Minifußball

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung
  • Wußtet Ihr was Minifußball ist?


    Ich habe das bis vor kurzem mit Fußball bei den Minis übersetzt. Das stimmt so nicht ganz.


    Es gibt die Begrifflichkeit Minifußball als eingenständiges Spiel...wie Hallenfußball, Futsal usw..


    http://www.dribbelbande.de/med…elregeln_Minifussball.pdf


    Das Regelwerk beinhaltet schon ziemlich viele Dinge, die ein gutes Training im Jugendbereich beinhalten sollte...beim Training in Spielform. Versteckt beeinflußt es sogar -durch zwei Tore- ....das versteckte üben zum Verschieben, soweit man hier keine Manndeckung vorgibt, ...was ich ja nun ziemlich ausbildungshemmend finde und auf das Gewinndenken zurückführe.


    Ich bin der Ansicht, dass das für mich und mein Denken genau die richtige Spielform in den Trainings behinhaltet, um


    -den Jungs ihr Spiel lassen zu können
    -das sich das an den Straßenfußball anlehnt
    -das sie dabei Spielintelligenz entwickeln oder diese erhalten wird
    -das sich dort ganzheitlich alles zusammen wie von selbst trainiert
    -das man dabei altersgerechte kluge fördernde Provokationsregeln einarbeiten lassen
    -das das für alle Altersgruppen eine tolle Sache ist und man dieses Spiel zeitlich an die Altersgruppe anpassen kann
    -das den Wettkampfgedanken beinhaltet
    -das Regelwerk beinhaltet den Fair-Play-Gedanken
    -das Sozialverhalten wird durch das Regelwerk beeinflußt
    -einfach ist für den Trainer
    -man damit nur wenige Fehler machen kann


    -das das ein Horst Wein (Fußball - kindgerecht trainieren) und ein Peter Schreiner (Entwicklung der Spielintelligenz) schon länger erkannt haben.


    Gibt es einen Nachteil beim Minifußball?


    Wer trainiert so?
    Wer hat damit Erfahrung und könnte die mal schildern?
    Wer hat damit längere Erfahrung und könnte mal schildern, wie sich die Koten entwickelt haben und wie sie im Wettkampf so darstehen?
    Wer weiss, wo man die Linien für das Minifeld erhalten kann und was sie Kosten?


    Gruß Andre

    Einmal editiert, zuletzt von Andre ()

  • Hallo,


    damit habe ich mich auch schon beschäftigt und befinde es für sinnvoll. Im Grunde geht es hier ausschließlich um Spielformen. Wichtig zu erwähnen finde ich auch noch, dass man, um die Spielintelligenz zu entwickeln, mit Fragestellungen in entsprechenden Situationen arbeiten sollte. Man beteiligt also die Spieler an einer beim Mini-Fußball provozierten Problemstellung und fordert sie zunächst auf selbständig nach einer möglichen Lösung zu suchen.


    Wenn man die Spieler beteiligt bleibt bei diesen eben mehr hängen. Diese Art der Trainingsgestaltung findet, wer immer sie nun auch letztlich propagiert hat, immer mehr Anklang in der Jugendausbildung. Wie bereits geschrieben: in meinen Augen eine gute Sache.

    Wenn sie begriffen haben, daß zum Fußball auch Arbeit gehört, ist es zu spät. Dann werden sie Trainer. (Luis Aragonés)

  • Gefällt mir auch sehr gut. Hat so leichte Grundzüge vom Feldertraining, aber eben auch für jüngere Jahrgänge geeignet.


    Nachteile könnte ich mir höchstens im Bezug auf Material ( vier Minitore, Feldmarkierungen ) denken, wäre aber mit ein bischen Improvisation auch zu schaffen.


    Ich werds einfach mal ausprobieren. Hört sich nach einer Menge Spaß an.

  • mit dieser Methode trainiere ich seit ca 2 Jahren bei verschiedenen Altersklassen.Ich bin zu dem Entschluss gekommen,das ich das ab ca 8 Jahren weiter trainieren lasse.Wir haben auch schon ein freundschaftsspiel so ausgführt.Defensiv lernen die Kinder von ganz alleine das verschieben im Gruppenverband.Auch die dreiecksformation wird von ganz alleine gebildet.Und offensiv wird die freie Seite nach einigen trainingseinheiten vom ballführenden sowie von den freien mitspielern wahrgenommen und man sieht schon recht attraktiven Fußball mit flachen diagonalen bällen in den freien raum.Auch sind alle kinder bei 3.3 im spiel geistig wie körperlich sehr gefordert,sodas wir das ohne auswechslungen ca 6 min beim testspiel spielen lassen haben(Jahrgang 01 gegen 02).weiterer vorteil ist bei der kleinen mannschaftsgrösse,das man die teams auf gleichen niveau bilden und gegeneinander spielen lassen kann.Sehr empfehlenswerte Übung ,bei der spielerisch die Wahrnehmung und Kreativität neben vielen ballkontakten trainiert wird.

