Und wieder: die alltägliche Beschädigung von Schieri-Wesen & Fairplay

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  • Am Wochenende dürfte ich wieder einen ganz normalen echten Pseudo-Schieri erleben. Es ging um alles, die Meisterschaft unserer Bananen-Kinderliga, sie oder wir, das war die ganz große, für gut 1 Stunde weltbewegende Frage unseres Seins. Unser Pech: Auswärtsspiel, bedeutet in der D bei uns: Heimteam stellt den sog. Schieri, der eigentlich Trainer der Heimteams war. Wie es ausging, muss ich es noch erzählen? Vorm Spiel erzählte mir noch der Co, wie übel sie im Spiel gegen den weiteren Mitkonkurrenten verpfiffen wurden, das sie überraschend klar verloren. Grund: bei einem Tor schoss der Stürmer dem Torwart einfach den Ball aus der Hand, sie wegtretend, sie mussten das Spiel zu fünft beenden, x Spieler mussten verletzt vom Platz getragen werden, konnten ohne jede Konsequenz immerzu reintreten...


    So schlimm war's bei uns nicht, nur das Übliche: Umtreten im Strafraum - war nichts, dafür mal hier, mal da Fehleinscheidungen, Abseits. Am Ende verloren unsere frustrierten Jungs sang- und klanglos, hatten nur noch "Redebedarf" und keinen Nerv mehr aufs Spiel, aber eines gelernt: scheiss Schieris, das schimpften sie alle wütend. Hätte man ihnen erklären sollen, dass es in diesem Spiel mal wieder gar keinen echten Schieri gab, die eigentlich ja auch nicht in Jeans und cooler Pose nur das Ziel haben, dass ihr Team gewinnt? Solange dem System Kinder keine echten Schieris (geld)wert sind, sie ständig verpfiffen werden, bei bewusst ungeahndeten groben Fouls nur weiter Repekt vor den Pseudo-Schieri haben müssen, wird sich dies wohl in fast jedem Auswärtsspiel in ihren Kopf einbrennen - und später wundert man sich über Unfairness, Gewaltneigung, Hinterhältigkeit? Ich nicht! Schade, schade, würde doch überall die FPL Pflicht, dann würde ihnen dies unwürdige Gewürge erspart!

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

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  • Kennt man in ähnlicher Form leider zu Genüge.


    Bei uns pfeift aber zum Beispiel immer das Auswärtsteam... Wobei wir und die meisten bei uns in der d-Jugend Kreisliga A Schiris haben.



    Sehr beliebt sind bei dem Thema auch so hohle Phrasen "das bekommen die im Rückspiel zurück".

    "Ihr fünf spielt jetzt vier gegen drei."

  • Immer wieder trifft man auf solche Manschaften mit entsprechenden Verantwortlichen.
    Bei mir waren das zum Glück immer nur 1-2 Vereine pro Saison.
    Das Problem war dann halt immer der Vaterschieri, weniger der Vatertrainer, die oft selbst den Kopf bei manchen Entscheidungen schüttelten.
    Von Bambini bis C eine Mannschaft begleitend kennt man aber schnell seine Pappenheimer.
    Bei diesen Mannschaften hatte ich bei Heimspielen, bei uns hat der Gast das Schierirech,
    immer einen offiziellen Schieri an Hand ( der hat immer Vorrang, auch wenn er aus dem eigenen Verein kommt)


    Es ist aber naiv zu glauben, dass die FPL hieran was ändert, da eh nur bis F-Jugend, bzw E-Jugend
    bzw. bis E-Jugend eingeführt werden soll.
    in deiner Ausführung handelt es sich aber um D-Jugend.


    Reduzierungen, ausschliessend wird solches Verhalten leider wohl nie erreicht, sind für mich aber
    erreichbar.


    Es muss bei den letztendlich Verantwortlichen, den Trainern, angesetzt werden.
    Dort ist am ehesten breitenwirksam Veränderungen herbeizuführen.
    Ideen dazu habe ich bereits von mir gegeben.


