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  • In dem anderen Thread geht es ja um Bambini und F. Um sich im Gesamtkontext eine Meinung bilden zu können, sollte man dies jedoch ( nicht starr ! ) trennen und dementsprechend diskutieren. Würde mich daher ( weil es noch gar nicht gefragt wurde ) sehr interessieren, wie ihr in den älteren Altersklassen darauf aufbaut bzw. weiter verfahrt. Ich erhoffe mir dadurch Anregungen.


    Bleibt ihr bei den Quadranten ? Wenn ja, was habt ihr für Erfahrungen hinsichtlich gruppentaktischer Abläufe wie Antizipation im Verbund ? Besonders würden mich eure Erfahrungen bei dieser Quadrantenausbildung ( und ich meine dies wirklich hier bei älteren Altersklassen und damit völlig wertfrei ) mit dem Umschaltverhalten und der ballorientierten Raumorientierung eurer Spieler interessieren.


    Kennt ihr Feldertraining und wenn ja, wie steht ihr dazu ?


    Wenn ihr Spieler habt, die so ab D vom Zug abspringen, woran liegt es nach euren Beobachtungen ?


    Ausbildungstechnisch: Alles ab 12 Jahren !!! In welchen Bereichen habt ihr die meisten Probleme ? Ich meine dies nicht zwischenmenschlich sondern ausschließlich was die fußballerischen Dinge betrifft.
    Wie reagiert ihr darauf ?


    Habt ihr auch die Erfahrung gemacht, dass die eher zurückhaltenderen Jungs im "oberen" Bereich ankommen und die Individualisten spätestens ab B weniger werden ? Ich mag diese Kerle. Habe nur leider noch den Weg gefunden, ihren Egoismus und ihre Kreativität zu erhalten und sich trotzdem im ( und das ist nun mal in diesem Bereich so ) Mannschaftsverbund einzubringen. Nach meinen Erfahrungen hat sich der Fußball im Gegensatz zu früher ( vor ca. 10 Jahren ) sehr stark dahingehend entwickelt, mindestens im Gruppenverband zu agieren. Ich mag dies sehr, jedoch vermisse ich dabei so ein wenig den Freiraum der Solokünstler.


    Wie geht es also weiter so ab 12 Jahren und wo habt ihr Vorteile und auch Nachteile eurer Ausbildung erkannt. Wie reagiert ihr darauf ?

  • Primär schon.
    Mich würden aber auch Erfahrungen interessieren, wo bereits früh ein Schwerpunkt favorisiert wurde. Und gerade beim Passen kann ich mir vorstellen, dass gerade die Individualisten relativ schnell in der Versenkung verschwinden. Und nach meinen Erfahrungen werden die immer weniger.

  • Zu den Quadranten:
    Quadranten sind für uns nur "Hilfslinien". So wie in den Schulheften. Sobald wir sehen dass die Kids den ganzen Raum nutzen, sich nicht mehr gegenseitig auf die Füsse treten, es schaffen, jeden Mitspieler mit Pässen zu erreichen, den Ball nicht auf den Mann, sondern primär in die Räume spielen, dann existieren Quadranten nicht mehr als "starre" Linien auf dem Feld, sondern nur noch als Gedankenstütze und Ausgangslage, an Hand derer sich Vieles erklären und starten lässt.
    Da wir dann meistens auch schon 7ner-Fussball spielen werden die Quadranten wenigstens gedanklich auf ein 2*3 Quadrate erweitert.
    Grundlegende Richtlinien wie
    - jeder ist für seine "Zone" verantwortlich
    - jede Zone ist besetzt
    - jede Zone ist anspielbar
    - kein Pass zurück an dieselbe Stelle von wo er gekommen ist
    - nicht mehr als 2 Mann in einer Zone
    etc.
    halten wir im Sinne von GRUNDPOSITON bei, "erlauben" aber den Spielern selber zu entscheiden, anderen Spielern TEMPORAER zu Hilfe zu kommen, zu hinterlaufen, Positionen zu wechseln, etc. - immer mit dem Ziel so schnell wie möglich wieder die GRUNDPOSITION zurückzukehren.
    Wir achten dabei, dass die Spieler möglichst aus allen Situationen Lösungen finden, wie sie möglichst alle anderen Zonen, resp. Mitspieler bedienen könn(t)en (wir wollen nicht nur den einfachsten und effizientesten Weg sehen, sondern kreative Lösungen für überraschendes, raumgreifendes Spiel wo ein Rückpass genauso sinnvoll sein kann wie einer in die Tiefe oder eine Flanke in den Strafraum)!
    So zwingen wir, sowohl im Training wie auch in den Wettkämpfen unserer Spieler in permanente 1:n Situationen, bei der es dann vor allem darum geht, nicht mit Brachialgewalt den Durchbruch zu schaffen, sondern aus dieser Situation den möglichst "besten" Pass in denjenigen Raum zu spielen wo der Mitspieler die besten Chancen hat weiterzukommen oder abzuschliessen.


