Umzugsbedingter Vereinswechsel

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  • Hallo zusammen,


    bedingt durch einen in kürze anstehenden Umzug (zurück in die Heimatstadt der Eltern) stelle ich mir die Frage: Nach welchen Kriterien wählt man einen Fußballverein aus?


    Mein Sohn will nach dem Umzug weiter in einem Verein Fußball spielen. In der Stadt gibt es aber viele Vereine. Ich selbst habe echt keine Ahnung was ich machen soll. Ich habe keine Erfahrung auf die ich zurückgreifen kann. Insofern habe ich schon seit längerem versucht mich über Fußballallgemein schlau zu machen. Bin aber nicht wirklich zu einem Ergebnis gekommen. Fußball ist für mich wie ein dichter Wald, wo ich keinen Durchblick habe.


    Ich möchte, dass mein Sohn glücklich ist und Spaß bei seinem Hobby hat.


    In der Stadt gibt es von "einfachen" Vereinen bis solch einen der selbst auf der Internetseite betont, auf Leistung ausgerichtet zu sein. Was ist ein Leistungsorientierter Fußballverein? Wodurch unterscheidet sich das Training?


    Ich möchte im Vorfeld möglichst die 1 - 2 in Frage kommenden Vereine wählen. Damit ich vor Ort nicht zu viel Zeit investieren muss. Meine Ängste sind, dass meinem Jungen "irgend welche Flausen" weiter bestätigt werden und dann aber später er, wie eine heiße Kartoffel, fallen gelassen wird. Andererseits ist es auch nicht der Sinn wenn er unterfordert wird.


    Hoffe, dass ich mein Problem etwas schildern konnte.


    Danke
    Niko

  • Aus der Ferne kannst Du das schwer beurteilen, auch wenn ein gepflegter Internetauftritt mit einem sinnvollen Jugendkonzept schon mal ein dickes Plus wäre. Wenn es so viele Vereine sind, ist es sicher eine große Stadt. Da würde ich erstmal rein auf die Entfernung vom Wohnort achten. Als nächsten Schritt würde ich vielleicht bei den 2 oder 3 in Frage kommenden Vereinen ein Probetraining machen und wenn möglich auch mal mit dem Trainer reden, um heraus zu bekommen, wie der so drauf ist. Aber entscheiden muss das letztlich Dein Sohn. Vielleicht auch erstmal mit den neuen Klassenkameraden reden, um heraus zu bekommen, wo die so kicken.


    Grüße
    Oliver


    PS: "Leistungsorientiert" heisst für mich erstmal, dass es zumindest eine Mannschaft pro Altersklasse gibt, die nach Leistung eingeteilt wird, d.h. in die schwächere Spieler nicht aufgenommen werden. Das kann heissen, dass es da auch Stammspieler und Bankdrücker gibt, es kann aber auch sein, dass alle rotieren. Da hilft nur Nachfragen. Allerdings beginnt die Leistungsorientierung meist erst später in der E oder D.

  • . Vielleicht auch erstmal mit den neuen Klassenkameraden reden, um heraus zu bekommen, wo die so kicken.


    wichtiger wie den "richtigen" Fussballverein finden, dürfte ja für deinen Sohn wohl sein, dass er sich neu integriert, Kontakte bekommt, neue Freunde findet.


    deshalb kann ich den Vorschlag von Don voll unterstützen. Ich würde den Sohn dort anmelden, wo seine neue Klassenkameraden spielen.
    die Wertigkeit des Vereins würde da vorerst keine Rolle spielen.


    Ist er integriert und der Verein ist nicht so nach euren Vorstellungen, kann er immer noch wechseln.


    du hast dann auch genügend Zeit vor Ort dich umzuschauen und umzuhören.


    gg

  • Hallo Oliver und guenter,


    etwas erleichtert bin ich, dass es nicht nur mir so schwer fällt aus der Ferne dies zu beurteilen. Um meine Situation etwas besser zu beschreiben, möchte ich noch einige Dinge ergänzen bzw. etwas besser erläutern.


    Wir ziehen zu Beginn der Sommerferien um. Hier ist die Wahl der Vereine eher spekulativ. Sicher werden wir die aus der Umgebung bevorzugen. Auch will ich meinen Jungen nicht zu vielen Probetraining´s und den damit verbundenen zu vielen Eindrücken aussetzen. Insofern entspricht auch für mich die optimale Anzahl auch 2 und max. 3. Somit, so hoffe ich, hat er einen optimalen Vergleichswert.


    Den Verein, der eher Leistungsorientiert agiert, habe ich hier erwähnt, weil es diesen in der nahen Umgebung gibt und ich diesen aufgrund von Unwissen oder Vorurteilen nicht gleich ausschließen möchte.