    Ein Beispiel, auch wenn es dem eigendlichen Trainergedanken widerspricht.:


    Pfeifft ein Trainer, bzw. der Co. läuft es in der Regel wesentlich besser ab.
    zumindest meine Erfahrung. Denn diese haben meist einen wesentlich
    höheren Respekt von dem Engagement der gegnerischen Mannschaft,
    da sie ja selbst ihr eigenes Engagement und ihre Einstellungen kennen.


    Aussreisser gab es immer, und wird es leider immer geben, damit müssen wir
    leben.


    aber es wäre zu reduzieren.


    gg

    • Offizieller Beitrag

    Es ist aber naiv zu glauben, dass die FPL hieran was ändert, da eh nur bis F-Jugend, bzw E-Jugend
    bzw. bis E-Jugend eingeführt werden soll.
    in deiner Ausführung handelt es sich aber um D-Jugend.


    ... die Auswirkungen der FPL im Verhalten für die älteren Jahrgänge sind noch nicht erforscht, deshalb wird es Zeit damit zu beginnen. Diese Kinder kommen im idealfall ab der G zum Fußball und kennen nichts Anderes. Das Verhalten auf dem Feld wird anders sein, soweit ist das wohl logisch. Wie mir gesagt wurde, stechen sie sich gegenseitig ab. :rolleyes:
    Naiv ist da gar nichts, denn es ist nichts bewiesen und auf Vermutungen kann sich nichts aufbauen. Aber eins ist sicher: schlimmer kann es nicht werden.

  • In unserer FLVW hat der Auswärts-verein das recht den Schidsrichter zu stellen. Nur wenn der nicht will, MUSS der Heimverein einen stellen.
    Allerdings kann man sagen, dass in 70% aller Spiele auch im D-Jgd Bereich Schidsrichter pfeifen. Das sind natürlich jüngere Schiris und keine erfahrenen.
    Die holen sich zumindest bei uns, die ersten erfahrungen in der E-Jgd ab und nach etwa 3-6 Monaten wird ihnen dann von ihrem Alter ausgehend andere Jugenden dargeboten. Auch ein grund für mich gegen FPL zu sein. da auch nicht bewiesen ist, dass es mit FPL besser wird.
    Unsere Vereine wurden aber auch finanziell hart bestraft, wenn sie keine Schiris stellen. erst danach wurden die bemühungen nach der Jugend aufgebaut.

    • Offizieller Beitrag

    Die holen sich zumindest bei uns, die ersten erfahrungen in der E-Jgd ab ...... Auch ein grund für mich gegen FPL zu sein. da auch nicht bewiesen ist, dass es mit FPL besser wird.

    In der FPL holen sich zukünftig die angehenden Schiedsrichter auch die ersten Erfahrungen in der E. Du behauptest immer wieder Dinge, ohne überhaupt informiert zu sein .... mach es doch einfach mal. Auch Jungschiedsrichter müssen an den Spielbetrieb herangeführt werden und nicht sofort im Punktspielbetrieb verbrannt werden. Es ist doch kein Wunder, wenn niemand Schiedsrichter werden will, wenn er sofort ins "Fegefeuer" geworfen wird.

  • Naiv ist da gar nichts, denn es ist nichts bewiesen und auf Vermutungen kann sich nichts aufbauen. Aber eins ist sicher: schlimmer kann es nicht werden.



    @Uwe stimmt,


    es ist absolut nichts bewiesen,


    ob alles so schlimm ist, wie hier des öfteren beschrieben, in Einzelfällen auch immer wieder mal erlebt habe,
    bezweilfel ich im Gesamten. Bin entweder nicht sensibel genug oder erleb einfach was anderes,
    möglicherweise sind das 80 % positive wichtiger wie die anderen 20 %, auch wenn ich di gerne anders sehen würde.


    Genausowenig ist für mich aber bewiesen, dass die FPL (deren Gedankengut ich positiv finde) daran was ändert.
    Bisher habe ich weder in diesem Forum, noch sonstwo einen Bericht über
    eine dauerhafte. vor allem jedoch allübergreifende Veränderung bei den Problemen
    im Kinderfussball geführt haben, gelesen. Und das nach 5 Jahren der Einführung.


