Trifftige Gründe um Aufzuhören

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  • Das zur Zeit aktuelle Thema vom Trainer, der hingeschmissen hat und die Diskussion darum hat mich zum Nachdenken gebracht. Richtig so oder Weichei ? Konsequent oder hätte er drüber stehen müssen ? Ist ein Einzelfall aber führt mich zu einer grundsätzlichen Frage bzw. eigentlich zu zwei Fragen: Warum tut man sich das an und wann ist Schluß mit Lustig ? Ich stöbere hin und wieder gerne in alten Themen. Liest man mal im Besonderen im Bereich "Konflikte" ist es doch schon erstaunlich, was so ein Ehrenamt ( das man doch im Dienste anderer ausübt ) für Streß mit sich bringen kann. Und was man dabei alles auf sich nimmt. Tja, wofür eigentlich ? Und wann ist es eben zuviel ?


    Wir diskutieren hier hauptsächlich: Was müssen Trainer tun,


    ...damit die Kinder / Jugendlichen Spaß haben ?


    ...dass möglichst wenig aufhören ?


    ...dass alle Eltern / der Verein zufrieden sind/ist ?


    ...damit jedes Training abwechslungsreich ist und die Jungs/Mädels fußballerisch weiter bringt ?


    Die Aufzählung wäre wohl endlos und ihr wisst ja alle, welche vielfältige Anforderungen dieser "Job" mit sich bringt. Ich für meinen Teil mache das, weil ich mir seit der Kindheit diesen hartnäckigen Virus Fußball eingefangen habe und ich Spaß und Interesse daran habe, Kindern und Jugendlichen diesen Sport nahe zu bringen und sie fußballerisch auszubilden. Herrenbereich habe ich immer dankend abgewunken, da sind mir zu viele Mimosen unterwegs :rolleyes: Wann aber ist es des Guten zu viel ? Wenn ich mir im Forumsarchiv so betrachte, was an Problemen so entstehen kann und was letztlich zum Hinschmeissen führt... Die Gründe sind vielfältig. Ich persönlich habe damals hingeschmissen, weil gegen meinen Willen Jungs meiner A-Jugend in den Herrenbereich gezogen wurden und dort letztlich verheizt wurden. Gegen meinen Willen deshalb, weil ich ihre Entwicklung noch nicht als abgeschlossen gesehen habe und sie noch nicht so weit waren, ganz in den Herrenbereich zu wechseln. Als Kinder-/Jugendtrainer hätte ich fast hingeschmissen, weil ich den Verein dazu bewegen wollte, sich mehr in der Förderung und Ausbildung der Trainer zu engagieren. Da bin ich voll gegen die Wand gelaufen und hab richtig Federn gelassen. Als dann Angebote von Vereinen kamen, die großen Wert auf die Aus- und Fortbildung ihrer Jugendtrainer legen war ich kurz davor hinzuschmeissen. Davon abgehalten hat mich zum einen meine innere Einstellung. Ich bin so gepolt, dass mir Vereinstreue noch etwas bedeutet. Zum anderen hat mich ein User dieses Forums zum Umdenken gebracht. Zudem fahre ich jetzt zweigleisig. Aber anderes Thema.


    Ich kenne jemanden der hingeschmissen hat, weil er auf Druck des Vereins Spieler in seinem Team nur deswegen spielen lassen sollte, weil deren Väter "wichtige" Sponsoren waren ( B-Jugend). Ein anderer hat hingeschmissen, weil er keine Lust mehr auf das ständige Gemoser einiger Eltern hatte ( E-Jugend). Ein anderer wiederum hat mir erzählt aufhören zu wollen, weil er an seiner Eignung zweifelt auch ab D-Jugend aufwärts trainieren zu können. Die sind alle nicht in meinem Verein. Das aber nur am Rande.


    Mich würde daher interessieren, was Euch zum Aufhören bewegt hat bzw. wo es kurz davor war. Wann ist also Schluß mit Lustig ?


    In dem Zusammenhang habe ich noch ein Schmankerl aus der Schatzkammer des Archivs. Da geht es um das ständige Verlieren einer Mannschaft. Und für den Trainer war das ein Grund aufzuhören ! Den einen oder anderen erkennt man in der Diskussion auch kaum wieder ;)


    Alle haben irgendwie keine Bock mehr!

  • Gerne hätte ich es allen Recht gemacht, leider als Trainer fast unmöglich.
    Vereinsstruktur fest verankert, ein harter Kern, nicht an Neuerungen interressiert.
    Auch JL will nicht auf ein Gespräch eingehen, blockt ab.
    Ärger mit Trainerkollegen nach Offenlegung meiner Einstellung zum hier gepredigten Kinder- und Jugendfussball.
    Durch die Bank, von G-D-Jugend, keinerlei Techniktraining, evtl. noch stoppen und passen, bei Bambinis Trainer mit dem gewohntem Ruf "gib ab".
    Kein Jugendkonzept, nicht mal im Ansatz, eine Vorgabe der Trainingsinhalte könnte ja einige Trainer vergraulen.
    Die Einstellung vieler Trainer hier im Forum wird bei uns im Kreis leider wenig bis nicht vertreten, das einzige positive sind die ruhigeren Trainer, inzwischen viele, wenn auch nicht alle.
    Trainer schalten und walten, ein Jahr Einteilung nach Jahrgang, der nächste Trainer teilt nach Leistung ein, usw.
    Meine Selbstzweifel wuchsen, der Verein ist erfolgreich, das wars.