  • achja....Materialien....beim Testspiel hatten wir kleine,leider zu kleine Tore,die auch recht teuer sind.im Training lasse ich das nur auf hütchentore spielen.Die schusszonen markiere ich auch mit Hütchen(wäre für einen Tip danbar,wo man solche tollen markierungsbänder günstig bekommt).
    Kleine Minitore (ca 1,50 mal 1 m bis 2m mal 1,50 find ich empfehlenswert) kann man aus Alu auch beim benarchbarten Schlosser bauen lassen
    eine Variation ist,zwei verschieden farbige Tore.z.b: das blaue Tor zählt 2 Punkte,das gelbe 1Punkt.

  • Im Prinzip ist es ein Training in Spielform mit Provokationsregeln, richtig?


    Es verbindet das, was der Dfb gem. seinem Ausbildungskonzept fordert....50 Prozent Spielanteile pro Training, richtig?


    Es erhält des Verschieben der Minis, ohne sie in der F und E auf Manndeckung zu drillen UND über die grundsätzlichen Spielregeln geschieht das ohne zu reglementieren und ständig vorzugeben....es geschickt unterschwellig und ohne Joystick, richtig?


    Der Trainer ist mehr Aufsichtsperson und hält sich mehr oder minder zurück, richtig?


    Die Spieler haben die Möglichkeit, mutig die Spielintelligenz zu erzeugen, ....sie zu leben....haben keine Zwangsjacke an, richtig?


    Sie üben über das Spiel alles in einem, ebend "ganzheitlich", korrekt?


    Sie leben das Fair Play selbständig...über die Regeln?


    Es ist ein schnelles Spiel?


    Es ist an den Straßenfußball angelehnt, weil sie lernen angelehnt an die Echtzeit....im Spiel....unter realen Bedingungen....


    Die Wettkampfsitutation und damit der Fun, die Spannung, also das was Fußball ausmacht ist gegeben.


    Frage: Wenn du -sel69- mal Zeit hast, könntest du da ja mal konkret Stellung zu nehmen, würde mich interessieren. Interessant wäre auch, wie ihr in der Liga so abschneidet, ...falls du z.B. eine D oder C bedienst, wäre es interessant, ob sie damit zumindest mithalten oder gar weit oben mitspielen....das dürfte viele interessieren, weil ich ich glaube, dass die latente Angst des einzelnen Trainers hier mitspielt, damit nicht mithalten zu können.


    Über welchen Zeitraum basiert deine Erfahrung?


    Welche Unterschiede zum Training vorher machst du damit?


    Wie hoch ist der Anteil des anderen Trainings oder trainierst du mit dieser Trainingsform ausschließlich?


    Wie ist die Stimmung im Team?


    Was sagen die Kritiker,...was sagten sie damals/heute?


    Was sagen die Eltern?


    Wo gibt es Quellen zum Thema "Minifußball", es gibt nämlich nicht viel im Internet darüber.


    Was das Umfeld, hat sich das rumgesprochen, kommen Leute zu Euch/hast du Zulauf oder mehr Abgänge...gehen die Spieler "flöten".Gruß Andre und danke.

  • sel69


    Auf Schalke würde man so antworten:


    Sel69: EINS.....Gegner: Null


    Sprecher an Funs: DANKE!


    Funs: BITTE


    Ich danke Dir für dein Statement. Ob Minifußball oder Trainings in Spielformen, du hast Mut dazu versprüht, dass dann auch mal machen zu können UND du bist ja ein Praktiker und kein Theoretiker und das mit Mut und Weitsicht, danke für die Mühe. Gruß

  • Hallo,


    ich lese das Buch von Horst Wein derzeit auch. Eine dicke Empfehlung von mir. Sehr geil, auch wenn ich einige Ansätze (noch?) nicht nachvollziehen und teilen kann.


    Grundsätzlich halte ich die Idee von der Förderung der Spielintelligenz für den entscheidenen Punkt im Kinderfußball. Hier liegt so viel Potential brach. So Spieler wie Götze werden zu Hauf nachrücken, wenn im Kinderfußball flächendeckend umgedacht wird.


    Minifußball in vereinfachter Form habe ich mit meinen Bambinis auch schon einige Mal gespielt. Der entscheidene Punkt dürfte wohl sein, dass es den Jungs tierisch Spaß macht und sie mittlerweile schon fragen, ob wir das Spiel mit den vier Toren wieder spielen können ;)


    Die Jungs stellen sich schon jetzt versetzt und breit auf und spielen vereinzelt Diagonalpässe. Ich muss allerdings dazu sagen, dass mein Co-Trainer und ich die Kinder auch oft darauf hinweisen und wir gerne mitspielen und das Spiel etwas lenken, also eigentlich die Ideale des Kinderfußballs verletzen. Das geschieht aber alles ohne Druck. Da wollen wir mit der Zeit noch etwas ruhiger werden. Wir wollen dem Spiel aber etwas Struktur geben und von Anfang an die Idee des Minifußballs vermitteln. Die Jungs sind ja auch erste 6 Jahre. Das ist wohl noch etwas zu früh für "echten" Minifßball ohne Fremdsteuern, aber wenn`s den Jungs Spaß macht?
    Wir setzen uns aber vor dem Spiel und nach dem Spiel zusammen und versuchen in Gesprächen die Unterschiede zum "normalen" Fußball mit den Jungs herauszuarbeiten. Es ist halt ein stetiger Prozeß. Ich bin aber schon jetzt zufrieden.


