es meiner Meinung nach keinen Grund mehr, ständig Schützen zu rotieren, ähnlich sehe ich das übrigens mit dem Amt des Kapitäns.


    Grüße
    Zodiak

  • Ich selber glaube sehr stark, dass man den Kindern zu wenig zutraut, und sie sich selber dadurch wenig zutrauen. Ich denke wenn man nicht permanent alle Entscheidungen für sie übernimmt geht man den besten Weg. Und das mit den Einwechslungen - dass sie sich selber dazu entscheiden - ist auch eine gute Idee.

  • - Warum soll ein Trainer in der Kabine nichts zu suchen haben? Steht man als ehrenamtlicher Trainer unter Generalverdacht? Erfordert es mangelnde Disziplin der Kinder würde ich mich sehr wohl in der Kabine aufhalten und diese Aufgabe nicht einem Elternteil übertragen.


    das kann ein heikles Thema werden.


    Früher war ich da auch sehr locker, ging gar mit einer D duschen, als Fussballer war das für mich normal, überhaupt nicht nachgedacht.
    hätte zu der damaligen Zeit auch kein Thema ergeben. war aber selbst erst 19


    in der jetztigen Zeit haben wir das ab E-Jugend wie folgt gehändelt.


    ausser Kinder und die Trainer hatte eh keiner Zugang in die Kabine, auch kein Elternteil.


    beim Trikotanziehen blieb meisten noch ein Trainer dabei,


    nach dem Spiel gab es ja immer noch ein Kurzabsprache, die mit dem Satze endete:" jetzt ab unter die Dusche"
    und die Trainer verschwanden aus der Kabine.


    Gerade ab dem Zeitpunkt der beginnenden Pupertät sollte man da schon sensibel sein.
    Zum Glück herrscht heute die Sensibilität, die es früher leider nicht gab.


    Im Gegensatz dazu kann heute ein unbedachter Satz von irgendeinem, der mit der Wahrheit nichts zu tun hat,
    schon dazu führen, das massivste Probleme entstehen könnten.


    diesem Risiko würde ich mich heute als Trainer nicht mehr aussetzen, nach dem Motto eines bekannten Schlagers: 1000 mal ist
    nichts passiert. aber wehe wenn.


    mag aber auch ein Rolle spielen, ob der Trainer ein ganz junger ist, oder doch schon zu den Älteren gehört.



    mangelnde Disziplin gab es bei uns sehr selten halt widerum mal Dank klarer Ansagen.
    Ausserdem stand ein Trainer immer aussen vor der Fensterdusche, da genügte dann ein lautes Wort.
    ein gewisser Gaudi gehört unter der Dusch aber auch dazu.


    dazu ein konkreter Vorfall vor 3 Monaten in unserer B-Jugend.


    Spieler der 2. Mannschaft hilft bei der 1. Mannschaft aus (muss hier um falsche Schlussfolgerungen vorzubeugen schreiben, dass es sich
    um eine sehr disziplinierte und soziale Mannschaft handelt)


    danach erscheint er nicht mehr im Training der 1. Mannschaft. auf Rückfrage des Trainers gibt, er an, dass er in diesem Spiel
    gemoppt wurde, nach dem Spiel von 3 Spielern unter der Dusche festgehalten wurde und von Spieler XY angepinkelt wurde.
    Ein Kollege von ihm bestätigte den Vorgang, obwohl er gar nicht anwesend war.


    Riesenaufruhr, Thema in mehrern Vorstandssitzungen (Spielgemeinschaft) Trainer und Eltern des Spieler XY eingeschaltet und befragt
    auch Thema im Internet, sowas macht ja schnell die Runde.


    man stelle sich vor, der Trainer hätte mitgeduscht.


    dann stellte sich heraus, dass an der Sache gar nichts dran war. der genannte Spieler XY war am besagten Spieltag gar nich anwesend.
    weiter wurde bekannt, dass besagter Spieler in den Wochen zuvor schon öfters geäussert hatte, mit dem Fussball aufzuhören,
    vom Trainer aber immer wieder zum weitermachen überredet wurde.


    mit etwas Fantasie kann man sich durchaus vorstellen, dass aus irgendeinem Grund eine Aussage getroffen wird, an der nichts dran ist, später bereut wird, aber für den Schaden ist es zu spät.



    der von ihm genannt Spieler XY hatte nämlich nachweisbar.


