Kinder sind nicht bei der Sache im Training

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  • Hallo an alle,


    Ich trainiere eine E1 Jugend bei der einiges versäumt wurde.Dies wieder aufzuholen ist zwar schwer aber denke machbar wenn alle nur
    wollen würden.
    Beim Training kommt es immer wieder zu folgenden Problemen.
    Kinder machen einfach die Übungen nicht richtig mit bzw reden trotz Ermahnung immer wieder dazwischen.
    Vielfach ist man dann auch damit beschäftigt lieber zu flachsen als zu trainieren weil ja alles so witzig ist.


    Mittlerweile lassen wir gar Strafrunden laufen oder stellen die Spieler für eine Weile raus damit diese vielleicht merken das wir
    das Training ernst nehmen.
    Dennoch kommt es trotz diverser Massnahmen immer wieder zu solchen Vorfällen.


    Die Mannschaft zeigt dies dann auch bei den Spielen da Sie erlerntes nicht umsetzen bzw nicht richtig bei der Sache sind.
    Auch kommen immer wieder Spieler im Training zu spät oder gar nicht (unentschuldigt).


    Was würdet Ihr tun um diese Dinge zu unterbinden damit die Mannschaft im Training bei der Sache ist?
    Vielleicht sollte man auch die Eltern mit einbeziehen um zu erklären was man für ein Ziel verfolgt.


    Über ein paar Ratschläge wäre ich dankbar.


    Gruss Roger

  • Hmmm, sind noch Kinder, die wollen Spass!!! die wollen Spielen - wuerde es mal eine Zeit lang mit Spielformen probieren. Natuerlich muss man sie auch beim Ehrgeiz packen - wollt ihr gewinnen oder nicht (auch wenn die Resultate fuer den Trainer nicht so wichtig sind - Prinzipien d. KiFu) aber hier wuerde ich dann schon auf das bauen.


    Wenn das nichts nuetz muss man halt in eine andere Liga, oder mit der E2, falls vorhanden, austauschen.


    Ich glaube aber, gerade wenn du schreibst, das einiges versaeumt wurde, das ihr zu wenig spielt, und daher moeglicherweise zu wenig Spass habt. Man kann das Versaeumte nicht in einem Monat aufholen. Versuche deine Trainingsschwerpunkte ueber Spielformen zu erreichen.

    "...for the love of the game!"

  • Roger
    Fernanalysen sind immer sehr schwierig wenn man so wenig Input hat. Es wäre daher gut, wenn Du mal zwei bis drei aufeinanderfolgende Trainingseinheiten beschreibst. Dann kann man anhand der Praxis gezieltere Tipps zur Trainingsgestaltung geben und das wird Dir wesentlich besser helfen. Ich vermute wie TomTom als einen Erklärungsansatz die angewandte Trainingsmethodik. Vielleicht zuviel in der Übungsform und zu wenig in der Spielform.
    Am Anfang sollte immer eine intensive Aufwärmübung in Wettkampfform stehen, dann ist der erste Druck schon mal weg. Ihr seid offensichtlich mind. zu zweit. Also Trennung des Teams in zwei Trainingsgruppen. Inhalt sind die gleichen aber eben räumlich etwas abgesetzt. Optimalerweise nach momentaner Leistungsstärke eingeteilt.
    Zu praktischen Tipps hast Du von TomTom und Stella (fangen Dich Deine Minis jetzt auch schon nach kurzer Zeit und futtern Dir die Harribos weg ? ;) ) schon gute Maßnahmen geliefert bekommen. Ich schätze, wenn Du davon einiges anwendest, wird schnell eine Besserung eintreten.


    Daher nur ein Tipp noch von mir:

    Vielleicht sollte man auch die Eltern mit einbeziehen um zu erklären was man für ein Ziel verfolgt.

