Rechthaberei - wie kriege ich sie in den Griff ?

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  • *gg*
    Ich glaube, wenn er das tatsächlich machen würde, geht sie nicht mehr zum Training :rolleyes:
    Meinetwegen könnte er das ruhig tun und wenn sie dann bei mir darüber meckern würde, würde ich sagen, selbst schuld.
    Mein Mann hat auch schon gesagt, eigentlich sollte der Trainer sie rausschmeißen.
    Obwohl ich rausschmeißen zu heftig fände, weil ich glaube, dass sie es eigentlich gar nicht böse meint - und die Sanktion ganz am Schluss würde nur dazu führen, dass sie sauer auf den Trainer und die anderen ist und (zumindest nach außen) denkt, die anderen wären schuld, nicht sie...
    Sie macht ja auch Leichtathletik und soweit ich das beurteilen kann,hatte sie diese Probleme da noch nicht.

  • Rauswerfen käme bei mir niemals -nicht mal gedacht- ins Rennen, niemals. Das ist eine kleine Maus und ehrlich gesagt mag ich Menschen die den Mund aufmachen. Das heisst nicht, dass es mal nerven kann! Ich empfinde das als Herausforderung. Mich nervt viel eher, wenn jemand nur brav ist, nie in der Nase popelt und immer nur mitschwimmt. Das nervt mich viel mehr.


    Wenn deine/eure Tochter den Fußball so mag wie ich es einschätze....würde die ebend nicht aufhören, sondern kindlich überlegen. Sie hätte -und das wäre das Ergebnis bei konsequenter Handlung des Erwachsenen- zwei Möglichkeiten....sich an die Regeln halten oder weniger von dem bekommen, was sie vermutlich sehr mag...Fußball. Ihr Verhalten könnte die Menge des Fußballs den sie bekommen kann verändern.


    Die ist doch nicht dumm?


    Und andererseits...würde sie deswegen aufhören, würde sie es vermutlich sowieso...halt in ein paar Monaten später. Bei dem unbändigen Willen glaube ich daran aber weniger. Gruß Andre

  • @André:
    Nein, dumm ist sie weiß Gott nicht.


    wenn das nicht so extrem wäre und ihre Art etwas anders den anderen gegenüber, würde ich es auch nicht so schlimm finden, wenn sie was sagt
    Das ist ja auch eine Artb Mitdenken und Verantwortung übernehmen, wenn jemand sich kümmert. Sie hilft zum Beispiel auch Kleinen beim Schuhe an-und ausziehen und es würde bei ihr auch keiner verhungern und verdursten...

  • ich weiß nicht, ob diese Anweisungen wirklich immer die richtigen sind, sagen wir es mal so, sie sagt den anderen, dass sie nach hinten gehen sollen, geht sie nach vorne, damit hinten wer ist. Sie erklärt den anderen, wer jetzt Einwurf hat und warum (der Ton !) und sie meckert auch mal, wenn ein Fehler passiert (bei sich selbst aber auch).


    Die Beurteilung würde ich dem Trainer überlassen. Grundsätzlich hat man es als Trainer ja gerne, wenn die Spieler kommunizieren, aber wenn das zu einseitig stattfindet und einige Äußerungen fachlich falsch oder sozial daneben sind, dann ist es mir lieber, dass die Labertasche mal den Mund hält. Ich bin ja im Fußball so ein Gerechtigkeitsfanatiker und permanenter Gleichmacher. Wenn da die Stars im Team dann meinen, sie könnten permanent den anderen Spielern Anweisungen geben und sie praktisch die ganze Zeit herumkommandieren, so schreite ich ein und verbitte mir das. Um bei deinen Beispielen zu bleiben:


    "sie sagt den anderen, dass sie nach hinten gehen sollen, geht sie nach vorne, damit hinten wer ist" -- Das ist so in Ordnung, solange sie auch dazu bereit ist, hinten zu bleiben oder nach hinten zu gehen, wenn andere Spieler nach vorne gehen. Beansprucht sie hingegen für sich das Recht, jederzeit nach vorne zu gehen und dann andere nach hinten zu schicken, so ist das nicht in Ordnung.


