Gefrustet wegen mangelnden Niveaus....WARUM, WIESO, WO führt das hin, wie siehts mit dem Sinn aus

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung
  • Bei allem Frust muss ein Spieler dann aber (je nach Alter) auch seine eigene Erwartungshaltung überdenken.


    Hierdurch werden altgediente Vereinsmitglieder der B 1 -insbesondere meine Söhne- die von ihrer Leistungsmöglichkeit zwei bis drei Ligen höher hätten spielen können, dieses aber auf Grund ihrer Einstellung zum Leben und zum Verein und den dort befindlichen Freunden so nicht/nicht mehr wollten.....gefrustet.

    Wer niedriger spielt als er könnte, weil er

    • Zeit nebenher haben möchte,
    • mit seinen Kumpels spielen möchte,
    • keinen Leistungsdruck haben möchte,
    • usw

    der darf sich dann nicht beschweren, wenn seine Mitspieler nicht sein Niveau haben. Ein talentierter Spieler muss da schon entscheiden, was ihm wichtig ist -
    und im A-Jugendalter sollte er dazu auch in der Lage sein.
    Auf der anderen Seite muss man natürlich auch sehen, dass B1-Spieler gefrustet wären, wenn man B1-Spieler in die A-Jugend gibt und die Spieler so evtl. um die Aufstiegschance bringt.


    Anders ist der Fall für mich bei den Beispielen von tobn und Steini gelagert. Da haben wir Spieler, die im D/E-Alter erkennen, dass ihre Fähigkeiten und/oder ihre Einstellung von Fähigkeit/Einstellung ihrer Mitspieler abweichen. Und das erst recht bei Spielern, die beim Stützpunkt regelmäßig mit ihresgleichen trainieren.


    Ich hatte dazu mal ein Gespräch mit einem sehr talentierten Spieler (E-Jugend). Der Junge spielte in einer sehr starken (nach leistungshomogenen Zielen eingeteilten) Mannschaft. Nach einer Niederlage in einem Freundschaftsspiel gegen eine ebenfalls sehr starke Mannschaft aus einem Nachbarkreis beschwerte er sich, dass "die anderen gar nicht gewinnen wollen". Ich erklärte ihm dann, dass die anderen durchaus gewinnen wollten, sie bei diesem Gegner aber schlicht und einfach ihre Grenze erreicht hatten, während er (und evtl. ein Mitspieler) dieses Niveau mitgehen konnten.
    Da darf man sich dann nicht beschweren, wenn diese Spieler am Saisonende die logischen Konsequenzen ziehen. Das ist für mich ein absolut nachvollziehbarer Grund, über einen Vereinswechsel nachzudenken. Und das gilt erst recht, wenn man in Altersklassen kommt, in denen es auch einen Spielbetrieb oberhalb der Kreisebene gibt.
    Da muss der aufnehmende Verein gar nicht abwerben - diese Spieler kommen ggf. von selbst.

  • tobn
    ich schrieb ja "nach einer Findungsphase, d.h. erst ab z.B. "E",


    würde es dann nicht Freizeitteam nennen sondern irgendwie hipper. Soll ja auch gleichberechtigt sein.
    also:


    • organisierte Freizeitteams "Soccer-Fun", die
      evtl. sogar altersmäßig gemischt werden (alle beklagen immer den Wegfall
      des Strassenfußballs, da war das unterschiedliche Alter auch kein
      Problem)
    • Teams mit Ligabetrieb nach Leistungsstufen eingeteilt
    • Leistungsteam

    ..besser so?


    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.

  • Follkao,


    genau das ist ja auch richtig was du schreibst und es ist auch Gegenstand von Gesprächen mit den großen Bengeln.


    Die entgegnen dann, dass ich recht hätte, ....ABER....


    und dann kommt....


    .....die B 1 Spieler die höher spielen könnten -also A 1- kennen wir, ...mit denen hätten wir so spielen können, wie wir damit leben können!