    Jetzt komme ich aber zu einem Punkt, der für Andrè nicht ganz uninteressant sein dürfte.
    Horst Wein baut in seinem Buch viele Übungen auf den Minifußball auf. Sehr oft auch viele Übungen, wo es um Überzahl-Situationen, Gruppentaktik und Passspiel geht, also eigentlich Dinge, die der DFB erst aber der D-Jugend propagiert. Horst Wein hält sich zwar mit konkreten Altersangaben zurück und spricht von Entwicklungstufen, aber man kann herauslesen, dass die meisten Übungen schon in der F-Jugend angewendet werden können und sollen.


    Horst Wein will mit dieses Übungen die Entwicklung der Spielintelligenz stimulieren. Ich sehe hier einen zum DFB-Konzept etwas abweichenden Ansatz. Wäre interessant zu wissen, wie das andere User sehen. Ich weiß schon, dass man das alles nicht so eng und wörtlich nehmen soll, aber die Unterschiede sind schon elementar...


    Gruß, Christoph

    C 1 Viktoria Buchholz


    Auf jede Mannschaft, die in Schönheit stirbt, kommen hundert, die in Hässlichkeit sterben – kein Grund also, sich auf Hässlichkeit zu fokussieren.
    Martin Rafelt

  • Jetzt komme ich aber zu einem Punkt, der für Andrè nicht ganz uninteressant sein dürfte.
    Horst Wein baut in seinem Buch viele Übungen auf den Minifußball auf. Sehr oft auch viele Übungen, wo es um Überzahl-Situationen, Gruppentaktik und Passspiel geht, also eigentlich Dinge, die der DFB erst aber der D-Jugend propagiert. Horst Wein hält sich zwar mit konkreten Altersangaben zurück und spricht von Entwicklungstufen, aber man kann herauslesen, dass die meisten Übungen schon in der F-Jugend angewendet werden können und sollen.


    Hi, das ist wirklich interessant. Das ist genau die Frage, die ich auch an Peter Schreiner hatte und die mir wohl nicht mehr beantwortet wurde.


    Wenn du als Trainer mitspielst...was ich regelmäßig auch mache....und z.B. einen Pass in den leeren Raum durch die "Schnittstelle" der Abwehr spielst und ein Spieler diesen Ball erläuft und du ihn dann lobst......


    ....dann wäre das für mich so, als würde der Spieler mit z.B. 9 Jahren mit Spielern die 13 oder 14 sind ein Spielchen zu Hause auf der Wiese machen. Die 13 oder 14järigen sprechen ihn nicht an und sagen ihm, dass er dieses oder jenes tun soll oder nicht....sie machen es...leben es ihm vor....und er verarbeitet es bewußt oder unbewußt und macht es nach. Führt das zum Erfolgserlebnis....wird er es sich merken, ....Lerneffekt eingetreten.


    Der Unterschied.....er hat es -ohne Traineransprache- selber gemacht.....im Unterschied dazu, wo der Trainer ihm vorgibt, ...."Du mußt jetzt da hinlaufen" und dies oder das tun oder wo der Trainer die Situation in stupiden Trainings einstudieren lassen würde.


    Das ist am Straßenfußball angelehnt....entspricht in etwas dem Dfb.-Konzept. Das Dfb.-Konzept ist für mich keine heilige Kuh, aber es entspricht dem, was ich gut fände für die Kinder da "unten". Ob Horst Wein, Peter Schreiner, Ralf Peter (Dfb) u.a. ....eigentlich sagen die im Kern alle das Gleiche. Deshalb findet man auch -für mich neuerdings- Co.-Produktionen von Ralf Peter in Zusammenarbeit mit z.B. Peter Schreiner ....habe ich neulich bei einer Buchrecherche so festgestellt. Wenn die gegensätzliches Denken hätten, wäre diese Zusammenarbeit wohl nicht möglich. Im "Drumherum" setzen die halt ihre persönliche Note...und das finde ich gut. Gruß Andre

  • Andrè, da bin ich bei dir.


    Aber wenn ich den DFB richtig verstanden habe, ist der Grund viele Dinge im Kinderfußball noch nicht zu machen, dem Zeitfaktor geschuldet.
    Man soll kein Kopfballspiel schulen, man soll kein Torwarttraining machen, man soll kein Überzahlspiel traineren, weil die Zeit zu knapp ist und andere Dinge wie Bewegungsschulung und Individualtaktik wichtiger sind.
    Natürlich schadet es den Kindern nicht, wenn man Kopfball trainiert, Torwarttraining oder Überzahlspiele macht, solange der Spaß nicht leidet. Wichtiger sind laut DFB aber andere Sachen.
    Hier geht es darum, Prioritäten zu setzen. Horst Wein setzt sie anscheinend wohl etwas anders.


    Gruß, Christoph

    C 1 Viktoria Buchholz


    Auf jede Mannschaft, die in Schönheit stirbt, kommen hundert, die in Hässlichkeit sterben – kein Grund also, sich auf Hässlichkeit zu fokussieren.
    Martin Rafelt

  • Für mich stellt sich das Sammer-Konzept so dar, dass sich über das was logisch ist, ein offizielles Konzept, gespickt mit der passenden Philosophie gestülpt wurde.