    Ich komme eigentlich aus dem Jugend- und Herrenbereich. Den Kinderfußball muss man aber eindeutig als eigenständigen Bereich betrachten. Meines Erachtens stellt dieser wesentlich höhere Anforderungen an einen Trainer. Hier wird das Fundament gebaut. Fußballerisch sowieso. Und da kann man selbst in dieser kurzen Zeit bis zum Übertritt in den Jugendbereich ( beginnt für mich ab D ) vieles falsch machen. Ich habe jetzt, neben meiner Truppe, einige Altjahrgänge übernommen. Kurz gesagt kann ich mit zwei Ausnahmen mit denen bei den Basics wieder anfangen. Können die Jungs nichts für, aber es ist schon erschreckend, wenn Du mit den jüngeren Spielern lange Flugbälle mit links und rechts übst, während die älteren Passannahme mit links und rechts trainieren.


    Eines habe ich aber während dieser Zeit gelernt: Es gibt drei wichtige Mannschaftsteile, damit im Kinderfußball aus einer Vielzahl von Spielern ein Team wird.
    1. Der/Die Trainer. Fach- und Sozialkompetenz und die innere Einstellung sowie die Fähigkeit, dies auch vermitteln zu können.
    2. Die Kinder. Alle schon im jüngsten Alter mit physisch und psychisch unterschiedlich ausgeprägten Fähigkeiten. Sie beginnen alle mit viel Spaß und Begeisterung am Fußballspielen. Es kommt darauf an, was der Trainer daraus macht und wie sie dabei vom Elternhaus unterstützt werden. Du kannst Dir noch so viel Mühe geben, aber wenn die Eltern so gar kein Interesse zeigen hören sie irgendwann auf. Ist zumindest meine Erfahrung. Und daher
    3. Die Eltern :!: Diese gehören auch zum Team. Überzeugst Du sie von Deiner Philosophie und nimmst sie von Anfang an mit ins Boot ist das die halbe Miete. Wenn das also bisher bei Deinen Vorgängern nicht geschehen ist, rate ich Dir dringend das nachzuholen. Die Mühe lohnt sich.


    Viel Spaß mit Deiner Truppe. Wird schon.

  • 1. Der/Die Trainer. Fach- und Sozialkompetenz und die innere Einstellung sowie die Fähigkeit, dies auch vermitteln zu können.
    2. Die Kinder. Alle schon im jüngsten Alter mit physisch und psychisch unterschiedlich ausgeprägten Fähigkeiten. Sie beginnen alle mit viel Spaß und Begeisterung am Fußballspielen. Es kommt darauf an, was der Trainer daraus macht und wie sie dabei vom Elternhaus unterstützt werden. Du kannst Dir noch so viel Mühe geb en, aber wenn die Eltern so gar kein Interesse zeigen hören sie irgendwann auf. Ist zumindest meine Erfahrung. Und daher
    3. Die Eltern :!: Diese gehören auch zum Team. Überzeugst Du sie von Deiner Philosophie und nimmst sie von Anfang an mit ins Boot ist das die halbe Miete. Wenn das also bisher bei Deinen Vorgängern nicht geschehen ist, rate ich Dir dringend das nachzuholen. Die Mühe lohnt sich.


    besser kann man es nicht beschreiben.
    nur wenn alle 3 Komponenten gleichermassen einfliessen und berücksichtigt werdenstellt sich im Kinderfussball der Erfolg ein.


    ich würde es lediglich noch ergänzen:


    die Interessen des Trainers, der Kinder und deren Eltern in Einklang bringen. das ist Aufgabe des Trainers.
    da muss man dann als Trainer auch schon mal bereit sein, Abstriche von seinen Idealvorstellungen zu machen.


    gg

  • Spielformen wurde ja schon gesagt und darüber hinaus sollten sie auch nicht zu lang andauern. Ich merke es nach 20 Minuten, dass die Kinder "viel mehr Spaß haben" und dann kommt die nächste spannende Übung. ;)

    „Alles, was wir für uns selbst tun, tun wir auch für andere, und alles, was wir für Andere tun, tun wir auch für uns selbst.” - Thich Nhat Hanh

  • die Interessen des Trainers, der Kinder und deren Eltern in Einklang bringen


    Die Königsdiziplin, nur dass es eben auch noch 2 Trainer geben, der, bei dem das Besagte versäumt wurde, noch dasein kann und nun, wenn sein Kapitän der ist, der am meisten stört, aber unantastbar (ist ja immr gern das eigene Kind)...? Gleich sich zoffen o. alles so laufen lassen???

