Trainieren des technischen Passes sinnvoll?

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  • Wenn ich folgendes andenke:


    Welchen Sinn macht es, einem Spieler das Passen technisch sauber beizubringen?


    Diese Frage stelle ich mir derzeit ernsthaft.


    Wenn ich bedenke, dass man Spieler mit großem Leistungsgefälle kennt und wenn ich deren mitgebrachtes von Gott gegebenes Fußballkönnen bedenke, dann stelle ich für mich fest, dass


    -der talentierte Spieler eine gute bis sehr gute oder auch ausreichend zufriedene Passtechnik mitbringt.


    -der schulbuchmäßig ausgeführte Pass genauso ungenau oder genau ankommt, wie der nicht schulbuchmäßige Pass...vor allem auf Kreisliganiveau.


    Die Passtechnik dieses/eines solchen Spielers entspricht möglicherweise nicht dem, was das Schulbuch vorgibt. Es herrscht entsprechend eine Diskrepanz zwischen dem, was das Schulbuch vorgibt und dem, was er zeigt.


    Das was er zeigt sorgt aber dafür, dass der von ihm gespielte nicht schulbuchmäßige Pass sauber oder mehr oder minder sauber ankommt.


    WARUM sollte ich einen nicht schulbuchmäßigen Pass technisch verändern, wenn der doch ankommt?


    UND


    Umgekehrt fällt mir auf, dass ich bei allem großartigen zeitlichen übens des technisches Passes bei einem nicht so talentierten Spieler diesen für mich nicht spürbar verbessere. Steht da nicht der zeitliche Faktor im unnützen Gegensatz zum Ergebnis...sprich....er verbessert es bei genauerer Betrachtung nicht, vor allem dann nicht, wenn er unter Druck spielt (Gegnerdruck).....dann passen die meisten Spieler doch wieder so, wie sie es tun, aber nicht wie es das Schulbuch vorgibt.


    Da frage ich mich, ob es sinn machen würde, dem oder den Spielern ihre mitgebrachte Technik zu belassen, damit sie diese dann über Trainings verfeinern? Und weiter gedacht.....wenn ich damit recht habe, dass sie ihre Passtechnik eh nicht verbessern (wenige Ausnahmen bestätigen die Regel)...wäre die Zeit da nicht anders angelegt besser genutzt im Sinne von Ausbildung?


    Nachsatz


    Im Fazit käme ich zu dem Ergebnis, dass es durchaus Sinn machen könnte, dem Spieler sein individuellen Pass zu belassen und genau diesen -wie auch immer- zu verfeinern. Das könnte dann durchaus effizienter sein. Wie immer....Ausnahmen....also Sachverhalte, wo eine Abänderung notwendig ist....gibt es natürlich. Es würde aber, soweit die These tragbar ist....eine Verschiebung der Wertigkeit im Thema PASSEN/technisches Passen geben....so sehe ich es.

    Einmal editiert, zuletzt von Andre ()

  • Ich halte es für absolut sinnvoll, den Kindern die richtige Pass- und auch Schusstechnik beizubringen. Bei meinen E-Junioren gibt es ja ein paar dabei, die erst spät angefangen haben oder die es früher nie richtig beigebracht bekamen und dann eine lange Pause einlegten. Da sieht man dann bevorzugt den klassischen Pikenschuss sowohl beim Passen als auch beim Abschluss, oder das Löffeln des Balls mit dem Spann. Diese Erfahrung, sowie die Beobachtung von Kindern, die nicht im Verein Fußball spielen, bringt mich zu dem Schluss, dass viele Kids selbstständig keine geeignete Schuss- oder Passtechnik erlernen.


    Aber ich habe mit den Kandidaten in meinem Team und auch schon desöfteren beim Freizeitkick mit fremden Kindern ihnen die korrekte Technik im Detail gezeigt, und, siehe da, sie greifen sie durchaus auf und merken dann teilweise, dass es bei ihnen ja genauso gut klappen kann, wie bei den Könnern. Da merkt man richtig die Begeisterung.


    In letzter Zeit fordere ich von meinen Jungs, die nicht davon abzubringen sind, vor Trainingsbeginn immer wieder ruhende Bälle aufs Tor zu schießen, dabei dann aber saubere Vollspannstöße zu benutzen. In der Hinrunde waren diese richtig schwach. Und in letzter Zeit werden sie tatsächlich immer besser und, was mich noch mehr freut, sie werden auch zunehmend im Spiel gezeigt.


    Was die von dir kolportierte individuelle Passtechnik anbelangt: Es geht nicht darum, den Kindern ihre Individualität und ihre Kreativität zu nehmen. Es geht darum, ihr Repertoire zu erweitern, indem man ihnen Techniken zeigt, die auf jeden Fall und gut funktionieren. Und steter Tropfen höhlt den Stein, je mehr sie üben, desto besser schleifen sich die entsprechenden Bewegungsmuster ein, bis sie irgendwann ganz automatisch erfolgen. Diese Erfahrung hat doch jeder von uns am eigenen Leibe erfahren, oder?

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Ok tobn....


    aber wiederlegt das nun meine These?


    Das was du schreibst..."kompromissmäßig" im Einklang damit gebracht, was ich gerade durchdenke wäre,


    ....ich schaffe das Angebot für den Schulbuchpass und die Jungs und Mädels sehen, ob oder ob nicht...


    Für mich als Trainer hieße das, das ich das Ergebnis daraus, ....egal wie es aussieht....auf Kreisligaebene akzeptiere und nicht anfange, zu instruieren.


    Wäre das ein Schuh oder inakzeptabel? Gedanke hierbei wäre für mich, dass das ureigene "Passbild" mindestens den gleichen Erfolg hat, wie der instrierte beigebrachte Schulbuchpass.