    Ich finde, das ist nachvollziehbar und der Kompromiss, den Spieler die höher spielen könnten, einzugehen haben und eingingen.


    Hier ist es defakto so, als würden diese Spieler die sich für diesen Weg entschieden haben - mit tausend bitten im Nacken..."Geh bitte nicht weg" UND "Komm doch wieder"....zurück kamen oder ebend nicht gingen....um nun in der D Jugend zu spielen. Das kann es nicht sein und genau das ist der Frust und die Zeche die sie zahlen sollen?


    Die B 1 steht nun nach 8 Spielen abgeschlagen von Platz 1 -ich glaube auf Platz 5-. Wäre ich JL, würde ich dem Trainer der B 1 dann ansagen, dass seine B 1 Spieler nach dem Scheitern des Vorhaben nun -zur weiteren Förderung und Ergänzung der A 1- in diese zu wechseln haben, um dann die B 2 Spieler dort aufzunehmen.


    Meinen Söhnen gehts übrigens nicht um Aufstieg in der A 1 und auch nicht darum nie zu verlieren. Es ist die Art des Spiels...katastrophal....(bis auf die ersten 15 Minuten des Spiels)....die Art des verlierens...man wird vorgeführt.

  • Sehe ich ähnlich. Trotzdem, es sind Jugendliche, nicht jede Entscheidung wird bis in die letzte Konsequenz durchdacht. Ein Jahr kann für einen A-Jugendlichen dann ziemlich lang werden.


    Als Co-Trainer einer A-Jugend-Normalstaffel bin ich froh, wenn ich diese Themen auch mitbekomme. In einem Fall (Spieler hat einerseits mehr Potenzial, ist andererseits aber ein totaler Wohlfühlspieler, dem es einfach in unserem Verein gut gefällt) geben wir dem Spieler die Möglichkeit, 2x mal pro Woche bei der 1. Senioren-Mannschaft mitzutrainieren und dafür einmal unser Training aussetzen zu lassen.


    In einem anderen Fall haben wir einen Spieler, der tatsächlich 2 Klassen besser spielen könnte. Er reagiert auf das Unvermögen seiner Mitspieler genauso wie Andre es beschreibt, allerdings eben nicht nur zu Hause am Esstisch. Ich bin nicht immer darüber begeistert, dass seine Kommentare ziemlich destruktiv wirken, aber wenigstens weiß ich dadurch, dass er Frust schiebt. Wir gehen so damit um:


    1. Wir bestätigen ihm ab und zu, dass wir froh sind, so einen Spieler dabei zu haben. Wir beziehen ihn in unsere Überlegungen ein, wie wir das Training priorisieren, individuelle Schwächen mildern und was uns sonst noch so mannschaftstaktisch bewegt.


    2. Ich habe ich ihm aber auch einmal deutlich gesagt, dass es nun mal seine Entscheidung jedes Jahr aufs Neue ist, mit der Mannschaft, von denen er 7-8 Spieler seit langem kennt, zusammenzuspielen und dass er dann auch die Konsequenz tragen muss. Für mehr als 2mal Training war ihm schon immer die Schule deutlich wichtiger, er wird ein 1,0 Abitur machen und vermutlich mit 25 seinen Doktor in Physik oder Elektrotechnik.


