Inwieweit Eingriff auf das Spiel nehmen

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  • Hallo zusammen,


    ich habe seit dieser Saison eine F-Junioren übernommen. Alle Spieler kommen aus der G-Junioren und spielen seit ca. einen 3/4 Jahr Fussball. Trainingskonzeopte sind soweit klar (dank Internet). Mein Frage zielt auf die Punktpspiele. Wir sind die Jüngsten im Ligabetrieb und verlieren logischereise Woche für Woche hoch. Das ist aber nicht so schlimm, war zu erwarten. Der Grund ist dafür ist auch nachvollziehbar, Raumaufteilung, Deckunsverhalten etc. kennen Sie nicht (müssen Sie auch nicht), wodurch die Jungs Ihre Gegenspieler nicht oder unzureichend decken, was zu Folge hat, das 2-3 Spieler immer alleine vor unserem Torwart stehen und so die Tore fallen.
    Meine Frage ist nun: Muss/Soll ich Eingriff auf das Spiel nehmen, meinen Jungs durch "Reinrufen" sagen was Sie zu machen haben. Sollte man eingreifen wenn 4 Spieler auf den ballführenden Gegner stürmen?


    Inwieweit sollte man überhaupt die Jungs dazu "erziehen" sich immer einen Gegenspieler zusuchen? Im Vordergrund sollte doch immer der Spaß stehen, aber wenn man jede Woche zweistellig verliert, und dann in die Augen der Jungs sieht... Und ein Tor haben wir auch noch nicht erzeilt... bedeutet also erfolgserlebniss sind rar.


    Severus
    Übungsleiter F-Junioren

  • Meine Frage ist nun: Muss/Soll ich Eingriff auf das Spiel nehmen, meinen Jungs durch "Reinrufen" sagen was Sie zu machen haben. Sollte man eingreifen wenn 4 Spieler auf den ballführenden Gegner stürmen?


    Ich würde eindeutig sagen: nein. Auf keinen Fall in dieser Situation selbst. Danach vielleicht, wenn etwas Ruhe eingekehrt ist. Oder in der Halbzeitpause. Oder im nächsten Training. Dann könntest du versuchen, ihnen zu vermitteln, dass der dem Ballführenden jeweils nächste Spieler diesen attackieren soll, während die anderen zurück laufen, um eingreifen zu können, falls ihr Mannschaftskamerad überwunden wird.


    Inwieweit sollte man überhaupt die Jungs dazu "erziehen" sich immer einen Gegenspieler zusuchen?


    Davon, dass sich jeder einen Gegenspieler sucht, halte ich persönlich wenig, das klingt ja sehr nach Manndeckung der alten Schule. Ich würde da befürchten, dass die Kids viel zu viel Zeit damit verlieren, sich einen Gegenspieler zu suchen, dann zwei zu dem selben rennen und sich nicht einig sind, wer ihn denn nun kriegt, währenddessen ist das Gegentor schon längst gefallen. Ich würde nicht versuchen, ihnen das ballorientierte Spiel, das sie ja, wie du schreibst, deutlich zeigen, abzuerziehen. Du könntest vielleicht versuchen, gemäß Horst Weins Ansatz ihre Spielintelligenz in Bezug auf kooperatives Angreifen und Verteidigen zu fördern. Erwarte davon allerdings nicht zu viel, selbst meine E-Junioren (überwiegend älterer Jahrgang) zeigen da noch deutliche Schwächen..


    Im Vordergrund sollte doch immer der Spaß stehen, aber wenn man jede Woche zweistellig verliert, und dann in die Augen der Jungs sieht... Und ein Tor haben wir auch noch nicht erzeilt... bedeutet also erfolgserlebniss sind rar.


    Das verstehe ich schon, aber das hat auch etwas damit zu tun, wie du Erfolg definierst. Dieser muss nicht gleichbedeutend mit Siegen in Punktspielen (das Wort ist mir im Kinderfußball ohnehin ein Graus, mach dich von der Tabelle frei!) sein.


    Vergiss auch nicht die Förderung der Individualtechnik deiner Spieler, das ist in diesem Alter das wichtigste, wird aber leider wegen des Drucks, in den 'Punktspielen' gewinnen zu müssen, oftmals zu Gunsten von Passspiel vernachlässigt. Später sieht man dann Mannschaften, die wunderschöne Passkombinationen spielen können, aber nichts auf die Reihe bekommen, wenn sie mal ordentlich unter Druck gesetzt werden, da offenbaren sich dann die Schwächen am Ball..