    Zur Erinnung, ....das war ja meine Kernaussage....


    -es wird viel Zeit für den Schulbuchpass verwendet, der dann unter Druck meistens nicht fachgerecht ausgeführt wird....und ungenau wird....im krassen Gegensatz zum nicht schulbuchmäßigen Pass....der vom Spieler mit höherer Genauigkeit in mehr Fällen ausgeführt wird, als es das wäre, wenn er den Schulbuchpass versucht auszuführen.

  • deine Überlegungen sind für mich vollkommen nachvollziehbar, die richtige Antwort zu finden, finde ich schwierig, falls es überhaupt die Richtige gibt


    zu Befinn ihrer Fussballzeit, also G,F und auch noch E finde ich es wichtig, die richtigen Techniken beim Passen, natürlich auch beim Spannstoss, beizubringen,


    einem C-Jugendspieler, würe ich von seiner ihm ureigenen Art, nicht versuchen umzuschullen, wenn die Passgenauigkeit gegeben ist. warum eigendlich?


    festgestellt, dass aber gerade die schwachen Spieler, hier grosse Probleme bzw. Nachholbedarf haben.
    hier hab ich immer angesetzt, und auch positive Ergeb nisse gehabt.


    für mich ist wichtig, mit der richtigen Technik sehr früh anzufangen, falsches Angeeignetes ist oft schwierig abzustellen.


    gg

  • Zuerst sollte man mal Abklären für welche Jgd du da sprichst. Bis zur E-Jgd würde ich nämlich sagen, dass man es immer wieder versuchen sollte. Ab der D-Jgd wird das schon schwerer. Einigen Spielern kann man da noch etwas beibringen, bei anderen erfolgt das er hoffnungslos. Natürlich kann man pauschal nicht sagen wer noch was lernt und wer nicht.


    Wenn du die Möglichkeit hast, dann versuche doch mal in 2-3 Gruppen zu trainieren, leistungsgerecht. Denn das Problem mit talentieren und (sagn wir mal) weniger Talentierten ist allgegenwärtig. Und immer unten Anfangen kann auch nicht Sinn und Zweck eines Trainings sein.


    Ich persönlich tendiere eher dazu zu sagen, das es doch am ende egal ist, wie der Ball zum Mitspieler kommt, hauptsache er kommt. Schlimmer ist es doch, wenn man durch "unnötiges drauf achten auf technik" den Spieler dazu nötigt noch mehr Druck aufzubauen und dann ggf den Verein zu verlassen.


    Außerdem, wenn man sich manche Profis anschaut, dann fragt man sich doch, wie die Bälle überhaupt ankommen (bestes Beispiel Ronaldo^^), und rotzdem einen Riesenerfolg damit haben


  • Also, bei uns ist die Kreisliga die höchstmögliche in der E1, insofern spielen da die besten Spieler bzw. sie sollten es, so die nicht verwirklichte Wunschvorstellung. Aber lassen wir das, das meinst du ja nicht.


    Ja, ich denke, man sollte den Schulbuchpass vermitteln, und im Training in den zugehörigen Übungsformen auch auf seine Durchführung achten. Der Grad der Korrektur richtet sich natürlich nach der Altersklasse und den individuellen Fähigkeiten der Spieler. Bei den ganz harten Fällen lobe ich dann bspw., wenn endlich nicht mit der Pike gepasst wird, egal, was stattdessen benutzt wurde. Wenn es dann ums Spiel geht, akzeptiere ich alle Pässe, da instruiere ich nicht. Die Hoffnung ist ja eher die, dass sie durch die Übung in den Übungen dazu kommen, Pässe auch im Spiel mit der geeigneten Technik zu spielen.


    Wäre das ein Schuh oder inakzeptabel? Gedanke hierbei wäre für mich, dass das ureigene "Passbild" mindestens den gleichen Erfolg hat, wie der instrierte beigebrachte Schulbuchpass.


    Hmm, fragst du nun, was man machen sollte, wenn in der Passübung unkonventionell, aber erfolgreich gepasst wird? Dann würde ich das vielleicht auch so sagen, so nach dem Motto: "Guter Pass, Paul, kam genau zum Mann und hat die richtige Schärfe. Jetzt guck mal, ob du das auch mit der Innenseite schaffst." D.h. ich würde dann schon versuchen, sie zu ermutigen, die für sie ungewohnte Lehrbuchtechnik auszuprobieren. So erweitern sie ja ihr Repertoire. Tatsächlich, so meine Beobachtung, bleiben Kinder sehr gerne bei dem, was sie aktuell können und was ihnen aktuell Erfolg beschert, viel lieber, als Neues auszuprobieren. Dazu muss man sie schon motivieren. Daher würde ich das in diesem Fall auch tun. Aber nur in der Übungsform, wie gesagt.


    Zur Erinnung, ....das war ja meine Kernaussage....


    -es wird viel Zeit für den Schulbuchpass verwendet, der dann unter Druck meistens nicht fachgerecht ausgeführt wird....und ungenau wird....im krassen Gegensatz zum nicht schulbuchmäßigen Pass....der vom Spieler mit höherer Genauigkeit in mehr Fällen ausgeführt wird, als es das wäre, wenn er den Schulbuchpass versucht auszuführen.