    Anmerkung:
    Auch in der "F" sind Quadranten nur EIN (kommunikatives/taktisches) Uebungsmittel nebst vielem anderen was wir auch noch machen ! Bin mir nicht sicher ob das so rübergekommen ist.


    Das mal zu den Quadranten. Was wir sonst noch machen folgt. (Muss ja auch mal noch arbeiten ;)

  • @FB
    G und F wurde/wird ja schon im anderen Thema diskutiert.
    Mich interessiert die Vorgehensweise ab ältere E und noch mehr ab D. Dazu habe ich oben ein paar Fragen gestellt.
    Und vor allem die Auswirkungen in den oberen Altersklassen. Wenn ich mich recht erinnere, verfahrt ihr jetzt seit 4 - 5 Jahren so. Da sollten hierzu zumindest Tendenzen vorliegen.

  • ich spreche hier von der "E"
    Ab "D" darf ich nicht mehr in die Details gehen weil vertraglich so vereinbart.

  • Ich lach mich schlapp...Geheimsache...huuuu.


    Ich mutmaße mal, ...ich könnte mir vorstellen, so der Dfb und seine durchaus auch aus Erfahrungen anderer Länder zusammengetragene Philsophie des Anlehnens an den Straßenfußball....des spielen lassens....des ebend nicht in die Zwangsjacke aus z.B. "Quadranten" bestehenden Systems aus Vorgaben die gem. Philsophie Horst Weins (Berater des Dfb und der Spanier) besteht....



    -das FB-Verein feststellt, dass die späteren B oder A Spieler aus eigener Jugend da hoch oben nicht konkurrenzfähig sind. Wenn das so ist, wird dieser Verein sich vermutlich mit Fremdkräften aus Jugenden anderer Vereine die das besser machten bedienen. Das könnte -Achtung Vermutung- eine messbare Erkenntnis sein.


    Wenn das so toll wäre was da "unten" gemacht wird, dann könntest du doch mal posten, wieviele Spieler im -sagen wir- B und A Bereich aus eigener Jugend stammen und wieviele Fremdkräfte es sind.


    Hierbei bedenke ich, dass der Verein von Fußballbaron sich ja eh schon nur mit den Talenten versorgt. ....ist doch richtig.


    Genau letzteres sollte dir Steini eine Wahrnung sein, denn wenn dein Verein...wenn du hier anders verfährst dann wirst du in der F, E, D oder C oder was weiss ich EINS zwar gute Spieler haben, aber längst nicht den Grund an Leistungsmöglichkeit, wie es eine F, E, D oder C oder was weiss ich Mannschaft, die sich schon dort an Spielern bedient, die du so niemals in der Zahlensituation haben wirst.


    Da frage ich mich in der Konsequenz meiner Philosophie....wie gut und spielintelligen die hätten sein können, wenn man sie anders im unteren Jugendbereich bedient hätte???