    3. Wir haben ihm eine Option gezeigt, wie er trotz des niedrigen Niveaus auch an sich noch weiter arbeiten kann: Du hast bei Ballbesitz immer (!) mehrere Optionen, sie hängen nicht nur davon ab, wo die Mitspieler, die Gegner oder das Tor stehen, sondern auch, was die jeweiligen Mitspieler können. Es hat nun mal wenig Sinn, den langsamen Mitspieler mit einem ambitionierten Steilpass, den schwachen Techniker mit messerscharfen Pässen in den Fuß oder den Spieler ohne jedes Antizipationsvermögen mit einer Spielidee zu überfordern. Unser Top-Spieler soll sich seiner Lösungsoptionen noch bewusster werden und bessere (klügere?) Entscheidungen treffen. Also: Jetzt nicht den Steilpass auf den langsamen Spieler, sondern z.B. den Doppelpass fordern. Ins Dribbling gehen, weil der technisch schwache Spieler die einzige Passmöglichkeit nicht verarbeiten könnte. Oder mit einem Pass in den Raum dem Mitspieler mehr Zeit für Ballannahme und -mitnahme zu geben. Oder den Spieler ohne Antizipationsvermögen durch positive Kommunikation besser ins Spiel einzubeziehen. Und vor allem: gegnerische Fouls nicht persönlich nehmen, sondern als Bestätigung für die Tatsache, dass er mal wieder zu schnell war.


    Ich bin der festen Überzeugung, dass der Spieler dadurch auch seinen fußballerischen Horizont erweitert. Der Spieler zeigt durch seine Reaktion, dass er dieser Argumentation folgen kann. Bisher klappt es ganz gut, die Mitspieler freuen sich schon, dass er deutlich ruhiger geworden sei. Ich hoffe nicht, dass er jetzt nur noch zu Hause mosert.


    Wir haben allerdings Glück: wir gewinnen ab und zu auch mal! Und manchmal sieht es dabei wie Fußball aus.


    Andre
    Für die spezielle Situation in dem Umfeld Deiner Söhne (da ist ja noch der Frust wegen B1 und B2 dabei) , hilft das allerdings auch nicht.

  • normalerweise, lernen kinder besser wenn sie in einer mannschaft spielen, wo es gute und schlechte gibt, da sie so immer beispiele sehen wie man es besser machen kann, sortiert man nun gleich von anfang an in stark und schwach, benachteiligt man die schlechteren?.


    Meiner Erfahrung nach stimmt das nur bis zu einem bestimmten Punkt. Wenn die Unterschiede zu groß sind, lernt der Schwache vom Starken nicht mehr, letzterer spielt dann einfach in einer anderen Liga. Davon wird der schwächere Spieler sogar eher demotiviert, wenn der Trainer nicht eingreift. Meinen Beobachtungen nach orientieren sich die meisten Spieler eher an ihren Freunden oder an anderen Spielern, die ähnlich stark wie sie selbst sind. Ein sehr großes Leistungsgefälle ist schon eine deutliche Herausforderung für den Trainer.


    da es in der f vor allen dingen darum geht spass am fussball zu haben würde ich hier net eine super und eine rumpel mannschaft machen?


    Ich würde auch versuchen, es zu vermeiden. Und du hast schon Recht, in der F tut sich noch sehr viel, da gibt es ganz enorme Entwicklungsschübe. Gegen Ende der F und in der E kristallisieren sich aber dann schon wichtige Eigenschaften heraus. Ich bin nun keineswegs dafür, dann den vermeintlich schwächeren Spielern den Weg nach vorne zu verbauen, aber meiner Erfahrung nach bildet sich in Breitensport-Teams oft eine dreigeteilte Mannschaft, mit ein paar deutlich überdurchschnittlichen Spielern, ein paar deutlich unterdurchschnittlichen und einem mehr oder weniger breiten Mittelfeld. Die stärkeren Spieler können nahezu alles mindestens so gut wie die Spieler aus dem Mittelfeld, die schwächeren können in maximal ein oder zwei Disziplinen mit dem Mittelfeld mithalten. Das ist jetzt überhaupt nicht abfällig gegenüber den schwächeren Spielern gemeint, ich habe sie immer in der Gesamtmannschaft haben wollen. Ich habe in der E damals durchaus die Erfahrung gemacht, dass es nicht nur für die stärkeren Spieler angenehmer ist, wenn sie auch mal unter sich spielen können, sondern eben auch für die schwächeren. Sie kommen dann endlich auch mal zu etwas, sind nicht sofort und permanent so sehr unter Druck, nehmen sich nicht so sehr zurück und spielen deutlich befreiter auf. Natürlich sah dann das Spiel auf dem Spielfeld der Stärkeren besser aus und bei den Schwächeren hatte es ein erkennbar niedrigeres Niveau. Das war in dem Moment aber egal, es machte den Spielern so einfach mehr Spaß. Und selbst wenn ihre Fehlerquote höher war, so probierten die schwächeren Spieler doch auf ihrem Spielfeld viel mehr Dinge aus als sie es getan hätten, ja, hätten tun können, wenn die stärkeren Spieler dabei gewesen wären.