    Komm bitte keiner auf die Idee, dass ich das Gedankengut der FPL nicht für gut finde.
    Ihr eigendliches Ziel wird aber nur dann erreicht, wenn ich die Zielgrupper erreich, bzw. zum
    Umdenken bewegen kann.
    Und das sind für mich die jährlich neu hinzukommenden Trainer.
    Solange diese nicht erreicht werden, und zwar zu Beginn, besser vor Beginn ihrer Tätigkeit,
    wird jede Systemänderung im Spielbereich weiterhin auch die bekannten Probleme mit sich bringen.


    Ich bin absolut nicht gegen die FPL (im Gegenteil, einiges von dem hab ich schon längst praktiziert)
    ich bin jedoch skeptisch, dass sie generelle Veränderungen bringt, solange
    das Gedankengut der Ausführenden nicht beeinflusst wird.


    Ist ein Produkt gut ( das ist die FPL), die Vertriebswiege vorgegeben (ist wohl so)
    kommt aber Flächendeckend nicht an (kann man nach 5 Jahren wohl behaupten),
    dann hab ich nur die Möglichkeit, das Kundenbedürfnis zu verändern.


    Kunden sind hier vorrangig die Trainer. Aus meiner Sicht kann nur hier angesetzt werden.
    Und das jedes Jahr aufs Neue.
    Ideen dazu hab ich schon gebracht.


    Aber auch dann werden wir immer wieder Auswüchse erleben, damit werden wir leben müssen.


    gg

    • Offizieller Beitrag

    Günter,


    das hatten wir doch alles schon, überall findest du darauf Antworten. Es gibt übrigens nicht nur Erfahrungsberichte, es gibt auch Forschungsergebnisse. Google einfach mal und such dir die raus, die negativ sind. :rolleyes:
    Wahrscheinlich sind irgendwo am Wochenende in der FPL zwei Trainer aufeinander losgegangen, oder Eltern haben sich aufgeregt, na und? Wenn Eltern damit drohen ihr Kind vom Spielbetrieb abzumelden, na und?


    Sollte die FPL sich durchsetzen, werden wir uns schon an die Regeln gewöhnen, wie bei der Abschaffung der Tabellen. Es wurde viel geschrieben und an die Vernunft appelliert, ohne Erfolg. Jetzt haben wir Erwachsenen die Regeln, die wir uns verdient haben. Reden und schreiben können wir zusätzlich noch, jedenfalls mit denen die zuhören. Da könntest du schon wunderbar vorarbeiten, dann wird die Einführung der FPL einfacher.


    Viele, die verstanden haben was im Kinderfußball falsch läuft, sind für die FPL. Diese Leute brauchen die FPL eigentlich gar nicht. Du hast vielliecht in deinem Umfeld etwas bewegt, aber was ist mit flächendeckend? Dort stößt du nämlich nicht überall auf deine "heile Welt". Gebe es auf, den letzten Trainer und die letzten Eltern auch noch überzeugen zu wollen, niemand schafft das.

  • hohle Phrasen "das bekommen die im Rückspiel zurück".


    Die habe ich auch oft gehört - ein Teufelskreis für die Kinder, die so den Schieri rein als Repräentant einer höheren Gewalt (Willkür verbreitend!), statt als Garant für Fairplay grad fürs Gegenteil!, kennenlernen, Wie soll diese frühkindliche Erfahrung später wieder raus aus ihren Köpfen? Gar nicht: sie wird bestenfalls tief vergraben, verdrängt per Lernen, wie man vorn heraus fair, hinten herum unfair ist: nur nie erwischen lassen.