    Konkret meine ich damit, dass es quatsch wäre und ist, einem beispielsweise Minispieler das 1:2 als Trainingsform anzubieten, um ihm das Abspiel als Angreifer oder sich bewegen aus dem Deckungsschatten als Mitspieler des Angreifers zu lehren. Das das quatsch wäre, ist jedem normaldenkenden Trainer vermutlich so klar,....das können sie in dem Alter noch nicht. Der Dfb...der Sammer, seine Mitarbeiter hohlten sich meines Wissens entsprechend wissenschaftliche Unterstützung. Daran angelehnt kann man die Aussage treffen, dass das Bespiel auch für einen F-altrigen gilt. Ab der E geht das langsam in andere Möglichkeiten über.


    Um die Zeit darunter -altersgerecht- zu nutzen, werden die altersmäßig machbaren und damit wichtigen Themen benannt.


    Das alles ist für mich nur logisch.


    Hierzu fällt mir ein, dass die Koten in diesem Alter Geschwindigkeiten nicht richtig einschätzen können, schon allein deshalb können die aller aller meisten auch noch nichts mit Passtiming anfangen. Dazu gesellt sich das "räumliche Sehen" wie ich es unfachmännisch ausdrücke. Sie schauen im Prinzip beim Laufen mit Ball nach unten auf dem Ball und sehen am Rande nicht mehr viel. Das alles ändert sich später gravierend. Im F-Alter laufen sie noch vor Autos, ...im D-Alter eher nicht. Wie immer ...Ausnahmen bestätigen die Regel.


    Hierzu fällt mir ein, dass es so gesehen auch sinnfrei ist, einen Torwart hier zu beschulen. Wenn das alles so stimmt, würde der Torwart im Mini oder F-Alter viele Bälle verfehlen, weil er die Geschwindigkeit nicht richtig peilt. Dafür könnte er aber das Fangen schulen....denke ich. Das würde ich bespielsweise mit der gesamten Mannschaft üben...Ballkoordination...usw.. Zwei Spieler stehen sich gegenüber auf cirka 2 Meter. Spieler A hat zwei Bälle, einen links einen rechts in der Hand. Diese wirft er zeitgleich zum Spieler B, der versucht sie zu fangen....wäre für mich eine solche typische Übung.


    Das alles macht Sinn und machte es schon vor dem Dfb-Konzept, ....es hat nur viele gegeben, die sich über den Sinn des trainerischen Tuns keinen Kopf gemacht haben und das sage ich ohne Vorwurf. Gruß

  • Hallo,


    Vorab sry für den langen Post, es ist aber ein Thema das mich zur Zeit besonders umtreibt, gerade im Rahmen der Vorbereitung der Saison mit einer F-Jugend. Erst einmal wie ich dazu gekommen bin.


    Ich habe das letzte halbe Jahr meine D2 viele 4-4/3-3 Spielformen auf 4 Tore machen lassen. Minifussball an sich kannte ich damals noch nicht, nur sind in mehreren DFB Veröffentlichungen auch viele der 4v4 auf 4 Tore Spielformen enthalten (z.B. die Broschüren Infos für Vereinstrainer: Spielend Dribbeln lernen, Spielend Passen lernen). Auch in einer Coerver-DVD die ich habe gibt es da vielfältige Abwandlungen die ich interessant und Zwecks Spielübersicht gelungen fand.


    Ausgangslage in meiner Mannschaft war, das ich in der D2 viele Fußball-, und wohl auch Sportanfänger hatte. Nachdem ich im ersten Halbjahr hauptsächlich Technik und Koordination trainiert hatte, war mir aufgefallen, dass obwohl die Techniken nun akzeptabel ausgeführt wurden viele der „Anfänger“ im Spiel (und es war noch ein relativ überschaubares 7v7) ziemlich verloren wirkten.
    Über Provokationsregeln gab es dann bestimmt taktische Schwerpunkte in den Kleinspielformen die bearbeitet wurden. Die Spielfähigkeit der Jungs hat sich erheblich verbessert und alle hier gemachten positiven Aspekte kann ich im groben so bestätigen.


    Ich hatte es hauptsächlich zur Verbesserung taktischer Verhaltensweisen eingesetzt. Umso erstaunter war ich dann als ich diese Spielformen dann in der Vorbereitung für die neue Saison für eine F2 im Buch „Fußball kindgemäß trainieren“ von Horst Wein wiederfand. Hier werden diese Spielformen sowohl zur technischen als auch taktischen Ausbildung ab der F-Jugend empfohlen.
    Ein paar Sachen sind mir dann während der Lektüre, und gerade in Reflektion einiger hitziger Themen die ich hier gelesen habe besonders aufgefallen.