    Abtrainieren würde ich eine funktionierende Passtechnik nicht. Verstehe ich dich richtig: du befürchtest, dass zu viel Passtechnik trainiert werden könnte? Vielleicht weil dadurch andere Themen dann leiden würden? Dazu würde ich sagen, dass das Thema der Trainingsplanung ist. Man muss dabei sicher aufpassen, dass man alle Themen ausreichend bearbeitet. Der Schwerpunkt 'Passen' kann nicht ein ganzes Halbjahr ausfüllen, wenn man das macht, dann verlieren die Kids sonst die Ballfertigkeit völlig. Aber es sollte im Trainingsplan auch den Schwerpunkt 'Passen' geben, womit man sich dann zwei bis vier Wochen am Stück beschäftigt.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Das ist in der Tat ein gar nicht mal so einfaches Thema, weil es für ein Forum eigentlich zu Umfangreich ist. Zuletzt gelesen zum Thema Üben ( also nicht nur Pässe, sondern auch Schuss ect.. ) habe ich einen Artikel über differenzielles Lernen. Ich versuche das mal ganz knapp so zu umschreiben: Erfolge werden im Grunde nicht durch viele Wiederholungen ( Einschleifen, möglichst viele Wiederholung von Bewegungsabläufen ), sondern eben durch schier endlose Varianten erzielt. Klingt jetzt erstmal einfach, ist es aber nicht wirklich. Zumindest nicht so einfach, dass ich es in wenigen Sätzen hier wirklich wiedergeben kann. Ist mal wieder eine Wissenschaft für sich. Deshalb schrieb ich auch es ist zu Umfangreich. Aber da könnte der Hund schon begraben liegen. In Bezug auf Andres Frage.


    Es geht also nicht darum ob man etwas übt, sondern wie. Somit würde ich abschließend sagen, dass es auf jeden Fall Sinn macht an den Schwächen zu arbeiten. Wenn man es richtig angeht werden schneller Erfolge erzielt und keine Zeit verplempert.

    Wenn sie begriffen haben, daß zum Fußball auch Arbeit gehört, ist es zu spät. Dann werden sie Trainer. (Luis Aragonés)

  • für mich ist der Pass das -Elementarste beim Fussball.


    alles andere, gutes Ablaufen, optimales Raumverhalten, gewonnene Zweikämpfe, wird zur Makulatur, wenn die letzte Aktion des Spielers, nämlich der Pass
    überall dort landet, nur nicht da wo er eigendlich hin soll.
    selbst der Torschuss ist letzendlich fast immer ein Pass.


    so gut wie jede Übung beinhaltet auch den Pass.
    kann der nicht vernünftig gespielt werden, krieg ich keine vernünftige Übung hin.


    vom Prinzip eigendlich das einfachste im Fussball, doch kann man jedes Wochenende, egal welche Klasse und Altersstufe, erhebliche Defizite feststellen.


    wie der Pass nun gespielt wird, ist doch letzendlich egal, die Hauptsache er kommt an.


    ein schlechtes Passen ist aber fast immer auf die falsche Technik zurückzuführen.


    deshalb muss diese geübt werden, so früh und so oft wie möglich. das heisst aber nicht, dass man eine erfolgreiche, wenn auch nicht lehrbuchhafte Technik
    umerziehen muss


    gg

  • wie der Pass nun gespielt wird, ist doch letzendlich egal, die Hauptsache er kommt an.
    ein schlechtes Passen ist aber fast immer auf die falsche Technik zurückzuführen.


    Sehr gut ausgedrückt, guenter. Wobei ich da auch so ein paar Spieler habe, denen für die richtige Technik auch so ein bisschen die Koordination fehlt. Ohne gute Feinmotorik ist die Streuung selbst bei grundsätzlich richtiger Haltung recht groß...

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Ja Tobn....schöner Satz, aber er schreibt auch:


    ein schlechtes Passen ist aber fast immer auf die falsche Technik zurückzuführen.


    deshalb muss diese geübt werden, so früh und so oft wie möglich. das heisst aber nicht, dass man eine erfolgreiche, wenn auch nicht lehrbuchhafte Technik
    umerziehen muss


    Und ich bin hier skeptisch und stelle ich den Raum, ... dass ich auch den nicht schulbuchmäßigen Pass verbessern kann, ohne den Schulbuchpass zu schulen, weil


    -viele viele Spieler hier auf die gesamte Übungszeit Stunden und Tage damit verbringen, etwas zu lernen (den Schulbuchpass), was sie niemals - spätestens unter Wettkampfbedingungen (Druck und Konditionsmangel) - erlernen und anwenden würden....sie fallen in IHRE persönliche Passart zurück. Wieso dann nicht über Trainings die persönliche Passart belassen?


    Bei diesem Gedankengang habe ich hier über das Thema eine weitere "Denke" aufgesogen, nämlich...dass es durchaus Sinn macht...sagen wir bis zum Ende der D....den Schulbuchpass anzubieten. Die Spieler....die das danach immer noch nicht anwenden oder schlecht anwenden....die wirst du meiner Ansicht nach niemals mehr in diese Richtung bewegen. Da würde es spätestens ab da---also nach ungefähr der D--- vielleicht Sinn machen, hier die zeitliche Wertigkeit auf ein schulbuchmäßiges Passen weitestgehend zu vernachlässigen.


    Der Spieler der technisch nicht den Schulbuchpass anwendet, hat meist gewisse andere Abläufe drauf, die seine Spielart positiv unterstreicht. Warum dann abgewöhnen?


    Mein Resümee aus dieser schönen Diskussion ist derzeit die Denke aus diesem Posting. Ich biete es an und verlange es nicht ab, ....es sei denn, dass der persönliche Pass abseits des Schulbuchpasses so nicht zum Erfolg führt. Da muß ich dann halt drüber nachdenken, ob der Schulbuchpass die bessere Alternative ist und auch...ob der Spieler kommendes Jahr bei keiner Verbesserung noch richtig in der Leistungsgruppe ist, in der er sich bei Feststellung bewegt...denke ich.