  • Ich lach mich schlapp...Geheimsache...huuuu.

    Was soll denn bitte dieser Kommentar? Denke nicht das du so etwas nötig hast.


    Ich jedenfalls verfolge das Thema interessiert und sowas ist in der Diskussion auf keinen Fall hilfreich.

  • @FB
    Ist okay wenn das so ist und ich habe da absolut Verständnis für. Auch hier lässt man sich untereinander ungern bis ins Details in die Karten schauen. Ich hatte gehofft die Schweiz ist da offener --).


    Andre
    Sei Dir gewiss, dass wir in den unteren Altersklassen eine andere Ausbildung verfolgen. Ich schaue da schon sehr genau hin, obwohl ich im Bereich D aufwärts tätig bin. Ich betreue da nicht aktiv eine Mannschaft und habe so einen etwas objektiveren Blick drauf. Vieles davon nutze ich für den Heimatverein.
    Die Quote des eigenen Nachwuchses ab C kann sich schon durchaus sehen lassen, allerdings ist doch immer Raum für Verbesserungen. Und da sollte man jeder Anregung offen gegenüber stehen. Bei Mini und F werde ich mich jedoch von meiner jetzigen Grundeinstellung nicht abbringen lassen. Ist mir zuviel vorgegeben. Auch wenn es nur Hilfslinien sind. Und diese starke Fokussierung auf Passspiel halte ich für gefährlich. Allerdings hat er auch erwähnt, dass sie viel mit Farben arbeiten. Da bin ich ein großer Freund von und wird mE viel zu wenig praktiziert. Gerade in den jüngeren Altersklassen. Damit schulst Du den Blick nach oben. Und den brauch man für Übersicht. Wofür dann noch Hilfslinien, wenn ich durch eine solche einfache und vor allem nicht beschränkende Maßnahme Spieler habe, die das Spiel- und Umfeld ständig im Blick haben ?
    Ich sagte ja, im Gegensatz zu ihm mag ich diese Sologänger. Im Heimatverein haben die bei mir Narrenfreiheit. Und meine beiden Kandidaten sind irgendwann von selbst darauf gekommen ( bzw. von ihren Kameraden " freundlich" darauf hingewiesen worden ), dass Abspielen nicht immer schlecht sein muss. Äh, hatte ich erwähnt das es mittlerweile Stützpunktspieler sind ?!


    Im anderen Verein ist es jedoch im wahrsten Sinne des Wortes eine andere Liga. Und da spielt sich eben sehr viel im Mannschaftsverbund ab. Diese Solisten gehen da mehr und mehr unter. Ich finde das sehr schade und hatte mir eben Anregungen erhofft, wie sich das ein oder andere auswirkt, um entsprechend darauf reagieren zu können. Und da wäre jede Erfahrung ( negativ wie positiv ) für mich wichtig.

  • Steini,


    ich geb dir mal den Rat eines ehemaligen Mannschaftskollegen, der auch schon höher gespielt hatte weiter:


    willst du richtig Spass am Fussball haben, dann spiele eine Klasse tiefer, als du eigendlich könntest, du gehörst dann dort zu den Besten und kannst dir das ein oder andere auf dem Platz erlauben, was du sonst nicht könntest. (Um ihn nicht misszuverstehen, er meinte damit z.B. das von
    dir erwähnte Solospiel, riskantere Spielweise, mehr Einbau von technischen Tricks und ähnlichem.)Bei einem besseren Spieler
    drückt der Trainer schon mal ein Auge zu.


    gg

  • tomb


    nachdem FB schrieb, dass er zur Philosophie seines Vereins ab der D nichts mehr sagen darf, weil er es vertraglich vereinbart hat...mußte ich mich tatsächlich schlapp lachen =):D:D:D ....tja...und genau das habe ich geschrieben. Nötig haben?....nö....fand ich voll witzig! :thumbup:


    Steini


    mein Post 7 galt dir höchstens zu 8,3 Prozent ;) ...die anderen 115 8):]:) Prozent gingen an eine andere Adresse, wobei ich nicht wirklich von einer Antwort bzw. Stellungnahme ausgehe, zwischenzeitlich wurden jedoch von gleicher Person andere Statements verfasst. Ich gehe davon aus, dass die Sache sehr geheim ist, logisch.