    Straßenfußball im Verein


    Wenn ich mir manche Aussagen zum Straßenfußball im Verein hier durchlese, höre ich da oft jetzt einfach mal überspitzt formuliert heraus: „Einfach spielen lassen da lernen sie am besten und am meistens.“ Das finde ich in dem Buch aber überhaupt nicht wieder. So wie ich es verstehe geht es nicht darum dass Straßenfußball im Verein bedeutet, dass man die Kinder einfach 50% des Trainings frei zocken lässt.
    Er sagt beides sei wichtig. Straßenfußball, was er auch als impliziertes Training nennt ebenso wie expliziertes Training. Und hier wird er dann sehr deutlich. Er sagt, dass wenn Kinder nur auf die eigenen Erfahrungen angewiesen sind, sie kein hohes Spielniveau entwickeln können, sondern auf die Erfahrungen von Erwachsenen in Form von Beispielhandlungen oder Erklärungen angewiesen sind. Vor allem taktische Erkenntnisse sollen nicht allein durch bewusstes oder unbewusstes Handeln im freien Spiel entwickelt werden können, sondern erst in Verbindung mit einem pädagogischen Prozess. Als Aufgaben des Trainers sieht er hier die vom Spieler selbst gewonnenen, oder durch Fremdinformationen erworbenen taktischen Kenntnisse sichtbar und bewusst machen, Demonstration, Systematisierung und präzise Anleitung. Hinzu kommen Wiederholung gleicher taktischer Handlungen und die Übertragung auf ähnliche Spielsituationen.


    Bis hierhin ist alles bei Horst Wein exakt so nachzulesen. Im Folgenden sind auch meine Interpretationen mit enthalten. Besonders auffällig ist für mich, dass das Wort „taktisch“ in allen Abwandlungen gefühlt mindestens 10x pro Seite auftaucht, bei einer Verteilung von 180 Seiten F+E-Jugend und 40 Seiten für D-Jugend aufwärts.


    Die vereinfachten Spiele haben für mich mit nichten etwas mit freiem unbeeinflussten Spiel zu tun. Beim Zweiten nehme ich beliebig viele Tore, einen Ball und lass die Kinder kicken. Bei Ersten habe ich als Trainer ein Ziel, z.B. das ballorientierte Verteidigen auf individualtaktischer Grundlage. Dann nehme ich meine Basisspielform und programmiere sie, wie Horst Wein es ausdrückt, mit einem Problem (z.B. 3v3 sehr breites Spielfeld und/oder 6 Tore). Nun lasse ich sie erst einmal frei spielen und schaue mir das ganze von außen an. Danach kommt aber erneut die massive Einflußnahme des Trainers. Der entwickelt über Fragestellungen oder Hinweise eine Bewusstheit für das Problem des Spiels zusammen mit den Kindern. (eventuell auch über Verschärfen/Vereinfachen der Spielsituation, z.B. 3 Angreifer versus 2 Verteidiger). Danach werden gezielt Übungen angeboten die den Spielern Handlungsalternativen an die Hand geben. Dann können sie diese im ursprünglichen Spiel ausprobieren. Der Trainer schaut wo Probleme liegen, erarbeitet diese, biete Lösungen an oder entwickelt sie und lässt probieren usw...


    Als Leitlinie wird stimulieren statt instruieren ausgegeben. Trotzdem bleibt der Trainer der aktivierende Part. Das „Wie“ ändert sich. (Die Beispieltaktik ist jetzt einfach mal willkürlich gewählt)
    Das ist für mich kein freies Spiel, sondern wird von Beginn an vom Trainer auf die Lösung eines bestimmten von ihm definierten Problems ausgerichtet und verfolgt. Der wichtige Unterschied für mich ist, dass ich mich nicht mit einer Taktiktafel vor die 8 Jährigen stelle, ihnen das ballorientiertes Verschieben 30 min trocken erkläre, sie dann spielen lasse und schön von außen die Positionen per Joystick dirigiere. Im Gegenteil nehme ich natürliche Triebe der Spieler (Spielen wollen, in Richtung des Balls bewegen) und kultiviere sie, wobei die Spieler dies gar nicht merken. Es ist kein einfaches Versuch und Irrtum Spiel der Kinder, sondern ein strukturierter pädagogischer Prozess bei dem man sich schlicht zu Nutze macht, das besser verstanden wird, was (vermeintlich) selbstständig erarbeitet wird. Es werden hier klar Trainingsziele abverlangt (das Problem einer Spielform), die dann auch mitunter isoliert trainiert und wieder gefordert werden. Der Unterschied ist für mich wieder das „WIE“, ich sage einer F-Jugend nicht zieht ein Kurzpassspiel auf und weise es dann lautstark neben dem Feld an, sondern entwickle es mit den Spielern und sorge „heimlich“ dafür dass sie es von selbst machen.
    Vereinfacht ausgedrückt könnte man polemisch argumentieren, nicht was trainiert wird ist wichtig, sondern wie (wobei natürlich nur Themen bearbeitet werden, die die Spieler auch entsprechend ihrer kognitiven Entwicklung (selbstständig) lösen können).


    geht unten weiter....

  • Fortsetzung...