    "Sie erklärt den anderen, wer jetzt Einwurf hat und warum (der Ton !)" -- Wie ist denn der Ton? Die Frage, wer Einwurf hat, überfordert nur die wenigsten Kinder, die Regel dazu ist sehr, sehr einfach. Insofern brauchen die anderen Spieler sie vermutlich nicht, um feststellen zu können, wer Einwurf hat, es sei denn, sie war eine der unmittelbar beteligten. Als Trainer würde ich sie in so einem Moment dann einfach fragen, ob sie denn meint, dass die anderen das nicht alleine hin bekommen. Vielleicht hätte ich das Geschehen kurz unterbrochen, dann die Spieler, die unmittelbar beteiligt waren, zu der Situation befragt, und anschließend sie danach, warum sie sich in eine Sache eingemischt hat, die ihrer Hilfe nicht bedurfte. Ich hätte dazu gesagt, dass ich es toll finde, dass sie offenbar dem Geschehen aufmerkam folgt und die Situation auch richtig erkannt hat. Und dass sie sich durchaus hätte melden dürfen, wenn die Entscheidung der anderen falsch gewesen wäre. Dass sie aber nicht dafür verantwortlich ist, was die anderen machen. Dass sie ihnen gerne helfen darf, ja, aber ihnen auch die Möglichkeit, eigene Erfahrungen zu machen und Entscheidungen zu treffen.


    Tatsächlich bin ich ja auch ein Besserwisser. Insofern würde ich es vielleicht sogar mal auf ein Duell mit ihr ankommen lassen, um ihr dann zu zeigen, wie blöd das ist, wenn man ständig verbessert wird. Das muss man natürlich mit Augenzwinkern und ausgesprochen freundlich machen, damit es nicht falsch rüber kommt.


    "sie meckert auch mal, wenn ein Fehler passiert (bei sich selbst aber auch)" -- Da kommt es auf die Häufigkeit an. Wobei ich das Anmeckern anderer Spieler stets recht schnell unterbinde. Ich habe da meine Kids immer mal wieder gefragt, wie sie es denn empfinden, wenn sie angemault werden. Es gibt ja keinen, der das gerne hat. Und dann gebe ich zu bedenken, dass keiner im Team absichtlich schlecht spielt oder bewusst einen Fehler macht, insofern ist Meckerei erstens nicht angebracht. Und zweitens führt sie ja eigentlich immer nur dazu, dass der angemeckerte Spieler anschließend noch unsicherer spielt und daher eher mehr als weniger Fehler macht. Ich habe dann immer an den Team-Geist apelliert und dass ich möchte, dass sie sich gegenseitig unterstützen. Und zwar mit Taten und Worten.


    Ich habe auch stets Wert darauf gelegt, dass sie sich gegenseitig nicht zu beurteilen haben, dass das eben mein Privileg ist.


    Mein Mann meinte gestern, es wäre ein riesiger Fehler gewesen, sie zum Fußball gehen zu lassen, da sie (wegen dieser Rechthaberei und Rumkommandiererei) für Mannschaftssportarten nicht geeignet sei und die anderen sie alle nicht leiden können.


    Nun ja, es ist aber halt auch Aufgabe des Trainers, sie diesbezüglich einzufangen. Er soll nicht versuchen, ihr diese Eigenschaft vollständig auszutreiben, das wird er auch nicht schaffen. Aber er kann sie in für alle Beteiligten erträgliche Bahnen lenken und ihr Mitdenken von einem Ärgernis zu einem positiven Beitrag für die Mannschaft machen.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Zitat von »betreuer72«




    ich weiß nicht, ob diese Anweisungen wirklich immer die richtigen sind, sagen wir es mal so, sie sagt den anderen, dass sie nach hinten gehen sollen, geht sie nach vorne, damit hinten wer ist. Sie erklärt den anderen, wer jetzt Einwurf hat und warum (der Ton !) und sie meckert auch mal, wenn ein Fehler passiert (bei sich selbst aber auch).


    Die Beurteilung würde ich dem Trainer überlassen. Grundsätzlich hat man es als Trainer ja gerne, wenn die Spieler kommunizieren, aber wenn das zu einseitig stattfindet und einige Äußerungen fachlich falsch oder sozial daneben sind, dann ist es mir lieber, dass die Labertasche mal den Mund hält. Ich bin ja im Fußball so ein Gerechtigkeitsfanatiker und permanenter Gleichmacher. Wenn da die Stars im Team dann meinen, sie könnten permanent den anderen Spielern Anweisungen geben und sie praktisch die ganze Zeit herumkommandieren, so schreite ich ein und verbitte mir das. Um bei deinen Beispielen zu bleiben:


    "sie sagt den anderen, dass sie nach hinten gehen sollen, geht sie nach vorne, damit hinten wer ist" -- Das ist so in Ordnung, solange sie auch dazu bereit ist, hinten zu bleiben oder nach hinten zu gehen, wenn andere Spieler nach vorne gehen. Beansprucht sie hingegen für sich das Recht, jederzeit nach vorne zu gehen und dann andere nach hinten zu schicken, so ist das nicht in Ordnung.

    nein, das tut sie ganz und gar nicht, vielmehr schickt sie der Trainer immer über den ganzen Platz: Geh nach hinten und lass keinen Ball durch ! wenn du den Ball hast, geh in Richtung Tor.
    Sie geht immer sofort wieder mit nach hinten, wenn die Sache vorne rum ist.