  • ich finds ja auch etwas seltsam.


    aber was man einem Coerver zubilligt, muss doch auch für einen Verein gelten.


    der eine gibt sein Wissen nur gegen Geld heraus, die anderen wollen sich einen berechtigten Vorteil im Konkurrenz zu anderen Vereinen schaffen. Ich seh da eigendlich keinen Grund sich aufzuregen.


    aber einen Trost haben wir ja. Keiner erfand und erfindet den Fussball neu, und keiner kennt den Stein der Waisen.
    Ich hab bisher noch keinen kennengelernt, der den wahren richtigen Weg im Fussball kennt. Höchstens glauben, aber das tun
    wir ja alle ein klein wenig.


    Es gibt soviel Trainingslehrbücher, auch sehr gute, wer das alles anwenden will, hat doch eh keine Zeit mehr für
    geheimnisvolle Trainingsmethoden.


    nur, und das geht an dich Baron, finde ich es seltsam, eine Trainingsmethode als sehr erfolgreich in ihren Anfangszügen
    zu preisen und dann "Ätsch" sagen, mehr erzähl ich euch nicht.
    Es könnte natürlich sein, dass Folgendes nicht mehr den Anfängen entsprechend erfolgreich ist.
    Spekulationen sind natürlich so Tür und Tor geöffnet.


    gg

  • die anderen wollen sich einen berechtigten Vorteil im Konkurrenz zu anderen Vereinen schaffen. Ich seh da eigendlich keinen Grund sich aufzuregen.

    Sehe ich genauso. "Erfinden" wollen wir den Fußball auch nicht neu. Man muss aber immer die Augen offen halten für Verbesserungen und dann auch tatsächlich bereit sein zu erkennen, dass man in dem ein oder anderen Bereich falsch lag. Meine Fragen waren schon sehr zielgerichtet auf langfristige Auswirkungen und nicht alle bezogen sich auf konkrete Ausbildungsinhalte.

    Es könnte natürlich sein, dass Folgendes nicht mehr den Anfängen entsprechend erfolgreich ist.

    Richtig. Man muss jedoch auch bereit sein, dass zuzugeben. Ich habe da kein Problem mit und Gott sei Dank ist das bei den im Verein Verantwortlichen genauso. Würde ich mir auch im Heimatverein so wünschen. Leider wird da aus persönlichen Eitelkeiten zuviel Politik betrieben. Aber anderes Thema.
    Ich habe diesen Thread aus zwei Gründen eröffnet:
    1. Weil mich die Erfahrungswerte ab D bei dieser Art der Ausbildung wirklich interessiert hätten. Eben weil ich ständig auf der Suche nach Anregungen bin. Geht doch wohl den meisten Usern hier so. Zudem stehe ich ( ist aber ja nur eine meiner Fragen ) auf diese Solisten. Die treiben ein auch oft zur Weißglut. Aber sie haben so eine innere Begabung zur Kreativität und wenn sie die im Training oder Spiel auspacken sind das für mich als Trainer einfach geile Momente. Da ist nichts gesteuert. Das machen sie von selbst. Meine innere Einstellung ist einfach die, dass man bis zur E im Grunde genommen technisch gut ausgebildete Solisten haben sollte und man dann ab D mit gruppentaktischen Übungen dies in Richtung mannschaftsdienliche Spielweise lenkt. Hört sich ein bisschen verrückt an und entspricht ja so gar nicht der Auffassung, dass man eine Mannschaft trainiert. Und ist eben völlig konträr zur Auffassung von @FB. Daher wäre eine Diskussion sehr interessant geworden. Aber ist okay.


