KIFU-Fairplay-Gedanken nun auch in der DFB-Jugendordnung verankert

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  • tobn
    Genau das Interview im ersten Link in der Westdeutschen meinte ich. Muss mich auch korrigieren. Er hat explizit die Eltern als Störer benannt. Obwohl wir ja alle wissen, dass sich auch die Trainer an die Nase gepackt fühlen müssen.


    Das auch hier im Forum die FPL kontrovers diskutiert wird, finde ich gut. Sehr gut sogar. Die Diskussion dient dem Zweck. Nämlich der Öffentlichkeit deutlich zu machen, dass solche Vorfälle vorkommen und jeder einzelne einer zuviel ist. Wir sind die Lobby unserer Kinder. Die haben sonst keinen, der für sie eintritt.
    Den DFB haben wir dabei mit im Boot und auch mittlerweile viele Verbände. Aber auch die Verantwortlichen dort müssen gegen viele Betonköpfe in den angegliederten Kreisen ankämpfen. Die sind für jede Unterstützung dankbar. Mal ein Eintrag im entsprechenden Forum, mal eine Mail an den Verband oder Kreis, mal ein Leserbrief an die Zeitung. Dabei darf man auch ruhig mal loben, wenn etwas auf den Weg gebracht wurde oder sogar schon geklappt hat. Ein Lob kostet nichts, ist aber für so einen Verbandsverantwortlichen der Lohn für die Mühe und die Motivation weiter auf dem Weg zu bleiben.


    Oder, wie ein User hier bewiesen hat, direkt an die Zeitung heran treten und das Thema offen ansprechen. Da stößt man auf offene Ohren. Muss nicht überall so sein, aber ein Versuch ist es wert. Ich habe mir für heute vorgenommen das erschienene Interview von Niersbach zum Anlass zu nehmen, an die Zeitung eine Mail zu schreiben. Möchte deren Interesse für eine Berichterstattung über die FPL zu wecken. Ich habe ja schon mal erwähnt, dass die mal einen sehr deutlichen Bericht über das Fehlverhalten eines Kindertrainers gebracht haben. Deswegen habe ich die Hoffnung, dass man dort dieser Thematik gegenüber aufgeschlossen ist.


    Wenn die zu viele Fragen haben, verweise ich einfach auf Ralf -).

  • ...
    Die Antwort von Niersbach: Man mag es kaum glauben das es diese Auswüchse gibt, aber dieses Problem ist uns bekannt. Und als beabsichtigte Maßnahme/Projekt um diesem Trend zu stoppen benennt er...


    die Fair-Play-Liga !!
    ...


    Sinn gemäß lese ich da eher: 'Wir steuern dagegen, mit Maßnahmen wie der FPL'. Für mich klingt das eher wie ein Politiker, der schaut wohin der Wind nach solch einer Aussage weht.

  • Wenn der DFB etwas macht, dann wünsche ich mir Verbindlichkeit. Wenn der DFB etwas wirklich will, dann kann er auch die Verbände überzeugen. D9 ist für mich das beste Beispiel. Alles, was freiwillig oder vom DFB nur empfohlen ist, ist für die Vereine schwer durchzusetzen. Wenn sich Herr Niersbach oder auch die Kreis- oder Landesfunktionäre nur einmal samstags auf einen Fußballplatz begäben, um eine freiwillige Fanzone durchzusetzen, würden sie über Empfehlungen nicht mehr nachdenken, sondern klare Regeln aufstellen. Man kann sich gar nicht vorstellen, welche Beschimpfungen man sich anhören muss, wenn man F/G-Eltern bittet (und danach auffordert), das Spiel von einer anderen Stelle zu verfolgen. Und das gilt erst recht, wenn es nur wenige Vereine im Kreis gibt, die in diesem Punkt konsequent sind.
    Wie ernst der DFB das alles nimmt, sieht man auch daran, dass man 2,5 Mio. für eine Kampagne in die Hand nimmt. Viel Geld... Etwas weniger als 100€ pro Verein... Ich gebe Herrn Niersbach ja Recht, dass noch Potential für Vereinsfußball in Deutschland schlummert. Mit 100€ pro Verein wird man da aber nicht viel wecken können...