    "Sie erklärt den anderen, wer jetzt Einwurf hat und warum (der Ton !)" -- Wie ist denn der Ton? Die Frage, wer Einwurf hat, überfordert nur die wenigsten Kinder, die Regel dazu ist sehr, sehr einfach. Insofern brauchen die anderen Spieler sie vermutlich nicht, um feststellen zu können, wer Einwurf hat, es sei denn, sie war eine der unmittelbar beteligten. Als Trainer würde ich sie in so einem Moment dann einfach fragen, ob sie denn meint, dass die anderen das nicht alleine hin bekommen. Vielleicht hätte ich das Geschehen kurz unterbrochen, dann die Spieler, die unmittelbar beteiligt waren, zu der Situation befragt, und anschließend sie danach, warum sie sich in eine Sache eingemischt hat, die ihrer Hilfe nicht bedurfte. Ich hätte dazu gesagt, dass ich es toll finde, dass sie offenbar dem Geschehen aufmerkam folgt und die Situation auch richtig erkannt hat. Und dass sie sich durchaus hätte melden dürfen, wenn die Entscheidung der anderen falsch gewesen wäre. Dass sie aber nicht dafür verantwortlich ist, was die anderen machen. Dass sie ihnen gerne helfen darf, ja, aber ihnen auch die Möglichkeit, eigene Erfahrungen zu machen und Entscheidungen zu treffen.

    Das halte ich für eine gute Idee und ich habe den Trainer auch schon mal so etwas in der Art sagen hören.
    Was sie v.a. oft macht, ist den Ball nach einem Tor wieder zum Anstoßkreis zu tragen, weil die Kleinen immer weiterspielen wollen.

    Tatsächlich bin ich ja auch ein Besserwisser. Insofern würde ich es vielleicht sogar mal auf ein Duell mit ihr ankommen lassen, um ihr dann zu zeigen, wie blöd das ist, wenn man ständig verbessert wird. Das muss man natürlich mit Augenzwinkern und ausgesprochen freundlich machen, damit es nicht falsch rüber kommt.

    Ich denke, das tut der Trainer. Wie schon gesagt,er bemüht sich jetzt auch, dabei sachlich zu bleiben.
    Interessant ist es immer, wenn seine Frau dabei ist (Betreuerin). Sie kann meine Tochter gar nicht leiden und würde nie versuchen, dabei freundlich zu bleiben. Bei ihr ist das eher ein Ton, den ich gegenüber meiner Tochter anbringe, wenn sie Mist gebaut hat - Ich denke, das darf ich schon mal als Mutter - aber ich weiß nicht, ob das der Betreuerin auch zusteht. Ich hatte das letzte Mal eher das Gefühl, dass sie mit einer Horde vor einem Spiel aufgeregter Kinder überfordert ist.


    "sie meckert auch mal, wenn ein Fehler passiert (bei sich selbst aber auch)" -- Da kommt es auf die Häufigkeit an. Wobei ich das Anmeckern anderer Spieler stets recht schnell unterbinde. Ich habe da meine Kids immer mal wieder gefragt, wie sie es denn empfinden, wenn sie angemault werden. Es gibt ja keinen, der das gerne hat. Und dann gebe ich zu bedenken, dass keiner im Team absichtlich schlecht spielt oder bewusst einen Fehler macht, insofern ist Meckerei erstens nicht angebracht. Und zweitens führt sie ja eigentlich immer nur dazu, dass der angemeckerte Spieler anschließend noch unsicherer spielt und daher eher mehr als weniger Fehler macht. Ich habe dann immer an den Team-Geist apelliert und dass ich möchte, dass sie sich gegenseitig unterstützen. Und zwar mit Taten und Worten.


    Ich habe auch stets Wert darauf gelegt, dass sie sich gegenseitig nicht zu beurteilen haben, dass das eben mein Privileg ist.


    Zitat von »betreuer72«




    Mein Mann meinte gestern, es wäre ein riesiger Fehler gewesen, sie zum Fußball gehen zu lassen, da sie (wegen dieser Rechthaberei und Rumkommandiererei) für Mannschaftssportarten nicht geeignet sei und die anderen sie alle nicht leiden können.


    Nun ja, es ist aber halt auch Aufgabe des Trainers, sie diesbezüglich einzufangen. Er soll nicht versuchen, ihr diese Eigenschaft vollständig auszutreiben, das wird er auch nicht schaffen. Aber er kann sie in für alle Beteiligten erträgliche Bahnen lenken und ihr Mitdenken von einem Ärgernis zu einem positiven Beitrag für die Mannschaft machen.