  • Bei diesem Gedankengang habe ich hier über das Thema eine weitere "Denke" aufgesogen, nämlich...dass es durchaus Sinn macht...sagen wir bis zum Ende der D....den Schulbuchpass anzubieten. Die Spieler....die das danach immer noch nicht anwenden oder schlecht anwenden....die wirst du meiner Ansicht nach niemals mehr in diese Richtung bewegen. Da würde es spätestens ab da---also nach ungefähr der D--- vielleicht Sinn machen, hier die zeitliche Wertigkeit auf ein schulbuchmäßiges Passen weitestgehend zu vernachlässigen.


    dieser Gedanke ist für mich vollkommen nachvollziehbar und logisch.
    ob dieser Zeipunkt nun in der D,C oder auch noch B ist kommt wohl auf den Einzelfall an.
    angeboten habe ich das richtige Passpiel immer, sogar im aktiven Bereich.


    gg

  • Ich muß mich mal outen.


    Ich habe mich versündigt und gegen meine Prinzipien verstoßen.


    Ich habe einen lieben Spieler....ich mag ihn...Nachbarskind, aber er bringt mich zur Weissglut. Ich weiss, dass mir das nicht passieren sollte, ...ist es aber! Ich glaube von ihm, dass er ein guter Sportler ist, super Typ....hat Potenzial in alle Richtungen, ist Freund der Familie, ...schaut mit mir Schalke-))...was auch nicht immer schön ist. Ich will damit ausdrücken, dass ich auch von Schulproblemen weiss, die damit begründet sind, dass Bengel nicht zuhört oder dich anschaut und zuhört und trotzdem an was anderes denkt.


    Er hört also nicht zu, läßt ständig irgendwas am Platz liegen (Schuhe, Jacken und und und)....und setzt rein gar nichts von dem besprochenen auch nur im Ansatz erkennbar um.


    Ich verlange nichts, was er nicht in der Lage ist umzusetzen und nichts, was dem Altersausbildungsziel nicht konform wäre. Konkret


    Er passt mit der Picke und zwar immer. Dabei passt er meistens so ungenau, dass es das Wort grundsätzlich verwendet werden kann. Grundsätzlich führt das zu üblen Kontern. Er spielt nur vorne rechts...also feste Position...weil er sich in die Hose macht, wenn er mal hinten spielen soll. Rotation nur zwischen Sturm und vorne rechts. Er nimmt den Ball an, ....legt ihn meist zu weit vom Fuß ab...und schon dann ist Pille meist weg....wenn nicht...dribbelt er meist sofort in den Gegner...und der Ball ist wieder weg....und wenn nicht....spielt er den Pass OHNE DRUCK.....also den einfachsten Ball der Welt für einen D 1 Spieler....mit der Picke...wobei er nicht zu denen gehört, die das nicht schulbuchmäßig auch noch relativ Zielgenau hinbekommen.


    Zudem begreift er es nicht, dass er bei Ballbesitz (Ball z.B. beim Abwehrspieler oder 6èr) das Feld breit machen soll. Die Aussenlinie ist seine Bahn....er rennt dementgegen hin zum Stürmer und behindert den meistens noch....verhindert den Abschluß weil er dem auf den Fuß steht....und....weil er das Feld eng macht...der Gegner deckt...und dann mit drei Abwehrspielern zur Mitte steht....die Mitte so auch noch viel dichter ist, als wenn er aussen aufbauen würde und anspielbar wäre.


    Wir übten -nur für ihn...ohne das er das wußte....die Ballnahme...was sich ein wenig verbesserte, so das der Ball nun seltener vom Fuß abspringt. Ich erklärte ihm auf einem Taktikbrett was ein Aussenstürmer/Flügelstürmer zu beachten hat. Wir schafften Spielsituationen im Training, die ihm den Vorteil quasi vor Augen führen sollte, damit ER den Vorteil erkennen konnte....und....wir erwarteten keine Wunder und machten so eigentlich keinen Druck. Ich erzählte ihm das nun seit Saisonbeginn und nun habe ich die Schnauze voll.


    Meine Sünde: Ich mache Druck.


    Druck...in dem ich ihm sagte, dass er seine Spielanteile in Minuten erhöhen könne, wenn er erkennen ließe, dass er nun das lang erlernte endlich erkennbar umzusetzen versuche. Dabei sagte ich ihm auch, dass ich nicht erwarte, dass das in jedem Fall toll klappen würde, sondern ich müsse als Trainer sehen können, dass er es versuche, statt zu trainieren, im Spiel jedoch immer nur das zu tun, was er meint. Wie ihr wisst, bin ich schon ein Fan von eigenverantwortlichem Handeln auf dem Platz. Das erkennt man daran, dass wir kaum Spielvorgaben machen. Uns ist die Spieleröffnung...das Ballablaufen...das anfängliche Verteidigen im Raum...der Zweikampf...und ein gewisses grundtaktisches Verhalten beim Spielaufbau nach vorn und hinten wichtig....ich übertreibe bezüglich des letzteren Punktes....: niemand möchte den rechten Flügelflitzer ständig auf der Seite des Linken sehen, wenn beide links stehen würden! In diesem Sinne gehört für mich in der D -zweites Jahr- dazu, dass ein Flügelflitzer weiss, dass er für den Fall das ein Ball vom eigenen Team in der Mitte geführt wird....er das Feld breit macht. Erst wenn die Pille auf der anderen Seite ab Mitteliinie in eigenen Reihen geführt wird...darf und soll er einrücken....muß das für sich so fühlen, dass er dann nicht mehr Richtung Eckfahne weiterläuft....was ja auch nicht das Problem ist.