  • Liebe Trainerfreunde,


    die Bedeutung der Fairplayliga liegt darin die Rahmenbedingungen für einen kindgerechten Fussball zu schaffen. Was geschieht, wenn man schon den Kindern beibringt, wie man auch mit unfairen Mitteln Erfolg haben kann, haben wir erst jüngst wieder im Fall Kiesling erkennen müssen. Denn der junge Mann hat deshalb nicht nach dem Tor gejubelt, weil er genau gesehen hat, dass der Ball durch ein Loch im Netz ins Tor ging und es deshalb irrigulär war. Wäre er ohne Druck und unter Einhaltung von Fairplay-Regeln aufgewachsen, so gäbe es für ihn in dieser Situation nur eines: den Schiedsrichter darauf aufmerksam zu machen, dass der Ball nur aufgrund eines defekten Netzes im Tor war. Man denke nur an das Beispiel, in dem Miro Klose, der erst im Erwachsenenalter in den Berufsfussball wechselte, in so einer Situation entschied!


    Eine freiwillig und ohne Druck durch Erwachsene erbrachte Leistung der Kinder in Kombination mit der Vermittlung und dem Vorleben eines fairen, partnerschaftlichen Umgangs ist die beste Gewähr für eine gute sportliche Entwicklung und einem lebenslangen Freude an diesem Sport. Das hat endlich auch der DFB erkannt, die in Zukunft ihre Aufgabe darin sieht, hier nach ihren Möglichkeiten Unterstützungsarbeit zu leisten.
    Das sich diese Gedanken auch auch in der Eliteförderung übertragen lassen, darin werden mir bestimmt die rechtgeben, die über eigene Erfahrungen verfügen. Denn sobald Druck aufs Talent ausgeübt wird, stagnieren die meisten Talente und das Lachen verschwindet aus ihren Gesichtern. Leider schauen noch viel zu viele dabei immer noch nur auf den Ball und zu wenig auf die handelnden Akteure!

  • Mir ging es weniger darum, ob der DFB mehr machen könnte. Sondern es wird in einem solchen Interview vom Fragenden angesprochen. Und das auch ziemlich deutlich und nicht nur durch die Blume. Das wird schon einige zum Nachdenken bewegt haben.


    Und dann benennt Niersbach die FPL. Das finde ich wichtig. Jetzt mal unabhängig von der FPL. Es geht darum dieses Problem anzusprechen. Und es ist eins. Mir graut schon wieder vor der Hallensaison, da man den Brüllköppen, verkappten Bundestrainern, überehrgeizigen Eltern usw. nicht nur schlecht aus dem Wege gehen kann, sondern die Beschallung noch wesentlich deutlicher zu hören ist :thumbdown:


    Ich sage es ganz ehrlich: Bin nicht traurig darüber in diesen Altersklassen nur noch Zuschauer zu sein. Dann kann ich wenigstens selber entscheiden die Halle zu verlassen, wenn es mir zuviel wird. So wie im Moment ist es ideal. Im Hauptverein flexibel ohne eigene Mannschaft. Im Heimatverein trainiere ich die Jungs nur ( Aushilfe bis zur Hallensaison ). Herrlich die Ruhe beim Training. Den Spielbetrieb in G-E muss ich mir nicht mehr antun.


    Mag man als Feigheit vorm Feind betrachten. Aber nach gefühlten 10000 Diskussionen mit Unbelehrbaren habe ich darauf keinen Bock mehr. Kinder trainieren, jederzeit wieder. Aber den Spielbetrieb müsste jemand anders machen. Dann wiederum wäre ich nicht bei meiner Mannschaft und das würde mir fehlen. Also lasse ich es lieber ganz. Ist aber nur einer der Gründe. Möchte nicht wissen, wie viel Trainerkollegen es so wie mir geht. Habe das ja schon mal gefragt: Gibt es eine Erhebung zur Drop-Out Quote bei Kinder-/Jugendtrainern ? Und die Gründe dafür ?


    Schade eigentlich, da es doch eine stressfreie Tätigkeit mit viel Spaß im Umgang mit Kindern und Jugendlichen für alle Beteiligten sein sollte ( könnte ).