  • Es klingt doch so, als ginge der Trainer das Thema an. Ich würde also sagen, du solltest dir darüber nicht so sehr den Kopf zerbrechen und einfach mal schauen, wie es sich entwickelt. Ich bin da nach deinen Schilderungen eigentlich ziemlich zuversichtlich.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Ich denke, das tut der Trainer. Wie schon gesagt,er bemüht sich jetzt auch, dabei sachlich zu bleiben.
    Interessant ist es immer, wenn seine Frau dabei ist (Betreuerin). Sie kann meine Tochter gar nicht leiden und würde nie versuchen, dabei freundlich zu bleiben. Bei ihr ist das eher ein Ton, den ich gegenüber meiner Tochter anbringe, wenn sie Mist gebaut hat - Ich denke, das darf ich schon mal als Mutter - aber ich weiß nicht, ob das der Betreuerin auch zusteht. Ich hatte das letzte Mal eher das Gefühl, dass sie mit einer Horde vor einem Spiel aufgeregter Kinder überfordert ist.


    Das hatte Jenny82 ja auch schon richtig angemerkt: Der Trainer und seine Frau haben ein Problem, wenn sie mit deiner Tochter nicht klarkommen. Nicht deine Tochter. Und wie Andre erklärt hat, was er machen würde, so sollte auch der Trainer im Rahmen seiner Möglichkeiten deine Tochter ermahnen oder ggf. auch bestrafen. ABER - und das wurde auch schon erwähnt - DU solltest unbedingt mit dem Trainer und seiner Frau reden. Sie müssen wissen, dass du ihnen in dieser Hinsicht den Rücken stärkst (außer Anschreien natürlich). Denn wie du beschrieben hast, beäugst du die Betreuerin und sie kann dich und deine Tochter wohl auch nicht recht leiden. Und solche Konflikte sollte man schnellstmöglich klären...


    Ich würde also sagen, du solltest dir darüber nicht so sehr den Kopf zerbrechen und einfach mal schauen, wie es sich entwickelt.


    In meiner Jugendzeit hätten wir gesagt: Mach dich mal locker! ;)


    Gruß,
    sb


    P.S. Über den Tonfall gegenüber Kindern könnte ich auch einen eigenen Thread aufmachen. Habe ich derzeit im eigenen Verein das Problem...

  • Habe gerade die Info bekommen,dass meine Große beim nächsten Spiel ins Tor muss und der "Stamm-"Torhüter geht ins Feld.
    O je
    Ich hoffe, es kommt nicht wieder zu Diskussionen...

  • Habe gerade die Info bekommen,dass meine Große beim nächsten Spiel ins Tor muss und der "Stamm-"Torhüter geht ins Feld.
    O je
    Ich hoffe, es kommt nicht wieder zu Diskussionen...


    Wieso, meinst du, sie will das nicht?

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Habe gerade die Info bekommen,dass meine Große beim nächsten Spiel ins Tor muss und der "Stamm-"Torhüter geht ins Feld.
    O je
    Ich hoffe, es kommt nicht wieder zu Diskussionen...

    Vielleicht ist das ja auch eine Maßnahme des Trainer bzgl. Deines Problems und er geht den Konflikt bewusst ein.

  • Mich beunruhigt der Fakt dass in diesem Thread wieder mal "nur" diejenige die volle Beachtung und Wertschätzung dieses Threads bekommt welche auffällt.
    Von den betroffenen Mitspielerinnen und deren mitbetroffenen Eltern spricht keiner. Wieso eigentlich ? Immerhin sind es ja gerade die, die es am meisten stört und darunter zu leiden haben. Die werden aber oft vernachlässigt weil die ganze Energie von derjenigen Person annektiert wird, die dieses Mehr an Aufmerksamkeit eigentlich gar nicht verdient ???
    Ich halte das für sehr gefährlich. Nur weil die anderen nichts sagen, heisst da noch lange nicht, dass das "Problem" nur bei der auffälligsten Person anzusiedeln ist. Vielleicht wird sie provoziert. Vielleicht hat sie ja recht. Vielleicht sind es aber auch andere die morgen wegen "der" nicht mehr zum Training kommen und es sind definitiv die anderen welche hinter dem Rücken Stories erzählen die man da wohl lieber nicht hören will. Gehen die Girls miteinander in die Schule, geht es dort weiter, etc. etc.
    Zickenkrieg ist immer ein Flächenbrand. Wer da nur die Flamme löscht, muss sich nicht wundern, wenns immer wieder an anderer Stelle weiterbrennt.