    Diese alltägliche Erfahrung zeigt, wie nötig eine wahrhaftig/reell durchgeführte FPL wäre, in der beide Trainer gemeinsam Spiele leiten, in Ein- statt Zwietracht. Dass dies zunächst den meisten fast ganz unmöglich erscheint, zeigt nur, wie weit es in Wahrheit her ist mit dem Fairplaygedanken im Herzen, oder? Offenbar gibt es gegen Kinder fairere Landstriche als den unseren: da bräuchten wir grad deren Fürsprache bzgl. FPL, nicht Gegenrede á la "Ist doch alles gar nicht so schlimm", Herbeigerede etc. Denkt doch nicht nur an euch, von euch aus, da es bei euch beer ist. Ich sehe die Exzesse seit Jahren - und ihre Folgen: viele Kinder hören auf, andere werden immer ängtlicher o. eben "härter", wofür sie dann mitunter sehr gelobt werden, die, die weinend auf dem Platz liegen gar nicht beachtend.


    Welches Klima im Fußball dürfte sich am Ende ohne mehr Fairplay, die FPL als Signal, am Ende durchsetzen? Die Zeichen stehen doch auf verhärtet aggressiven "Kampf" statt heiteres Spiel, jedenfalls bei uns. Ich denke dies könnte sich aubreiten u. eines Tages auch verstärkt in den heilen Welten Einzug erhalten, die meinen, sie brauchen keine FPL als Schutz für Kinder... Wären alle Entscheider gutwillig, wäre die FPL-Idee wohl nie entstanden: sie hilft ihnen, sich Fairplay bewusster zu machen!

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

    Einmal editiert, zuletzt von Kicker ()

  • @Uwe


    über die Ziele im Kinderfussball sind wir uns ja wohl einig.
    meine Sichtwiese, dies zu erreichen, ist aber wohl noch nicht deutlich rübergekommen.


    ich versuchs mal so:


    meine Erfahrung ist die, dass dort wo ein vernünftiger Trainer bei der
    gegnerischen Mannschaft war, das Ganze in vernünftigen Bahnen ablieb, ob
    Spieler, Trainer oder Elternschaft.


    1-2 Trainer, Mannschaft plus Umfeld, waren einfach unmöglich, und auch
    nicht erreichbar für vernünftiges Verhalten,



    gerade im Bambini und F-Jugendbereich elebte ich viele Neulingstrainer
    die vom Kinderfussball keine Ahnung hatten, aber Dankbar für jede
    Information und jeden Tip.
    Entsprechend war die Elternschaft.
    2 Jahre später hatten die gleichen Trainer, eine ganz andere Einstellung, der Karren (Eltern)
    war aber inzwischen verfahren. Änderungen einzuführen stiessen auf Widerspruch.


    Wir wurden wir hier alle auf die Kinder zugelassen, welche Unterstützung hatten wir am Anfang?
    Hatten wir Ahnung vom Kinderfussball? Ich nicht. Wie lange hat es denn gedauert, bis die
    Forumsmitglieder hier die richtige Richtung mitbekommen haben?


    Und jedes Jahr kommen unzählige neue hinzu (Trainer und Eltern), die genau so wenig Ahnung haben, die
    wiederum mindesten 2 Jahre brauchen um sich einzustellen, wenn übehaupt.


    Für micht bringt da auch keine Sytemänderung den alleinigen Umschwung.


    Nur dann, wenn ich die unterste Stufe der Kette erreiche, in diesem Fall die Neutrainer, mit ihren Neufussballen und Neuelternschaft
    erreiche, und bei diesen direkt beim Einstieg entsprechendes Grundwissen mitgebe,
    dann erreiche ich entsprechende Veränderungen.


    Ist natürlich ein Grundsatzdiskussion:


    Komme ich zu einer Änderung durch Systemänderung
    oder
    erreiche ich eine Änderung durch frühzeitige Veränderung der letztendlichen Entscheidenden.
    für mich wäre das bei entsprchendem Willen und Engagement relativ schnell flächendeckent zu erreichen.


    Ideal wär für mich die Verbindung von beidem. dies vermisse ich aber bei der Durchsetzung
    der FPL. Da liegen meine Bedenken, nicht im Gedankengut.


    gg


    gg