    Bleibt das schwierige Thema , was angemessene taktische Verhaltensweisen für unterschiedliche Altersgruppen sind.
    Der DFB ist mir da leider viel zu schwammig. Das „Vermitteln einfacher taktischer Tips die beim Tore schießen Tore – Tore verhindern helfen“ im F-Jugend Alter ist ja ungemein unverbindlich und nichtssagend. Lese ich mir das Buch von Horst Wein durch, finde ich hier auf 100 Seiten praktische Hinweise zum Training mit F-Junioren (+ nochmal 80 Seiten für die E-Jugend, und davon 30 Seiten für Torwarttraining was aber ein anderes Thema wäre ;)) fast halb so viele Beispiele für taktische Verhaltensweisen wie Seiten. Wenn ich mir Beiträge in der Zeitschrift „Fußballtraining“ anschaue (immerhin „Die Trainerzeitschrift des DFB“) finde ich dort z.B. das Lösen von Überzahlsituation für 7jährige (Gruppentaktik?) oder das Auflösen der Rudelbildung bei Bambinis (Mannschaftstaktik?). Hierbei beziehe ich mich auf den Thread Brauche Trainingstipps damit meine Mannschaft zurückrennt, (sry Verlinken krieg ich irgendwie nicht hin) wo teilweise für mich auch nicht nachvollziehbar argumentiert wurde Gruppentaktik sei es, wenn geforderte Verhaltensweisen von mehr als einem Spieler erwartet werden.


    Zitat

    Zitat von Andre


    Konkret meine ich damit, dass es quatsch wäre und ist, einem beispielsweise Minispieler das 1:2 als Trainingsform anzubieten, um ihm das Abspiel als Angreifer oder sich bewegen aus dem Deckungsschatten als Mitspieler des Angreifers zu lehren. Das das quatsch wäre, ist jedem normaldenkenden Trainer vermutlich so klar,....das können sie in dem Alter noch nicht. Der Dfb...der Sammer, seine Mitarbeiter hohlten sich meines Wissens entsprechend wissenschaftliche Unterstützung. Daran angelehnt kann man die Aussage treffen, dass das Bespiel auch für einen F-altrigen gilt. Ab der E geht das langsam in andere Möglichkeiten über.

    Das ist es z.B. was bei mir gerade zu Denkkonflikten führt. Denn Überzahlspiele lassen sich in dem Buch ab F-Jugend finden, zusammen mit Spiel auf Lücke, in die Tiefe, Breite, Ballhalten und vielem mehr von dem ich hier im Forum gelesen habe, es sei nicht einmal Stoff einer E-Jugend.


    Für mich lassen sich nach der (nun mehrmaligen) Lektüre des Buches mal ein paar provokative Thesen entwickeln.


    1. Straßenfußball im Verein bedeutet nicht Kindern einen Ball hinzuwerfen und spielen lassen, sondern durch altersgerechtes, motivierendes und dem Straßenfußball entlehntes Spielen eine effektive Lernumgebung für die Umsetzung von expliziten Trainingszielen zu schaffen. Der Trainer ist hier genauso wichtig und einflußreich (wenn nicht gar noch mehr) als ob er an der Seitenlinie wild rufend und gestikulierend tätig ist.


    2. Zusammenspiel und Taktiktraining gehören zur Ausbildung der F und E Jugend.


    Sicherlich wird in dem Buch ein Großteil der Seiten auf Taktik verwendet, was nicht bedeuten soll dass Technikschulung nicht das primäre Ziel ist. Aber z.B. für die E-Jugend werden in dem Buch gar keine Technikübungen angeboten, sondern nur noch taktische Probleme.
    Sehe ich auch durchaus als Kritikpunkt am Buch, dass es relativ unklar bleibt welcher Grad der Technikausführung in welcher Altersklasse als angemessen erachtet wird, um in den taktischen Bereich einzusteigen. Hier bleibt der Trainer mal wieder auf sein subjektives Empfinden angewiesen. Wobei wohl primär individualtaktische Verhaltensweisen gemeint sind. Was aber die Frage aufwirft wo Individualtaktik aufhört und Gruppentaktik anfängt, den das Herausspielen von Überzahlsituationen wird hier definitiv mit eingeschlossen.


    3. Will ich Spieler mit Spielintelligenz, muss ich diese ab der F-Jugend mit altersgemäßien taktischen Problemen konfrontieren.


    Ich würde mich noch über weitere Meinungen sowohl zum Buch oder der Philosophie selbst, sofern es noch mehr Leute gelesen haben, als auch zu meinen Interpretationen bzw Meinungen die ich daraus ziehe freuen.Ich finde die ganze Konzeption höchst interessant und logisch nachvollziehbar, habe aber zZ meine Probleme damit, das ganze in die Ausbildungskonzeption des DFB einzuordnen ( zumindest so wie ich sie hier im Forum kennengelernt habe).


    mfg Tirus

  • Klasse Posting, Tirus :thumbup: ! Insbesondere hast Du auch die hier im Forum immer wieder diskutierte (scheinbare) Diskrepanz zw. "frei spielen lassen" und "Aktivität des Trainers im Training" sehr gut aufgerollt.


    Mehr evtl. später, muss jetzt arbeiten. Aber mein Lob musste ich dennoch schnell loswerden.


    Grüße
    Oliver

  • Mit etwas Verspätung jetzt doch noch ein Feedback:


    Dass in dem Weinschen Buch bei der E-Jugend vergleichsweise wenig Technikschulung auftaucht, kann auch daran liegen, dass der Autor Wiederholungen vermeiden wollte. Denn schließlich sind ja bei der F-Jugend viele Übungen dargestellt, die kann man mit der E auch machen. Aber Du hast Recht, der Schwerpunkt bei Horst Wein ist das taktische Verständnis, die Spielintelligenz - und das nicht nur individuell, sondern auch in der Gruppe.