  • Ich denke nicht, dass es Leute gibt, die Ihretwegen nicht mehr zum Training kommen.
    Aber @Fussballbaron: inhaltlich hast Du absolut recht. Genau das ist es ja. Die anderen, um die mache ich mir dabei auch Gedanken. Schließlich ist Fußball ein Mannschaftssport !
    Letzte Woche war der große Bruder eines Mitspielers dabei und der ist was die "Klugscheißerei" betrifft das doppelte meiner Tochter. Jetzt hat sie mal gesehen, wie das ist, rumkommandiert zu werden.
    Sie kam sogar und sagte: Mama, der kommandiert nur rum ! - Ich sage: da siehst Du mal, wie blöd das ist !
    Die beiden haben sich dann gegenseitig hochgeschaukelt und sich dabei sogar verstanden- oh Wunder.
    Jedenfalls hatten die anderen dann Ruhe von beiden *g*
    Ich arbeite daran, dass sie mal runterkommt und sich zurück nimmt, ein bisschen Hoffnung habe dabei noch.
    Was das ins Tor gehen betrifft im nächsten Spiel, arbeite ich auch dran, dass sie das packt. Sie ist zwar nicht schlechter als der normale TW, außer, dass sie keine Abstöße kann, aber sie nimmt jedes Tor persönlich im Gegensatz zu ihm. Unser TW hat ADHS und nimmt Medikamente. Seine Konzentration ist okay, soweit ich das beurteilen kann, zumindest für einen Teil der Zeit, andererseits neigt er zu Slapstickeinlagen: Ball fangen und dann rückwärts damit ins Tor fallen, während des Spiels an der Eckfahne rumrennen. Der Trainer muss immer in seiner Nähe bleiben, weil er dazu neigt, Blödsinn zu machen. Jetzt lässt er ihn beim nächsten Mal im Feld spielen - er ist kein schlechter Fußballer-wenn man nett denkt, weil unser Trainer hofft, dass er was gegen unsere Torflaute tut - denkt man nicht nett, hofft unser Trainer vielleicht, dass meine Tochter den Druck nicht aushält und er sie dann absägen könnte (weil sie z.B. im Spiel ihre Handschuhe hinschmeißt und nichts mehr macht, so impulsiv wie sie ist). Obwohl ich das eigentlich für ein starkes Stück halten würde - als Verhalten eines Erwachsenen einem Kind gegenüber. Wenn er meint, dass das mit ihr nichts bringt, sollte er das ganz einfach sagen und dann ist es rum. Wir könnten damit schon leben.

  • Betreuerin72


    ...in der Folge ihrer neuen Erfahrung würde ich als liebender Elternteil vielleicht tatsächlich den Trainer ansprechen um mit ihm die Sache unter vier Augen durchzusprechen.


    Teil ihm doch mit, dass du es gut finden würdest, wenn er diese Erfahrung nun aufnehmen würde, um ihr mitzuteilen, dass er ihr nun helfen wolle, disziplinierter mit ihren Mitspielern umzugehen. Sie wisse ja nun, wie man sich fühlt, wenn ein anderer mit einem so umgeht und er ginge davon aus, dass sie das selber nicht gut findet. Um dieses Klopposyndrom in den Griff zu bekommen, wechselt er sie jedesmal die von mir bereits angeregten 5 Minuten aus und zwinkert sie dann an...."sorry, sorry...du weisst ja...warum ich das leider leider tun mußte...gleich probieren wir es nochmal" (5 Min.).


    Ich weiss überhaupt nicht wo das Problem ist, wieso macht er es nicht einfach mal so und fertig. Er kann doch so oft ein.-und auswechseln bis er schwarz ist, oder?


    Er könnte das sogar mit dem Schiedsrichter so vereinbaren...das es nicht immer eine Spielunterbrechung gibt und einen beidseitigen fliegenden Wechsel vereinbart.

  • ...in der Folge ihrer neuen Erfahrung würde ich als liebender Elternteil vielleicht tatsächlich den Trainer ansprechen um mit ihm die Sache unter vier Augen durchzusprechen.


    das kann ich tun, wenn er aus dem Urlaub wieder zurück ist...

    Teil ihm doch mit, dass du es gut finden würdest, wenn er diese Erfahrung nun aufnehmen würde, um ihr mitzuteilen, dass er ihr nun helfen wolle, disziplinierter mit ihren Mitspielern umzugehen. Sie wisse ja nun, wie man sich fühlt, wenn ein anderer mit einem so umgeht und er ginge davon aus, dass sie das selber nicht gut findet. Um dieses Klopposyndrom in den Griff zu bekommen, wechselt er sie jedesmal die von mir bereits angeregten 5 Minuten aus und zwinkert sie dann an...."sorry, sorry...du weisst ja...warum ich das leider leider tun mußte...gleich probieren wir es nochmal" (5 Min.).