    Zodiak , dder Fussball hat im Laufe der Zeit viele Änderungen erfahren, auch in dieser Thematik.

  • Warum soll ein Trainer in der Kabine nichts zu suchen haben


    1. Weil Kids sich selber umziehen und duschen können wie das unzählige Beispiele und umgesetzte Vereinskodizes beweisen und man sich dann schon fragen darf und muss warum ein Trainer dann trotzdem in die Kabine will. Auch in der Schule und im Schwimm- und Hallenbad ziehen sie sich in der Regel ohne Lehrer um. Auch auf dem Schulweg sind sie unter sich. etc. Warum soll das im Fussball anders sein ?


    2. Weil die Kids eine Zone brauchen, um sich auch mal ohne Erwachsene frei ausdrücken und ihre Dinge durchziehen können --> gut für die Sozialkompetenz. Klar gibt das ab und an Probleme. Und das ist gut so. An real existierenden Problemen können alle Beteiligten viel besser lernen als von abstrakten Does und Donts. Wichtig ist, dass man solche Probleme sofort erkennt und sofort adressiert und löst.


    3. Weil die Jungs an Turnieren ihre Garderobe oft mit anderen Jungs teilen und es damit der Umgang mit einem fremden Trainer in der Garderobe echt problematisch wäre.


    4. Weil Trainer und Vereine immer gut beraten sind, auch schon vorsorglich Quellen möglicher Uebergriffe auszuschliessen.

  • Ich finde ferner sehr wohl, das ein Trainer vorgeben kann


    Können tut es der Trainer allemal. Wenn's wichtig ist mach ich das auch. Aber nicht weil meine Jungs das nicht könnten, sondern weil ich ihn diesen Druck und Quelle potentieller Demotivation in einem wichtigen Spiele von den Schultern nehmen möchte.
    Ansonsten sind es genau Spielunterbrüche welche die Jungs endlich auch mal zur Kommunikation ZWINGT. Wer dann effektiv schiesst ist mir egal. Viel wichtiger ist, dass sie REDEN, dass sie untereinander REGELN abmachen, nach welchem Modus getreten wird etc.
    DAS sind ganz wichtige soziale TeamSportkompetenzen die man im Training isoliert kaum instruieren kann. Deshalb sollte man den Kids diese Chancen lassen.
    Nur wenn es eskaliert, einzelne Spieler zu kurz kommen oder offensichtlich Falsches gemacht wird besprechen wir das NACH dem Spiel und korrigieren es - wenn möglich - sofort im nächsten.
    SO lernen die Spieler AUCH was der Trainer denkt, obwohl sie natürlich glauben, alles selber managen zu können.

  • Die Kids einfach machen lassen ist genauso falsch wie ihnen permanent alles vorzukauen.
    Der Trainer MUSS den Kids ganz klar kommunizieren
    a) wo und wann sie für sich allein verantwortlich sind und
    b) welche Rahmenbedingungen und Grundsatzregeln bei der Inanspruchnahmen dieser Verantwortung gelten und einzuhalten sind
    c) dass es für Eltern, Trainer und Verein absolut klar ist, dass die Kids genügend alt und erfahren sind, diese Verantwortung wahrzunehmen.
    Das erklärt man den Kids und den Eltern möglichst GENAU nur einmal, und DANACH lässt man sie machen. Und zwar im VERTRAUEN dass sie das können.
    Dieses VERTRAUEN wird nicht gegeben - und die Kids spüren das intuitiv - wenn der Trainer dann trotzdem in der Garderobe bleibt oder dort wo die Kids ihre Verantwortung übernommen haben immer noch dauernd kontrollieren muss.