    Wir wechseln durch und es gibt halt Spieler, die Spielen durch und rotieren mehr als die, die sich in die Hose machen (die ich aber nicht quäle und nicht zwangsweise auf eine ungeliebte Position stelle) wenn sie mal in der Abwehr spielen sollen. Im Prinzip wechseln wir die vorderen Drei beim 3:2:3 aus. Wir haben 12 Spieler...9 spielen...Abwehr und Sechser spielen oft durch aus benanntem Grund. Wer sich meldet und Mut beweist...hat die Möglichkeit seine Spielzeit zu verlängern, zu lasten derer die ohne diesen Mut halt durchspielen können, ...was ja nur gerecht wäre in meinem Sinne.


    Aus diesem Handeln heraus ist es mir im Prinzip egal, ob dieser Spieler um den es hier geht am Anfang 15 Minuten spielt oder im zweiten Teil der ersten Halbzeit kommt. Für ihn ist das -glaube ich- ein Manko nicht im Startaufgebot zu stehen. Auch diese Denke habe ich Miesepeter ausgenutzt und ihn darauf hingewiesen, dass er diesen Zustand auch ändern könne, wenn ich erkennen könnte, dass er den einfachen -ohne Gegnerdruck- gespielten Pass nun endlich schulbuchmäßig vollziehen könne.


    Darüber habe ich auch mit seinem Vater gesprochen, denn ...ich war sogar so mies, dass ihn ihn neulich nach dem Gespräch....genau in dem Moment als er es wiederholt wieder getan hat und es wieder zum Konter führte....ausgewechselt habe. Ich sagte ihm, dass ich enttäuscht sei und er nun fünf Minuten Zeit habe, über seinen unnützen Fehler nachdenken solle, gleich könne er zeigen, dass er dran denken würde.


    Es gibt auch noch andere Beispiele wo er das erlernte nicht im Ansatz umsetzt und das, obwohl er nicht untalentiert ist. Torschuss: Ich zeige ihm wo -wie beim Passen- der Standfuß sein sollte....wie man für einen Torabschluß mit dem Spann mit dem anderen Bein durchschwingt, um die größtmögliche V-Max auf den Ball zu bekommen....mache es vor...Kopf über dem Ball...wir üben es als Übungsform in Gruppen....ohne Ende...Abschlußspiel...Punktspiel....er stürmt klasse vor den gegnerischen TW und schließt mit dem Standfuß in Vorhalt mit einem kraftlosen "Ticker" mit dem Fußspitzchen ab...ich werde wahnsinnig. :)


    Hieße ich Magath, gehörte der auf die Bank bis er ...naja.


    Also, Frage ist....bin ich zu hart?

  • Andre


    man stösst halt auch mal an seine Grenzen, alles denkbare versucht, nichts hlft, owohl man erkennt, dass die eigendlichen Vorraussetzungen gegeben sind.


    da kann mann dann verzeifeln, der Geduldsfaden auch mal reissen und man reagiert, wie man es normalerweise nicht tut.
    find ich eigendlich nicht so schlimm, man ist ja auch nur Mensch, kann aber auch positiv wirken, vielleicht rüttelt das den Betreffenden mal wach.


    Obwohl es garantiert nicht deine Art ist, und du ja aber ziemlich alles vesucht hast, würde ich in diesem konkreten Fall es wirklich mal als letzte Mittel mit Druck versuchen.
    Wie weit du da gehst, kannst du ja selbst am besten beurteilen.Es gibt schon Kinder, die das hin und wieder brauchen um einen Schritt vorwärts zu kommen.


    Wenn nichts hilft, kann man auch mal unkonvetionell und gegen die eigene Denke vorgehen. besser wie nichts mehr versuchen.


    gg


    gg

  • Ich verlange nichts, was er nicht in der Lage ist umzusetzen und nichts, was dem Altersausbildungsziel nicht konform wäre. Konkret

    Er passt mit der Picke und zwar immer. Dabei passt er meistens so ungenau, dass es das Wort grundsätzlich verwendet werden kann. ...Er nimmt den Ball an, ....legt ihn meist zu weit vom Fuß ab...und schon dann ist Pille meist weg....wenn nicht...dribbelt er meist sofort in den Gegner...und der Ball ist wieder weg....und wenn nicht....spielt er den Pass OHNE DRUCK.....also den einfachsten Ball der Welt für einen D 1 Spieler....mit der Picke...wobei er nicht zu denen gehört, die das nicht schulbuchmäßig auch noch relativ Zielgenau hinbekommen.

    Wir übten -nur für ihn...ohne das er das wußte....die Ballnahme...was sich ein wenig verbesserte, so das der Ball nun seltener vom Fuß abspringt.

    Ich zeige ihm wo -wie beim Passen- der Standfuß sein sollte....wie man für einen Torabschluß mit dem Spann mit dem anderen Bein durchschwingt, um die größtmögliche V-Max auf den Ball zu bekommen....mache es vor...Kopf über dem Ball...wir üben es als Übungsform in Gruppen....ohne Ende...Abschlußspiel...Punktspiel....er stürmt klasse vor den gegnerischen TW und schließt mit dem Standfuß in Vorhalt mit einem kraftlosen "Ticker" mit dem Fußspitzchen ab...ich werde wahnsinnig. :)

    Vielleicht mal einen Schritt zurück...
    Ihr teilt die D1 doch nach Leistungsfähigkeit ein, oder? Wie konnte er mit diesen technischen Schwächen in die D1 kommen?
    Nach Deiner Beschreibung muss man sich ja doch die Frage stellen, ob er überhaupt in der Lage ist, diese Anforderungen in einer komplexen Spielsituation umzusetzen. Wenn jemand etwas grundsätzlich nicht kann, bringt Druck ihn auch nicht weiter.