  • Das kommt mir sehr bekannt vor :!: Und ich kann verstehen. dass Du hingeschmissen hast. Ich war selbst kurz davor. Aber bezeichnend ist der letzte Satz bzw. die Selbstzweifel. Kenne ich auch. Ich behaupte, wenn sich auch Eltern und Vereinsfunktionäre so viele Gedanken machen würden wie wir als Trainer würden viele Probleme gar nicht erst entstehen. Hört sich hart an? Ist aber die Realität, auch wenn es viele nicht hören wollen.


    Wir gehen hier im Forum teilweise mit uns selber sehr hart ins Gericht. Ist ja auch okay. Der Wille zur Selbstreflektion und sich verbessern zu wollen. Mittlerweile kommt mir das aber als Einbahnstraße vor. Hier lesen sicherlich viele Eltern und Funktionäre mit. Ich hoffe die machen sich genauso viele Gedanken wie wir :!:


    Nur mal so als Anregung.

  • Ich habe einmal nach einem Jahr D aufgehört, ....weil meine beiden Söhne es verdient hatten, mal von mir Pause zu bekommen....es war ihre Zeit, irgendwo nicht meine.


    Ich bin ansonsten sehr leidensfähig, schließlich schlage ich mich derzeit schon seit mehr als einer halben Saison mit einem narzisstisch angehauchten Trainerkollegen herum. Ich denke, dass diese Leidensfähigkeit sich bald entladen könnte, mal sehen auf welche Art. Ich bin nämlich in der comfortablen Lage solche Dinge in diesem Fall recht distanziert und sachlich abzuarbeiten...glaube ich jedenfalls.


    Mein Problem dabei ist, dass es eine Zerreißprobe ist. Wäre mein Sohn nicht in der betroffenen Mannschaft, hätte ich den Verein längst gebeten, sich hier zu entscheiden. Zu entscheiden, weil meine Philosophie für mich sicherlich eine Kompromissbereitschaft zuläßt -die habe ich mehrfach unter Beweis gestellt-, aber es gibt halt Grenzen und die sind eigentlich überschritten.


    Wäre ich nicht mehr anwesend, bedeutete das für die Spieler:


    -Bankdrücken
    -ungleiche Spielzeiten
    -überdeutliche Mannschaftsansprachen
    -in Teilen nicht altersgerechte Trainings
    -überhaupt kein Hallenspiel
    -Erwachsenenfußball pur 8)

  • schließlich schlage ich mich derzeit schon seit mehr als einer halben Saison mit einem narzisstisch angehauchten Trainerkollegen herum


    Hallo Andre,


    wie klappt das eigendlich, 2 unterschiedliche Trainertypen mit offensichtlich unterschiedlicher Phylosphie bei einer Mannschaft.
    und in der D_jugend registrieren die Jungs das mit Sicherheit.


    da ist es doch eigendlich absehbar, dass es irgendwann zum Konflikt kommt.auch die Mannschaft muss doch eigendlich darunter letztendlich leiden.



    da du der Co bist, musst du doch mit deine Denkweise doch einiges runterschlucken, für mich zuviel, das kann dich doch nicht befriedigen?


    muss eingestehen, dass ich das nicht könnte.


    Aus meiner Sicht sollen sich Trainer und Co schon ergänzen, aber die Grundphylosophie sollte bei beiden identisch sein.
    darauf hab ich stets Wert gelegt.


    interessiert mich jetzt stark, wie du damit umgehst.


    gg

  • Das ist einfach erzählt und Du hast es bereits beantwortet und ich erzählt.


    Ich schlucke es runter! Versuche hierbei fair zu sein und keine Zwietracht zu sähen. Ich warte ab. Ich könnte vieles erzählen, möchte ich aber nicht. Es fällte sehr schwer, ...aber auch damit umzugehen...ist eine Schule, glaubs mir. Gruß

  • Andre


    ich kann mir lebhaft vorstellen, was du alles runterschlucken musst. deshalb interessieren mich auch keine Einzelheiten.


    ich versteh nicht warum du dir das antust, das kann doch keine befriedigende Tätigkeit sein, das muss doch Frust erzeugen.


    als Vater frag ich mich auch, wie geht dein Sohn damit um? er kennt deine Vorstellungen als 2. Trainer,, andererseits hat er einen 1. Trainer mit anderen Vorstellungen.


    gg.
    er steht doch dazwischen.