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Mir gehts nicht ums gewinnen, sondern um Erfolgserlebnisse, z.B. Anzahl der Torschüsse, ein Halbzeit weniger als 5 Gegentore etc. Deine Hinweise sind gut, ich werden mir mal diesbezüglich Gedanken machen.
    Als Schlussfolgerung macht es aber Sinn, mit den Jungs zur trainieren das Sie lernen nicht alle auf den Ballführenden zu stürmen, sondern lernen eine Situaution richtigeinzuschätzen. Nämlich laufe ich mit hin oder nicht.


    Ballorientiert bedeutet dann zwangsläufig aber auch, das wir als Mannschaft damit rechten müssen, das unser Torwart oftmals alleine gegen mehrere Gegenspieler ist. Was für ihn natürlich frustieren sein kann.


    Aber der Gedanke den Jungs mehr Freiraum zu lassen, hat natürlich auch was für sich. Auf Grund des Spiels am vergangen Wochenende ist mir die oben gestellte Frage gekommen. Denn folgendes ist passiert:


    Ich habe zwar "meinen" Jungs gesagt, wo ein Gegenspieler frei steht und wen sie zu decken haben, habe ihnen aber angriffstechnisch kein Zwänge auferlegt, so nach dem Motto "du bleibst hinten". Die Folge war das wir so oft wie in noch keinem Spiel so nah einen einem eigenem Treffer waren, aber auch 14 Gegentore (meistens durch Konter) bekommen haben.
    Ein Spieler von mir, der blieb freiwillig immer hinten, sagte nach dem Spiel enttäuscht zu mir "alleine konnte ich ja nichts gegen die machen".


    Ich denke das wichtigste ist Geduld.

  • Vorab: Das man in der F als Jungjahrgang gegen die Älteren wenig Land sieht, ist nach meiner Erfahrung völlig normal, zumal viele ältere F-Linge auch schon 2 oder 3 Jahre organisert Fußball spielen. Das macht die Sache auf dem Platz allerdings nicht einfacher. Warum seid Ihr denn die einzige junge Mannschaft in Eurer Runde, da müssten doch auch andere Vereine mit 2004ern spielen? Wenn nicht: Hast Du die Chance Trainingsspiele gegen andere F2 oder G-Mannschaften zu organisieren? Bei mir hat letzte Saison ein Trainingspiel der F2 gegen die eigene G-Jugend geholfen, die gemüter ein wenig aufzuhellen.


    tobn hat schon wesentliche Hinweise gegeben. Mit Reinrufen im Spiel wirst Du vermutlich auch nicht viel bewegen. So wie Du beschreibst, verteidigen Deine Spieler nicht (oder nicht zielführend), sondern fangen sich Konter. Da müsstet Ihr doch aber bei Ballbesitz Überzahl im Sturm haben, oder? Wieso schiesst Ihr denn kein Tor? Das deutet doch darauf hin, dass Deine Spieler sich nicht individuell durchsetzen können. Das wäre mein erstes Trainingsziel, die Gegentore würde ich erst mal außer Acht lassen.


    Grüße
    Oliver


    PS: Ja, Geduld ist wichtig.

  • Folgender Hintergrund:
    Wir haben bei uns 2 Staffeln mit je 12 Mannschaften. Laut Spielformularen hatte ich bis jetzt einen Gegner bei dem die Hälfte des Teams 2004er waren alle anderen 2003. In der anderen Staffel stelle ich feste das es dort drei Mannschaften gibt, denen es genauso geht wie uns. Warscheinlich haben wir einfach etwas Pech mit der Staffeleinteilung. Mein Jungs sind alle 2004er.
    (Gegen eines der drei Teams muss ich mal ein Testspiel machen).


    Gegen die eigene G-Jugend zu spielen halte ich nicht für sinnvoll. Unsere Jüngsten haben jetzt erst angefangen, ein zu 80% neues Team!