  • Tja, diese Frage habe ich mir auch schon gestellt. Im ersten Jahr meiner neuen Aufgabe beim neuen Verein übernahm ich eine Mannschaft die gut war, aber nicht mit den besten mithalten konnte. Der Vortrainer suchte nach Alter aus und übersah damals meiner Ansicht nach die eigentlich besseren Jungsspieler, die das Jahr in der D 2 groß wurden. Das tat denen im Prinzip gut, die D 1 war dadurch geschwächt...die Antrittsschnelligkeit war das unlösbare Problem...sie wurden trotz intensivem Training nicht einen deut besser und der Anteil der antrittsschwachen Spieler war deutlich zu hoch, jedenfalls für die Wettkampfsituation der D Rückrunde. Wir qualifizierten uns damals für die Rückrunde der Besten 11 und landeten dort -wie von mir erwartet- weit hinten...Platz 9 oder 10 war es.


    Hieraus gelernt, habe ich die schnellsten Spieler im Folgejahr in die D 1 geholt...soweit sie Ballgefühl mitbrachten. Der "Rest" war Trainersache und damit meine Aufgabe. Das das klappt, zeigt mir meine jetzige Truppe die zu den besten im Kreis gehören dürfte. Ich tippe auf Platz 1 bis 5 in der Spitzengruppe, was ein deutlicher Unterschied zum Vorjahr wäre und meine Möglichkeit auf Einschätzung bestätigen würde und vorrausichtlich wird.


    Auch dieser Spieler hat ein sportliches Potenzial. Ich glaube...das wenn er diese Defizite umsetzen würde...also die einfachsten Dinge....die ihm der Vorgängertrainer im anderen Verein (er wechselte den Verein zu uns)....mit absoluter Sicherheit nicht beigebracht hat....also setzt er das um, kann er einer der besten werden, weil er ist ein Jäger...eine Wildsau....einer der Will und das Potenzial hat. Würden wir nach Leistung im Jahr rotieren lassen, müsste er schon seit Wochen in die D 2. Das täte ihm im Prinzip gut, soweit der Trainer das gleiche dort verfolgen würde. Diese Philosophie verfolgt der Verein so nicht...was ich nicht schlimm finde und mittrage...also im laufenden Jahr wechselt niemand.


    Ich werde entsprechend weiter daran arbeiten. Ich überlege halt, ob ich den Druck halte, ...erhöhe...oder ganz von ihm nehme...was dem entsprechend würde, was seit 7 Monaten nichts brachte.

  • Andre, wie lange trainiert der Junge schon bei dir? Ich frage, weil ich auch ein paar Spieler im Team habe, die teilweise auch so gar nicht spielen, wie ich es mir vorstelle. Das sind aber auch alles Spieler, die ich in dieser Saison erstmals trainiere, bei denen also zuvor andere Schwerpunkte gesetzt wurden, im Training, vor allem aber im Spiel. Sie spielten auch in anders zusammengesetzten Mannschaften, damals gehörten sie zu den besten Spielern, vielleicht hat das auch dazu beigetragen, dass sie sich Dinge angewöhnt haben, die sie und den Rest des (insgesamt besseren) Teams jetzt behindern. Dabei sind es bei den Spielern, an die ich denke, weniger technische Defizite als solche, die mit dem Zusammenspiel im Team zu tun haben. So sind sie, um es mal positiv auszudrücken, sehr offensiv ausgerichtet. Das hindert sie aber nicht daran, in ähnlicher Manier, wie von dir beschrieben, den ballführenden eigenen Spieler zu zu laufen, ihm den Raum zu nehmen. Außerdem geht es natürlich immer auf direktem Weg zum Tor und es wird grundsätzlich das 1:1 bis 1:4 gesucht... Bei den Spielern, die dieses Verhalten zeigen, obwohl wir Trainer uns ziemlich sicher sind, dass sie es anders können, sowohl von der Technik als auch vom Kopf her, sind wir mittlerweile ab und an auch mal ziemlich deutlich. Ich denke, es gibt auch Kinder, denen man es auch mal deutlich sagen muss, damit sie es begreifen und ernst nehmen. Nicht böse und natürlich auch immer konstruktiv, d.h. man sagt dem Spieler natürlich nicht nur, dass er eine ganz schöne Sch**ß* zusammen spielt, sondern was er falsch macht und was er stattdessen machen sollte. Das fordern wir dann teilweise, nachdem wir es vor dem Spiel, während der Spieler ausgewechselt ist, oder in der Halbzeitpause deutlich und, wie wir meinen, auch verständlich erklärt haben, auch in den Spielen ein. Meist reicht dafür dann ja ein bestimmtes, an den betroffenen Spieler gerichtetes Wort, oder eine Geste. Aber auch mit diesen Mitteln braucht man Geduld, bis sich Verhaltensmuster, die sich über Jahre eingeschleift haben, ändern... Erschwerend kommt bei diesen Spielern bei uns übrigens noch dazu, dass sie eher bequem sind. Was sie übrigens scheinbar mehr zu motivieren scheint, als mir gefällt, ist die drohende Neuzusammenstellung des Kaders am Ende der Saison, und ihre Befürchtung, dabei dann die Mannschaft wechseln zu müssen. Naja, mal sehen, wie es sich mit ihnen weiter entwickelt.


    Dann habe ich noch einen Spieler, die geistig einfach noch nicht so weit ist, wie die anderen. Er ist einfach noch sehr kindlich und insgesamt auch weniger rational gesteuert. Er geht ab wie Schmidts Katze, spielt aber manchmal fast noch wie ein F-Jugendlicher. Bei ihm sagen wir uns, es wird halt hoffentlich mal kommen, solange müssen wir halt warten..