  • @FB
    Ich sehe das ganze aus der Sicht, das ich für die Kinder/Jugendlichen eine gewisse Verantwortung habe - heißt nicht, das ich dauerhaft drin stehe, aber muss ich rein - aus welchen Gründen auch immer dann gehe ich rein.
    Beispielsweise wenn ich Aufstellung, Taktik, und die wichtigen Punkte auf Flipchart schreibe - das passiert in der Regel wenn sich meine U16 umzieht.
    Nach dem Spiel räume ich dann auch schon einige Dinge auf. Es gibt da absolut keine Probleme - mit meiner U13 bin ich exakt genauso verfahren.
    Als Vater von vier Töchtern, habe ich aber diesbezüglich - merklich - ein gutes Standing bei Eltern und Funktionären - ich kann hier wie gesagt nur aus meiner Sicht bewerten. Heißt also nicht das es überall geht oder richtig sein muss.


    Auch im Bezug aufs Coaching und die Vorgabe von Aufgaben bin ich weit von deiner Sicht weg. Diese Dinge sind im höherklassigen Bereich, beginnend in den Nachwuchsleistungszentren nicht praktikabel. Aber diese Themen sind eben im Forum doch recht "verpöhnt" :) 
    Aber ab einem gewissen Punkt muss sich der Breiten- vom Leistungssport unterscheiden - sonst wäre es ja das gleiche.


    Ich möchte aber weder Sinn noch Unsinn der "Gesetzmäßigkeiten" des Leistungssports durchkauen - den wir werden nicht auf einen Nenner kommen können.


    Grüße
    Zodiak

  • In diesem Fall setzt sich immer der "stärkere" durch und ein zurückhaltenderer, möglicherweise besserer Standartschütze zieht den Kürzeren.


    August: Das mag vielleicht nur für die G-Jugend gelten. Ab der F solltest du dir wohl aber ganz schnell mal ein paar Gedanken zum Thema TeamSport machen und darüber, wie man dessen Werte an junge Spieler vermittelt.
    Fussball lernen die Kids zur Not auch alleine.
    Die Vermittlung der hierfür notwendigen Sozialkompetenz wäre aber genau mal erste und damit primäre Aufgabe des KiFu-Trainers auf der alles andere dann aufbauen kann, oder mit deren Fehlen alles andere Quark ist.

  • Zodiak
    Ich sehe die Unterschiede bez. Erziehung/Coaching zur Selbständigkeit weniger durch den Leistungsanspruch begründet. Es ist vielmehr eine generelle Frage der Trainerphilosophie. Auch in den Topliegen gibt es mikromanagende Trainer die damit genauso Erfolg haben, wie andere, die sich darauf konzentrieren, dass Teams und Spieler alles haben, um sich innerhalb eines gegebenen Rahmens selber entwickeln und entfalten zu können. DAS ist der Stand heute.
    Je dominanter aber die kollektive Intelligenz und der spontane Spielwitz einer Mannschaft die zukünftigen Resultate bestimmen wird, umso mehr, denke ich, sollten wir unsere Jungen - und damit die Spieler von morgen - in ihrer Selbständigkeit, Sozialkompetenz und kollektiver Autonomie AKTIV fördern. Fördern heisst: sie sollten möglichst Vieles, so schnell und effektiv wie möglich selber tun und können.
    Der Trainer wird damit nicht überflüssig. Er erhält lediglich neue Aufgaben.

  • Ab der F solltest du dir wohl aber ganz schnell mal ein paar Gedanken zum Thema TeamSport machen und darüber, wie man dessen Werte an junge Spieler vermittelt.


    Unklarheiten bei der Standartausführung regele ich indem ich vorher festlege wer für die Ausführung in Frage kommt (können ja durchaus mehrere sein). Genau das hat das Ladtorres hier getan. Wo soll da der Fehler liegen?