    auch in der e würde ich noch net mit dem leistungsgedanken rangehen?


    Es kommt, wie gesagt, darauf an, wie groß der Kader ist, wie das Leistungsgefälle aussieht, und wie der Spielbetrieb gestaltet ist. Sind die Parameter entsprechend, so würde ich schon nach Leistung einteilen. Ich halte das nicht für grundsätzlich verwerflich, denn es kommt entscheidend auf die Umsetzung an. Ich würde nämlich weiterhin darauf achten, dass beide Teams gleich behandelt werden, dass also keine Bevorzugung der stärkeren Mannschaft stattfindet. Ich würde für beide Mannschaften ebenbürtige Gegner suchen, ich würde sie nicht gegeneinander antreten lassen. Ich würde aber auch mit der gesamten Mannschaft zu Turnieren fahren und dort ähnlich starke, gemischte Teams bilden. Wichtig dabei wäre es auch, den Eltern von vornherein klar zu machen, dass ich nicht den Gewinn der goldenen Ananas verfolge. Ich möchte allen Kindern ihre Erfolserlebnisse geben, aber ich spiele keine Dorfbundesliga. Daher wäre auch die bei uns bereits in der F-Jugend durch Turniersiege in der Hallenrunde erreichbare Hallenkreismeisterschaft ausdrücklich kein Ziel.


    wie gesagt ab der der d kann man dann anfangen zu unterscheiden, da bis dahin normalerweise der grossteil die möglichkeit hatte sich die grundelemente anzueigenen?


    In der D sind die Unterschiede schon ziemlich enorm..


    für die schwachen sollte man noch zusätzliches fördertraining anbieten, was aber die wenigsten vereine umsetzen?.


    Ich denke, das können wahrscheinlich tatsächlich die wenigsten Vereine leisten, dazu reicht es personell einfach nicht. Ich wäre schon froh, wenn die unteren Mannschaften ein gutes Training erhielten, leider werden sie aber häufig eher stiefmütterlich behandelt. Wenn diese Grundforderung erfüllt ist, können wir gerne über zusätzliche Maßnahmen reden, aber erst mal müssen wir die Grundbedürfnisse erfüllen...

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Einige Spieler im StP haben schon in dieser Saison gewechselt und er spielt ( so habe ich den Eindruck ) auch schon mit dem Gedanken dahin zu wechseln.

    Im Zusammenhang mit dem Thread wo es um Spaß der Kinder geht. Das entscheiden die ( je älter sie werden ) schon für sich. Es macht ihm keinen Spaß mehr, weil es sich hinsichtlich des unterschiedlich ausgeprägten Ehrgeizes nicht gebessert hat. Seinem Kumpel geht es genauso. Beide werden wechseln. Auf meinen Wunsch erst zum nächsten Sommer, weil ich finde das sich das gegenüber dem jetzigen Trainer und der Mannschaft so gehört. Der Trainer hat ihm übrigens zu einem Wechsel nächste Saison geraten. Fand ich sehr gut und uneigennützig von ihm. Ich sagte ja das ich ihn für einen guten Trainer halte. Umso mehr bedauere ich die Entscheidung meines Ältesten. Aber es ist sein Hobby.