    Zum zweiten Grund schreibe ich gleich im Zug etwas, da hier langsam die Familie nervt :)

  • Wenn ich @FB in seinen Ausführungen zu anderen Themen richtig verstanden habe, wird ab dem hier angefragten Alter wieder selektiert. Ein Teil der eigenen ( schon selektierten ) Spieler wird wieder durch andere momentan bessere ersetzt. Interessant wäre hier ja wirklich wie viele von den erstselektierten Kindern dann noch z.B. im A - Junioren - Bereich des Erstvereins ankommen.


    @ Steini:


    Was Deine innere Einstellung angeht, sind wir dann schon mal zwei Verrückte ...

  • Zum zweiten Grund:
    Ich darf seit zwei Jahren Erfahrungen in zwei Vereinen sammeln, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Erster Unterschied ist ganz klar die Klassenzugehörigkeit der Mannschaften ab C.


    Zweiter Unterschied ist die klare Struktur in dem einen Verein und das alle, wirklich alle ( vom Platzwart bis zum Vorsitzenden ), sich an diese Vorgaben halten und auch von der Gesamtausrichtung überzeugt sind und daran mitwirken. Ich war und bin beeindruckt von dem, was ich da bisher erleben durfte. Der Verein ist nicht der Versuchung erlegen, sich Leistungszentrum oder sonst wie zu nennen. Man will mit einem einheitlichen Ausbildungsleitfaden etwas für den langfristigen Erfolg des Vereins erreichen und niemanden außerhalb beeindrucken. Man hat diesen Anspruch nicht und will da auch gar nicht hin. Man hat sehr gute Beziehung zu Nachbarvereinen und pflegt diese auch. Auch im Kreis meines Heimatvereines habe ich so zwei Vereine im Kopf, die ähnlich verfahren bzw. auf dem Weg dahin sind. Ein Trainer davon tummelt sich hier auch im Forum herum--). Deswegen habe ich schon im ersten Post des anderen Threads geschrieben, dass ich nicht vor Ehrfurcht erstarre, wenn ich das Wort " Konzept" höre. Da muss inhaltlich schon mehr kommen im Sinne von: Was kommt am Ende dabei raus.


    Sichtungen gibt es auch bei uns. Allerdings nicht von G bis E und schon gar keine " Selektion". Sorry @ FB, wir können uns gerne über Ausbildungsinhalte unterhalten aber das ist für mich schon jetzt das Forums-Unwort des Jahres. Mag für Dich jetzt Haarspalterei sein, aber Du würdest mir einen großen Gefallen tun, wenn Du den Ausdruck " Auswahl" benutzt. Manchmal sind Kapazitäten erreicht und man muss eben einen Schnitt machen. Ist okay. Es gibt aber eben im Zusammenhang mit Kindern nicht nur begrifflich für mich einen Unterschied, ob man auswählt oder selektiert. Du meinst es auch sicherlich so, aber bei dem anderen Ausdruck bekomme ich immer beim Lesen einen mittelschweren Blutsturz und das soll in meinem Alter nicht ungefährlich sein.


    Was ich ausdrücken möchte ist, dass eben auch in diesem Verein nicht alles Gold ist was glänzt. Und weil man dies dort eben weiß, holt man sich auch Leute von außen wie u.a. mich, die viele Abläufe kritischer und vor allem längerfristiger sehen. Und einiges gefällt mir in meinem " Dorfverein" auch besser. Die Mischung macht es da und ist mindestens genauso fordernd.
    Dies wollte ich aus meiner Sicht nur mal als Gegenpol zum anderen Thread schildern, wo doch alles so rosig und ideal klingt.


    Wie sagte mein Opa immer: Unter jedem Dach ein Ach !