    Das mit dem Durchsetzen ist genau richtig. Wir schaffen es hin und wieder über die Mittellinie, aber da der Gegner meist schneller und körperlich kräftiger ist, werden die Jung wieder eingeholt und kommen nicht zum Anschluss wenn sie mal in Strafraumnähe sind. Individualtaktik steht neben vielen Spielformen auf jeder Trainingstagesordnung. Am Dribbling an sich happerts nicht, nur sind die Jungs "noch zu langsam" um vorbei zu kommen.


    Ich werde am WE die Jungs mal das machen lassen was sie für richtig halten. Aber immer vor dem Hintergund "Gemeinsam". Gemeinsam angreifen - gemeinsam verteidigen!


    Schwierig wird dann nur mit den Eltern... Die brüllen teilweise mehr als jeder Trainer.

    Einmal editiert, zuletzt von severus ()

  • Schwierig wird dann nur mit den Eltern... Die brüllen teilweise mehr als jeder Trainer.


    Da solltest du beginnen, Überzeugungsarbeit zu leisten, damit das weniger wird. Erkläre den Eltern, warum das Brüllen kontraproduktiv ist, zeige ihnen die Alternativen auf und betone, dass es dabei um das Wohl ihrer Kinder geht. Schau mal in der Fair-Play-Liga-Rubrik rein, da solltest du Argumentationshilfen finden. Oder auch auf den Seiten des DFB, die sich mit dem Kinderfußball beschäftigen.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Tobn, ...klasse Statements, hätten von mir sein können.


    Ich sehe das genau wie Tobn.


    Ich habe ja nun früher auch meine F auf Manndeckung spielen lassen. Ich habe sogar damals Manndeckung mit Zweikampf übersetzt und in einem Atemzug beides miteinander verknüpft. Das war nicht modern.


    Einem Kind mitzuteilen "Du mußt bei deinem Mann bleiben" ist für mich heute nichts anderes als -Zwangsjacke- überstülpen, man verhindert Spielintelligenz.


    Ich habe es an verschiedenen Stellen schon geschrieben:


    Heute würde ich -wie auch immer- versuchen, deren Verhalten aus den Minis in "Bahnen" zu lenken. Bei den Minis verschieben sich meiner Ansicht nach in der gröbsten Form.


    Wie bekomme ich nun hin, dass sie ein Auge dafür entwickeln, dass sich nur noch EINER an den ballführenden Gegner klemmt, ihn im Zweikampf und durch individualtaktisches Verhalten den Ball abläuft.


    Richtig: Horst Wein: BUCH:Kinderfußball


    http://www.amazon.de/Fu%C3%9Fball-kindgem%C3%A4%C3%9F-trainieren-Horst-Wein/dp/3898994791/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1317726050&sr=8-1


    sollte genau das Buch sein, was du dir mal holen solltest. Das dürfte -so diejenigen die meiner Ansicht so oder so ähnlich sind- das sein, was die Krone des Kinderfußballs ist. Ich werde mir das Buch auch holen. Die Message die er dort bringt, steht im Prinzip als Grundlage in jedem Buch des Dfb, welche sich das dort abgekoffert haben.


    Zurück zum Problem:


    In der F würde ich viel Wert auf den Spassfaktor und unbeeinflußtes Spiel legen. Es ist nicht wichtig, ob sie ihren Mann decken. Ich würde diese Zeitphase -F- dafür nutzen, sie technisch zu schulen, so also in die Lage versetzen, Dinge technisch überhaupt einigermaßen sauber gestalten zu können, Passen, Dribbeln, Zweikampf, Torschuss.


    In einem anderen Thread diskutieren wir gerade, ob man über gewisse Fragestellungen -nach einem einfrieren einer Spielsituation im z.B. 4:4 oder 3:3 den Spieler über die Frage zu animieren, sich einen Lösungsweg zu erarbeiten. Ich denke, dass das in der F unter die Rubrik Trainergeduld fallen muß, weil sie vom Gehirn zu den Lösungen in der Praxis einfach noch nicht in der Lage sind. Ich finde es aber umgekehrt nicht schlimm, wenn man hier über die Art dieses Trainings mit vorsichtigen Fragestellungen einfach mal anfängt. Solange ich nichts abverlange und geduldig die Dinge beobachte und vorsichtig lenke, ....was soll schon passieren? Passieren tut nur was, wenn ich in Druck verfalle und ungeduldig werde....