    Klopposyndrom *g* - netter Begriff !


    Ich sehe ihn leider vor dem Spiel nicht mehr, weil wir als Betreuer z.Zt. das Training machen und er kommt erst kurz davor wieder zurück.

    Ich weiss überhaupt nicht wo das Problem ist, wieso macht er es nicht einfach mal so und fertig. Er kann doch so oft ein.-und auswechseln bis er schwarz ist, oder?

    Natürlich kann er das. Entschuldigung


    Er könnte das sogar mit dem Schiedsrichter so vereinbaren...das es nicht immer eine Spielunterbrechung gibt und einen beidseitigen fliegenden Wechsel vereinbart.

  • Mich beunruhigt der Fakt dass in diesem Thread wieder mal "nur" diejenige die volle Beachtung und Wertschätzung dieses Threads bekommt welche auffällt. Von den betroffenen Mitspielerinnen und deren mitbetroffenen Eltern spricht keiner.


    Quatsch. Lies doch mal meinen Beitrag #24 genau durch, da kommen die anderen Kinder durchaus vor. Aber wenn hier jemand nach einem, auch noch dem eigenen Kind fragt, dann erhält er, oder, in diesem Fall, sie dann auch Antworten zu eben diesem Kind. Darüber hinaus ist doch die Fragestellerin ausdrücklich daran interessiert, dass ihr Kind sich besser integrieren möge. Wo siehst du also gerade das Problem?

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • wie ich schon geschrieben habe, soll meine Tochter jetzt im nächsten Spiel ins Tor gehen, obwohl der erste Torwart da ist. Ihn will der Trainer dieses Mal ins Feld stellen.
    Erst wollte meine Tochter sofort aus dem Verein austreten, jetzt sagt sie, sie macht nur noch die letzten beiden Spiele draußen mit oder vielleicht maximal noch die Halle (falls sich die Zeiten nicht mit dem Leichtathletiktraining beißen). Sie hat totale Panik vor dem nächsten Spiel, sagt, sie könne das nicht. Wir haben ihr vorgeschlagen, mit ihr zu trainieren, aber da macht sie erst mit und dann nur noch Faxen, um mir zu sagen, dass sie es nicht kann. Der N. wäre viel besser im Tor als sie....
    Wäre der Trainer jetzt nicht im Urlaub, könnte man vielleicht mal mit ihm reden. Leider machen wir gerade das Training und er kommt erst einen Tag vor dem Spiel wieder zurück.
    Eine Möglichkeit zu reden ist da nicht gegeben. Ich habe ihr gesagt, dass sie dem Trainer sagen kann, dass sie Angst hat und so der Mannschaft nicht helfen kann - eher im Gegenteil.
    Das muss sie aber tun, nicht einer von uns. Dann gibt es zwei Möglichkeiten, wie der Trainer reagieren könnte, entweder er nimmt die Angst ernst und läßt sie in der Abwehr spielen (oder gar nicht!) oder er versucht sie zu beruhigen und sie muss ins Tor... Das kann schief gehen oder auch nicht. Ich weiß, dass der Trainer entscheidet, wer wo spielt.
    Was meint ihr ? Haben wir eine Chance, dass sie sich traut, wenn wir es trainieren bis dahin (11.10) oder soll sie es lieber sagen. Ich befürchte, dass der Trainer darauf bestehen wird und sie dann total versagt...

  • wie ich schon geschrieben habe, soll meine Tochter jetzt im nächsten Spiel ins Tor gehen, obwohl der erste Torwart da ist. Ihn will der Trainer dieses Mal ins Feld stellen.


    Ich weiß nicht genau, wie alt deine Tochter ist, vermute mal F-Jugend. Dann finde ich es gut, dass der Trainer auch im Tor rotiert. Würde ich noch mal eine F- oder jüngere Mannschaft übernehmen, würde ich auf jeden Fall auch im Tor rotieren. Es käme nicht jeder auf die selbe Zeit im Tor. Aber ich würde im Training auf jeden Fall alle Spieler im Tor spielen lassen und ich würde auch versuchen, jeden auch im Spielbetrieb mindestens eine Halbzeit im Tor spielen zu lassen. So habe ich das in der E1 gemacht und finde es auch im Nachhinein gut.


    Erst wollte meine Tochter sofort aus dem Verein austreten, jetzt sagt sie, sie macht nur noch die letzten beiden Spiele draußen mit oder vielleicht maximal noch die Halle (falls sich die Zeiten nicht mit dem Leichtathletiktraining beißen). Sie hat totale Panik vor dem nächsten Spiel, sagt, sie könne das nicht.