  • Ich habe ihm erklärt, dass ich nicht der Chef bin, halt unterstütze....und bis zu einem gewissen Punkt das akzeptieren muß, was der Chef macht, egal welche Meinung ich dazu habe. Was das im einzelnen bedeutet, ...weiss er nicht, das diskutiere ich mit ihm nicht. Lass uns das Thema wechseln....ich erzähle es irgendwann....es gibt Licht am Ende des Tunnels....deshalb warte ich es ab...es wird sich lohnen. 8)

  • muss eingestehen, dass ich das nicht könnte.

    Dito. Da kommt ja noch was anderes hinzu. Ich würde es nicht wollen, dass der neutrale Beobachter meint, ich wäre genauso bzw. würde das gut finden. Für eine bestimmte Zeit kann man sich sicher zurück halten, aber auf Dauer ?? Tja, so verläuft eben bei jedem die Schmerzgrenze unterschiedlich.

  • Wenn es ein Problem im Traineramt gibt, so seit auch ihr immer ein Teil des Problems, dessen ihr euch vergegenwärtigen solltet. Denn es ist zunächst einmal eure subjektive Wahrnehmung! Es liegt an euch, geeignete Maßnahmen für einen beidseitig zufriedenstellenden Kompromiß zu finden. Das Problem in sich hinein zu fressen, in der Hoffnung, es würde sich irgendwann schon zum besseren wenden, führt in den meisten Fällen lediglich dazu, das der Spaßfaktor durch Frust ersetzt wird.
    Denn genau, wie alle anderen Ehrenamtlichen (Spieler, Eltern, Trainerkollegen und Funktionäre des Vereins) sollte auch bei euch nach Abwägung aller Faktoren ein Plus an Lebensqualität herauskommen. Ist kein Kompromiß gewollt und läßt sich eure Sicht auf das Problem nicht ändern, wird es Zeit einen Schlußstrich zu ziehen, bevor das private Umfeld (Familie, Firma) auch noch in Mitleidenschaft gezogen wird. Mitleid (z.B. Kinder würden sonst nicht trainiert werden) ist für die Entscheidung immer ein falscher Berater, denn mit euch hat auch niemand Mitleid gehabt!

  • - Ich werde raus geschmissen
    - Ueberdruss von Väternwirtschaft innerhalb des Vereins
    - Wenn Fortschritt nicht willkommen ist (in der Regel auf Inkompetenz zurück zu führen)
    - Stellenwechsel
    - Interessantere Hobbys gefunden
    - Müdigkeit (Keine Lust)
    - Egoistische Mittrainer die nur Ihre eigene Suppe kochen
    - Schlechte Führung von Juniorenchefs
    - Andere Aufgaben innerhalb des Vereins (Zeitprobleme)


    im Groben sind es solche Sachen, die mich auch schon zum aufhören gebracht haben.
    Bis anhin bin ich aber NOCH NIE wegen Spielern oder Eltern weck gegangen... das ist das Ironische am Ganzen.


    Heute trainiere ich in einem gut geführten Verein mit einem Top - Juniorenobmann. Dieser Juniorenobmann ist erst 25 Jahre Alt... aber mit Abstand der Beste denn ich je hatte. Da kommt Wertschätzung wirklich zurück und es motiviert. Wertschätzung kann Gold Wert sein... ich würde als Juniorenobmann vermutlich auch die Zeit und den Einsatz der Trainer hoch anrechnen... musste aber 14 Jahre als Trainer tätig sein um dies zu verstehen.


    Viele Grüsse
    TRPietro

  • Also ich habe zu Beginn des Jahres aufgehört. Bis dahin war ich Trainer einer D-Jugend. Dies war die einzigste Nachwuchsmannschaft des Vereines. Es gibt noch eine Spielgemeinschaft in der E-Jugend, aber damit hat der Verein nichts am Hut! Da dort "nur" 2 Spieler des Vereines spielen. Das Problem begann schon vor der Saison, so bin ich mit nur 12 D-Junioren in die Saison gegangen + 3 E-Junioren aushilfs weise (so wars gedacht!) Zum Training waren im Schnitt 5 SpielerInnen. So ging das erste Testspiel mit 17:0 verloren, die ersten Pflichtspiele (Punkt und Pokal) mit 14:1 und 17:2 auch mehr als deutlich an die Gegner. Wir haben alle Spiele verloren, auch wenn manchmal knapp (z.B. 5:2 haben 2mal geführt).


    Der Verein kümmerte sich null um den Nachwuchs. Es kam nie bzw. selten eine Antwort auf meine E-Mails in denen ich die Probleme beschrieben habe. Als ich dann mitgeteilt habe das es so nicht mit wir weiter geht, kam die Antwort: "Sei Froh das du so viele Freiheiten hast, in anderen Vereinen würde ich diese nicht erhalten!" Es war zu keinem Spiel ein Verantwortlicher des Vereines.


    Es gab überhaupt keine Unterstützung seitens des Vorstandes. Es gab kein Zusammenhalt in der Mannschaft, wie auch wenn keiner zum Training kommt?

    Einmal editiert, zuletzt von mirco ()