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Für mich in der "Leistungs"-F gibt es nicht DEN Schulbuchpass sondern einzig verschiedene Arten wie der Ball im Rahmen eines Spiels - also immer in Kontext eines ganzen Bewegungsablaufs - gespielt werden kann. Dabei trainieren wir vor allem Aussenrist, Spann und Hacke - denn Innenrist können die eh schon. Wie sie es dann im Spiel machen ist mir egal, solange die Pässe auch ankommen. Nur "Spitze" ist vor allem aus Gründen der Verletzungsgefahr verpönt.


    Wenn ich hier so mitlese scheint es mir dass hier einige noch einem alten Lehrbuch folgen und nicht den neuesten Trends hin zum ganzheitlichen Passspiel welches mit Spielbeobachtung und Selbstpositionierung, Kommunikation (Fordern des Passes), etc. beginnt und mit dem Lauf in den nächsten Raum nach der Passabgabe endet.
    Mein Erfahrung ist die, dass Spieler, die sich zwar im Nanobereich der Sekunde, wo der Fuss den Ball berührt, perfekt nach Lehrbuch verhalten noch überhaupt keinen Schritt weiter sind. Im Gegenteil. Sobald das Spiel schnell und der Boden uneben wird, der Ball springt und der Gegner grätscht, ist dann eben genau die Innrenrist-Ballberührung nach Lehrbuch nicht nur falsch, sondern geradzu auch gefährlich.
    Spieler die nur nach dem Lehrbuch können werden Mühe haben im modernen Fussball weiterzukommen. Von Strassenfussball und Futsal wollen wir mal gar nicht reden.


    Für mich sind Passübungen immer komplexe, spielnahe Angelegenheiten wo die Ballberührung nur ein Puzzleteil nebst vielen anderen ist. Und ich denke, DAS sollte man den Kids mal versuchen aufzuzeigen, weil dann sähen wir weniger Bilder wo Kids doofes Ballgeschiebe pflegen, sondern an den Elementen des richtigen Spiels wachsen dürfen.

  • Schon recht, Fußballbaron, keine Widerworte. Aber die Erkenntnis, dass vor allem spielnahe Übungen und insbesondere Spielformen stumpfsinnigen Technikübungen überlegen sind, ist nicht nur beim DFB, sondern auch bereits vor einer Weile hier im Forum angekommen. Was natürlich die Wahrheit deiner Aussage nicht schmälert, sondern sich nur gegen den Unterton richtet, steinzeitliche Methoden würden allenthalben noch genutzt. Aber vielleicht war die Vermittlung dieses Untertons ja gar nicht deine Absicht.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • @FB, du sollttest nicht vergessen, wer hier wen trainiert. Übernähme ich dein Team ab morgen, würde ich es wahrscheinlich als viel einfacher ansehen...empfinden...weil ich schwierigeres Arbeiten gewöhnt bin. Wer ausgesuchte Talente beliefert...hat es meiner Meinung nach im täglichen Ablauf viel einfacher, als einer der -auch mit Trainerwissen- in deiner F/E/oder D 5....oder wie in diesem Fall einer D 1 oder D2 auf dem Lande!


    @all


    Dennoch,...genau das was Fußballbaron ansagt, war ja aufhänger des Threads, siehe Eingangspost 1. Hier gehts aber NUN um einen Spieler, der ebend nicht in der Lage ist, den ohne Gegnerdruck zu spielenden Pass unter "Mißachtung" des ihm bekannten und geübten Schulbuchpasses UNGENAU zu spielen. Er spielt entsprechend den Pass UNGENAU und nicht einigermaßen genau. Dazu paßt er mit der Fußspitze und genauso schießt er auch....der schießt in dem er mit der Fußspitze noch mal ebend an den Ball tickt und meint, das wäre ein Schuss, was nichtmal ein Schüsschen war.


    Der ist körperlich in der Lage dazu das anders machen zu können, der ist geistig auch dazu in der Lage....es muß einen Grund haben, warum er es so mies macht, statt anders. Dieser Grund könnte Angst sein...was ich nicht glaube....ich denke das geht in Rtg. versteckte/verdeckte Ignoranz. Da gibts Schüler....denen ist das Stören so wichtig...das Auffallen durch Nichtmachen von Hausaufgaben, das nicht lernen des Notwendigen....dass sie einen Schulwechsel in Kauf nahmen. Schüler die auf der Grundschule mit einer 1 Komma und gymnasialer Empfehlung dort -trotz nach aussen hin gutem Elternhaus....dort mit Ansage und Volldampf in das bereitstehende Messer liefen. Versteht das ein Mensch...ich nicht. So ähnlich stelle ich mir das hier vor. Sollte ich auch nur annähernd recht haben...frage ich mich, was das Rezept ist???


    In die D 2 geben...nö...geht nicht, mache ich nicht.
    Damit leben...schon eher...kriege ich aber auch nicht hin und sehe ich auch so nicht als meine Aufgabe
    Es abändern aber wie...auf jeden Fall.


    In der Frage des Wie .... tobn....weiter im Trainingsbetrieb entsprechende Situationen schaffen über Trainiings.-und Übungsformen....auf jeden Fall. Auch das angebrachte dosierte Lob sollte nicht vergessen werden.


    Rein menschlich brennts mir unter den Nägeln....den Druck wieder nehmen...erhalten...erhöhen. Erhöhen könnte ich, indem ich ihn spielen lasse und direkt runter nehme oder mal nicht spielen lasse, soweit ein heftiger Gegner da ist...das kriege ich wohl nicht wirklich über das Herz....er soll also spielen.