    Tja, ich würde sagen, dass es dann ja allerhöchste Zeit wird, dass sie mal ins Tor geht. Wie gesagt, ich habe in der E1 im Tor stark rotiert. Bis in die E2 hatten wir drei Spieler, die sich im Tor abgewechselt haben, es gab noch ein paar weitere, die vereinzelt im Tor spielten, aber gut die Hälfte der Spieler hatte nie im Spielbetrieb im Tor gestanden. Im Training schon, da habe ich gerne in Spielen alle paar Minuten alle Spieler um eine Positionen weiter geschoben, so dass auch jeder für eine Weile im Tor spielte.


    Nun, ich habe also zwei Spieler, die bis dahin nie im Tor gespielt hatten, gebeten, beim nächsten Spiel für jeweils eine Halbzeit ins Tor zu gehen. Ich habe ihnen das beim ersten Training der Woche, an deren Ende das Spiel stattfand, mitgeteilt. Beim nächsten Training kamen die beiden zu mir und äußerten Bedenken, sie hätten Angst, nicht gut genug zu sein und so. Dazu habe ich erwidert, dass ich mir sicher bin, dass sie es nicht schlecht machen werden und dass ich möchte, dass sie es mal probieren und sie überhaupt nichts falsch machen können. Ich weiß, dass sie nur wenig Erfahrung im Tor haben, das ist überhaupt kein Problem: ich erwarte nichts von ihnen, außer, dass sie es probieren und, wie immer, ihr Bestes geben, was auch immer das sein mag.


    Tja, und sie haben es dann ziemlich gut gemacht und hatten ab diesem Zeitpunkt auch keine Angst mehr davor, mal ins Tor zu gehen. Der eine wollte sogar ab diesem Zeitpunkt sehr gerne eine Halbzeit ins Tor gehen. Seine Körperform und damit verbundene, ausbaufähige Kondition mag daran beteiligt gewesen sein, aber ihm machte der Job im Tor tatsächlich auch Spaß.


    Am Ende der Saison waren alle im Tor gewesen, manche lieber als andere, aber sie haben es alle gemacht, auch unser Floh. Dafür war ich richtig stolz auf sie, denn einige haben sich dazu schon auch ein wenig überwinden müssen. Aber sie waren am Ende dann auch stolz darauf, das geschafft zu haben.


    Wir haben ihr vorgeschlagen, mit ihr zu trainieren, aber da macht sie erst mit und dann nur noch Faxen, um mir zu sagen, dass sie es nicht kann. Der N. wäre viel besser im Tor als sie....


    Ihr macht den Fehler, ihre Angst ernst zu nehmen und als unveränderlich anzunehmen. Sie hat aber keinen Grund zur Angst. Mag sein, dass N. das viel besser macht, na und? Sie muss es doch nicht besser machen als er, nicht mal genauso gut. Sie soll es nur mal ausprobieren und es so gut machen, wie sie es eben kann. Und der Trainer traut es ihr unbedingt zu, sie muss keine Angst haben, ihn oder die anderen Spieler zu enttäuschen -- dazu übrigens: ich habe dem Rest des Teams auch immer gesagt, dass Spieler XY ja im Tor spielt, der das noch nie getan hat, und sie ihm deshalb unbedingt helfen müssen, da er verständlicherweise nervös ist. Ich kann nur sagen: für das Teamgefühl ist sowas super geeignet.


    Wäre der Trainer jetzt nicht im Urlaub, könnte man vielleicht mal mit ihm reden. Leider machen wir gerade das Training und er kommt erst einen Tag vor dem Spiel wieder zurück. Eine Möglichkeit zu reden ist da nicht gegeben. Ich habe ihr gesagt, dass sie dem Trainer sagen kann, dass sie Angst hat und so der Mannschaft nicht helfen kann - eher im Gegenteil.


    NEIN!!! Natürlich kann sie der Mannschaft helfen, jetzt rede ihr nicht auch noch ein, dass sie mit ihren Zweifeln Recht hat!! Macht ganz normal Training, lasst sie vielleicht im Training einmal mehr ins Tor, damit sie sich daran gewöhnen kann. Und macht ihr vor allem klar, dass nichts von ihr erwartet wird.


    Das muss sie aber tun, nicht einer von uns. Dann gibt es zwei Möglichkeiten, wie der Trainer reagieren könnte, entweder er nimmt die Angst ernst und läßt sie in der Abwehr spielen (oder gar nicht!) oder er versucht sie zu beruhigen und sie muss ins Tor... Das kann schief gehen oder auch nicht. Ich weiß, dass der Trainer entscheidet, wer wo spielt.