    Mit Eintritt in die E würde ich weiterhin über Spielformen und freie Spiele mit einfrieren von Situationen sie dazu kriegen wollen, dass SIE erkennen, dass es wichtig ist, dass immer der EINE -nämlich der Ballnaheste- zum Gegner geht, um ihm den Ball abzunehmen, abzulaufen ...wie auch immer. Die anderen sollen in der Nähe lauern.....um den Ball abfangen zu können, falls der Gegner ihn abgeben will, usw,. usw. ZIel wäre es, das SIE es selber erkennen. Das sie das können, wäre meine Herausforderung und mein Ziel.


    Ich würde dir also raten, das Buch von Horst Wein zu organisieren
    In der F weiter so geduldig zu bleiben
    Das auch in der E und überhaupt, nie wieder anders zu machen


    und spätestens ab Ende der E, anfangs der D wirst du dich daran erfreuen, wie die Jungs andere pfiffig schrubben....bzw. andere Teams auf eine ganz besonders spritzige Art bespielen....daran glaube ich. Die Philosophie ist selbstverständlich kein Garant für Meisterschaften. Ich kenne eine Trainerin, die so seit längerer Zeit aggiert und das Spiel ihrer Truppe -heute eine E- würde hier jeder ohne es zu wissen, erkennen können, garantiert!


    Übrigens ist die Zweikampfbeschulung in sich natürlich weiterhin Thema, denn allein der eine der später den Gegner zum ballabjagen angeht, der muß auch wissen wie Zweikampf geht.


    Bis dahin: Alle sollen Tore schießen, alle sollen Tore verhindern!


    Tenor: Du machst eigentlich alles richtig und die anderen -sagen wir- ...aggieren hier ungünstiger. Was dir bewußt sein sollte ist, dass dadurch dass die anderen das anders machen, bestimmte Dinge dazu führen, dass ihr natürlich genau deswegen mal Spiele verliert. Das wird aber nach hinten hin anders aussehen, davon gehe ich fest aus.


    Vielleicht gibt es ja mal Mitleser, die diese Philosophie schon länger berücksichtigen und Erfahrungen schildern können, die das belegen und so den Mut geben, das mal in Zukunft so zu machen. ;)

  • Wow, danke für das lange Statement. Ich denke ich werde diesen Ansatz diese Saison "durchziehen", ich versuche es jedenfalls (Wobei ich auch denke das das genau das Richtige meine Jungs ist)


    Auch danke an alle anderen, die mich zu nachdenken angeregt und mir Tipps gegeben haben. Ich werde versuchen mal meine Erfahrungen hier kundzutuen.

  • eigentlich lasse ich in meiner F ganz gerne alles laufen (frei nach dem Motto "alle stürmen, alle verteidigen"), aber in folgendem Fall überlege ich zurzeit, was ich tun soll:


    in jedem Spiel gibt es 2 bis 3 Strategen, die nicht mithelfen und lieber vorne stehen bleiben - der eine, weil er einen überdurchschnittlichen Torriecher hat und sich gerne als Torschütze feiern lässt; der zweite, weil er zu faul ist; der dritte, weil er denkt, dass helfen nicht nötig ist
    andere spulen ein unheimliches Laufpensum ab, helfen vorne wie hinten und sind frustriert, wenn es trotzdem nicht reicht, das Tor zu verhindern; oder ärgern sich, dass sie (freiwillig) die Deckungsaufgaben übernehmen, weil es sonst keiner tut, obwohl sie auch gerne mehr vorne wären
    in den letzten Spielen habe ich die "Vorne-Stehen-Bleiber" vermehrt an die Seitenlinie geholt, sie ausgwechselt odder ihnen zugerufen, dass sie die anderen hinten unterstützen sollen; sie wissen dann schon, warum sie ausgewechselt werden, agieren aber nach der nächsten Einwechslung wieder genauso


    meiner Ansicht nach habe ich 2 Alternativen: weiter kindergerecht erklären, warum "alle helfen mit" so wichtig ist ODER garnichts sagen, weil es sich irgendwann von selbst regeln wird
    bei der letzten Alterntive habe ich allerdings die Befürchtung, dass einige Kinder auf Dauer eher frustriert sind, weil eben nicht alle helfen und ihre Leistung von den Eltern weniger gewürdigt wird als die des Dauer-Torschützen, der sich deswegen ja einige Freiheiten erlauben kann (aus Sicht eben dieser Eltern)


    Was ist gerecht und sinnvoll? Was tut Ihr in diesen Fällen?