    Einige Vielschreiber hier im Forum nehmen das DFB-Konzept sehr wörtlich, für mein Empfinden zu strikt. Meines Erachtens muss man als Trainer flexibel sein: Das DFB-Papier interpretiere ich so, dass der Schwerpunkt in der F+E auf der Technik liegt, zumal die angemessene Beherrschung der Technik ja Grundvoraussetzung für alle weiteren Schritte und für jede Taktik ist. Aber schon bei meiner F1 merke ich, dass manche Spieler von selbst erste auch gruppen-taktische Überlegungen anstellen und umsetzen. Das fördere ich als Trainer, auch wenn das explizit noch kein Schwerpunktthema ist. Thema sind hier z.B. Absprachen untereinander (wer bleibt hinten als Absicherung) oder Freilaufen + Passspiel. Dazu sind im Buch von H.Wein ja viele Anregungen.


    Manche Spieler sind aber in der F1 noch lange nicht so weit, die haben noch so viel Probleme mit der Technik, dass sie gar nicht in der Lage sind, taktisch zu agieren. Auch diesen Spielern muss ich im Training gerecht werden, d.h. mit den schwächeren Spielern muss ich noch viel mehr an den Grundtechniken feilen. Ich finde es oft schwierig, beides unter einen Hut zu bringen. Beides bewegt sich nach meinem Verständnis im Rahmen des (wie Du zu Recht schreibst) recht schwammigen DFB-Konzeptes. Ich weiss nicht, ob es Absicht ist, dass das DFB-Konzept so allgemein bleibt - vielleicht kann man das in der Kürze auch nicht konkreter fassen oder man versucht wirklich nur eine sehr grobe Richtung vorzugeben, die dann jeder Trainer im Zusammenspiel mit seiner Mannschaft individuell mit Leben füllt.


    Letztlich ist es mir auch schnuppe, ob ich 100% nach DFB trainiere oder nicht. Ich versuche mir Gedanken zu machen, und wenn mich etwas überzeugt, versuche ich das umzusetzen. Ich versuche auch, in meine Mannschft "hineinzuhorchen". Sehr oft wandle ich meinen Trainingsplan während des Trainings ab, weil ich merke, dass eine Übung nicht so funktioniert, wie ich das gedacht hatte. Wenn die Kinder aber geschwitzt und mit einem Grinsen aus dem Training gehen, dann war's richtig.


    Grüße :)
    Oliver

  • Tirius, tolle Ausarbeitung die mich zum Nachdenken bewegt, allerdings...


    werde ich zu keinem abschließenden Ergebnis für mich persönlich kommen können, weil ich mir das Buch von Horst Wein nicht leisten werde. Mein Kenntnisstand: um die 50ig Teuros...ist mir zuviel, ...Herr Wein....es scheint für den elitäreren Kreis geschrieben worden zu sein. Andere produzieren Bücher und Dvd`s für die Hälte, ein Klinsmann, ein WEin und auch Peter Schreiner schaffen das in Teilen nicht, schade!


    Das was ich von der Philosophie Horst Weins weiss, weiss ich von einer Trainerin, aus Auszügen aus dem Internet und hier aus dem Forum.


    Eine Frage an Dich: Kennst du das Dfb-Ausbildungskonzept? Wie oft hast du sie gelesen, wie intensiv studiert?


    Ich habe sie dreimal gelesen und beim ersten Mal nur dann weitergelesen, wenn ich den letzten Satz verstanden hatte. Das das Dfb.-Ausbildungskonzept vom Dfb stammt ist mir egal...es könnte auch von Dir stammen oder von sonst wem. Wichtig ist, ...es ist schlüssig, logisch und wissenschaftlich angelehnt und verständlich und es läßt Spielraum in der Ausführung. Es wäre schlimm, wenn jeder Schritt dort ausführlich beschrieben stünde. Das würde doch keiner mehr lesen, weil die Message zu lang wäre.


    Ebend drum, ...ich habe es schon an anderer Stelle geschrieben. Ich glaube, dass viele Kritiker die Sache max. angelesen haben....Halbwissen also! Damit meine ich nicht dich persönlich, sondern es ist kritisch in die Runde gemeint. Man muß ebend genau und exakt wissen, was drin steht, sonst...Klappe halten.


    Ich vertraue nun auf dein Statement -da ich ja das Buch nicht besitze- und stelle für mich persönlich fest, dass Horst-Wein und seine "Denke" mir noch etwas näher ist, als die Dfb-Philosophie. Ja das denke ich gerade, weil dort wo ich in der Praxis vom Dfb.-Konzept ohne schlechtes Gewissen abweiche, treffe ich tatsächlich auf das was Horst Wein beschreibt. Ich friere Situationen in der Spielform beim Training ein und lasse -so gut ich es kann- die Kinder die Verbesserung oder das Ziel erarbeiten.


    Im freien Spiel....wirklich freien Spiel lasse ich sie wirklich frei spielen...im Gegensatz zu vielen anderen Trainern, die auch dort eingreifen.


    Hierbei hebe ich die prozentualen Anteile der Techniktrainings, der Spielformen, des freien Spiels hervor, ...die ich an die Vorgaben des Dfb.-Konzeptes anlehne. Das habe ich vor dem Kennenlernen des Dfb-Konzeptes so aber auch schon getan.