    Ich konnte meine beiden Spieler beim zweiten Training davon überzeugen, dass nichts Schlimmes passieren wird, wenn sie im Tor spielen, dass ich absolut zu ihnen stehe, ganz egal, was in dem Spiel passiert. Es war auch nur für eine Halbzeit, die andere durften sie ja im gewohnten Feld spielen. Ich würde sie nicht der Aufgabe ihm Tor entheben, aber ich hätte den Einsatz wohl von vornherein auf eine Halbzeit beschränkt.


    Was meint ihr ? Haben wir eine Chance, dass sie sich traut, wenn wir es trainieren bis dahin (11.10) oder soll sie es lieber sagen. Ich befürchte, dass der Trainer darauf bestehen wird und sie dann total versagt...


    Sie soll ihm ruhig sagen, dass sie Angst davor hat, das ist völlig in Ordnung. Er sollte aber nicht davon abrücken, dass sie es mal ausprobieren soll. Zur Argumentation siehe oben. Du könntest ihm vielleicht vorschlagen, dass sie nur in der ersten Halbzeit im Tor spielt. Von diesem Vorschlag sollte sie aber nichts mit bekommen!

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Meine Tochter ist 7, darf aber noch ein Jahr Bamibin spielen - zur Info.


    Es ist auch nicht so, dass sie noch nicht im Tor gestanden hat. Der Trainer wollte sie ja ursprünglich fürs Tor, weil sie so groß ist und keine Angst vor dem Ball hatte.
    Nachdem sie dreimal trainiert hatte, hatten wir unser erstes Turnier. Da stand sie die ersten beiden Spiele im Tor und hat naürlich die Bälle reinbekommen.
    Seitdem möchte sie lieber im Feld spielen, v.a. weil es ja den anderen Jungen gibt, der gerne ins Tor geht. Unser Trainer hat gemeint, sollte der Junge mal nicht können, wäre sie die Zweitbesetzung.
    Nun spielt er aber auch und das versteht sie nicht...


    Ich soll also die Angst nicht ernst nehmen ? Habe schon versucht, sie zu bestärken, sie soll es so gut machen wie sie kann für die Mannschaft. Nicht zweifeln, sondern an sich glauben !!
    Momentan ist sie total geknickt und meint, sie wolle nicht mehr Fußball spielen. Auf der einen Seite diese Riesenklappe - auf der anderen jetzt diese Angst ...


    Gestern habe ich mal ihre Leichtathletiktrainerin gefragt, ob sie dieselebn Probleme mit ihr hat wie der Trainer im Fußball. Nein, sagt sie, sie meinte, sie frage viel und habe immer viele Ideen, aber das sei toll und sie versuchen immer, die Ideen er Kinder umzusetzen - komisch oder...

  • Ihr macht den Fehler, ihre Angst ernst zu nehmen und als unveränderlich anzunehmen.


    Gaaaaaanz wichtig, was tobn schreibt! Es geht nicht darum die Angst zu ignorieren, sondern diese Angst zu ergründen.
    Beispiel meiner Tochter. Jedesmal wenn wir mit dem Rad am Fussballplatz vorbeifahren und die kleinen Mädels gerade trainieren, will sie unbedingt zuschauen und bleibt lange stehen.
    Dann sage ich zu ihr: Lass uns doch mal zum Training gehen! Antwort: Nö, ich habe Angst. Dann frage ich sie warum sie Angst hat bzw. wo vor. In dem Gespräch stellt sich dann heraus, dass sie eigentlich schon gerne würde, sich aber nicht traut.
    Das hat aber nix mit Angst zu tun. Das ist bloß eine neue Herausforderung für sie. (wenn sie erstmal da wäre, würde sie eh wieder alle rumkommandieren)


    Und mir scheint es so als wenn ihr, als Familie bzw. Eltern das ganze Thema ein bissl zu ernst nehmt.
    Vielleicht ist es gar nicht so gut wenn ihr Eltern gleichzeitig auch Betreuer seid. Also ich schicke meine Kinder in einen Verein, damit sie auch mal ohne Mama+Papa was machen können.
    Also sich frei entfalten können. Neue, eigene Erfahrungen machen können.


    NEIN!!! Natürlich kann sie der Mannschaft helfen, jetzt rede ihr nicht auch noch ein, dass sie mit ihren Zweifeln Recht hat!! Macht ganz normal Training, lasst sie vielleicht im Training einmal mehr ins Tor, damit sie sich daran gewöhnen kann. Und macht ihr vor allem klar, dass nichts von ihr erwartet wird.

    Bloß nicht alles an die große Glocke hängen!


    Gruß,
    sb