  • @Mischa71.....vielleicht so:


    Im Training


    Provokationsregel


    -wer stehen bleibt und wird vom Mitspieler oder Trainer erwischt= z.B. Ballabgabe an den Gegner oder halbes Tor oder Tor für den Gegner


    -Tore schießt nur immer einer. Der Eine wechselt pro Tor...also, Team A drei Spieler gegen Drei....nur der Paule darf ein Tor schießen....hat er das geschafft, darf der nächste aus Team A das Tor schießen.....für Team B das Gleiche.


    Hierbei möchte ich sagen, dass das für mich eigentlich ab der E die richtige Übung wäre, ...um dein "Problem" zu bearbeiten, könnte es helfen, eventuell aber auch nicht, weil ein F-Ling im Normalfall seinen Mitspieler noch nicht sieht und schon gar nicht unter Stress. Probiers einfach mal aus, ....alles kann, nichts muß...verlange es nicht ab.


    im Spiel (Punktspiel/aber auch Abschlußspiel)


    rotieren lassen, ...dh. ich würde maximal ein 3:3 vorgeben. DAZU: ALLE greifen an, ALLE verteidigen. Kompromiss: "grob" innerhalb ihrer Position. Wenn das nicht klappt, ...kein böses Wort seitens des Trainers oder der Eltern! Mit dieser Taktik stellste ihn nach hinten in die hintere Reihe. Mal sehen was er dann macht.


    weitere Provokationsregel die ich selber ausprobieren müßte....z.B.


    10 Sekundenregel, ...wo die Angreifer/Ballbesitzer auf dem Kleinfeld nach 10 Sekunden zum Abschluß kommen müssen und die VT z.B./vielleicht auch nach 10 Sekunden den Ball erobert haben sollten.


    Die Regel würde ich so probeweise nur benennen, aber nicht 1:1 anwenden. Da wären 10 Sekunden auch mal 23 oder so. Einfach mal laut eine 5te Sekunde ansagen,auch wenn es schon 11 waren ;) . Wenn die da zu hecktisch aggieren oder negativen Druck haben, machstes halt nicht wieder. Gruß Andre

  • Hi Andre,


    danke für die prompte Antwort.


    Den bewußten Einbau ins Training werde ich mir mal überlegen.


    Beim Spiel (dazu gehört auch das Abschlussspiel beim Training) verhält es sich wie folgt: 3:3 praktizieren wir immer, alle greifen an und alle verteidigen
    Die 3er-Reihen halten meine Kids sowieso nicht (finde ich auch nicht schlimm). Spieler "Fred Faul", in der 1. Halbzeit als Verteidiger benannt, läuft beim 1. Angriff mit nach vorne und bleibt dann dort stehen, "vergisst" seine Verteidiger-Aufgabe.
    Aber Spieler "Fred Faul" bleibt auch in der 2. Halbzeit, in der er Stürmer spielen soll, bei Ballverlust vorne stehen.
    Egal wie ich es drehe und wende - sie helfen nicht ihren Kumpels.

  • severus
    Ich finde es gut, dass Du Deiner Linie treu bleiben willst. Dennoch würde ich auch kurzfristig versuchen, kleine Erfolgserlebnisse zu ermöglichen. Der Ansatzpunkt bei meinem Team war die individuelle Durchsetzungskraft, d.h. aggressives Stören des Gegners sofort nach Ballverlust (also schon in der gegnerischen Hälfte) plus Dribbling plus Torabschluss. Das habe ich in den Mittelpunkt meines Trainings gestellt. Es muss schon mit dem Teufel zugehen, wenn da nicht mal ein Tor für Euch dabei rausspringt.


    Micha
    Ich habe in vergleichbaren Situationen den Spieler ausgewechselt und ihn auf seinen Fehler hingewiesen. Du musst ihn ja nicht draussen schmoren lassen. Einwechseln und wenn er vorne stehen bleibt gleich wieder raus und wieder erklären. Und wieder rein. Irgendwann kapiert er das.