    Richtig ist, dass die Ausdrucksweise "richtigerer Fußballverein" viel Platz für Interpretation läst. Integration, Kontakte knüpfen und neue Freunde finden haben für mich einen hohen Stellenwert. Gerade in Bezug auf die Schule, würde es meinem Sohn, aus meiner Sicht helfen, wenn er bereits den "ersten" Schultag mit neuen Freunden oder zumindest vorhandenen Kontakten antreten kann. Daher möchte ich nicht zu viel Zeit in die Suche des "neuen und richtigen" Vereins "investieren" - ganz unglücklich ausgedrückt -. Ich möchte ihm eher mehr Zeit für die soziale Integration bieten bzw. durch "Vorarbeit" meinerseits schaffen.


    Aus meiner Sicht ist er ein ordentlicher kleiner Fußballer - welche Eltern denken das aber nicht -. Nun wird beim Probetraining wie auch bei Sichtungen eher der Ist-Zustand bewertet. Weil hier eher der Ist-Zustand beurteilt wird und nicht die Tatsache, dass der Junge sein halbes Leben lang im Verein Fußball spielt - wie sich das anhört und zugleich die Wahrheit ist -. Daher habe ich eher Angst, dass er später wie eine "heiß Kartoffel" fallen gelassen wird.


    Sicher ist es für ihn ein Vorteil, dass er bisher immer der Jüngste war und nun auf Gleichaltrige trifft. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis miteinander und sprechen offen über "alles". Auf die Frage was ihm wichtig an dem neuen Verein sei, hat er mir unter Anderem folgendes - für mich ungewöhnliches - gesagt:


    Die Mannschaft sollte schon besser sein.


    Auf meine Frage: Warum?


    Hat er geantwortet: Weil auch die gegnerischen Mannschaften dann besser sind.


    Diese Antwort hat sich in meinem Kopf festgebohrt, so dass ich mir nicht sicher bin was ich machen soll. Das eventuelle Risiko - später fallen gelassen zu werden - eingehen und mit ihm beim Leistungsorientierten-Verein ein Probetraining vereinbaren. Oder das Risiko der "Unterforderung" eingehen. Dazu möchte ich auch noch sagen, dass ich meinem Jungen den Wert "Loyalität" beibringen möchte und einen häufigen Wechsel von Vereinen nicht befürworte.


    Sicher werde ich mich mit den Trainern unterhalten und auch beim Training dabei sein wollen. Um zu sehen wie es im "normalen" Training/Spiel abläuft. Vor allem ob, wie viel und in wie Kritisiert wird.


    Gruß


    Niko


    *Edit*


    Die Frage ist hier für mich, ob auch leistungsorientierter Verein oder nur "normale Vereine" in Betracht gezogen werden sollen. Um diese Frage für mich zu klären, würde ich gerne mehr über diese sogenannte leistungsorientierte Fußballvereine wissen wollen. Vor allem aber sollte diese Information Hand und Fuß haben und deshalb auch von "Dritten" geäußert werden. Leider gibt es aber im Bezug auf F-Jugend zu wenig Information im Netz. Wer, Was, Wie, Warum...

    Einmal editiert, zuletzt von crow ()

  • Hallo crow


    Du wirst vermutlich keine allgemein gültige Definition für "leistungsorientiert" finden. Jeder legt diesen Begriff unterschiedlich aus. Für manche ist dies schon erfüllt, wenn innerhalb der Jahrgänge die Mannschaften nach Leistungshomogenität eingeteilt werden. Leider beinhaltet eine Diskussion über "leistungsorientiert" immer unterschwellig der Rückschluss, dass in den nicht als solchen eingeteilten Vereinen nichts ( in diesem Sinne ) "geleistet" wird. Der Fokus ist nur ein anderer. Der Fußball ist hier im Verein eine Sparte neben vielen anderen und wird dementsprechend gewertet/behandelt. Innerhalb dieser Sparte wiederum kann hier von Verein zu Verein die Ausrichtung völlig unterschiedlich sein. Von "Hauptsache viele Mitglieder (= Beitragszahler )" bis "möglichst hochklassig spielende Jugendmannschaften". Wie du siehst, sind hier schon verschiedene Auslegungen möglich. Und die Unterschiede hinsichtlich der Ausgestaltung können gewaltig sein ( Anzahl und Qualifikation der Trainer, Maßnahmen des Vereins, um beides zu erhöhen usw. ).


    In deinem Fall reden wir über Kinderfußball. Aus verschiedensten Gründen eine ganz andere Welt als der Jugendfußball. Ich weiß wovon ich spreche, da ich früher nur Jugend trainiert habe und zur Zeit in beiden Bereichen in zwei verschiedenen Vereinen mit völlig unterschiedlicher Ausrichtung tätig bin. Im Kinderfußball sollte das Ziel eines jeden Vereins sein, durch bestmögliche Betreuung den Kindern dieses Hobby durch viel Spaß so nahe zu bringen, dass sie diesen Sport auch bis ins "hohe" Alter betreiben. Oder wenn sie später damit aufhören, ihre Fußballzeit immer mit positiven Erinnerungen verknüpfen. Ein Verein, dem das egal ist, ist für mich als Ausschließungsfaktor auf jeden Fall nicht "leistungsorientiert" !