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Gleich sich zoffen o. alles so laufen lassen???


    Das ist halt die Frage.


    hier ist entscheidend, welchen Stellenwert die 2 handelnden Personen im Verein haben. wer hat die entsprechende Hausmacht
    hinter sich.


    bei kleineren Vereinen (bei grossen kenne ich mich nicht aus) ist das oft entscheidender als die Qualifikation und die richtige
    Vorgehensweise des Trainers.


    hab beides kennengelernt. im einen Fall gezofft und durchgesetzt, weil ich nicht alleine da stand (Vorteil einer langen aktiven Vereinsmitgliedschaft)
    im anderen Fall musste ich den Kürzeren ziehen, Leidtragender war schliesslich der eigene Sohn


    da sollte man also schon abwägen, welche Folgen entstehen können


    gg

  • Vielen Dank für die ganzen Antworten ich werde mal ein paar Dinge probieren die hier erwähnt wurden um zu sehen wie die Kinder dies aufnehmen werden.

  • Hallo Roger O.,


    was mir zu diesem Thema direkt einfällt: Tummelphase!


    Die Kinder kommen aus der Schule, wollen sich abreagieren und haben Bewegungsdrang. Dann von Anfang an Konzentration einzufordern ist da schwierig. Sie mussten sich schon in der Schule stundenlang konzentrieren und still sitzen. Deshalb bietet sich die "Aufwärmübung", wenn man sie denn bei der E-Jugend so bezeichnen kann, für die sogenannte Tummelphase an.


    Biete Spiele an, bei denen sie so richtig Gas geben können ohne sich großartig konzentrieren zu müssen. Ganz simple Spiele. Das berühmte Leibchenfangen zum Beispiel. Sie wollen sich eben "tummeln". Da gibt es zahlreiche Spiele.


    Wenn dann der Bewegungsdrang ausgelebt ist sind sie wieder aufnahmefähiger. Und dann alles noch in Wettbewerbsform ( wer fängt die meisten Leibchen usw. ). Dann hat das Tummeln auch immer einen Sinn, was sehr wichtig für die Kinder ist. Sie wollen sich vergleichen.


    Was das anschließende Training angeht.....das würde den Rahmen hier sprengen. Wie Steini hier schon schrieb sind Fernanalysen immer schwierig. Aber mit Spielformen und Wettbewerb liegst du grundsätzlich nicht falsch.


    Dann hoffe ich mal, dass du das Problem in den Griff bekommst. Ich drücke dir Daumen :thumbup: .

    Wenn sie begriffen haben, daß zum Fußball auch Arbeit gehört, ist es zu spät. Dann werden sie Trainer. (Luis Aragonés)

  • Hausmacht


    Danke, da hast du völlig Recht, Geduld haben, wenn's auch schwer fällt, aber über die Geduld das Anliegen nicht vergessen, so wie es einst vielen 68zigern bei ihrem Marsch durch die Institutionen ging - da man sich eben doch am liebsten bald zur Ruhe setzt statt den Marathonmann zu geben ;) Das raubt erstmal die souveräne Art. Es ist ja so, dass Kinder merken, wenn man nicht die eigene Linie verfolgt/-en kann, sondern herumeiert - am Gängelband: dann wittern sie die Chance auf mal ein kleines Grenzen-austesten u. das wirkt schnell ansteckend. Das ist ein Problem auch beim "gemeinsamen" Training zweier Mannschaften (ich trainiere die Jungs des anderen Trainers oft mit): die wissen schnell genau, wer da u. ihnen was sagen kann, was auch Konsequenzen (Aufstellung vor allem: wo u. wie lange) hätte: und "sich auflehnen" ist ja eigentlich eine menschliche Grundtugend, nur leider für 1en Trainer Mist, der 20 Jung-Revoluzzern gegenüber steht :wacko:

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....