    Spielformen waren zu diesem damaligen Zeitpunkt und sind es auch noch heute....von mir als "Ganzheitliches Training" betitelt worden.


    Was mich angeht, meine ich erkennen zu können, dass das Dfb-Ausbildungskonzept eine gewisse Philosophie beinhaltet. Diese Philosophie ist sehr ähnlich der von Horst Wein, der von Schreiner....meine ich....meinen ist nicht wissen ;) . Das Konzept, ...also die Umsetzung scheint bei den Herren unterschiedlich, wenngleich man nicht um welten voneinander abweicht. Eines sagen sie aber alle gemeinsam....spielerisches erlernen von Grundtaktiken, ...nur das WIE unterscheidet sich etwas. Mir ist da Horst Wein SCHEINBAR am nächsten, weil es auch meinem naturell sehr entgegen kommt.


    Straßenfußball.....erwähnt das Dfb.-Konzept mit den sinngemäßen Worten....."an den Straßenfußball angelehnt" usw.. Auch das läßt einiges offen. Ich intererpretiere hier hinein, dass der Anteil des Abschlußspiels in Prozent angegeben wird....und dort ...freies Spiel. Ein anderer Trainingsteil....z.B. das Techniktraining zur Erlernung von Grundtaktiken beziehe ich nicht darauf. Ich denke, dass unter dem Strich hier das spielerische Erlernen global angesprochen ist, um weg von stupiden Ausbildungseinheiten zu kommen.

  • Straßenfußball.....erwähnt das Dfb.-Konzept mit den sinngemäßen Worten....."an den Straßenfußball angelehnt" usw.. Auch das läßt einiges offen. Ich intererpretiere hier hinein, dass der Anteil des Abschlußspiels in Prozent angegeben wird....und dort ...freies Spiel. Ein anderer Trainingsteil....z.B. das Techniktraining zur Erlernung von Grundtaktiken beziehe ich nicht darauf. Ich denke, dass unter dem Strich hier das spielerische Erlernen global angesprochen ist, um weg von stupiden Ausbildungseinheiten zu kommen.

    Nein, das habe ich anders verstanden. Der Straßenfußball ist das Grundelement, dass sich durch das komplette Training zieht, mit dem Abschlussspiel hat das nix zu tun. Im DFB-Ausbildungskonzept (das ist dieses knappe 40-seitige Heftchen) steht z.B. für die F

    Zitat

    Interessant und motivierend bleibt der Vereinsfußball für die Kinder, wenn sich die Juniorentrainer am Straßenfußball früherer Tage orientieren und diese Philosophie in das Vereinstraining übertragen.

    Das klingt exakt wie Horst Wein: Der schreibt auf S.339f:

    Zitat

    Die in diesem Lehr- und Lernmodell vorgeschlagenen Inhalte....sind eine neue und effektivere Form des klassischen Strassenfußballs, der alles enthält was Kinder fasziniert und motiviert:
    - Spiel mit wenigenSpielern in einer Mannschaft und verschiedener Zahl von Mit- und Gegenspielern, die sich jederzeit ändern können.
    - variable Spielregeln, die den augenblicklichen Gegebenheiten immer angepasst werden, damit das Spiel für alle weiterhin interessant bleibt...

    (Hervorhebung durch mich)


    Aber was ist denn "an den Strassenfußball angelehnt" oder "neue und effektivere Form" des Straßenfußballs? Damit ist doch mitnichten gemeint, dass der Trainer 2 Tore hinstellt und die Jungs im freien Spiel drauflosbolzen lässt. Sondern der Trainer versucht durch geschickte Auswahl von Spielformen die Grundelemente des Straßenfußballs aufgreifen und so die Kinder quasi unbemerkt üben lassen. Tirus hat's oben ja schon wunderbar beschrieben. Das Buch von H.Wein ist voll von Vorschlägen für solche Spielformen. Laut DFB-Konzept nehmen die in der F 50% der Trainingszeit ein. Ein Abschlusspiel ist da gar nicht vorgesehen, da muss man sich nur mal die Muster-Trainingseinheiten auf http://www.training-wissen.dfb.de anschauen. Der Abschluss ist da immer eine Spielform, aber mit zum Teil sehr ausgefeilten Regeln/Abläufen. Natürlich agieren die Kinder "frei" innerhalb des so vorgegebenen Rahmens.


    Daher sehe ich keine Diskrepanz zw. DFB und Horst Wein. Ich sehe aber sehr wohl eine Diskrepanz zw. DFB+Wein auf der einen Seite und der Interpretation durch Andre auf der anderen Seite. Meines Erachtens ist seine Auslegung des Konzeptes in Punkto Straßenfußball viel zu eng. So ist das nicht gemeint. Das ist genau der Punkt über den auch Tirus oben gestolpert ist.


    Grüße
    Oliver

    Einmal editiert, zuletzt von Don Quijote ()

  • [...] weil ich mir das Buch von Horst Wein nicht leisten werde. Mein Kenntnisstand: um die 50ig Teuros...ist mir zuviel, [...]


    Mich hat es, wenn ich Amazon glauben darf, deutlich weniger gekostet, nämlich €19,95. Allerdings ist es dort momentan nicht verfügbar.. :(

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)