  • Steini


    deine Ansichten finde ich meistens hochinteressant, da du als einer der wenigen hier bist, (wenn nicht der Einzige) die gleichzeitig nicht nurEinblicke in 2 unterschiedliche Vereinsstrukturen hat, sondern auch dort als Trainer tätig ist, also sich immer entsprechend sich umstellen muss.


    du kannst aus 2 Erfahrungswerten Stellung nehmen, während die meisten hier doch immer ihr eigenes Umfeld im Hinterkopf haben.


    beim Dorftverein Trainer, als Vater Begleiter in Verbands-und Landesliga bei einem strukturierten Verein. allein das hat
    schon meine Denkweise wesentlich beeinflusst.


    zu deinem Opa hab ich meine Oma: jedes Mädchen hat seine ureigenen Vorteile.

  • Heute morgen stand in unserer Zeitung ein Artikel hinsichtlich der kommenden Nominierung bzw. Nichtnominierung von Nationalspielern. Aussage war, dass der Spitzenstürmer Kießling lt. Aussage Löw keine Chance mehr hat, nominiert zu werden. Die Tendenz ging eindeutig dahin, dass kleine quirlige innovative spielintelligente Stürmer die Zukunft gehören.


    Wenn ich die Aussagen aus diesem Thread, einige Philosophien von den Fußballmagnaten, die Aussagen eines neuen Forummitglieds, die Aussagen aus einem Thread von einem USA-Abgängigen und und und werte....wenn ich sehe, wie sich der Fußball in den letzten 15 Jahren wandelte (Verschieben, Viererkette, Spiel ohne Libero, offensiver Torwart, Horst Wein, Ralf Peter, Peter Schreiner, Dfb-Konzept, Spanier, .....wieder zurück zur Dreierkette, Pressingvarianten und und und ....sehe


    -dann ergibt sich mein Fazit das da lautet, ....es gibt keinen Stillstand, es geht immer weiter...es ist ein Rad das sich da dreht und altes kann damit sogar irgendwann mal wieder modern sein.


    Zudem...reagiert der Fußball...die Elitetrainerschaft...doch ständig auf Ideen anderer. Wenn die Dreierkette plötzlich gespielt wird und der Gegner hat so wieder einen Spieler irgendwo frei im Raum zusätzlich stehen....und wenn das zum Erfolg führt....dann reagieren die anderen darauf und irgendwann gibts ne Lösung. Das schnelle Spiel der Dortmunder wird zunehmend versuchsweise kopiert....bald spielen alle so oder so ähnlich schnell und danach kommt wieder was anderes.....


    DAS alles....also die Erkenntnis daraus....sollte uns Jugendtrainern etwas sagen. Tuts aber nicht. Deshalb muß ich mich auf Fragen zurückziehen...die da lauten:


    Ist es sinnvoll jeden Gang mitzugehen, jede Neuerung mitzugehen....dauern die so lange an, das man da mitgehen sollte


    ODER


    Ist es vielleicht sinnvoller, hier einen gewissen anderen "Ausbildungsstandard" längerfristiger zu halten, um Ruhe und Vertrauen rein zu bringen und wenn ja, welcher Grundstandard sollte da angemessen und angebracht und sinnvoll sein???


    In diese Frage ließt für mich auch ein nicht vorhandenes oder schwaches Ausbildungssystem für Trainer ein. Wenn die hohe Fußballschule zu hoch ist für die Trainer, sollte ein fester Standard vielleicht mehr Sinn machen, als etwas neues einzubringen, was die wenigsten mitgehen können.

  • Ich sehe es wie Steini und guenter: wenn Fußballbaron nichts öffentlich schreiben darf, dann haben wir das zu respektieren. Wir finden es zwar schade, denn auch mich hätte interessiert, wie das weitere Konzept aussieht, schließlich begreifen viele hier ja den gesamten Bereich von Kinder- und Jugendfußball als durchgehende Ausbildung, in der man versucht, systematisch und sukzessive aufbauend vorzugehen, eben den langfristigen, statt den kurzfristigen Erfolg anstrebend. Persönlich halte ich nicht besonders viel von Verschwiegenheitsklauseln, aber mir geht es auch weniger um die Wahrung eines mutmaßlichen Wettbewerbsvorsprungs als um die Verbesserung des Kinder- und Jugendfußballs. Der Wunsch, mit dem eigenen Wissen Geld zu verdienen, ist aber selbstverständlich legitim.