    Ich finde, dass Du hier schon den für deinen Fall passenden Tipp bekommen hast. Warte drauf bis dein Junge in seiner neuen Klasse ist. Er wird dann schon für sich die Entscheidung treffen, in welchem Verein er Fußball spielen möchte. Höchstwahrscheinlich da wo seine ( neuen ) besten Freunde spielen. Da gehört er auch hin ! Zu einem späteren Zeitpunkt, wenn es denn so gar nicht passt, könnt ihr zusammen immer noch über einen Vereinswechsel nachdenken.

  • Andere Möglichkeit: Du schreibst hier ganz offen, um welche Stadt bzw. um welche Gegend es sich handelt. Vielleicht gibt es ja einen ortskundigen Trainertalk-User :)

  • crow
    Du machst dir fast schon zu viele Gedanken über die Eventualitäten im neuen Verein, weshalb der Hinweis: lass ihn doch dort spielen, wo auch seine Klassenkameraden spielen, bedeutsam ist. Denn mit diesen Kindern kann er sich auch in der Schule und außerhalb des Trainings und der Spiele verabreden. Sollte das der leistungsorientierte Verein sein, dann ist das auch O.K.! Wenn du dir die Frage stellst, was dein Kind will, dann frag es und du bist normalerweise schon auf dem richtigen Weg.


    Hier noch einige zusätzliche Hinweise zu "normalen Vereinen" und "leistungsorientierten Vereinen". Letzere befinden sich aufgrund der immer geringer werdenden Nachwuchses und Erkenntnissen in der DFB-Nachwuchsförderung in einem Umbruch. Wenn man die "ganz großen Vereine" einmal ausnimmt, so stellt man hier einen vermehrten Breitenfussball bis zur D-Jugend fest. Das bedeutet, bis zu diesem Alter verzichtet man auf die aktive Abwerbung aus den Heimatvereinen und läßt die Talente durch zusätzliches Training in den Stützpunkten fördern. Die Erkenntnisse gründen darauf, das Talente im unteren Jugendbereich sich in ihrer sozialen Umgebung meist besser entwickeln und ab der C-Jugend noch Zeit genug bleibt, um die jungen Talente sportlich und menschlich weiter zu formen. Desweiteren ist eine seriöse Erfolgsprognose für die spätere Eignung im Leistungsfussball im unteren Jugendbereich noch nicht möglich. Talente kommen gar nicht so selten vor, sie zu erkennen ist schon etwas schwieriger. Es durch Trainer weiterentwickeln zu lassen, setzt aber voraus, das es auch der ausdrückliche Wille des Talents und dessen Eltern ist. Nur wenn die Interessen und Erwartungen weitgehend deckungsgleich sind, können große Enttäuschungen vermieden werden. Denn ob einmal aus einem kleinen Talent ein "Großes" wird, hängt im wesentlichen vom Talent selbst ab!


    Am allerwichtigsten ist aber, wo sich das Kind wohlfühlt! Nur dann, wenn das Kind sehr große Probleme nicht überschauen kann, sollten Eltern eingreifen.

  • Hier noch einige zusätzliche Hinweise zu "normalen Vereinen" und "leistungsorientierten Vereinen". Letzere befinden sich aufgrund der immer geringer werdenden Nachwuchses und Erkenntnissen in der DFB-Nachwuchsförderung in einem Umbruch. Wenn man die "ganz großen Vereine" einmal ausnimmt, so stellt man hier einen vermehrten Breitenfussball bis zur D-Jugend fest. Das bedeutet, bis zu diesem Alter verzichtet man auf die aktive Abwerbung aus den Heimatvereinen und läßt die Talente durch zusätzliches Training in den Stützpunkten fördern. Die Erkenntnisse gründen darauf, das Talente im unteren Jugendbereich sich in ihrer sozialen Umgebung meist besser entwickeln und ab der C-Jugend noch Zeit genug bleibt, um die jungen Talente sportlich und menschlich weiter zu formen. Desweiteren ist eine seriöse Erfolgsprognose für die spätere Eignung im Leistungsfussball im unteren Jugendbereich noch nicht möglich. Talente kommen gar nicht so selten vor, sie zu erkennen ist schon etwas schwieriger. Es durch Trainer weiterentwickeln zu lassen, setzt aber voraus, das es auch der ausdrückliche Wille des Talents und dessen Eltern ist. Nur wenn die Interessen und Erwartungen weitgehend deckungsgleich sind, können große Enttäuschungen vermieden werden. Denn ob einmal aus einem kleinen Talent ein "Großes" wird, hängt im wesentlichen vom Talent selbst ab!


    Am allerwichtigsten ist aber, wo sich das Kind wohlfühlt! Nur dann, wenn das Kind sehr große Probleme nicht überschauen kann, sollten Eltern eingreifen.



    entspricht absolut dem was ich auch bei uns beobachte (mittelgrosse Vereine) und acu vollkommen meiner Denkweise.


    beim hiesigen Leistungsverein spielt kaum noch ein B-Jugendspieler, der bereits in F und E beim Verein war.


    gg