    Grüße
    Oliver

  • Micha71: Ich habe heute erstmalig eine Provokationsregel ins Minifußballspiel eingebaut, d.h. eigentlich waren es zwei, und zwar:


    Die durch ein Tor erzielten Punkte (Normalfall: ein Punkt pro Tor) werden verdoppelt, wenn:


    1. alle Spieler der angreifenden Mannschaft in der gegnerischen Hälfte sind, wenn es erzielt wird: Belohnung für das Befolgen der Regel, dass alle gemeinsam angreifen


    2. mindestens ein Spieler der verteidigende Mannschaft in der Hälfte der Angreifer war: Strafe, wenn nicht gemeinsam verteidigt wird.


    So gibt es pro Tor eins, zwei oder sogar vier Punkte. Bei meinen E-Junioren hat das ganz gut geklappt, zwei Punkte gab es eigentlich immer -- es haben alle angegriffen -- gelegentlich gab es aber auch vier, weil so ein lauernder Stürmer in alte Muster verfallen ist. Aber nur kurz. :)

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Hallo,


    was man bei der Diskussion nicht vergessen sollte: Die Eltern!


    - reinrufende Trainer sind kompetent
    - Kinder, die viel Pass spielen, haben einen kompetenten Trainer
    - Kinder, die scheinbar in einem festen System spielen, haben einen kompetenten Trainer
    - Eltern haben meist keine Ahnung vom "modernen" ballorientierten Verteidigen
    - Eltern haben meist keine Ahnung von den Idealen des Kinderfussball


    Man muss also zwangsläufig den Dialog mit ihnen suchen, sonst gibt es bald Ärger. Ich spreche da aus eigener Erfahrung ;)


    Gruß, Christoph

    C 1 Viktoria Buchholz


    Auf jede Mannschaft, die in Schönheit stirbt, kommen hundert, die in Hässlichkeit sterben – kein Grund also, sich auf Hässlichkeit zu fokussieren.
    Martin Rafelt

  • Hmm, zitieren klappt im Moment bei mir scheinbar nicht.. Jedenfalls:


    Schimanski: Ich sehe es nicht so, dass das Reinrufen oder eine auffällige Betonung des Passspiels Hinweise auf einen kompetenten Trainer sind. Ich sehe da eher keinen unmittelbaren Zusammenhang, solange beide Eigenschaften nicht näher qualifiziert werden. Je nachdem, was ein Trainer reinruft und warum seine Kinder "viel Pass spielen", kann es sich bei ihm um einen in meinen Augen mehr oder auch weniger kompetenten Trainer handeln. Bei dem "scheinbar festen System" frage ich mich, was du meinst. Für mich klingt es, wenn ich an den Kinderfußball denke, eher etwas abschreckend, d.h. nach Positionsspezialisierung. Ich weiß aber nicht, ob du das damit gemeint hast.


    Was die Eltern anbelangt, so bin ich im zweiten Punkt, d.h. ihrer Unkenntnis der Ideale des KiFu, auf jeden Fall bei dir. Und vom ballorientierten Verteidigen verstehen vielleicht ein paar Papas etwas, aber du hast wohl Recht, das dürfte die Minderheit sein. Und ja, man sollte unbedingt den Dialog mit ihnen suchen.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Die ersten 3 Punkte sind ironisch gemeint, die letzten beiden nicht, oder? Hab ich jetzt was gewonnen?


    Grüße
    Oliver


  • Ach, gugge mal einer an, kaum macht mans richtig, schon klappts. :) Danke für den Hinweis, hatte ich schon gesehen, dann aber daheim doch wieder vergessen. Muss man das immer wieder machen oder nur einmalig?


    Und das Erkennen von Ironie in Forum-Postings ist mir noch nie leicht gefallen, das wird, glaube ich, auch nichts mehr. Nix für ungut, schimanski.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Die durch ein Tor erzielten Punkte (Normalfall: ein Punkt pro Tor) werden verdoppelt, wenn:


    1. alle Spieler der angreifenden Mannschaft in der gegnerischen Hälfte sind, wenn es erzielt wird: Belohnung für das Befolgen der Regel, dass alle gemeinsam angreifen


    2. mindestens ein Spieler der verteidigende Mannschaft in der Hälfte der Angreifer war: Strafe, wenn nicht gemeinsam verteidigt wird.


    Sehr gute Idee, einfach verständlich und umsetzbar! Werde sie einbauen/probieren.