    Aber die Diskussion die du anstößt, Steini, finde ich auch sehr interessant:

    Richtig. Man muss jedoch auch bereit sein, dass zuzugeben. Ich habe da kein Problem mit und Gott sei Dank ist das bei den im Verein Verantwortlichen genauso.


    So empfinde ich es auch. Leider trifft man aber nicht so oft auf Menschen, die offen für Neues und daran interessiert sind, sich und ihre Methoden zu hinterfragen und weiter zu entwickeln. Ich habe den Eindruck, dass gerade im Mannschaftssport, mit den ganzen Tabellen und Meisterschaften und so, viele Trainer als Einzelkämpfer unter einem hohen Erfolgsdruck stehen und sich vor allem als in der Konkurrenz mit anderen Vereinen, Mannschaften und Trainern befindlich sehen. Zumindest, wenn man sich im Spielbetrieb trifft. Viel besser ist es, wenn Eltern und Kinder mal nicht dabei sind, aber entsprechende Veranstaltungen und Anlässe gibt es bei uns leider so gut wie nicht.


    Ich finde es auch sehr schwer, anhand nur einiger weniger Mannschaften und Kinder, die man kennt, den Erfolg bestimmter Maßnahmen zu bewerten. Einfach ist es, wenn sich Teams oder einzelne Kinder nicht oder negativ entwickeln, dann ist offensichtlich Einiges falsch. Aber wenn es voran geht, woran liegt das dann? Ist es das Training, ist es die ganz normale geistige und physische Entwicklung? Sicher beides, aber zu welchen Teilen? Was war effektiv, was weniger? Was hätte man stattdessen machen können, vielleicht sollen? Und ist man am Ende nicht zu perfektionistisch, wie guenter beim Lesen dieser Zeilen vermutlich meinen wird. :P


    Die Bewertung des eigenen Handelns wird auch weiter dadurch erschwert, dass man so viele unterschiedliche Kinder hat. Zwar ist der Großteil der Spieler, die ich trainiere, bereits seit der G- oder frühen F-Jugend dabei, aber auch ich habe einige Kinder trainiert, die nicht mehr Fußball spielen -- bei uns gibt es aber ein sehr reichhaltiges Sportangebot, Fußball ist da weiß Gott nicht nur die einzige Möglichkeit. Und auch bei denen, die ich drei bis sechs Jahre in der Mangel hatte, gibt es weiterhin große Unterschiede. Würde ich gerne gut dastehen und mich brüsten wollen, könnte ich die stärksten Spieler nennen, wollte mich einer kritisieren, so könnte er sich einen der schwächeren heraus picken. Ist die Datenbasis von uns einzelnen Trainern nicht ziemlich klein? Inwieweit sind Gespräche mit Kollegen sinnvoll, wenn man deren Truppen nicht besser kennt?


    Lass mich raten, guenter, du wirst sagen, es sei alles zum Teil dabei, überall ganz unterschiedlich und deshalb wohl kaum in eine Regel zu fassen, ein guter Trainer werde es schon gut genug machen. Ist ja alles richtig, aber ich glaube schon, dass man gewisse Verallgemeinerungen treffen kann, dass man auch sinnvolle Systematiken entwerfen kann.


    Ich habe diesen Thread aus zwei Gründen eröffnet:
    1. Weil mich die Erfahrungswerte ab D bei dieser Art der Ausbildung wirklich interessiert hätten. Eben weil ich ständig auf der Suche nach Anregungen bin. Geht doch wohl den meisten Usern hier so.