    Was ich mir auch vorstellen könnte ist, dass ich ihn in den Sturm verbanne...das wäre die einzige Position wo sein Manko nicht ganz so ausschlaggebend wäre und dann hätte ich nur noch eine Baustelle....den Torschuss. Darüber denke ich nochmal nach.

  • Andre


    Ich entnehme deinen Beschreibungen, dass der besagte Junge nicht nur Probleme beim Passspiel hat, sondern insgesamt etwas hinter den anderen Spielern herhinkt. Falls es unter Beachtung der gesamten Situation sinnvoll ist, ihn in die D 2 wechseln zu lassen, wo er auf etwas niedrigerem Niveau mithalten kann und übers Spiel mehr positives Feedback bekommt, wäre das eine Möglichkeit.


    Wenngleich jedes Kind etwas anders lernt, haben wir Trainer meist nicht die Zeit, um individuell näher darauf einzugehen. Das ist aber auch nicht immer erforderlich, denn Kinder lernen auch sehr gut von Kindern. Das bedeutet im Umkehrschluß, sie lernen etwas schlechter von Erwachsenen (und fast gar nichts beim Zuschauen bei Schalke :thumbup: )!


    Weil aber Kinder sehr gut von Kindern lernen würde ich mir eine andere Gewichtung einer Trainingseinheit wünschen! Fast alles läßt sich auch mit Ball am Fuss machen! Warum nicht mal eine Trainingseinheit ohne Herumgelaufe?


    Hier mal eine einfache Aufwärmübung mit Ball:


    1. Vier Hütchen im Quadrat von 10 x 10 m aufstellen.
    2. Zwei in etwa gleichgroße Teams bilden, die sich an einer Seite hinter einem Hütchen positionieren
    3. Aufgabe:
    a. beide Teams starten zeitgleich im langsamen Lauftempo
    b. Ball eng am Fuss halten,
    c. Abstand untereinander ca. 2 m halten
    d. nach dem Erreichen der hinteren Hütchen, diagonal zum gegenüber liegenden Hütchen dribbeln
    e. beide Gruppen begegnen sich in der Mitte und sollen sich im "Reißverschlußverfahren" gegenseitig passieren lassen


    Korrekturhinweise:
    1. darauf achten, den Ball eng am Fuss zu halten, sonst Trainingsgruppe kurz stoppen, durch ein talentiertes Kind die Technik zeigen lassen
    2. Abstand konstant halten, denn wird der Abstand zu groß oder zu klein, so gelingt das Passieren in der Quadratmitte nicht
    3. Ball und Mitspieler im Blick halten, denn wer nur auf den Ball schaut, wird bei dem Passieren in der Quadratmitte sind Tempo verändern müssen


    Bei dieser Übung gleich mehrere Technik- und Taktikelemente trainiert:
    1. Technik des Dribbelns mit Ball am Fuss
    2. Geschwindigkeitstiming (wichtig für Laufweg beim Pass-Spiel)
    3. Raumübersicht (wer nur auf den Ball schaut, sieht weder den herannahenden Gegner noch den freien Mitspieler)


    Wenn die Übung zu einfach ist, kann man sie natürlich durch Tempozunahme oder des Kreuzen mit 4 statt 2 gleichgroßen Gruppen erschweren.


    Davon würde ich aber bei den ersten Einheiten abraten. Auch würde ich die "Filligrantechniker" nicht an die Spitze, sondern in die goldene Mitte oder ans Ende der Gruppe laufen lassen, damit sie in der Taktgeschwindigkeit von den anderen geführt werden und darüber hinzulernen.


    Wir Trainer glauben immer, wir müßten alles Erklären und Präsentieren! Viel effektiver ist ein interaktives Training, in der alle Mitglieder der Trainingsgruppe aktiv eingebunden sind. Das kann in unterschiedlichen Phasen geschehen:
    1. Aufgabe kurz beschreiben (z.B. stellt euch kurz folgende Situation vor)
    2. Frage in die Gruppe stellen (z.B. was würdet ich dann machen)
    3. Frage an einen Spieler (würdest du das auch so machen)
    4. Übung: die Spieler einzeln oder in der Gruppe probieren lassen und dabei beobachten
    5. praktische Varianten vor der gesamten Gruppe zeigen lassen und durch Fragen weitere Anregungen, warum des Eine besser als das Andere ist
    6. bestmögliche Lösung üben lassen und mit sehr viel lobende Motivation begleiten


    Es kommt gerade im Breitensport doch gar nicht darauf an, welche Trainingsinhalte man während der Saison durchgenommen hat, sondern welche Fortschritte die Kinder in dieser Zeit erzielen konnten. Wenn ihr euch fragt, warum das im Training funktioniert, aber im Spiel nicht, dann liegt es meist daran, dass man zwar die Technik schon beherrscht, aber nicht versteht, in welcher Situation sie weshalb erfolgreich eingesetzt werden kann. Dieses Verstehen gelingt aber nicht, in dem ihr es mit den selben Worten und Präsentationen nochmal und nochmal erklärt, sondern eure Trainingsgruppe gleichzeitig als "Fussball-Lehrer und Fussball-Schüler" einsetzt! Dieses spielerische Erlernen von Fussball mag vielleicht in der Umstellungsphase etwas befremdlich wirken, aber man gewöhnt sich daran, wenn man sich von der Methode überzeugt hat. Denn wer seine Jungs mal über sich hinaus wachsen lassen will, der muß ihnen zunächst einmal sehr viel Vertrauen schenken!


    Man erkennt den guten Trainer daran, dass ihn die Gruppe gar nicht bemerkt und trotzdem sehr intensiv Fussball spielt!