    Genau. Mich interessiert es einerseits, weil ich ja meine junge D-Jugend seit der G begleite. Und andererseits würde ich immer noch gerne den Kinder- und Jugendfußball in den zwei Vereinen, für die ich tätig bin, verbessern, indem ihm ein Konzept verliehen wird. Dieses Konzept möchte ich gerne mitentwickeln und natürlich sollte es so gut wie sinnvoll möglich sein.


    Zudem stehe ich ( ist aber ja nur eine meiner Fragen ) auf diese Solisten. Die treiben ein auch oft zur Weißglut. Aber sie haben so eine innere Begabung zur Kreativität und wenn sie die im Training oder Spiel auspacken sind das für mich als Trainer einfach geile Momente. Da ist nichts gesteuert. Das machen sie von selbst.


    Ja, das ist cool, aber damit verbunden ist halt oft auch ein ziemlicher Egoismus. Und den kann ich nicht leiden. Ich habe auch zwei Spieler im Team, die wirklich gute Solisten waren und auch noch sind, die aber mittlerweile häufig den Ball verlieren, eben weil sie nahezu immer ins 1:1 bis 1:3 oder das dreifach aufeinanderfolgende 1:1 gehen, obwohl sie genügend Anspielstationen haben. Beide, die ich übrigens erst seit Anfang der Saison trainiere, haben vormals offenbar auch kaum mit verteidigt, ihre Bereitschaft dazu müssen mein Mit-Trainer und ich seit Saisonbeginn erst mühsam entwickeln. Demgegenüber haben wir vier Spieler, die ähnlich gute Solisten sind, die aber gerne auch den Pass spielen. Vom Spielverständnis her sind letztere, so mein Eindruck, weiter. Wobei es auch etwas mit dem Selbstverständnis der Spieler zu tun haben kann. Einer der Solisten z.B. sieht sich selbst als reinen Stürmer. Er misst sich, so mein Eindruck, an seinen Toren, aber nur an seinen eigenen Toren. Krieg das mal aus einem Jungen raus, wenn es schon seit sechs Jahren so ist...


    Meine innere Einstellung ist einfach die, dass man bis zur E im Grunde genommen technisch gut ausgebildete Solisten haben sollte und man dann ab D mit gruppentaktischen Übungen dies in Richtung mannschaftsdienliche Spielweise lenkt. Hört sich ein bisschen verrückt an und entspricht ja so gar nicht der Auffassung, dass man eine Mannschaft trainiert.


    Aber es geht durchaus in die aus meiner Sicht beim DFB noch nur als eine von zwei in einer gewissen Schizophrenie propagierten Sicht, dass bis zur E-Jugend nur Technik auf dem Programm stehen sollte. Andre hatte das ja mal ganz vehement vertreten, seit Horst Weins' Buch, in dem das Zusammenspiel als wenn auch sehr kleine Mannschaft auch im F-Alter als unbedingtes Ausbildungsziel definiert wird, sieht die Welt hier doch wieder etwas unklarer aus, findest du nicht?


    Und ist eben völlig konträr zur Auffassung von @FB. Daher wäre eine Diskussion sehr interessant geworden. Aber ist okay.


    Ich tendiere derzeit zu einer Art Mittellösung für den Bereich F und E: individuelle Technik unbedingt, aber auch Förderung der Spielintelligenz und des Spiels in der (kleinen) Gruppe.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Guter Beitrag auch zum zweiten Grund, Steini. Für die beiden Vereine, die ich kenne, weil ich in dem einen von G bis E trainiert habe, im anderen seit Beginn der Saison im Rahmen der Kooperation im Jugendbereich mit meinem Heimatverein, würde ich mir mehr Struktur, mehr Konzept wünschen, und eben auch die Einstellung, dass man einfach nur bei sich die Sache gut machen will, im Gegensatz zum Streben danach, wie du so treffend schreibst, Andere zu beeindrucken. Damit habe ich auch schon bei beiden angeklopft, noch hat es sich aber nicht ergeben. Das Tagesgeschäft ist aber ja auch Herausforderung genug -- keine Ironie.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)